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Das Allgäuisch-Hochdeutsch Lexikon

Ich bin keine gebürtige Allgäuerin. Vermutlich kommt mir deswegen der Dialekt ein wenig sonderlich vor. Mein bester Allgäuer von Allen ist aber ein originaler Allgäuer und ihm und seiner Familie habe ich hier sozusagen "auf's Maul" geschaut. Erklärungen zur Aussprache oder zur Schreibweise finden sich hier.

Und jetzt viel Spaß!

Ein freundlicher (aber anonymer) Mensch schickte mir unterdessen eine URL, unter der man noch mehr Allgäuisch findet. Weitere Allgäuer Wörter und Erläuterungen finden sich beim Papst der Allgäuer Sprachsammler Dr. Manfred Renn. Danke an Hannes Rinderle für den Hinweis.
Auch habe ich inzwischen ich ein Schwiizerdüütsch-Update für das Lexikon von Niela bekommen. Wenn Euch das hier amüsiert hat, guckt doch auch da mal rein ...

WortErklärung
allbodimmer
alladimmer
bachabacken
BåhlaKater. Entstanden aus 'Paule', so hiessen früher die meisten Kater. Dank an Hannes Rinderle für die Erklärung.
BollediehleDachboden (von Hermann Strunz)
BäschtlarBastler
BilmasKopf (von Andreas Maurus)
a bizlaein bißchen
BollaBall, Kugel, Knödel. Etwas Rundes halt.
BschißBetrug
DaasTannengrün, Zweige von Nadelbäumen
driëlesabbern, tropfen
feantletztes Jahr. (von Wolfgang Schickinger)
FehlMädchen. Eine Ableitung aus dem Lateinischen von 'filia' (Tochter). Dank an Hannes Rinderle und Volker Kapfhammer für den Hinweis.
's FidleDer Hintern. Klingt doch viel netter, oder?
gigåmpfeschaukeln, wippen
gliGleich. 'Mir isch des gli.', sagt man, wenn's einem egal ist.
GluppeWäscheklammer (von Bernhard Röck)
GluufeSicherheitsnadel (von Bernhard Röck)
GoggelarGockel, Hahn. (von Wolfgang Schickinger).
Grischbalaschmaler Mensch, Spargeltarzan. Im Allgemeinen auf Männer bezogen.
GreataKorb (von Annika Lill)
D'r GrindDer Kopf. Haben Allgäuer häßliche Köpfe?
gruebeausruhen (von David Würzer)
gruebiggemütlich
gruzgeknarzen, knarren. Eine Türangel oder ein Wagenrad tun das.
's GschwerlDer Abschaum (auf Leute bezogen).
HäbretsmuasMehlbrei, Griesbrei (von Bernhard Röck)
's HäsDie Kleidung, das Gewand. Da gibt's dann nette Abwandlungen wie 'umhäsa' oder 'ahäsa'
häzeklettern (von Bernhard Röck)
HennapfrupfaGänsehaut
hinderfirverzwickt
hoibeHeu machen. (von Wolfgang Schickinger)
hoigadeRatschen, klatschen, tratschen. 'Wie daheim im Garten'.
HuaschtaguatzlaHusten-Bonbon (von emily)
Huinzedie Stangen an denen die Bauern im Sommer das Heu auf dem Feld trocknen (von Gerhard)
KipfBrotlaib (von emily)
KittlJacke
kitzabolleleGraupeln. Guck' Dir die Form an und dann vergleiche.
kneischtestöhnen
kuahranzanachtStockdunkel. So dunkel, wie im Bauch einer Kuh eben.
kuizkomisch, unförmig (von David Würzer)
KrottKröte
LaibleWeihnachtsgebäck, Plätzchen
Lätscheverzogene Miene, dummes Gesicht
lätschleFlüssigkeit verkleckern, zum Beispiel beim Suppe essen (von David Würzer)
losehören, lauschen
luegeschauen, gucken (von David Würzer)
lugglocker. 'Mir lend it lugg!' - 'Wir lassen nicht locker!'
NäsNase
NechtGestern - folglich 'vornecht' = vorgestern (von Andreas Maurus)
nolleauf etwas herumlutschen
MächlarMacher, Bastler (von Wolfgang Schickinger)
PfoseSchmalzgebäck aus Hefeteig. Ein flacher Fladen. In Bayern heißen die Dinger 'Auszogne'.
Ranggaein großes Stück Brot.
RanzaBauch
romstrielaherumlaufen (von Andreas Maurus)
RufeWundschorf
SackjuckaSackhüpfen (von Wolfgang Schickinger)
SchalinggaHörnerschlitten
SchprieglaHolzscheite. (von Wolfgang Schickinger)
SchumpaJungrinder (von Bernhard Röck)
schlenzewerfen, schleudern. Ein Seil über einen Felsen zum Beispiel.
schieleihewetterleuchten (von Hermann Strunz)
schliëfeschlupfen
schnipfleschneiden, schnitzen
verschliëfeverschwinden. Dinge tun das, wenn man sie sucht.
ZieferUngeziefer. Das Wort war vermutlich einfach zu lang für die mundfaulen Allgäuer.
zmålplötzlich
zoreZürnen, Wüten
Zorabank'rJemand, der jähzornig ist. Zum Beispiel Kinder, die Brüllanfälle bekommen.
zwapslezappeln
  

Erklärungen

Für hochdeutsche Ohren hört sich der Allgäuische Dialekt etwas unverschämt an, doch so ist das eigentlich nicht gemeint. Wenn man die Leute erst mal zum Reden bringt, sind sie sehr nett, auch wenn es sich manchmal so anhört, als werde man beschimpft.

Bei der Aussprache ist einiges zu beachten.

  • 's' wird immer zum 'sch',
  • 'ch' ist ein gutturaler Krächzlaut ('chrr') und
  • generell werden viele Konsonanten am Wortende und Anreden einfach weggelassen.
  • Meistens wird noch das altmodische 'Ihr' anstelle des formellen 'Sie' verwendet.

So wird zum Beispiel 'Weißt Du' zum 'Weisch' und 'Haben Sie' zu 'Hand'r'.

Ich habe keine Ahnung, ob es eine definierte Schreibweise für Allgäuerisch gibt. In dem Dialekt gibt es einen komischen Laut, der weder 'a' noch 'o', sondern irgendwas dazwischen ist. Am ehesten kommt wohl der Laut 'å' hin, der in den nordischen Sprachen verwendet wird. Den habe ich hier auch benutzt. Ich habe versucht, die Worte so zu schreiben, wie ich sie gehört habe. Doppelpunkte über einem Vokal bedeuten, wie sonst auch, daß dieser Vokal extra gesprochen werden muß.

Für neue Worte (ich bin sicher, es gibt noch viele), bessere Erklärungen oder ähnliche Ergänzungen bin ich jederzeit zu haben. Nur zu, mail' mir!

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