Everest View Hotel

09.10.2007, Übernachtung in Namche Bazar, 3520 Meter

Als wir in der Früh aus dem Zelt krabbelten, erwartete uns eine grosse Enttäuschung: Vor uns und rund um uns herum war dicker Nebel. So dicht, dass selbst die Lodge in knapp 20 Meter Entfernung kaum mehr auszumachen war. Ob das was werden kann mit dem ersten Blick auf den Everest nachher?

Der Tag fängt mit dichtem Nebel an
Der Tag fängt mit dichtem Nebel an

Wir gingen erst mal Frühstücken, es half ja nichts mit dem Wetter zu hadern. Nach dem Frühstück dann die Überraschung: Der Nebel hatte sich gesenkt! Schon aus der Lodge hatten wir durch die kleinen verhängten Fenster hin und wieder einen Blick auf einen weissen Gipfel und blauen Himmel erhaschen können.

Der Kongde Ri über Namche Bazar
Der Kongde Ri über Namche Bazar

Als wir dann aus der Lodge traten erwartete uns ein so wunderbarer Blick auf den Kongde Ri, dass alle unisono in ein nahezu ehrfürchtiges '‚Aaah!' ausbrachen. Auf der anderen Seite konnten wir den Thamserku und den Gipfel der Ama Dablam sehen. Bevor wir zum Everest View Hotel aufbrechen konnten musste die geniale Aussicht erst mal auf die Speicherkarten (und auf Film, Andre und Werner fotografierten noch analog) gebannt werden.

Der Weg zum Everest View Hotel führte genau da hoch, wo Ralle und ich am Vorabend unseren kleinen Akklimatisations-Ausflug gemacht hatten. Edu zeigte uns Himalaya-Enzian und Himalaya-Edelweiss (von dem unser Alpen-Enzian und Alpen-Edelweiss abstammen) und noch ein paar Pflanzen.

Himalaya-Enzian
Himalaya-Enzian
Bild von Mike

Wir stiegen weiter empor und kamen an der Landebahn von Syangboche vorbei, ein breites, im Vergleich zur Landebahn von Lukla nur mässig ansteigendes dafür aber ungepflastertes und ziemlich holprig aussehendes Flugfeld, das vorrangig für finanzkräftige Besucher des Everest View Hotels angelegt worden war.

Das Flugfeld von Syangboche
Das Flugfeld von Syangboche

Mingma erzählte, dass die einzige Maschine, die da hatte landen können, vor ein paar Jahren irgendwo abgestürzt sei, so dass das Flugfeld inzwischen ungenutzt sei (bei Wikipedia steht das allerdings so nicht).

Die wunderbare Ama Dablam
Die wunderbare Ama Dablam

Nach dem Flugfeld ging es nur noch wenige Meter weiter hoch, was uns aber grad so über den Nebel brachte und für unglaubliche Aussicht auf Thamserku und Kang Taiga und auf die Ama Dablam (und auf unzählige weitere uns unbekannte und bestimmt teils auch unbenannte Berge) brachte.

Panoramaweg vor Kang Taiga und Thamserku
Panoramaweg vor Kang Taiga und Thamserku

Wir spazierten auf einen breiten Panoramaweg in mehr oder weniger gleichbleibender Höhe zum Everest View Hotel hinter, das ganz hübsch auf einem Plateau mit einem kleinen Wäldchen liegt.

Everest View Hotel
Everest View Hotel

Im Hotel hat es unzählige Bilder vom Everest, teils mit Widmungen von möglicherweise berühmten Besteigern, vornehmlich Japaner, von denen mir aber keiner was sagte. Und es hat ein sehr schönes Relief vom Khumbu mit dem Everest in der Mitte (Pemba zeigt darauf).

Relief vom Khmubu mit Mount Everest
Relief vom Khmubu mit Mount Everest

Wir blockierten eine knappe halbe Stunde die Aussichtsterrasse des Hotels, wo man wirklich einen wunderbaren Blick auf die Berge im hinteren Khumbu hat. Oder hätte, es waberten natürlich viele viele Wolken herum. Hin und wieder erhaschten wir tatsächlich einen kurzen Blick auf den Gipfel des Berges der Berge, aber meistens lag der Everest in Wolken und wir sahen lediglich den Lhotse und die dicke 'Mauer' hinüber zum Nuptse. Und natürlich immer wieder die Ama Dablam, Thamserku und Kang Taiga.

Der Gipfel vom Everest schaut kurz aus den Wolken
Der Gipfel vom Everest schaut kurz aus den Wolken

Da wir im Hotel nichts trinken wollten (wir hatten ja alle unseren Tee selber dabei), mussten wir dann doch irgendwann wieder gehen und beschlossen, Pause auf der Wiese vor und unterhalb des Hotel zu machen, die man von der Terrasse aus sehen konnte, etwa 15 Minuten entfernt.

Ein Yak im Nebel
Ein Yak im Nebel

Auf dem Weg dorthin erschreckten wir zunächst ein paar Yaks, die dort weideten und legten uns dann gemütlich in die Sonne und genossen die grossartige Umgebung.

Everest, Lhotse, Ama Dablam
Everest, Lhotse, Ama Dablam

Für den Rückweg nahmen wir einen kleinen Umweg über Khumjung, wo wir die unendlich vielen Manisteine hinter der Stupa bewunderten. Vor dem Abstieg nach Namche Bazar mussten wir noch mal ein wenig aufsteigen, was mir schwer fiel, mein Unterbewusstsein hatte wohl schon abgeschlossen mit den Anstrengungen des Tages.

Mani-Mauer und Stupa von Khumjung
Mani-Mauer und Stupa von Khumjung

Beim Abstieg zum Lager gönnten uns die Wolken noch mal einen schönen Blick auf den Kessel von Namche Bazar, dann war Schluss mit Aussicht für heute. Wir hatten wirklich Glück gehabt mit der Aussicht vom Everest View Hotel. Wieviel Glück erfuhren wir aber erst ein paar Tage später, die Gruppe der Lodge-Trekker war nämlich eine Stunde später oben und die sahen nur Wolken.

Namche Bazar von oben
Namche Bazar von oben

In der Lodge beim Lager gab es erst mal ein verspätetes Mittagessen, dann hatten wir den restlichen Nachmittag frei. War ja klar was wir damit machten: Dorfbummel durch Namche Bazar. Maxi und Dani suchten (und fanden) eine Hot Shower, alle anderen wollten noch mal shoppen gehen.

Ich leistete mir einen Sonnenhut, der Ralle einen langärmligen Pulli, dann hatten wir endlich das Gefühl, ausreichend ausgestattet zu sein. In einem Internetcafe schickte ich meinen und Ralles Kollegen jeweils eine Mail, dann hatten wir das Gefühl unsere 'Pflicht' erledigt zu haben und bummelten durch die Gassen. Ralle wollte auch einen Glücksbringer und kaufte sich ein niedliches Buddhagesicht an einen Ledernband, das so sonnig aussah, dass wir sicher waren, das würde in den nächsten Tagen auf jeden Fall die richtige Sonne hinter den Wolken hervor locken.

Danach besuchten wir Hermann Helmer's German Bakery, wo es wie die Anderen versprochen hatten sehr sehr guten Cappuccino und feines Gebäck gab. Nach und nach trudelte der grösste Teil der Restmannschaft ein und es wurde richtig nett da oben, bevor wir uns auf den anstrengenden Weg zurück hinauf zum Lager machten.

Der Rest des Abends war inzwischen Routine: Essen, Tee trinken, Zelt. Und nachts dann zwei bis drei Mal raus um den Tee wieder los zu werden. Und die Schlafsäcke waren noch immer zu warm.

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