Ein letztes Mal Arequipa

28.09.2017

Übernachtung: Nachtbus nach Cusco,

Wir schliefen aus (mehr oder weniger jedenfalls) und fingen nach einem sehr gemütlichen Frühstück an, das ganze vulkan-staubige Expeditionszeug so weit wie möglich zu säubern und dann unser Gepäck Flugzeug-tauglich umzupacken. Das dauerte eine Weile und das ganze Zimmer versank im Chaos, weil wir dazu zunächst alles rausräumen mussten um es dann möglichst sinnvoll wieder einräumen zu können. So unwahrscheinlich es am Anfang schien, am Ende war so gut wie alles wieder in den Taschen drin.

Gegen Mittag trafen wir uns mit Richie, Renzzo und der Gruppe in der Lobby, um nochmal im Ceviche-Restaurant fein Fischzeugs zu essen. Da Ralle und ich am Abend ja nicht mehr dabei sein würden, war das sozusagen das vorgezogene Abschiedsessen. Richie hatte auch Gary alarmiert und auch der tauchte noch mit etwas Verspätung auf.

Plaza des Armas im Sonnenschein
Plaza des Armas im Sonnenschein

Es war ein sehr schönes Abschiedsessen. Wir bekamen wieder den großen Tisch im oberen Stockwerk des hellen offenen Restaurants. Diesmal nahm ich kein Ceviche, sondern einen Riesenteller fritierte Meeresfrüchte mit Pommes. Den hatte ich beim letzten Besuch gesehen und sofort haben wollen. Ralle war abenteuerlustiger und bestellte Flusskrebse in Sosse mit Reis. Beides war super, wir waren sehr zufrieden :-)

Fritierte Meeresfrüchte mit Pommes
Fritierte Meeresfrüchte mit Pommes

'Camarones' mit Reis

Danach war die Peru-Reise für uns offiziell zuende. Richie würde noch den Transport zum Busterminal organisieren und in Cusco hatte er nochmal Lizzie alarmiert, die uns morgen zum Flughafen bringen würde. Sonst war jetzt Schluß. (Für die anderen wurde der Transport zu den jeweiligen Flügen natürlich auch organisiert.) Wir fuhren mit Taxis zurück zur Plaza de Armas.

Ralle und ich gingen erst mal zurück ins Hotel, um restlos fertig zu packen und machten dann noch einen Spaziergang zum Kaffee-Trinken in dem netten winzigen Café. Ein letztes Mal Kaffee in Peru.

Ein letzter Kaffee in Arequipa
Ein letzter Kaffee in Arequipa

Schon beim Hinweg fiel uns auf, dass auf der Plaza de Armas sehr viel los war. Auf dem Rückweg erkannten wir, dass da wohl eine Veranstaltung mit vielen Gruppen Jugendlicher stattfinden würde. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann fand da ein großes Fest aller Schulen Arequipas statt und jede Schule stellte eine Gruppe Schüler, die irgendwas vorführen würden.

Schülergruppe mit Schellenstiefeln
Schülergruppe mit Schellenstiefeln
Schülergruppe in Indianer-Kostümen
Schülergruppe in Indianer-Kostümen

Wir standen am Rand des Parks und schauten zu, wie die Jugendlichen noch an den Kostümen herumbastelten (insbesondere die Schellen an den Schellen-Stiefeln schienen problematisch) und durcheinander wuselten. Ein Mädchen kam auf Ralle zu und stellte eine Frage auf Englisch. Nach anfänglichen Missverständnissen stellte sich dann raus, dass das Mädchen gern ihr Schul-Englisch an uns ausprobieren wollte und wir unterhielten uns ein wenig ("Where are you from? Do you like Peru? What is your favourite food?").

Die Gruppe um uns herum wuchs sehr schnell und es wurden viele Fragen gestellt. Ich fand das sehr nett und vor allem sehr mutig von dem Mädchen, einfach so zwei Fremde in fremder Sprache anzusprechen.
(Und am Ende, ich war danach etwas sprachlos: "You have very beautiful eyes." - Blaue Augen sind in Südamerika ungewöhnlich.)

Schülerinnengruppe mit Spitzen-Blusen und bunten Röcken
Schülerinnengruppe mit Spitzen-Blusen und bunten Röcken
Die Schülergruppe, die sich mit uns unterhielt
Die Schülergruppe, die sich mit uns unterhielt

Zurück im Hotel war nicht mehr viel Zeit, bis wir mit unserem gesamten (inzwischen wieder sauber verpackten) Gepäck in die Lobby runter mussten. Nach kurzem Abschied von Allen, übergab uns Richie an eine seiner Mitarbeiterinnen (Name leider vergessen) und sie fuhr mit uns im Taxi zum Busterminal, damit wir mit dem VIP-Nachtbus nach Cusco fahren konnten.

Busfahren, das klingt so einfach. Das Terminal war ein verwirrendes Gewusel unendlich vieler Menschen, ohne dass da wie auf einem Flughafen sowas wie Ordnung erkennbar war. Wir waren extrem froh, dass uns Richies Mitarbeiterin von Schalter zu Schalter lotste und organiserte, wo wir welches Gepäck abgeben mussten. (Wir hatten am Ende viele, viele Zettel und hofften, dass wir unser Zeug alles wieder bekommen würden.)

Schließlich und endlich waren alle Formalitäten erledigt und wir durften in den VIP-Warteraum gehen. Dort warteten fast nur Touristen, die Einheimischen fahren mit den günstigeren Bussen.

Im Bus durften wir unten in den Luxus-Bereich mit Liegesitzen einsteigen. Der Bus hatte zwar Fenster, aber alles war mit dicken schwarzen Vorhängen zugehängt, man kam sich ein wenig eingesperrt vor. Punkt 20:00h fuhr der Bus los. Ob er fuhr oder nicht war nur an der Geschwindigkeitsanzeige und gelegentlich an Kurven oder 'Bumps' auf der Straße zu merken.

Wir bekamen ein Abendessen und etwas zu trinken und versuchten dann zu schlafen. Die erste Hälfte der Nacht klappte das ganz gut, danach wachte ich fast jede Stunde auf und Ralle ging es auch nicht besser. Die Liegesitze konnte man zwar nahezu waagerecht stellen, aber man konnte sich da drin kaum bewegen und man schwitzte auch ziemlich. Ein Bett ist halt schon angenehmer. Im Vergleich mit einem 'normalen' Bussitz war es natürlich trotzdem sehr luxuriös und bequem!

Bilder:
Plaza des Armas im Sonnenschein   Fritierte Meeresfrüchte mit Pommes     Ein letzter Kaffee in Arequipa   Schülergruppe mit Schellenstiefeln   Schülergruppe in Indianer-Kostümen   Schülerinnengruppe mit Spitzen-Blusen und bunten Röcken   Die Schülergruppe, die sich mit uns unterhielt  

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