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Sonntag, 03.06.2018: Nochmal Minis

Donnerstag, Juni 21, 2018

Der Neffe hatte mit seinen Kumpels ausgemacht, dass die ihn um halb 8 holen würden. Das klappte natürlich nicht, deswegen gingen wir schon mal und ließen einen Hausschlüssel mit der Anweisung, den danach durch den Briefschlitz zu werfen, zurück. Klappte alles prima.

Wir parkten (mal wieder) an der Brücke und radelten hinter zum Giebelhaus. Diesmal wandten wir uns danach nach links um Richtung Point-Hütte hoch zu radeln. Am Abzweig zum Prinz-Luitpold-Haus parkten wir die Räder und zogen uns um.

Auf dem Weg zum Prinz-Luitpold-Haus war so viel los (rauf wie runter waren mehrere Leute unterwegs), dass wir kurz dachten, die Hütte sei schon auf. Die hatte aber wie erwartet nur Notbetrieb.

Ich merkte meine Fersen in den harten Hochtourenstiefeln von Anfang an. Die Daumentour hatte wohl eine Druckstelle hinterlassen :-( Ich nahm bald Stöcke zur Entlastung, aber vor allem die rechte Ferse schmerzte bald sehr.

Der See unterhalb der Hütte war noch ordentlich eisbedeckt, so wie sich das professionelle Eisbader so wünschen ;-) Wir brauchten eine Weile, um einen vernünftigen Platz zum Einsteigen zu finden, denn hinten im Flachen schwamm haufenweise Blütenstaub. Das sah gar nicht hübsch aus. Dann ging der Eisbader eisbaden und war höchst zufrieden.

Es hatte inzwischen schon ziemlich zugezogen, aber beim Baden war noch ein wenig Sonne rausgekommen und hatte den Eisbader erwärmt. Als wir weiter gingen, war die Sonne weg.

Wir stiegen zurück zur Hütte hinauf und gingen dann in etwa in Höhe des Sommerwegs auf Schneefeldern um den See herum. An einer Stelle hatte der Bach den Schnee schon so sehr unterhöhlt, dass wir beide zusammen mit einem lauten Geräusch und einer großen Schneeplatte einen halben Meter in den Bach absackten. Glücklicherweise hielt die Platte.

Der Anstieg danach über die steilen Schneefelder war ziemlich anstrengend, aber da man dort schön waagerecht treten konnte, tat das meinen Fersen sehr gut. Der weniger anstrengende Weg über dem Wasserfall, wo kein Schnee lag, war dann schon wieder arg schmerzhaft.

Bevor wir in das lange Schneefeld zur Kreuzspitze einstiegen, zogen wir lange Hosen und Pullis an. Der lange Anstieg war dann - obwohl inzwischen wieder die Sonne rausgekommen war - nicht ganz so anstrengend und heiß wie befürchtet, denn der Schnee war gut zu gehen und hielt auch gut und es hatte zwischendurch ein kühlendes Lüftchen. Ich fand den Anstieg allerdings auch deswegen anstrengend, weil der beste Allgäuer von Allen mit dem rechten Bein immer die höheren Stufen trat und bei mir das rechte Bein das schwächere ist. Tja. Selber treten wäre aber natürlich noch anstrengender gewesen.

Die Fersen nahmen das Schneefeld nur halb übel, aber das änderte sich schlagartig, als wir in dem kleinen Klettersteig zur Kreuzspitze ankamen und beim Klettern wieder ordentlich Druck drauf kam. Ich schlug deswegen vor, an der Kreuzspitze zu warten, damit der Allgäuer auch noch den Hochvogel besteigen konnte. Darauf wollte der sich aber absolut nicht einlassen und so ging ich weiter.

Hinab in den kalten Winkel ging schnell, drüben rauf war dann eine Tortur. Das sind geneigte Platten, die man mehr oder weniger geradeaus hinauf laufen muss. Da ist der Druck auf die Fersen maximal. Der Allgäuer sah ein, dass das so keinen Sinn machte und ließ sich doch auf das Projekt ‘Hochvogel allein’ ein. Er ließ die Ski bei mir und ging los.

Ich suchte mir ein bequemes (was auf Steinen und Geröll relativ ist) Plätzchen, zog die Schuhe aus (Wohltat!) und schlief erst mal eine halbe Stunde. Das Wetter war nett und schickte erst mal ein wenig Sonne. Irgendwann hörte ich einen leisen Jodler und dachte, das müsse der Gipfel-Triumphschrei sein (war er, ‘unglaublich laut’, bei mir unten kam aber nur wenig an).

Ich rechnete aus, wann der Gipfelstürmer wieder da sein würde und lag nur knapp daneben. 5 Minuten, nachdem ich mich in Position gestellt hatte, tauchte der beste Allgäuer von Allen auf und war kurz darauf bei mir. Inzwischen hatte es angefangen zu tröpfeln und es grummelte irgendwo. Wir packten schnell zusammen und stiegen in aller Eile über die Kreuzspitze zurück ins Kar. In den 20 Minuten, die das dauerte, hatte es Regen, Sonne, Hagel und wieder Regen und es grummelte ständig irgendwo.

Wir kramten das Regenzeug raus und stiegen in die Ski. Das Kar ist oben echt steil und der beste Allgäuer von Allen hatte Probleme mit seinen doch etwas breiteren Schuhen, die sich in den Schnee gruben. Ich rutsche eine Spur ins flachere Gelände in der Mitte des Kars und dann konnten wir abfahren. So richtig fahren! Wenn auch, zugegeben, nicht übermäßig elegant ;-)

Wir kamen bis kurz vor den Wasserfall, schnallten dort kurz für die Querung ab und konnten dann noch bis zum See abfahren. Perfekt :-)

Im Abstieg spielte das Wetter noch ein bisserl mit uns, leichter Regen, Sonne, mehr Regen, Sonne und schließlich tatsächlich wieder schönes Wetter. So soll das sein!

Die Abfahrt bis zum Auto ging gewohnt fix, man muss da ja kaum noch treten. Wir waren so spät dran, dass wir direkt noch in Sonthofen zum Essen gingen. Dann heim, duschen, Bett.


Kühe schauen uns verwundert an


Der letzte Anstieg


Passend gekleidet zum Skifahren geht es los


Anstieg zum Prinz-Luitpold-Haus


Schwimmen zwischen Eisplatten


Schneefeldstapfen


Auf dem Weg zur Kreuzspitze


Im Klettersteiglein


Im kalten Winkel


Hochvogelgipfelkreuz


Der Gipfelstürmer kommt zurück


Abstieg zum Skifahren


Kritischer Blick das Schneefeld runter


Spurrutschen


Abfahrt


Abfahrt


Das Wetter wird besser


Manche Stellen sind etwas schwierig


Abschnallen vorm Wasserfall


Abfahrt zum See


Im Abstieg wird das Wetter langsam wieder schön


Wieder unten

Von engel am 21.06.2018 05:22 • outdoorbergskimtb(4) Kommentare

Am ersten Urlaubstag (jaja, Feiertag) wollte ich die Daumentour wiederholen und diesmal Minis mitnehmen, um die mal richtig mit den Figln vergleichen zu können. Die Bedingungen würden nach so kurzer Zeit ja wohl noch vergleichbar sein. Der beste Allgäuer von Allen war einverstanden.

Allerdings braucht man für die Minis harte Schuhe und deswegen waren wir mit den Hochtourenstiefeln unterwegs. Beim Radeln bis zum Käser-Alpe war das natürlich kein Problem. Der beste Allgäuer von Allen ging dann erst mal wie vor ein paar Tagen barfuß weiter. Ich soll aber immer und überall Einlagen tragen und stapfte mit den harten Stiefeln los.

Die sind eigentlich recht bequem diese Stiefel und ich kann mich eigentlich nicht dran erinnern, damit jemals größere Probleme gehabt zu haben. Nicht mal bei dem endlosen Abstieg vom Ortler. Aber ich merkte meine Fersen, besonders die Rechte, schon beim halben Aufstieg zum Engeratsgundsee. Und das obwohl gerade die rechte Ferse wegen der lästigen Blase gut verpflastert war. Beim Nachschauen: Nix. Also war’s nur Druck. Ich nahm Stöcke zur Entlastung und versuchte den Druck zu ignorieren.

Der Engeratsgundsee war fast genauso eisbedeckt wie vor ein paar Tagen, aber die Schwimm-Öffnung war kleiner geworden, weil Eis hinein getrieben war. Dafür hatte es jetzt eine Art Kanal, in den der beste Allgäuer von Allen auch hinein schwamm. Da war es aber wohl noch viel kälter und er kam sehr prustend und pustend wieder aus dem Wasser. Immerhin hatte es Sonne zum Aufwärmen :-)

Wir stiegen zum Kleinen Daumen auf, machten eine kurze Pause um das Wetter zu betrachten (es waren heftige Gewitter vorhergesagt) und gingen dann zum Großen Daumen weiter. Dort gab es eine kurze Pause, in der der Himmel sich merklich verdunkelte und dann ging es los: Minis fahren!

Der Schnee war in den paar Tagen merklich weniger geworden, deswegen konnten wir die bequemen Sitzplätze zum Anschnallen nicht mehr nutzen. In die Minis kann man aber eh viel besser einsteigen, deswegen war das egal.

Und schon auf den ersten Metern merkten wir: Ja, so geht fahren! Die Minis sind halt Ski, die haben Kanten, halten die Spur und lassen sich quer rutschen. Sie sind allerdings auch verdammt kurz und das Gleichgewicht halten ist nicht immer einfach.

Ich merkte das auch gleich und legte mich bei der erste Kurve erst mal in den Schnee. Kurz drauf nochmal, da war aber eine Eisplatte dran schuld, auf die ich dann auch mit ordentlich Schwung mit dem linken Oberschenkel drauf knallte. Das tat wirklich und echt brutal weh!

Auch der beste Allgäuer von Allen freute sich daran, wie toll die Minis fahren können, bis er sich dann im steileren Gelände vor der Wechte ebenfalls hinlegte. Die Minis sind halt auch sehr, sehr schmal und da bremsen dann schon mal die Schuhe im Schnee, das ist ziemlich unangenehm.

Natürlich hatten auch die Minis mit dem buckligen Sommerschnee Probleme, aber wir kamen recht schnell und deutlich unverkrampfter unten am See an als mit den Figln. Wir marschierten auch mit den Minis übers Gras, mussten weiter unten aber einmal abschnallen, weil eine Schnee-Verbindung schon weg war. Dafür fuhren wir ein Stück weiter ab, weil das Fahren nicht so stressig war.

Als wir am See ankamen, grummelte es irgendwo hinter den beiden Daumen und der Himmel war schwarz. Wir packten schnell zusammen und stiegen schnell ab. Auf dem Weg zu den Rädern regnete es immer wieder mal leicht und einmal gab es sogar kurz Hagel, aber so richtig kam uns das Gewitter nicht hinterher.

Auf der Abfahrt war es trocken, aber je näher wir dem Auto kamen, umso nasser wurde die Umgebung. Da war wohl das Gewitter gewesen, als wir noch unterwegs waren. So soll das sein :-)

Mein linker Oberschenkel tat dabei die ganze Zeit weh und mir war schon klar, dass ich da einen blauen Fleck bekommen würde. Am nächsten Morgen war der Oberschenkel von der Hüfte bis fast zum Knie schwarzblau! Da hatte ich mir wohl eine größere Ader verletzt. Erst da fiel mir dann wieder ein, dass wir im Erste-Hilfe-Kurs gelernt hatten, dass man bis zu 4 Liter Blut im Oberschenkel verlieren kann (OK, da ging es um Brüche). Da hatte ich wohl doch ziemlich Glück!


Morgens dampfen die Wiesen


Ein Gast auf der Straße, den wir schnell ins Gras retteten


Aufstieg


Vorm Engeratsgundsee


Im Engeratsgundsee


Schneefeldquerung


Murmel betrachten uns misstrauisch


Am Daumengrat


Am Großen Daumen


Erst mal gepflegt in den Schnee werfen ...


Minis fahren ist echt Action


Gemsen betrachten verwundert, was die Zweibeiner da anstellen


Wegen Gras muss man nicht unbedingt abschnallen


Abfahrt zum See


Abstieg


Abfahrt

Von engel am 14.06.2018 19:02 • outdoorbergskimtb(0) Kommentare

Samstag, 05.05.2018: Figl-Fiasko

Mittwoch, Mai 09, 2018

Ich hatte ja jahrelang über Figln nachgedacht und irgendwann trotz des absurden Preises welche gekauft. Und dann war der erste Einsatz ja nicht wirklich vergnüglich gewesen. Wir waren da eigentlich schon der Ansicht gewesen, dass diese Figln Kunden-Nepp vom Feinsten seitens Kohla sind, denn die können eigentlich gar nicht wirklich funktionieren. Wir wollten den Teilen aber doch noch mal eine Chance geben und fuhren ans Oberjoch, um auf dem Runterweg den Schnee und die Restpiste nutzen zu können.

Beim Frühstück sah das Wetter entgegen der vollmundigen Ankündigungen nicht gut aus. Es war grau und trüb und es hatte ziemlich Wind. Wir fuhren trotzdem los und sahen am Oberjoch dann tatsächlich Sonne durch die Wolkenfetzen schimmern. Im Aufstieg quer über alle Pisten wurde die Sonne mehr und wir hatten großartige An- und Ausblicke zwischen Nebel, Wolken, Sonne und schöner Landschaft.

Wir waren ein wenig erstaunt, dass es inzwischen schon wieder so wenig Schnee hat (trotz des Tauern-Ausfluges, der das ja schon deutlich gezeigt hatte). Der Weg über den Grat war somit viel weniger aufwändig und anstrengend, als wir angenommen hatten.

Wir waren den ganzen Tag komplett allein gewesen, deswegen war die Truppe Bikesteiger, die sich am Iseler angeregt unterhielten, ziemlich lästig. Wir flohen Richtung Oberdorfer Kreuz und machten dort Pause. Dann kam die Abfahrt.

Pünktlich zu unserem Aufbruch kamen Wolken und wir standen unvermutet im Nebel. Wir mussten nur wenige Meter den Normalweg vom Iseler runtergehen, dann kam schon Schnee. Wir legten die Figln an und stellten uns an den Rand des Schneefelds. Der beste Allgäuer von Allen eierte (anders kann man das nicht beschreiben) gleich mal zu den Latschen rüber und wartete auf mich.

Ich stand mit den Figln am oberen Rand des echt steilen Schneefelds und hatte Angst. Der Schnee war oberflächlich relativ weich (und uneben) und drunter fest. Ich rutschte ein paar Meter und hatte Null Kontrolle, weil man mit den Figl einfach nicht rutschen kann. Ich sah mich stürzen oder wahlweise mit Karacho das Schneefeld runter rutschen und in die Latschen sausen oder das Knie verbiegen. Nein.

Ich zog die Figln wieder aus und stieg zu Fuß ab. Allerdings nicht auf dem Weg, sondern über das Schneefeld, denn ich meinte, wir sollten uns nicht trennen. Zu Fuß hatte ich zwar mehr Kontrolle, aber der steile Abstieg war dann trotzdem nicht lustig, weil der weiche Oberflächenschnee gern mal weg rutschte und ich immer Sorge hatte irgendwo durchzutreten und das Knie zu verbiegen. Zwei Mal stieg ich sogar rückwärts ab, weil es da besonders steil war.

Der beste Allgäuer von Allen hatte seine ganz eigenen Probleme. Die Figln haben kaum Seitenhalt und man kann deswegen nicht quer rutschen und der unebene Schnee erforderte höchste Konzentration, um nicht das Gleichgewicht nach vorn oder hinten zu verlieren. Er fuhr immer erst mal quer und schaffte in den flacheren (Haha!) Stücken sogar ein paar Kurven, in den steilen Stücken stieg er um. Es sah sehr anstrengend aus.

Er war natürlich schneller als ich und musste deswegen ständig im kalten Wind, der natürlich zum Nebel hinzugekommen war, auf mich warten. Als es dann endgültig etwas flacher zu werden schien, zog ich die Figln wieder an, und eierte mit ihm den Hang runter. Allzu lang ging das allerdings nicht, denn der Schnee ging aus.

Wir gingen ein Stück nach rechts und fanden dort - nun wieder mit Sicht, weil wir unter den Wolken angekommen waren - eine Lawinenrinne, die fast bis zur Piste führte. Ich betrachtete den unebenen Schnee und stieg weiter zu Fuß ab. Der beste Allgäuer von Allen stieg trotzig in die Figln (‘Ich schlepp das doch nicht den ganzen Tag mit mir rum und nehme das Zeug dann nicht!’) und fuhr ab. Teilweise sah das sogar nach Fahren aus - kleine Kurven, nette Spur - aber so ganz viel Spaß machte es trotzdem nicht.

An der oberen Station der Sesselbahn musste er nochmal aus den Figln steigen, dann kamen wir an die Restpiste. Die sah nun deutlich glatter aus und ich beschloss das mit den Figln nochmal zu probieren. Tja. Ja, die Piste war tatsächlich glatt. Sie war aber auch - Kunstschnee und von der Pistenraupe gepresst - hart und eisig und oben steil. Die Figln waren auch hier quasi unfahrbar ... keine Kanten, kein Druck drauf und nun konnte man nicht mal im weichen Schnee anhalten und wurde zudem ordentlich durchgeschüttelt.

Ein Stück weiter unten wurde es zwar flacher, aber nicht weicher. Diesmal war es uns beiden zu viel und wir gingen zu Fuß weiter. Mit den Stiefeln konnte man auf der Piste super laufen, teilweise sogar auf den Schuhen abfahren und hatte immer die volle Kontrolle. Im Vergleich zu den Figln war das echt eine Wohltat.

Unten ging natürlich der Schnee aus und wir liefen auf der erst braunen dann grünen Piste zurück zum Auto. Vom Figln abgesehen war das eine wunderbare einsame und schöne Runde. Und für die Figln war das möglicherweise der Todesstoß ...


Der erste (Kunst-) Schnee


Noch ist Nebel


Am Grat kommen wir in die Sonne


Der Schnee ist noch hart und die Wolken hängen auf der Nordseite


Am ersten Gipfel


Gipfelbesucher


Auf dem Weg zum zweiten Gipfel


Rückblick zum ersten Gipfel


Am zweiten Gipfel


Vorbereitung zur Abfahrt


Die Feigling geht zu Fuß ...


... und eiert später hilflos auf den Figln rum


Rasante Kurven in der Lawinenrinne


Rückblick


Unten ist Frühling

Von engel am 09.05.2018 19:58 • outdoorbergski

Sonntag, 29.04.2018: Abbruch

Donnerstag, Mai 03, 2018

Am Vorabend hatten wir das Ziel für den heutigen Tag diskutiert und ich hatte die Östliche Simonyspitze vorgeschlagen, weil die von der Hütte aus schön einsehbar schien und der zu erkennende Anstieg gut aussah. Yak hatte kurz mit dem Großen Geiger gegengehalten, aber am Ende einigten wir uns auf meinen Vorschlag. Auch die Frühstückszeit (6:30) war mein Vorschlag.

Und ich muss zugeben, beides war nicht sehr schlau.
Note to self: nächstes Mal besser recherchieren und vor allem vorher nachdenken!

Ich hörte es bereits um 4:30 über uns rumpeln, aber danach kehrte wieder Ruhe ein bis gegen 6:00 der allgemeine Rush auf das Frühstücksbuffet begann. Ralle und ich waren um etwa 6:20 die letzten an unserem Tisch und hatten kaum Zeit Marschtee zu bunkern und etwas zu essen, dann stürmten schon alle raus.

Das Wetter sah super aus und es war ... warm. Wir marschierten zunächst zur Ebene hinter Hütte runter und orientierten uns dann zum Simonykees. Der Schnee war selbst im Schatten nicht wirklich gefroren und wurde schnell weich, als wir in die Sonne kamen.

Im Steilstück des Gletschers fand sich bald Sulz mit einer rutschigen Seifenschicht oben drauf, auf der man andauernd ausrutschte. Und es war warm. Also eigentlich war es heiß! Der beste Allgäuer von Allen musste bald seine Blase neu verpflastern, weil selbst das gute Compeed bei der feuchten Hitze im Stiefel nicht hielt.

Während wir noch im Steilstück aufstiegen, verschwanden die beiden Simonyspitzen vor uns in Wolken und von Nordwesten rückten weitere Wolken an. Wir hatten schon ein Weilchen über die Sinnhaftigkeit unseres Tuns sinniert und als der Sulz immer noch tiefer und der Anstieg immer noch heißer wurden und die Aussicht auf den Gipfel weiter schwand (Nebel auf einem unbekannten Gletscher mit großen Spalten?), sank auch die Lust am Skihochtourengehen. Und die Aussichten auf die nächsten Tage war ja auch bestenfalls so mittel.

Nach dem Steilaufschwung war es dann so weit und wir erklärten, dass wir umdrehen und heimfahren würden. Mit etwas schlechtem Gewissen, zugegeben, aber lustlos auf einer Hütte Rumhängen, wenn man lieber im Grünen wäre, bringt ja auch nix. (Hätten wir allerdings geahnt, dass der Rest der Truppe dann auch aufgeben würde - weiter oben war noch tieferer Sulz, noch mehr Spalten - wären wir die 200 Höhenmeter natürlich auch noch mitgegangen.)

Die Abfahrt zur Hütte war ... sehr eigen. Der Schnee war schon so nass, dass die Ski sich quasi festsaugten und wir langsam wie in Molasse nach unten rutschten. Man musste in voller Anspannung auf den Skiern stehen, um nicht bei einer besonders nassen Stelle nach vorn über den Ski katapultiert zu werden. Für die Oberschenkel war das brutal und wir mussten öfter anhalten, um auszuruhen.

An der Hütte klärten wir die Seilbahn-Modalitäten (20€ für eine Fahrt) und ließen uns dann einen festen Müllsack geben, in den wir alles stopften, das auch nur annähernd schwer war. Dann gab es noch was zu essen und zu trinken und wir fuhren ab. Über viele der grasigen Stellen fuhren oder liefen wir einfach drüber, wo es Steine hatte, wurde abgeschnallt. Das war ein wenig lästig, aber wir kamen doch ganz gut voran.

Kurz nach dem Anfang des Lärchenwaldes war dann Schluss mit Abfahren. Der restliche Abstieg bis zur Materialseilbahn ging trotz der Ski am Rucksack (der trotzdem nicht sehr schwer war) ganz gut. Ich hatte ernsthaft Angst vor dem Abstieg mit den Skistiefeln gehabt, aber die Stiefel sind tatsächlich so beweglich, dass das Knie nicht übermäßig gestresst wurde. Die fehlende Dämpfung machte sich am Ende vor allem an den Füßen bemerkbar. Wir waren wegen mir natürlich arg langsam.

An der Materialseilbahn stopften wir wild durcheinander alles in den Rucksack, was im Müllsack gewesen war (da zeigte sich, dass vernünftig Packen schon was hat, das Zeug ging schwerer rein als vorher) und stiegen den restlichen Weg zum Parkplatz ab. Da jammerten das Knie und die Füße am Ende dann aber schon :-(

Für die Heimfahrt nahmen wir den Gerlos Pass, bei dem Google vorher gemeint hatte, der Weg sei genauso weit wie über Kitzbühel. Meine Idee, Motorradfahrer-Nostalgie ;-) Das war auch eine bescheuerte Idee, denn der kostet inzwischen knapp 10 Euro Maut (vor 20 Jahren war das nicht so). Unser Navi wollte uns dann unbedingt über Garmisch schicken, was wir aber standhaft verweigerten und so tatsächlich schon um 19:00 daheim waren.

Zusammenfassend: Interessanter Ausflug ;-)
Bisserl viel fahren für ein bisserl wenig Tour, aber bei den richtigen Bedingung wäre das sicherlich ein schönes Tourengebiet.


Start in der Senke vor der Hütte


Auf dem Weg zum Simonykees


Aufstieg ...


... zwischendurch ziemlich steil


Unser Gipfel verschwindet in Wolken


Abfahrt im Schatten


Der Schnee ist so schwer, dass Umsteigen angebracht ist.


Mit leichtem Rucksack ist gut lachen :-)


Ski in Gras und Blümchen


Drecklawinenquerung


Nach der Materialseilbahn ist der Rucksack wieder schwer

Von engel am 03.05.2018 16:32 • outdoorski

Zum Megaschnee-MayDay starteten wir sehr früh. Aufstehen um 5:00, Abfahrt um 5:30, Kaffee in Thermoskanne und nach dem Tunnel wollten wir ein Pickerl und Frühstück besorgen. Das alles, um jeden potentiellen Stau zu vermeiden: Fernpass, rund um Innsbruck vielleicht, bei Kitzbühel vielleicht.

Alles klappte super. Kein Stau weit und breit und so waren wir nach knapp 4 1/2 Stunden in Ströden am hintersten Ende des idyllischen Virgentals. Schon auf dem Weg hatten wir den noch vorhandenen Schnee misstrauisch beguckt und uns gefragt, wie weit wir die Ski wohl würden tragen müssen. Ziemlich weit, vermuteten wir schließlich, denn der Zustieg zur Essener und Rostocker Hütte führt durch ein südseitiges enges Tal (sehr Lawinen-gefährdet). Wir hofften auf 200 Höhenmeter.

In Ströden, 2 1/2 Häuser oder so, hat es einen riesigen Parkplatz, wo sich gerade 6 Leute zum Aufstieg bereit machten: kurze Hosen, T-Shirts, Skistiefel und Ski am Rucksack. Sonst hatte es grüne Wiesen und Blümchen allüberall. Vielleicht waren 200 Höhenmeter ja etwas optimistisch? Noch sahen wir nichts vom Zustieg, vor uns war Wald.

Wir zogen uns um, packten die Ski an die eh schon vollen (und schweren!) Rucksäcke und stiefelten los. Nach einer Viertelstunde kamen wir aus dem Wald und sahen vor uns ein langes Tal, rechts und links mit immensen Grund-Lawinen bestrichen, kein Schnee weit und breit und gaaanz weit hinten leuchteten weiße Berge. Im Talschluß sah man Lärchenwälder. Wir hofften, der Schnee möge danach beginnen, das waren aber sicherlich 4 Kilometer Weg und 500 Höhenmeter!

Kurz nach der Talstation der Materialseilbahn kamen wir an die erste Lawine. Idyllische Krokusse blühten zwischen Schneeresten, Dreck und haufenweise zerspanten Bäumen. Wir kletterten vorsichtig über den Verhau und gingen auf dem Wanderweg weiter. Nach ein paar Bäumen kam die nächste Lawine. Man sah kaum den Schnee unter dem Dreck und Gras und den Holzspänen.

Und so ging es weiter, Lawine folgte auf Lawine, eine dreckiger als die nächste. Irgendwo in der Mitte roch es sehr streng und wir sahen eine ziemlich zermurgelte Gams knapp unterhalb des Weges. An einem lawinen-freien Strich schon relativ weit im Tal hinten, machten wir eine Pause und überlegten ernsthaft, ob wir umdrehen sollten. Aber nun waren wir schon fast am Schnee angekommen (zumindest hofften wir das) und oben warteten ja die Freunde. Also weiter.

Nach einem letzten großen Lawinenkegel erreichten wir einen Lärchenwald und da hatte es tatsächlich mal Schnee. Der Weg verschwand direkt darunter und wir stapften steil im Schnee nach oben. Ski anschnallen lohnte da noch nicht, es gab noch zu viel schnee-freien Wald. Immerhin wurde der Schnee aber mehr und der nächste Lawinenkegel war sauberer. Hier brauchten wir eine Pause, um Ralles Fuß zu verpflastern. Heiße feuchte Füße und Skistiefel vertragen sich nicht sehr gut :/

Kurz danach erreichten wir tatsächlich endlich den Schnee! Nach einer kurzen Querung im Lärchenwald öffnete sich das Tal weiter und vor uns war Schnee - unterbrochen von vielen freien Grasrücken, aber genug, um endlich die Ski anzuschnallen. Die Ski vom Rucksack zu haben, war schon mal eine große Erleichterung. Endlich mit den Stiefeln ‘vernünftig’ laufen zu können auch.

An den ersten freien Stellen schnallten wir die Ski noch brav ab, später waren wir das ziemlich leid und marschierten mit den Skiern an den Füßen über die grasigen freien Stellen. Die Hütte tauchte erst ganz am Ende des Tals auf, links oben oberhalb eines letzten steilen Anstiegs. Darunter war ein Hüttchen am Bach, daneben ein breiter Stein in der Sonne.

Da das Ende des Aufstiegs nun endlich absehbar war, machten wir es uns eine Weile auf dem Stein bequem, tranken die restlichen Getränke leer und genossen die Sonne. Danach dauerte es nur noch eine Viertelstunde bis wir auf der Hütte ankamen. Ein Teil der Freunde war schon da und alle waren ebenso begeistert vom Aufstieg wie wir ;-)

Der Nachmittag/Abend war lang und nett. Später kamen noch zwei Freunde und die Runde war komplett. Die Essener und Rostocker Hütte ist (finde ich) recht groß, aber so verwinkelt, dass erst mal gar nicht so sehr auffällt, wie viele Leute da rein passen. Wir waren in einem großzügigen Lager im Keller untergebracht, wo es angenehm viel Platz hatte.

Das Personal ist außergewöhnlich nett und versuchte, alle Sonderwünsche zu erfüllen (und an unserem Tisch gab es komplizierte Esser - mit bescheidenen Wünschen allerdings). Der einzige Dunkelpunkt an der Hütte ist leider das Essen, das war nur mittelmäßig bis schlecht. Echt schade.


Schwer bepackt geht es los.


Der Blick ins Tal hinter. Wo zum Teufel ist der Schnee?!?


Der erste Lawinenkegel. Noch recht harmlos.


Drecklawine. Die weiße Skihose war eine prima Wahl :/


Rückblick. Lawinenkegel rechts und links zuhauf.


Lawinen unterscheiden nicht zwischen Skitourern und Gämsen (roch schon etwas streng).


Endlich Schnee :-)


Anfangs muss man noch alle naselang abschnallen.


Die Hütte! (schwer zu erkennen: genau in der Mitte über dem Dach des Hüttchens)


Die letzten Meter :-)

Von engel am 02.05.2018 20:00 • outdoorski

Montag, 02.04.2018: Mal wieder Lechtal

Sonntag, April 08, 2018

Wir standen früh auf und waren früh unterwegs in Lechtal. Angesichts des Wetters und der Lawinenlage waren wir uns nicht einig, ob das gewählte Ziel ein gutes war (Ich: vertretbar, Allgäuer: brandgefährlich), aber da uns keine bessere Alternative eingefallen war, fuhren wir hin.

Am kleinen Parkplatz standen schon ein paar Autos, was der besten Allgäuer von Allen nicht gut fand: “Boah! ist ja schon alles total voll hier!” Aber das Kar ist weit und die knapp 20 Leute verteilten sich gut.

Der steilste Teil des Anstiegs geht aus dem Bachbett raus über einen Geröllhang hinauf. Der Hang lag noch voll im Schatten und würde bis zum frühen Nachmittag keine Sonne sehen. Danach ist das Gelände weit und stufig. Inzwischen hatte es 20 Zentimeter pulvrigen Neuschnee, das versprach eine tolle Abfahrt :-)

Der letzte Teil zur Scharte und dem kleinen Gipfelchen dahinter war dann schon recht warm und der Schnee weichte auf. Wir blieben nicht lang oben (da ist eh kaum Platz), sondern fuhren nach dem Abfellen gleich ab.

Wie erwartet war der Schnee ganz oben schon recht schwer, aber die restliche Abfahrt war prima. Sogar der steile Hang ins Bachbett war ganz OK, obwohl da ein bisserl wenig Neuschnee auf den alten Spuren lag.

Wir machten an einem windstillen sonnigen Plätzchen im Bachbett Pause und schauten den wenigen anderen Abfahrern zu, die teils mit Stemmbogen und teils mit bewunderswert lässigen Kurven runter kamen. Das war sehr nett.

Nicht so nett war die Idee, im Bachbett weiter abzufahren, anstatt wie üblich links raus zu fahren. Das Bachbett wurd bald eng und steil und man hätte zwar irgendwie rechts abrutschen können, aber das sah nicht toll aus. Wir krabbelten deswegen zu Fuß nach links aus dem Bachbett raus zum Fortsweg hinauf. Das waren nur 20 Meter, aber ordentlich anstrengend!

Der letzte Teil des Forstwegs zum Parkplatz war dann von einem Bagger oder Trekker umgepflügt und frei geräumt. Man kam zwar noch gerade so am Rand mit den Skiern runter, aber hier ist wohl demnächst erst mal Laufen angesagt.


Auf dem Weg ins Kar


Das weite Kar, links der steile Geröllhang


Traum-Anstieg


Ausblick


Unser Gipfelchen


Am Gipfelchen


Abfahrtsfreuden I


Abfahrtsfreuden II


Rückblick

Von engel am 08.04.2018 09:55 • outdoorski

Sonntag, 01.04.2018: Allein im Sturm

Sonntag, April 08, 2018

Das Wetter war am Samstag zwar besser als vorhergesagt, aber den Tag brauchten wir für andere Dinge. Am Sonntag begrüßte uns der Tag mit Regen. Wir hatten eigentlich nicht so die rechte Lust raus zu gehen, bequemten uns nach einem gemütlichen Frühstück dann aber doch dazu. Frische Luft, Kalorien verbrennen und so ....

Wir waren eh schon (relativ) spät aufgestanden und hatten uns dann beim Frühstück Zeit gelassen, deswegen waren wir wirklich erstaunt, dass bis ins Tannheimer Tal quasi gar nichts los war. Wir waren auch die die ersten und einzigen am Parkplatz. Natürlich war schlechtes Wetter (immerhin schneite es inzwischen), dass aber gar keiner da war, war schon seltsam.

Wir liefen die Forststraße hinauf (es hatte 2 Zentimeter Neuschnee auf patschassem Altschnee) und bogen dann wie üblich links ab. Der Neuschnee wurde langsam mehr, der Wind auch gelegentlich, und es schneite mal mehr mal weniger. Mit dem Neuschnee war der Sommerweg leicht zu gehen.

Im Kessel unter dem Gipfel erwischte uns der Wind das erste Mal und wir gingen über abgeblasene Harschflächen. Optisch sahen die genauso aus wie die Flächen, auf denen 20 Zentimeter Neuschnee lagen. Das versprach Spaß in der Abfahrt ;-)

So lange wir uns noch so halbwegs in der Flanke zum Gipfel befanden, hielt sich der Wind einigermaßen in Grenzen. Die letzten paar hundert Meter über das weite Gipfelplateau waren dann aber echt anstrengend. Der Wind war in Böen so stark, dass man befürchten musste, umgeblasen zu werden. Ich ging vorsichtshalber ein Stück weiter vom Rand des Plateaus weg, um im Fall des Falles nicht über den Rand geblasen zu werden.

Am Gipfel gab es nur ein paar Bildchen, dann fellten wir eilends ab und machten uns an die Abfahrt. Der Schnee war oben natürlich eisig und abgeblasen, wurde aber schon in der Flanke (stellenweise) besser und unten im Kessel sogar richtig nett. Da suchten wir uns dann einen Baum und setzten uns drunter, um Pause mit Tee und Schoki zu machen. Es schneite nach wie vor.

Die restliche Abfahrt war einfach und ging gut. Auf dem Forstweg wurde der Schnee dann allerdings arg nass und die Ski blieben wieder kleben.

Von engel am 08.04.2018 09:52 • outdoorski

Freitag, 30.03.2018: Trotzdem-Tour

Donnerstag, April 05, 2018

Die lästige Halberkältung der letzten Wochen wollte einfach nicht weichen (weder beim besten Allgäuer noch bei mir), aber wenn nach Schneefall schönes Wetter angesagt ist, muss man raus. Wir fuhren früh los und hatten wunderbar leere Straßen. Unser Parkplatz im Wildental aber war schon recht voll, da machte sich gerade eine 10-köpfige Truppe fertig.

Ganz kurz hatten wir die Hoffnung, die Truppe würde geradeaus gehen, aber dann bogen sie doch auch nach links ab und hielten auf unseren Gipfel zu. Wir waren aber langsam, deswegen war die Truppe bald ein gutes Stück vor uns (der Abstand blieb dann aber, nicht weil wir schneller wurden, sondern weil die wohl langsamer wurden - sie mussten allerdings auch spuren).

Wer auch immer bei denen spurte, er liebte Spitzkehren. Ich nahm es sportlich, die muss ich eh üben. Nicht so sehr, weil ich nicht ums Eck komme, sondern weil ich die Bewegungsfolge nicht flüssig hinbekomme und deswegen bei den Spitzkehren immer recht lang brauche. Trotz der vielen Spitzkehren habe ich aber noch immer nicht das Gefühl, flüssig ums Eck zu kommen. Naja, muss ich halt noch mehr üben.

Die Truppe spurte statt quer durch die Rinne links davon geradeaus über den Latschenhang hinauf. Das war anfangs ganz nett, dann kam aber die Sonne in den Schnee und der steile Hang machte mir echt Sorgen. Da wollte ich nicht abfahren.

Knapp unter dem Gipfel brauchten wir eine kurze Pause zum Verpflastern (die neuen Stiefel sind wohl noch eine Weile nicht eingelaufen). Das hatte den Vorteil, dass wir gerade dann oben ankamen, als die 10er-Truppe abfuhr. Der Schnee sah super aus.

Wir packten umgehend zusammen und fuhren auch ab. Es war so warm, dass der Schnee nicht mehr lang halten würde. Kurz vorm Hüttchen war der frische Neuschnee dann auch schon so nass, dass die Ski geradezu am Schnee kleben blieben. Wir machten eine ausführliche Pause und fuhren dann ins Tal ab.

Im Schatten fanden sich noch ein paar schöne Stellen, aber in der Sonne und vor allem ganz unten, wurden wir manchmal fast über die Skispitzen katapultiert, so nass und klebrig war die Schneeoberfläche. An der Alm war es voll, aber am Bergheim Moser hat es inzwischen auch Sonne und da hatten wir die ganze Terrasse für uns :-)


Früher Start


Aufstieg mit vielen Leuten


Oben Sonne und Aussicht :-)


... und ein einsamer Gipfel :-)


Schöne Abfahrt I


Schöne Abfahrt II


Rückblick

Von engel am 05.04.2018 21:33 • outdoorski

Sonntag in der Früh waren wir alle beide erst mal ziemlich kaputt. Halsweh, Schluckbeschwerden, Schleim und sowas. Die Skitour hatte Spuren hinterlassen und die Zeitumstellung mit noch früher Aufstehen als sowieso half auch nicht wirklich. Aber das Wetter war super, der Schnee ganz sicher auch noch und ‘richtig’ krank waren wir ja nicht ...

Wir rafften uns also auf und fuhren wieder ins Tannheimer Tal. Es war erstaunlich wenig los, obwohl es wirklich nicht mehr früh war. Auch der kalte Parkplatz am Haldensee war nicht besonders voll.

Auf dem Forstweg hat es noch erstaunlich viel Schnee, da kommt man noch eine Weile problemlos hoch. Im Schatten war er sogar noch pulvrig, aber wo am Vortag die Sonne reingekommen war, gab es stellenweise fast Blankeis. Nach dem Hüttchen, bei dem der Sommerweg beginnt, nahmen wir Harscheisen und waren echt froh drum, denn an manchen Stellen würde man beim Ausrutschen direkt 50 Meter nach unten in den Bach rauschen.

Dem Neffen hatten wir am Vortag direkt gesagt, dass wir ihn auf diese Tour nicht mitnehmen würden, allerdings hatte ich dabei nicht an den Sommerweg gedacht, sondern an den Gipfelgrat. So oder so, hier wäre ich mit ihm ohne Harscheisen nicht weiter gegangen. Wir gingen natürlich weiter.

Der abenteuerlich hohe Schnee am Brückle (Bild 2) war inzwischen umgefallen und die Querung sah nicht mehr so beeindruckend aus, dafür schnallten wir aber kurz die Ski ab, um einfach bis aufs Brückle runter zu kommen. Nachdem wir der Spur bis direkt unter die Nordrinne gefolgt waren, bogen wir nach Osten ab, um über die Südseite weiter zu gehen.

Wir hatten uns ein sonniges warmes Plätzchen in einer Mulde für eine Pause erhofft, doch obwohl es durchaus sonnig war, wehte ein kühler Wind. Wir machten trotzdem Pause, aber halt nicht warm ;-) Weil der Neffe am Vortag den Energy-Drink so sehr gelobt hatte, hatten wir dann noch einen gekauft und tranken ihn jetzt. Da wir vergessen hatten, den Touren-Schoki-Vorrat aufzufüllen, passte das ganz gut.

Naaaaja. Das Zeug schmeckt nach wie vor nach aufgelösten Gummibärle, aber kalt und frisch (also mit Kohlensäure), kann man das schon trinken. Schoki ist aber besser! Und besondere Energie hatten wir danach auch nicht.

Beim Weiterweg versuchten wir einer früher bewunderten Spur zu folgen, die es inzwischen aber nicht mehr gab. Das klappte nur so halb, aber der Weg war trotzdem besser als die lange Querung des Sommerwegs und beim nächsten Mal wird das noch besser.

Auf der Südseite hatte sich inzwischen schöner Firn gebildet. Wir kippten die Nordrinnen-Pläne (da war eh eine große Wechte oben drin) und planten stattdessen eine Firnabfahrt. Damit die nicht im Sulz enden würde, sausten wir vom Skidepot ganz schnell zum Gipfel hinauf, machten ein paar Fotos und stiegen direkt wieder ab. Die Südseitenabfahrt war dann auch ganz und gar so prima wie erwartet :-)

Nach einer weiteren Pause - diesmal tatsächlich warm, fast heiss sogar - machten wir uns auf die restliche Abfahrt und fanden auf der Nordseite zum Bach runter sogar noch sehr schönen Pulverschnee. Der Sommerweg war inzwischen auch angetaut und problemlos zu fahren.

Eine sehr schöne und auch sehr gemütliche Tour. Und die Nordrinne, naja, die läuft uns ja nicht weg. Irgendwann klappt das dann schon noch mal ...


Start mit (ganz kurz) Sonne


Das Brückle mit ohne Schnee


Pause


Auf Abwegen


Am Gipfelgrat


Oben :-)


Auf dem Rückweg


Firnabfahrt :-)


Pulverabfahrt :-)

Von engel am 28.03.2018 21:29 • outdoorski

Samstag, 24.03.2018: Skidepot und Gipfel

Dienstag, März 27, 2018

Wir hatten schon letztes Wochenende, als wir ja am Skidepot wegen Nebel abgebrochen hatten, beschlossen, an diesem Wochenende denselben Gipfel nochmal zu machen. Diesmal mit Gipfel und wenn möglich auch mit Nordabfahrt.

Da hatte sich schon abgezeichnet, dass der Samstag ein toller Tag werden würde und das hatte sich die Woche über nicht geändert. Wetter und Bedingungen zeichneten sich sogar so gut ab, dass wir beschlossen, den großen Neffen mitzunehmen, damit der nach der SoLaLa-Skitour auch noch eine richtig tolle Skitour bekommen würde.

Wir sammelten also Samstag in der Früh den großen Neffen ein (ein wenig verspätet) und fuhren zum selben Parkplatz wie letztes Wochenende. Dort war - obwohl es noch früher war - schon ganz schön viel los, aber damit hatten wir gerechnet. Man kann nicht erwarten, an einem perfekten Tag mit perfekten Bedingungen an einem tollen Berg allein zu sein.

Unserem Fitness-Zustand angemessen (beide mit doofer Halberkältung) gingen wir gemütlich bis ins Kar unter der Nordwand. Dem Neffen war das anscheinend zu langsam, denn als wir nach einer kurzen Teepause weiter gingen, sauste er uns erst mal davon. Vielleicht lag es ja auch am Energy-Drink, der, so versicherte er, echt was bringen würde ;-)

Natürlich waren wir keineswegs allein unterwegs. Vor uns im Nordhang waren mindestens 30 Leute, hinter uns kamen auch andauernd welche (von denen uns viele überholten) und weiter unten waren ganz sicher auch noch viele Nachzügler. Trotzdem verteilten sich die Leute ganz gut auf die lange Strecke und es gab weder nervige Drängler, laute Gruppen oder andere Lästig-Menschen. Im Gegenteil, es waren alle sehr freundlich und nett. Das muss am großartigen Wetter und der großatigen Umgebung gelegen haben :-)

Im Nordhang kämpfte der Neffe mit den Spitzkehren im immer steiler werdenden Hang. Die waren auch zugeben nicht ganz einfach, weil gerade im oberen Teil die Spur teilweise auch schon zerfahren war. Nahezu jeder Überholer schien einen Tipp auf Lager zu haben, aber da fehlt ganz einfach Übung, das wird schon noch.

Am Skidepot schnallten wir die Ski an den Rucksack und stiegen zu Fuß bis auf den Grat. Man hätte schon auch mit Skiern gehen können, aber da kamen ein Paar Spitzkehren zwischen Felsen und ein arges Steilstück, das ging zu Fuß besser. Auch mit den glatten Skistiefeln des Neffen. Oben gingen wir mit Skiern über den Grat bis zur ein Mündung des Sommerwegs, wo wir die Ski stehen ließen und schon mal einen Blick in die Nordseite warfen. Also sooo besonders steil sah das gar nicht aus.

Am Gipfel war es natürlich voll, aber nach ein paar Fotos fanden wir ein ablegeneres Plätzchen für die Pause. Wir bewunderten die Aussicht, identifizierten Berge und diskutierten, ob wir die Nordrinne fahren sollten oder nicht. Alles hing natürlich am Neffen, ob der sich das zutraute. Wir waren der Meinung, er könne das.

Zurück an der Einfahrt zum Nordhang warfen wir nochmal ein paar Blicke hinunter. Der Nordhang war noch immer nicht so steil, wie wir gedacht hatten und auch der Neffe traute sich die Abfahrt zu. Na dann! Ich gab noch ein paar obligatorische Ermahnungen von mir, “Geschwindigkeitskontrolle!”, “Achtung, Felsen!” und sowas und dann konnte es los gehen.

Ein bisserl nervös war er dann wohl doch, der Neffe, denn beim Einstieg in seine Ski hatte er ein paar Probleme. Dann fuhren wir ein und alles klappte prima. Der Schnee war sogar viel besser, als wir befürchtet hatten, nur ganz unten war die Auflage recht dünn und man ratschte gelegentlich über den harten Firn unter der lockeren Auflage.

Die Sache mit der Geschwindigkeitskontrolle hat der Neffe dann allerdings doch nicht so drauf und ich bezweifle wirklich, dass er überall so schnell hätte stoppen können, wie ich für nötig befunden hätte, aber er sauste sicher den Hang hinunter und hatte sichtlich Freude. Weiter unten versuchte er, über alles zu springen was wie ein Hügel aussah, war aber dann doch recht vorsichtig, so dass meistens nur kleine Hüpferle rauskamen.

Am Älpelekarkreuz gab es nochmal eine Pause in der Sonne, dann fuhren wir zum Parkplatz ab. Diesmal nicht über die Forststraße, denn wenn man eh abschnallen muss, dann wenigstens in der hübscheren Umgebung ;-) Der Neffe fand auch da noch ein paar Hügelchen und freute sich dran.

Das war eine wirklich großartige Tour und hat uns allen viel Spaß gemacht.


Mit vielen Anderen laufen wir los


Im Älpele


Auf dem Weg zum Berg (wie voll der Hang ist, sieht mal kaum)


Im oberen Teil des Aufstiegs (unten viele Menschen)


Am Skidepot


Aufstieg zum Grat


Am Grat zum Gipfel


Gipfelbild


Kritscher Blick hinab


Abfahrt I


Abfahrt II


Abfahrt III


Ein Hüpferle


Zurück im Tal

Von engel am 27.03.2018 20:54 • outdoorski
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