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Winterabenteuer

Donnerstag, Dezember 14, 2017

Bei dem durcheinanderen Wetter zur Zeit ist es ja nicht ganz einfach rauszufinden, welcher der beiden Wochenendtage der bessere werden wird. Wir nahmen uns am Samstag jedenfalls eine Tour im Kleinen Walstertal vor und standen dazu auch recht früh auf (das war das Wochenende, an dem da hinten die Skigebiete aufmachten). Wir kamen auch wie geplant weg, aber auf Höhe Martinszell fing es an zu schneien und bei Immenstadt war dann schon die Fahrbahn komplett zugeschneit. Zusammen mit der Baustelle, die da noch immer ist, bildetete sich umgehend ein Stau.

Wir planten um und bogen am Anfang des Staus ins Gunzesrieder Tal ab. Da hin kommen war dann schon ein Winterabenteuer für sich, denn auf der Straße lagen mindestens 10 Zentimeter Schnee und der war unten drunter schön eisig zusammengefroren. Am Anfang der Steigung hing auch schon ein Golf fest. Der Kangoo schlug sich aber super, auch wenn das Auto gelegentlich ein wenig umher schlitterte. Ich hielt viel Abstand zum vorderen Auto (damit wenn das hängen blieb, ich noch drum herum fahren könnte) und wir kamen fast problemlos bis zum Ostertalparkplatz.

Da war noch nicht viel los, grad mal 3 neue Autos und als wir dann in zum Ochsenkopf hinter marschierten, war überhaupt nichts los. Wir durften abwechselnd spuren, was zwischendurch gar nicht so einfach war, denn es hatte ganz schöne Schneewehen. Dazu kam ein eisiger Wind von vorn.

Kurz bevor wir in den Wald kamen, wurden wir von 4 energischen jungen Männern eingeholt, die dann weiter spurten. Allerdings kannten sie wohl den den Weg nicht so richtig, denn die Spur machte dann doch ein paar unübersichtliche Bogen. Im Anstieg zum Ochsenkopf gefiel uns die Spur so wenig, dass wir doch nochmal selbst spurten und da war das dann noch stessiger, denn der Schnee war recht kompakt und schwer.

Zum Ochsenkopf selbst fanden die 4 Jungs gar nicht, also spurten wir auch den Rest des Weges nochmal. Zur Belohnung standen wir im eisigen Sturm am Gipfel und konnten gar nicht schnell genug abfellen, um da wieder weg zu kommen ;-)

Die Abfahrt war leider sehr unergiebig, denn der Ochsenkopf ist eigentlich zu flach für viel Schnee. Man bleibt da schnell mal im Schnee stecken und muss in der Aufstiegspur wieder abfahren. Angesichts des Wetters und der Anstrengung war uns nicht mehr danach auch noch übers Rangiswanger Horn zu gehen und wir fuhren direkt wieder ab. Das war aber eine entschieden schlechte Idee, denn wenn die Fortsstraße nicht gut ausgefahren ist, muss man ganz schön oft schieben.

Wir waren echt froh, als wir wieder am Auto waren.

Aber (jaja, krank), ich fand’s trotzdem toll :-)

Von engel am 14.12.2017 20:38 • outdoorski(0) Kommentare

Endlich Winter!

Dienstag, Dezember 05, 2017

Trotz allerlei widriger Umstände gab es am Samstag die erste ‘richtige’ Skitour der Saison (der Anstieg zum Winterraumfondue war natürlich auch eine Skitour, aber halt keine ‘richtige’ ;-)).

Weil ja noch kein Skibetrieb ist, ließen wir uns ein wenig Zeit in der Früh und waren erst um halb 9 in Baad. Es war kalt (-10 Grad) und wir waren natürlich nicht allein. Wie immer wählten wir den längeren und umständlicheren, dafür aber schöneren und einsameren Weg durch den Bach und dann über den Sommerweg. Da ist man zwar schön einsam unterwegs, aber bis man endlich oben ist, sind alle später gekommenen dann schon an einem vorbei gezogen.

Zunächst ist es aber wunderschön unten im eisig kalten Bachtal. Wir mussten die Ski auch nur einmal ablegen, um über den Hauptbach zu kommen, alle anderen Hindernisse konnten wir umgehen. Der Sommerweg war anfangs ganz gut zu gehen, wurde aber oben ziemlich beschwerlich, denn es hatte doch deutlich mehr Schnee als wir angenommen hatten.

Wir machten eine Pause an der Starzelape und spurten dann weiter Richtung Gipfel. Die Normalroute führt ja nicht an der Starzelalpe vorbei, sondern geht links an den Ochsenhofer Köpfen entlang. Wir hatten einen einzelnen Nachgeher und als er uns einholte, spurte er weiter. Ich war da schon froh drum, denn obwohl er seine Spur eher ungeschickt anlegte (zu steil vor allem), war es trotzdem leichter darin zu laufen.

Als wir am Gipfel ankamen, waren da um die 20 Leute, die glücklicherweise bald abfuhren, so dass wir am Ende sogar den Gipfel allein für uns hatten. Natürlich war inzwischen schon viel von den schönen tiefen Pulverschnee zerfahren, aber der Berg bietet wirklich viel Platz zum Ausweichen und so fanden auch wir noch schöne freie Hänge und schwebten darin bis zur Starzelalpe runter. Hach!

Der Gegenanstieg auf die Normalroute ist immer ein bisserl lästig, aber nicht allzu weit. Danach folgt noch ein schöner Hang, dann muss man sich durch den zerfahrenen Wald wühlen. Unten kommt man auf den Wirtschaftsweg, wo uns als erstes ein paar fette SUVs auffielen. Jäger :-(

Das finde ich höchst unerfreulich. Mit fetten SUVs hinten in die kleinsten Täler fahren, arme Gämsen abschießen und dafür Mountainbiker, Kletterer und Skitourer aussperren (wollen). Grmpf.

Als wir unten am Auto ankamen, zeigte der Kangoo -13 Grad. Kein Wunder, dass wir bei der Abfahrt das Gefühl gehabt hatten, uns friere das Gesicht ein. Auf dem Heimweg gingen wir noch kurz einkaufen und bibberten uns durch 2 Geschäfte. Erst auf dem Sofa, mit dicker Decke und heißem Kaffee wurde uns langsam wieder warm.

Perfekt dazu waren die Skirennen in Beaver Creek und Lake Louise. So muss Winter: schöne eisige Skitouren und hinterher Skirennen gucken :-)

Sonntag wäre vermutlich ein ähnlich schöner Skitag gewesen, aber da waren die Umstände noch ein wenig widriger und so blieben wir daheim. Immerhin kam bei uns nur ganz kurz die Sonne raus, so konnten wir annehmen, dass es überall gleich trüb war.


Spurensuche durch das Bach-Tal


Einmal müssen wir abschnallen


Weiter geht es wildromantisch auf dem Sommerweg


Gegenüber eine ganze Herde Gämsen


Auf dem Weg zur Starzelalpe


Gipfel-Überfüllung


Gipfelbild


Abfahrt


Schöne Kurven in schönem Schnee

Von engel am 05.12.2017 22:13 • outdoorski(0) Kommentare

Winterraumfondue

Dienstag, November 28, 2017

Alle Jahre wieder ruft Yak zum Winterraumfondue und alle Jahre wieder kam uns irgendwas dazwischen. Diesmal aber stand kein Termin im Weg, legte keinen von uns eine Krankheit richtig flach und das Knie war auch so mittel-OK. Das Wetter wurde zwar umso schlechter, je näher der Termin kam, aber naja, Wetter findet halt statt.

Für mich Planungsfuzzi war die Vorbereitung zwar ein wenig anspruchsvoll (zu wenig Informationen vorab zu Winterräumen generell und dem angepeilten speziell und den Abläufen und dem mitzubringenden Zeug und Essen und Trinken, usw.), aber egal, Mut zur Lücke und der Rest würde sich dann schon finden.

Am Freitag kauften wir also ein, suchten das Skitouren-Zeug zusammen (fast erfolgreich, das Anti-Stoll-Wax fehlte) und ich buk einen großen Haufen Super-Duper glutenfreie Brownies, damit auch die ernährungstechnisch beeinträchtigen Teilnehmerinnen was davon hatten.

Samstag packten wir dann die Rucksäcke, die trotz Skitourenzeug, 6 Liter Bier, 1 Liter Radler, Fonduekäse, Brownies, Kaffee, Frühstück- und Übernachtungs-Zeug gar nicht so schwer waren wie befürchtet und starteten nach einem sehr gemütlichen Frühstück Richtung Bregenzer Wald. In der Früh hatte man über den Bergen noch Reste von blauem Himmel gesehen, aber als wir das Auto beluden, fing es an zu regnen und kurz hinter Kempten schüttete wie aus Kübeln. Bei 6 Grad.

In Immenstadt schüttete es bei 5 Grad, in Hittisau bei 4 Grad und in Schoppernau bei zwei Grad. Dort lagen auf den Wiesen vielleicht 10cm Schnee, die gerade weggeregnet wurden und wir hatten bis zum Parkplatz nur noch etwa 5 Kilometer und 150 Höhenmeter. Regenzeug hatten wir keines dabei, weil wir ja für Skitouren geplant hatten. Super!

Wir fuhren weiter und - Wunder über Wunder! - der Schnee wurde mehr und der Regen wandelte sich zu Schneeregen. Wir stellen den Kangoo am Parkplatz ab und überlegten, ob wir überhaupt losgehen sollten (und ob überhaupt außer uns noch jemand kommen würde). So wie das momentan schneeregnete, würden wir umgehend nass und die Rucksäcke durchweicht. Wir überlegten ein wenig hin und her und beschlossen dann, die Regenjacken über die Rucksäcke zu ziehen und zu hoffen, dass die Softshells den nassen Schnee aushalten würden. Dann gingen wir los.

Zu unserer Freude konnten wir die Ski schon anziehen, als wir die 10 Meter zur Brücke über den Bach abgestiegen waren. Da sahen wir auch, dass wir vermutlich die ersten waren, denn es hatte nur 2 beinahe zugeschneite Fußspuren. Kurz nach der ersten Kehre des Forstwegs war aber schon wieder Schluss mit Skitour, denn der Wald war zu dicht für sowas wie eine Schneedecke. Wir mussten die Ski ein ganzes Stück weit tragen und dann noch ein paar Mal abschnallen, aber die Entscheidung für Ski (statt Schneeschuhe) war schon richtig gewesen.

Es war allerdings wirklich arg nass. Der nasse Schnee blieb auf den Softshells liegen und durchweichte uns nach und nach. Der nasse Schnee auf der Forststraße durchweichte bald die Felle und wir mussten uns mit riesigen Stollen unter den Skiern herumschlagen, sobald es wieder mehr Schnee hatte. Meine Felle sind viel nässe-anfälliger und ich musste mindestens 5 Mal meine Ski auf der kompletten Länge entstollen, weil ich gefühlt hundert Kilo an jedem Fuß mitschleppte.

Weiter oben wurde der Schnee von oben trockener, dafür wurde es auch kälter und der Wind nahm zu. Der Forstweg, der unten einigermaßen Steigung gehabt hatte wurde immer flacher, so dass wir kaum noch voran kamen. Inzwischen waren wir ganz sicher, dass wir die ersten (und hoffentlich nicht einzigen!) waren, denn die Fußspuren waren verschwunden und wir - der beste Allgäuer von Allen heißt das - spurten durch jungfräulichen Schnee.

Als sich das Gelände öffnete, konnten wir der Fortstraße nicht mehr folgen, weil wir sie gar nicht mehr erkennen konnten. Ich sah immer wieder auf dem GPS nach, ob wir uns noch in der Nähe befanden, denn das Gelände war so flach, dass wir nicht bis zum Joch sehen konnten und es hatte zudem immer wieder Nebelschwaden, so dass mit Sicht nicht viel her war. Die nassen Softshells und die patschnassen Handschuhe froren ein. Wenn ich den Kopf bewegte, knackte die Kapuze.

Immerhin konnten wir zwischendurch ein Stück nach hinten sehen und stellten ein wenig erleichtert fest, dass wir immerhin nicht die Einzigen waren. Wir sahen verschiedene Grüppchen Skitourer hinter uns und bei dem Sauwetter konnten das ja nur ‘unsere’ Leute sein. Sonst wäre es schon ziemlich blöd gewesen, denn wir hatten keinen Winterraumschlüssel (allerdings sollte dieser Winterraum frei zugänglich sein) und auch kein Feuerzeug, um schon mal anheizen zu können.

Als wir uns endlich dem Joch näherten und mit Hilfe des GPS querfeldein auf die Hütte zusteuerten, holten uns Uwe und Vera ein und spurten den letzten Hügel zur Hütte hinauf. Der Winterraum war tatsächlich offen und es hatte sogar Strom! Uwe machte umgehend Feuer im Ofen und als die anderen der Reihe nach eintrudelten, wurde es drinnen warm und draußen dunkel. Insgesamt waren wir 11 Leute (Rolf, Nancy, Kerstin, Reiner, Uwe, Werner, Birgit, Vera, Julia und wir beide) und ein großer schwarzer Hund (Rumo).

Das Motto für das Winterraumfondue, das hatte ich schon vorher gelernt, ist ‘Fressen und Saufen’. So würde ich das ja eigentlich nicht nennen, aber es gab tatsächlich Essen und Trinken im Überfluss und nette Gesellschaft dazu. Es gab Käsefondue, Fleischfondue mit Rind, Schwein und Pute, haufenweise Baguette und allerlei Gemüse, roh und mariniert, Bier, Wein, Prosecco, Rum und Schnaps und allen möglichen Süßkram, von dem die Brownies (meiner Meinung nach :-)) ungeschlagen am besten waren :-)

Wir saßen bis halb zwei in der Stube und gingen dann hoch zum Schlafen. Mir war es erst viel zu kalt (meine Bettzeit ist vor 10, da ist so lang Aufbleiben reichlich anstrengend) und dann furchtbar warm, weil ich mitsamt Skihose und Daunenjacke ins Bett gegangen war. Ich zog die Skihose, die Daunenjacke und den Pulli aus und fror dann erst mal :/ Mit Pulli ging es dann.

Irgendwann in der Früh war ich dann halt wach und ging runter. Da sah es furchtbar aus, aber zum Aufräumen hätte ich Wasser gebraucht und dazu hätte ich den Ofen anfeuern müssen. Mit Feuer machen hab ich’s aber nicht so und da grad Nancy in den Winterraum kam, bat ich sie ums Anfeuern. Dass sie eigentlich gar nicht wach war und nur kurz aufs Klo wollte, bekam ich erst später mit. Dumm gelaufen, für Nancy ;-) Sie machte Feuer :-)

Ich unterstützte mit Späne brechen und Holzscheite holen und zog dabei gegenüber einem Span den Kürzeren, denn der brach so blöd, dass ich ihn mir mitten in die Innenfläche der rechten Hand rammte. Die Wunde ist zwar nicht tief (es ging fast nur Haut ab), aber das ist eine denkbar blöde Stelle für eine Wunde.

Mit Aufräumen wurde es nichts, denn bis wir auch nur annähernd genug Schnee geschmolzen hatten (das ist sowas von ineffektiv, das übertraf meine schlimmsten Befürchtungen), waren die anderen alle aufgetaucht und wir verwendeten das Wasser zum Kaffee machen und Frühstücken. Das dauert bis fast Mittag und dann wurde alles aufgeräumt, geputzt und gespült. Dann rüsteten wir zur Abfahrt.

Das Wetter war nicht besser geworden und es hatte die ganze Nacht über geschneit und geblasen. So gab es einen tollen Mix aus Schneeverwehungen und fast blanken Stellen, der sich ganz wunderbar mit dem diffusen Licht kombinierte, in dem überhaupt keine Konturen zu erkennen waren. Ich fiel als erstes beinahe eine Wechte runter, als mein rechter Ski plötzlich absackte. Auch auf dem Weg zum Röthenkreuz gab es auch ein paar unsichtbare Wechten, die man runter purzeln konnte. In den Bach brach glücklicherweise keiner ein.

Ab dem Röthenkreuz ging es dann endlich nur noch bergab, allerdings so flach, dass man anfangs wirklich fast nur geradeaus fahren konnte. Vor dem langen Flachstück des Forstwegs trafen wir auf eine einzelne Skispur, was wirklich gut war, denn in der ließ sich das Flachstück gut überwinden. Wir kürzten ein paar Kurven der Forststraße durch den Wald ab, aber als im dritten Abkürzer die Vorfahrer anfingen, quer ein Steilstück hinab zu treppeln, fuhren wir letzten vier doch lieber die Forststraße ab. Was aber auch nicht unproblematisch war, denn da reichte die Schneeauflage in den dichteren Waldstücken nicht und die Ski schrappten sehr unschön über Wurzeln und Steine.

Wir mussten ein paar Mal abschnallen, waren dann aber doch schneller als die Waldabfahrer. Ganz unten konnte man dann noch mal 500 Meter fahren. Super, das Bergablaufen mit den Skistiefeln war nämlich nicht sehr toll.

Der Pflugfahrer hatte Spaß dran gehabt, alle unsere Autos einzugraben, so dass wir unten erst mal die Lawinenschaufeln brauchten, um die Autos alle auszubuddeln (na gut, hab ich die also auch mal gebraucht). Ohne Schieben kam keiner aus dem Schnee.
Die Heimfahrt war problemlos, kein Stau, nix :-)


Start an der Bregenzerwaldstraße, es schneeregnet


Kurz drauf können wir die Ski anziehen ...


... allerdings nicht lang.


Weiter oben hat es Schnee zur Genüge.


Endlich kommt die Hütte in Sicht!


Endlich oben! Wir wurden eingeholt.


Vorbereitungen zum Aufbruch


Super Verhältnisse, super Sicht!


Abfahrt


Stellenweise ist der Schnee ganz schön tief ...


... und teilweise halt auch nicht.


Der Kangoo ist ziemlich eingeräumt.


Uwes Polo aber auch.

Von engel am 28.11.2017 21:36 • outdoorski(4) Kommentare

Figln

Samstag, Juni 03, 2017

Seit Jahren beneide ich Leute, die mir am Berg mit Figl entgegen kommen. Und seit Jahren kann ich mich nicht dazu entschließen, welche zu kaufen, weil die Dinger nicht grad günstig sind und zudem eher primitiv aussehen (vor allem die zum Schnüren, die eigentlich die einzig sinnvollen sind). Letzte Woche hing ich schon wieder lang auf Figl-Seiten herum und beschloss dann, dass das jetzt mal ausprobiert werden muss.

Am Freitag kam dann ein langes Paket. Wir packten 2 Paar Figl aus und betrachteten sie mit gemischten Gefühlen. Endlich Figl! Aber ob die was taugen? Immerhin, es sind recht hübsche Figl, ein Paar weiß, ein Paar schwarz.

Schnee gibt es inzwischen nur noch recht weit oben in Figl-tauglichen Mengen. Nach einigem Überlegen nahmen wir uns den Hochvogel vor. Das Kar unter der Kreuzspitze müsste ja eigentlich noch Schnee haben ...

Wir starteten relativ früh mit den Bikes am E-Werk und radelten am Giebelhaus vorbei bis zum Abzweig zum Prinz-Luitpold-Haus. Es war erstaunlich wenig los, was vermutlich daran liegt, dass das PLH noch nicht offen ist. Nach dem Giebelhaus waren wir so gut wie allein unterwegs.

Der Weg zum PLH zieht sich deutlich länger als wir gedacht hatten (in meiner Erinnerung ist man da in NullKommaNix oben, das täuscht aber). Wie erhofft fanden sich oberhalb ausgedehnte Schneefelder. Zur Kreuzspitze waren bisher nur wenige Leute gegangen, so dass der beste Allgäuer von Allen spuren musste/durfte.

Anfangs dachte wir, das Schneefeld im Kar sei ideal, weil es nicht sehr steil sei. Je näher wir aber dem Klettersteiglein zur Kreuzspitze kamen, umso steiler wurde das Schneefeld und die Aussicht, da oben das Figln lernen zu müssen, wurde langsam ein wenig unheimlich ;-)

Das Schneefeld tat meinem Knie nicht gut. Dauernd musste man den linken Fuß verdrehen und höher setzen als den rechten. Mit der Zeit fing es im Knie zu stechen an. Wir ließen deswegen den Hochvogel sausen (nix übertreiben am Anfang) und erklärten die Kreuzspitze zum Ziel. Das Klettersteiglein da hinauf war nochmal nett, dann machten wir Pause mit Blick auf den Hochvogel, der auch Besuch hatte.

Nachdem wir den Steig zurück bis an den Schnee abgestiegen waren, wurde es interessant. Allein schon die Figln im steilen Schrofengelände so anzulegen, dass man im Schnee zum Stehen kam, war eine Herausforderung. Als wir die gemeistert hatten, standen wir erst mal ziemlich ungelenk und unsicher auf den komischen kurzen Dingern und fragten uns, wie wir da jetzt eine Kurve hinkriegen sollten.

Immerhin das Gelände war gut gewählt - sollte einer ins Rutschen kommen, würde er einfach nur das Schneefeld runter rutschen ohne irgendwo aufzuschlagen. Der Schnee selbst war oben drauf relativ weich, drunter fest, aber vom Regen in unendlich viele Kuhlen gewaschen. Die ersten Kurven waren noch sehr sehr wackelig, dann gewöhnten wir uns an die Figl und kurvten vorsichtig das Schneefeld runter.

Das war ganz schön anstregend. Weil die Figl hinter den Schuhen abrupt aufhören und gern auch in die Regenkuhlen einstechen, muss man ständig voll angespannt auf den Skichen stehen. Im Flachen geradeaus fahren schüttelte uns komplett durch. Alles in Allem war das Figln recht lustig, aber ungemein anstrengend. Ich bin noch nicht sicher, ob so Figl jetzt echt was Tolles sind oder ob wir nur recht grausliche Bedingungen hatten.

Die unteren Schneefelder steigen wir dann zu Fuß ab. Das Wetter war inzwischen ziemlich zugezogen und die Sonne kam kaum noch durch, aber der beste Allgäuer von Allen hatte es sich in den Kopf gesetzt, nochmal Eissee-Baden zu gehen. Wir stiegen also zum See unterhalb des PLH ab und er ging kurz ins Wasser. Ich wagte mich immerhin bis zur Mitte der Wadln hinein ;-)

Das PLH hatte zwar offiziell noch geschlossen, aber der Wirt war schon da zum Aufräumen und wir nahmen sein Angebot, uns etwas zum Trinken zu verkaufen gerne an. So kamen wir unvermutet zu erfrischendem Weißbier :-)

Beim Weizen-Trinken hatte es noch so ausgesehen, als würden wir entweder schon beim Abstieg oder spätestens bei der Abfahrt nass werden. Rundrum waren dicke schwarze Wolken aufgezogen und es sah sehr nach Gewitter aus. Aber wir hatten Glück, es regnete weder im Abstieg noch bei der Fahrt zurück ans Auto. Richtung Sonthofen und Kempten hatte es aber zwischendurch mal geregnet, denn es hatte nasse Stellen auf der Straße. Uns erwischte das Gewitter erst, als wir um 9 beim Lieblings-Jugo beim Essen im Biergarten sassen und da war es ein Leichtes, einfach nach drinnen umzuziehen.

Das war ein schöner und einsamer langer Tag (11 Stunden, 1650 Höhenmeter, 39 Kilometer). Die Gegend ist Klasse, die Tour generell sehr schön, aber das Figl-Fazit ist momentan eher gemischt.


Radeln mit Figln


Aussicht zum Großen Wilden


Viiiel Wasser beim Start zum Prinz-Luitpold Haus


Aufstieg mit Wildem und Schneck


PLH vor der Fuchskarspitze


Die ersten Schneefelder


Rückblick mit Eissee


Am Anfang des großen Schneefelds im Kreuzspitzkar


Die letzten steilen Meter zum Klettersteiglein


Ausblick


Abstieg zum Figln


‘Elegante’ erste Figl-Kurven


Gleichgewichthalten im Steilen ist gar nicht einfach


Brrrrrrrrr!


Der Mann im Eis


Fast zurück an den Rädern


Rasante Abfahrt

Von engel am 03.06.2017 22:00 • outdoorbergskimtb

Freitag, 31.03.2017: Piz Mon Skidepot

Mittwoch, April 12, 2017

In der Nacht wachte ich davon auf, dass es im Zimmer brummelte. Ich brauchte eine Weile, bis ich raus hatte, dass der Wind durchs Fenster und durch die Tür pfiff und dabei dieses brummelnde Geräusch machte. Das waren keine guten Nachrichten für den nächsten Tag.

Beim Frühstück sahen wir dann auch, dass sich die Leute vor dem Fenster deutlich mehr vermummten als die letzten Tage. Den einen Hüttenwirt überhörten wir am Telefon: ‘... viel mehr Wind als erwartet.’ Wir räumten das Zimmer auf und vermummten uns ebenfalls sturmfest. Dann verstauten wir das Hüttenzeug unten in einem der Fächer und stellten uns den Elementen.

Rein optisch sah der Tag so wunderbar aus wie die letzten: Stahlblauer Himmel und die Sonne schien ungehindert auf Gletscher und Berge. Aber es hatte Wind. Ganz ordentlich Wind, wie wir feststellten, als wir uns aus dem Schutz der Hütte begaben und Richtung Vermutpass marschierten.

Wir liefen genau gegen den Wind. Unter den Skiern und den Stöcken lösten sich bei jedem Schritt kleine Eisplättchen (die vom Firnspiegel, ganz dünnes glattes Eis über dem gefrorenen Schnee), und sausten klingelnd hinter uns davon. Der Wind war kühl und vor allem ordentlich stark und kühlte uns deswegen ziemlich aus. Ich hatte bald die Kapuze auf (was ich nur selten mache), der beste Allgäuer von Allen stellte von Sonnenbrille auf Skibrille um, weil seine Augen so tränten.

Der Weg zum Piz Mon sieht von der Hütte so kurz und bequem aus, aber es zieht sich schon etwas und wird am Ende auch recht steil, bis man endlich das Skidepot erreicht. Von da heißt es im Führer lapidar ‘entlang des Grates zum Gipfel’. Wir betrachteten den Zustieg und den blockigen Grat und ließen uns vom Wind durchblasen. Aber starker Wind und Grat ist etwas, da fühle ich mich gar nicht wohl und deswegen liessen wir die letzten 100 Meter einfach aus und fuhren vom Skidepot zurück zur Hütte.

Die Abfahrt war wie die ganzen letzten Tage unberechenbar, aber wir fanden wie immer wenigstens ein paar Stellen, wo es sich schön fahren liess. Der Rest, naja fahrbar halt ;-)

In der Hütte (tatsächlich drin, draußen war es mit dem Wind einfach zu kühl) gab es Weizen und Kaspressknödelsuppe und dann machten wir uns auf den langen Rückweg.

Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass wir schon in der Abfahrt zum See ein paar Mal ein wenig aufsteigen und dass wir den gesamten See zu Fuß zurück laufen würden müssen. Aber - große Überraschung - man kann bis zum See mit nur einmal minimal Aufsteigen abfahren und den See bis fast ganz vorn mit (zugegeben mit der Zeit recht mühsamen) Schlittschuhschritten hinter sich bringen. So ist man viel schneller an der Biehler Höhe als wir gedacht hatten.

Dann Tunnelbus, Bahn, Auto (Stau bei Dornbirn, meh) und heim. Toller Skitourenurlaub!


Auf dem Weg zum Vermuntpass


Vermummt auf dem Weg zum Piz Mon


Die letzten Meter zum Skidepot


Abbruch am Skidepot


Ein letztes Hüttenbild


Abfahrt zum See


Die letzten Meter zur Biehler Höhe

Von engel am 12.04.2017 20:04 • outdoorski

Am letzten vollen Tag unseres Silvretta-Urlaubs stand natürlich der Große Piz Buin auf dem Plan. Sommers waren wir da ja schon mal, winters aber noch nicht. Im Führer wurde der Rinne und dem Kamin einiges an Text gewidmet, einschließlich dem Tipp, dort zu sichern und abzuseilen. Wir hatten beide keine besondere Erinnerung an beide Stellen, waren aber gespannt.

Wir standen wie immer um halb sieben auf und frühstückten gemütlich. Zu unserem Erstaunen war diesmal wirklich viel los und die Leute wuselten alle erst wild durcheinander und eilten dann zur Tür hinaus als gälte es ein Rennen zu gewinnen. Als wir draußen starteten, waren wir fast die letzten, obwohl wir nicht später dran waren als die letzten Tage. Auch wenn es ein wenig seltsam war, so hinter allen anderen loszugehen, waren wir sicher, dass das richtig war. Die Touren in der Silvretta sind einfach nicht lang und hier oben herrschten ja noch keine Frühjahrsbedingungen. Abgesehen davon taugte es uns sehr, in aller Gemütlichkeit so gut wie allein unterwegs zu sein.

Zum Piz Buin muss man erst mal zum Ochsengletscher, also wieder die laaange Querung entlang des Hangs zur Grünen Kuppe nehmen, wo man ständig die Kanten hart ins Eis pressen muss. Unangenehm fürs Knie. Nach der Kuppe muss man ein Stück bergab eiern (auf Fellen abwechselnd in hartem Firn oder auf harten Presspulverplatten abfahren) und kommt dann auf den Ochsentaler Gletscher. Diesmal verzichten wir aufs Anseilen.

Nachdem wir den Aufstieg entlang des Gletscherbruchs hinter uns gebracht hatten, begann der lange Marsch zur Buinlücke. Wahrscheinlich ist der gar nicht so sehr lang, aber es kommt einem so vor, weil man viel Strecke mit wenig Höhenmetern hinter sich bringen muss und das Ziel ständig sehen kann. Was wir auch sehen konnten, waren diverse größere Gruppen, die zum Buin-Grat aufstiegen. Sehr gut, die würden dann bestimmt schon wieder unten sein, wenn wir dann kamen.

So war es auch. Als wir in der Buinlücke ankamen und uns mit Gurten, Gerödel, Steigeisen und Seil aufrüsteten, kamen viele Leute gerade wieder runter. Die Lücke wurde voll, der Berg wurde leer (mehr oder weniger, ein paar Leute waren schon noch da) :-) Meine Steigeisen zurrten wir dermaßen fest, dass ich den Stiefel nach hinten ganz einfach nicht bewegen konnte. Bisserl unbequem aber besser als die Eisen verlieren.

Wir stiegen auf dem gut ausgetretenen Pfad im Schnee dem Grat entgegen. Nach ein paar ersten Felsen kam die Rinne. Felsen, 4 Meter Höhe vielleicht. Wir schauten den drei Jungs vor uns zu und betrachteten die Rinne. Sah eigentlich sehr machbar aus, also kein Seil. Und so war es auch. Dasselbe galt auch für den folgenden Kamin auf der Schattenseite. Da hatte es sehr schöne fest ausgetretene Stufen im Schnee. War auch ganz einfach. Danach galt es nur noch den restlichen Gipfelaufbau zu bewältigen und wir waren oben.

Piz Buin! Mit großartigem Ausblick in die Schweiz und nach Italien. Wir freuten uns vor allem über den Anblick von Ortler und Bernina (weil, wenn man mal oben war, dann ‘gehört’ einem der Berg ja irgendwie). Nach ausgiebigem Rundrum-Schauen und vielen Bildern suchten wir uns ein halbwegs windgeschütztes Plätzchen und machten gemütlich Pause.

Als uns kühl wurde, stiegen wir ab. Die Rinne sah von oben schon ziemlich steil aus und brach unten ins Bodenlose ab. Da der Aufstieg so problemlos gewesen war, war anzunehmen, dass der Abstieg ebenfalls problemlos laufen würde. Wo wir aber ja schon ein Seil dabei hatten und weil man ja alles hin und wieder üben muss, beschlossen wir, an dem praktischen Bohrhaken oben abzuseilen.Das begann damit, dass sich das Seil erst mal endlos verwurschtelte. Wir brauchten eine Weile, das wieder zu entwirren, danach seilten wir nacheinander ab. Wir seilten danach auch die kurze Rinne ab, und da war das schon sehr angenehm :-)

In der Buin-Lücke machten wir noch kurz Pause (so lang, bis uns der Schatten des Kleinen Piz Buin erreichte), dann fuhren wir ab. Ganz oben, direkt hinter der Lücke fanden wir dann unerwartet noch richtigen Pulverschnee :-) Der Rest war wie am Dienstag: ein unberechenbarer Mix aus Platten, Pulver, Windgangeln und vereistem Pressschnee, aber alles irgendwie fahrbar, wenn auch nicht immer elegant ;-)

Nachdem wir den Gletscherbruch über die Piste abgefahren waren, beschlossen wir, diesmal über die Grüne Kuppe und nicht über den Winterweg im Tal zur Hütte zurückzukehren. Auch da muss man einen Gegenanstieg bewältigen, der ist aber kürzer und - viel wichtiger - nicht so unerträglich heiß. Das war eine gute Idee und bescherte uns sogar noch ein paar nette Schwünge in schönem Firn.

Auf der Sonnen-Terrasse gönnten wir uns Bier und einen Topfenstrudel und einen Germknödel (jeweils einer, nicht beide beides) und gingen duschen (bevor die vielen anderen auch duschen wollten)). Danach setzten wir uns nochmal in die Sonne und tranken Kaffee. Zum Abendessen gab es Kartoffelsuppe, Zigeunergulasch mit Nudeln und Gemüse und zum Nachtisch Schokocreme.


Auf dem Weg zum Piz Buin


Der Ochsentaler Gletscher


Aufstieg neben dem Gletscherbruch


Der Gletscherbruch


Die Buin-Lücke ist voraus


Aufstieg


Klettern in der Rinne


Am Gipfel


Abseilen


Abstieg


Abfahren


Rückblick

Von engel am 10.04.2017 20:53 • outdoorski

Mittwoch, 29.03.2017: Dreiländerspitze

Sonntag, April 09, 2017

Am Vorabend waren Wolken aufgezogen und wir hatten schon Sorge gehabt, ob das mit dem Wetter so perfekt wie bisher weiter gehen würde. Aber ja, es ging. Als wir uns nach dem Frühstück für die Tour aufrödelten, lösten sich die Wolken gerade auf :-)

Der Weg zur Dreiländerspitze ist viel bequemer als der zum Ochsenkopf, weil man nicht so endlos queren muss. Stattdessen kann man ganz gemütlich sanft ansteigend hinter der Hütte über weite Hänge losgehen. Das Knie mochte das sehr, nicht immer so hart seitlich in den Berg drücken zu müssen.

Anfangs waren wir fast allein in dieser Richtung unterwegs, aber bald sammelte sich hinter uns eine Riesengruppe. Wir hatten schon Sorge, dass es am Grat vielleicht eng werden würde und zu Staus kommen könnte. Aber das war die Riesengruppe Franzosen, die schon gestern alle Scharten abgeklappert hatten ohne auf einen Gipfel zu steigen. Eine Dame erzählte uns, dass sie alle auf dem Weg zur Jamtal Hütte seien. Wir fanden das prima :-)

Vor dem Steilhang zum Grat machten wir Pause und legten dann die Gurte an und das Seil bereit. Der Anstieg und die Querung sahen schwierig aus, waren dann aber beim Näherkommen doch nicht ganz so steil und hart, wie sie ausgesehen hatten. Wir kamen ohne Probleme in der Scharte im Grat an und stellten die Ski in den sehr schön bereits flach getrampelten Stufen ab und legten die Steigeisen an.

Die paar Leute, die bereits am Grat unterwegs waren, waren alle ohne Rucksack unterwegs. Klar, damit ist Klettern etwas leichter, aber ein leerer Rucksack wiegt nicht viel und wo soll man denn all die wichtigen Dinge wie GPS und Kamera (und vielleicht auch Geld und Handy und Erste-Hilfe Packl oder sowas) unterbringen, wenn man nichts dabei hat? Wir nahmen die Rucksäcke mit.

Die Spur war breit ausgetreten und hatte in den steileren Passagen schöne gut zu gehende Stufen. Was von der Ferne abenteuerlich steil und ausgesetzt ausgesehen hatte, war von der Nähe nur halb so schlimm. Der Schnee hielt bombenfest und der blockige Grat war gut zu gehen. Allerdings ist der Grat tatsächlich sehr ausgesetzt, so dass wir an der steilsten Stelle das Seil auspackten und sicherten.

Auch den Übergang von der letzten Erhebung zum eigentlichen Gipfelaufbau, wo man kurz in eine Scharte absteigen und dann im Schnee recht steil ab und wieder aufsteigen muss, sicherten wir vorsichtshalber. Wir legten dazu das Seil kurz direkt in die Öse des Borhakens (weil es so schön bequem auch für den zweiten Sicherung von oben bedeutete), aber das war nicht so gut, denn das gab ein Kuddelmuddel mit einer 6er-Gruppe, die gerade vom Gipfel direkt über den Grat abkletterte. Der Bergführer guckte uns schon zu Recht ein wenig genervt an. Seine Gruppe musste deswegen ein paar Minuten warten.

Am Gipfel waren wir kurz allein (Yay!), was auch gut so war, denn der Gipfel ist gerade mal handtuchgroß. Es passt das Gipfelkreuz drauf, die 3-Länder-Plakette und etwa anderthalb Leute. Das Gipfelkreuz ist nicht sehr groß, aber man kann trotzdem nicht weit genug weg davon, um es ganz auf ein Foto zu bekommen ;-)

Unsere Nachfolger waren schon auf dem Weg und so machten wir uns dran, wie die 6er-Gruppe über den Grat zu klettern. Das ist ein IIer-Blockgrat und er ist natürlich ausgesetzt. Was mit Bergstiefeln und Gummisohlen vermutlich gar nicht allzu schwierig gewesen wäre, wird mit Steigeisen an Skistiefeln durchaus zu einer Aufgabe. Ohne Seil hätte ich das nicht gemacht, aber dazu hatten wir das ja dabei.

Mit Steigeisen auf Felsen rumschrammen ist bestimmt nur Übungssache und man bekommt mit der Zeit sicherlich raus, was da alles so hält. Wir haben aber keine Übung und so war der Anfang des Grates, wo man gerade so nicht sehen kann, wohin man die Füße setzen kann, eine rechte Zitterpartie. Aber es ging alles gut und wir kamen problemlos über die Scharte zurück zum Vorgipfel. Der Abstieg zu den Skiern war dann relativ einfach, auch wenn wir unten in der Steilstelle nochmal das Seil rausholten.

Im unteren Teil des Abstiegs zu den Skiern fiel mir dann im Schnee ein Steigeisen von den Stiefeln, was mich sehr erstaunte, denn erstens hatte ich sie wirkllich fest angezogen und zudem war ich ja kurz vorher noch mit genau diesen Eisen im Fels rumgeklettert. Bei genauerer Betrachtung sah es dann so aus, als seien die neuen Skistiefel nicht für Kipphebel-Steigeisen geeignet. Im Abstieg, wo sich der Schaft sehr weit nach hinten runter bewegen kann, drückt der Schaft den Kipphebel auf.
Nachträgliche Recherche: Ja, die Scarpa F1 TR sind nicht für Kipphebel Steigeisen geeignet. Meh!

Wir fuhren in die Ochsenscharte ab und machten dort Pause in der Sonne. Lang und gemütlich und warm.

Eigentlich wollten wir ja nicht so besonders früh zurück zur Hütte, aber wenn man die Dreiländerspitze macht (was keine allzu lange Tour ist, auch nicht, wenn man sich wirklich viel Zeit lässt), sind schöne Zusatzziele für Skitourer rar. Wir machten also noch ein wenig Pause, bis wir fast in der Sonne eingeschlafen waren und fuhren dann zurück zur Hütte.

Dort gönnten wir uns Kaspressknödelsuppe (sehr fein) und Weißbier und noch mehr Sonne. Danach gingen wir duschen, was ein Luxus! Zum Abendessen gab es Knoblauchcremesuppe, Kassler mit Sauerkraut und Kartoffelbrei und Panna Cotta. das Sauerkraut kam bei den anderen HP-Gästen nicht besonders gut an (wir vermuten, das ist was sehr Germanisches, also nur für Deutsche, Österreicher, Schweizer und das mag sonst keiner), wir fanden das Essen aber sehr gut. Danach galt es nur noch auszuhalten, bis Bett-Zeit war.


Die Wolken lösen sich auf


Auf dem Weg in die Sonne ...


... und zur Dreiländerspitze


Die letzten Meter zum Skidepot


Aufstieg über den Grat


In der Steilstelle wird gesichert


Am Gipfel, hinten der Piz Buin


Die Dreiländer-Plakette


Abklettern über den Grat


Abfahrt zur Ochsenscharte


Die letzten Meter zur Hütte

Von engel am 09.04.2017 05:47 • outdoorski

Wir standen gemütlich um halb sieben auf und gingen frühstücken. Die ganzen Jungen Wilden waren wohl schon kurz vor sechs fürs Frühstück Schlange gestanden und sausten gerade zur Tür raus. Uns schien das wegen der eher kurzen Touren in der Silvretta ein wenig übertrieben - man will ja nicht schon Mittag wieder in der Hütte sein. Der beste Allgäuer von Allen hatte dank Medikamente gut geschlafen und fühlte sich nur noch halb erkältet. Dafür hatte ich Schleim und Halsweh, irgendwas ist ja immer.

Das Frühstück war prima und dank Buffet reichlich (auch wenn Butter, Wurst und Käse pro Gast abgezählt waren), so dass wir gestärkt starten konnten. Unser erstes Ziel war das Silvrettahorn und so folgten wir der Piz-Buin-Schlange über die Grüne Kuppe zum Ochsentaler Gletscher. Wir konnten uns an der großartigen Umgebung kaum satt sehen und machten Bilder und Filme zuhauf. Das hatte den Effekt dass uns auch die Spätaufsteher-Gruppen davon zogen und wir bald fast allein unterwegs waren.

Da wir den Ochsentaler Gletscher und die Spalten im Sommer schon gesehen hatten, seilten wir uns vorschriftsmäßig ein. Im Nachhinein stellten wir dann fest, dass die Piste auf der Gletscherseite, über die man aufsteigt so hart und gefroren und festgefahren war, dass dies vermutlich nicht nötig gewesen wäre. Aber egal, ist ja alles Übung.

Vor dem Abzweig zum Silvrettahorn war eine Pause zur Fußerholung nötig. Dabei wäre mir beinahe die Pausen-Schoki über den Gletscher hinab gesaust! Katastrophe! Sie blieb aber 50 Meter weiter unten in einer alten Spur liegen, bevor der Gletscher steiler wurde. Glück gehabt! Nach der Pause bogen wir ab und stapften Silvrettahorn entgegen.

Ich bin, was Höhe angeht, ja etwas empfindlich und war seit der Pause unglaublich angestrengt. Da war es dem Selbstvertrauen nicht gerade zuträglich, dass das Silvrettahorn in der Draufsicht unheimlich steil und abweisend aussieht. Das Silvretta Egghorn daneben dagegen hatte einen fast unverspurten Steilhang zu bieten und war nicht ganz so hoch, was mir viel sympathischer war. Dem besten Allgäuer von Allen taten schon wieder die Druckstellen an der Fersen weh und er war deswegen mit meiner Zielverschiebung einverstanden.

Der Aufstieg zum Silvretta Egghorn über die Steilflanke war trotz vorhandener Spur sehr anstrengend, versprach aber schönen Schnee in der Abfahrt. Auch sonst lohnt sich das Egghorn, denn es hat oben einen lohnenden netten kleinen Gipfelaufbau und versprach eine windgeschützte sonnige Pause.

Wir nahmen uns den rechten unverspurten (und noch steileren) Teil der Steilflanke für die Abfahrt und waren dann doch recht erstaunt, wie steil das dann tatsächlich wurde. Mehr als 45 Grad, wenn auch nur kurz, schätzten wir, das hat man ja nicht oft. Im Auslauf fand sich dann auch noch etwas feiner Pulverschnee, dann war der schöne Schnee aus. Auf dem Weg zurück auf den Ochsentaler Gletscher fanden wir Windpressplatten, eingeeiste Altspuren und harte Windgangeln in schöner Abwechslung :/

Außer uns war zwar noch kaum mehr jemand hier oben, aber es schien uns noch etwas zu früh um zur Hütte abzufahren. Wir fellten also nochmal auf und marschierten zur Furcola da Cunfin. Das war dann wirklich sehr sehr anstrengend, aber wir wurden mit einer weiteren sonnigen windgeschützten Pause und viel Aussicht belohnt.

Dann fuhren wir ab. Skitechnisch war alles dabei, was man nicht unbedingt finden möchte, aber es war meistens doch ganz OK zu fahren. Entlang des Gletscher-Abbruchs war sowieso Piste und ganz unten (wir fuhren bis hinab auf den Winterweg wie im Führer empfohlen) versanken die Ski im tiefen Sulz. Alles fahrbar, wenn auch selten schön. Der Gegenanstieg zu Hütte war dann nochmal ordentlich anstrengend und heiß.

Wir kamen so spät zurück zu Hütte, dass wir auf der sonnigen Terrasse nur noch ein Bier tranken, um uns nicht das Abendessen zu verderben. Das war aber vielleicht ein Fehler, denn die Portion an diesem Abend war recht klein. Es gab Nudelsuppe, Schweinebraten mit Speckbohnen und Kartoffeln und Apfelscheiben mit Vanillecreme als Dessert. Glücklicherweise kann man von den Beilagen Nachschlag ordern, sonst hätten wir tatsächlich hungrig ins Bett gehen müssen ...


Start Richtung Piz Buin, Signalhorn, Silvretta Egghorn und Silvrettahorn.


Angeseilter Anstieg über den Ochsentaler Gletscher


Der lange Weg zum Großen und Kleinen Piz Buin und zum Signalhorn


Windgeformter Schnee auf dem Gletscher, hinten das Hohe Rad


Die Wahl: Links die steile Flanke, rechts das steile Horn


Aufstieg über die Steilflanke


Aufstieg zum Silvretta Egghorn


Abstieg vom Silvretta Egghorn


Wunderschöner Pausenplatz


Supersteile Abfahrtsspuren (auch wenn des nicht so aussieht)


Pause in der Furcola da Cunfin, hinten der Piz Linard


Gletscherabfahrt


Hüttenaufstieg

Von engel am 06.04.2017 20:49 • outdoorski

Montag, 27.03.2017: Wiesbadener Hütte

Donnerstag, April 06, 2017

Wir starteten relativ früh im Allgäu und kamen nach einer ereignislosen Fahrt kurz nach 9 in Partenen an. Erschwert wurde die Anreise dadurch, dass der beste Allgäuer von Allen mit einer dicken Erkältung aufgewacht war und entsprechend gerädert war. Wir hatten kurz überlegt, direkt abzubrechen, waren dann aber doch losgefahren. Umkehren kann man ja immer.

Um zur Bieler Höhe zu gelangen, muss man erst die Vermuntbahn nehmen und dann mit dem Tunnelbus fahren. Wir hatten beide keine so rechte Vorstellung, was denn der ‘Tunnelbus’ ist - abgesehen davon, dass da halt ein Bus durch einen Tunnel fährt - und waren gespannt. Der Tunnel (muss ein Wartungstunnel für den Stausee sein) ist dann etwa so breit wie der Kleinbus und der Fahrer heizt da durch, als wolle er ein Rennen gewinnen. Doch, spannend, man hat ständig eine Wand vor sich, in die der Bus dann doch nicht reinknallt.

An der Bieler Höhe fuhren wir zunächst in den (leeren) Stausee ab und fellten dann auf. Der lange Marsch begann.

Anfangs war es nur warm, aber als wir den See verliessen und ins Ochsental einbogen wurde es heiß, allerdings wehte ein kühler Wind vom Gletscher runter, so dass wir doch nicht allzu lang im T-Shirt laufen konnten. Der beste Allgäuer von Allen bekam heisse Füsse und Druckstellen von den (relativ) neuen Stiefeln, was mehrere Pausen zur Verpflasterung und Fußerholung erforderte. Wir sahen den Hochtourenurlaub trotz bester äußerer Voraussetzungen davon schwimmen.

Am frühen Nachmittag erreichten wir die Wiesbadener Hütte. Wir verzichteten auf einen weiteren Anstieg zwengs Akklimatisation und meldeten uns an. Wir bekamen ein kleines Zweier-Zimmer und setzten uns auf der Terrasse in die Sonne. Egal wie es weiter gehen würde, auf der Hüttenterrasse war es wunderbar mit großartiger Aussicht.

Wir teilten uns einen riesigen Kaiserschmarrn (leider nur halb gut), tranken alkoholfreies Weißbier und genossen die Umgebung. Die Hütte war ziemlich voll, die sonnige Terrasse wuselte nur so. Wir staunten über die große Anzahl Franzosen (gefühlt die Hälfte der Gäste) und hörten Englisch, Spanisch und allerlei ost-europäische Sprachen.

Zum Abendessen gab es Gemüsesuppe, Hühnerbrust in Speck mit Gemüse und Nudeln und einen Nachtisch, den ich leider vergessen habe (wir sind uns aber einig, dass er gut war - Nachtrag: Cappuccino-Creme). Danach galt es nur noch die Zeit bis zum ins-Bett-gehen zu überbrücken, dann schüpften wir in die Schlafsäcke.


Auf dem Weg durch den Silvrettasee


Der Piz Buin taucht auf


Gleissende Firnspiegel im Talschluß


Nach langem Marsch: angekommen an der Hütte

Von engel am 06.04.2017 05:03 • outdoorski

Sonntag, 12.03.2017: Winterspaziergang

Donnerstag, März 16, 2017

Zur Abwechslung mal wieder Lechtal. Noch immer eher defensiv, die gestrigen Lawinen waren doch arg beeindruckend. Wir parkten in Boden wieder vorm Kirchlein (diesmal war der Parkplatz oben tatsächlich voll) und stapften dann den Hang über Boden nach Pfafflar hinauf. Der Schnee war eishart gefroren.

Bei den ersten Häusern bogen wir auf den Sommerweg ins Fundeistal ab. Rechts im Fundeistal waren auch hier viele gewaltige Lawinen abgegangen, links sah es besser aus. Wir waren uns nicht so recht einig, wie gefährlich das steil eingeschnittene Tal denn nun wirklich war, gingen aber erst mal auf dem Sommerweg (über noch eher flache Hänge) weiter. Die Teilstufe hinten im Tal schien uns beiden OK, aber der Weg dorthin?

Der Sommerweg führt über einem extrem steilen Abbruch (unten fast ein Tobel) erst hinauf und dann schräg hinab zum Bach. Und das war dann der Punkt an dem es auch mir zu riskant wurde. Eisig gefrorener Schnee, in dem die Kanten kaum griffen, mit Fellen auf dem schmalen, schrägen, teils steilen Sommerweg direkt über einem Abbruch ins Tal runter rutschen? Ich sah mich ausrutschen und mit Juchhei in den Bach runter purzeln. 100 Höhenmeter oder so. Wir drehten um.

So allzu gut kennen wir die Gegend skitourenmäßig ja nicht, aber dass man bis zum Joch auf und neben der Straße spazieren kann, wussten wir. Nächstes Ziel also: Pass.

Erst mal war es lustig, durch Pfafflar hindurch und am Gasthof vorbei zu laufen. Dort waren wir in unseren früheren Leben mit dem Motorrädern unzählige Male schon eingekehrt und hatten den Motoren der vorbei sausenden Bike gelauscht. Jetzt war alles komplett ruhig, wir liefen ganz einsam und allein auf der Straße bis zur nächsten Kehre und von dort den Wanderweg weiter (endlich Sonne!) durch einen kleinen Tobel durch bis zum Pass.

Dort dachten wir eigentlich, dass man rechts in den Sattel sehen können müsste. Das geht aber nicht, es hat zu viele Muränenhügel. Es hatte aber eine Spur, die Richtung Sattel führte. Die nahmen wir.

Als wir über die Muränenhügel drüber waren und endlich tatsächlich linkerhand bis in den Sattel sehen konnten, blieben wir erst mal beeindruckt stehen. Auf der rechten Seite war oben in einer extrem steilen Rinne ein Schneebrett abgegangen und hatte in den steilen Hängen darunter ein gigantisches Schneebrett mit einer Anrisshöhe von sicherlich 4 Metern ausgelöst. Daneben war ein weiteres großes Schneebrett abgegangen. Boah, das waren aber mal Lawinen!

Der Hang hinauf zu ‘unserem’ Sattel - ähnlich ausgerichtet, ähnlich steil - sah wunderbar aus. Jungfräulicher Schnee, der Oberfläche nach lockerer Triebschnee, lud zu abgehobenem Schweben ein. Oder zum Abrutschen mit einem gewaltigen Schneebrett ...

Wir schätzen die Situation so ein, wie auch unsere Vorgänger und stiegen nur bis zum letzten Hügel im Kar hinauf (alles moderat geneigtes, kupiertes Gelände) und erklärten den größten Stein zum heutigen Ziel. In der Pause - sonnig, fast windgeschützt - betrachteten wir abwechselnd den wunderschönen Hang zu unserem Sattel und die riesigen Lawinen daneben. Die Versuchung und die potentielle Strafe. Aller Wahrscheinlichkeit nach wäre der Hang inzwischen genügend gesetzt gewesen (die Lawinen waren sicherlich Donnerstag oder Freitag abgegangen), aber wir fühlten uns nicht abenteuerlich genug, um das auszuprobieren.

Die Vorgänger waren direkt vom Stein Richtung Passstraße abgefahren. Wir nahmen aber den Weg zurück zum Joch und konnten bis dorthin in wunderbarem unverspurten Pulverschnee schwingen. Vom Joch aus nahmen wir den hübschen Tobel nach Pfafflar und bekamen perfekten Firn. Von Pfafflar nach Boden war der Schnee dann allerdings komplett durchgeweicht und wir mussten uns in tiefem Sumpf zurück zum Auto wühlen.


Start in Boden


Auf dem Weg nach Pfafflar


Vorbei am Gasthof Pfafflar ...


... durch einen sehr hübschen kleinen Tobel ...


... und direkt mit der Straße aufs Joch


Über Muränenhügel Richtung Scharte


Die Lawinenanrisse


Der verführerische Hang


Abfahrtsspuren

Von engel am 16.03.2017 22:25 • outdoorski
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