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BloggingBooks

Samstag, Oktober 27, 2012

Eigentlich habe ich ja gar keine Zeit, ich sollte trainieren und den nächsten Urlaub vorbereiten und über die restlichen Tage im Lechtal schreiben.

Aber als das Angebot von BloggingBooks kam, aus einem der Reiseberichte von Obadoba ein Buch zu machen, konnte ich nicht wiederstehen. Ein Buch!—– Damit kriegt man mich immer.

Und natürlich musste es Nepal sein, nicht direkt der kürzeste der Reiseberichte. In der letzten Woche habe ich also – neben lästigen und nicht so lästigen Arztbesuchen und tägliche wenigstens einem grossen Umweg beim Heimradeln - vor allem den Nepal-Bericht in Buchform gegossen. Macht Spass :-)

Izwiachen ist die Rohfassung bein Verlag und man hat mir einen Vertrag angeboten. Yay! Ihr entschuldigt also, ich hab zu tun. Mit dem Lechtal geht es demnächst weiter und über den nächsten Urlaub erzähle ich auch bald mal was. Ist nämlich nimmer lang hin!

Von engel am 27.10.2012 06:38 • diary

LQ5 - Hasenfluh

Mittwoch, Oktober 24, 2012

04.10.2012

Am Vorabend hatte es wie vorhergesagt zu regnen begonnen und die Vorhersage für Donnerstag war nicht gerade rosig. Vormittag Schauer, ab Nachmittag Regen. In der Früh begrüsste uns dann auch erst mal ein Schauer. Wir nutzten den, um ein wenig länger zu schlafen und machten uns dann nach einem ausgiebigen Frühstück auf den Weg nach Zürs. Inzwischen war es zumindest von oben trocken.

Zürs mag ja im Winter, wenn Skibetrieb ist, ganz nett sein, aber als wir da waren war Zürs komplett geschlossen. Alle Hotels (und etwas anderes scheint es da nicht zu geben) hatten die Bürgersteige hochgegeklappt und Fenster und Türen vernagelt. So richtig willkommen fühlt man sich da dann nicht mal, wenn man gar nichts will von dem Dorf.

Wir stellen das Auto auf den riesigen Parkplatz hinter Zürs (der ungefähr so gross ist wie Zürs selber und somit auch nicht direkt zum Ortsbild beiträgt) und stiegen auf einem netten kleinen Pfad zum Zürser See hinauf. Man kann über das Skigbiet ja sagen was man will, wenn man durchwandert, kann man völlig problemlos dran vorbei schauen. Vermutlich liegt das daran, dass die weiten Matten da oben für das Skigebiet kaum angefasst werden mussten, so dass zwar überall Masten herum stehen, aber die Pisten selber noch völlig intakt wirken (ganz im Gegensatz zu den Pisten in Val d’Isere beispielsweise).

Am Zürser See machten wir eine kurze Pause (es war grad etwas Sonne) und stapften dann erst mal mehr oder weniger auf die Hasenfluh zu. Die Hasenfluh ist ein seltsamer Berg, eine geneigte Hochebene mit Delle, die von 3 Seiten mit steilen Wänden (daher -Fluh, habe ich gelernt) umgeben und auf der Dritten mit einem schönen Zustieg versehen, durch den ein selten begangener Steig führt. Den fanden wir erst, als wir schon ein gutes Stück in der richtigen Richtung unterwegs waren.

Je höher wir kamen umso windiger (und kälter) wurde es. Am exponierten Gipfel wurde man fast umgeblasen, aber die Aussicht war grossartig. Zum Verweilen lud der Gipfel aber nicht ein, daher machten wir uns bald auf den Weg quer über die Hochebene (immer am steil abfallenden Rand entlang), um auch vom zweiten Gipfel, den kein Kreuz ziert, mal in die Tiefe blicken zu können. Auch hier blies der starke Wind und vertrieb uns bald.

Im Abstieg fanden wir eine einigermassen geschützte Mulde und liessen uns dort zur Pause nieder. Als wir dort so in der Gegend herum schauten, sahen wir ein Rudel Tiere, die wir zunächst für Gämsen hielten, direkt über den Grat an der Nordseite auf die Hasenfluh klettern. Das Rudel tauchte bald auf der Hochebene auf und hielt auf einen Gelände-Einschnitt zu, den ich als Sackgasse empfand. Was wollen die da?

Inzwischen hatten wir festgestellt, dass das ein Rudel Steinböcke war (Mütter mit ziemlich ausgewachsenen Kitzen). Die leitende Dame scherte sich nicht im Geringsten um meine Einschätzung und spazierte gemütlich eine Schrofenwand hinauf, die ich für senkrecht hielt (was sie wahrscehinlich nicht, aber verdammt steil auf jeden Fall). Und alle anderen Damen und die Kinder spazierten einfach hinterher.

Wir hatten dem Rudel sicherlich eine halbe Stunde zugesehen und waren regelrecht durchgefroren, als wir weiter gingen. Wir brauchten bis zum Zürser See, um wieder halbwegs warm zu werden. auf dem Abstieg konnten wir noch kämpfende Murmeltiere beobachten und schafften es dann direkt mit den ersten Tropfen des angekündigten Nachmittagregens am Auto zu sein. Kaffee und Kuchen gab es an diesem Tag im Apartment.

Von engel am 24.10.2012 05:57 • diaryurlauboutdoorberg

LQ4 - Roggalspitze

Donnerstag, Oktober 18, 2012

03.10.2012

Der ursprüngliche Plan für den schönsten und stabilsten Tag der Woche war gewesen, die Roggalspitze Nordkante zu klettern. Die dürfte mit maximal IV grad so unser alpines Niveau haben. Aber nach dem kühlen Wind der letzten Tage, an denen wir selbst in geschützten Mulden ein wenig gefroren hatten, liess die Aussicht auf langes Stehen am Stand im Schatten an einer Kante, die dem Wind vermutlich voll ausgesetzt ist, eher unansprechend erscheinen. Wir liessen die Kletterei sausen und nahmen uns den Normalweg vor, der ja immerhin auch 2 IIer-Stellen haben soll.

Wegen des ungeschickten Busfahrplans fuhren wir mit dem Auto zum Spullersee. Ob man zu zweit mit dem Auto fährt oder den Bus nimmt, ist aus Maut-technischer Sicht fast egal (6? Bus oder 10? Auto), aber ich stelle mir vor, dass es zur Hochsaison ganz schön eng wird auf den Spullerseeparkplatz, der ungefähr 10 Plätze umfasst.

Fröstelnd (Schatten, Wind, Reif auf den Gräsern) marschierten wir Richtung Ravensburger Hütte und daran vorbei auf die Rogalspitze zu. Dabei schafften wir es sehr schön, immer deutlich vor der Sonne (die noch hinter der Roggalspitze stand) unterwegs zu sein und schauten die ersten anderthalb Stunden aus dem frostigen Schatten sehnsüchtig in die wärmstens angeleuchteten Matten rundrum.

Zur Roggalspitze geht man laut unserem alten Führer ‘Steigspuren’ nach. Inzwischen ist das ein ziemlich deutlich ausgetretener Pfad, den man nur an wenigen Stellen verlieren kann. Nachdem wir auf engen Spitzkehren Höhe unter der Roggalspitze gewonnen hatten, führte uns der Pfad endlich in die Sonne. So richtig warm war es trotzdem nicht, weil es nach wie vor diesen kühlen Wind hatte.

Wir folgten der Spur weiter zum Einstieg und stellten fest, dass der Normalweg auf die Roggalspitze inzwischen mit einem Drahtseil versehen ist. Das aber keinen Klettersteig darstellt, wie 2 Schilder deutlichst klarstellen. Für den Einstieg fand ich das Drahtseil nicht schlecht, denn aus der Beschreibung im Führer hätte ich den Einstieg zum Normalweg vermutlich nicht gefunden.

Nachdem wir links der Platten auf einen kleinen Absatz hinauf geklettert waren, ging es nach rechts in die grosse steile bröselige Rinne, die man bis fast zum Ende hinauf krabbeln muss. Also Klettern sieht anders aus, dachte ich mir dabei nicht nur einmal. Schwer ist das alles nicht, aber stellenweise schon ein wenig unangenehm. Man hat die Wahl, dem Seil am linken Rand der Rinne zu folgen, wo es entweder noch bröseliger ist oder wo man noch steiler auf festen Fels treten kann oder irgendwo in der Rinne durch sehr steilen feinen Schutt zu stapfen. Schön ist beides nicht.

Am oberen Ende der Bröselrinne führt das Seil über schön festen plattigen Fels in steiles Schrofengelände, das richtig Spass macht (ohne das Seil würde man noch ein Stück weiter im Gebrösel aufsteigen und dann in die Schrofen queren). Der Steig ist auch ohne das Seil deutlich (das oft den kürzesten Weg nimmt, so dass man auf den alten Trittspuren angenehmer unterwegs ist) und man wird in unterhaltsamem Gelände zum Gipfel geführt.

Am Gipfel erwartete uns ein absolut grossartiger Blick in alle Richtungen. Wir versuchten natürlich in die Kletterroute der Nordkante zu schauen, allerdings sah man von oben nicht viel - nur dass es da ordentlich Schatten hatte, was die Entscheidung, diesmal dort nicht hinauf zu klettern bestätigte. Denn auch oben in der Sonne liess uns der Wind bald fröstelnd Schutz suchen. Im Aufstieg war der Wind nicht sehr aufgefallen, sobald wir oben aber zur Ruhe kamen, war es frisch.

Daher machten wir uns auch bald an den Abstieg. Am Einstieg, wo die Sonne voll hinbrannte und nicht das leiseste Lüftchen zu spüren war, schien uns die Aussicht, am Alpsee direkt unter uns eine ausgiebige Pause in der Sonne zu machen, sehr ansprechend. Wir stiegen quer durchs Gelände zum Alpsee ab (dabei sahen wir den ersten Menschen des Tages).

Der Alpsee ist nur eine grössere Pfütze, liegt aber sehr schön inmitten einer welligen grünen Hügellandschaft. Am hinteren Ende gibt es fast so etwas wie eine Liegewiese, also eine grössere Fläche, die nur sanft geneigt ist. Dort gedachten wir eine längere Pause zu machen. Die ‘Liegewiese war sogar nahezu windgeschützt :-)

Wir machten zunächst Fotos und versuchten dann, wenigstens mit den Füssen in den See zu steigen. Das war allerdings alles andere als einfach, denn die Pfütze hat rundherum ein wenigstens halbmeterhohes Ufer und der Untergrund im See sieht so aus, als würde man da umgehend mindestens bis zu den Waden versinken. Die Temperaturen (Wasser, Luft) legen einen beherzten Sprung in den See nicht wirklich nahe, daher spazierten wir erst mal halb um den See herum, bis wir eine flachere Stelle fanden. Ganz schön kalt das Wasser! (Die Kameras hatten wir leider vergessen.)

Unsere schöne Sonnenpause fiel leider recht kurz aus, denn von hinten zogen Wolken auf. Und ohne Sonne war es einfach nicht warm genug, um gemütlich im Gras herum zu liegen. Wir machten uns auf den Weg zur Ravensburger Hütte, wo Kaffee und Kuchen warteten. Weil aber noch viel Zeit war, machten wir noch einen barfüssigen Umweg durch und über die Hügel zwischen dem Alpsee und der Braazer Staffel, bevor wir einkehrten.

Wir liessen uns extra Zeit mit dem Rückweg zum Auto, damit der letzte Bus die schmale Strasse bereits verlassen haben würde, bis wir kamen. Nach der Maustelle sahen wir in Zug dann einen Pickup, auf dessen Ladefläche ein Hirsch mit einem beeindruckenden Geweih (wievel Enden das Geweih hatte, haben wir nicht gezählt) und Grünzeug in der Nase lag. Pfff! In Lech und Zug wimmelt es nur so von Jägern, habe ich ja schon mal erwähnt.

Diesmal kochten wir Abends selber (Fleischpflanzl und Bratkartoffeln) und waren mit Geschmack und Menge hochzufrieden :-)
Mit dem Preis auch ;-)

Von engel am 18.10.2012 21:00 • diaryurlauboutdoorberg

LQ3 - Spuller Schafberg

Dienstag, Oktober 16, 2012

02.10.2012

As wir zum Bus gingen, war es klar und kalt und wir sahen einen fantastischen Fast-Vollmond am Himmel, der nahezu keine Wolken aufwies. Wunderbar, der Tag würde schön werden!

Der Bus setzte uns in Zug beim Fischweiher ab und wir stiegen das lange Tal zum Stierlochjoch hinauf, der Plan war, von dort weglos über den Grat zum Oberen Schafberg (als Skitourenberg heisst der Mehlsack) zu gehen und dann über den Grat auf den Spuller Schafberg zu queren und den AV_Steig zur Ravensburger Hütte runter zu nehmen. Rückweg dann mit dem Bus vom Spullersee. Ursprünglich hatten wir vorgehabt, auch vom Spullersee zu starten, aber wegen des neuen Fahrplans wollten wir den Zustieg übers Stierlochjoch nehmen.

Unten am Fischteich im Schatten war es reichlich kühl. Wir hofften auf die Sonne, die uns auf der östlichen Seite des Stierlochs bestimmt bald erreichen würde. Aber als wir das letzte Mal da waren, war es wohl früher im Jahr, denn die Sonne beleuchtete zwar warm und schön die Ostseite des Stierlochs, das aber weit über uns. Zum Ausgleich wehte ein unangenehm kalter Wind vom Joch das Tal hinunter, der uns trotz des Aufsttiegs frösteln liess.

Bald zog zudem Nebel übers Stierlochjoch in unser Tal, der den oberen Teil des Aufstiegs direkt vor dem Joch zu einer ausgesprochen frösteligen Angelegenheit machte, vor allem nachdem uns der kalte Wind mit voller Wucht erwischte. Vom Joch wollten wir eigentlich weglos zum Oberen Schafberg aufsteigen, doch das schien uns angesichts des Nebels und der uns unbekannten Gegend eher unschlau. Wir disponierten um und kehren erst mal in der Ravensburger Hütte ein, um uns mit Kaffee aufzuwärmen.

Als wir letztes Jahr dort vorbei gekommen waren, hatten wir den Eindruck einer voll vertouristeten Hütte und uninteressiertem Hütten-Team gehabt und waren gar nicht erst eingekehrt. Falscher hätte der Eindruck aber kaum sein können! Die Hütte ist nett eingerichtet, die Leute sind ausgesprochen freundlich, das Essen ist prima (zumindest der Kuchen, mehr hatten wir nicht) und der Kaffee fantastisch.

Ausserdem haben sich die Ravensburger ganz grosse Mühe mit den Klettereien und Wegen in der Umgebung gemacht und das sehr schön und gründlich dokumentiert. Die Topos und die Aufmachung haben mich sehr beeindruckt.

Wir tranken jeder 2 Kaffee aber draussen waberte nach wie vor dicker Nebel herum. Aber einen markierten Steig würden wir ja wohl nicht verfehlen, daher machten wir uns auf den Weg zum Spuller Schafberg. Die Pause war genau richtig bemessen gewesen, denn kaum hatten wir die Hütte ein paar Meter hinter uns gelassen, riss der Nebel auf :-)

Der Steig auf den Spuller Schafberg hat es in sich. Erst spaziert man gemütlich ein Stück Richtung Spullersee, dann geht es plötzlich in kleinen sehr steilen (in unserem Fall zusätzlich schmierigen) Kehren eine grasige Rippe hinauf, bis man wieder einigermassen gemütlich in der ursprünglichen Richtung weiter läuft bis man ein kleines Plateau direkt über dem Spullersee erreicht. Dann geht es steil hinauf zum Grat und den entlang bis zum felsigen Gipfelaufbau, den man erstaunlich einfach hinauf spazieren kann.

Der Weg ist lang und anstrengend, was durch den kalten Wind und die vielen Wolken-/Nebelfetzen, die uns gelegentlich umwaberten, nicht einfacher wurde. Schon im unteren Teil des Aufstiegs hatten wir zwei unauffällig gekleidete Menschen gesehen, die weglos im steilen Gelände umher spazierten. Der erste bewegte sich flink und behende und hatte ein seltsames langes Teil in der Hand, der zweite schien eher hinterher zu stolpern. ‘Jäger mit Gast’, diagnostizierten wir.

Gerade als wir den Anfang des Grates erreichten, sahen wir in der grossen Mulde unter dem Schafberg ein Rudel Gämsen. Und die beiden Gestalten machten den Anschein, sich hinter einer Geländerippe an das Rudel anschleichen zu wollen. ‘Das geht schief.’, meinte der beste Allgäuer von Allen. ‘Mit einem modernen Jagdgewehr eine Gams abzuschiessen ist keine Kunst.’

Es dauerte auch nicht lang, dann hallte ein lauter Knall über die herbstlichen Matten und brach sich an umliegenden Bergen. Das Rudel Gämsen verliess fluchtartig das Gelände und eine der Gestalten schien die Geländerippe hinab zu krabbeln. Pöh, das hätte es echt nicht gebraucht an so einem schönen Tag!

Als wir uns dem felsigen Gipfelaufschung näherten, schaute ein gehörntes Gesicht über den ersten Felsen. Ein Steinbock! der Wächter-Steinbock schaut uns eine Weile zu, wie wir auf dem Grat auf die Felsen zu schlichen und liess schliesslich einen lauten Pfiff los. Daraufhin spazierte das ganze Rudel, das nur aus Halbwüchsigen zu bestehen schien, gemütlich über den scharfen schmalen Grat und verschwand in der Tiefe. Wirklich erstaunlich, wie geländegängig Steinböcke sind!

Wir gingen die letzten Meter zum Gipfel (die über Felsen und ausgewaschene Platten führen). Die Steinböcke hatten es sich auf der steilen Seite des Berges auf einem kleinen Plateau mitten in einer Felswand in der Sonne gemütlich gemacht.

Vom Gipfel (der 2 Gipfelkreuze hat) sah man ganz prima den Weg, den wir eigentlich hatten gehen wollen. Erst einen grasigen Grat, dann weglos durch die geröllige Mulde zwischen den beiden Schafbergen. Wir sahen einem einzelnen Menschen zu, der sich vorsichtig durch das steile Geröll am Mehlsack tastete. Na, lustig sah das aber nicht aus.

Nach einer langen Pause am Gipfel (wo wir uns zwar in ein sonniges windgeschütztes Eck verzogen aber dennoch fröstelten) machten wir uns dann an den Abstieg. Und da kamen doch tatsächlich 6 Leute den Berg hinauf. Auf unseren Berg, der uns doch ganz allen gehörte!
Mit anderen Worten: bis dahin waren wir die ganze Zeit völlig allein gewesen, was für ein Luxus!

Wir trafen die Gruppe am unteren Ende des Felsaufschwungs und konnten deren Bedenken bezüglich der Kletterei (nicht nötig) zerstreuen. Dann stiegen wir bis zu einer geeigneten Stelle ab und legten uns gemütlich in die Sonne, bevor wir weiter zur Hütte abstiegen, wo wir uns nochmal feinen Kaffee und einen Mohr im Hemd gönnten. Yummie!

Danach hiess es nur noch rüber zum Spullersee queren. Das war schon wieder ziemlich frostig, denn vom See zog Nebel auf und die Sonne verschwand bald hinter den Bergen. Da war der geheizte Bus echt eine Wohltat. Abends gab es Kässpatzen in den Lecher Stuben und die waren tatsächlich gut und ihr Geld wert :-)

Von engel am 16.10.2012 06:09 • diaryurlauboutdoorberg

LQ2 - Theodor-Praßler-Höhenweg

Montag, Oktober 15, 2012

01.10.2012

In der Nacht hatte es gelegentlich geregnet, doch als wir um sieben zum Bus gingen, war es zumindest von oben trocken. Sonst war aber alles nass. Die Wolken hingen tief und es war recht frisch.

Wie ich eingangs schon bemängelt hatte, fahren die ersten Busse nicht mehr zu den Seen hinter, sondern drehen an der Mautstelle um. Für uns bedeutete das eine knappe Stunde zusätzlichen Fussmarsch bis zum Älpele, der aber direkt entlang des jungen Lechs recht nett war.

Am Älpele bogen wir auf den Weg zur Göppinger Hütte ab, den wir letztes Jahr abgestiegen waren. An der Alpe des oberen Älpele machten wir eine kurze Pause und lauschten den Brunftrufen von mindestens 2, eher 3 oder mehr Hirschen. Ich finde diese Brunftschreie klingen etwa so, als öffne jemand eine klemmende und knarrende Tür, nur viel lauter.

Beim Weiterweg unterhielten uns die Hirsche weiter. Sie klangen so nah! Aber wir konnten keinen Hirsch entdecken. Erst als wir den Weg verliessen und in die Richtung des Tobels gingen, aus dem die Rufe kamen, gelang es meinem adleräugigen Allgäuer einen der Röhrer zu erspäen. Trotz seiner Beschreibung konnte ich aber beim besten Willen keinen Hirsch sehen. Der blieb auch nicht lang sichtbar sondern versteckte sich schnell wieder zwischen den Bäumen. Da Lech von Jägern nur so wimmelt, war das sehr schlau!

Auf dem Weiterweg zur Göppinger Hütte unterhielten uns bald auch von der anderen Seite röhrende Hirsche, so dass wir ein Konzert von rechts und links geniessen konnten. Allerdings konnten wir auch beim nächsten Stopp weder in dem einen noch in dem anderen Tobel einen Hirsch finden. Damit uns nicht langweilig wurde, fing es zu regnen an. Nicht lang, nicht heftig, aber doch so sehr, dass wir unsere Schirme auspacken mussten. Ich habe inzwischen einen Schirm, den man so am Rucksack befestigen kann, dass man ohne den Schirm festhalten zu müssen, laufen kann. Und das klappt gut - zumindest wenn kein Wind weht.

An der Göppinger Hütte gönnten wir uns eine heisse Kartoffelsuppe und streichelten den Hüttenkater, der sich neben uns auf der Bank zusammenrollte und schnurrte wie ein kleiner Motor. Draussen hatte es zwar zu regnen aufgehört, aber es sah so aus, als würde es bald wieder anfangen, wie auch die Wetter-Vorhersage angekündigt hatte. Wir entschieden uns dennoch für den Weiterweg, auch wenn für den Theodor-Prassler-Höhenweg bis nach Oberlech 4 1/2 Stunden angegeben werden.

Unser Optimismus wurde schon wenige Meter nach der Hütte belohnt, denn der Himmel riss unvermutet auf und wir konnten in schönster Sonne weiterwandern. Bald nach der Hütte sahen wir ein Rudel Schneehühner (Herde? Schwarm? Schneehühner rennen meistens im Gelände herum und fliegen kaum.) im Geröll, halb grau, halb weiss und wirklich nur zu sehen, wenn sie sich bewegten. Durch die Linse der Kamera waren die Hühner nahezu gar nicht zu erkennen, so dass wir fröhlich Geröllbrocken fotografierten. Ein paar der Hühner erwischten wir aber doch :-)

Der höchste Punkt des Höhenwegs ist kurz unter der Butzenspitze, aber da war es so windig, dass wir umgehend weiter gingen. Erst kurz vor dem Butzensee fanden wir dann eine nette windgeschützte Mulde, wo wir nochmal Pause machen konnten. Da war aber die Sonne schon ein wenig hinter Schleierbewölkung verschwunden. So war es in unserer schönen Mulde nicht ganz so warm und gemütlich wie wir gehofft hatten.

Auf dem Weiterweg nach Oberlech schreckten wir einen grossen Schwarm Dohlen auf, die sich umgehend ‘rächten’, indem sie verdaute Heidelbeeren auf uns regnen liessen. Einen Treffer landeten sie: direkt auf den Schultergurt von Ralles Rucksack. Das war aber schnell und leicht zu reinigen.

Kurz danach landeten wir im Skigebiet von Lech. Der Abstieg auf der Teerstrasse war auch gleich recht unerfreulich (so harten Untergrund im Abstieg nimmt mir mein Knie arg übel). Glücklicherweise konnten wir nach den Gipslöchern bald auf einen netten Pfad abzweigen.

Der Himmel hatte die ganze Zeit schon immer mehr zugezogen. Gerade als es zu regnen anfing, erreichten wir den Petersboden-Lift, der uns mit gedeckelten Sesseln talwärts trug. Perfektes Timing!

An diesem Abend gingen wir zum Italiener des Ortes, Don Enzo. Das Fazit auch hier recht gemischt: Meine Pizza war OK, Ralles schlecht, der Salat gross aber leider mit schlechtem Essig. Und es war zu teuer.

Von engel am 15.10.2012 20:05 • diaryurlauboutdoorberg

LQ1 - Wösterspitzen

Sonntag, Oktober 14, 2012

30.09.2012

Von uns nach Lech braucht man knapp 2 Stunden, deswegen gab es am ersten Tag noch eine Halbtagestour.

Morgens hatte es noch ein wenig geregnet, durchs gesamte Lechtal hindurch sahen wir nur Wolken und Nebel und auch in Lech selber sah das Wetter trüb und kühl aus. So staunten wir nicht schlecht, als wir nach dem Einzug ins Apartment mit der Rüfikopfbahn direkt in die Sonne fuhren (und keineswegs, wie so halbwegs befürchtet, Schnee auf den höheren Gipfeln vorfanden) :-)

Zur Einstimmung gab es erst mal Kaffee im Rüfikopf-Restaurant, dann machten wir uns auf den Weg zu den Wösterspitzen. Dazu steigt man erst mal auf eine Erhebung hinter dem Rüfikopf und dann hinab in die weite Hochebene zwischen Rüfikopf, Rüfispitze und den Wösterspitzen. Die Landschaft und die Aussicht dort ist durchwegs grossartig (was zu unendlich vielen Bildern führte).

Bevor es am anderen Ende der Hochebene auf die Wösterspitzen hinauf ging, gönnten wir uns nöch eine gemütliche Sonnenpause in einer windstillen beinahe trockenen Mulde :-)

Die Wösterspitzen sind nicht allzu anspruchsvoll, bieten aber doch ein wenig amüsante Kraxelei und Balanciererei bis man an der dritten Spitze angelangt ist. Zudem gibt es dort einen Stempelkasten für Wanderpässe, den ersten den wir vor Jahren gesehen hatten. Ich amüsiere mich über die Kästen noch immer gründlich und kann nicht anders als an die Piefke-Saga und die Silberne Wandernadel aus Teil 2 denken ;-)

Am Rückweg trafen wir den ersten Menschen des Tages (abgesehen von den Bahnfahrern am Rüfikopf) und versicherten ihm, dass man die Wösterspitzen durchaus ohne Kletterei besteigen könne. Vor dem Rückweg genossen wir nochmal Sonne in unserer warmen Mulde und beobachteten Murmeltiere. Hach, was für ein gemütlicher Tag!

Schon auf dem Rückweg hatte es langsam zugezogen. Kurz nachdem wir im Apartment angekommen waren, fing es an zu schütten, was die Aussichten auf den nächsten Tag ein wenig trübte. Glücklicherweise hörte es bald wieder auf, war wohl eher ein Gewitter als permanent schlechtes Wetter.

Zum Abendessen gingen wir in die Lecher Stuben im Hotel Gotthard und waren eingermassen enttäuscht vom 08/15-Essen zu High-Class-Preisen. Wir hatten das Essen in deutlich besserer Erinnerung!

Von engel am 14.10.2012 09:50 • diaryurlauboutdoorberg

Lechquellengebirge

Sonntag, Oktober 14, 2012

Diesmal war es im Lechquellengebirge nicht ganz so schön wie letztes Mal (was allerdings wirklich schwer zu übertreffen gewesen wäre), aber wir hatten insgesamt reichlich Glück mit dem Wetter, obwohl es ziemlich gemischt und teilweise fast schon schlecht war. Die Landschaft und die Berge haben sich wieder wirklich gelohnt, Lech selber - naja.

Inzwischen bin ich ja schlauer geworden. Lech ist nämlich - was ich kleines naives Landei gar nicht wusste - ein High-Society-Spielplatz. Quasi ein kleines St. Moritz in Vorarlberg. Und nicht, wie ich annahm, die Verlängerung des Lechtals und ein grösseres Bergdorf. Das erklärt dann auch die erstaunliche Ansammlung von 5-Sterne-Hotels.

Das erklärt auch, wieso das Essen da so teuer ist. Was es nicht erklärt ist, wieso das Essen nicht gut ist, ausserhalb besagter 5-Sterne-Hotels zumindest. Meine Aussage von letztem Jahr, nämlich dass das Essen in Lech durch die Bank 5 Euro zu teuer für die gebotene Qualität und Menge ist, muss ich somit leider aufrecht erhalten (selbst wenn ich Münchner Preise in Betracht ziehe!). Selbst die Lecher Stuben, wo es uns beim letzten Mal noch recht gut geschmeckt hat, sind eher mittelmässig. Die Begeisterung vom letzten Urlaub ist wohl ein wenig dem Unterschied zu den anderen Restaurants zuzurechnen. Aber immerhin satt wird man da, das stimmt.

Das beste Essen des Urlaubs haben wir selbst gekocht. Einmal Fleischpflanzl mit Bratkartoffeln und einmal Schupfnudeln, alles Fertigzeugs vom Aldi. Ich lass das jetzt mal so stehen.

Das, was uns beim letzten Mal so gut gefallen hat, die Lech-Active-Card mit den umsonstenen Bahnen und Bussen, gibt es zwar noch, aber die ersten Busse fahren nicht mehr in die langen Täler hinter (am Spullersee ist man frühestens um 10, am Formarinsee gar erst um 11!). Somit taugen die Busse nur mehr für den Rückweg und wenn man eine grössere Tour machen will, muss man doch selber fahren.
Das ist schlecht gemacht, liebe Lech-Tourismus-Verwaltung!

Genug gejammert :-) Der Rest des Urlaubs - soll heissen, die Landschaft, die Berge, das Apartment (Haus Sebastian, immer noch empfehlenswert), die Bahnen und Busse, die man nutzen kann, war durch die Bank prima. Für das Wetter, das wir hatten, haben wir ganz gute Touren hinbekommen, aber für den einen oder anderen Berg müssen wir wohl nochmal kommen. Zum Klettern auch, für die Roggal-Nordkante war es uns einfach zu kalt!

Von engel am 14.10.2012 09:48 • diaryurlauboutdoor

Heimarbeit noch mal

Freitag, Oktober 12, 2012

Was im Februar begann, hat gestern ein Ende gefunden - das Metall aus dem Bein des besten Allgäuer von Allen ist jetzt wieder draussen :-)

Für mich bedeutet das nochmal 2 Tage Heimarbeit, die diesmal am ersten Tag aber unter deutlich ungünstigeren Bedingungen stattfand als letztes Mal. Die blöde Heizung im Arbeitszimmer ging nämlich nicht. Die brachialen Methoden wie man das löst - mit dem Hammer aufs Thermostat klopfen - kenne ich natürlich, aber als ich gestern das Thermostat entsprechend liebkoste, verweigerte es trotzdem den Dienst. Meinen Allgäuer mochte ich deswegen aber nicht in den ersten Stock schicken, der hing nämlich mit betäubtem Bein, Blutflasche und Krücken im Wohnzimmer rum und fand schon den Weg aufs Klo beschwerlich.

Entsprechend war der gestrige Tag wenig erfreulich weil etwas frostig (zum Rumsitzen muss es einfach wärmer sein als wenn man nur gelegentlich im Zimmer rumsaust). Da halfen auch viele Tassen heisser Tee nur bedingt.

Heute kann sich der beste Allgäuer von Allen schon deutlich besser bewegen (Bein wach, Schlauch raus), deswegen redete er in der Früh dem Thermostat mit dem Hammer gut zu und nun heizt die Heizung. Wieso das Thermostat auf seine Schläge reagierte und auf meine nicht, ist mir ein Rätsel. Wahrscheinlich war ich zu zaghaft, wollte ja nichts kaputt machen. Aber egal: Es ist warm. Schöööön!

Von engel am 12.10.2012 12:53 • diary

Schwestertreffen

Donnerstag, Oktober 11, 2012

Gelegentlich und fast immer unvermutet verschlägt es Schwesterle2 nach München. Üblicherweise weiss sie sowas aber wenigstens ein paar Tage vorher und ich habe genügend Vorlauf, um mich zumindest rudimentär auf den Besuch vorzubereiten.
(Im Klartest heisst das für Kaffee zu sorgen und die Wohnung halbwegs besuchertauglich zu machen. Im Normallfall ist meine Münchner Wohnung Letzteres nämlich ausgesprochen nicht.)

Durch den Urlaub letzte Woche, in dem ich nicht mal das Handy angeschaltet habe, habe ich erst am Sonntag Abend mitbekommen, dass wir uns am Montag treffen könnten. Da war dann weder Zeit zum Einkaufen (weil nämlich der Kaffee so gut wie leer war) noch zum Aufräumen (weil ich vorm Urlaub so viel zu tun hatte, dass ich buchstäblich alles nur fallen gelassen habe und abgehauen bin).

Aber von solchen Kleinigkeiten lassen wir uns natürlich nicht von einem Treffen abhalten und es war - wie nicht anders zu erwarten - ausgesprochen nett :-) Das liegt nicht zuletzt daran, dass Schwesterle2 immer so viel Interessantes zu erzählen hat. Ich weiss nicht so recht wie sie es anstellt, aber so Zeug wie ein Exhibitionist in der S-Bahn passiert nur ihr. Was aber auch gut so ist, denn ich wäre garantiert nicht so schlagfertig, dass der Typ geschlagen einpackt und abzieht. (Das ist aber aus früheren Zeiten und nicht diesmal passiert.).

Ausserdem: Ich hatte ganz vergessen, wie gut der Chinese bei mir ums Eck (naja um 5 Ecken) ist. Ich muss Gelegenheiten suchen, da wieder hin zu gehen.

Von engel am 11.10.2012 05:42 • diary

Rüge

Dienstag, Oktober 09, 2012

Beinahe jedenfalls ;-)

Parken in der Firma ist, seitdem das zweite Untergeschoss endlich saniert ist, recht praktisch. Man fährt in die Tiefgarage, nimmt den Lift und ist im Büro. Da ich meist recht früh da bin, kann ich so gut wie immer auf der ‘Pole Position’ parken. So nennt der Kollege die Parkplätze, von denen man praktisch nur mit einmal Umfallen im Lift ist (nicht dass die Tiefgarage so gross wäre, dass man tatsächlich irgendwo weit laufen müsste).

Selbstverständlich parke ich immer auf einem der Frauen-Parkplätze, damit die Herren auf den restlichen Plätzen parken können.

Letztens rief in der Früh jemand vom Empfang an. Üblicherweise passiert das, wenn ein externer Mensch nicht die direkte Durchwahl hat und weiter geleitet werden muss. Die nette Dame vom Empfang (keine Ironie, die ist tatsächlich sehr nett) begrüsste mich mit einem ungewohnt strengen “Herr Kullak!”. Passiert öfter, das korrigiere ich schon automatisch ohne Nachdenken mit “Frau Kullak, bitte!”.

“Oooh.” Der Schwung der Empfangsdame war hörbar gebrochen. “Ich wollte Sie gerade rügen. Sie parken auf einem Frauenparkplatz. Das ist doch ihr Auto mit dem Kennzeichen XXX? Das kenne ich nämlich nicht.”

Denn man muss bei der Einfahrtgenehmigung für die Tiefgarage (wo dann auch der Firmenausweis frei geschaltet wird) das Autokennzeichen angeben. Und sollte das natürlich auch anpassen, wenn man ein anderes Kennzeichen bekommt. Naja, sind ja erst 3 Jahre ;-)

Jetzt ist jedenfalls alles ordnungsgemäss an den richtigen Stellen eingetragen und ich darf da jetzt auch offiziell parken ...

Von engel am 09.10.2012 21:22 • diary
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