Dein Browser kann leider nicht vernünftig mit CSS umgehen. Den Inhalt siehst du, das Design dagegen ist futsch.

Langer Tag

Dienstag, September 25, 2018

Nach dem geruhsamen Wochenende war ich in der Früh ziemlich müde. Ich bin dem Phänomen noch nicht so Recht auf die Spur gekommen: bin ich nach ‘Nixtun’ in der Früh müder, weil ich weniger tief und erholsam schlafe oder bin ich nach ‘Tun’ wacher, weil da noch Rest-Adrenalin oder was auch immer im System ist? Wie auch immer, der Kaffee in München war sehr willkommen.

Vor dem Kaffee musste ich aber erst noch die Klospülung reparieren, der das kalkige Müncher Wasser so zugesetzt hatte, dass jetzt konstant ein wenig Wasser nachläuft. Das soll ja nicht sein, ich fing also eine Runde Klospülung-Entkalkung an. Schaumermal, wie lang es dauert, bis das wieder so ist wie es soll.

In der Folge war ich relativ spät im Büro (weil Frühstück muss sein) und hatte leider nicht genügend Zeit, die Demo-Umgebung zu reparieren, die am Freitag noch prima funktioniert hatte. Ist ja klar, wenn man was vorführen soll, klappt nie alles. Die Demo lief dann etwas stockend, aber prinzipiell - fand ich - ganz gut. Es kamen allerdings keine Fragen in der Q&A Session, das war etwas irritierend. Man klärte mich auf: in diesen Websessions fragt so gut wie nie jemand was. Ich glaube das jetzt halt mal.

Ich blieb sehr lang im Büro (das Überstundenkonto freut sich, das ist derzeit arg leer) und sah für meine Verhältnisse brutal spät (20:10h) The house with a clock in its walls. Mit Jack Black und Cate Blanchett, eine wunderbare Kombination. Das ist ein Jugendfilm und ich wünschte man hätte sich zwischendurch ein wenig mehr Mühe gegeben, dann hätte ich da nicht so oft den Kopf schütteln müssen. Insgesamt ist das aber ein echt toller Film mit einer prima Idee dahinter. Ich muss mich mal nach dem Buch dazu umschauen. Ich habe mich prächtig amüsiert :-)

Ich kam um 22:30h heim und ging direkt schlafen. Der Tag war echt lang und anscheinend hatte mein System keine Energie mehr übrig, denn mir wurde nicht warm im Bett, dabei kam da gar nicht so übermäßig kalte Luft durchs Fenster. Ich stellte auf Winter um und nahm die zweite Decke und dann wurde es endlich gemütlich genug zum Schlafen :-)

Von engel am 25.09.2018 06:30 • diary(0) Kommentare

Rabenlieferservice

Montag, September 24, 2018

Das Wochenende war geruhsam und arbeitsam gleichzeitig.

Am Samstag gingen wir nochmal in das zufällig neu entdeckte Pilzgebiet vom Urlaubsende (Bericht kommt noch,aber natürlich nicht, wo das ist) und holten nochmal eine fette Ladung Pilze. Diesmal ließen wir alle Täublinge gleich stehen (die sind so zerbrechlich und wir erwarteten fette Beute) und konzentrierten uns auf die richtig guten Pilze: viele, viele Perlpilze und Maronen, die es das letzte Mal nicht gegeben hatte und nicht ganz so viele Steinpilze und nochmal ein paar Schusterpilze. Ich war gut 2 Stunden mit Reinigen und Verarbeiten beschäftigt.

Direkt neben den Perlpilzen fanden wir auch einige Pantherpilze. Es ist gut, immer wieder mal den Feind zu sehen und auch den identifizieren zu können. Wir fanden auch Schönfußröhrlinge, um einen weiteren Feind zu benennen, aber die verwechselt man nicht so leicht mit Steinpilzen oder Schusterpilzen, wie Perlis mit Panthern.

Am Sonntag war das Wetter entgegen der Vorhersage in der Früh regnerisch, da trieb es uns kein bisserl raus und wir wurschtelten ein wenig erst im Haus und als es schön wurde im Garten rum. Am Nachmittag entdeckte der beste Allgäuer von Allen, dass der hintere Garten voller Walnüsse war.

Uns war gleich klar, wie das zustande gekommen war. Nachbars Walnussbaum trägt gerade haufenweise Nüsse und die Krähenkolonie aus dem Wald hinter der Wiese hinter unserem Haus holt seit Tagen Nüsse vom Baum ... und lässt dabei wohl einen guten Teil über unserem Garten fallen. Wir sammelten alle Nüsse ein und ich röstete sie kurz. Cool, ein Rabenlieferservice ;-)
Und nein, ich hab die nicht zum Nachbarn rüber getragen. Die Nüsse in unserem Garten sind unsere :-)

Am Abend gab es superscharfes Thai-Essen mit ‘gerabten’ Nüssen :-) Darüber freuten wir uns beide den ganzen Abend.


Pantherpilz / Perlpilz


Der schönste alle Pilze: Fliegenpilz

Von engel am 24.09.2018 06:11 • diary(0) Kommentare

Dienstag: 11.09.2018: Jungfrau

Sonntag, September 23, 2018

Ich schlief nicht gut, weil ich einen schrecklich trockenen Hals hatte und weil die Matratze auf den Holzbrettern so hart war, dass mir die Hüfte weh tat, wenn ich auf der Seite lag. Ich lag also dauernd auf dem Rücken ... und schnarchte fürchterlich, wie mir der beste Allgäuer von Allen in der Früh mitteilte. Tja, was soll man da machen? Ich hatte jedenfalls einen trockenen Hals, hustete dicken Schleim und hatte Halsweh.

Frühstück gab es erst ab 5:30h, was für Westalpentouren relativ spät ist. Wir hatten am Vorabend lang diskutiert und uns dann für die Jungfrau entschieden, obwohl das die längste Tour in der Gegend ist und wir noch überhaupt nicht akklimatisiert waren. Aber wir dachten, die würden wir hinkriegen, bei den anderen Möglichkeiten waren wir uns nicht so sicher.

Nach dem Frühstück (eine Schale Kaffee, ein Brot - es hätte allerdings auch mehr gegeben) waren wir wie üblich die letzten, die von der Hütte Richtung Jungfrau marschierten. Es war hell genug, dass wir keine Stirnlampe benötigten und wir konnten schon sehen, dass der Tag grandios werden würde. Kurz vor der Station Jungfraujoch verließen wir die Pistenraupenspur und stiegen zum tiefsten Punkt des Jungfraufirns hinab.

Zum felsigen Ausläufer des Rottalhorns führte eine deutliche Spur. Der Weg auf und durch die Felsen war anfangs auch recht deutlich. Erst den steilen Dreck-Eis-Kegel hinauf, dann durch Schutt und eine Rinne zum Regenmesser. Danach kam ein wenig Gehgelände und eine weitere Rinne (zu der steht im Westalpenbuch III, das ist also die schwerste Stelle). Und da wurde das Gelände dann unübersichtlich.

Wir brauchten eine Weile, um rauszufinden, wo der Weg weiter ging, denn vor uns hatten schon viele Leute gesucht und es gab Steigeisen-Kratzspuren und Fußspuren in alle Richtungen. Nachdem wir die Beschreibung nochmal gelesen hatten, nahmen wir den Weg nach links und lagen richtig :-)

Wir querten in gleichbleibender Höhe bis fast zum Gletscher und stiegen dort auf glattgeschliffenen Felsen bis auf den Rücken des Ausläufers auf. Es gab gelegentlich Steinmänner und wir schauten immer wieder zurück, um uns hoffentlich den Rückweg gut einzuprägen. Oben musste ich meine Füße verpflastern, weil die harten Stiefel links innen und rechts an der Ferse zu drücken anfingen. Es war eh Zeit für eine Pause und etwas zu trinken.

Der Weg über den Rücken bis zum Firn unter dem Rottalsattel hatte von unten eher kurz und fast schon bequem ausgesehen. Das täuscht. Der Rücken ist ziemlich steil und der Weg ist lang. Dass man das Ziel - den Sattel - immer vor Augen hat, hilft dabei natürlich überhaupt nicht. Immer wenn man hinschaut, ist man kein Stück näher gekommen, obwohl der Blick nach unten bestätigte, dass wir uns tatsächlich bewegten.

Ein Bergführer mit Gast hatte vor dem Rottalsattel umgedreht und kam uns entgegen. Ein anderer Bergführer mit Gast kam gerade den steilen Eisbruch vom Rottalsattel runter. Vor dem hatte ich mich bei der Planung der Tour etwas gefürchtet, weil der - abhängig davon, wo man über die Randkluft kommt - schon ordentlich steil sein kann und wir hatten nur Pickel dabei, keine Eisgeräte. Wir schauten den beiden interessiert zu.

Der Weg führte deutlich rechts der steilsten Stelle über ein kurzes sehr steiles Stück direkt über der Randkluft und dann fast moderat steil hinauf zum Sattel. Das sah machbar aus, auch wenn der Bergführer jammerte, er hätte die falschen Steigeisen mit den kurzen Zacken dabei. Also so kurz sahen die nicht aus. Meine sind viel kürzer, da schauen vielleicht 2cm der Frontzacken unter dem Schuh raus.

Wir machten nochmal Pause und stiegen dann ein. Der beste Allgäuer von Allen ging vorne weg und stetzte an der unangenehmsten Stelle, da wo man an einem abdrängenden senkrechten Eiswall vorbei musste, eine Eischraube. So konnten wir schon mal nicht gemeinsam in die Randkluft fallen, das war nett. Dann stiegen wir problemlos zum Rottalsattel auf. Es hatte sehr hohe Stufen und eine Spalte in der Mitte.

Vom Sattel zur Jungfrau muss man ein Stück im Firn zum Felsgrat queren und kann dann ein ganzes Stück des Aufstiegs auf schönem festen Fels zurück legen. Wir legten die Steigeisen dafür nicht ab, ich steckte mir aber den Pickel hinter den Rucksack, um die Hände frei zu haben. Der beste Allgäuer von Allen verwendete den Pickel dry-tooling-mäßig zum Klettern. Beides funktionierte gut.

Nach dem Felsgrat kam wieder Firn und Eis über den Jungfraurücken hinauf. Das war zwar ordentlich steil, aber es hatte eine gute Spur. Dieses letzte Stück war dann sehr anstrengend. Nachdem wir dann über die Gipfelfelsen gegangen waren, waren wir tatsächlich oben. Ohne vernünftige Akklimatisation, trotz Wegsuche und obwohl ich mich vor dem Rottalsattel echt gegrault hatte. Ta-Daaa!

Wir waren natürlich nicht allein. Nach uns waren noch 3 2er-Gruppen gekommen, von denen uns 2 im letzten Steilstück überholt hatten. Wir liessen uns Zeit da oben und schauten uns gründlich um und genossen die Aussicht.

Im Abstieg waren wir die letzten, was mir ganz Recht war, denn ich mag mich sowo nicht hetzen lassen (und Schnellere hinter einem hetzen immer, egal was sie sagen und wie geduldig sie sind). Der Abstieg über den steiler werdenden Firn- und Eisrücken war etwas gruselig (erst Eis, dann 3 Felsen, dann Nichts), aber es hatte gute Stufen.

Abklettern mit den Steigeisen war dann echt lästig und wir wechselten im unteren Teil in den Schnee. Diese Idee war allerdings nur so mittelgut. Das war tatsächlich vor allem Schnee und er war weich und trug nicht gut und unten war natürlich wieder ein Abbruch. Wir kamen aber ohne Zwischenfälle runter und standen bald im Rottalsattel.

Die hohen Stufen konnte ich freundlicherweise mit dem guten Knie oben absteigen, dafür war aber das Loch an der Spalte größer geworden und ich musste einen unangenehmen Schritt mit dem kaputten Knie hinlegen. Ging aber.

Ich war vorn und setzte über der Randkluft 2 Eisschrauben. Die Steilstelle war inzwischen ziemlich unangenehm, weil das Bröseleis auf der Oberfläche nicht mehr gut hielt (ich jammerte innerlich auch über die kurzen Zacken).

Der beste Allgäuer von Allen sammelte die Eischrauben ein und benötigte die Zweite dann auch, denn er rutschte im Bröseleis aus und hing dann an der Schraube knapp über der Randkluft. Über der Schneebrücke zwar, aber die Schraube da war schon gut. Sein Pickel rutschte dabei in die Spalte und blieb im oberen Teil liegen. Er musste also auch noch ein Stück in die Spalte absteigen, um den Pickel zu bergen. Das war aber kein Problem, er war ja an der Schraube gesichert und weit war es auch nicht. Schlecht wäre gewesen, wenn der Pickel verschwunden wäre.

Wir machten nochmal kurz Pause, um etwas zu trinken (inzwischen hatten wir schrecklichen Durst, aber wir hatten nur einen Liter Marschtee dabei, das reicht nicht sehr weit), dann stiegen wir ab. Es hatte eine sehr steile Spur den Gletscherbruch hinab und wir hatten uns diese Spur schon die ganze Zeit angesehen und diskutiert. Da ginge der Abstieg sehr schnell und wir würden uns ein paar Höhenmeter sparen, wenn wir dann durch die Station gehen würden. Aber es war halt steil und irgendwo runter gehen, wo man nicht raufgegegangen ist, kann auch Überraschungen bedeuten.

Wir nahmen den Abstieg, er sah einfach zu verlockend aus. Im Endeffekt war der Gletscherbruch weniger steil als der steilste Teil zur Jungfrau hoch und er hatte viel bessere Tritte. Genau genommen war das festgetretener Pulverschnee, was man gut merkte, wenn man mal daneben trat. Dann sackte man ganz schön durch. Und der Pickel war auch nicht anwendbar, der versank meistens einfach.

In der Mitte war eine beeindruckende Spalte zu queren und weiter unten war es zwei Mal total glatt. da mussten wir rückwärts abklettern und dass meine Steigeisen so kurze Zacken haben, machte sich da unangenehm bemerkbar. Das war aber alles problemlos zu meistern, nur mein Knie meldete sich auf halbem Weg und beschwerte sich bitterlich über die fehlende Unterstützung durch Pickel oder Stöcke.

Als wir aus dem Gletscherbruch raus waren und wieder auf dem ganz normalen Jungfraufirn standen, wechselten wir auf Stöcke. Mein Knie freute sich wirklich sehr.

Kurz nach dem Losgehen bekamen wir dann einen Mordsschreck, denn aus der Wand von der Jungfrau zum Jungfraujoch brach ein riesiges Stück vom Hängegletscher ab und donnerte mit Getöse nach unten. Es gab eine riesige Staubwolke und wir waren uns ganz und gar nicht sicher, ob wir jetzt in eine Staublawine geraten würden, dabei standen wir mindestens 200 Meter vom letzten Eisbrocken weg auf dem wirklich flachen Firn. Wegrennen kann man da ja auch nicht wirklich, also standen wir nur staunend da und sahen zu. Die Staubwolke legte sich schnell und kein Bröckchen Eis fiel weiter als die alten Brocken, das war schön. Wir waren allerdings anfangs so überwältigt, dass wir das Fotografieren vergaßen.

Der Weg zurück war dann eine Tortur. Einerseits, weil wir fürchterlich Durst aber nichts mehr zu trinken hatten und andererseits, weil das halt ein elendslanger Hatsch ist. Erst mal mussten wir zurück zur Station Jungfraujoch. Da ging es in relativ weichem Schnee rauf und runter und am Ende nochmal steil hoch zur Aussichtsplattform, wo natürlich haufenweise Leute rumstanden und zusahen, wie wir erst da hinauf keuchten und uns dann vom Seil und Gletscherzeug befreiten. Und dann schauten sie uns zu, wie wir mit den dicken Rucksäcken durch die Station liefen.

Wir gingen als erstes ins Restaurant, kauften was zu trinken und setzten uns. Boah! Was für eine Wohltat!

Der Weg zurück zur Mönchsjochhütte über die völlig aufgeweichte Pistenraupenspur war dann noch schlimmer. Da ging es nur bergauf und es ist noch dazu echt langweilig. Selbst der beste Allgäuer von Allen, meinte, dass wir jetzt dann aber endlich mal da sein könnten. Und irgendwann war es dann so weit: wir waren da! Nach 11:25h! (Im Westalpenbuch stehen 8 1/2 Stunden vom Jungfraujoch aus, so gesehen waren wir gar nicht sooooo langsam.) Uff!

Wir wuschen uns wieder mit den Tüchern und dann war es auch schon Zeit für’s Abendessen. Diesmal war die Hütte deutlich weniger voll. Wir saßen mit 2 Schweizern an einem Tisch, aber abgesehen von den üblichen Dingen beim Essen, unterhielten die sich und wir uns. Wir versuchten wieder, so viel wie möglich zu trinken, aber das ging natürlich nur bedingt.

Wir überlegten, wo wir am nächsten Tag hingehen wollten. Zur Auswahl standen Großes Fiescherhorn und Eiger. Nachdem das Ewigschneefäld so ewig ist und sich die Jungs gestern positiv über den Eiger Südgrat geäußert hatten, fiel die Wahl auf den Eiger, auch wenn da im Westalpenbuch steht, dass der Grat echt lang ist und wegen der vielen Auf- und Abschwünge viel Zeit braucht.


Im ersten Licht vor der Hütte


Jungfrau und Rottalhorn im Morgenlicht


Rückblick auf die Station und den Mönch


Vor dem Einstieg zum Felsgrat


In der Schlüsselstelle der Kletterei


Auf dem Weg über die glatt geschliffenen Felsen


Auf dem Rücken zum Rottalsattel


Vor dem Rottalsattel


Im Rottalsattel vor dem Rottalhorn


Drytooling im Jungfraugrat


Tiefblick (der Pickel hinterm Rucksack muss justiert werden)


Die letzten Meter vor dem Gipfelaufbau


Auf dem Weg zum Gipfel


Oben!


Ausruhen und genießen :-)


Tiefblick auf den Aletschgletscher


Im Abstieg


Vor dem Abstieg durch den Gletscherbruch


Querung der großen Spalte in der Mitte


Rückblick den Gletscherbruch hinauf


Abklettern durch eine der glatten Passagen


Nochmal abklettern


Rückblick auf den Abstieg


Auf dem Weg zur Station


Der lange Weg zur Mönchsjochhütte


Die letzten Meter .... sooo anstrengend!

Von engel am 23.09.2018 07:56 • outdoorbergeis(3) Kommentare

Montag, 10.09.2018: Walcherhorn

Donnerstag, September 20, 2018

Wir standen wie am Vortag um 6:00h auf und frühstückten gemütlich. Dann stiegen wir zum Bahnhof ab und kamen genau richtig, um den ersten Zug um 7:17h zu erwischen. Der war schon recht voll, im Wesentlichen mit Bauarbeitern und Bahnmitarbeitern.

An der Kleinen Scheidegg muss man umsteigen, dann fährt der Zug mitten rein in die Nordwand. Das ist natürlich eigentlich langweilig, denn ein Tunnel sieht halt aus wie ein Tunnel, egal wo er sich befindet, aber - Hey! Nordwandtunnel! An der Station Eismeer (quasi auf der anderen Seite der Nordwand), hält der Zug 10 Minuten und man kann aus den großen Panorama-Fenstern auf den wild zerrissenen Gletscher rausschauen. Ich vermute, der Gletscher war mal viel weiter oben vor den Fenstern, jetzt schaut man weit runter, aber das ist trotzdem beeindruckend.

Wir hatten uns schon beim Frühstück und auf der Fahrt gedacht, dass das Wetter wohl nicht so toll sei. Hier kam die Ernüchterung: alles voll dickem fetten Nebel! Tja, da hatte der Wetterbericht dann wohl stark übertrieben mit dem besten aller tollen Wetter bis mindestens Mittwoch :-(

Die Trauer ums Wetter war aber glücklicherweise verfrüht, denn als wir oben am Jungfraujoch an die Panorama-Fenster traten, strahlte der Jungfraufirn in blendendem Weiß unter stahlblauem Himmel mit vereinzelten Schäfchenwolken. Yay!

Wir suchten uns den Weg zum Sphinxtunnel (man muss durch das 360-Grad-Panorama durch und an der Abzweigung zum Gletschertunnel mit einer überdimensionalen Schweiz-Schneekugel vorbei) und traten hinaus auf den Gletscher. Da hat man einen großartigen Blick den Jungfraufirn runter bis zum Aletschgletscher und das Rhonetal. Links ist der Mönch und der Trugberg, rechts das Joch und die Jungfrau. Hach!

Zur Mönchsjochhütte gingen wir betont langsam, in der Hoffnung, mit Nicht-Anstrengung die Akklimatisation zu befördern. Der Weg war trotzdem anstrengend, was vermutlich vor allem daran liegt, dass man da sehr langweilig auf einer Pistenraupenspur läuft. Der Vorteil ist, dass man sich nicht mit Seil und sowas rumschlagen muss.

An der Hütte angekommen, wollten wir direkt einchecken, aber so früh machen die das nicht. Wir sollten erst mal unsere Tour machen und dann wieder kommen. Pfff! Ich hatte gehofft, so früh gute Betten zu bekommen. Wir gönnten uns einen Obstkuchen und Kaffee und räumten dann das Hüttenzeug aus den Rucksäcken, um mit der Akklimatisationstour zu beginnen.

Der Weg zum Walcherhorn begann direkt an der Hütte mit einem guten Meter Eiswall vor einer Spalte, über die man runter und rüber musste. Am einfachsten war es natürlich, einfach zu springen, aber mit Springen tu ich mich ja schwer. Half aber nix und weil danach direkt fast frischer Pulverschnee kam, war das dann doch nicht schlimm.

Dann standen wir auf dem endlosen Ewigschneefäld. Links ging es rauf zu den Eigerjöchern, rechts war der Trugberg (an dem wir vorher zwei Leute echt übel steil hatten Eis und Fels klettern sehen) und vor uns ein riesiges, breites Schneefeld. Ewig halt :-) Vorn war das Walcherhorn, danach kamen die Aufschwünge zu den Fiescherhörnern.

Wir marschierten erst mal ein gutes Stück das Ewigschneefäld runter, bis wir meinten, einen guten Aufstieg zum Walchergrat gefunden zu haben. Da stapften wir dann rauf. Auf dem Grat sahen wir das erste Mal den Eiger quasi von hinten. Ganz schön massig und der Südgrat sah arg lang aus. Unten war der Challifirn (über dem die Station Eismeer liegt) und ich meinte auch, den Weg von da zur Mittelleggihütte erkennen zu können.

An sich hatten wir von da aus über den Grat zum Walcherhorn gehen wollen, aber der Grat sah sehr lang aus und es war nicht mehr ganz früh. Wir beschlossen, doch wieder abzusteigen und über den Gletscher aufzusteigen. Wir gingen also das Schneefeld wieder runter und zurück auf Ewigschneefäld.

Als nächstes galt es einen Felsriegel mit einem Eiswall von vielleicht 30 Metern Höhe zu überwinden. Nach einem Fehlstart, weil man bei sowas dann doch lieber einen Pickel nimmt (bisher waren wir mit Stöcken unterwegs), weil sich drunter natürlich eine große Spalte befand. Gerade als wir wieder losgehen wollten, kam 3 Leute vorsichtig runter. Die einzigen 3 Leute, die uns den ganzen Tag über begegneten.

Wir querten den Wall und stiegen drüben den dort zunächst aperen Gletscher hoch (Südwestseite). Bald lag Schnee auf dem Gletscher und schon kamen Spalten. Die erste war noch gut erkennbar und wir konnten sie mit einem großen Schritt queren. Weiter oben wurde das Ganze schnell sehr unübersichtlich. Es war kaum mehr zu erkennen, wo noch Eis war oder wo wir bereits auf einer Spalte mit Schneebrücke standen. Mal traf der Pickel hartes Eis, mal sauste er fast widerstandslos nach unten. Und es war Nachmittag, der Schnee war schon sehr weich.

Wir verzichteten auf den Gipfel (es hätten noch etwa 50 Höhenmeter gefehlt) und verzogen uns wieder nach unten.

Der Abstieg über den Eiswall war inzwischen auch weicher geworden. Das Eis an sich war hart wie eh und je, aber die bröselige Eiskristallschicht auf dem blauen Gletschereis gab unangenehm nach. Wir setzten zwei Eisschrauben und fühlten uns gleich viel besser beim Abstieg. Man sah auch ganz toll in die Randkluft hinein. Bodenlos, da hätten wir echt nicht landen mögen.

Der Rückweg übers Ewigschneefäld war dann ... ewig. Als wir endlich an der Hütten-Randkluft ankamen, waren wir echt froh :-)

Das Einchecken in der Hütte brauchte dann 3 Anläufe, denn es hat da Regeln (allerdings stehen die nirgends) :/ Weil ich ja gute Betten wollte (dafür waren wir aber eigentlich schon recht spät dran), sauste ich mit Stiefeln und Klettergurt direkt hoch, während der Ralle das Seil auflöste (und entwirrte). Aber: ohne Hüttenschuhe und abgelegtem Gletscherzeug kein Bett.

Ich ging also wieder runter, wir legten alles ab und kamen mit Hüttenschuhen und vollen Rucksäcken wieder hoch. Aber: mit dicken Rucksäcken in der Gaststube kein Bett. Die Rucksäcke müssen draußen bleiben.

Dann schließlich bekamen wir Betten. Allerdings nicht am Fenster, wie ich gern gehabt hätte. In einem 10er-Zimmer, aber kleine Zimmer haben die eh nicht. Und selbstverständlich gab es kaum mehr Platz für unsere Rucksäcke und auch kaum mehr freie Haken. Dafür, dass wir wirklich früh auf der Hütte gewesen waren und noch dazu sogar vorab reserviert hatten, war das ein bisserl enttäuschend.

Die Mönchsjochhütte ist überhaupt etwas enttäuschend. Nicht wegen der Lage, die ist natürlich 1A, sondern wegen des Drumherums (das aber, muss man auch anerkennen, sicherlich zumindest teilweise seinen Grund in der riesigen Menge Leute hat, die täglich als Tagesgäste vom Jungfraujoch kommen).

Mit dem wenigen Platz kann man sich schon abfinden, aber dass es keine Waschräume hat, das ist schon sehr schwach. Es hat einen einzigen ‘Waschraum’ mit 2 Hähnen, der aber erst nach dem Abendessen geöffnet wird. Sonst gibt es an der Außentoilette noch ein einziges Minibecken mit Wasserhahn. Nach der Tour waschen ist so schlicht und ergreifend nicht möglich (vor aller Augen halb nackt im Abendwind auf 3600m waschen?). Und ganz ehrlich - das mit dem Waschen, das mache ich schon gern. Es muss nicht exzessiv sein, aber sich halt so ein bisserl vom Schweiß des Tages befreien, das wär schon was.

Ich hatte glücklicherweise, weil der Weg vom Jungfraujoch hat nicht sehr weit ist, ein Päckchen Baby-Reinigungstücher dabei. Unsere Zimmer-Mitbewohner mussten dann halt da durch, dass wir uns auszogen und damit abrieben. Umweltfreundlich ist das mit den Tüchern nicht, aber immerhin fühlten wir uns danach wohler.

Sonst sind die Hüttenmädels sehr nett und freundlich (der Hüttenwirt selbst ist ein Grantler), das Essen ist OK und reichlich und die Preise sind für die Schweiz im Allgemeinen und Grindelwald im Besonderen wirklich gut.

Weil wir den ganzen Tag sehr wenig getrunken hatten und man für die Akklimatisation ja eigentlich viel trinken soll, versuchten wir abends jeder 1 1/2 Liter zu trinken (kein Alkohol). Zusammen mit dem Abendessen und in der Kürze der Zeit war das aber nicht ganz möglich. Immerhin gaben wir aber unser Bestes.

Sonst war der Abend ganz nett, denn wir saßen an einem Tisch mit lauter Kleingruppen (ein sehr mitteilungsbedürftiger Schweizer, 2 Deutsche, die den Mittelleggigrat komplett gemacht hatten und Vater und Sohn, die eben erst angekommen waren) und es ergaben sich über den Abend interessante Gespräche.


Berge im ersten Licht (vlnr: Finsteraarhorn, Agassizhorn, Kleines Fiescherhorn)


Ausblick aus der Station Eismeer


Ausgang Sphinxstollen


Blick über den Jungfraufirn zum Konkordiaplatz und Aletschgletscher


Mönch


Rückblick zur Station, dahinter die Jungfrau und das Rottalhorn (noch dahinter keine Ahnung)


Mönchsjochhütte


Wir laufen das Ewigschneefäld runter


Vom Walchergrat: Mönch und der lange Grat zum Eiger mit dem langen Mittelleggigrat


Aufstieg über den Eiswall


Die erste Spalte, über die wir noch drüber stiegen


Ewig langer Rückweg übers Ewigschneefäld


Fast zurück an der Hütte!


Die Hütte!


Großes Fiescherhorn im Abendlicht

Von engel am 20.09.2018 20:18 • outdoorbergeis(0) Kommentare

Nanu, Sommer aus?

Donnerstag, September 20, 2018

In der Früh fühlte ich mich so halbwegs ausgeschlafen. Manchmal muss man halt nachgeben ;-)

Das Klettern hatte dem kaputten Knie nicht wirklich gut getan (die innenseitige Belastung, war mir ja da schon klar gewesen). Nach einem guten Frühstück dann halt wieder Voltaren. Nachdem es mir im Urlaub so super ging und das andere Knie jetzt auch komisch rumzickt, hab ich grad wieder ‘die Wand’ (also: wie lang kann das noch gehen?) vor Augen. Meh.
Lang! Einfach dran glauben, dann wird das schon :-)

Meine Abendplanung bekam Schluckauf, als ich feststellte, dass trotz des Sommerwetters anscheinend schon Herbst ist. Es haben nämlich inzwischen alle Freibäder zu (bis aufs Dantebad, aber das liegt blöd). Das hatte ich so nicht auf dem Plan. Ich hatte mir vorgestellt im Ungererbad über glitzerndes Metal zu schwimmen und dann ins Kino zu gehen. So blieb nur erst Kino, dann Schwimmen. Aber Arbeit, also Sport, nach dem Vergnügen klappt selten, ich radelte auf dem Heimweg schnurstracks am Michaelibad vorbei.

Ich sah Klassentreffen 1.0. Mir war nach problemloser Unterhaltung und das war da auch geboten. Teilweise war der Film überaus albern, zwischendurch aber auch recht nachdenklich. Und natürlich hat es ein Happy End für alle. So muss das, dann kommt man gut gelaunt aus dem Kino.

Von engel am 20.09.2018 20:08 • diary(0) Kommentare

Klettertag und Knieknacken

Mittwoch, September 19, 2018

Ich nahm das Auto, weil mir einerseits aktuell das Sitzfleisch vom Radeln etwas weh tut und weil das Wetter in Früh gar nicht gut aussah. Das änderte sich im Lauf des Tages aber.

Es knackt noch immer im linken Knie. Noch immer schmerzfrei, aber hochgradig irritierend.

Klettern lief gut, allerdings ist das rechte Knie noch immer etwas empfindlich von der Überanstrengung in den Bernern. Innenbelastung ist grad keine gute Idee, das machte die eine Route etwas schwierig. Egal, ich kam trotzdem hoch. Ganz prima fand ich, dass ich eine (für mich) echt komplizierte 6+ Route fast problemlos hinbekam. Der R. wies mich an der schwierigsten Stelle auf einen Tritt hin, den ich übersehen hatte und schon ging auch diese Stelle :-)

Beim nach-dem-Klettern-Ratsch hatte ich diesmal den ‘El CHorro’ Burger mit Jalapenos. Der war super!
Abends war ich ziemlich müde, deswegen ging ich früh schlafen.

Von engel am 19.09.2018 23:00 • diary(0) Kommentare

Book Club

Dienstag, September 18, 2018

Ich radelte so früh ins Büro, dass ich den ganzen Weg Licht vorn und hinten brauchte. Weia, das Jahr schreitet ganz schön voran!

Den Tag verbrachte ich mit parallelem Arbeiten am aktuellen Projekt und an Rückmeldungen der QA zum vorigen Projekt. Beide Projekte haben lange Test-Zeiten. In der Wartezeit des einen kann man dann am anderen arbeiten. Sehr effektiv ist das nicht, weil das ‘Umschalten’ jedes Mal Energie kostet und ganz sicherlich Gedankengänge auf der Strecke bleiben. Andererseits kann man ja auch nicht halbstundenweise vorm Bildschirm sitzen und auf Ergebnisse warten und gemacht werden muss beides. Naja.

Am späten Nachmittag sah ich dann Book Club. Hach, das ist ein netter Film mit großartigen Schauspielern. Die Kritiken dazu sind sehr gemischt, aber wenn man nichts anders will, als amüsant unterhalten zu werden und so ein bisserl Herz-Schmerz dazu haben will, dann ist der Film prima. Ich habe übrigens bis zum Ende Don Johnson nicht erkannt, ich wusste nur, dass ich den Mann kenne.

Abends weiter vergnügliches Aufarbeiten des Urlaubs, dann SAN-Telko.

Von engel am 18.09.2018 23:00 • diary(0) Kommentare

Sonntag, 09.09.2018: Eigertrail und Rotstock

Dienstag, September 18, 2018

Der Tag begann früh mit Frühstück um 6:00h. Die besten Eltern wollten direkt ins südfranzösische Feriendomizil losdüsen, Schwesterle und die Jungs wollten mit uns noch ein wenig wandern, bevor sie in die andere Richtung, nach Hause, fuhren. Und weil der Weg halt lang ist, wollten wir früh los.

Wir planten, mit dem dritten Zug um 8:17h zu fahren. Weil mir aber nicht klar war, wie kompliziert das Erwerben der Zugtickets werden würde, gingen wir recht früh runter. Das war dann gut, denn ich kaufte nicht nur die 6 Eigertail-Tickets (rauf bis Alpiglen, runter ab Eigergletscher), sondern gleich auch die beiden Tickets fürs Jungfraujoch für den nächsten Tag. Und weil ich mich nicht klar ausdrückte, bekam ich zunächst 6 Tickets fürs Jungfraujoch, von denen dann 4 wieder storniert werden mussten.

Das Ganze war auch so außerordentlich teuer. Aber mei, man ist ja nicht jeden Tag in Grindelwald ...

Als wir in Alpiglen ausstiegen, war es frisch und windig. Die Idee, einen Weg direkt unter der Eiger Nordwand früh am Morgen zu gehen, war vermutlich nicht die Allerbeste. Gegenüber am Männlichen und an der First war Sonne pur und da war es ganz bestimmt angenehm warm. Wir hatten tiefen Schatten und Wind und waren alle froh um halbwegs warme Klamotten.

Aber wir hatten halt auch die Eigerwand und betrachteten sie immer wieder. Wir enteckten den ‘Pilz’, diverse Fenster in der Wand (eines davon musste das ‘Stollenloch’ sein, durch das man Toni Kurz nicht hatte retten können) und keine Bergsteiger. Alpingeschichte in greifbarer Nähe sozusagen.

Wir gingen alle zusammen bis unter den Rotstock und schickten dort Schwesterle mit Hund weiter zur Station Eigergletscher. Mit den Jungs stiegen wir zum Einsteig des Klettersteigs auf und rüsteten dort auf. Helme, Gurte, Sets ... inzwischen haben wir einen ganz schönen Fundus an Zeug.

Der Rotstock-Klettersteig ist ziemlich leicht. Unten hat es erst mal einen Satz Leitern (B), dann geht es gemütlich über diverse Absätze, mal gesichert (A), mal ungesichert (I+) durch die weite Schlucht zwischen Eigerwand und Rotstock auf den Sattel dazwischen.

Während wir noch im Aufstieg durch die Schlucht waren, hatte es ein lautes Geräusch, fast wie ein Flugzeug, das wir nicht so recht zuordnen konnten. Kurz drauf kam das wieder und der beste Allgäuer rief ‘Wingsuits!’ Ich sah nur weit unten einen Gleitschirmflieger über der Kleinen Scheidegg. Die nächsten Wingsuits sah dann aber auch ich. Da sprangen tatsächlich ein paar Leute (5 oder 6 insgesamt) von der Seite der Eigernordwand in Wingsuits runter (eben gelernt: das sind dann BASE-Jumper, keine Wingsuit-Flieger). Die Dinger machen einen Höllenlärm (klar, das Material der Suits flattert ja wie blöd) und die meisten Springer brüllten sich zusätzlich die Lunge aus dem Leib. Ich bin nicht sicher, ob vor Angst oder Begeisterung ;-)

Vom Sattel muss man nur mehr wenige Meter hinauf zum breiten Rotstock-Gipfel mit dem Kreuz. Auf dem Weg dorthin kann man einen Spalt mit einem großen Schritt (für Leute mit langen Beinen, wie beispielsweise der große Neffe) oder einem kleinen Sprung (für die anderen) überwinden. Oder man springt nicht und steigt einen halben Meter ab und dann wieder auf (die Chicken-Variante für Leute wie mich) :-)

Wir blieben eine Weile in der Sonne sitzen, schauten die großartige Umgebung an und die Jungs vertilgten die berühmten Grindelwalder Gletscher-Bananen. Dann stiegen wir ab.

Der Abstieg ist fast schwieriger als der Klettersteig. Man geht abfallende, vom Gletscher glatt geschliffene und geröllbedeckte Platten hinab (I+). An den steileren Stellen hat es Seile und die sind zwischenzeitlich echt willkommen. Ich bin im Abstieg ja immer sehr langsam. Die Jungs sausten vorn weg (vor allem der zweite Zwilling) und weil sie alle problemlos unten ankamen, war es wohl nicht zu schwierig.

Im Restaurant an der Station trafen wir wieder auf Schwesterle, die inzwischen schon etwas unruhig geworden war, weil meine Schätzung (2 - 2 1/2 Stunden) zu knapp gewesen war. Aber nun waren wir da, alles war gut und der Hund freute sich auch, dass seine Herde wieder komplett war.

Wir fuhren direkt ab nach Grindelwald. Dort gab es in einer Snack-Bar mit echt gutem Kaffee noch etwas zu essen für die Heimreisenden, dann stapften wir den steilen Berg zum Chalet hinauf. Schwesterle und die Jungs packten den Rest ihrer Habseligkeiten, wir sammelten unser Zeug zusammen und dann fuhren sie alle heim. Es war etwa halb 4, damit sollten sie passend zur schon vorbestellten Pizza daheim ankommen.

Der beste Allgäuer und ich packten noch ein wenig rum und gingen dann in den oberen Stock, um erst mal Kaffee und Cola zu trinken. Auf dem Balkon, auf dem Bänkle auf der Südwestseite, voll in der Sonne (es war regelrecht heiss) und - Tadaaa! - unter der Eiger Nordwand. Das Gucki kam natürlich auch zum Einsatz, aber so richtig was erkennen - Route, Stollenloch, was auch immer - konnten wir dann doch nicht.

Später duschten wir ausgiebig (unten) und packten den Hochtourenrucksack fertig. Bevor wir runter ins Dorf marschierten, musste noch der Kangoo umgeparkt werden (zum Chalet gehört genau ein Parkplatz, die anderen beiden waren nur für das Wochenende ausgeliehen), dann gingen wir Abendessen. Wie nicht anders zu erwarten ist Grindelwald ganz schön teuer (Fischstäbchen mit Remoulade und Reis 18.90 Chf, Schnitzel mit Pommes und Salat 24.50 Chf, kann man derzeit fast 1:1 umrechnen).

Wir fanden eine Art Fastfood-Restaurant, wo wir eine echt gute Pizza für 20 Chf und gute Rösti mit Wurst und Spiegelei für knapp 20 Chf und Bier und Radler dazu bekamen. Besser als selber kochen ;-) In dem Restaurant wurde auch eine große Gruppe Asiaten bespaßt. Das war aber drin und störte draußen kaum.

Dann kam natürlich wieder ‘der Berg’ zum Chalet hoch (Boah, mit vollem Magen und Radler in den Beinen!). Vorm Schlafen gab es noch ein gemütliches Bier auf dem Balkon, mit Blick - wer hätte es gedacht? - auf die Nordwand :-)


Start in Grindelwald


In Alpiglen geht es richtig los


Auf dem Eigertrail unter der Nordwand


Der beste Allgäuer steigt immer vor


Dann folgen der große Neffe ...


... und der zweite Zwilling


Der jüngste Neffe ...


... und ich machen den Abschluß


In der weiten Schlucht unter dem Sattel, der Gipfel ist schon zu sehen


Wingsuit-Flieger


Miteinander am Rotstock


Blick die Eiger Westflanke hinauf


Abstieg über Gletscherschliff


Kleine Scheidegg mit Eiger

Von engel am 18.09.2018 20:57 • outdoorberg(4) Kommentare

Ich fuhr schon am Donnerstag Mittag heim (wegen Stauvermeidung) und arbeitete den Rest des Tages und am Freitag daheim. Zweck der Übung war, am Donnerstag Abend packen zu können, denn wir brauchten echt eine Menge: Zeug für Grindelwald und das Familienfest, Zeug für den Ausflug mit Schwesterle und den Jungs und natürlich das ganze Hochtourenzeug.

Ich nahm einfach für jeden Anlaß eigenes Zeug mit, der Ralle setzte auf zwischendurch Umpacken, um nicht so viel mitnehmen zu müssen. Seine Methode stellte sich als die Umständlichere raus, ich vergaß dafür einen Teil des Jungs-Ausflug-Geraffels und musste deswegen auch ein wenig umpacken. Naja, beim nächsten Multi-Ausflug wird das besser ;-)

Freitag musste der beste Allgäuer von Allen länger als geplant arbeiten und kam erst um 14:00h nach Hause. Wir schafften es trotzdem, wie geplant um 16:00h loszufahren.

Die Fahrt verlief anfangs problemlos, dann hatte das Navi angeblich plötzlich irgendwo Stau auf der Strecke und leitete uns selbstständig um. Ohne Karte und nur einer vagen Vorstellung, wo in etwa die Route durch die Schweiz verlief, blieb uns nicht viel übrig als dem Navi zu vertrauen. Wir fuhren aber so lang Richtung Gotthard (und damit Richtung Italien), dass ich dann doch nochmal nachsah, ob wir das richtige Ziel eingegeben hatte. Wir hatten, und wurden tatsächlich nach Grindelwald geleitet :-)
Trotzdem: beim nächsten Mal auch die Karte einstecken und vorher besser gucken, wo der beste Weg ist!

Wir kamen im Dunklen (bei Neumond noch dazu) in Grindelwald an. Ohne das Navi hätten wir nie und nimmer zum Chalet gefunden, glaube ich. Das Navi leitete uns in der Ortsmitte auf einem schmales Sträßchen um ein Hotel herum (wir dachten, wir landen im Hinterhof) und dann auf dieser immer noch echt schmalen Straße immer steiler geradeaus den Berg hinauf. Oben schnaufte der Kangoo ganz ordentlich und dann ging es nach links und da stand dann tatsächlich ein bekanntes weisses Auto :-)

Dafür hatte es kein Licht, deswegen standen wir erst mal im Stockfinsteren, als wir das Auto (erst mal provisorisch, in Grundelwald kann man nicht einfach so mal parken) abgestellt hatten. Glücklicherweise ging dann aber Licht in einem Haus vor uns an und die beste Mama zeigte uns, wo wir parken (abenteuerlich) und wohnen durften. Die Verwandten hatten es tatsächlich geschafft, für alle 3 deutschen Autos Parkplätze zu organisieren!

Wir waren schon sehnlichst erwartet worden, man hatte dann aber doch ohne uns mit dem Abendessen begonnen. Die Familie hatte auf der Freitags-Wanderung Pilze gefunden und so gab es ein tolles Abendessen: Steinpilze und Bandnudeln :-)
Schwesterles Brut waren gerade noch so ein paar Nudeln und Pilze entrissen worden, so dass wir auch noch etwas zu essen bekamen. Viel war es nicht, dafür war es ausgezeichnet.

Am nächsten Morgen sahen wir dann wo wir waren: nämlich direkt gegenüber der Grindelwalder Gletscherschlucht, links das Wetterhorn, rechts der Eiger mit der Nordwand in voller Pracht. Obendrauf lag frischer Schnee und es war einfach nur Wow!

Der beste Allgäuer und ich wurden noch zum Einkaufen geschickt (und bekamen damit den ersten Vorgeschmack auf ‘den Berg’ zum Haus hinauf) während Schwesterle den Hund (Nymphadora Tonks, kurz Tonks) in Obhut gab, dann fuhren wir in 2 Autos nach Interlaken zum Familienfest. Auch da kann man natürlich nicht einfach so parken, aber auch hier waren für uns Parkplätze organisiert worden - man musste allerdings bei unserer Ankunft erst mal absperrende Pflanzen wegräumen.

Das Haus meines Onkels und meiner Tante in Interlaken ist ein sehr altes Holzhaus mitten im Ort direkt an der Aare. Ich war schon jahrzehntelang nicht mehr dort, habe aber dunkle Erinnerungen an viele Zimmer, viel Holz und Schnitzereien, verwinkelte Gänge und einen verwirrenden vollgestopften Dachboden mit haufenweise Zeug drin, in dem wir Kinder übernachten durften. Und an ein Silvester, wo mein Onkel Raclette von einem halben Laib Käse, der vor dem offenen Kamin lag, mit einem riesigen Messer auf unsere Teller abstrich :-)

Das Haus wurde 1842 von Felix Mendelssohn-Bartholdy (ja, der Komponist) gezeichnet. Ich habe lang danach gesucht und habe die Zeichnung schließlich im Digital-Katalog der Staatsbiliothek Berlin gefunden (Mitte hinten rechts) :-) Yay!

Im Garten war ein großes Zelt aufgebaut und als wir kamen, sammelten sich so langsam die Gäste. Tante und Onkel kenne ich natürlich, aber meine 4 Cousinen und Cousins erkannte ich kaum mehr. Glücklicherweise erkannten die mich, auch wenn das ja schon ein bisserl peinlich ist ;-)

Im Laufe des Fests gab es großartige Musik von einem befreundeten Streich-Quartett, haufenweise tolles Essen von einem Caterer und mindestens genauso tolle Desserts verschiedener Gäste (wo mir dann einfiel, dass ich die geplanten Brownies vergessen hatte, aber naja, es reichte auch so für alle), viele Gespräche mit bekannten (eher wenige) und nicht bekannten (eher viele) Leuten (von denen die meisten aber doch irgendwie um Ecken verwandt waren, wir stellten uns immer vor und listeten die Beziehung zum Fest-Paar auf, also etwa ‘Tochter vom Bruder der Ehrendame und Ehemann’) und es war zugleich prima und anstrengend (wie üblich, wenn ich auf viele Leute treffe). Am Nachmittag hatten wir dann vom hintersten Garteneck einen Super-Blick auf die Jungfrau.

Wir (also MuP, Schwester-Familie und wir beide) waren unter den letzten, die gingen. Es war schon erstaunlich spät, als wir wieder im Chalet in Grindelwald aufschlugen.

Dort empfing uns Tonks mit überschwänglicher Freude und kriegte sich kaum mehr ein. Schwesterle war höchst erstaunt, denn eigentlich hatte sie den Hund eben erst abholen wollen. Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass die Tonks beim Pilzesuchen am Männlichen (weit, weit weg auf der gegenüber liegenden Talseite, rechts der Kleinen Scheidegg) den Hütern ausgebüxt war und irgendwie tatsächlich zurück zum Chalet gefunden hatte. Wie sie das geschafft hatte, verstand auch nach längerer Diskussion keiner. Die Hundehüterin war grenzenlos erleichtert, wir alle natürlich auch.

Abendessen brauchte nach dem Tag Völlerei keiner mehr, aber wir genossen den Blick mit dem ‘Gucki’ (neues Lieblingswort für Fernglas, dem Onkel-Wortschatz entnommen) auf die beinahe besonnte Eiger-Nordwand, die Mittelleggihütte, das Wetterhorn und überhaupt die ganze Umgebung vom Balkon aus. Das Chalet hat schon eine ganz einzigartige Lage. Später gab es noch ein Feierabend-Bier, dann beschlossen wir den Tag.


Der Kangoo parkt vor der Eiger Nordwand


Blick auf die Jungfrau vom Festgarten aus


Blick über Grindelwald


Nordwand im Abendlicht

Von engel am 17.09.2018 21:02 • diary(2) Kommentare

Knieknacken

Montag, September 17, 2018

Trotz des gefühlt endlos langen Urlaubs war es kein Problem um 4 Uhr aufzustehen und nach München zu fahren. Das aktuelle Hörbuch (Tom Hillenbrand: Hologrammatica) half dabei sicherlich. Das hat abgefahrene Ideen und ist total spannend.

Im Büro erwarteten mich viele Mails zu Legal-Themen. Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis da alles (mehrfach) durchgekaut ist. Ich muss allerdings auch zugeben, dass ich mich da nicht so richtig drum gekümmert hatte und dass mir nicht aufgefallen war, dass Lizenz und Lizenz-Text gar nicht zusammen passen. Der QA auch nicht, aber wir kümmern uns ja eigentlich auch um die Funktion. Na, gut dass da noch andere Leute drauf schauen. Da das im Moment unser allererstes OSS-Projekt ist, ist es kein Wunder, dass das alles etwas holprig anfängt ...

Mein Knie hat die Hochtouren inzwischen wieder weggesteckt und ist so gut (bzw. schlecht) wie eh und je. Nun knackt aber das andere Knie beim Laufen. Das ist (momentan?) komplett schmerzfrei aber ziemlich laut. Was soll das? Ich will das nicht!

Abgesehen davon sind die letzten Nachwirkungen der Berner Alpen nur noch, dass sich meine Näse schorfig schält. Die Unterseite und die Nasenflügel vor allem. Trotz 50+ Sonnencreme und obwohl ich die ganze Zeit mehr oder weniger komplett eingepackt war. Aber ich hatte mit Erkältungssymptomen zu kämpfen und das passt dann halt nicht gut mit der heftigen Abstrahlung da oben zusammen. Und Sonne vertrage ich eh nur so mittelgut ... helle Haare, helle Haut, usw.

Am späten Nachmittag sah ich Mile 22, den ich eigentlich nur wegen Mark Wahlberg sehen wollte, dessen Filme ich meistens mag. Dieser Film war aber irgendwie ein Reinfall, weil er zu verwickelt daher kam und mir die Figur des James Silva überhaupt nicht taugte. Meh.

Danach noch einkaufen und den Rest des Abends gemütliche Urlaubs-Nachbereitung.

Von engel am 17.09.2018 19:57 • diary(0) Kommentare
Page 1 of 366 pages
 1 2 3 >  Letzte »

Reiseberichte

Bücher :-)

Letzte Einträge

Letzte Kommentare

Blogroll


Have fun!