Ins Parinacota Hochlager

21.06.2010

Nochmal lang Ausschlafen und dann ausgiebig Frühstücken. Die Sonne brauchte relativ lang, bis sie um den Parinacota herum bis zu unserem Zeltplatz gelang, dann wurde es aber umgehend angenehm warm.

Nachdem wir das Lager abgebaut und alles Nötige in die grossen - extra zu diesem Zweck mitgeschleppten - Rucksäcke gepackt, bzw. aussen dran befestigt hatten, sahen diese Rucksäcke ernsthaft beängstigend aus. Man konnte sie kaum mehr allein aufsetzen, aber verglichen mit den Insel-Urlaubs-Trekking-Rucksäcken, war mein Rucksack zwar reichlich klobig, aber nicht ganz so schwer wie befürchtet.

Sehr langsam und bedächtig machten wir uns auf den Weg zum oberen Basislager und weiter ins Hochlager. Ralle und ich liessen Claudine und Yak bald hinter uns und stapften konzentriert die Jeepspuren hinauf. Der lose Sand war dem Gehen nicht direkt zuträglich, besonders da nicht, wo es steiler wurde.

Im oberen Basis-Lager legten wir eine Pause ein und stiegen dann den deutlich erkennbaren Spuren nach die nächste Sand-Moräne hinauf. Die war nun wirklich übel zu gehen. Die grösseren Brocken rollten auf dem sandigen Untergrund immer wieder unter uns herum und man rutschte bei jedem Schritt ein Stück zurück. Ungemein lästig.

Der nächste Aufschwung war ähnlich anstrengend, dann hatten wir das Hochlager erreicht. Vor uns lag ein mittelgrosses sandiges Plateau mit einem grossen Stein in der Mitte, an dem wir unser Gepäck fallen liessen. Obwohl das Plateau durch die Lage an einer der Rippen des Vulkans recht exponiert war, war es nahezu windstill und warm. Zudem war die Aussicht grossartig, ein wunderbarer Hochlagerplatz!

Nach einer Weile kamen auch Claudine und Yak angestapft. Claudine schien der Aufstieg ins Hochlager nicht so Recht gefallen zu haben, denn auf die (gefilmte) Frage, wie ihr das Hochlager gefiele, kam ein halb gefauchtes 'Frag nicht!' Yak dagegen liess sich auf die Frage hin geradezu ekstatisch über seine Liebe zu Hochlagern aus ;-)

Nachdem sich alle wieder erholt hatten, grub Yak das Wasser aus dem warmen Sand aus. Das hatten die Jungs vergraben, um es vor dem Einfrieren zu bewahren (so angenehm die Temperaturen im Moment waren, Nachts hatte es sicherlich unter -15 Grad), was prima funktioniert hatte. Dann bauten wir die Zelte wieder auf und betrachteten den Berg vor uns.

Zwar waren wir dem Gipfel nun ein Stück näher gekommen, aber dafür sah der Berg nun noch ein Stückchen steiler aus. Nunja, das war sicherlich eine optische Täuschung, denn laut 6000er-Buch bietet der Parinacota keinerlei technische Schwierigkeiten. Steht da so.

Während wir Tee am grossen Stein tranken, senkte sich die Sonne langsam dem Horizont entgegen. Die Aussicht über die Lagunas de Cotacotani war grandios, der Sonnenuntergang überwältigend und durch irgendeinen glücklichen Umstand gab es auf unserem Plateau, so exponiert es auch lag, kaum Wind. Bis zum letzten Sonnenstrahl war es nahezu warm. Obwohl Hochlager war das das angenehmste und gemütlichste Lager bisher.

Als die Dunkelheit einsetzte, kochten wir. Zum Abendessen gab es Kartoffelbrei mit gerösteten Zwiebeln und Schinken. Einfach aber gut. Dann verzogen wir uns mit Frühstückstee und Frühstücks-Cookies in die Zelte: Um halb sechs, noch im Dunklen, sollte es morgen losgehen!

Bilder:
Die Sonne ist schon lang da, unser Lager liegt noch im Schatten.   Seppi muss unterdessen die Autos bewachen.   Kurz vor dem Aufbruch ins Hochlager.   Im Aufstieg zum Hochlager.   Claudine und Yak kommen im Hochlager an.   Hochlagerleben.   Teetrinken im Abendlicht.   Sonnenuntergang über den Lagunas de Cotacotani.   Das letzte Licht über den Lagunas de Cotacotani.  

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