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Beinahe-Gipfel

Samstag, Dezember 23, 2017

Am Mittwoch war ursprünglich eine gemeinschaftliche Skitour mit einem Außer-Allgäuer geplant. Da der aber dann doch keine Zeit hatte, wandten wir uns nochmal ins Kleine Walsertal, um auch an anderer Stelle mal nach dem Schnee zuschauen.

Am Parkplatz war genau ein Auto, was meine Hoffnung auf eine vorhandene Spur ein wenig dämpfte. Nunja, den Berg gestern hatten wir ja geschafft, dann würden wir den heute doch sicherlich auch hinkriegen.

Als wir auf dem Winterwanderweg das kalte zugige Tal zur Bärguntalpe hinter marschierten, kreiste über dem Warmatsgundkopf ein Hubschrauber. Während wir noch spekulierten, was der da wohl suchte, sahen wir eine kleine Rauch- oder Schnee-Wolke aufsteigen und kurz drauf ertönte ein dumpfes ‘Wumm!’. Aha, Lawinen-Sprengversuche (total erstaunlich übrigens, wie lang der Schall auch auf die kurze Strecke brauchte).

Auf dem Weiterweg ertönten noch ziemlich viele dieser ‘Wumm!’-Geräusche, aber eine Lawine konnte scheinbar nicht ausgelöst werden. Das Ganze war ein wenig irritierend, denn auf einer Skitour lauscht man ja immer auch auf ungewöhnliche Geräusche, deswegen konnten wir die Lawinenbomben nicht so recht ausblenden.

An der Alpe begann eine Skispur, die aber bald nach rechts abbog. Eine kurzes Stück gab es dann noch eine Schneeschuhspur, aber die folgte am buschigen Steilhang dem Sommerweg und es kam was kommen musste, wir mussten spuren. Ralle begann. Hinter uns kamen die beiden Männer aus dem anderen Auto vom Parkplatz. Sie traten aber nicht auf unsren Skienden herum sondern hielten angenehm Abstand.

Für den Weg über den oberen Graben und duch die Büsche in die Senke muss man sich fast ein wenig auskennen, sonst findet man die Über- und Durchgänge nicht. Wir fanden problemlos ins Kar unter dem Heiterberg und dort übernahm ich das Spuren.

Die Bachquerung war ein wenig abenteuerlich, denn ich war mir nicht sicher, ob die Schneebrücke halten würde. Sie hielt :-) Anderenfalls wäre ich einen guten Meter durchgebrochen und in den Bach gefallen, das wäre mindestens unangenehm gewesen. Ich spurte über die Steilstelle und noch ein ganzes Stück den bebuschten Rücken hinauf.

Schließlich musste ich aber unsere Nachgeher vorbei winken, weil ich unbedingt endlich pieseln musste. Wenn da im Abstand von 50 Metern ständig Leute hinter einem her gehen, geht das einfach nicht!

Als wir am oberen Ende des buschigen Rückens in die Sonne kamen, betrachten wir unseren Gipfel: alles voller Gleitschneerisse. Teilweise war auch schon was abgerutscht und hatte sich zu beeindruckenden Schneetürmen aufgebaut.

Direkt unter dem Gipfel waren die beiden typischen Gleitschneerisse, die man über eine relativ schmale Brücke dazwischen hätte überwinden können. Aber Gleitschnee ist halt Gleitschnee und wir beschlossen, es auf dem Hügel darunter gut sein zu lassen.

Unsere beiden direkten Nachgeher wollten auch nicht weiter gehen. Die nächsten Nachgeher gingen aber weiter. Naja, das muss jeder selber wissen.

Die Abfahrt war trotz der Eislamelle vom Vortag, die noch ein bisserl dicker geworden war, prima. Und wieder hatten wir es geschafft, die Spur so hinzukriegen, dass wir auch in den Flachstücken nicht schieben mussten :-)

Völlig unerwartet hatte die Bärguntalpe schon geöffnet, so dass wir dort noch Kaffee und Käsekuchen geniessen konnten. Den Kaffee spendierten uns die beiden Nachgeher, die sich auch überschwänglich für das Spuren und Wegfinden bedankten. Das hätte es gar nicht gebraucht, aber es erfreute uns natürlich trotzdem.


Der lange Marsch durchs kalte Tal


Links oben das Ziel


Das Spuren beginnt


Den besten Weg durch den Graben gefunden


Das Spuren geht weiter


Aufstieg über den bebuschten Rücken


Endlich Sonne!


Große Schneemäuler mit meterhohen Wänden


Abfahrt


Abfahrt II


Abfahrt III

Von engel am 23.12.2017 11:23 • outdoorski

Privatberg :-)

Samstag, Dezember 23, 2017

Montag war für den frühen Nachmittag ein Cableway-Techniker angekündigt, der uns endlich das schnelle Internet frei schalten sollte, das wir im Mai (!!!) beantragt hatten. Das war der 6. Techniker (!) und der erste, bei dem wir das Gefühl hatten, jetzt könne es klappen, denn bislang hatte es immer geheißen, da fehle ein Teil der Frequenzen und da müsse der Tiefbau kommen. Bisher war aber kein Tiefbau da gewesen, nur ständig neue Techniker mit derselben Nachricht. Aber vor einer Woche hatte tatsächlich jemand Löcher in die Straße gebuddelt.

Und tatsächlich, seit Montag haben wir vernünftiges Internet, mit dem auch der Fernseher zurecht kommt :-)

Für den Dienstag hatten wir uns was im Kleinen Walsertal ausgesucht, günstig ausgerichtet, es war ja noch immer ein scharfer 3er im LLB ausgegeben. Als wir den Kangoo auf dem kleinen Parkplatz im Wildental abstellten, waren wir erst das zweite Auto dort. Uns schwante da schon, dass das Spuren heissen würde.

Erst mal ging es aber auf der Schneemobil-Spur hinter bis fast zur Alpe. Man sah kaum bis zum Talschluß und alle Gipfel waren in Wolken. Wir konnten aber immerhin sehen, dass unsere Vorgänger wie vermutet geradeaus weiter gegangen waren. Wir wollten aber links hinauf und so fing ich mit Spuren an und versuchte die Spur gleich so zu legen, dass wir auf dem Rückweg nicht würden schieben müssen. Das war nicht einfach mit so wenig Sicht, denn man sah kaum, wo es rauf und wo es runter ging.

Ab der Waldschneise spurte erst mal der Ralle, später wechselten wir noch ein paar Mal. Das Spuren war reichlich anstrengend, denn der Schnee war ziemlich kompakt. Zudem hatte es eine ganz dünne Eislamelle oben drauf, die zwar wenig störte aber toll klang. Wir waren ziemlich langsam, was dadurch, dass sich beim Ralle beim Spuren 2 Mal ein Fell löste, auch nicht besser wurde.

Die Rinne, vor der ich mich ein wenig gegruselt hatte (in manchen Jahren liegen da ja fette Lawinen drin), war völlig problemlos zu queren. An der Hütte machten wir eine kurze Pause, dann ging es weiter. Nun kamen wir in die Wolken und waren bald im totalen White-Out.

Das muss mir wohl die Sinne verwirrt haben, denn einmal kippte ich einfach grundlos um. Der Talstock, mit dem ich mich abfangen wollte verschwand im lockeren Tiefschnee und dann lag ich mit dem Kopf nach unten wie ein Käfer auf dem Rücken im Schnee. Rauswurschteln und aufstehen war nicht einfach, denn als ich endlich die Ski von den Füßen hatte, um mich umdrehen zu können, stand ich sofort bis zum Bauch im Schnee. Von da wieder hinauf auf die Ski zu kommen, war schon ein kleiner Akrobatik-Akt ;-)

An derselben Stelle verlor der beste Allgäuer von Allen, der da gerade spurte, komplett die Richtung und lief sogar ein kleines Stück bergab. Nebel und sanftes Gelände passen einfach nicht zusammen.

Wir derrappelten uns wieder und spurten weiter dem Gipfel entgegen. Und dann passierte ein kleines Wunder: Langsam, gaaaanz langsam löste sich der Nebel auf. Sonne erreichte uns und schälte die Umgebung aus dem Nichts. Als wir den Grat erreichten (der Gipfel war so abgeblasen, dass wir uns entschieden hatten im Schnee zu bleiben), eröffnete sich ein großartiges Panorama bis hinunter ins Tiefland und unser Tal erstahlte im Sonnenschein.

Dazu pfiff allerdings ein eisiger Wind. Wir blieben nicht lang oben, denn einerseits war es schon relativ spät und wir hatten keine Stirnlampen dabei und andererseits war es eisig kalt. Fotos machten wir natürlich. Dass der Ralle dazu auf die riesige Wechte am scharfen Grat stieg, merkten wir erst so richtig, als er beim Rückweg zwischen Grat und Wechte einbrach. Hui! Das hätte aber schief gehen können! Die Wechte reichte sicherlich 3 bis 4 Meter über den Grat hinaus.

Die Abfahrt war traumhaft. Keine Spuren ausser unser eigenen, tiefer lockerer Pulverschnee und - ganz entgegen aller Befürchtungen - perfekte Sicht. Die dünne Eislamelle störte beim Abfahren überhaupt nicht, machte aber ein ungewöhnliches Geräusch bei den Schwüngen: Zzzzzzzzsch - Zzzzzzsch - Zzzzzsch!

Bis zum Hüttchen hatten wir Sonne, dann kamen wir in den Talschatten. Wir sausten mit viel Spaß um und zwischen den Bäumen durch und waren bald mit brennenden Oberschenkeln am unteren Ende der Einstiegsschneise. Was für eine tolle Tour! und der ganze Berg nur für uns!

Und die Spur über die Ebene hatten wir tatsächlich so hinbekommen, dass wir nicht einmal schieben mussten :-)


Einsamer Start :-)


Spuren mit wenig Sicht


Spuren im Steilwald ...


... mit nicht ganz einfachen Spitzkehren


Vor der Rinnen-Querung


Endlich am Brotzeitplatz


Umgefallen im White-Out


Und dann macht es auf :-)


Die letzten Meter zum Grat


Oben, der abgeblasene Gipfel hinter mir


Abfahrt ...


... in Traumschnee


Talblick

Von engel am 23.12.2017 09:54 • outdoorski

Westalpenfeeling

Freitag, Dezember 22, 2017

Am Sonntag zog es uns ins Tannheimer Tal. Der Weg dorthin war schon wieder ein kleines Winterabenteuer für sich, denn nach der Autobahn waren die Straßen schneebedeckt und am Oberjoch fanden wir meterhohe Schneewände am Straßenrand vor. Klar, bei solchen Verhältnissen muss man vorsichtig fahren, aber einzelne Autofahrer haben es dann doch echt raus: 40 km/h auf der Landstraße, meine Güte! Überholen hab ich mich dann aber trotzdem nicht getraut, zuviel Schnee auf der Straße und zu wenig Sicht nach vorn (die Autos verschwanden teilweise in den Kurven hinter den Schneewänden).

So brauchten wir ziemlich lang bis nach Haldensee. Der Parkplatz war glücklicherweise geräumt, ich hatte schon überlegt, wo wir den Kangoo im Fall des Falles wohl abstellen können würden. Wir waren das vierte Auto auf dem Parkplatz :-)

Auf dem Forstweg waren wir baff: soooooo viel Schnee! Es hatte um die 40 Zentimeter Neuschnee auf einer eh schon beeindruckenden Altschneedecke. Dass da schon jemand gespurt hatte, war gar nicht schlecht. An unserer Abzweigung teilte sich die Spur und an unserer nächsten Abzweigung - schon auf dem schmalen Sommerweg durch den Wald - bog sie ab. Ab da war selbst spuren angesagt!

Es schneite und schneite und schneite. Zu einer kurzen Pause nach etwa der Hälfte der Höhenmeter (und etwa 2/3 des Weges) verzogen wir uns unter die dichten Äste einer großen Fichte. Darunter schneite es zwar auch, aber weniger. Danach ging es aus dem Wald raus in das große Kar und dann links hinauf Richtung Gipfel.

Bald kam Wind und als wir über den Rücken kamen, erwischte uns der mit voller Gewalt. Der Berg ist ein Grasberg und sämtlicher Schnee vom Rücken war total abgeblasen oder vereist. Ich zog die unkleidsame (aber warme) Daunenhose über, Ralle rödelte gleich komplett auf mit Helm, warmer Jacke und dicken Handschuhen.

Von oben schaute manchmal ein bisserl Sonne durch die Wolken, eisiger Wind blies Schneeflocken und Triebschnee, ins Tal sahen wir nur gelegentlich durch Nebel- und Wolkenfetzen hindurch. Auf der Seite nach Rauth runter war eine der gigantischen Wechten abgebrochen und lag in Trümmern halbwegs bis zu den Hütten runter. Die Steilwand Richtung Nesserlwängle mutete schon fast Matterhorn-Nordwand-mäßig an. Beinahe.

Es war aber arg ungemütlich. Wir fellten ab und verließen den ungastlichen Gipfel so schnell wie möglich. Oben ging es erst mal ein bisserl blöd über die vereisten Schneereste auf dem Gras, dann kamen wir in die Rinne zwischen den Latschen. Dort war der Schnee schon mal nicht schlecht. So richtig traumhaft wurde er, als wir weiter unten die windberuhigten Zonen erreichten. Traumpulver! Leider war die Sicht schlecht, wir wären beinahe in eine Mulde reingefahren und hätten dann mühsam raustreppeln müssen.

Der Sommerweg durch den Wald war wie zu erwarten ein wenig anspruchsvoll abzufahren - einschließlich der Querung der 3 Bäche, die natürlich nicht zugefroren waren und wo wir deswegen jeweils einen Meter runter und wieder rauf mussten. Glücklicherweise fiel keiner rein :-)


Start in Haldensee


Aufstieg auf der tiefverschneiten Forststraße


Erste Bachüberquerung


Spuren im Steilwald


Auf dem Weg zum Gipfel mit einer Ahnung von Licht


Querung auf die andere Seite


Wind auf dem abgeblasenen Rücken


Der einsame Gipfelstürmer


Die einsame Gipfelstürmerin :-)


Fette Wächte und Abbruch


Tiefblick ins Tannheimer Tal


Endlich Tiefschnee!


Viiiel davon :-)

Von engel am 22.12.2017 12:06 • outdoorski

Halbtagstour

Montag, Dezember 18, 2017

Zur Einstimmung auf die Urlaubswoche hatten wir uns für Samstag eine kleine Tour ausgesucht. Das Wetter sollte nicht berauschend werden, aber das trifft ja für den Rest der Woche auch zu :/

Auf dem Weg nach Altstätten betrachten wir besorgt den wenigen Schnee an den steilen Hängen. So wenig? Konnte der Unterschied zum Gunzesrieder Tal wirklich so gravierend sein?

Die paar Meter hinauf zur Sonnenklause reichten glücklicherweise aus, um die Schneedecke deutlich dicker und kompakter werden zu lassen. Allerdings erfreuten uns direkt nach dem Losgehen erst mal schöne Schmelzkrusten an den alten Spuren. Na, das konnte ja lustig werden.

Glücklicherweise dauert es nur wenige Meter, bis das wieder aufhörte. Es schneite immer wieder dicke Flocken. Zwischendurch war die sich ganz weg, dann wieder konnten wir runter aufs Illertal blicken. Ohne Sonne sah alles einfach nur schwarzweiß aus.

Es gab von unten bis oben eine Spur und sie war einfach zu gehen. Außer uns war kaum jemand unterwegs und den Gipfel hatten wir sogar ganz für uns allein. Hinter den Bäumen war es sogar fast windstill, so dass wir Tee und Schoki genießen konnten.

Die Abfahrt war prima. Viel Schnee mit ein paar Spuren auf weiten Hängen. Einzig problematisch war die mangelnde Sicht. Bei Weiß-in-Weiß kann man kleinere und größere Buckel und Mulden schon mal übersehen :/

Von engel am 18.12.2017 18:11 • outdoorski

Winterabenteuer

Donnerstag, Dezember 14, 2017

Bei dem durcheinanderen Wetter zur Zeit ist es ja nicht ganz einfach rauszufinden, welcher der beiden Wochenendtage der bessere werden wird. Wir nahmen uns am Samstag jedenfalls eine Tour im Kleinen Walstertal vor und standen dazu auch recht früh auf (das war das Wochenende, an dem da hinten die Skigebiete aufmachten). Wir kamen auch wie geplant weg, aber auf Höhe Martinszell fing es an zu schneien und bei Immenstadt war dann schon die Fahrbahn komplett zugeschneit. Zusammen mit der Baustelle, die da noch immer ist, bildetete sich umgehend ein Stau.

Wir planten um und bogen am Anfang des Staus ins Gunzesrieder Tal ab. Da hin kommen war dann schon ein Winterabenteuer für sich, denn auf der Straße lagen mindestens 10 Zentimeter Schnee und der war unten drunter schön eisig zusammengefroren. Am Anfang der Steigung hing auch schon ein Golf fest. Der Kangoo schlug sich aber super, auch wenn das Auto gelegentlich ein wenig umher schlitterte. Ich hielt viel Abstand zum vorderen Auto (damit wenn das hängen blieb, ich noch drum herum fahren könnte) und wir kamen fast problemlos bis zum Ostertalparkplatz.

Da war noch nicht viel los, grad mal 3 neue Autos und als wir dann in zum Ochsenkopf hinter marschierten, war überhaupt nichts los. Wir durften abwechselnd spuren, was zwischendurch gar nicht so einfach war, denn es hatte ganz schöne Schneewehen. Dazu kam ein eisiger Wind von vorn.

Kurz bevor wir in den Wald kamen, wurden wir von 4 energischen jungen Männern eingeholt, die dann weiter spurten. Allerdings kannten sie wohl den den Weg nicht so richtig, denn die Spur machte dann doch ein paar unübersichtliche Bogen. Im Anstieg zum Ochsenkopf gefiel uns die Spur so wenig, dass wir doch nochmal selbst spurten und da war das dann noch stessiger, denn der Schnee war recht kompakt und schwer.

Zum Ochsenkopf selbst fanden die 4 Jungs gar nicht, also spurten wir auch den Rest des Weges nochmal. Zur Belohnung standen wir im eisigen Sturm am Gipfel und konnten gar nicht schnell genug abfellen, um da wieder weg zu kommen ;-)

Die Abfahrt war leider sehr unergiebig, denn der Ochsenkopf ist eigentlich zu flach für viel Schnee. Man bleibt da schnell mal im Schnee stecken und muss in der Aufstiegspur wieder abfahren. Angesichts des Wetters und der Anstrengung war uns nicht mehr danach auch noch übers Rangiswanger Horn zu gehen und wir fuhren direkt wieder ab. Das war aber eine entschieden schlechte Idee, denn wenn die Fortsstraße nicht gut ausgefahren ist, muss man ganz schön oft schieben.

Wir waren echt froh, als wir wieder am Auto waren.

Aber (jaja, krank), ich fand’s trotzdem toll :-)

Von engel am 14.12.2017 19:38 • outdoorski

Endlich Winter!

Dienstag, Dezember 05, 2017

Trotz allerlei widriger Umstände gab es am Samstag die erste ‘richtige’ Skitour der Saison (der Anstieg zum Winterraumfondue war natürlich auch eine Skitour, aber halt keine ‘richtige’ ;-)).

Weil ja noch kein Skibetrieb ist, ließen wir uns ein wenig Zeit in der Früh und waren erst um halb 9 in Baad. Es war kalt (-10 Grad) und wir waren natürlich nicht allein. Wie immer wählten wir den längeren und umständlicheren, dafür aber schöneren und einsameren Weg durch den Bach und dann über den Sommerweg. Da ist man zwar schön einsam unterwegs, aber bis man endlich oben ist, sind alle später gekommenen dann schon an einem vorbei gezogen.

Zunächst ist es aber wunderschön unten im eisig kalten Bachtal. Wir mussten die Ski auch nur einmal ablegen, um über den Hauptbach zu kommen, alle anderen Hindernisse konnten wir umgehen. Der Sommerweg war anfangs ganz gut zu gehen, wurde aber oben ziemlich beschwerlich, denn es hatte doch deutlich mehr Schnee als wir angenommen hatten.

Wir machten eine Pause an der Starzelape und spurten dann weiter Richtung Gipfel. Die Normalroute führt ja nicht an der Starzelalpe vorbei, sondern geht links an den Ochsenhofer Köpfen entlang. Wir hatten einen einzelnen Nachgeher und als er uns einholte, spurte er weiter. Ich war da schon froh drum, denn obwohl er seine Spur eher ungeschickt anlegte (zu steil vor allem), war es trotzdem leichter darin zu laufen.

Als wir am Gipfel ankamen, waren da um die 20 Leute, die glücklicherweise bald abfuhren, so dass wir am Ende sogar den Gipfel allein für uns hatten. Natürlich war inzwischen schon viel von den schönen tiefen Pulverschnee zerfahren, aber der Berg bietet wirklich viel Platz zum Ausweichen und so fanden auch wir noch schöne freie Hänge und schwebten darin bis zur Starzelalpe runter. Hach!

Der Gegenanstieg auf die Normalroute ist immer ein bisserl lästig, aber nicht allzu weit. Danach folgt noch ein schöner Hang, dann muss man sich durch den zerfahrenen Wald wühlen. Unten kommt man auf den Wirtschaftsweg, wo uns als erstes ein paar fette SUVs auffielen. Jäger :-(

Das finde ich höchst unerfreulich. Mit fetten SUVs hinten in die kleinsten Täler fahren, arme Gämsen abschießen und dafür Mountainbiker, Kletterer und Skitourer aussperren (wollen). Grmpf.

Als wir unten am Auto ankamen, zeigte der Kangoo -13 Grad. Kein Wunder, dass wir bei der Abfahrt das Gefühl gehabt hatten, uns friere das Gesicht ein. Auf dem Heimweg gingen wir noch kurz einkaufen und bibberten uns durch 2 Geschäfte. Erst auf dem Sofa, mit dicker Decke und heißem Kaffee wurde uns langsam wieder warm.

Perfekt dazu waren die Skirennen in Beaver Creek und Lake Louise. So muss Winter: schöne eisige Skitouren und hinterher Skirennen gucken :-)

Sonntag wäre vermutlich ein ähnlich schöner Skitag gewesen, aber da waren die Umstände noch ein wenig widriger und so blieben wir daheim. Immerhin kam bei uns nur ganz kurz die Sonne raus, so konnten wir annehmen, dass es überall gleich trüb war.


Spurensuche durch das Bach-Tal


Einmal müssen wir abschnallen


Weiter geht es wildromantisch auf dem Sommerweg


Gegenüber eine ganze Herde Gämsen


Auf dem Weg zur Starzelalpe


Gipfel-Überfüllung


Gipfelbild


Abfahrt


Schöne Kurven in schönem Schnee

Von engel am 05.12.2017 21:13 • outdoorski

Winterraumfondue

Dienstag, November 28, 2017

Alle Jahre wieder ruft Yak zum Winterraumfondue und alle Jahre wieder kam uns irgendwas dazwischen. Diesmal aber stand kein Termin im Weg, legte keinen von uns eine Krankheit richtig flach und das Knie war auch so mittel-OK. Das Wetter wurde zwar umso schlechter, je näher der Termin kam, aber naja, Wetter findet halt statt.

Für mich Planungsfuzzi war die Vorbereitung zwar ein wenig anspruchsvoll (zu wenig Informationen vorab zu Winterräumen generell und dem angepeilten speziell und den Abläufen und dem mitzubringenden Zeug und Essen und Trinken, usw.), aber egal, Mut zur Lücke und der Rest würde sich dann schon finden.

Am Freitag kauften wir also ein, suchten das Skitouren-Zeug zusammen (fast erfolgreich, das Anti-Stoll-Wax fehlte) und ich buk einen großen Haufen Super-Duper glutenfreie Brownies, damit auch die ernährungstechnisch beeinträchtigen Teilnehmerinnen was davon hatten.

Samstag packten wir dann die Rucksäcke, die trotz Skitourenzeug, 6 Liter Bier, 1 Liter Radler, Fonduekäse, Brownies, Kaffee, Frühstück- und Übernachtungs-Zeug gar nicht so schwer waren wie befürchtet und starteten nach einem sehr gemütlichen Frühstück Richtung Bregenzer Wald. In der Früh hatte man über den Bergen noch Reste von blauem Himmel gesehen, aber als wir das Auto beluden, fing es an zu regnen und kurz hinter Kempten schüttete wie aus Kübeln. Bei 6 Grad.

In Immenstadt schüttete es bei 5 Grad, in Hittisau bei 4 Grad und in Schoppernau bei zwei Grad. Dort lagen auf den Wiesen vielleicht 10cm Schnee, die gerade weggeregnet wurden und wir hatten bis zum Parkplatz nur noch etwa 5 Kilometer und 150 Höhenmeter. Regenzeug hatten wir keines dabei, weil wir ja für Skitouren geplant hatten. Super!

Wir fuhren weiter und - Wunder über Wunder! - der Schnee wurde mehr und der Regen wandelte sich zu Schneeregen. Wir stellen den Kangoo am Parkplatz ab und überlegten, ob wir überhaupt losgehen sollten (und ob überhaupt außer uns noch jemand kommen würde). So wie das momentan schneeregnete, würden wir umgehend nass und die Rucksäcke durchweicht. Wir überlegten ein wenig hin und her und beschlossen dann, die Regenjacken über die Rucksäcke zu ziehen und zu hoffen, dass die Softshells den nassen Schnee aushalten würden. Dann gingen wir los.

Zu unserer Freude konnten wir die Ski schon anziehen, als wir die 10 Meter zur Brücke über den Bach abgestiegen waren. Da sahen wir auch, dass wir vermutlich die ersten waren, denn es hatte nur 2 beinahe zugeschneite Fußspuren. Kurz nach der ersten Kehre des Forstwegs war aber schon wieder Schluss mit Skitour, denn der Wald war zu dicht für sowas wie eine Schneedecke. Wir mussten die Ski ein ganzes Stück weit tragen und dann noch ein paar Mal abschnallen, aber die Entscheidung für Ski (statt Schneeschuhe) war schon richtig gewesen.

Es war allerdings wirklich arg nass. Der nasse Schnee blieb auf den Softshells liegen und durchweichte uns nach und nach. Der nasse Schnee auf der Forststraße durchweichte bald die Felle und wir mussten uns mit riesigen Stollen unter den Skiern herumschlagen, sobald es wieder mehr Schnee hatte. Meine Felle sind viel nässe-anfälliger und ich musste mindestens 5 Mal meine Ski auf der kompletten Länge entstollen, weil ich gefühlt hundert Kilo an jedem Fuß mitschleppte.

Weiter oben wurde der Schnee von oben trockener, dafür wurde es auch kälter und der Wind nahm zu. Der Forstweg, der unten einigermaßen Steigung gehabt hatte wurde immer flacher, so dass wir kaum noch voran kamen. Inzwischen waren wir ganz sicher, dass wir die ersten (und hoffentlich nicht einzigen!) waren, denn die Fußspuren waren verschwunden und wir - der beste Allgäuer von Allen heißt das - spurten durch jungfräulichen Schnee.

Als sich das Gelände öffnete, konnten wir der Fortstraße nicht mehr folgen, weil wir sie gar nicht mehr erkennen konnten. Ich sah immer wieder auf dem GPS nach, ob wir uns noch in der Nähe befanden, denn das Gelände war so flach, dass wir nicht bis zum Joch sehen konnten und es hatte zudem immer wieder Nebelschwaden, so dass mit Sicht nicht viel her war. Die nassen Softshells und die patschnassen Handschuhe froren ein. Wenn ich den Kopf bewegte, knackte die Kapuze.

Immerhin konnten wir zwischendurch ein Stück nach hinten sehen und stellten ein wenig erleichtert fest, dass wir immerhin nicht die Einzigen waren. Wir sahen verschiedene Grüppchen Skitourer hinter uns und bei dem Sauwetter konnten das ja nur ‘unsere’ Leute sein. Sonst wäre es schon ziemlich blöd gewesen, denn wir hatten keinen Winterraumschlüssel (allerdings sollte dieser Winterraum frei zugänglich sein) und auch kein Feuerzeug, um schon mal anheizen zu können.

Als wir uns endlich dem Joch näherten und mit Hilfe des GPS querfeldein auf die Hütte zusteuerten, holten uns Uwe und Vera ein und spurten den letzten Hügel zur Hütte hinauf. Der Winterraum war tatsächlich offen und es hatte sogar Strom! Uwe machte umgehend Feuer im Ofen und als die anderen der Reihe nach eintrudelten, wurde es drinnen warm und draußen dunkel. Insgesamt waren wir 11 Leute (Rolf, Nancy, Kerstin, Reiner, Uwe, Werner, Birgit, Vera, Julia und wir beide) und ein großer schwarzer Hund (Rumo).

Das Motto für das Winterraumfondue, das hatte ich schon vorher gelernt, ist ‘Fressen und Saufen’. So würde ich das ja eigentlich nicht nennen, aber es gab tatsächlich Essen und Trinken im Überfluss und nette Gesellschaft dazu. Es gab Käsefondue, Fleischfondue mit Rind, Schwein und Pute, haufenweise Baguette und allerlei Gemüse, roh und mariniert, Bier, Wein, Prosecco, Rum und Schnaps und allen möglichen Süßkram, von dem die Brownies (meiner Meinung nach :-)) ungeschlagen am besten waren :-)

Wir saßen bis halb zwei in der Stube und gingen dann hoch zum Schlafen. Mir war es erst viel zu kalt (meine Bettzeit ist vor 10, da ist so lang Aufbleiben reichlich anstrengend) und dann furchtbar warm, weil ich mitsamt Skihose und Daunenjacke ins Bett gegangen war. Ich zog die Skihose, die Daunenjacke und den Pulli aus und fror dann erst mal :/ Mit Pulli ging es dann.

Irgendwann in der Früh war ich dann halt wach und ging runter. Da sah es furchtbar aus, aber zum Aufräumen hätte ich Wasser gebraucht und dazu hätte ich den Ofen anfeuern müssen. Mit Feuer machen hab ich’s aber nicht so und da grad Nancy in den Winterraum kam, bat ich sie ums Anfeuern. Dass sie eigentlich gar nicht wach war und nur kurz aufs Klo wollte, bekam ich erst später mit. Dumm gelaufen, für Nancy ;-) Sie machte Feuer :-)

Ich unterstützte mit Späne brechen und Holzscheite holen und zog dabei gegenüber einem Span den Kürzeren, denn der brach so blöd, dass ich ihn mir mitten in die Innenfläche der rechten Hand rammte. Die Wunde ist zwar nicht tief (es ging fast nur Haut ab), aber das ist eine denkbar blöde Stelle für eine Wunde.

Mit Aufräumen wurde es nichts, denn bis wir auch nur annähernd genug Schnee geschmolzen hatten (das ist sowas von ineffektiv, das übertraf meine schlimmsten Befürchtungen), waren die anderen alle aufgetaucht und wir verwendeten das Wasser zum Kaffee machen und Frühstücken. Das dauert bis fast Mittag und dann wurde alles aufgeräumt, geputzt und gespült. Dann rüsteten wir zur Abfahrt.

Das Wetter war nicht besser geworden und es hatte die ganze Nacht über geschneit und geblasen. So gab es einen tollen Mix aus Schneeverwehungen und fast blanken Stellen, der sich ganz wunderbar mit dem diffusen Licht kombinierte, in dem überhaupt keine Konturen zu erkennen waren. Ich fiel als erstes beinahe eine Wechte runter, als mein rechter Ski plötzlich absackte. Auch auf dem Weg zum Röthenkreuz gab es auch ein paar unsichtbare Wechten, die man runter purzeln konnte. In den Bach brach glücklicherweise keiner ein.

Ab dem Röthenkreuz ging es dann endlich nur noch bergab, allerdings so flach, dass man anfangs wirklich fast nur geradeaus fahren konnte. Vor dem langen Flachstück des Forstwegs trafen wir auf eine einzelne Skispur, was wirklich gut war, denn in der ließ sich das Flachstück gut überwinden. Wir kürzten ein paar Kurven der Forststraße durch den Wald ab, aber als im dritten Abkürzer die Vorfahrer anfingen, quer ein Steilstück hinab zu treppeln, fuhren wir letzten vier doch lieber die Forststraße ab. Was aber auch nicht unproblematisch war, denn da reichte die Schneeauflage in den dichteren Waldstücken nicht und die Ski schrappten sehr unschön über Wurzeln und Steine.

Wir mussten ein paar Mal abschnallen, waren dann aber doch schneller als die Waldabfahrer. Ganz unten konnte man dann noch mal 500 Meter fahren. Super, das Bergablaufen mit den Skistiefeln war nämlich nicht sehr toll.

Der Pflugfahrer hatte Spaß dran gehabt, alle unsere Autos einzugraben, so dass wir unten erst mal die Lawinenschaufeln brauchten, um die Autos alle auszubuddeln (na gut, hab ich die also auch mal gebraucht). Ohne Schieben kam keiner aus dem Schnee.
Die Heimfahrt war problemlos, kein Stau, nix :-)


Start an der Bregenzerwaldstraße, es schneeregnet


Kurz drauf können wir die Ski anziehen ...


... allerdings nicht lang.


Weiter oben hat es Schnee zur Genüge.


Endlich kommt die Hütte in Sicht!


Endlich oben! Wir wurden eingeholt.


Vorbereitungen zum Aufbruch


Super Verhältnisse, super Sicht!


Abfahrt


Stellenweise ist der Schnee ganz schön tief ...


... und teilweise halt auch nicht.


Der Kangoo ist ziemlich eingeräumt.


Uwes Polo aber auch.

Von engel am 28.11.2017 20:36 • outdoorski

Figln

Samstag, Juni 03, 2017

Seit Jahren beneide ich Leute, die mir am Berg mit Figl entgegen kommen. Und seit Jahren kann ich mich nicht dazu entschließen, welche zu kaufen, weil die Dinger nicht grad günstig sind und zudem eher primitiv aussehen (vor allem die zum Schnüren, die eigentlich die einzig sinnvollen sind). Letzte Woche hing ich schon wieder lang auf Figl-Seiten herum und beschloss dann, dass das jetzt mal ausprobiert werden muss.

Am Freitag kam dann ein langes Paket. Wir packten 2 Paar Figl aus und betrachteten sie mit gemischten Gefühlen. Endlich Figl! Aber ob die was taugen? Immerhin, es sind recht hübsche Figl, ein Paar weiß, ein Paar schwarz.

Schnee gibt es inzwischen nur noch recht weit oben in Figl-tauglichen Mengen. Nach einigem Überlegen nahmen wir uns den Hochvogel vor. Das Kar unter der Kreuzspitze müsste ja eigentlich noch Schnee haben ...

Wir starteten relativ früh mit den Bikes am E-Werk und radelten am Giebelhaus vorbei bis zum Abzweig zum Prinz-Luitpold-Haus. Es war erstaunlich wenig los, was vermutlich daran liegt, dass das PLH noch nicht offen ist. Nach dem Giebelhaus waren wir so gut wie allein unterwegs.

Der Weg zum PLH zieht sich deutlich länger als wir gedacht hatten (in meiner Erinnerung ist man da in NullKommaNix oben, das täuscht aber). Wie erhofft fanden sich oberhalb ausgedehnte Schneefelder. Zur Kreuzspitze waren bisher nur wenige Leute gegangen, so dass der beste Allgäuer von Allen spuren musste/durfte.

Anfangs dachte wir, das Schneefeld im Kar sei ideal, weil es nicht sehr steil sei. Je näher wir aber dem Klettersteiglein zur Kreuzspitze kamen, umso steiler wurde das Schneefeld und die Aussicht, da oben das Figln lernen zu müssen, wurde langsam ein wenig unheimlich ;-)

Das Schneefeld tat meinem Knie nicht gut. Dauernd musste man den linken Fuß verdrehen und höher setzen als den rechten. Mit der Zeit fing es im Knie zu stechen an. Wir ließen deswegen den Hochvogel sausen (nix übertreiben am Anfang) und erklärten die Kreuzspitze zum Ziel. Das Klettersteiglein da hinauf war nochmal nett, dann machten wir Pause mit Blick auf den Hochvogel, der auch Besuch hatte.

Nachdem wir den Steig zurück bis an den Schnee abgestiegen waren, wurde es interessant. Allein schon die Figln im steilen Schrofengelände so anzulegen, dass man im Schnee zum Stehen kam, war eine Herausforderung. Als wir die gemeistert hatten, standen wir erst mal ziemlich ungelenk und unsicher auf den komischen kurzen Dingern und fragten uns, wie wir da jetzt eine Kurve hinkriegen sollten.

Immerhin das Gelände war gut gewählt - sollte einer ins Rutschen kommen, würde er einfach nur das Schneefeld runter rutschen ohne irgendwo aufzuschlagen. Der Schnee selbst war oben drauf relativ weich, drunter fest, aber vom Regen in unendlich viele Kuhlen gewaschen. Die ersten Kurven waren noch sehr sehr wackelig, dann gewöhnten wir uns an die Figl und kurvten vorsichtig das Schneefeld runter.

Das war ganz schön anstregend. Weil die Figl hinter den Schuhen abrupt aufhören und gern auch in die Regenkuhlen einstechen, muss man ständig voll angespannt auf den Skichen stehen. Im Flachen geradeaus fahren schüttelte uns komplett durch. Alles in Allem war das Figln recht lustig, aber ungemein anstrengend. Ich bin noch nicht sicher, ob so Figl jetzt echt was Tolles sind oder ob wir nur recht grausliche Bedingungen hatten.

Die unteren Schneefelder steigen wir dann zu Fuß ab. Das Wetter war inzwischen ziemlich zugezogen und die Sonne kam kaum noch durch, aber der beste Allgäuer von Allen hatte es sich in den Kopf gesetzt, nochmal Eissee-Baden zu gehen. Wir stiegen also zum See unterhalb des PLH ab und er ging kurz ins Wasser. Ich wagte mich immerhin bis zur Mitte der Wadln hinein ;-)

Das PLH hatte zwar offiziell noch geschlossen, aber der Wirt war schon da zum Aufräumen und wir nahmen sein Angebot, uns etwas zum Trinken zu verkaufen gerne an. So kamen wir unvermutet zu erfrischendem Weißbier :-)

Beim Weizen-Trinken hatte es noch so ausgesehen, als würden wir entweder schon beim Abstieg oder spätestens bei der Abfahrt nass werden. Rundrum waren dicke schwarze Wolken aufgezogen und es sah sehr nach Gewitter aus. Aber wir hatten Glück, es regnete weder im Abstieg noch bei der Fahrt zurück ans Auto. Richtung Sonthofen und Kempten hatte es aber zwischendurch mal geregnet, denn es hatte nasse Stellen auf der Straße. Uns erwischte das Gewitter erst, als wir um 9 beim Lieblings-Jugo beim Essen im Biergarten sassen und da war es ein Leichtes, einfach nach drinnen umzuziehen.

Das war ein schöner und einsamer langer Tag (11 Stunden, 1650 Höhenmeter, 39 Kilometer). Die Gegend ist Klasse, die Tour generell sehr schön, aber das Figl-Fazit ist momentan eher gemischt.


Radeln mit Figln


Aussicht zum Großen Wilden


Viiiel Wasser beim Start zum Prinz-Luitpold Haus


Aufstieg mit Wildem und Schneck


PLH vor der Fuchskarspitze


Die ersten Schneefelder


Rückblick mit Eissee


Am Anfang des großen Schneefelds im Kreuzspitzkar


Die letzten steilen Meter zum Klettersteiglein


Ausblick


Abstieg zum Figln


‘Elegante’ erste Figl-Kurven


Gleichgewichthalten im Steilen ist gar nicht einfach


Brrrrrrrrr!


Der Mann im Eis


Fast zurück an den Rädern


Rasante Abfahrt

Von engel am 03.06.2017 20:00 • outdoorbergskimtb

Freitag, 31.03.2017: Piz Mon Skidepot

Mittwoch, April 12, 2017

In der Nacht wachte ich davon auf, dass es im Zimmer brummelte. Ich brauchte eine Weile, bis ich raus hatte, dass der Wind durchs Fenster und durch die Tür pfiff und dabei dieses brummelnde Geräusch machte. Das waren keine guten Nachrichten für den nächsten Tag.

Beim Frühstück sahen wir dann auch, dass sich die Leute vor dem Fenster deutlich mehr vermummten als die letzten Tage. Den einen Hüttenwirt überhörten wir am Telefon: ‘... viel mehr Wind als erwartet.’ Wir räumten das Zimmer auf und vermummten uns ebenfalls sturmfest. Dann verstauten wir das Hüttenzeug unten in einem der Fächer und stellten uns den Elementen.

Rein optisch sah der Tag so wunderbar aus wie die letzten: Stahlblauer Himmel und die Sonne schien ungehindert auf Gletscher und Berge. Aber es hatte Wind. Ganz ordentlich Wind, wie wir feststellten, als wir uns aus dem Schutz der Hütte begaben und Richtung Vermutpass marschierten.

Wir liefen genau gegen den Wind. Unter den Skiern und den Stöcken lösten sich bei jedem Schritt kleine Eisplättchen (die vom Firnspiegel, ganz dünnes glattes Eis über dem gefrorenen Schnee), und sausten klingelnd hinter uns davon. Der Wind war kühl und vor allem ordentlich stark und kühlte uns deswegen ziemlich aus. Ich hatte bald die Kapuze auf (was ich nur selten mache), der beste Allgäuer von Allen stellte von Sonnenbrille auf Skibrille um, weil seine Augen so tränten.

Der Weg zum Piz Mon sieht von der Hütte so kurz und bequem aus, aber es zieht sich schon etwas und wird am Ende auch recht steil, bis man endlich das Skidepot erreicht. Von da heißt es im Führer lapidar ‘entlang des Grates zum Gipfel’. Wir betrachteten den Zustieg und den blockigen Grat und ließen uns vom Wind durchblasen. Aber starker Wind und Grat ist etwas, da fühle ich mich gar nicht wohl und deswegen liessen wir die letzten 100 Meter einfach aus und fuhren vom Skidepot zurück zur Hütte.

Die Abfahrt war wie die ganzen letzten Tage unberechenbar, aber wir fanden wie immer wenigstens ein paar Stellen, wo es sich schön fahren liess. Der Rest, naja fahrbar halt ;-)

In der Hütte (tatsächlich drin, draußen war es mit dem Wind einfach zu kühl) gab es Weizen und Kaspressknödelsuppe und dann machten wir uns auf den langen Rückweg.

Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass wir schon in der Abfahrt zum See ein paar Mal ein wenig aufsteigen und dass wir den gesamten See zu Fuß zurück laufen würden müssen. Aber - große Überraschung - man kann bis zum See mit nur einmal minimal Aufsteigen abfahren und den See bis fast ganz vorn mit (zugegeben mit der Zeit recht mühsamen) Schlittschuhschritten hinter sich bringen. So ist man viel schneller an der Biehler Höhe als wir gedacht hatten.

Dann Tunnelbus, Bahn, Auto (Stau bei Dornbirn, meh) und heim. Toller Skitourenurlaub!


Auf dem Weg zum Vermuntpass


Vermummt auf dem Weg zum Piz Mon


Die letzten Meter zum Skidepot


Abbruch am Skidepot


Ein letztes Hüttenbild


Abfahrt zum See


Die letzten Meter zur Biehler Höhe

Von engel am 12.04.2017 18:04 • outdoorski

Am letzten vollen Tag unseres Silvretta-Urlaubs stand natürlich der Große Piz Buin auf dem Plan. Sommers waren wir da ja schon mal, winters aber noch nicht. Im Führer wurde der Rinne und dem Kamin einiges an Text gewidmet, einschließlich dem Tipp, dort zu sichern und abzuseilen. Wir hatten beide keine besondere Erinnerung an beide Stellen, waren aber gespannt.

Wir standen wie immer um halb sieben auf und frühstückten gemütlich. Zu unserem Erstaunen war diesmal wirklich viel los und die Leute wuselten alle erst wild durcheinander und eilten dann zur Tür hinaus als gälte es ein Rennen zu gewinnen. Als wir draußen starteten, waren wir fast die letzten, obwohl wir nicht später dran waren als die letzten Tage. Auch wenn es ein wenig seltsam war, so hinter allen anderen loszugehen, waren wir sicher, dass das richtig war. Die Touren in der Silvretta sind einfach nicht lang und hier oben herrschten ja noch keine Frühjahrsbedingungen. Abgesehen davon taugte es uns sehr, in aller Gemütlichkeit so gut wie allein unterwegs zu sein.

Zum Piz Buin muss man erst mal zum Ochsengletscher, also wieder die laaange Querung entlang des Hangs zur Grünen Kuppe nehmen, wo man ständig die Kanten hart ins Eis pressen muss. Unangenehm fürs Knie. Nach der Kuppe muss man ein Stück bergab eiern (auf Fellen abwechselnd in hartem Firn oder auf harten Presspulverplatten abfahren) und kommt dann auf den Ochsentaler Gletscher. Diesmal verzichten wir aufs Anseilen.

Nachdem wir den Aufstieg entlang des Gletscherbruchs hinter uns gebracht hatten, begann der lange Marsch zur Buinlücke. Wahrscheinlich ist der gar nicht so sehr lang, aber es kommt einem so vor, weil man viel Strecke mit wenig Höhenmetern hinter sich bringen muss und das Ziel ständig sehen kann. Was wir auch sehen konnten, waren diverse größere Gruppen, die zum Buin-Grat aufstiegen. Sehr gut, die würden dann bestimmt schon wieder unten sein, wenn wir dann kamen.

So war es auch. Als wir in der Buinlücke ankamen und uns mit Gurten, Gerödel, Steigeisen und Seil aufrüsteten, kamen viele Leute gerade wieder runter. Die Lücke wurde voll, der Berg wurde leer (mehr oder weniger, ein paar Leute waren schon noch da) :-) Meine Steigeisen zurrten wir dermaßen fest, dass ich den Stiefel nach hinten ganz einfach nicht bewegen konnte. Bisserl unbequem aber besser als die Eisen verlieren.

Wir stiegen auf dem gut ausgetretenen Pfad im Schnee dem Grat entgegen. Nach ein paar ersten Felsen kam die Rinne. Felsen, 4 Meter Höhe vielleicht. Wir schauten den drei Jungs vor uns zu und betrachteten die Rinne. Sah eigentlich sehr machbar aus, also kein Seil. Und so war es auch. Dasselbe galt auch für den folgenden Kamin auf der Schattenseite. Da hatte es sehr schöne fest ausgetretene Stufen im Schnee. War auch ganz einfach. Danach galt es nur noch den restlichen Gipfelaufbau zu bewältigen und wir waren oben.

Piz Buin! Mit großartigem Ausblick in die Schweiz und nach Italien. Wir freuten uns vor allem über den Anblick von Ortler und Bernina (weil, wenn man mal oben war, dann ‘gehört’ einem der Berg ja irgendwie). Nach ausgiebigem Rundrum-Schauen und vielen Bildern suchten wir uns ein halbwegs windgeschütztes Plätzchen und machten gemütlich Pause.

Als uns kühl wurde, stiegen wir ab. Die Rinne sah von oben schon ziemlich steil aus und brach unten ins Bodenlose ab. Da der Aufstieg so problemlos gewesen war, war anzunehmen, dass der Abstieg ebenfalls problemlos laufen würde. Wo wir aber ja schon ein Seil dabei hatten und weil man ja alles hin und wieder üben muss, beschlossen wir, an dem praktischen Bohrhaken oben abzuseilen.Das begann damit, dass sich das Seil erst mal endlos verwurschtelte. Wir brauchten eine Weile, das wieder zu entwirren, danach seilten wir nacheinander ab. Wir seilten danach auch die kurze Rinne ab, und da war das schon sehr angenehm :-)

In der Buin-Lücke machten wir noch kurz Pause (so lang, bis uns der Schatten des Kleinen Piz Buin erreichte), dann fuhren wir ab. Ganz oben, direkt hinter der Lücke fanden wir dann unerwartet noch richtigen Pulverschnee :-) Der Rest war wie am Dienstag: ein unberechenbarer Mix aus Platten, Pulver, Windgangeln und vereistem Pressschnee, aber alles irgendwie fahrbar, wenn auch nicht immer elegant ;-)

Nachdem wir den Gletscherbruch über die Piste abgefahren waren, beschlossen wir, diesmal über die Grüne Kuppe und nicht über den Winterweg im Tal zur Hütte zurückzukehren. Auch da muss man einen Gegenanstieg bewältigen, der ist aber kürzer und - viel wichtiger - nicht so unerträglich heiß. Das war eine gute Idee und bescherte uns sogar noch ein paar nette Schwünge in schönem Firn.

Auf der Sonnen-Terrasse gönnten wir uns Bier und einen Topfenstrudel und einen Germknödel (jeweils einer, nicht beide beides) und gingen duschen (bevor die vielen anderen auch duschen wollten)). Danach setzten wir uns nochmal in die Sonne und tranken Kaffee. Zum Abendessen gab es Kartoffelsuppe, Zigeunergulasch mit Nudeln und Gemüse und zum Nachtisch Schokocreme.


Auf dem Weg zum Piz Buin


Der Ochsentaler Gletscher


Aufstieg neben dem Gletscherbruch


Der Gletscherbruch


Die Buin-Lücke ist voraus


Aufstieg


Klettern in der Rinne


Am Gipfel


Abseilen


Abstieg


Abfahren


Rückblick

Von engel am 10.04.2017 18:53 • outdoorski
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