Ngozumba Tse

17.10.2007, Übernachtung in Gokyo, 4770 Meter

In der Früh lag natürlich noch mehr Schnee als am Abend vorher, allzuviel hatte es aber nicht mehr drauf geschneit. Alles in Allem lagen in der Früh gute 10cm lockerer Pulverschnee.

Frühmorgens nach dem Schneesturm
Frühmorgens nach dem Schneesturm

Beim Frühstück diskutierten wir das weitere Vorgehen. Unser geplanter Berg für heute war der Ngozumba Tse, ein 5000er, also einer für die Gipfel-Statistik (und die haben bestimmt alle Bergsteiger, nicht nur wir).

Den einfach sausen zu lassen kam natürlich nicht in die Tüte. Andererseits war allen klar, dass wir den Gipfelsturm unter Umständen doch würden abbrechen müssen, wenn die Bedingungen entsprechend schlecht waren. Zudem sah das Wetter nicht allzu gut aus, Mingmas Versicherung, dass der Schneesturm den Wetterumschwung einleiten würde, zum Trotz.

Auf jeden Fall wollten wir es versuchen und packten nach dem Frühstück unsere Siebensachen. Als wir nach einigem Auf und Ab über die Moränen am Fuss des Ngozumba Tse ankamen, war das Wetter deutlich besser geworden und wir sahen sogar hin und wieder sowas wie blauen Himmel und Sonne.

Der Aufstieg war anfangs trotz des Schnees nicht allzu schwer, als wir aber höher kamen und der Grashang so langsam in blockiges Geröll überging, wurde es anstrengender und vor allem schwerer zu gehen. Wir rutschen mit dem Schnee auf den Blöcken rum und konnten nicht immer erkennen wie die Steine unter uns geschichtet waren, was zu dem einen oder anderen Fehltritt führte.

Aufstieg zum Ngozumba Tse
Aufstieg zum Ngozumba Tse

Alles in Allem war der Anstieg der bisher schwierigste im Khumbu und wir mussten uns den Gipfel ganz schön erkämpfen, aber schliesslich kamen alle oben an. Der Superblick auf den Cho Oyu, auf den wir alle gehofft hatten, wurde uns aber leider nicht zuteil, der Berg hüllte sich in Wolken.

Am Gipfel des Ngozumba Tse (ohne Blick auf Cho Oyu)
Am Gipfel des Ngozumba Tse (ohne Blick auf Cho Oyu)

Diesmal verzichteten alle auf den Zweitgipfel, der Weg über den Grat sah einfach zu rutschig aus.

Nach gebührender Gipfelrast stiegen wir wieder zum Lager ab. Mingmas angekündigter Wetterumschwung war plötzlich im vollem Gang. Schon am Gipfel hatten wir weit hinten im Südosten (?) blauen Himmel gesehen. Nun kam der blaue Himmel rasch auf uns zu und vertrieb alle Wolken.

Everest, Lhotse und Nputse tauchen aus den Wolken auf
Everest, Lhotse und Nputse tauchen aus den Wolken auf

Und plötzlich hatten wir freie Sicht rundrum - unter anderem auf den Mount Everest mit dem South Col und dem Lhotse und vorne dran dem Nuptse und natürlich auf 'Die Drei Matterhörner' (vom Ralle und vom Ludwig unabhängig voneinander so benannt).

'Die Drei Matterhörner'
'Die Drei Matterhörner'

Der Abstieg war weniger beschwerlich als wir beim Aufstieg vermutet hatten, denn sobald die Sonne die dunklen Felsen aufheizte, schmolz der Schnee in rasender Geschwindigkeit ab. Die letzten Abstiegsmeter vom Ngozumba Tse konnten wir beinahe auf dem Gras hinter uns bringen.

Nach einem gemütlichen Mittagessen in der Sonne im Schnee (wo es wunderbar warm war, weil wir windgeschützt sassen) machten wir uns auf den Rückweg nach Gokyo, der mir genauso lang vorkam wie der Hinweg zum Lager. Immerhin hatten wir diesmal aber tolle Sicht. Nach hinten auf den Cho Oyu und nach vorn auf Gokyo.

Rückblick auf den Cho Oyu
Rückblick auf den Cho Oyu

Unser Lager stand am selben Platz wie vor 2 Tagen, aber an diesem Abend bekamen wir sowohl Tea&Cookies als auch das Abendessen in der Lodge über uns serviert. Das war eine ausnehmend angenehme Abwechslung, denn die Lodge war beheizt :-)

Wieder in Gokyo
Wieder in Gokyo

Allerdings führte das dann kurioserweise dazu, dass es mir beim in-den-Schlafsack-krabbeln deutlich kälter war als sonst, wo wir bei Minusgraden im Essenszelt sassen. Selten war ich so froh an meiner 'Wärmflasche'. Versteh eine, wie das mit der Temperatur funktioniert.

Da wir nun heute tiefer schliefen als gestern und weil mein blöder Husten hartnäckig und lästig blieb, hatte ich mir vom Edu jetzt doch Codein geben lassen. Mal schauen, ob das was brachte.

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