Nochmal Kultur in Arequipa

25.09.2017

Übernachtung: Hotel Tikari, Arequipa, 2340m

Wir trafen uns in der Früh zu einem eher späten, sehr gemütlichen Frühstück. Danach stand nochmal Kultur an, nämlich die Besichtigung des Santa Catalina Klosters.

Das Kloster ist sehr schön und besticht besonders durch die intensiven Farben, in denen es bemalt ist. Wir waren früh dran, deswegen waren noch wenige Führungen unterwegs und wir waren manchmal komplett allein in Teilen des weitläufigen Klosters.

Im roten Bereich des Klosters
Im roten Bereich des Klosters
Zimmer einer Novizin
Zimmer einer Novizin

Zusammen mit den aufwändigen und (für mich) geradezu aberwitzig pompösen religiösen Gegenständen (die 'Monstranz' vor allem) war das Kloster eine fast irreale Parallel-Welt.

Die
Die 'Monstranz'

Interessant finde ich, dass in dem Kloster tatsächlich noch Nonnen leben. Damit die in Ruhe leben können, sind Teile des Klosters gesperrt.

Innenhof im blauen Bereich des Klosters
Innenhof im blauen Bereich des Klosters
Wohnzimmer einer Nonnen-Gemeinschaft
Wohnzimmer einer Nonnen-Gemeinschaft

Zum Kloster gehört natürlich auch eine Kirche und die hat eine Art Aussichts-Plattform auf dem Dach, von der aus man schön über die Stadt sehen kann. Natürlich sieht man auch von dort alle 3 Vulkane: Chachani, Misti und Pichu Pichu.

Vor der Kirche des Klosters
Vor der Kirche des Klosters
Chachani und Misti vom Kirchdach aus
Chachani und Misti vom Kirchdach aus

Die Klosterbesichtigung war Teil des Programms der Agentur gewesen, der nächste Punkt nicht. Ich wollte gern 'Juanita', die Eismumie vom Gipfel des Ampato besichtigen und mein Vorschlag hatte bei den Anderen Anklang gefunden. Wir marschierten also ein kleines Stück durch die Innenstadt und gingen zum Juanita-Museum. Wir mussten kurz warten, dann begann eine englische Führung.

Zuerst wurde ein Film (eigentlich französisch aber mit englischen Untertiteln) gezeigt, wie Johan Reinhard 1995 die Mumie 1995 zufällig gefunden hatte. Der Film wurde durchaus zeitgemäß von einem Computer aus auf einem Beamer gestartet, aber der Beamer war so katastrophal eingestellt, dass der Film total unscharf war. Das ruinierte den ganzen schönen Film (gut, dass wir das meiste im History Channel schon mal gesehen hatten) und machte das Lesen der Untertitel zu einer echten Aufgabe.

Danach wurden die Franzosen von einem Führer und wir von einer Führerin in Empfang genommen und durch das kleine Museum geführt. Und das war total enttäuschend. Die wenigen Exponate lagen in kleinen schummrig beleuchteten Räumen in lieblos zusammen gezimmerten Plexiglas-Kästen. Die Kästen hatten zwar alle jeweils eine Extra-Beleuchtung, aber die verdiente den Namen nicht mal annähernd. Man konnte die Exponate kaum sehen. Die Führerin erzählt zwar beredet alles Mögliche dazu, aber da wir nichts sehen konnten und die Räume voller Gruppen waren, die alle etwas zu den Exponaten erklärt bekamen, ging das meiste einfach verloren.

'Juanita' selbst war in einer Eiskammer mit winzigen Fensterchen, noch düsterer beleuchtet als der Rest der Exponate. Hier verstehe ich immerhin, dass das Licht zum Schutz der Mumie so gedimmt war, beim Rest wirkte das einfach nur wie Lieblosigkeit, Schlampigkeit und Desinteresse. Alles in Allem war der Besuch sehr enttäuschend, den hätte man sich schenken können.

Zum Mittagessen wollte Richie uns in ein Ceviche-Restaurant führen, denn Ceviche ist eines der Peruanischen Nationalgerichte. Wir stiegen also in zwei Taxis, die uns für lächerlich wenig Geld mit einem atemberaubenden Fahrstil (Mein internes Mantra war: "Nicht hinschauen! Nicht hinschauen! Nicht hinschauen!") in einen etwas entfernter gelegenen Teil der Stadt fuhren.

Dort stiegen wir vor einem schön bunt angemalten Haus mit einem großen offenen Innenhof aus und bekamen dort einen großen Tisch im ersten Stock zugewiesen. Das Restaurant war relativ voll und wir waren die einzigen offensichtlichen Touristen, das versprach wieder gutes und interessantes Essen :-)

Das Restaurant
Das Restaurant 'Norte Marino'
Ceviche
Ceviche

Ceviche ist ja roher Fisch, der in Limettensaft eingelegt ist. Das Gericht gab es in allerlei Variationen, darunter auch eine 'Mixed'-Variante. Ralle und ich entschieden uns unabhängig voneinander dafür. Als das Essen kam, sah es einigermaßen sonderbar aus.

Rohen Fisch in Form von Sushi mag ich ja echt gern, aber an das Ceviche tastete ich mich doch vorsichtig ran. Aber das Gericht schmeckte total gut, überhaupt nicht nach rohem Fisch. Allerdings ist es wirklich sauer, dem Gericht täte Brot zum Neutralisieren gut, der Mais und die Süßkartoffeln reichen dazu nicht aus.

Beim Ceviche-Essen
Beim Ceviche-Essen

Nachdem wir zurück zur Plaza de Armas gefahren waren, hatten wir 'frei'. Die Steirer Buam hatten dann letztens doch noch das Café gefunden, das unser erster Arequipa-Guide so gepriesen hatte und wollten dorthin gehen. Wir schlossen uns an.

Das Café war so winzig und so versteckt hinter dem Eingang zu einer Wechselstube versteckt, dass es kein Wunder war, dass wir es nicht gefunden hatten. Man muss sich im Erdgeschoß an der auffälligen Wechselstubenbox vorbei schlängeln und dann über eine extrem schmale, steile eiserne Wendeltreppe in den ersten Stock klettern. Große Menschen tun gut dran, dabei den Kopf gut einzuziehen, um überhaupt hinauf zu kommen.

Das Räumchen oben mutete wie ein Gewölbe an (obwohl es im ersten Stock war) und es roch wunderbar nach frisch gemahlenem Kaffee. Die Kaffeekarte war beeindruckend: 4 A4 Seiten mit verschiedensten Kaffee-Kreationen, jeweils mit Bildchen versehen. Ich nahm einen einfachen Milchkaffe, Ralle eine interessant aussehende Mokka-Kreation, die allerdings so stark war, dass er danach kurz das Gefühl hatte, seien Herzschlag zu spüren. Das Café war super, wir waren froh, es gefunden zu haben.

Im Cafe
Im Cafe
Bild von Simon

Richie hatte Renzzo zum Führer für das Abendessen ernannt (er war nochmal seine Eltern besuchen) und der führte uns nach Nachfrage, was wir denn essen wollten ('Etwas Lokales!') in ein kleines chinesisches Restaurant an einer belebten Straße. Das Restaurant hatte den Charme einer Bahnhofswartehalle, keine Speisekarte sondern nur Bilder an der Wand, alles war spottbillig und die Küche befand sich hinter einer Trennwand. Alles sprach für Fastfood minderer Qualität.

Ralle und ich hatten Sorge, ob uns solches Essen gut tun würde (unsere Mägen waren ja eh schon ständig gestresst) und verabschiedeten uns, um in eines der Touri-Restaurants an der Plaza de Armas zu gehen. Dort bekamen wir für gutes Geld gutes kühles Bier und mittelmäßige Pizza bei sehr schönem Ambiente auf einem der Balkone. Wir fanden das OK, auch wenn uns Simon und die Steirer Buam am nächsten Tag erzählten, das Essen sei ausgezeichnet gewesen. Wir gingen bald zurück ins Hotel, denn die Nacht würde kurz werden.

Beim Abendessen an der Plaza
Beim Abendessen an der Plaza

Die Packanweisung für den nächsten Berg lautet: "Alles!" und als zusätzlichen Hinweis: "Es wird kalt dort!" Wir packten also alles Warme und die komplette Kletterausrüstung in die Plastiktaschen und gingen umgehend ins Bett. Aufstehen um 2:30h, um 3:00h sollte der Bus losfahren.

Bilder:
Im roten Bereich des Klosters   Zimmer einer Novizin   Innenhof im blauen Bereich des Klosters   Wohnzimmer einer Nonnen-Gemeinschaft   Vor der Kirche des Klosters   Chachani und Misti vom Kirchdach aus   Die   Das Restaurant   Ceviche   Beim Ceviche-Essen   Im Cafe   Beim Abendessen an der Plaza  

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