EngelChronik 2014 - Korsika

Capu san Petru

18.06.2014

Der Tag empfing uns mit Sonnenschein :-)
Wir genossen ein gemütliches Frühstück und fuhren dann nach Ota, diesmal um dem Capu san Petru aufs Haupt zu steigen.

Ota ist eng und winzig in den steilen Hang gebaut. Wir stiegen den Schildern des 'Tra Mare e Monti' folgend ein paar enge Beton-Serpentinen hinauf und fanden hinter dem letzten Haus den Pfad zum Capu san Petru. Der Weg führt lang in leichtem Auf und Ab an der Bergflanke entlang Richtung Meer und ist ausnehmend nett. Vor allem die Aussicht Richtung Meer auf Porto und den Capu d'Otho dahinter ist großartig. Außerdem schien die Sonne, was will man mehr?

Wenn man sich dem Capu san Petru nähert, wird es feuchter, weil da zwei (oder mehr) Bäche den Berg runter kommen. Dort wird die Vergetation sehr dicht und der Pfad verläuft teilweise wie in einem Tunnel. Gelegentlich mischen sich auch Brombeeren zwischen die Büsche und Bäume, aber der Pfad ist gut frei geschnitten. Nach dem zweiten Bach steilt der Weg dann auf und man schraubt sich in Serpentinen links und rechts des Baches empor. Die Sonne verließ uns, was wir aufgrund der dichten Vegetation zunächst gar nicht so Recht registrierten.

Als wir aber bei der nächsten Bachquerung die düsteren Wolken über uns sahen (der Rücken über uns verschwand bereits in den Wolken), war uns schon klar, was das bedeutete. Wir gingen trotzdem weiter, auch noch, als es schon anfing zu grummeln. Als es dann aber anfing zu regnen und wir auf der Karte feststellen mussten, dass wir noch mindestens eine halbe bis dreiviertel Stunde bis zum Gipfel des Capu san Petru brauchen würden (wo dann mit toller Aussicht auf den Golf von Porto sicherlich nicht zu rechnen gewesen wäre), gaben wir auf, klappten die Schirme auf und drehten um.

Der Abstieg durch die dichte Vegetation mit den Schirmen war dann die reinste Freude. Nur wo der 'Gang' im Buschwerk recht hoch war, konnten wir die Schirme wirklich benutzen. Die vielen Brombeerranken verhakten sich ständig im Gewebe des Schirms und mussten mühsam wieder rausgepult werden. Und wir mussten die Schirme allenaselang zusammenklappen, wo der 'Gang' recht schmal oder niedrig wurde. Das Wetter gefiel sich darin, Unmengen Wasser auf den Capu san Petru zu schütten, so dass wir bald durch und durch nass waren, Schirme hin oder her. Und natürlich stand uns das Wasser wieder bis zum Anschlag in den Schuhen.

Als wir die lange Querung zurück nach Ota erreichten, hörte der Regen auf und die Sonne kam wieder heraus. Wir machten erst mal eine lange Pause auf einem flachen Stein, kippten die Schuhe aus und versuchten zu trocknen, was sich trocknen ließ. Auf dem Rückweg nach Ota zog schon das nächste Gewitter auf. Wir erreichten Ota und die Gîte d'Étape gerade als es wieder zu tröpfeln anfing.

Es blieb auch bei leichtem Nieseln, während wir in der Gîte Kaffee tranken. Zurück in Porto war es trocken, hinten in den Bergen aber bauten sich schon wieder dunkle Wolken auf, aus denen es bedrohlich grummelte. Während wir im Supermarkt unsere Vorräte ergänzten, zog das Gewitter aus den Bergen nach Porto runter. Wir kamen mit den ersten Tropfen am Campingplatz an, dann legte das Gewitter mächtig los.

Camping im Regen macht nur begrenzt Spaß. Um uns herum verschwanden die Leute in den Zelten und in den Wohnmobilen. Wir verschwanden - im Kangoo, wo sonst. Wir stellten unseren Tisch unter die offenen Heckklappe, 'dichteten' die Seiten der Heckklappe mit den Regenschirmen ab und kochten Kaffee. Es war eigentlich ganz gemütlich ;-) Das nette Angebot des benachbarten Wohnmobilisten, uns doch unter sein Zelt-Vordach zu setzen, lehnten wir freundlich ab.

Der Wolkenbruch dauerte nicht sehr lang und der Regen ließ nach. Noch war zwar alles naß, aber ein Abstecher zum Waschhaus war nötig, um den vielen Kaffee wegzubringen. Auf dem Rückweg nahm ich die nassen gefliessten Treppenstufen zu schwungvoll und rutschte mit meinen Crocs auf der obersten Stufe aus. Ich knallte mit ordentlich Schwung auf die 3 Stufen. Im ersten Moment (naja, im zweiten, nachdem ich wieder Luft bekam) dachte ich, ich hätte mir ein paar Rippen und den Arm gebrochen. So schlimm war es dann aber doch nicht, ich bekam nur ein paar sehr beeindruckende blaue Flecken.

An diesem Abend fiel der Strandausflug ins Wasser. Zum Abendessen konnten wir aber vollständig trocken in die Pizzeria am Minigolfplatz gehen.

Bilder:
Start in Ota   Tra Mare e Monti   Bachquerung   Schon wieder Wolken ...   ... und Regen   Zurück in Ota   Kaffeepause   Einer der vielen viele Eichelhäher vom Campingplatz in Porto  

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