Heute Nachmittag durft ich das erste mal in einen der Schwabing Towers. In den 14 Stock, also grad mal knapp über der Mitte. Im Vorfeld wurde ja viel davon gesprochen, dass es da gläserne Aussenaufzüge gibt und dass die Fenster bis zum Boden gehen, weshalb Leute mit Höhenangst da teilweise extra Kurse bekommen, wie sie damit umgehen können, denn - moderne Zeiten - im Normalfall kann man vom Treppenhaus nicht zurück auf die Etagen. Runter gehen ist also möglich, rauf nicht.
Ich muss zugeben: Ich bin enttäuscht.
Klar hat es da gläserne Aussenaufzüge, aber von den 3 möglichen Expositionen (drin, halb drin, draussen) hatten wir den Aufzug, der am weitesten ins Gebäude hinein ragte. Aussenaufzug, dass ich nicht lache, der war klassisch innen :-(
Und anstelle eines wunderbar exponierten Eck-Raumes hatten wir einen kleinen in der Mitte, von dem aus man zwar durchaus schön über München gucken konnte, aber nicht wie erhofft richtig schön gradeaus nach unten. Pfff.
Auffällig in den Towers ist aber tatsächlich die die Anzugträger/Kostümträgerinnen-Dichte. BigBoss, Chef und ich sind da geradezu herausgestochen in unseren Normal-Klamotten ;-)
Ich kam mir tatsächlich vor wie in einem Wallstreet-Movie. Alles weitläufig und gläsern und stählern und unten ein richtiger Empfang mit Sicherheitsleuten und alles was dazu gehört. Man glaubt gar nicht mehr so richtig, noch in München zu sein. Dazu gehört natürlich auch die Tatsache, tatsächlich in einem 14. Stock zu sein, das gibt’s hier ja sonst nicht.
Kann zwengs mir so bleiben, die Towers haben mir nicht gefallen. München ist einfach anders, die stählernen Glaspaläste dürfen gern woanders gebaut werden, München soll uncool und altbacken bleiben.
Eines der Dinge die ich ganz besonders gut kann. Der neueste Beweis: Ich habe heute morgen den zur Kaffeeküche umfunktionierten Abstellraum unter Kaffeesatz und Wasser gesetzt. Und wo ich schon mal dabei war, hab ich mir dabei gleich die Vorderseite der Jeans gebräunt und die Beine verbrüht. Letzteres ist nicht allzu schlimm ersteres schaut ziemlich bescheuert aus jetzt.
Glücklicherweise konnte ich die Putzfrau, die den Raum eben erst gereinigt hatte (was sonst?), nochmal zurück holen, so dass die Säuberungsaktion immerhin halbwegs schnell ging. Eine halbe Stunde später war der Kaffee dann sogar fertig.
... der Technik :-(
Seitdem wir am neuen Standort sind, haben wir IP-Telefone. Man sollte meinen, da sei nun alles schöner besser, schneller, bunter. Aber nix is.
Es rauscht gelegentlich unerträglich, hin und wieder hat man andere Gespräche im Hintergrund oder auch mal ein ganz wunderbares Echo, wenn jemand spricht. Zum Ausgleich kann man die Lautstärke im Kopfhörer nicht mehr runter drehen, was speziell bei der Telko-Anbieter-Warteschleife dringend nötig wäre.
Und es passiert immer wieder das: “Aufgrund von Netzwerkproblemen können wir ihren Anruf derzeit nicht ... BlaBlaBla.”
Ich will mein schönes analoges Telefon zurück!
So der passende Name des Umzugs aus dem schönen Standort hier im Süden in den neuen Standort im Münchner Norden :-) Amüsiert mich immer wieder, wenn ich damit zu tun habe ;-)
Was die Kollegen in den US of A uns weit voraus haben, ist diese wunderbar lässige Art Präsentationen zu halten. Zugegeben, es ist natürlich viel schwieriger, in einer fremden Sprache lässig zu sein, vor allem, wenn man nervös ist und einem immer wieder mal ein Wort nicht einfällt, aber da es gibt auch im Idealfall einen gewaltigen Unterschied.
Nein, war nicht meine Präsentation diesmal. Glücklicherweise, sonst hätte ich nämlich rumgestammelt und alles vergessen was eine gute Präsentation ausmacht. Ich war lediglich der technische Back-Up für’s Marketing und musste nur frei über Details zum Projekt sprechen. Das ist einfach :-)
Der deutsche Kollege, der sich da die Zunge verbogen und das Hirn verwunden hat, hatte mein vollstes Mitgefühl. Ich bin soooo froh, dass ich nur extrem selten Präsentationen halten muss.
Bis zum Firmen-Umzug ist es noch ein Weilchen hin, aber die Schatten, die die Aktion wirft, werden länger, breiter und dunkler. Inzwischen verbringe ich täglich etwas Zeit mit der Planung, heute fast den ganzen Tag. *seufz* Wobei ich echt froh bin, ‘nur’ unseren Bereich beplanen zu müssen und mit dem ganzen Overhead nichts zu tun zu haben.
Vorhin vom Chef Schoki geschenkt bekommen, weil ich das gemacht habe, was meine Aufgabe war: ihn vertreten nämlich.
Zugegeben, die Vertretung war ein bisserl (OK, ziemlich) lästig, weil ungewöhnlich viel administratives Zeug angefallen ist und ich mich fast mehr um Chef-Aufgaben kümmern musste als um meine eigenen, aber ich hab das lediglich als ‘Pech gehabt’ betrachtet.
Das mit der Schokolade (‘Merci’ natürlich) freut mich jetzt natürlich ungemein. Wegen der Schoki natürlich sowieso, aber auch die Geste :-)
Bestätigt eigentlich nur das was ich eh schon immer sage. Ich hab bisher immer viel Glück gehabt bei der Wahl meiner Chefs. Nicht dass ich mir einen einzigen so richtig selber ausgesucht hätte ...
Ich fange an, ernsthaft an der Welt zu zweifeln. Für unseren gesamten Hardware-Fuhrpark haben wir kürzlich am neuen Standort einen Regalmeter zugestanden bekommen. Das war schon sch…-knapp, aber wir haben es so hinbekommen, dass das Arbeiten damit immerhin weitgehend machbar wäre.
Nun bekommen wir für den gesamten Park in diesem einen Regalmeter genau 1,2 kW Nutzleistung zugeteilt. Also weniger als ein handelsüblicher Fön, Staubsauger oder Wasserkocher. Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich jetzt in hysterisches Gekicher ausbrechen. 1.2 kW.
Abgesehen davon, dass sich so langsam ein gerüttelt Mass an Genervt-Sein ausbreitet, will sich dennoch niemand ernsthaft beschweren, denn die ‘Verbannung’ nach Augsburg könnte ja noch immer ausgesprochen werden ...
Die Erholung aus dem Urlaub hat sich jedenfalls erstaunlich schnell wieder verflüchtigt. Geblieben sind lediglich der lädierte linke Knöchel (wenn das nicht morgen besser ist, gibt’s einen Doc-Termin) und ein Mail-Berg, für den ich wohl noch ein paar Tage brauche ...
Lang schon kochen die Gerüchte hoch und wieder runter: Wir sollen raus aus unseren schönen Büros aus diesem schönen Standort. Will ja niemand, daher belügt man sich selber lang damit, dass es ja wohl kaum so schlimm kommen kann, wie die Gerüchte sagen.
Kann es aber. Wir müssen also raus hier und in den Münchner Norden ziehen. In Grossraum-Büros mit weniger Platz pro Person, die vermutlich klimatisiert sind (Ohje, Klimaanlage. Keine offenen Fenster.), in denen man keine Test-Hardware aufstellen darf und jeder nur einen einzigen Bildschirm haben darf, weil die Klimaanlage das sonst nicht packt (hier arbeiten die Leute mit 2-3 Bildschirmen parallel und haben 2-5 offene Testserver um sich herum stehen).
Wo es nur ein winziges Rechenzentrum im Keller geben wird, das diesen Namen möglicherweise kaum verdienen wird und wo nur die allernotwendigste Hardware rumstehen kann. Der Rest wird nach Augsburg verlagert, wo man dann hin darf, wenn man längere Testsessions an besagter Hardware benötigt. Und der Rest wird in ein neues Rechenzentrum, ebenfalls in Augsburg, ausgelagert, so dass man tatsächlich nur noch online zugreifen kann. Allzuviel jammern sollte man darüber aber nicht, denn das Damokles-Schwert des Umzugs nach Datschiburg (‘Nun, dann musst du eben da arbeiten, wo die gar so nötige Hardware steht.’) schwebt über allen Münchnern. Dort werden gerade auch neue Arbeitsplätze eingerichtet, aber im Moment heisst es noch, da muss niemand hin.
In den Münchner Norden also. Naja, muss ich halt nochmal umziehen. Um die Wohnung mit den lästigen rauchenden Nachbarn tut es mir weniger leid als um die letzte, die viel schöner lag. Leider muss ich dann aber die schöne selbsteingebaute Küche an den Nachmieter abtreten, das finde ich schade. Kino, Innenstadt und Thalkirchen wird vergleichbar nah liegen und ein Fitnesscenter wird sich da drüben auch auftreiben lassen. Bloss der Weg nach Tölz wird weiter.
Den ersten Schritt zum Umzug mach ich gleich nachhher: den Vertrag im Fitnesscenter kündigen. Im Moment bin ich lieber draussen, wenn das Wetter es zulässt und danach bin ich sicherlich ne Weile mit Umziehen beschäftigt. Und dann such ich mir was Neues, ganz ohne ist schlecht für mich, ich bin doch so faul ...
Der Kollege mir gegenüber hat heute einen sehr runden Geburtstag (O-Ton: ‘Hat überhaupt nicht weh getan.’) und hat zur Feier der Gegelegenheit einen Berg Schoko-Muffins mitgebracht, die nun - wie üblich bei solchen Gelegenheiten - auf dem Tisch in der Büromitte stehen. Direkt neben mir.
Ich glaub ich zieh um. Meine Selbstbeherrschung bei Schokolade ist eh schon unterdurchschnittlich ausgeprägt, wenn mir dann auch noch ständig so ein leichter Schokomuffin-Geruch in die Nase zieht, dann ist es gleich aus. Unglücklicherweise hab ich eine Konstition, die den Verzehr von 10 und mehr Muffins völlig problemlos erlaubt ;-) Bis mir schlecht wird, dauert es wirklich lang.
Boah, den ganzen Tag lang der Versuchung widerstehen, das wird hart. Ich fang am besten gar nicht an mit dem Zeug. Im Moment halte ich mit Erdbeeren dagegen. Schmecken auch gut, haben aber viiiel weniger Kalorien ...