Fahrt zum Coropuna Basecamp und Aufstieg ins HighCamp

26.09.2017

Übernachtung: Coropuna Highcamp, 5550m

Ralle und ich waren die letzten, die unten beim Bus ankamen. Das lag unter anderem daran, dass der Ralle eine sehr schlechte Nacht hinter sich hatte und im letzten Augenblick nochmal zur Toilette musste. Wir nahmen vorsichtshalber das wenige vorhandene Toilettenpapier aus dem Hotel mit.

Im Bus fuhren nicht nur Renzzo und Gary mit sondern auch 2 der Träger. Den ersten Teil der Fahrt verschliefen wir. Ich wachte auf als es gerade hell wurde und wir uns eben in ein fruchtbares Tal inmitten sandiger Hügel hinabschraubten. Das GPS verriet, dass wir uns unten auf unter 1000m befanden.

Nach einer kurzen Stecke im Talboden ging es links aus dem Tal hinaus wieder nach oben. Dort standen inmitten von Alm-ähnlichen Wiesen haufenweise riesige Kakteen und reckten die 'Arme' gen Himmel. Das sah total unwirklich aus.

Kakteenwald
Kakteenwald

Wir fuhren ein fruchtbares Tal hinauf, bis wir zu einem größeren Dorf, Chucubamba, kamen. Dort organisierte Richie Frühstück in einem kleinen Restaurant. Es kamen auch Einheimische zum Frühstücken, die aßen aber Reis mit Gemüse, was bei uns ja eher ein Mittagessen wäre. Für uns gab es (löslichen) Kaffee, eine Art Semmeln, Eier und Käse. Danach konnten wir uns im Park noch ein wenig die Beine vertreten, dann ging es weiter.

Frühstück in Chucubamba
Frühstück in Chucubamba
Laden in Chucubamba
Laden in Chucubamba

Direkt nach Chucubamba wurde die Teerstraße zur Piste und das Tempo verlangsamte sich deutlich. Wir näherten uns dem Talschluss und die Piste zog in vielen Kehren die immer steiler werdende Talwand zum Altiplano hinauf. Kaum waren wir oben, hielten wir an und durften den ersten Blick auf den Coropuna werfen. Am Horizont stand ein breiter Bergstock mit steilen Flanken und einem riesigen Gipfelplateau. Richie erklärte, wo wir hochgehen würden (auf der linken Seite) und dass man den eigentlichen Gipfel nicht sehen könne, weil das Gipfelplateau so riesig sei. Ohweh.

Der erste Blick auf den Coropuna
Der erste Blick auf den Coropuna
Wir nähern uns der Abzweigung
Wir nähern uns der Abzweigung

Wir fuhren weiter. Auf dem GPS verfolgte ich, wie wir uns der Abzweigung näherten, die ich für vernünftig gehalten hatte. Und siehe da - genau dort wartete Arturo mit dem Jeep auf uns. Wir luden unser Zeug aus dem Bus in den Jeep und wurden dann wieder in 2 Ladungen nach oben gefahren, wo schon Julio, das Küchenteam und weitere Träger auf uns warteten. Die Fahrt war abenteuerlich, denn die Piste verdiente den Namen kaum und Arturo musste in den engen Kehren immer wieder mal zurücksetzen, um um die Kurve zu kommen.

Umsteigen vom Bus in den Jeep
Umsteigen vom Bus in den Jeep

Ralle und ich waren mit Richie und Rolf im ersten Jeep, daher mussten wir auf die anderen warten. Das Wetter war super - strahlend blauer Himmel und kein einziges Wölkchen, aber es hatte Wind. Und auf über 5000 Metern ist Wind immer kalt, egal wie sehr die Sonne runter brennt. Und sie brannte, die Sonne. Es war heiß im Windschatten und kalt im Wind.

Wir warten auf die zweite Truppe
Wir warten auf die zweite Truppe

Als alle oben waren, gab es erst mal Essen (Suppe, ein Hühnerbein mit Gemüse, Birnen), dann brachen wir zum Hochlager auf. Gary mit dem steten Schritt ging wie üblich voran. Hinter uns wurde in Windeseile das Mini-Lager abgebaut und auf halben Weg überholten uns die Träger und das Küchenteam im Laufschritt. Ich bin ja überzeugt, dass die echt Spaß haben, die Touris so zu deklassieren ;)

Das Team überholt uns
Das Team überholt uns

Das Hochlager war geradezu unglaublich idyllisch. Es lag in einer sandigen Senke, in die kaum Wind kam und es war deswegen wunderbar warm. In den Zelten (die bereits nahezu vollständig aufgebaut waren, als wir kamen) war es sogar richtig heiß, man hielt es kaum aus da drinnen. Ralle legte sich trotzdem ins Zelt. Er fühlte sich matschig, weil einerseits die Erkältung noch nicht ganz überstanden war (er hustete noch sehr) und weil er andererseits Probleme mit dem Magen hatte.

Kurz vorm Hochlager
Kurz vorm Hochlager
Das idyllische Hochlager
Das idyllische Hochlager

Ich ging zu Simon Richie und den Steirer Buam, die sich in der windstillsten Ecke der Senke niedergelassen hatten. Mit Bier natürlich. Ich bekam auch eines. Im Lauf der Unterhaltung meinte Simon, er könne als Arzt nicht gut heißen, dass der Ralle morgen mit auf den Coropuna steigen würde. Als Bergsteiger verstünde er das aber natürlich schon. Ich meinte, das solle er mit dem Ralle direkt bereden, ich fand aber, dass er sich gar nicht so besonders krank anhörte. Das war alles schon viel schlimmer gewesen und Husten bekommt man ja auch einfach so in der Höhe.

Hochlagerleben
Hochlagerleben

Vor dem Abendessen wurde das Thema nochmal beredet und Ralles Lunge wurde nochmal abgehört ('Die Lunge ist frei.'). Die Ärzte rieten trotzdem ab und Ralle meinte, er würde das in der Früh entscheiden. Wir gingen früh ins Bett. Aufstehen war für Mitternacht, Frühstück für 0:30h und Losgehen für 1:00h angesetzt.

Bilder:
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