Für die beiden strahlend schön angesagten Tage mitten in der Woche sind wir dann doch noch weggefahren. Ins Lechquellengebirge wollte ich schon länger mal, weil man da ja von ‘uns’ aus so schön reingucken kann und ich mir eigentlich nur die Berge merken kann, auf denen ich schon mal war. Also mussten wir da jetzt endlich mal hin. Luftlinie ist das nicht weit, mit dem Auto braucht man aber doch gute 2 Stunden.
Mal wieder. Nicht dass ich mich beschweren wollte, ist ja doch ganz nett hier :-) (Übersetzung, nicht dass da jemand was falsch versteht: es ist natürlich ganz wunderbar hier!) Aber mit ein bisserl beständigerem Wetter irgendwo anderswo wären wir da vielleicht auch hingefahren. Ist aber im Rückblick egal, denn wir haben tolle Touren gemacht und ich habe die inzwischen etablierte Tradition, im Sommer-Urlaub ordentlich einzukaufen, erfolgreich fortgesetzt ;-)
Auf geht’s:
Auch wenn die Wetteraussichten zu nächst nicht arg berauschend waren, verabredeten wir uns am Freitag mit Ilona und Andi zum Bergsteigen. Ich hatte mir das Gaishorn über den Nordwestgrat mit Option aufs Rauhhorn überlegt, weil das eine sehr schöne und interessante Tour ist und weil man da auch bei mässigem Wetter noch keine Probleme bekommt.
Wir trafen die beiden pünktlich am Parkplatz in Hinterstein und sausten gleich los Richtung Willersalpe. Und das mit dem Sausen kann man wörtlich nehmen, so schnell laufen wir normalerweise nie. Ich hatte erst alle Mühe hinterherzukommen, aber weiter oben reduzierte sich das Tempo dann glücklicherweise ;-)
Das Wetter hielt sich nicht recht an die Vorhersage so dass wir bei weitgehend blauem Himmel und Sonne starten konnten. Es war unglaublich feucht, so dass schon kleinste Bewegungen umgehend in Schweissausbrüche umgesetzt wurden. Es dauerte nicht lang, dann tropften wir alle.
Nach der Willersalpe wurde der Weg dann schmaler und schmieriger, dem Regen der letzten Tag sei Dank. Der Trend setzte sich fort, als wir auf dem unbezeichneten Steiglein auf den Nordwestrücken des Gaishorns zusteuerten. Als es einen Latschenriegel zu queren galt, schlüpfte der Ralle als erster durch die Äste .. und versank prompt mit den Schuh bis zum Knöchel im Matsch!
Weiter ging es zum Grat, der meistens nur mässig ausgesetzt ist und 2 nette Rinnen mit Seil hat. Das war eine hübsche Kraxelei bis zum Gipfel, wo wir kurz Rast machten.
Weiter gings zum Gaisecksattel, wo der Ralle noch das Rauhhorn vorschlug. Ilona hatte die Wahl und liess sich überreden, es zumindest mal zu versuchen. Das klappte dann auch ganz hervorragend, sowohl rauf wie auch runter :-)
Die Einkehr in der Willersalpe war dann ein bisserl enttäuschend, statt netter Alpe scheint das eher eine Art Ballermann-Hütte zu sein. Das Radler war aber trotzdem willkommen. Alles in allem in schöner Tag mit schönem Wetter, schönen Gipfeln und netter Gesellschaft :-)
Nachdem der Sonntag mit Regen begann, haben wir mal wieder den Absprung verpasst und den Tag daheim verbracht, obwohl es zwischendrin gar nicht mal schlecht aussah da draussen. Hat aber uach was, so ein Tag daheim. Was man da nicht alles machen kann :-)
2 wunderschöne Tage zwischen vielen Regentagen und das sogar am Wochenende. Klar dass wir da draussen waren. Zwei Mal Lechtal, zwei Mal einsam bis ganz und gar allein und zwei Mal wunderbares Wetter in wunderbarer Landschaft :-)
Am Samstag ging es auf die Knittelkarspitze. Unten im Wald war es nach dem vielen Regen der letzten Woche genau so matschig wie erwartet, aber die Felsen oben waren schon schön trocken. Den Abstieg um den Knittelkarkopf-Ausläufer haben wir uns dann aber doch geschenkt, so trocken war es dann doch nicht.
Kaffee und einen wirklich grossartigen Ribisel-Kuchen gab es nach der Tour in Kelmen im Gasthof Wetterspitze (Gedudel-Alarm), der um einiges besser ist als die Website vermuten lässt ;-)
Sonntag ging es dann auf die Grubachspitze, wo wir gleich unten ein Schild mis-interpretiert haben und auf nahzu nicht vorhanden schmalen Steigen zu einer nicht mehr existenten Lichtung aufgestiegen sind. Anhand von uralten Schildern mitten im Jungwald haben wir den Gipfel dann erst mal abgeschrieben und wollten dann eben eine gipfel-lose Runde über den Schafhag machen. Dann aber bog da ein spärlich markiertes Steiglein nach oben ab, das es in der Karte gar nicht gab. Könnte ja sein ... tat es dann auch :-)
Ein grandioser wenn auch umständlicher und langer Weg auf einen eh schon einsamen Gipfel. Wir haben den ganzen Tag keinen Menschen getroffen. Dafür gab es haufenweise Flapper die mit viel Geduld vom Ralle gejagt wurden.
Die Neffen machen es uns nicht direkt leicht mit der Unterhaltungsfindung wenn sie für den sommerlichen Heimaturlaub im Allgäu sind: Dieses Jahr ist das dritte in Folge, in dem es an dem betreffenden Wochenende schüttet was das Zeug hält.
Nachdem wir erst vergeblich versucht hatten, irgendwas Neues und Regentaugliches und Interessantes (Fokus auf Letzterem, soll ja Spass machen, was immer wir tun) zu finden, setzten wir nach dem X. Mal Wetterbericht-Konsultieren auf das Prinzip Hoffnung und glaubten einfach dran, dass die sich für Sonntag zögerlich verbessernde Vorhersage bewahrheiten würde.
Das hat dann tatsächlich geklappt. Viele Wolken, reichlich kühl und windig, nur sehr selten Sonne aber kein Regen. Danke Wetter, Danke Wetterfrösche!
So war die Runde über den Kühgrundrücken richtig nett, auch wenn die Zwillinge sich beschwert haben, dass wir zu langsam gehen würden. Die beiden sind immer losgesaust wie angestochen, so dass der beste Allgäuer von Allen seine liebe Mühe hatte, mit den Jungs mitzuhalten. Schwesterle und ich dagegen hatten es recht bequem mit dem Kleinen, der gelegentlich ganz extra langsam ging und recht leidend guckte. Gejammert wurde allerdings nie :-)
Am Montag ging es dann von Hinterstein auf den Breitenberg, mit Fivefingers :-) Bei allersonnigstem Sommerwetter gelang es uns (oder um das zu präzisieren: dem besten Allgäuer von Allen) dann sogar, die ersten Falter des Jahres zu ‘erlegen’. Dabei ein Trauermantel, der uns bisher noch nicht vor die Linse gekommen ist.
Auch diese Runde wurde durch diverse sommerliche Geniesserpausen versüsst. Dabei wurde es mir in der Sonne dann sogar entschieden zu heiss :-)
Auf dem Runterweg fanden wir dann zufällig die Hölle. Wusstet Ihr, dass die bei Hinterstein ist und eigentlich sehr hübsch anzusehen ist? Der eindeutige Beweis, dass es sich um die Hölle handelt, konnte auch erbracht werden: da wohnt der Teufel!
Hinterstein ist wirklich ein liebenswertes Nest. Jetzt wo die Parkgebühren wieder Normallevel haben, kann ich das gar nicht oft genug wiederholen :-)
Der Sonntag liess wettermässig ein wenig zu wünschen übrig, aber es blieb trocken, da will ich mich wirklich nicht beschweren. Wegen der vielen Leute vom Samstag an der Roten Flüh nahmen wir uns eine ruhigere Runde vor: Bschiesser, Ponten und Rohnenspitze.
Im Aufstieg waren wir zunächst noch ganz allein, was uns viele dicke Murmel und eine kleine Herde Gämsen bescherte, die sich kaum von uns stören liessen. Fast eine halbe Stunde lang konnten wir den Murmeltieren beim Rumpurzeln auf dem Grashang zusehen, bevor nachfolgende Wanderer sie dann alle in ihre Löcher zurück scheuchten.
Vom Bschiesser zum Ponten nahmen wir den Gratweg, der zwar steiler und ausgesetzter ist, dafür aber bereits schneefrei war. Im Pontenkar gab es natürlich Skifahrer, soviel Tragen für so wenig Abfahrt wär aber sogar mir zu viel. Da kam kein Neid auf.
Da das Wetter zwar nicht schön aber immerhin beständig war, stapften wir zur Rohnenspitze weiter und über den laaaangen Geröllrücken zurück ins Tal. Die Viertelstunde, in der uns die Sonne die Ehre gab, verbrachten wir gemütlich dösend in einer warmen Mulde im Gras. Hach, Sommer!
Oder sowas in der Art jedenfalls :-) Und das an einem langen Wochenende!
Samstag liessen wir es langsam angehen. Aus Gründen, aber auch weil wir uns nicht so Recht im Klaren über die Schneelage waren. Immerhin hatte es kurz vorher ja noch bis auf 1200 Meter runter geschneit. Vorgenommen hatten wir uns die Rote Flüh und wenn möglich die Erweiterung über den Schartschrofen. Dazwischen steht der Friedberger Steig, ein kleiner Klettersteig.
Schnee hatte es tatsächlich, allerdings weniger als wir befürchtet hatten. Dafür wurde das Zeug in rasender Geschwindigkeit nass und nasser, so dass wir zwischendrin regelrecht in stehendem Wasser wateten, wo der Schnee noch nicht so recht mitbekommen hatte, dass Wasser eigentlich fliesst.
Der Anstieg zur Roten Flüh hatte noch eine ganze Menge Schnee zu bieten, aber es gab gute Trittspuren. Oben beguckten wir uns den Steig und liessen es dann doch bleiben. Sich jetzt noch einen Knöchel zu verdrehen oder sowas, wäre dumm.
Zum Abschluss gab es Kaffee und Kuchen im Gimpelhaus. Und Abends dann angebruzzeltes Fleisch auf der Terrasse!
Mit kleinen aber feinen Touren haben wir am letzten Wochenende den Frühling auch in den Bergen eingeläutet. Das Wetter bot von Schneeregen bis Sonnenschein alles was man im Frühling erwarten kann.
Am Samstag ging es zum Wertacher Hörnle. Das Wetter war uns im Aufstieg gnädig und hielt ganz gut. Am Gipfel dann Regen und im Abstieg Schneeregen. Schön war’s trotzdem, wozu hat man ordentliche Kleidung :-)
Am Sonntag war dann der Steineberg dran. Rauf über die wunderschön gelegene Strasse zwischen Steineberg und Bärenkopf und die Leiter, runter über die Südseite. Es hatte viele Wolken, aber insgesamt war genügend Sonne, um sogar für einen leichten Sonnenbrand zu sorgen. Pfff.
Schon wieder mit erheblicher Verspätung hier noch ein kurzer Abriss der Touren vom vorletzten Wochenende. Die vom letzten Wochenende gibt’s dann nächste Woche oder so. Das alles natürlich nur, um in der Höhenmeterstatistik der SAN nicht aufzufallen ;-)
Was aber genau genommen eh kaum mehr möglich ist, wir sind schon weit weit hinten. Macht nix, Hauptsache es macht Spass da draussen!