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Standard-Runde

Samstag, Januar 28, 2017

Freitag Nachmittag hatten wir zwar - weil das wohl für länger das letzte Wochenende mit halbwegs anständigem Schnee werden würde - eine schöne und vermutlich (hoffentlich!) noch nicht allzu oft begangene weil etwas umständlichere Tour ausgesucht, aber als der beste Allgäuer von Allen zum Frühstück auftauchte, sah er aus wie durchgekaut und ausgespuckt. Nicht unerwartet: Husten, Schnupfen, krank.

Nun wollte ich aber meine Schiene testen und der Allgäuer seine neuen Skistiefel und überhaupt ist krank am Wochenende ja so ziemlich das Blödeste was man so machen kann, deswegen beschlossen wir trotzdem rauszugehen. Aber wir disponierten um und hofften, im guten alten Gunzesrieder Tal eine eher der Erkältung angemessene Tour machen zu können. Immerhin wäre da ein eventueller Abbruch nicht mit allzu viel Aufwand verbunden.

Natürlich war so gut wie alles pistenähnlich zerfahren, aber dank der überaus günstigen Lawinenlage-Prognose (1, oben wie unten) waren fast alle woanders unterwegs :-) Wir waren lang allein unterwegs und trafen auch auf den beiden Gipfeln nur moderat viele Leute. Und überhaupt, draußen sein ist ja eh am wichtigsten!

Immerhin: die erhoffte eher wenig befahrene Alternativ-Abfahrt bot grad noch Platz für 2 Spuren und tatsächlich noch ein klitzekleines bisserl netten Pulverschnee :-) Und vorn runter zum Parkplatz war eh alles Piste, das war auch OK.

Die Schiene merkte ich so gut wie gar nicht (abgesehen davon, dass sie da zwickt, wo die Hose unter den Klett-Befestigungsbändern Falten macht) und das Knie tat relativ wenig weh. Ob das jetzt der Schiene zuzurechnen ist oder ob das Knie momentan halt gut drauf ist, kann man nach einer einzigen und wenig anstrengenden Tour natürlich noch nicht sagen. Schaumermal.


Aufstieg mit Schiene


Der Tag lacht uns an :-)


Am Gipfel


Ein klitzekleines Bisserl schöne Abfahrt :-)

Von engel am 28.01.2017 22:00 • outdoorski(0) Kommentare

‘Traumtour’

Montag, Januar 23, 2017

Wegen Schnee und Sonne und Winter und diesen Dingen hatten wir uns beide den Montag frei geschaufelt und Urlaub genommen. Nach so einem Traumwochenende ist die Auswahl an möglicherweise noch einigermaßen un-umgepflügten Hängen natürlich eher beschränkt und dass es prinzipiell wenig Schnee hat machte die Auswahl nicht leichter. Wir entschieden uns für eine weitere Walsertaltour.

Wie üblich ging es erst mal mit einem Talhatsch mit leichtem Wind los, der die eher moderaten -8 Grad recht ungemütlich machte. Wir hatten eigentlich damit gerechnet, dass der Wind im Aufstieg neben dem Wasserfall nachlassen würde, aber da frischte er eher auf. Das hatte der Spur und dem zerfahrenen Schnee nicht gut getan. Der Schnee war hart und rutschig, der Aufstieg entsprechend anstrengend.

Als wir über dem Wasserfall in den Kessel zum eigentlichen Tourenziel kamen, waren wir sehr enttäuscht. Alles verblasen, überall schauten Felsen raus und für die erwartete Sonne war es wohl noch zu früh im Jahr.

Wir disponierten um und stiegen nach einer 10-minütigen Pause (länger wollte uns die Sonne keine Gesellschaft leisten) zum einzig möglichen Alternativ-Ziel hinauf. Auch dort war die Spur hart gefroren, aber es hatte immerhin noch einigen lockeren Schnee nebendran. Weil auch da der ‘Gipfelhang’ (eigentlich eine Scharte) verblasen aussah, brachen wir oberhalb des Lockerschneehangs ab und rüsteten zur Abfahrt.

Dabei musste ich feststellen, dass mein neuer toller Scarpa-Stiefel so toll scheinbar gar nicht ist. So wie es aussah, war am rechten Stiefel eine Niete ausgebrochen (nach 4 1/2 Touren!!!). Damit knickte der Stiefel nach vorn ziemlich ein :-(((((

Die Abfahrt war wie vermutet im oberen Bereich richtig schön, dann aber wurde es schwierig. Aus dieser speziellen Scharte raus haben wir den ‘richtigen’ Weg nach unten noch nicht gefunden und der wenige Schnee, der aus sonst scheinbar freien Hängen Latschen-bewehrte Hindernis-Parcours machte, war da nicht wirklich hilfreich. Wo der Schnee pulvrig war und die Latschen etwas weiter auseinander standen, ging das noch halbwegs gut, da wo er angeschmolzen und ‘bollig’ zusammengefroren war oder wo die Latschen dicht an dicht standen, erklangen in der Abfahrt regelmäßig Flüche.

Wir fanden zwar nicht leicht aber doch ohne Unfälle zurück ins Tal. Ich fand die ‘Skisafari’ insgesamt eher witzig, der beste Allgäuer von Allen aber fluchte noch eine Weile vor sich hin ...

Der Stiefel ist übrigens doch nicht kaputt. Die Niete ist keine richtige Niete, sondern ein Ring in der Außenschale, in den sich ein Nippel der Innenschale einhängen soll. Dieses Ding war bei mir auseinander gerutscht und auf Tour einfach nicht mehr ineinander zu kriegen. Ich bin sehr unbegeistert und muss am Wochenende mal überlegen, ob ich so den Stiefel überhaupt haben will.


Kühler Aufstieg neben dem Wasserfall


Ganz kurz Sonne nach der Entscheidung zum Alternativ-Ziel


Abfahrt aus der Scharte ....


.... mit echt schönem Schnee


Latschen-Hindernis-Parcours

Von engel am 23.01.2017 22:00 • outdoorski(0) Kommentare

Traumtag

Sonntag, Januar 22, 2017

Wie es im Kleinen Walsertal aussah, wussten wir ja nun. Zeit also für eine Lechtaltour. Wieder war es daheim ordentlich kalt (-17 Grad). Im Lechtal hatte es beinahe milde -9 Grad, die aber durch den leichten Wind im Talhatsch sehr gut kompensiert wurden (Brrrr!).

Wir bogen rechts von der Hauptroute ab und begutachteten dann erst mal die Lawinenhänge auf der rechten Seite. Wie erwartet sah man im steilen Grasgelände schon einige frei Stellen, von denen die üblichen Gleitschneelawinen abgegangen waren. Wir sausten schnell und einzeln über die beiden Lawinenrinnen und stiegen weiter durchs Bachbett auf. Es hat einfach noch nicht viel Schnee und so stellte sich der linke Hang, den ich eigentlich als frei in Erinnerung hatte, als Latschenfeld heraus. Nunja, immerhin war Platz zwischen den Latschen. Der große Gipfelhang war aber immerhin so ununterbrochen weiß wie wir erwartet hatten :-)

Nach einer kurzen Pause an einer windgeschützten Stelle im Gipfelgrat machten wir uns schnell an die Abfahrt, um der großen Gruppe, die kurz nach uns oben angekommen war, zuvorzukommen.

Die Abfahrt war traumhaft! Nach 2 Schwüngen in oberflächlich verharschtem Schnee kamen wir in wadl-tiefen Pulver, in dem wir talwärts schweben konnten. Selbst der Latschenhang war noch ausnehmend gut zu fahren :-)

Auf dem Rückweg kehrten wir in Stanzach auf Kaffee und Kuchen ein und abends gingen wir im Birkenmoos essen. Perfekt!


Tiefster Winter im Tal


Aufstieg durch den ‘freien’ Latschenhang


Endlich Sonne im Gipfelhang


Die letzten Meter


Abfahrt :-)


Abfahrt :-)

Von engel am 22.01.2017 22:00 • outdoorski(2) Kommentare

Frühstart

Samstag, Januar 21, 2017

Dem wiederholten Wunsch folgend, keine schönen Skitouren aus dem Allgäu mitsamt Ziel zu posten, gibt es Skitouren jetzt nur noch ohne deutlich genannten Gipfel. Wer sich auskennt, erkennt die Tour an den Bildern eh und wer mag, darf auch raten. Ich löse die Tourenziele dann gern auf.

Um sowohl dem Skifahrerstau als auch den Skitourer-Massen zu entgehen, versuchten wir extra früh ins Kleine Walstertal zu starten. Da in der Früh die Wetterstation vor unserer Tür aber -18 Grad anzeigte, brauchten wir doch ein wenig länger, um mit einer weiteren Lage Wärme gegenzuhalten. Wir kamen trotzdem recht früh in Baad an, wo es zu unserem Erstaunen milde -6 Grad hatte.

Sehr schön, so konnten wir die Tour mit dem schöneren, allerdings auch längeren Weg durch den Bach zu starten. Als wir auf die Normalroute kamen, tappte gerade eine doppelt geführte Tourengruppe mit sicherlich 20 Leuten an uns vorbei. Ohje! Die nahmen aber den Normalweg während wir eh den Sommerweg aufsteigen wollten :-)

Das war auch so schön und einsam und toll und winterlich wie es sein sollte. An der Alpe stellten wir fest, dass es von da aus noch gar keine Spur gab, deswegen kam ich in den Genuß ein Weilchen spuren zu dürfen. Das ist zwar recht anstrengend, aber macht auch irgendwie Spaß.

Alles in Allem waren dann doch weniger Leute unterwegs und wir doch früher dran, als wir gedacht hatten, so dass wir im breiten Gipfelhang noch ausreichend Platz für eine wirklich schöne Abfahrt fanden. Der Schnee war kalt, locker und Klasse :-) Und sogar nach dem Gegenanstieg fand sich noch etwas schöner Schnee.

Die Engstellen im Wald waren aber wie erwartet zerpflügt und trotz der deutlichen Minus-Temperaturen schon sulzig. Da dem besten Allgäuer von Allen das Wadl-Band am Skistiefel gebrochen war (was zu recht instabilen Stiefeln führte), tat er sich da einigermaßen schwer. Wir kamen aber trotzdem unfallfrei zurück nach Baad, wo wir im neu eröffneten Kuhstall sehr ungewöhnlichen ungarischen Kuchen bekamen.


Aufstieg durch den Bach


Andrea spurt, yeah!


Abfahrt :-)


Spaß :-)

Von engel am 21.01.2017 22:00 • outdoorski(1) Kommentare

Endlich Winter!

Donnerstag, Januar 19, 2017

Freitag, 06.01.2017: Dreifahnenkopf
Endlich Schnee! Aber da es der erste und noch dazu den Schneehöhenberichten zufolge nur mäßig viel war (aber genug dass es theoretisch reichen sollte) gingen wir in unser bewährtes Schneeloch. Vorsichtshalber mit den alten Skiern.
Vorn am Rangiswanger Horn schoben sich schon Karawanen den eher spärlich beschneiten Hang hinauf, wir tappten den langen Weg hinter ins Ostertal. Auch hier waren wir nicht die ersten, aber wir waren immerhin allein unterwegs. Es war sakrisch kalt (-18 Grad).
Ich setzte bald die neue Daunenhose ein (bester Kauf seit Langem!!!), der beste Allgäuer von Allen rüstete mit Extra-Jacke und den dicken Handschuhen nach. Trotzdem schwitzten wir kein bisschen in dem langen schattigen Tal. Auch dann nicht, als es zur Printschenhütte hoch ging. Richtig kalt war uns nicht, aber eben auch nicht warm.
Das änderte sich erst auf den allerletzten Metern als wir kurz in die Sonne kamen. Die Gipfelpause in der Sonne ohne Wind war dann echt eine Wohltat :-)
Die Abfahrt war eher schwierig. Meine Füße schmerzten ab dem ersten Meter Abfahrt in den BlackDiamond-Stiefeln, mit denen ich mich abfahrtstechnisch einfach nicht anfreunden kann (im Aufstieg sind sie super, das ist aber auch das, was man im Laden testen kann). Und wegen des eisigen Schnees wurden sie dann auch noch schmerzhaft kalt.
Es hatte viel mehr Schnee als erwartet und er war superlocker und fluffig, so dass wir mit den alten eher schmalen Skiern ziemlich absoffen. Zudem hatte es ja keine Unterlage, deswegen landeten wir bei den Schwüngen im oberen Bereich gern mal kurz am Grund. Im unteren Hang passten Schneehöhe und Hangschräge deutlich besser zusammen, da machte die Abfahrt dann so viel Spaß wie sie sollte :-)
Dem Knie tat das alles zusammen mit der argen Vorlage der BD-Stiefel wirklich nicht gut. Bis wir dann endlich beim Auto angekommen waren, konnte ich kaum mehr auf dem rechten Bein stehen. Also so nicht! Unbequem ist das eine, aber ständig Schmerzen braucht keiner. Da mussten neue Stiefel her.


Endlich! Winterwunderland :-)


Die letzten Meter zum Gipfel


Obwohl noch Gras rausschaut: Abfahrtsfreuden.

Samstag, 07.01.2017: Einkaufen
Das ursprünglich für Samstag vorhergesagte schöne Wetter war unvermutet neuerlichem Schneefall gewichen. Statt bei arktischer Kälte wieder das Ostertal hinter zu stapfen, statteten wir dem bevorzugten Outdoor-Dealer einen Besuch ab. Ich hatte fest vor, nur dann neue Stiefel zu kaufen, wenn die auch wirklich passen.
Ich bin ein sehr schwieriger Skistiefel-Kandidat. Meine Füße sind breiter als der für Damen zugelassene Standard, mein Rist ist höher und meine Knöchel sind massiver als bei der Standard-Frauen-Schablone und ich habe viel kräftigere Waden als Standard-Frauen. Auf die Diskussion, was ‘Standard’ ist, will ich mich gar nicht einlassen, ich passe jedenfalls in keine der Schablonen, egal für welche Größe (bei Kleidung ist das auch schwierig, aber Stoff kann man umnähen).
Die sehr nette und kompetente Verkäuferin trug mir Skistiefel um Skistiefel her (mindestens 15 verschiedene), schraubte so gut wie jeden um und trotzdem: Keiner passte. Ich war schon drauf und dran, aufzugeben und es im nächsten Jahr wieder zu versuchen, als sie mit dem wirklich allerletzten Paar daher kam: Scarpa F1
Das ist so ein aufstiegs-optimierter superleicht-Schuh, denn ich eigentlich kaum in Betracht gezogen hätte, weil ich ja auch ‘Abfahrtsperformance’ will. Aber was soll ich sagen? Reingestiegen, wohlgefühlt! Und er ließ sich völlig ohne Umbau schließen, ohne mir die Waden abzuquetschen. Ganz erstaunlicherweise ist der Stiefel in der Skistellung dann keineswegs weich oder schwammig sondern ist steif und gibt dem Bein eine wirklich ordentliche Führung. Und er hat keine so extreme Vorlage wie der BlackDiamond, das tut dem Knie gut. Gekauft!
Ich nahm dann sogar die Luxus-Version, den Scarpa F1 Tr. Den muss man nicht manuell auf Skifahren stellen, sondern er stellt sich selbst um, sobald man in der Pin-Bindung steht. Das aber hauptsächlich, weil mir da die Farb-Kombination besser gefiel ;-)


Bild: Scarpa

Sonntag, 08.01.2017: Großer Ochsenkopf
Am Sonntag dann der Test für meine neuen Stiefel. Wegen Schneelage, Lawinenlage, Wetter und all dem wieder im Gunzesrieder Tal.
Anfangs verkrampften sich meine Füße beim Laufen, aber mit der Zeit ließ das wieder nach und dann waren die Stiefel so bequem wie Turnschuhe. Das ist keine Übertreibung :-)
Wir waren weitgehend allein unterwegs und mussten feststellen, dass die Schneelage im vorderen Gunzesrieder Tal noch lang nicht an die des hinteren Tals heran kam. Überall schauten noch die langen Stauden raus und einzelne Buckel waren abgeblasen.
In der Abfahrt kamen wir dann auch oft bei den Schwüngen bis zum Boden. Meine Stiefel stellten sich wunderbar bequem auf Abfahrt um und ich kam mit ihnen ohne Eingewöhnung prima zurecht. Vermutlich weil die Vorlage meinen heißgeliebten Scarpa Spirit 4 entspricht. Der neue Stiefel ist ein Volltreffer! :-)
Einziges Problem könnte eventuell sein, dass man darin kalte Füße bekommt, weil der Innenschuh recht dünn ist. Schaumermal.
Das Rangiswanger Horn schenkten wir uns, weil das furchtbar abgeblasen aussah und der Hang vorne runter erst recht blank gewesen war. Stattdessen gingen wir nur etwa halb hinauf und fuhren seitlich in einer Waldschneise mit einigermaßen viel Schnee ab. Das gab noch ein paar sehr schöne Kurven (Hach, tolle Stiefel!) bevor wir auf der Forststraße zum Parkplatz zurück rutschten.


Wetter eher solala


Schneemenge auch eher solala


Aber Spaß bei der Abfahrt!

Sonntag, 15.01.2017: Weiherkopf Nordschulter
Wir planten eine Tour im Kleinen Walsertal. Als ich aber in der Früh die Schneehöhenmesser der Allgäuer Wetterstationen ablas, wurde uns mulmig. Teilweise 1 Meter Neuschnee in 2 Tagen und noch dazu Wind?
Nene, dann lieber wieder ins gute alte Gunzesrieder Tal. Wir waren sehr früh dran, aber natürlich nicht die ersten, die zum Ochsenkopf marschierten.
Eines stimmte schon mal, es hatte Schnee. Und zwar so viel davon, dass wir besser die breiten Ski genommen hätten. In der Abfahrt vom Weiherkopf (naja, Ochsenkopf) sanken wir so tief ein, dass wir teilweise Probleme bei der Abfahrt hatten. Wo es steiler war, staubte es bis über unsere Köpfe hinauf :-)
Diesmal nahmen wir das Rangiswanger Horn mit. Es war oben so voll wie erwartet, aber der Hang zum Parkplatz runter ist so breit, dass man dort ziemlich lang noch nahezu unberührten Schnee finden kann. Es war Klasse!


Aufstieg mit viel Schnee


Abfahrt mit viel Schnee.


Mit richtig viel Schnee :-)


Grat zum Rangiswanger Horn

Von engel am 19.01.2017 22:38 • outdoorski

Fronleichnamswochenendtouren

Donnerstag, Juni 02, 2016

Donnerstag, 05.05.2016: Gaichtspitze
Wir waren nicht sicher, wieviel Schnee es noch haben würde und nahmen daher erst mal einen unserer bevorzugten Frühjahr/Herbst-Gipfel unter die Stiefel. Ich steckte auch die A****-Rodel in den Rucksack, denn mit genügend Schnee müsste man damit ja ein paar Höhenmeter Abstieg vergnüglich hinter sich bringen können ...
Wie befürchtet/erwartet hatte es da oben - selbst auf der südseitigen Gaichtspitze - noch ordentlich Schnee. Was es auch hatte, war 10 Zentimeter frischer Schnee, der sich noch nicht vernünftig mit der Unterlage verbunden hatte, deswegen waren unsere Versuche, den oberen Teil runter zu rodeln leider zum Scheitern verurteilt. Der erste Rodler schob einen dicken Berg Schnee vor sich zusammen, in dem er bald stecken blieb. Der zweite Rodler konnte in der Spur mit ordentlich Geschwindigkeit bis zu diesem Berg und dann drüber sausen und schob dann einen eigenen Berg Schnee zusammen, in dem er stecken blieb.
Naja, einen Versuch war’s wert und lustig war es auch ;-) Komplett nass und mit haufenweise Schnee in allen Ritzen und Falten von Kleidung und Rucksack, machten wir am Ende des Gipfelschneefelds Pause in der Sonne und genossen die Wärme. Oben am Gipfel war es nämlich unangenehm windig und entsprechend kühl gewesen.


Blick übers Lechtal vom Gaichtpassparkplatz


Kurz vorm Gipfelhang fängt der Schnee an


Ernsthafte Bergsteiger, ganz klar!


Das mit dem Rodeln klappt allerdings nur sehr bedingt ...


Danach dann Sonnen :-)

Freitag, 06.05.2016: Iseler
Mit dem Wissen um den noch recht reichlich vorhandenen Schnee und nachdem wir die ebenfalls noch reichlich vorhandenen Pistenreste am Oberjoch begutachtet hatten, nahmen wir uns die Kühgrund-Überschreitung mit Abfahrt vom Iseler mit den Minis vor. Seitdem die wieder die originale Schnapp-Bindung haben, wiegen sie kaum noch etwas und man kann sie (etwas mühsam allerdings) mit Bergstiefeln fahren.
Auch wenn wir mit Schnee gerechnet hatten (und den Schnee ja auch gesehen hatten), die Menge auf der Nordseite war dann doch ein wenig erstaunlich. Entsprechend lang brauchten wir, bis wir uns zum Kühgrundgrat hinüber gekämpft hatten. Der Grat selber war dann wieder leichter zu gehen (und es hatte eine einzelne Spur bis zum Kühgrundkopf), weil der Schnee nicht ganz so tief war, dafür mussten wir schneebedingt an verschiedenen Stellen vom eigentlichen Weg abweichen und kamen so in den Genuss einiger abenteuerlicher Kletterstellen, die man üblicherweise nicht nimmt.
Vom Kühgrundkopf zum Iseler waren wir die ersten seit mindestens dem letzten Schneefall, was zwischen den Latschen (Löcher) und gelegentlich am Grat neben den Wechten (kein Platz) auch mal interessant wurde. Den Aufstieg zum Iseler betrachten wir lang ein wenig besorgt, denn der sah wirklich arg steil (und komplett zugeschneit) aus. Als wir dann davor standen, war das Schneefeld nicht ganz so steil wie befürchtet und auch stabiler als befürchtet :-) Dennoch hatte der Aufstieg was von Nordwand-Feeling, wenn auch mit wirklich gutem Trittschnee.
Nach einer ausgiebigen Pause am Gipfel in der Sonne machten wir uns an den Abstieg. Ich war eigentlich davon ausgegangen, dass wir die Minis erst auf der Piste benutzen würden, aber schon an der Wegekreuzung am Grat hatte es genügend Schnee für Ski und Skispuren. Wir rüsteten auf (lange Pullis und Hosen und Handschuhe vor allem, damit uns im Fall eines gar nicht so unwahrscheinlichen Sturzes noch etwas Haut bliebe) und rutschten mit den Minis vorsichtig auf den Skispuren den Sommerweg ab.
An der ersten Kehre des Weges öffnete sich (für mich unvermutet, ich hatte mit weiterem Wegabrutschen bis zur Liftstation gerechnet) ein freier steiler Hang. Mit Tiefschnee - also weicher Matschschnee von den kalten Tagen auf festerem Altschnee. Der beste Allgäuer von Allen fuhr hinein und machte ein paar gar nicht mal so schlechte Bögen, obwohl das mit den Bergstiefeln in den Minis in dem Schneematsch nicht einfach war. Ich hatte Bammel. Vor dem Hang (steil), dem Schnee (weich, tief, vermutlich nicht gut verbunden) und ums Knie (seitliche Belastung, ohweh). Aber wenn der Mann da rein fuhr, konnte ich ja wohl nicht kneifen!
Am Ende war es dann nicht ganz so schlimm wie befürchtet und als der Hang flacher wurde und wir schließlich auf den Pistenresten landeten, auf denen wir bis fast ganz runter fahren konnten, war die Welt wieder in Ordnung. Ein Sturz nur ;-) Und überhaupt: ‘besser schlecht gefahren als gut gelaufen’!


Die Reste vom Winter am Oberjoch


So richtig hat die Saison noch nicht begonnen - es hat noch kleinere Hindernisse ...


... Lawinen und Schneerinnen beispielsweise


Aufstieg am Grat (hinten in der Mitte das erste Ziel, der Kühgrundkopf)


Kurz vorm ersten Ziel


Danach dann einsames Spuren mit großartiger Aussicht


Wie erwartet hat es zwischen den Latschen Löcher


Nordwandfeeling beim Zustieg zum Iseler


Steil aber gut zu steigen


die wohlverdiente einsame (!) Pause am Iseler


Abfahren mit den Minis ...


... die im weichen Schnee auch mal von den Bergstiefeln fallen.

Samstag, 07.05.2016: MTB Tannheimer Tal
Nach der Kühgrundrunde wollten wir etwas Erholung beim Biken. Wir starten an der Straße und radelten nach Jungholz, fuhren zur Vils runter, radelten gemütlich nach Schattwald und nicht ganz so gemütlich hinauf Richtung Einstein und sausten dann runter nach Tannheim. Kaffee und Kuchen gab es in der Post in Schattwald. Leider hatte es da dann schon ziemlich zugezogen und es war kühl. Alles in allem eine schöne Runde mit großartigen Ausblicken und Bergmolchen in einem Wiesentümpel :-)


Bergblickradeln bei Jungholz


Bergmolche in einem Wiesentümpel


Auf dem Weg nach Schattwald


Kurz vorm Einstein


Ganz oben dann sogar noch Schnee

Sonntag, 08.05.2016: Zinken
Am letzten schönen Tag wollten wir noch ausgiebig Sonne genießen. Der Kurzabstecher auf den Zinken mit vielen einladenden wiesigen Ecken passt da gut rein. K&K gab es an der Roßalpe in Jungholz und dann nochmal daheim auf der Terrasse. Wer kann, der kann :-)


Die Fallanlage bei Unterjoch


Bergfrühling


Aurikel am Zinken


Blick zum Sorgschrofen


Gams

Von engel am 02.06.2016 20:32 • outdoorbergskimtb

Noch mehr Kleines (Feines)

Dienstag, März 08, 2016

Letztes Wochenende ging aus Gründen (das Knie hat nichts damit zu tun, das ist erst seit Montag Morgen beschädigt) und auch weil das Wetter eher unfreundlich war, draußen nichts. Dafür haben wir aber mit größeren Auf- und Umräum-Arbeiten begonnen und haben bei der besten Mom die letzten Krapfen abgestaubt, das ist ja auch was.

Am Wochenende vorher waren wir aber draußen und hatten trotz wirklich wenig Schnee eine schöne Zeit. Ja, haben wir so gut immer. Draußen was machen reicht eigentlich schon dafür :-)


Abfahrt vom Großen Ochsenkopf


Übergang zum Rangiswanger Horn


Auf dem Weg in Älpelekar


5 Kurven mit schönem Pulver (danach dann pistenartig zerfahren)

Von engel am 08.03.2016 06:46 • outdoorski

Kleine (feine) Brötchen

Montag, Februar 29, 2016

Derzeit dominieren bei uns Startschwierigkeiten und weil zu später Start wie inzwischen oft erprobt gern mal in Stau und Generve endet, waren wir die vorletzten beiden Wochenenden (also die beiden vor dem letzten Wochenende) im Gunzesrieder Tal. Hauptsache draußen, der Rest passt dann schon.

Auch da hat es natürlich viele Leute und die dann oft in unangenehm großen Gruppen, aber mit etwas geschickter Planung (Ausweichen oder schlechtes Wetter nutzen), kann man wirklich schöne Touren hinkriegen :-)


Die letzte Sonne am Dreifahnenkopf


Der Schnee wurde schon schwer bei der Abfahrt


Sauwetter am Ochsenkopf ...


... wird belohnt mit wunderschönem Pulverschnee

Von engel am 29.02.2016 20:54 • outdoorski

Höferspitze

Mittwoch, Februar 10, 2016

Mager-Winter hin oder her, als verspätetes Geburtsagsgeschenk habe ich dann doch noch eine Skitour bekommen :-)
Mit stellenweise sogar schönem, ingesamt auf jeden Fall sehr akzeptablem Schnee, mit einer ausgesprochen angenehmen Aufstiegspur und sogar mit ausgezeichnetem Käsekuchen zum Abschluß! Sehr fein :-)

Für uns zum Merken:
Seitdem Skitourengehen so boomt, müssen wir umdenken. Halbwegs gemütliches Frühstück ist einfach nicht drin. Skitouren geht entweder sehr früh oder gar nicht. Naja, sehr spät wäre vielleicht auch noch eine Option.

Von engel am 10.02.2016 21:22 • outdoorski

Litnisschrofen

Dienstag, Februar 02, 2016

Da wegen der Schneelage ja eh keine übergroßen Abfahrtsfreuden zu erwarten waren, entschieden wir uns, am Samstag zum Litnisschrofen zu gehen, der skitechnisch eher wenig zu bieten hat, dafür aber oben mit ein paar Felsen aufwartet, was ja auch nicht zu verachten ist.

Im Tannheimer Tal hatte es deutliche Minus-Temperaturen und alles war hart gefroren. Relativ unerwartet war der Parkplatz unten schon ziemlich voll und wir hatten das Pech mit einer großen Gruppe zusammen loszugehen. Um deren Gequassel zu entgehen starteten wir erst mal ziemlich schnell, um sie abzuhängen. Der Fahrweg von Haldensee war bis auf eine Stelle noch fast durchgehend zu begehen und die 3 Lawinen, die es da meistens drüber spült, lagen auch schon alle unten.

Am Abzweig zum Litnisschrofen Krinnenspitze wurde es einsamer und wir waren allein auf dem teils recht harten und eisigen Waldweg. Ich warf mich an einer steileren, glatten Stelle recht ungeschickt auf die Spur und verbog mir erst mal das Knie ganz ordentlich. Nachdem der Schmerz versurrt war, konnte ich aber doch ganz normal weiter gehen. Nach einer Pause am ersten Sonnenfleck trafen wir auf die Heerscharen von Krinnenspitzen-Tourern von Bahn, konnten aber die meisten an der Strindenscharte zurück lassen. Die Krinnenspitze ist oben übrigens komplett blank.

Auf der Sonnenseite entlang des Litnisschrofen war es sehr idyllisch (blauer Himmel, weißer Schnee, grüne Latschen, Hach!) und sehr warm. Wir verweigerten die Spur, die auf halber Höhe am steilen Grat querte und legten eine eigene Spur etwa entlang des Sommerwegs an. Wir stiegen soweit es ging mit Skiern die Rinne hinauf und kletterten die letzten Meter zu Fuß zum Gipfel, den wir ganz allein für uns hatten. Es war allerdings recht ungemütlich da oben, der Wind blies uns in Böen Schneestaub um die Nasen.

Zur Pause stiegen wir ab und setzten uns im Schutz der Latschen in die Sonne, wo es weitgehend windgeschützt einigermaßen gemütlich war. Bis zur Strindenscharte gibt es 2 nette Hänge und beide hatten immerhin passablen Schnee ;-) Danach bleibt eigentlich nur die eher lästige Abfahrt auf der rechten Seite des Baches entlang des Aufstiegs am Waldweg. Und so kam es, dass ich den klassischsten aller klassischen Fehler machte: ‘Hey, da links am Bach hat es Spuren. Lass uns mal denen folgen, die kennen bestimmt eine schönere Abfahrt.’
(Zu meiner Entschuldigung: Es gibt tatsächlich sowohl Aufstieg als auch Abfahrt links des Bachs, nur kennen wir die nicht.)

Anfangs schien das eine feine Idee. Der Schnee war zwar nicht aufgegangen, aber es hatte immerhin erst mal freie Hänge. Dann führten die Spuren in den Wald und ich nahm an, gleich würde es ‘ums Eck’ gehen und wir würden auf dem Aufstiegshang der anderen Seite landen. Stattdessen führten die Spuren in immer unwegsameres Gelände, bis wir schließlich nur noch an der steilen Bachseite quer rutschen konnten und einen Zufluss nach dem anderen queren mussten. Ja, irgendwie hätte man da vermutlich schon mit allerlei lustigen Hindernissen bis zur Brücke kommen können, aber als uns dann ein Skistock in den Bach abstürzte, beschlossen wir, das als Zeichen zu sehen und auf der anderen Seite zum bekannten Weg hinaufzukrabbeln.

Boah, was für eine Aktion! Anstrengend, gefährlich und durchweg bescheuert.
Ich würde ja gern sagen, das machen wir nie wieder, aber die Hoffnung auf neue möglicherweise schönere Abfahrten wird uns sicherlich auch zukünftig wieder ereilen und man muss ja auch zugeben: So haben wir auch schon Interessantes entdeckt. Aber auf jeden Fall: Da werden wir mit Sicherheit nicht mehr reinfahren.

Was hingegen interessant aussah und bei Gelegenheit mal genauer angeschaut werden muss: Die steile Rinne auf der rechten Seite des Gipfels aufsteigen und auf Nordseitenrinne abfahren.


Tannheimertalblick


Aufstieg zum Gipfel


Oben :-)


Rückweg


Rutschspur am Bach


Abstieg zur Skistockrettung


Hinaufgekrabbel zur Abfahrt

Von engel am 02.02.2016 21:33 • outdoorski
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