Nach wie vor geniesse ich die Radlerei ins Büro. Macht auch dann Spass, wenn kein Schnee mehr liegt, auch wenn die Wege im Englischen Garten im Moment teilweise wirklich schwierig zu navigieren sind.
Auf abgelegeneren Wegen ist der Schneematsch in der Früh zu kaum fahrbaren Eis-Spuren gefroren, nachmittags sollte man dann im weichen Schlammschnee nicht absteigen müssen, sonst versinkt der Schuh bis zum Knöchel in der Suppe.
Die Bedingungen sorgen auch dafür, dass man - obwohl das Mountainbike ordentlich mit passenden Schutzblechen versehen ist - nach der Radlerei ein bisserl so aussieht, als hätte man mit Dreck geduscht.
Aber das ist nicht wirklich schlimm. Vom Regenschutz am Rucksack kann man das nach einer halben Stunde einfach abschütteln, die Bikehose kann nach derselben Zeit ausgebürstet werden, dann sieht alles wieder weitgehend sauber aus. Lediglich das Fahrrad bleibt drecking und wird immer dreckiger. Ich werde demnächst mal nach einer Waschanlage mit Dampfstrahler Ausschau halten, sonst schleppt das Bike mit der Zeit Tonnen an Dreck mit sich rum.
So weit so schön also. Was allerdings wirklich und ganz und gar ärgerlich ist, ist wenn das Bike in diesem Zustand kurz mal beschliesst, die Schaltung zu blockieren und die Kette in den eigentlich nicht zugänglichen Spalt hinten zwischen Rahmen und kleinestem Ritzel zu befördern. Selbstverständlich in voller Fahrt, so dass sich die Kette mit einem kraftvollen Tritt auch ordentlich verklemmt.
Bäh! Das bedeutet, das Hinterrad des völlig verschlammten Bikes lockern zu müssen, die Kette mit den Fingern aus dem Spalt zu friemeln und wieder ordentlich aufs Ritzel zu legen. Das natürlich in der spärlichen Beleuchtung der hässlichen Xenon-Lampen und unter den amüsierten Blicken und Kommentaren der Passanten an einer grossen Kreuzung.
Und dann muss man auch noch die unwillkommene Hilfe besserwisserischer Möchtegern-Mechaniker abwehren. Versteht mich nicht falsch, es ist wirklich nett, einer ‘damsel in distress’ Hilfe anzubieten. Aber wenn die betreffende Lady die angebotene Hilfe freundlich ablehnt, dann besteht kein Grund, weiter nebendran zu stehen und dann auch noch mit dicken Wurstfingern eingreifen zu müssen. Ohne die störenden Fremdfinger wäre die Kette auch nicht nochmal abgerutscht. *grmpf*
Überkommt mich seit heute Mittag immer, wenn ich am Urlaubsplan meines Teams vorbei komme (im Schnitt etwa alle 2 Stunden). Seitdem befindet sich da nämlich ein leuchtend gelber Strich, der sich ohne Unterbrechung ganze 4 Wochen hinzieht. 4 Wochen!
Von Nepal abgesehen habe ich seit dem Ende des Studiums nicht mehr so lang am Stück frei gehabt. Woraus sich schliessen lässt dass es auch diesmal lang und weit weg geht :-)
Die Planungen laufen auf Hochtouren. Dass es diesmal nicht darum geht, nur aus den verfügbaren Angeboten das beste rauszusuchen, sondern alles komplett selbst zu planen, macht die Sache umständlicher und komplizierter aber auch besser. Denn die wahren Abenteuer erlebt man nicht, wenn alles durchorganisiert glatt läuft ;-)
Schon jetzt zeichnet sich ab, dass wir ausrüstungstechnisch nachlegen müssen, aber es scheint sich da nur um einen einzigen grösseren Posten zu handeln. Obwohl - meine tolle Exped Down Mat verliert Luft über eines der Ventile, das muss noch irgendwie gelöst werden.
Boah, was feu ich mich da drauf!