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Sonntag, 12.03.2017: Winterspaziergang

Donnerstag, März 16, 2017

Zur Abwechslung mal wieder Lechtal. Noch immer eher defensiv, die gestrigen Lawinen waren doch arg beeindruckend. Wir parkten in Boden wieder vorm Kirchlein (diesmal war der Parkplatz oben tatsächlich voll) und stapften dann den Hang über Boden nach Pfafflar hinauf. Der Schnee war eishart gefroren.

Bei den ersten Häusern bogen wir auf den Sommerweg ins Fundeistal ab. Rechts im Fundeistal waren auch hier viele gewaltige Lawinen abgegangen, links sah es besser aus. Wir waren uns nicht so recht einig, wie gefährlich das steil eingeschnittene Tal denn nun wirklich war, gingen aber erst mal auf dem Sommerweg (über noch eher flache Hänge) weiter. Die Teilstufe hinten im Tal schien uns beiden OK, aber der Weg dorthin?

Der Sommerweg führt über einem extrem steilen Abbruch (unten fast ein Tobel) erst hinauf und dann schräg hinab zum Bach. Und das war dann der Punkt an dem es auch mir zu riskant wurde. Eisig gefrorener Schnee, in dem die Kanten kaum griffen, mit Fellen auf dem schmalen, schrägen, teils steilen Sommerweg direkt über einem Abbruch ins Tal runter rutschen? Ich sah mich ausrutschen und mit Juchhei in den Bach runter purzeln. 100 Höhenmeter oder so. Wir drehten um.

So allzu gut kennen wir die Gegend skitourenmäßig ja nicht, aber dass man bis zum Joch auf und neben der Straße spazieren kann, wussten wir. Nächstes Ziel also: Pass.

Erst mal war es lustig, durch Pfafflar hindurch und am Gasthof vorbei zu laufen. Dort waren wir in unseren früheren Leben mit dem Motorrädern unzählige Male schon eingekehrt und hatten den Motoren der vorbei sausenden Bike gelauscht. Jetzt war alles komplett ruhig, wir liefen ganz einsam und allein auf der Straße bis zur nächsten Kehre und von dort den Wanderweg weiter (endlich Sonne!) durch einen kleinen Tobel durch bis zum Pass.

Dort dachten wir eigentlich, dass man rechts in den Sattel sehen können müsste. Das geht aber nicht, es hat zu viele Muränenhügel. Es hatte aber eine Spur, die Richtung Sattel führte. Die nahmen wir.

Als wir über die Muränenhügel drüber waren und endlich tatsächlich linkerhand bis in den Sattel sehen konnten, blieben wir erst mal beeindruckt stehen. Auf der rechten Seite war oben in einer extrem steilen Rinne ein Schneebrett abgegangen und hatte in den steilen Hängen darunter ein gigantisches Schneebrett mit einer Anrisshöhe von sicherlich 4 Metern ausgelöst. Daneben war ein weiteres großes Schneebrett abgegangen. Boah, das waren aber mal Lawinen!

Der Hang hinauf zu ‘unserem’ Sattel - ähnlich ausgerichtet, ähnlich steil - sah wunderbar aus. Jungfräulicher Schnee, der Oberfläche nach lockerer Triebschnee, lud zu abgehobenem Schweben ein. Oder zum Abrutschen mit einem gewaltigen Schneebrett ...

Wir schätzen die Situation so ein, wie auch unsere Vorgänger und stiegen nur bis zum letzten Hügel im Kar hinauf (alles moderat geneigtes, kupiertes Gelände) und erklärten den größten Stein zum heutigen Ziel. In der Pause - sonnig, fast windgeschützt - betrachteten wir abwechselnd den wunderschönen Hang zu unserem Sattel und die riesigen Lawinen daneben. Die Versuchung und die potentielle Strafe. Aller Wahrscheinlichkeit nach wäre der Hang inzwischen genügend gesetzt gewesen (die Lawinen waren sicherlich Donnerstag oder Freitag abgegangen), aber wir fühlten uns nicht abenteuerlich genug, um das auszuprobieren.

Die Vorgänger waren direkt vom Stein Richtung Passstraße abgefahren. Wir nahmen aber den Weg zurück zum Joch und konnten bis dorthin in wunderbarem unverspurten Pulverschnee schwingen. Vom Joch aus nahmen wir den hübschen Tobel nach Pfafflar und bekamen perfekten Firn. Von Pfafflar nach Boden war der Schnee dann allerdings komplett durchgeweicht und wir mussten uns in tiefem Sumpf zurück zum Auto wühlen.


Start in Boden


Auf dem Weg nach Pfafflar


Vorbei am Gasthof Pfafflar ...


... durch einen sehr hübschen kleinen Tobel ...


... und direkt mit der Straße aufs Joch


Über Muränenhügel Richtung Scharte


Die Lawinenanrisse


Der verführerische Hang


Abfahrtsspuren

Von engel am 16.03.2017 22:25 • outdoorski(0) Kommentare

Samstag, 11.03.2017: Defensivtour

Mittwoch, März 15, 2017

Nach dem Lawinenlage-Vierer am Freitag und den intensiven Warnungen aller Lawinendienste schauten wir uns die (vermutlich) möglichen Touren gründlich an und entschieden uns für eine, die im unteren Bereich zwar ordentlich steil ist, aber im oberen Bereich einen Aufstieg über Hänge unter 30 Grad ermöglicht.

Um dem potentiellen Skifahrerstau zu entgehen, waren wir recht früh im Kleinen Walsertal. Dass wir allerdings die ersten am kleinen Parkplatz waren, fanden wir doch sehr erstaunlich. Der Schnee im Tal reichte noch locker zum Losgehen mit Ski, war allerdings wie erwartet vom Regen gezeichnet und beinhart gefroren.

Die Lawinenlage der letzten Tage wurde uns deutlich vor Augen geführt, als wir die ersten Meter ins Tal hinter liefen. Aus der Elferrinne, bzw. den Steilhängen und Felsen über dem Elferkar waren große mehrstufige Schneebretter abgegangen und hatten sich unten in den beiden Rinnen zu gewaltigen Schneemassen gesammelt. Sehr beeindruckend!

Wegen des eisigen Schnees benötigten wir die Harscheisen, sobald es steiler wurde. So begeistert ich von der Dynafit-Pin-Bindung und der Anwendungsfreundlichkeit der Harscheisen bin, dass die Eisen beim Laufen so ‘singen’, finde ich lästig. Alles in Allem waren auch die Steilpassagen ganz gut zu gehen. Der erste ‘richtige’ Schnee, grobe Graupelkörnchen, fing im oberen Drittel des Steilaufstiegs an.

In der Rinne, bzw. knapp drüber lag die erwartete Lawine, hart gefroren, über die wir mühsam drüber krabbeln mussten, bevor wir an der Alm in der Sonne eine Pause machten. Da war es warm und gemütlich, Tee und Schokolade schmeckten ausgezeichnet und wir mussten uns ernsthaft zusammenreißen, um weiter zu gehen ...

Dass wir diesmal in den oberen Hängen keinen Pulverschnee finden würden, war wegen des warmen Freitags von vornherein klar gewesen, aber dass der Deckel so hart sein würde, dass er uns im Aufstieg weitgehend trug, erstaunte uns etwas. In der Abfahrt würde er brechen, das war im Aufstieg schon klar, weil es so warm war. Aber egal, wir waren ja wegen der Landschaft, der Einsamkeit und überhaupt wegen des Gesamterlebnisses hier :-)

Die Abfahrt über die weiten Hänge oben war dann auch sehr gemischt. Teilweise fanden wir schönen Firn, teilweise brachen wir aber auch in die lockeren Schichten unten drunter durch. Natürlich war vorab nicht zu erkennen, ob man in der nächsten Kurve breitbeinig durch harte Deckel eiern würde oder in samtigem Firn butterweich abschwingen konnte.

Nachdem wir mühsam über die Lawine runtergetreppelt waren, fanden wir im unteren Steilhang zwischen den Bäumen und Latschen abwechselnd noch hart gefrorene Schattenbereiche und schon ganz nett aufgegangene Sonnenbereiche, was für ein echt gemischtes Abfahrtsvergnügen sorgte ;-) Aber ganz unten, die flachen Hänge vor dem Talausgang, die waren dann wieder super: butterweicher Firn!


Eine riesige Lawine mit beeindruckender Bahn ...


... ausgelöst sehr weit oben von einem gar nicht sooo großen Schneebrett


Anstieg zur Rinne (Lawine rechts oben)


Sonnenpause


Gipfelpause (war warm :-))


Oben: Firnabfahrt


Nicht mehr ganz oben, nicht mehr ganz so Firn ...

Von engel am 15.03.2017 21:06 • outdoorski(0) Kommentare

Samstag, 04.03.2017: Fönsturm

Donnerstag, März 09, 2017

Dass die Sache mit dem Schnee nun nicht mehr allzu rosig (also pulvrig) aussehen konnte, war inzwischen klar. Wir entschieden uns daher für eine Tour im Tannheimer Tal, die sich eher durch Landschaft und Erlebniswert als durch tolle Abfahrten auszeichnet. Außerdem muss man sich im Tannheimer Tal nicht so sehr mit Verkehr auseinander setzen.

Auf dem Parkplatz erwarteten uns milde Temperaturen (+7 Grad!) und dickes Eis, die Forststraße war aber schon ganz gut zu gehen, weil angetaut. Der Wanderweg nach der Abzweigung war nicht ganz so angetaut, wurde aber auch schon weich (gut für die Abfahrt).

Wir bogen nach rechts über die Brücke ab und folgten dem Sommerweg über freie Hänge mit einem unschönen Harschdeckel, der hoffentlich im Lauf im Tages noch ein wenig aufgehen würde. Allerdings waren das Nordhänge, die nur ‘grad so’ von der Sonne erreicht wurden und es hatte sich ein hoher Wolkenschleier gebildet, der der Sonne Kraft nahm. Nunja, wir waren ja eh nicht wegen der tollen Abfahrt hier.

Es war schon die ganze Zeit mehr oder weniger windig gewesen (für Tirol war Fönsturm mit Orkanböen angesagt gewesen), aber im Tal hinter hohen Wänden war das alles ganz erträglich. Als wir aber den Sattel an der Alpe erreichten, waren wir dem Sturm plötzlich komplett ausgesetzt. Und der wartete zwischendurch mit ganz ordentlichen Böen auf!
Der Blick ins Lechtal zu den höheren Bergen zeige immense Schneefahnen, die wir bis in hinterste Lechtal sehen konnten, wo der Schnee wie Wolken um die Berge stob.

Wir stapften erst mal weiter Richtung Gipfelziel, wurden jedoch immer wieder von einzelnen Böen regelrecht geschüttelt. Als wir bei einer besonders starken Böe beide beinahe umgeweht wurden (obwohl wir an der Bergflanke noch immer einigermaßen geschützt unterwegs waren), schien uns die Vorstellung, nach dem Skiaufstieg zu Fuß aus der Rinne zu steigen und dann über den kurzen aber einigermaßen ausgesetzten Grat zu gehen, ausgesprochen unattraktiv.

Stattdessen lachte uns ein seitlicher Aufstieg über einen völlig unverspurten Hang an, an dem wir hofften, dem Wind nicht allzu arg ausgesetzt zu sein. Das klappte auch ganz gut, der Wind war nur an der äußeren Kante manchmal richtig stark. Aber der Hang war doch steiler als wir angenommen hatte und er wurde in rasender Geschwindigkeit weicher, weil inzwischen die Sonne voll rausgekommen war. Schon im Aufstieg rutschten die Ski manchmal mit der noch lockeren Auflage von der drunter liegenden Eisschicht ab.

Der Abfahrt durch den Hang war dann aber doch noch sehr schön, auch wenn wir einzelnen mit strategisch günstigen Wartepunkten abfuhren. Unten gab es die wohlverdiente Pause in einer beinahe windgeschützten Mulde.

Für die Abfahrt versuchten wir uns daran, den Aufstiegshang (den man vor allem quert) direkt abzufahren. Was bei pulvrigem Schnee die reine Freude und Latschen-Slalom gewesen wäre, war mit dem eisigen Regendeckel, der natürlich nicht aufgegangen war, ein arges Gestopsel mit Stemmbogen und schwer kontrollierbarem Abschwingen. Naja, wir hatten ja von vorherein Drecksschnee erwartet ;/
Der Sommerweg unten aber war tatsächlich aufgegangen und deswegen auch gut fahrbar (naja, eher ‘abrutschbar’ so schmal wie der ist).

Auch an diesem Tag waren wir sehr allein (ich glaube, dass die Bahn vorn wegen des Windes nicht lief und dass deswegen viele der Bahn-Skitourer gar nicht erst gekommen waren) und weil wir ja sowieso Dreckschnee erwartet und sowohl schöne Gegend als auch die erhoffte Sonne bekommen hatten, waren wir sehr zufrieden :-)

Zum Fönsturm fand ich im Nachgang noch ein paar Links, die doch recht deutlich zeigen, dass es nicht ganz unschlau war auf den Gipfelgrat zu verzichten (Windgeschwindigkeiten bis 174 km/h auf der Zugspitze, das ist ja nicht weit weg) :-)


Die Sonne spiegelt sich auf dem eisigen Schnee


Wir stemmen uns gegen die Fön-Böen


Aufstieg zum Ausweichziel


Am höchsten Punkt (die Ziellatsche :-))


Abfahrt vom Ausweichziel ...


... mit noch ziemlich gutem Schnee


Un-Elegantes Runtergestopsel im Bruchharsch

Von engel am 09.03.2017 21:02 • outdoorski(0) Kommentare

Freitag, 03.03.32017: Scharte

Mittwoch, März 08, 2017

Als wir am Mittwoch nochmal spontan beschlossen hatten, einen Tag frei zu nehmen, regnete es gerade heftig bei eher niedrigen Temperaturen und für Freitag war allerbestes Wetter vorhergesagt gewesen. Was wir übersehen hatten war, dass es am Donnerstag recht warm werden sollte. Und da hatte es dann bis 1800 Meter hinauf in den schönen Neuschnee hinein geregnet. Der Start sollte also recht weit oben sein. Lechtal also.

Wir parkten in Boden vorsichtshalber am Kirchlein, weil wir annahmen, der kleine Parkplatz am Start der Fortstraße sei auch unter der Woche schon voll, weil wir eher saät dran waren. War er aber nicht, es hatte nur 4 Autos.

Der Hatsch das Tal hinter ist wirklich elendslang. Weil wir in letzter Zeit im Sommer immer die Bikes bis zur Materialseilbahn genommen hatten, kam er uns vermutlich noch länger vor ;-)
Bis knapp hinter der Materialseilbahn hatte es eine dünne Neuschneeschicht auf einem hart gefrorenen Regendeckel (in den man natürlich einbrach). Wir hofften sehr, dass der bis zur Abfahrt aufgehen würde!

Je höher wir kamen, umso offensichtlicher wurden die Schneefahnen von den Gipfeln und Graten um uns herum. Wir hatten uns vorab noch nicht auf ein exaktes Ziel festgelegt, weil es mehrere schöne Ziele gibt, wenn man erst mal hinten bei der Hütte ist. Angesichts der Windfahnen fiel die Entscheidung auf die Scharte und nicht auf den Gipfel. Vermutlich waren wir da dem Wind tatsächlich weniger ausgesetzt, aber auch da blies es ordentlich.

Die Abfahrt war sehr gemischt. Oben wechselte lockerer Triebschnee mit leichten Windpressplatten (und natürlich war das vorab nie zu erkennen). Unten nach der Hütte wurde der Schnee mit jedem Meter immer schwerer und nasser. Die harten Regenplatten waren wie erhofft aufgegangen, aber der Schnee war am Ende unten so nass, dass die Ski regelrecht kleben blieben.

Auch wenn die Abfahrtsfreuden etwas gemischt waren, das war eine wunderbare Tour. Das Parzinn ist eine so schöne Gegend, da erfreut einen wirklich jeder Blick. Und weil Freitag war, waren wir fast immer völlig allein unterwegs :-)


Der lange (einsame :-)) Talhatsch


Weiter oben windet es gar fürchterlich


Aufstieg zur Hütte ...


... und weiter zur Scharte


Die letzten Meter in die Scharte


Abfahrt


Abfahrt

Von engel am 08.03.2017 22:17 • outdoorski(0) Kommentare

Samstag, 25.02.2017: Kein Gipfel

Dienstag, Februar 28, 2017

Minimaler Schneefall am Freitag. So aus dem Tal raus war schwer zu schätzen, wieviel Schnee das wohl ergeben hatte (im Garten waren es 3 Zentimeter), aber wir wollten nutzen, was uns da geschenkt worden war. Wegen Fasching, Wochenende, Schneefall, usw. starteten wir recht früh und kamen um kurz vor 8 in Baad an. Der Verkehr war problemlos gewesen, aber die Idee mit recht früh hatten auch andere gehabt - der Parkplatz war schon fast voll.

In unsere Richtung gingen aber erst mal nicht allzu viele Leute los. Wir wurden unten von erst 4 dann 3 Leuten überholt, dann war erst mal Schluss. Nach dem kühlen Talhatsch und dem Anstieg durch die buschige Steilstufe sahen wir wüste Schneefahren um uns herum und vor allem deutlich mehr Skibergsteiger im weiteren Anstieg als nur die sieben, die uns bereits überholt hatten.

Kurzentschlossen bogen wir ab und spurten ganz einsam und allein in ein Seitenkar hinein.

Man kommt da auch hin, wenn man schon etwas früher abbiegt, deswegen war es keine Überraschung, dass es auch hier schon eine Spur hatte. Wir trafen drauf, als wir das hintere Ende des Seitenkars erreichten. Von dort sahen wir schon fast unser Ziel, die steile enge Nordrinne zu einer schönen Scharte hinauf (kein Gipfel heute).

Die Rinne wird oben so eng, dass wir unsere Vorausgänger und die Scharte selbst nicht sehen konnten. So war auch schwer abzuschätzen, wie weit sie vor uns waren. Das klärte sich als 4 Abfahrer einzeln nacheinander den extrem steilen Rücken neben der Rinne, bzw. durch die Rinne herunter kamen. Es waren Freerider, die weite schnelle Bogen in den Schnee zogen. Es sah trotzdem super aus :-)

Wir stiegen die Rinne hinauf. Im oberen, sehr steilen, sehr engen Teil war es ziemlich anstrengend, weil man alle 3 Meter eine Spitzkehre im ordentlich tiefen Neuschnee (es waren so um die 40-50 Zentmeter neue Auflage in die Rinne geblasen worden) machen musste. Außerdem hatten die 4 Jungs ihre schön angelegte Spur wieder kaputt gefahren.

Die letzten Meter nach dem Ausstieg aus der Rinne sind wieder einfach, man kommt in die Sonne und hat dann einen wunderbaren Ausblick Richtung Lechquellengebirge auf der einen Seite und übers Kleine Walsertal auf der anderen Seite. Wir machten gemütlich Pause und richteten uns dann zur Abfahrt.

Die ersten beiden Schwünge bringen einen zur Abbruchkante, wo man die Wahl zwischen der sehr steilen engen Rinne oder dem extrem steilen Gelände daneben hat. Der beste Allgäuer von Allen entschied sich für die Rinne und fuhr bis er am unten Ende links warten konnte, dann fuhr ich hinterher.

Nachdem wir den steilen engen Teil geschafft hinter uns gebracht hatten, warteten weite erste steile, später flachere Hänge auf uns, in denen es nur wenige Spuren, aber super Schnee hatte. Ein Traum! Weiter unten wurde es noch flacher und der beste Allgäuer von Allen fuhr tatsächlich bis hinunter zum Anfang des Kars in einem Rutsch. Was blieb mir übrig, als zu folgen und ein schönes Zöpflein zu flechten, auch wenn meine Oberschenkel am Ende vor Schmerzen schrien ;-)

Den restlichen Tee gab es in der Sonne, dann fuhren wir auf der inzwischen ausgefahrenen Abfahrt hinab ins Tal. Im ‘Kuhstall’ gab es Kaffee und Kuchen in der Sonne :-)


Start


Wir biegen ab ...


... und spuren einsam


Aufstieg durch die Rinne


Abfellen in der Scharte


Abfahrt in der Rinne ...


... und den weiten Hängen drunter

Von engel am 28.02.2017 22:53 • outdoorski(0) Kommentare

Montag, 20.02.2017: Abbruch

Donnerstag, Februar 23, 2017

Als wir am Freitag kurzentschlossen den Montag frei nahmen, sagten noch alle Wetterdienste für den Montag strahlendes Wetter vorher. Das hatte sich übers Wochenende leider signifikant geändert, aber wo wir schon frei hatten, wollten wir auch eine Skitour machen. Das Wetter präsentierte sich in der Früh aber noch schlechter als die eh schon schlechten Vorhersagen prophezeit hatten: es war trüb und nieselte.

Im Tannheimer Tal war der Niederschlag glücklicherweise als Schnee runtergekommen und auf dieser frischen Schicht Neuschnee auf dem nassen alten Schnee ließ es sich gut aufsteigen. Wegen Montag und Bäh-Wetter waren wir fast allein unterwegs.

Als wir die Alm im Kessel am Ende der Forststraße erreichten, waren die letzten blauen Flecken am Himmel, die uns anfänglich etwas Hoffnung schöpfen ließen, vollständig verschwunden und der Wind frischte auf. An den Graten rund um uns herum waren lange Schneefahnen zu sehen und der Gipfel war in Wolken.

Die Spur führte aber geschickt durch die seitlichen Latschenfelder und so bekamen wir nur gelegentlich die volle Dosis Wind ab. Das änderte sich abrupt, als wir die freien Flächen vor dem Gipfelhang erreichten. Dort konnten wir auch unsere Vorgänger sehen, eine 5er-Gruppe und eine 2er-Gruppe, beide bereits im Gipfelhang und beide gerade dabei, abzubrechen.

Wir schauten zu, wie sich die Skifahrer durch Bruchharsch, Windpressdeckel und ähnlich erfreulichen Schnee quälten und hatten so gar keine rechte Lust mehr, erst im Sturm aufzusteigen und dann ohne Sicht durch Dreckschnee abzufahren.

So gab es eine Tasse Tee im Windschatten der letzten Latsche, dann fuhren wir ab. Wir hatten den Zeitpunkt zum Abbruch ganz gut getroffen, denn nur die obersten Meter bestanden aus Dreckschnee. Weiter unten, zwischen den Latschen und im Wald, war der Schnee zwar zerfahren aber noch locker, das machte sogar richtig Spaß. Ganz unten allerdings blieben die Ski im inzwischen völlig durchweichten Neuschnee quasi kleben, so dass wir sogar bergab schieben mussten :/

Den restlichen halben Tag verbrachten wir mit Ski-WM-Nachgucken aus der Mediathek, Suppe und Kaffee und Kuchen.


Start in Tannheim


Waldaufstieg


Oben bläst es ganz gewaltig


Sieht nicht sehr einladend aus ...


Waldabfahrt

Von engel am 23.02.2017 21:48 • outdoorski

Sonntag, 19.02.2017: Irrwege

Mittwoch, Februar 22, 2017

Wir wollten mal nachsehen, wie wohl die Schneelage im mittleren Teil des Lechtals war. Das war kein guter Gedanke gewesen, schon gar nicht, wenn man nur so mittelfrüh weg kommt. Der Parkplatz war voll, viele Leute machten sich zur Tour bereit und die (zugegeben weiten und durchaus schönen) Hänge waren schon total zerfahren. Außerdem liegt im Lechtal weniger Schnee als beispielsweise im Tannheimer Tal. Wir fuhren dahin zurück.

Dort war der Parkplatz auch ziemlich voll, aber da waren jetzt die meisten schon weg oder wollten eh nur Langlaufen.
Der Forstweg war von den vielen Skitourengehern schon ganz breit ausgetreten, aber nachdem wir auf den Sommerweg entlang des Tobels abgebogen waren, war die Spur schon deutlich schmaler.

Dieser Weg hat eher was von Winterwandern als von Skitour. Man stapft durch den Wald, quert immer wieder seitliche Bäche und wurschtelt sich manchmal an Büschen und Bäumen vorbei. Die Büsche und Bäume waren noch voll schneebeladen und warfen gelegentlich glitzernde Ladungen ab (nicht auf uns). Zudem waren wir ganz allein unterwegs, es war traumhaft!

Bei der Pause in der Sonne entschieden wir uns kurzerhand um und stiegen in der Sonne weiter auf. Was wir allerdings vergessen oder verdrängt hatten war, dass der Gipfel ein beliebtes Ziel von Bahn-Skitourern von der anderen Seite ist. Und dass der Haupthang südwestlich ausgerichtet ist.

So waren wir schon halb oben, als wir den Gipfelhang erreichten, der pistenähnlich zerpflügt und von Wind und Sonne teilweise zermatscht oder mit einem ‘schönen’ Deckel versehen worden war. Hmmmm. Vielleicht war die Umorientierung nicht ganz so schlau gewesen?
Egal, wir stiegen weiter auf. Die Gipfelpause hielten wir kurz, denn der Wind war unangenehm stark und kühl.

Die Abfahrt begann erwartungsgemäß eher unschön. Der Schnee war total zerfahren, teils weich, teils gefroren, teils mit Deckel drauf. Dann wurschtelten wir uns durch ein paar Bäume in die Schneise, die wir unten schon ausgeguckt hatten und fanden den erhofften Pulverschnee.

Weiter unten war eh alles gut, denn die Bahn-Skitourer queren alle in etwa halber Hanghöhe zurück zur Bahn. Und weil der untere Teil des Hanges kaum Sonne bekommt, fanden wir dort fast unverspurten kalten Pulverschnee vor, in dem es sich traumhaft schwingen ließ :-) Yay! Doch alles richtig gemacht!

Die Abfahrt im Wald auf dem Sommerweg hat was von Skicross und ich habe an sowas immer mächtig Spaß :-)


Tannheimer Paradeberge


Winterwanderung :-)


Oben geht ein wenig der Schnee aus


Am Gipfel


Und dann doch: Spaß bei der Abfahrt :-)

Von engel am 22.02.2017 21:29 • outdoorski

Samstag, 18.02.2017: Wintertraum

Mittwoch, Februar 22, 2017

Nach den Niederschlägen am Freitag waren wir relativ früh (leider nicht ganz früh genug, um dem Skifahrerstau zu entgehen) im Kleinen Walsertal, um uns den neuen Schnee genauer zu betrachten. Wir rechneten damit, dass die üblichen einfachen Touren von Baad aus völlig überlaufen sein würden und hatten uns einen für die Schnee- und Wetterlage eher ungewöhnlichen Gipfel ausgesucht. Der Kangoo war das dritte Auto am Parkplatz :-)

Das Wetter war deutlich besser als vorhergesagt (es sollte eigentlich erst gegen Mittag aufreißen), daher hatten wir von Anfang an blauen Himmel und Sonne. Wobei wir natürlich erst mal im tiefen Talschatten losliefen.

Der Aufstieg durch Wald und Latschen war der reinste Wintertraum (mit unten 10cm, weiter oben sogar mehr als 20cm Neuschnee :-)), allerdings rutschten die Ski in den steileren Abschnitten gern mal von der vereisten Altschneedecke ab.

Nach der Querung der Steilrinne ins freie sonnige Gelände wurde es fast heiß und es war klar, dass wir für den ganz fluffigen Pulverschnee ein wenig spät dran waren. Am Gipfel war es arg windig, so dass wir direkt wieder abfuhren und die Pause weiter unten an einem windgeschützten sonnigen Fleckchen machten. Die umliegenden Gipfel hatten fast alle ihre eigene Gipfelwolke, wir nicht :-)

Die Abfahrt direkt vom Gipfel war erst mal etwas schwierig, weil da der Untergrund schon blank gewesen war und nur wenig Schnee auf dem mit Steinen durchsetzten Gras lag. Wir schlängelten uns durch, kamen erst in schweren, schon sehr gesetzten Schnee und dann doch noch in lockeren Pulverschnee :-) In der Mulde, in der wir abfuhren, machten wir sogar die allerersten Spuren!

Weiter unten war noch Schatten und der Schnee zwischen den Bäumen und Latschen noch richtig fluffig, auch wenn da natürlich schon Spuren drin waren. Wir hatten so viel Spaß, dass wir in der ersten Rinne fast zu weit abfuhren und deswegen dann kleines Stück durch Latschen krabbeln mussten.


Das Wetter ist unerwartet schön


Andere Gipfel haben ihr eigenes Wölkchen


Aufstieg durch Wald ...


... und Latschen


Abfahrt

Von engel am 22.02.2017 06:55 • outdoorski

Standard-Runde

Samstag, Januar 28, 2017

Freitag Nachmittag hatten wir zwar - weil das wohl für länger das letzte Wochenende mit halbwegs anständigem Schnee werden würde - eine schöne und vermutlich (hoffentlich!) noch nicht allzu oft begangene weil etwas umständlichere Tour ausgesucht, aber als der beste Allgäuer von Allen zum Frühstück auftauchte, sah er aus wie durchgekaut und ausgespuckt. Nicht unerwartet: Husten, Schnupfen, krank.

Nun wollte ich aber meine Schiene testen und der Allgäuer seine neuen Skistiefel und überhaupt ist krank am Wochenende ja so ziemlich das Blödeste was man so machen kann, deswegen beschlossen wir trotzdem rauszugehen. Aber wir disponierten um und hofften, im guten alten Gunzesrieder Tal eine eher der Erkältung angemessene Tour machen zu können. Immerhin wäre da ein eventueller Abbruch nicht mit allzu viel Aufwand verbunden.

Natürlich war so gut wie alles pistenähnlich zerfahren, aber dank der überaus günstigen Lawinenlage-Prognose (1, oben wie unten) waren fast alle woanders unterwegs :-) Wir waren lang allein unterwegs und trafen auch auf den beiden Gipfeln nur moderat viele Leute. Und überhaupt, draußen sein ist ja eh am wichtigsten!

Immerhin: die erhoffte eher wenig befahrene Alternativ-Abfahrt bot grad noch Platz für 2 Spuren und tatsächlich noch ein klitzekleines bisserl netten Pulverschnee :-) Und vorn runter zum Parkplatz war eh alles Piste, das war auch OK.

Die Schiene merkte ich so gut wie gar nicht (abgesehen davon, dass sie da zwickt, wo die Hose unter den Klett-Befestigungsbändern Falten macht) und das Knie tat relativ wenig weh. Ob das jetzt der Schiene zuzurechnen ist oder ob das Knie momentan halt gut drauf ist, kann man nach einer einzigen und wenig anstrengenden Tour natürlich noch nicht sagen. Schaumermal.


Aufstieg mit Schiene


Der Tag lacht uns an :-)


Am Gipfel


Ein klitzekleines Bisserl schöne Abfahrt :-)

Von engel am 28.01.2017 22:00 • outdoorski

‘Traumtour’

Montag, Januar 23, 2017

Wegen Schnee und Sonne und Winter und diesen Dingen hatten wir uns beide den Montag frei geschaufelt und Urlaub genommen. Nach so einem Traumwochenende ist die Auswahl an möglicherweise noch einigermaßen un-umgepflügten Hängen natürlich eher beschränkt und dass es prinzipiell wenig Schnee hat machte die Auswahl nicht leichter. Wir entschieden uns für eine weitere Walsertaltour.

Wie üblich ging es erst mal mit einem Talhatsch mit leichtem Wind los, der die eher moderaten -8 Grad recht ungemütlich machte. Wir hatten eigentlich damit gerechnet, dass der Wind im Aufstieg neben dem Wasserfall nachlassen würde, aber da frischte er eher auf. Das hatte der Spur und dem zerfahrenen Schnee nicht gut getan. Der Schnee war hart und rutschig, der Aufstieg entsprechend anstrengend.

Als wir über dem Wasserfall in den Kessel zum eigentlichen Tourenziel kamen, waren wir sehr enttäuscht. Alles verblasen, überall schauten Felsen raus und für die erwartete Sonne war es wohl noch zu früh im Jahr.

Wir disponierten um und stiegen nach einer 10-minütigen Pause (länger wollte uns die Sonne keine Gesellschaft leisten) zum einzig möglichen Alternativ-Ziel hinauf. Auch dort war die Spur hart gefroren, aber es hatte immerhin noch einigen lockeren Schnee nebendran. Weil auch da der ‘Gipfelhang’ (eigentlich eine Scharte) verblasen aussah, brachen wir oberhalb des Lockerschneehangs ab und rüsteten zur Abfahrt.

Dabei musste ich feststellen, dass mein neuer toller Scarpa-Stiefel so toll scheinbar gar nicht ist. So wie es aussah, war am rechten Stiefel eine Niete ausgebrochen (nach 4 1/2 Touren!!!). Damit knickte der Stiefel nach vorn ziemlich ein :-(((((

Die Abfahrt war wie vermutet im oberen Bereich richtig schön, dann aber wurde es schwierig. Aus dieser speziellen Scharte raus haben wir den ‘richtigen’ Weg nach unten noch nicht gefunden und der wenige Schnee, der aus sonst scheinbar freien Hängen Latschen-bewehrte Hindernis-Parcours machte, war da nicht wirklich hilfreich. Wo der Schnee pulvrig war und die Latschen etwas weiter auseinander standen, ging das noch halbwegs gut, da wo er angeschmolzen und ‘bollig’ zusammengefroren war oder wo die Latschen dicht an dicht standen, erklangen in der Abfahrt regelmäßig Flüche.

Wir fanden zwar nicht leicht aber doch ohne Unfälle zurück ins Tal. Ich fand die ‘Skisafari’ insgesamt eher witzig, der beste Allgäuer von Allen aber fluchte noch eine Weile vor sich hin ...

Der Stiefel ist übrigens doch nicht kaputt. Die Niete ist keine richtige Niete, sondern ein Ring in der Außenschale, in den sich ein Nippel der Innenschale einhängen soll. Dieses Ding war bei mir auseinander gerutscht und auf Tour einfach nicht mehr ineinander zu kriegen. Ich bin sehr unbegeistert und muss am Wochenende mal überlegen, ob ich so den Stiefel überhaupt haben will.


Kühler Aufstieg neben dem Wasserfall


Ganz kurz Sonne nach der Entscheidung zum Alternativ-Ziel


Abfahrt aus der Scharte ....


.... mit echt schönem Schnee


Latschen-Hindernis-Parcours

Von engel am 23.01.2017 22:00 • outdoorski
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