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Kleine Wunder

Montag, März 31, 2014

Manchmal gibt es welche. Ich habe gerade so eines :-)

Von engel am 31.03.2014 19:38 • diarywehwehchen

Skisafari Schochen

Montag, März 31, 2014

Alle Jahre wieder wünscht sich meine Mom eine Skitour zum Geburtstag und alle Jahre wieder versuchen wir, daraus eine tolle Tour zu machen. Dieses Jahr scheiterte das Vorhaben eine ganze Weile lang an Wetter, Schnee, Umständen, Urlaub und Sonstigem. Aber für Samstag sah es endlich mal gut aus: frischer Schnee, der aller Wahrscheinlichkeit nach nordseitig auch am Samstag noch taugen sein würde. Denn Skitouren bei Drecksbedingungen will man ja nicht unbedingt verschenken ;-)

Ganz zufällig hatte meine Mom 2 Karten für die Allgäuer Bergbahnen gewonnen und meinte, ob wir die nicht irgendwie verwenden könnten. Skitouren mit Seilbahnunterstützung sind jetzt nicht das, was wir sonst so machen, daher mußte ich erst mal recherchieren. Und ja, natürlich gibt es sowas.

So kam es, dass wir am Samstag in der Früh in einer langen Schlange an der Nebelhornbahn anstanden. Und zumindest der beste Allgäuer von Allen und ich fragten uns ernsthaft und nicht nur ein bisserl genervt, ob das jetzt wirklich eine gute Idee gewesen war. Und ob da jetzt nicht Tausende von Freeridern vor uns waren und den letzten schönen Pulverschnee zerpflügen würden.

Mit der 4. oder 5. Gondel kamen dann auch wir nach oben und standen in allerbestem Wetter in großartiger Umgebung vor dem Edmund-Probst-Haus. Auf dem Weg zum Zeigersattel sah man grad mal 2 Leute, alle anderen stürzten sich ins Skigebiet. Wir fuhren auf dem gewalzten Winterwanderweg so weit ab wie möglich und fellten dann auf. Vermutlich hätte man sich an den anderen Skitourern ein Beispiel nehmen sollen (nach uns kam gleich noch ein große Gruppe) und mit geschulterten Skiern zu Fuß bis zum Sattel zwischen Zeiger und Seekopf laufen können, denn der gewalzte Winterwanderweg geht bis genau dort hin.

So gut wie alle der anderen Skitourer kraxelten dann mit Skiern am Rucksack zu Fuß auf den Großen Seekopf. Unsere Tourenbeschreibung sah aber vor, aus dem Sattel heraus abzufahren. Und da der Schnee dort sehr gut aussah und noch dazu noch kaum Spuren vorhanden waren, sahen wir keinen Grund, der Beschreibung nicht zu folgen. Zumal die Kraxelei auf den Seekopf nicht besonders angenehm aussah.

Wegen der Wechte im Sattel mussten wir ganz rechts oben in einen recht steilen Hang einfahren. Ralle vorweg, Mama hinterher, am Ende ich. Alles klappte gut. Wir querten weit entlang des Seekopf-Ausläufers, bis sich die Abfahrt in eine Senke anbot. Der Schnee war Klasse, die Spuren wurden entsprechend schön. Und weil es so schön war, fuhren wir auch gleich noch in die nächste Senke ab.

Dies entsprach aber nicht der Tourenbeschreibung (auch nicht die erste Abfahrt, man hätte nur queren sollen), daher mussten wir, um auf die Route zurück zu kommen, die schönen Abfahrtsmeter nun wieder aufsteigen. Der Hang war steil und der Schnee war tief, daher brauchten wir viele Spitzkehren (auf dem GPS Track nachgezählt: 18), alle vorbildlich gespurt vom besten Allgäuer von Allen, und etwa 150 Höhenmeter um auf die eigentliche Route zurück zu kommen.

Als nächstes ging es um den Seekopf-Ausläufer herum und über ein weites Plateau, bis wir ins Ostrachtal hinab und zum Schochen hinüber blicken konnten. Wir standen auf einer SSO-Seite und konnten nun entweder rechts eines Mugels bis zur Hütte der Plattenalpe abfahren, um von dort entlang des Seekopfs zum Schochen zu gehen oder links des Mugels in Firn ins Tal abfahren und dann auf dem Normalweg zum Schochen aufsteigen.

Im Firn war eine schöne Spur, daher nahmen wir die linke Seite. Mit Firn haben wir aber kein Glück, das war schon wieder übler Sulz weil wir wegen unseres Pulverschneeabstechers zu spät dran waren. Wir hielten daher hinter dem Mugel auf die Plattenalphütte zu und fellten dann wieder für den Aufstieg auf.

Die Spur, die wir entlang der Seekopfflanke gesehen hatten, war eine Abfahrtsspur. Da unsere Tourbeschreibung (weniger in Worten als wegen der eingezeichneten Route) aber genau dort entlang wies, spurte der beste Allgäuer entlang der Abfahrtsspur, was uns direkt unterhalb des Gipfelhangs auf die Normalroute brachte. Wir mussten auch nur einmal mit den Skiern durch Dreck und Gras stapfen.

Am Gipfelhang waren dann nochmal 14 einigermaßen steile Spitzkehren zu bewältigen, dann standen wir am Schochen mit großartigem Ausblick auf Schneck und Höfats direkt gegenüber und den restlichen Allgäuer Hauptkamm in einiger Entfernung. Als Zuckerl umkreisten uns sogar zwei Jungadler (letzteres weiß ich erst seitdem ich Wikipedia befragt hatte, denn die beiden Vögel hatten helle Flügelunterseiten).

Nach gebührender Gipfelrast ging es dann an die Abfahrt, wo wir bis fast ganz unten noch immer richtig schönen Pulverschnee (nur minimal zerfahren) vorfanden. Im Tal war dann natürlich nichts mehr mit Pulverschnee. Erst mussten wir uns durch immer schwerer werdenden nassen Tiefschnee wühlen und am Ende auf der mit Pfützen garnierten Forststrasse zum Giebelhaus schieben oder skaten. Hinten im Tal mussten wir nur ein paar Mal abschnallen, das letzte Stück zum Giebelhaus war dann Laufen angesagt.

Zurück nach Oberstdorf kommt man vom Giebelhaus mit Bus und Bus und Bus, die Anschlüsse sind mit jeweils 10 und 5 Minuten ganz gut und man braucht insgesamt etwa 1 1/2 Stunden. Da nette Menschen uns aber einen einzelnen Platz in einem Taxi anboten, schickten wir den besten Allgäuer von Allen mit dem Taxi nach Oberstdorf das Auto holen und warteten den Kangoo ab.

Alles in Allem war das eine sehr seltsame Skitour, weil wir so weit ‘gereist’ sind (deswegen Skisafari in der Überschrift). Insgesamt ist das aber eine großartige Unternehmung, nicht nur weil wir so viel schönen Pulverschnee gefunden haben, sondern auch weil die Landschaft da hinten so wunderschön ist. Und ganz entgegen allen Erwartungen (die Lästigkeit der Seilbahn ist bald vergessen) waren wir weitgehend allein unterwegs, nachdem wir das Skigebiet und die Freerider am Seekopf hinter uns gelassen hatten.

Von engel am 31.03.2014 19:04 • diaryoutdoorski

Langtauferer Tal - Skigebiet Maseben

Freitag, März 28, 2014

Am letzten Tag wollten wir nur einen halben Tag lang unterwegs sein und entschlossen uns, dem kleinen Skigebiet nochmal einen Besuch abzustatten.

Wettermäßig passte das prima: vormittags war noch weitgehend Sonne, aber es zog langsam eine Dunst- und Wolkenschicht aus Norden heran, die am frühen Nachmittag auch den letzten Sonnenschein geschluckt hatte.

Wir sausten am Vormittag einige Male über die auch am Samstag wunderbar leeren Pisten, genossen dann eine nette Pause mit Radler und Speckknödelsuppe (endlich Knödel!) und machten danach noch ein paar Abfahrten, bis und Knie (mir) und Oberschenkel (uns beiden) weh taten.

Auf dem Heimweg fing es etwa am Fernpass an zu regnen. Perfekt!

Von engel am 28.03.2014 06:59 • diaryurlauboutdoorski

Langtauferer Tal - Mittereck

Freitag, März 28, 2014

Nachdem nun endgültig klar war, dass Südseitentouren nur einem Start um Mitternacht (oder zumindest deutlich früher als wir aus dem Hotel weg konnten) sinnvoll waren, musste wieder eine Nordseitentour her. Möglichst wieder eine, die nicht ganz so lang war, was die restlichen Touren im Talschluss des Langtauferer Tals ausschloss.

Es gibt aber auch ganz ansprechende Touren am Anfang des Langtauferer Tals, daher fuhren wir knapp 10 Minuten mit dem Auto und stellten den Kangoo unterhalb von Capron ab. Man steigt zunächst einen ziemlich steilen und zu dieser frühen Stunde natürlich komplett vereisten Hang hinauf (weitgehend auf dem Sommerweg) und gelangt dann in ein langes Seitental, dem man folgt. Und folgt. Und folgt.

Das Tal ist hübsch, die Umgebung großartig, aber der Weg ist extrem lang, was uns bei der Planung irgendwie entgangen war. Daher waren wir zunächst auch der Ansicht, dass es nach der Ochsenalm dann ja wohl endlich zur Sache (also hinauf) gehen würde. Das war aber ein Trugschluss, denn da hatten wir grad mal knapp die Hälfte der Strecke hinter uns.

Immerhin waren wir völlig einsam und allein unterwegs. Schließlich tauchte dann doch noch das Mittereck auf und wir wussten wieder ganz genau, warum wir diesen Berg ausgesucht hatten: Der große weite Nordhang hatte nur wenige Spuren aufzuweisen und der Schnee sah sehr nach Fahrspaß aus :-)

Vor den letzten 500 Höhenmetern machten wir nochmal eine Pause und stiegen dann auf der mit ungewöhnlich vielen Kehren versehenen Spur direkt über den Nordhang auf. Üblicherweise geht man über den Nordrücken hinauf, aber der wäre ziemlich dem Wind ausgesetzt gewesen und so hatten wir schon mal Gelegenheit die Schneebeschaffenheit genauer unter die Lupe zu nehmen. Wir waren uns sehr schnell einig, wo wir abfahren würden.

Das Mittereck ist nicht nur wegen des schönen Nordhangs sondern auch wegen der Aussicht ein sehr lohnendes Ziel. Man steht fast direkt über dem Reschensee und hat einen großartigen völlig unverstellen Blick auf die Südtiroler Berge, ganz prominent natürlich Zufallspitze/Cevedale und Ortler.

Erstaunlicherweise hatte es am Gipfel keinen Wind, daher fiel die Pause lang und gemütlich aus. Als wir uns dann an die Abfahrt machten, lag der Nordhang schon wieder im Schatten, was dem Schnee - nachdem wir den oberen Teil, der natürlich abgeblasen und steinig war, hinter uns gebracht hatten - aber keinen Abbruch tat. Der war locker, und pulvrig und wunderbar zu fahren. Bis zum letzten Absatz vor der Ochsenalm fanden wir immer guten Schnee. Erst kurz vor der Alm mussten wir uns wieder mit Sulz herumschlagen.

Der Rest war dann nur mehr lockeres Schwingen auf der Hörnerschlittenbahn. Nicht unbedingt schön vielleicht, aber einfach ;-)

Von engel am 28.03.2014 06:47 • diaryurlauboutdoorberg

Langtauferer Tal - Weissseejoch

Donnerstag, März 27, 2014

Nach nun 2 schönen Touren auf der Nordseite und weil wir keine noch längeren Touren machen wollten, hatten wir uns für einen weiteren Versuch auf einer Südseite entschieden. Inzwischen war es wieder klarer (nachdem es 2 Tage lang eine dünne Dunstschicht am Himmel gehabt hatte) und somit sollte es nachts besser durchfrieren. Zudem hofften wir auf einer eher westseitig ausgerichteten Tour auf späteres Auffirnen. Und weil wir sie dabei hatten und weil sie sehr breit sind, nahmen wir unsere Kurzski (Hagan Offlimits, 130cm) dafür.

Der Anfang war vielversprechend, denn der flache Hang über dem Hotel und auch der schräge Forstweg ins Seitental darüber waren beinhart gefroren.

Als wir ins Seitental kamen standen wir erst mal staunend vor einer (für mein Gefühl) recht beeindruckenden Lawine, die in den letzten zwei Tagen aus einem Hang gerutscht war, in dem ich eher wenig Schnee vermutet hätte. Jedenfalls weniger als da unten in Lawinenform herum lag.

Wir liefen das Tal hinter und wie schon vor 2 Tagen war es sehr warm. Eigentlich schon heiß. Im Talschluss wandten wir uns diesmal nach rechts uns gingen einen westseitigen noch eishart gefrorenen Hang hinauf, um in das oben anschließende Tal zu gelangen. Die Spur verlor sich in Abfahrtsspuren und so gelangten wir anstatt auf den Talboden auf eine Seitenrampe nördlich des Tals, die aber ebenfalls zum Weissseejoch führen würde.

Diese Rampe war aber (weil an der Nordseite eines westgerichteten Tals und somit volle Südseite) schon weich. Und wurde weicher. Und schließlich brachen wir mit den Skiern im Sulz ein, dabei waren es bis zum eigentlich Ziel, dem Gipfel links des Weissseejochs noch wenigstens 2 Stunden. Ich entschied, dass am nächsten Stein (noch 50m Wegstrecke) Schluss sein würde. Der beste Allgäuer von Allen war zwar nicht ganz damit einverstanden, aber weil wir diese Winter-Abmachung haben, dass wenn es einem unwohl wird, der andere nur eingeschränkt argumentieren darf, fellten wir nach einer kurzen Pause ab und machten uns auf den Rückweg.

Anfangs fuhren wir noch oben auf der Rampe ab und im weichen Firn (noch kein Sulz) dort schlugen sich die Offlimits ganz gut. Dann mussten wir über den komplett südseitigen Hang in den Talgrund des Seitentals, in dem wir uns befanden. Der beste Allgäuer von Allen fuhr als erster ab und pflügte den knietiefen Sulz so lang um, bis er einfach stecken blieb und die Ski mühsam ausgraben musste.

Ich versuchte das auch, fiel aber nach einer Kurve talwärts um und musste dann der Reihe nach erst meinen zweiten Stock mit den Fingern ausgraben, mit dem Stock die Bindung und den Stiefel ausgraben, um den Schuh zu befreien (das alles mit den Beinen oben und dem Kopf unten) und als ich mich dann endlich aufrichten konnte, musste ich den Ski richtig ausgraben. Der Schnee war so fest, dass es nicht möglich war, irgendwas einfach rauszuziehen. Knochenbrecherschnee.

Die weitere Abfahrt war weniger mühsam. Diesmal gab es keine Pause am Bänkle am Wegkreuz. Es war so heiß, dass wir lieber ein Radler auf der Terrasse des Hotels genießen wollten als Tee am Bänkle ;-) Ziemlich genau Mittag saßen wir dann auf der Terrasse und genossen ein nicht ganz verdientes kühles Radler.

Das war eine Weile ganz nett, aber bald wurde uns langweilig. Wir hätten natürlich ins Hallenbad und in die Sauna gehen und alles für uns allein haben können, aber angesichts des großartigen Wetters schien es uns einfach falsch, im Keller zu verschwinden. Stattdessen packten wir Skizeug in den Kangoo und fuhren zum Skigebiet Maseben, um da einfach noch ein bisserl ‘richtig’ Ski zu fahren.

Das war eine prima Idee, denn das kleine Skigebiet war so leer, dass wir sowohl die 4 Pisten als auch Lift und Seilbahn meist für uns allein hatten. Und auf leeren Pisten kann man Dinge machen, die sonst einfach nicht gehen: Carven auf Teufel komm raus und hemmungslos schnell fahren. Yay!

Von engel am 27.03.2014 22:04 • diaryurlauboutdoorski

Langtauferer Tal - Planailscharte

Donnerstag, März 27, 2014

Da die letzte Nordseitentour so ein Erfolg gewesen war und weil der Aufstieg in die Planailscharte nach wirklich gutem Schnee ausgesehen hatte, nahmen wir uns die als Ziel vor.

Die Planailscharte liegt nur ein Seitentälchen weiter als die Scharte zur Valbenairspitze, daher ist der Weg dorthin ein ganzes Stück weit derselbe. Wie am Vortag stapften wir in allerschönster Umgebung hinter zur Melager Alm und folgten dem idyllischen Sommerweg bis knapp über die Waldgrenze.

Nach einer Pause folgten wir der Spur bis dahin, wo wir schon am Vortag abgebogen waren und nahmen wieder dieselbe Abkürzung, da die uns direkt auf die Planailscharte zuführte. Wir trafen auf die Spur zu Scharte und konnten je näher wir kamen umso besser erkennen, dass wir hier tatsächlich guten Schnee vorfinden würden. Was für eine Freude!

In der Mulde unter der Scharte machten wir an einem schönen sonnigen Platz eine lange Pause, bevor wir den Anstieg in die Planailscharte in Angriff nahmen. Deren Anstieg hatte von Weitem extrem steil und unangenehm ausgesehen, jetzt wo wir näher dran waren, hatte sich der Hang aber etwas zurückgelegt, so dass er nun nur mehr sehr steil und nicht mehr extrem steil aussah. Wie befürchtet war der Anstieg aber im oberen Teil glatt und hart und windgepresst.

Im unteren Drittel des Anstiegs zur Scharte legten wir Harscheisen an. Das war sozusagen keine Kehre zu früh, denn kurz drauf wurde es erst stückweise dann durchgehend sehr hart. Wir mussten die Ski samt Harscheisen gelegentlich sehr hart in den Schnee stampfen um sicheren Halt zu finden. Mir fielen da vor allem die Spitzkehren schwer, weil ich dem umgestellten Ski nicht so Recht trauen mochte. Aber er hielt jedes Mal :-)

Alles in allem war es aber doch weniger mühsam als befürchtet, bis in die Planailscharte zu kommen. Dort gab es nochmal eine ausgiebige warme Pause (kein Wind!), dann rüsteten wir für die Abfahrt auf. Oben, wo es so richtig hart war, würden wir wohl kein Problem bekommen. Unten im weichen Schnee auch nicht. Schwierig würde der Mittelteil werden, wo nicht absehbar war, welcher Teil der harten Platten uns tragen würde und wo man durchbrechen würde.

So war es dann auch. Mit ein paar schnellen Bogen waren wir über die steilen harten Platten drüber und brachen dann in Bruchharsch ein. Wir versuchten den Spuren einiger Vorfahrer zu folgen und nach links zu queren, wo der Schnee wieder fahrbar aussah. Das war nicht ganz einfach, denn mal brachen wir durch und mal nicht.

Mein linker Ski (Bergski) fuhr dann auch unter eine Bruchharschplatte drunter, die nicht brechen wollte. Dafür brach der Talski an einem Hindernis (Stein?) nach unten aus und ich purzelte kopfüber den steilen Hang hinunter. Glücklicherweise war der Schnee nach 2 Purzelbäumen weich genug um mich aufzufangen. Und noch glücklicherweiser gab die Platte über dem linken Ski am Ende doch nach. Noch im Fallen befürchtete ich, nun 10 Meter irgendwie nach oben zu meinem Ski krabbeln zu müssen, aber als ich mich so halbwegs wieder derappelt hatte, stellte ich fest, dass beide Skier noch bei mir waren. Allerdings war ich fast aus dem linken Schuh (der eigentlich fest zu war!) gerutscht. Das kommt davon, wenn man so langsam fährt, dass der Schwung beim Fallen nicht ausreicht, die Bindung auszulösen!

Ab dieser Stelle fanden wir fast bis hinunter zum Skicross auf dem Sommerweg wirklich schönen gut fahrbaren Schnee. Unterbrochen von ein paar Flecken mit Windpressplatten, die wir inzwischen aber schon gut erkennen konnten. Die Abfahrt war Klasse, aber reichlich anstrengend für die Oberschenkel. Die taten mir auf dem Skicross runter zur Melager Alm am Ende so weh, dass ich nur vor-mich-hin-jammernd (aua-aua-aua) beim besten Allgäuer von Allen ankommen konnte. Immerhin taten dem die Beine auch weh!

Von engel am 27.03.2014 21:31 • diaryurlauboutdoorski

Langtauferer Tal - Valbenairspitze

Montag, März 24, 2014

Nach dem Debakel auf der Südseite musste nun wieder eine Nordseitentour her. Vorzugsweise eine in einem Tal und nicht auf einem Rücken.

Zur Valbenairspitze geht man zunächst unten im Tal auf dem Winterweg zur Melager Alm. Vom Hotel aus kann man ein ganzes Stück weit ‘abfahren’ (wenn man das so nennen kann, schieben und ein gelegentlicher Schlittschuhschritt sind schon nötig), dann wird aufgefellt. Der Weg ist landschaftlich sehr schön, also macht es wenig aus, dass es ein bisserl langweilig ist, da hinter zu hatschen.

Ab der Melager Alm geht es auf dem idyllischen Sommerweg weiter. Man steigt in vielen Kehren durch sonnigen lichten Lärchenwald auf bis man über der Waldgrenze auf gestuftes weitläufiges Gelände kommt. Hier wand sich die Spur derart langweilig durch die Geändestufen, dass uns bald die Geduld ausging. Wir kürzten mit einer eigenen Spur ab und trafen erst nach der letzten Steilstufe im Tal zur Valbenairspitze wieder darauf (eine prima Idee, wie wir im Nachhinein festellten, denn die Spur machte noch 2 riesige völlig unnötige Schleifen).

Der Aufstieg bis zur Scharte zog sich - wie immer, wenn man das Ziel ständig vor Augen hat - ziemlich hin. Das gesamte Tal bis zur Scharte war sehr zerfahren (es hatte seit 2 Wochen nicht mehr geschneit), wir konnten aber schon gut sehen, wo wir am besten abfahren würden, um die wenigen Stellen mit voraussichtlich gutem Schnee zu finden (meist da, wo es steiler war). Ganz oben war der Schnee hart und Pisten-ähnlich, auch gut.

Von der Scharte bis zum Skidepot war es dann nicht mehr weit. Oben war es allgemein recht windig, das Skidepot lag aber recht günstig und halbwegs windgeschützt. Eine steile Spur, teils mit Ski, teils zu Fuss begangen, führte weiter bis zum eigentichen Gipfel. Wir legten Harscheisen an und stiegen mit Ski weiter auf.

Dabei rutschte ich auf den letzten steilen Metern über dem Skidepot mit einem Ski über einem Skistiefelloch aus und fiel auf den Bauch. Das war sehr ungünstig, denn die tollen Softshell-Klamotten halten auf harten Schnee so gut wie gar nicht und direkt unter mir ging es weit, weit hinunter. Ich konnte mich kaum bewegen, ohne gleich ins Rutschen zu kommen und der Rucksack, der mir hinten am Rücken hoch gerutscht war, machte die Situation auch nicht einfacher. Mit Ralles Hilfe konnte ich einen Ski ausziehen und den Skistiefel in den harten Schnee stellen. Danach war es einfach. Uff!

Damit war dann die Luft für den eigentlichen Gipfel irgendwie raus und wir kletterten über die Felsen zum Skidepot zurück. Ein Skidepot ist ja auch ein legitimes Ziel für eine Skitour.

Die Abfahrt war oben wie erwartet pistenmäßig hart. Weiter unten fanden wir dann aber wie erwartet noch recht gut fahrbaren Schnee in den Steilstellen des Hangs. Und noch weiter unten fand sich tatsächlich noch richtig schön fahrbarer Pulverschnee, der uns dazu verführte, so weit abzufahren, dass wir wegen einer kleinen Schlucht nicht mehr auf die Aufstiegsspur zurück konnten. Glücklicherweise gab es ein paar Spuren von hoffentlich ortskundigen Skitourern, denen wir einfach folgten (auf dem GPS konnten wir ja sehen wo wir uns relativ zur Aufstiegspur befanden und das Gelände halbwegs abschätzen). Das bescherte uns nochmal schönen Schnee und eine nicht so schöne Querung, bevor wir kurz über dem Wald auf die Aufstiegspur trafen. Perfekt!

Die Abfahrt auf der Aufstiegspur durch den Wald war der übliche Skicross, allerdings ein klitzekleines Bisserl zu steil für entspanntes Rutschenlassen. Man musste schon ziemlich bremsen, um nicht zu schnell zu werden. Bei der Melager Alm waren meine Oberschenkel dann blau. Aua.

Ganz erstaunlicherweise kann man auf dem Winterweg bis fast nach Melag abfahren, die meiste Strecke sogar ohne Zutun (schieben oder Schittschuhschritte), das hatten wir morgens ganz anders erwartet und hatten uns auf eine halbe Stunde ‘Heimhatsch’ eingestellt.

Von engel am 24.03.2014 22:15 • diaryurlauboutdoorski

Hmm, Schnee

Montag, März 24, 2014

So hatte ich mir das eigentlich nicht vorgestellt mit uns. Mir schwebten eher Kälte und trockene Flocken vor, nicht fette patschnasse Schneeflocken-Konglomerate, die sich beim ersten Kontakt umgehend in Wasser auflösen. Und überhaupt hatte ich der Vorhersage nach eher mit minimaler Feuchtigkeit von oben beim Heimradeln gerechnet.

So aber: Bis ich auf dem kürzesten Weg daheim angekommen war (13 Kilometer das dauert einfach eine Weile), tropfte nasser Schnee durch die Lüftungsschlitze im Helm auf meinen Kopf, die Jacke hatte an den Ärmeln und unter den Rücksackträgern schon lang jeden Widerstand aufgegeben, die Handschuhe waren durch und durch nass, zwischen Rucksack und Rücken lief es gelegentlich fröstelig kühl runter, die Hose war nur noch auf der Sitzfläche trocken und in den Schuhen stand das Wasser bis zum Rand. Brrrrr! So kalt war mir schon lang nicht mehr.

Von engel am 24.03.2014 21:39 • diary

Schlechtes Timing

Montag, März 24, 2014

Grad im Radio “... und auf dem Fellhorn im Allgäu 56 Zentimeter Neuschnee.”

Und was is? Montag is. Gna!

Von engel am 24.03.2014 07:33 • diary

Langtauferer Tal - Glockhauser

Sonntag, März 23, 2014

Nach der eher wenig erfreulichen Tour vom Anreisetag wollten wir uns nun an einer Südseite versuchen. Wir stellten uns beschwingtes Wedeln im Firn vor.

Wie auf allen Touren im Langtauferer Tal muss man erst die steilen Seitenwände des Tal überwinden, bevor man in das weitläufige Gelände über dem Talboden kommt. Bei den Touren direkt vom Hotel aus auf die Südseite kann man dazu bequem auf einem breiten Weg aufsteigen.

Danach öffnet sich ein weites Seitental. Den Glockhauser kann man erst sehen, wenn man recht weit hinten und oben ist. Der sieht auch vergleichsweise harmlos aus, die anderen Gipfel (Hennesiglköpfe, Hennesiglspitzen) sind allesamt sehr schroff und felsig und spitz, was ein sehr beeindruckendes Panorama abgibt :-)

Nach gut der Hälfte des Aufstiegs auf dem Weg ins Mitterkar schien mir der Schnee schon besorgniserregend weich (es war auch brutal warm, wir schwitzten im T-Shirt), aber bald drauf hatten wir wieder kalten Schnee unter den Skiern, teils gefrorenen Firn, teils aber auch Pulverschnee oder die heißgeliebten Windpressplatten.

Der Glockhauser, der nach der Hälfte der Höhenmeter schon so nah ausgesehen hatte, ließ sich dann doch noch recht bitten, denn der Weg dahin ist lang und nur sanft geneigt. Der Gipfelaufbau ist dann nochmal kurz steil, wo ich dann die üblichen Probleme mit der Höhe bekam: alles wird sehr sehr anstrengend.

Oben hatte es ein großartiges Panorama nach allen Seiten, aber auch einen sehr kalten Wind (was uns nach dem heißen Aufstieg doch ziemlich erstaunte). Daher gab es auch keine lange Pause am Gipfel, sondern wir machten uns bald an die Abfahrt.

Der Gipfelhang war zerfahren und weich, auf der langen Querung wechselten sich Windpressplatten mit Pulverschnee und Sulzschnee (oft direkt nebeneinander) ab, von Firn keine Spur. Der obere Hang war grad noch so fahrbar, zu weich für lockeres Firnschwingen, aber noch nicht so weich, dass man komplett absoff. Der untere Hang war dann der reinste Alptaum: schwerster Sulz mit teilweise knietiefen Wannen, in die man unvermutet einbrach. Wir waren Stunden zu spät dran! Mit sehr vorsichtigem Abschwingen (es leben der Stemmbogen!) brachten wir den Hang unfallfrei hinter uns und waren sehr erleichtert, als wir am Bänkle am Wegkreuz ankamen, um dort die letzte Pause zu machen.

Den schönsten Schnee des Tages fanden wir dann in dem flachen Hang direkt vor dem Hotel, da gelangen uns dann tatsächlich noch 10 Firnschwünge :-)

Von engel am 23.03.2014 13:05 • diaryurlauboutdoorski
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