Von dem Gebiet, das Allgäu genannt wird, nehmen die Berge etwa 1/5 ein. Im Allgäu gibt es insgesamt 225 Berge, von denen 175 Felsenberge sind. Die anderen 50 sind reine Grasberge.
| 35 | Allgäuer Berge sind | höher als 2500 | Meter |
| 80 | Allgäuer Berge sind | 1500 bis 2000 | Meter hoch |
| 110 | Allgäuer Berge sind | 2000 bis 2500 | Meter hoch |
Verglichen mit dem Alter unseres Planeten, der immerhin gut 4 Milliarden Jahre auf dem Buckel hat, sind die Allgäuer Berge recht jung, grade mal 10 Millionen Jahre alt. Als vor rund 200 Millionen Jahren Afrika, Saudi-Arabien und Indien anfingen, sich nach Norden zu bewegen und damit gegen Eurasien drückten und das Thethys-Meer zusammenschoben, entstand das Alpen-Himalaya-System und mit ihm natürlich auch die Allgäuer Alpen.
Die vier großen Eiszeiten trugen ihren Teil zur Formung der Allgäuer Berge bei. Der Eispanzer war am Alpenrand bis zu 1500 Meter dick. Da, wo heute Kempten ist, lagen immerhin noch an die 300 Meter Eis. Heute ist von diesen Eismassen nur ein spärlicher Rest im Schwarzmilzferner an der Mädelegabel übrig geblieben.
Die gewaltigen Gletscher der Eiszeiten haben riesige Moränen zusammengetragen, die, mittlerweile begrünt und bewachsen, die schönen Hügel des Allgäuer Voralpenlandes bilden. Wissenschaftler bezeichen das Allgäu auch als
das großartigste Schotterfeld im ganzen Alpengebiet.
Früher fürchteten sich die Menschen vor den Bergen. Noch im Jahr 1848 schrieb der Oberstdorfer Pfarrer Johann Nepomuk Stüzle:
Kein Sterblicher, der nicht in einer grausigen Eiskluft sein Leben lassen will, wagt über die Schnee- und Eisfelder (zur Mädelegable) hinanzusteigen.
Heutzutage gehen die Touristen sozusagen im Gänsemarsch den Heilbronner Weg entlang und nehmen die Mädelegabel nebenbei noch mit, ohne sich etwas dabei zu denken.
Vor 1850 kam kein vernünftiger Mensch auf die Idee, unheimliche und beschwerliche Felsberge zu besteigen und so bestand kein Grund, jedem dieser vielen nutzlosen Gipfel einen Namen zu geben. Benannt wurden nur besonders auffällige Berge oder solche, die besondere Punkte, wie beispielsweise die Grenzen, markierten.
In einer sehr detaillierten Vogelschaukarte von 1619 haben nur zwei Berge einen Namen, der 'Grünta' und das 'Horn' bei Immenstadt. Alle anderen Berge sind nur als 'auf den Alpen' bezeichnet, wobei damit nicht die Berge sondern die Alphütten gemeint sind.
Diese Alphütten, die meist nach ihrem Besitzer benannt waren, sind es dann gewesen, die den nächstliegenden Gipfeln ihren Namen verliehen haben, als sich die Notwendigkeit ergab, die Gipfel voneinander unterscheiden zu müssen.
Die Menschen früherer Zeit haben die Berge im Allgemeinen nur von unten betrachtet und auch das nur, wenn es unbedingt sein mußte. Eine Ausnahme machte der Grünten. Er ist wegen seiner einladenden Lage und seiner offensichtlichen Ungefährlichkeit schon im 16. Jahrhundert erstiegen worden.
Dazu gibt es ein paar nette Anekdoten.
Die ersten, die sich an richtige Berge heran wagten, waren die Geometer, die im Zuge der bayrischen Landvermessung von 1818 auf rund 50 der markantesten Allgäuer Berge Signalstangen setzten.