Fahrt nach Arequipa und Stadtführung Arequipa

22.09.2017

Übernachtung: Hotel Tikari, Arequipa, 2340m

Nach einem gemütlichen Frühstück verfrachten wir unser Gepäck in den Bus und machten uns auf den Weg nach Arequipa. Der Rückweg war bis zu der großen Kreuzung mit Raststation, an der wir schon auf dem Weg nach Chivay gehalten hatten identisch.

Natürlich stoppten wir am 'Mirador de los Andes' nochmal und bewunderten unseren Berg (und den zuverlässig Asche spuckenden Sabancaya nebendran). Ralle, der noch immer hin und weg von seiner warmen weichen Alpaka-Jacke war, kaufte gleich nochmal eine :-)

Hulaca Hualca. Unser Berg :-)
Hulaca Hualca. Unser Berg :-)
Sabancaya
Sabancaya

An der Raststation hielten wir wieder (was ganz praktisch war, denn die geschützten Plätze um als Frau mal zum pieseln gehen zu können, sind auf dem Altiplano arg rar). Als wir losfahren wollten, fehlte der beste Allgäuer von Allen und musste gesucht werden. Er hatte einen tollen Foto-Spot gefunden und darüber fast die Abfahrt vergessen.

Chachani. Das nächste Ziel.
Chachani. Das nächste Ziel.

Die Fahrt nach Arequipa war unspektakulär. Der Verkehr nahm natürlich umso mehr zu, je näher wir kamen. Die Stadt breitet sich weit nach allen Seiten aus. Die Außenbezirke an den Hängen des Altiplano - Blech- und Lehmhütten ohne Wasser, Strom und sonstige Infrastruktur - werden 'junge Dörfer' genannt. Richie erklärte, dass das zunächst illegale Siedlungen seien, die nach ein paar Jahren Bestand aber von der Stadt erschlossen werden müssen.

Je näher wir der Innenstadt kamen, umso breiter wurden die Straßen, umso dichter der Verkehr und schließlich hatten wir sogar richtigen Stau. Armando wurschtelte sich furchtlos durch und hielt schließlich in einer Seiten-Straße irgendwo im Zentrum. Da wir Richie signalisiert hatten, dass wir ganz und gar nichts dagegen hatten, in Einheimischen-Restaurants zu essen, hatte er uns direkt in eine 'Picantería' geführt, die Picantería La Capitana (kein Link, aber großartige Reviews auf TripAdvisor). Richie kommt aus Arequipa, das war also der volle Insider-Tipp :-)

Picantería La Capitana
Picantería La Capitana

Dort zu essen war großartig. Wir waren die einzigen offensichtlichen Ausländer, sonst waren da wirklich nur einheimische Menschen. Die Küche dort ist offen (ich verpasste leider die Führung, wo die Jungs alle in die riesigen offenen Töpfe gucken durften) und es gibt nur eine begrenzte Anzahl Gerichte, die auch nicht auf einer Karte stehen.

Küchenbesichtigung
Küchenbesichtigung
Bild von Simon

Richie erklärte uns zwar, was es gab, aber ich zumindest schaute einfach den anderen Gästen auf den Teller und zeigte darauf: Süßkartoffelrösti und einen sehr rustikalen Rindfleisch-Kartoffel-Eintopf (auf den Tellern lag ein Viertel Rinderfuß mit Knochen und Knorpel und allem). Ralle nahm den abenteuerlich aussehenden Camarones-Eintopf, auf dem ein sehr dekorativer Krebs lag. Den nahmen auch alle anderen bis auf Rolf.

Camarones-Eintopf
Camarones-Eintopf

Die Camarones-Esser wurden dann mit einem sehr hübschen weißen Lätzchen bedacht, was bei allen zu großer Erheiterung führte. Die Lätzchen waren aber durchaus angebracht, denn der Eintopf war sehr rot und erforderte einigen Einsatz um den Krebs und die anderen Zutaten (z.B. grob gestückelte Maiskolben) zu zerlegen.

Lätzchenparade
Lätzchenparade
Bild von Richie

Die Süßkartoffelrösti waren prima und der Rinder-Eintopf schmeckte auch gut, allerdings konnte ich mich mit einer Sorte der mindestens 4 verschiedenen Sorten Kartoffeln da drin nicht anfreunden. Ralle und die anderen waren von ihrem Camarones-Eintopf sehr begeistert.

La Capitana
La Capitana

Nach dem Mittagessen fuhren wir ins Hotel Tikary. Das war mit Abstand das beste Hotel das wir in Peru hatten: hell, offen, tolle Zimmer (groß!) und perfekt am Rand von Arequipas Zentrum gelegen. Natürlich ist da auch die Lage von Arequipa beteiligt, denn weil es nie wirklich kalt ist und quasi nie regnet, kann man halt auch offene Innenhöfe und weitläufige Terrassen haben. Jedenfalls: wirklich toll!

Blick über Arequipa vom Hotel Tikary aus
Blick über Arequipa vom Hotel Tikary aus

Wir bekamen eine knappe Stunde Zeit (die wir zum Wäsche waschen nutzten), dann trafen wir uns in der Lobby mit unserem Guide für Arequipa (Name leider vergessen). Unter seiner kundigen Führung marschierten wir etwa 2 Stunden durch die wunderschöne alte Innenstadt von Arequipa und schauten allerlei Gebäude, Kirche, Kloster, Plätze und am Ende noch den großen Markt an.

Die Kathedrale an der Plaza de Armas
Die Kathedrale an der Plaza de Armas

Arequipa, das heißt die alte spanisch geprägte Innenstadt, ist ausgesprochen sehenswert. Da spielt auch eine Rolle, dass die Plaza de Armas und ein paar Straßen drum herum für den Verkehr gesperrt sind und dass man sich da nicht ständig mit Autos rumschlagen muss. Alle Gebäude sind aus hellem Tuft-Gestein (deswegen heißt Arequipa auch 'die Weiße Stadt') und das sieht in der Sonne Klasse aus. Und es ist warm da. Nicht heiß, sondern richtig angenehm warm.

Chachani und Misti über einem der Kloster von Arequipa
Chachani und Misti über einem der Kloster von Arequipa

Eigentlich habe ich alles vergessen, was uns der Guide über die Stadt erzählte (es gibt halt nichts mit Inka da und alles sieht sehr europäisch aus), aber die wichtigen Berge - alles Vulkane - rund um Arequipa, die sind hängen geblieben: Picchu Picchu, Misti und Chachani. Von der Dachterrasse eines der Klöster konnten wir alle 3 sehen. Ganz besonders interessant war natürlich der Chachani, unser nächstes Ziel.

Blumengestecke im Markt
Blumengestecke im Markt
Gestapeltes Obst an einem Saftstand
Gestapeltes Obst an einem Saftstand

Der Abschluss unserer Stadtbesichtigung war der Besuch der großen Markthalle. Wie in Cusco waren die Verkäufer thematisch sortiert. Die Metzger waren faszinierend (und ein wenig gruselig), die Saftstände unheimlich einladend (aber nix für Touris), die Blumengesteck-Bastler ein wahrer Augenschmaus und der Gang mit den Obsthändlern fantastisch.

In der Metzgerstraße
In der Metzgerstraße
Ein Obststand
Ein Obststand

Richie kaufte einer Obsthändlerin eine grüne gut faustgroße Frucht ab, die nach dem Aufschneiden innen weiß mit dunklen melonen-artigen Kernen war und ausgezeichnet schmeckte. Leider habe ich den spanischen Namen vergessen. Einen deutschen Namen gäbe es nicht, meinte Richie, weil es die Frucht in Deutschland nicht gibt. Vermutlich, mir war sie jedenfalls neu.

Misti und Picchu Picchu über Arequipa vom Hotel Tikary aus
Misti und Picchu Picchu über Arequipa vom Hotel Tikary aus

Danach hatten wir frei bis zum Abendessen und wir machten uns auf die Suche nach einem Café. Das Café, in dem es laut unserem Guide den besten Kaffee von ganz Arequipa geben sollte, fanden wir leider nicht, deswegen gingen wir in eines der Touri-Restaurants an der Plaza de Armas mit Balkon-Terrasse, wo wir zwar nur mittelmäßigen Kaffee bekamen, dafür aber einen tollen Ausblick hatten.

Plaza de Armas bei Nacht
Plaza de Armas bei Nacht
Beleuchtete Kathedrale
Beleuchtete Kathedrale

Zum Abendessen wollte nach dem opulenten Mittagessen keiner viel haben, deswegen führte uns Richie in eine Pizzeria. Eine kleine Pizza geht ja immer ;)

Bilder:
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