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Wir fuhren in dichtem Nebel nach Oberstdorf. Dort lichtete sich der Nebel zwar etwas, aber es war trotzdem kalt und zugig am Fellhornparkplatz. Bisher hatten wir ja immer am noch zugigeren Platz vor dem Tunnel geparkt, aber der ist inzwischen gesperrt. Man darf jetzt nur noch auf dem offiziellen und natürlich kostenpflichtigen Parkplätzen parken.

Wir radelten in leichtem Nebel das Stillachtal hinter und froren erst mal (trotz Jacke, Handschuhen und Buff). Nach der Abzweigung ins Rappenalptal geht es dann bergauf und es wurde uns warm. So warm sogar, dass wir Kleidung ablegten. Das war allerdings am allerungeschicktesten Platz der ganzen Tour, nämlich kurz bevor es zur Breitengehrenalpe runter geht. Wir froren. Sehr.

Nach der Alpe Breitengehren bogen wir rechts ab. Die kleine Straße wird ein paar Mal brutal steil und wir schoben. An der Ebene mit dem Jagdhäusl meinten wir uns zu erinnern, dass das Sträßchen dann noch steiler würde, deswegen parkten wir die Räder dort.
(Das war aber, wie wir bald merkten, eine Fehleinschätzung. Nach einem weiteren Steilstück wird die Straße wieder durchaus radelbar. Ist vorgemerkt für’s nächste Mal.)

Nach dem kleinen Häusl auf der nächsten Ebene, geht die Forststraße in einen sehr steilen und unschön zu gehenden breiten Weg über, von aber dem bald ein netter Weg abzweigt, den zu gehen viel mehr Spaß macht. Bald darauf kamen wir an den Krummbacher Höhenweg.

Von dort geht es weglos über schönes Alpgelände weiter. Der beste Allgäuer von Allen nutzte die Gelegenheit, um zum vermutlich letzten Mal in diesem Jahr nochmal barfuß zu laufen. Er ging barfuß bis ins hinterste Kar hinein. Dort wird es dann sehr steil und er stellte wieder auf Stiefel um. Von der Seite schauten Gämsen zu.

Wir stiegen erst steil in den Sattel auf und gingen auf dem Grat nach rechts weiter. Da wird es schnell auch sehr steil. Der Gipfelaufbau ist eine kleine Felsfestung, zu der man 4 oder 5 Meter hinauf klettern muss.

Oben hat es eine schöne Wiese, die einen großartigen Ausblick auf die ‘Großen’ Allgäuer hat. Und auf den Linkerskopf, dessen steile Grasflanken mir schon beim Anschauen Schauer über den Rücken jagen. Wir machten lang und gemütlich Pause und stiegen dann wieder ab.

Bei den Rädern (grad noch so in der Sonne, weiter unten war Schatten) zog ich alles bis auf die Regenjacke an, weil ich annahm, dass die Abfahrt kühl werden würde. Und wie die das wurde! Unten auf der Straße bei Birgsau hatte es niedrige einstellige Grade und die Hände froren beinahe zu Klauen um die Lenkergriffe. Kaum vorstellbar, dass wir kurz vorher noch im T-Shirt in der Sonne gelegen hatten!


Start im Nebel


Die letzten Meter Radeln (auf dem tollsten aller Bikes :-))


Sonne! Und warm :-)


Wegloser Aufstieg über Almgelände


Gämsen schauen uns zu :-)


Die letzten steilen Meter zum Sattel


Im Anstieg zum Gipfel


Die Felsfestung darf erklettert werden


Die letzten Meter zum Gipfel


Superwetter, Superaussicht :-)


Abstieg


Unten wird es schon wieder neblig


Kurz vorm Radl-Parkplatz

Von engel am 06.11.2018 23:30 • outdoorbergmtb

Sonntags bestehe ich eigentlich auf (mehr oder weniger) kurzen Touren, weil nach Sonntag ja Montag kommt und Montage sind auch ohne vollgepackten Sonntag ziemlich stressig. Aber ich würde am Montag daheim arbeiten, es sprach also nichts dagegen, den Sonntag bis zum letzten Quentchen Freizeit auszunutzen :-)

Wir hatten am Samstag schon immer zu dem Grat auf der anderen Seite vom Himmeleck rüber geschaut und irgendwann beschlossen, dass wir am Sonntag dort hin wollen. Von der anderen Seite allerdings, der Abwechslung wegen.

Wir parkten also halbwegs früh in Oberstdorf und radelten das Oytal hinter. Es war wie am Vortag ordentlich kalt, aber wir waren diesmal besser angezogen. Vor dem Steilstück am Stuibenfall rüstete der beste Allgäuer von Allen in Erwartung der Erwärmung auf kurze Hosen um. Ich nicht, es war noch viel zu kalt dafür.

Wir parkten die Räder an der Käseralpe und stiegen zum Wildenfeld auf. Natürlich im Schatten, man ist da ja direkt im Norden des Großen Wilden. Es war ausgesprochen kühl, denn je weiter wir aufsteigen, umso windiger wurde es. Am ersten Sonnenfleck machten wir Pause. Da war es zwar nur mäßig bequem, aber es war Zeit, etwas zu trinken und wir wollten auch den Leuten hinter uns entgehen. Ich zog die kurze Hose an, weil ich erwartete, dass es nun warm werden würde.

Das war ganz deutlich verfrüht, denn bis zum Himmelecksattel war zwar Sonne aber halt auch der kühle Wind und als wir den Sattel erreichten, legte der auch noch zu. Wir machten nochmal Pause, um den Weiterweg zu betrachen. Ich nutzte das, um die abgelegten Schichten (lange Hose, Jacke) wieder anzulegen.

Wir betrachteten den geplanten Weg und das Ziel. Sah weit aus und windig.
Dann stiegen wir ein.

Erst mal geht es bequem einen Hügel hinauf und ein Stück auf dem grasigen Grat entlang. Dann muss man einen großen Felskopf rechts umgehen, was bei der Rückkehr zum Grat beinahe ‘Graskletterei’ auf der gegenüberliegenden Seite bedeutet. Da ist es gar nicht unangenehm, dass es da schon einen Pfad mit Stufen hat.

Danach bleibt man mehr oder weniger immer am Grat, wobei es immer wieder kurze Kraxelstellen hat, sonst kann man weitgehend laufen. Ich merkte den Vortag deutlich und war entsprechend langsam.

Der Abstieg in einem kleine Scharte vor dem Gipfelaufbau war ein kleines Problem. Da muss man nämlich weeeit nach unten treten ohne was zu sehen. Oder einen kleinen Hüpfer machen, aber wie wir wissen, ist das keine Option für mich.

Nach der Scharte beginnt der wirklich nette Teil des Grates, die Plattenkletterei. Das sieht wirklich spektakulär aus, ist aber ziemlich einfach. Zum Nord-Gipfel ist es dann nicht mehr weit.

Der Übergang zum Mittelgipfel ist ein ausgesetzter Grat. Wir sind im Nachhinein ziemlich sicher, dass wir das letzte Mal oben drüber geklettert sind und dass das nicht allzu schwierig war. Diesmal folgten wir Spuren, die links über etwas bröselige Schrofen hinab führten und den größten Teil des Grates umgingen.

Für mich interessant: Von der Scharte zwischen Nord- und Mittelgipfel konnte man gut den Abstieg über die Gamswanne sehen. Das ist fast schon ein breit ausgetretener Weg.

Wir stiegen zum Hauptgipfel auf und machten dort in einer grasigen Mulde eine beinahe warme Pause. Den Südgipfel ließen wir aus und stiegen direkt ins Kar unter den 3 Gipfeln ab. Der Plan war, zur Wildenfeldscharte zu queren und die dann abzusteigen, wie wir das schon mal gemacht hatten.

Wir hatten beide in Erinnerung, dass das ziemlich unangenehm gewesen war, aber zunächst war der Abstieg ins Kar und dann in großem Bogen um den Westgipfel herum völlig problemlos. Aber je näher wir der Scharte kamen, umso steiler wurde das Gelände. Schließlich näherten wir uns auf einem schmalen Band der Scharte. Danach wurde das Gelände unübersichtlich, steil und am Ende total bröselig. Die letzten Meter in der Wildenfeldscharte mussten in splittrigem Gebrösel hinauf gekrabbelt werden.

Wir machten erst noch mal Pause. Der Abstieg die Wildenfeldscharte runter war dann auch nicht grad toll. Das Gelände ist sehr steil und man steigt da in losem Gebrösel ab, wo kaum was hält. Weiter unten wird daraus Geröll, wo auch nichts hält, aber man kann erst mal nicht richtig drin abfahren, weil nicht absehbar ist, wo was stoppt (schlecht für’s Knie). Wir stiegen zunächst ein Stück im Bach ab und wechselten erst weiter unten ins Geröll. Der Abstieg bis zum Wildenfeldhüttle war echt anstrengend.

Von da ist es nicht mehr weit zu den Rädern (aber steil und unschön zu gehen). Unsere Räder waren die letzten an der Alpe, aber es kam gerade noch eine ‘echte’ Bikerin (also nix E-Bike) hoch, die begeistert über den tollen Herbst und die wunderbaren Farben war. Wir konnten nur zustimmen.

Die Abfahrt ging schnell. Leider waren wir zu spät dran, um noch Sonne zu bekommen. Es war deswegen reichlich kühl und wir kamen ein wenig durchgefroren am Auto an.


Auf dem Weg ins Oytal


Radeln durch Herbstbäume


Aufstieg im Schatten vor dem Rädlergrat


Immer wieder großartig: die Höfats


Unterm Schneck zum Himmelecksattel


Grasklettern zum Nordgrat


Am Nordgrat


Tief- und Rückblick am Nordgrat


Schrofenklettern im Mittelstück


Am Nordgrat


Plattenklettern


Nochmal Plattenklettern


Am Nordgipfel


Rückblick zum Nordgipfel


Am Mittelgipfel


Abstieg ins Kar unter den Wilden


Vor dem letzten Band zur Scharte


Bröselgekraxel


Abstieg von der Scharte


Weiter unten wird die Scharte gangbarer


Rückblick zur Scharte


Abstieg zu den Rädern


Abfahrt


Rückblick

Von engel am 27.10.2018 17:43 • outdoorbergmtb

Samstag, 13.10.2018: Jungvieh-Abtrieb

Donnerstag, Oktober 25, 2018

Die heimgekehrten Eltern hatten ein Familien-Abendessen ausgerufen (was inzwischen auch bedeutet, dass die Herren Neffen nicht mehr unbedingt dabei sind), deswegen hatten wir Abends nicht unbegrenzt Zeit. Wir suchten deswegen eine interessante Tour mit viel Radeln aus, weil man mit dem Rad so schön schnell runter kommt.

Um weiter Zeit zu sparen, parkten wir wieder ‘auf der Höh’. Es war echt kalt beim Losradeln (5 Grad) und weil man von der Höh erst mal bis zur Ostrachtalstraße abfahren muss, schlotterten wir erst mal und hatten (beinahe) an den Griff gefrorene Hände mit weißen Knöcheln. Es dauert bis zu den Konstanzer Jägern, bis uns wieder halbwegs warm war.

Es war wenig los, aber am Ende des Aufschwungs an der Klamm kam uns ein weißer Bus entgegen und der Fahrer warnte uns: “Da kommt jetzt Jungvieh, wartet besser hier ab.”

Wir warteten, aber es tat sich erst mal nichts. Gerade als wir ungeduldig wurden, hörten wir Schellen-Gebimmel und dann kamen sie auch schon ums Eck, die Schumpen. Vorneweg liefen 4 bullige Männer mit Vollbart (Hipster- oder Hirten-Bärte? ;-)) danach drängten sich viele Kühe, von denen die meisten gar nicht mehr so besonders jung aussahen (soll heißen, die waren ganz schön groß).

Die Rinder liefen in 4 großen Gruppen, dazwischen jeweils 2 Hirten, die die Gruppen ein wenig auseinander hielten (meine Theorie: um eine Stampede zu vermeiden). Ganz am Ende liefen noch 2 junge Buben, die dafür sorgten, dass kein Rind zurück blieb. Alles in allem waren das grob geschätzt um die 200 Rinder, jedes einzelne mit einer Schelle, und es war ein Mordsradau.

Wir waren am Rand der Straße gestanden, zogen uns dann aber vorsichtshalber in eine Ausbuchtung zurück. Das war auch gut so, denn die Rinder wollten alle ganz vorn sein und drängten sich am Rand der Straße. In unsere Ausbuchtung wollten auch welche rein, aber dann trauten sie sich doch nicht.

Spannend :-)

Als die Schumpen alle vorbei waren, radelten wir weiter und versuchten dabei, die vielen Hinterlassenschaften irgendwie zu umradeln. Aber das war natürlich ziemlich sinnlos :/

Wir radelten am Giebelhaus vorbei und bis zum Ende der Straße. Dort parkten wir die Räder am Bach. Wir waren zwar bislang weitgehend allein gewesen, aber da hinten standen schon einige Räder (naja, wer will das schon alles laufen?).

Wir waren beim Radeln schon ein paar Mal kurz in die Sonne gekommen, aber hier hinten war Schatten. Wir mussten eine gute Stunde laufen, um das erste Mal in die Sonne zu kommen. Da waren wir dann schon fast im Steilaufstieg zum Himmeleck. An einem beinahe gemütlichen Plätzchen machten wir Pause und genossen die Wärme.

Dann stiegen wir in den Sattel und wandten uns von da nach rechts zum Schneck. Vom Himmelecksattel sieht es immer so aus, als sei es nicht mehr weit bis zum Vorgipfel, aber das täuscht. Man hat da noch immerhin gut 250 Höhenmeter zurückzulegen und die ziehen sich.

Auf dem Abstieg kam uns ein Mann entgegen und oben war auch einer, der anscheinend eben vom Hauptgipfel zurück gekommen war. Wir tranken kurz etwas und gingen dann auch rüber zum Hauptgipfel. Wobei ‘gehen’ natürlich nicht der richtige Ausdruck für die kurze, nicht allzu schwierige, aber halt extrem ausgesetzte Kletterei ist :-)

Der Eintrag unseres Vorgängers ins Gipfelbuch war köstlich (sinngemäß): ‘Mir ging der Arsch auf Grundeis. Ich musste ihn auch benutzen!’

Das bezieht sich auf den knappen Meter genau in der Mitte, wo man sich am besten rittlings auf den dort nur zentimeterbreiten Grat setzt (den einen Fuß 200 Meter über dem Grund, den zweiten 600 Meter) und sich dann erst weiter bewegt. Sehr schön :-)

‘Richtig’ Pause machten wir erst, als wir zurück auf dem Vorgipfel waren, denn da ist viel Gras und Platz. Es hatte auch kaum Wind, so dass es angenehm warm dort war. Hätte nicht viel gefehlt und wir hätten da eine Runde geschlafen ;-)

Aber es wartete ja Abendessen bei den besten Eltern auf uns und wir hätten auch gern noch K&K in den Hintersteiner Stuben gehabt, weil das letztes Mal so gut gewesen war. Wir stiegen also ab. Weil ich beim Abstieg immer Pausen brauche, setzten wir uns noch 2 Mal kurz in die Sonne und genossen die Wärme.

Für die Abfahrt zogen wir aber ein bisserl was an, denn trotz der Sonne war die Luft nicht wirklich warm. Unten reichte die Zeit dann tatsächlich noch für K&K, wobei beides wieder ausgezeichnet war. Neben uns wurde Herzhaftes bestellt, das echt gut aussah. Wir werden die Hintersteiner Stuben demnächst mal (also nächstes Jahr, wenn die Touren wieder ordentlich lang werden) fürs Abendessen in Betracht ziehen.


Die Schumpen kommen!


Viele, viele, viele Schumpen ...


Der Giebel in Herbstfarben


Herbstfarben allüberall :-)


Das Ziel vor Augen


Aufstieg zum Himmelecksattel


Vorgipfel und Gipfel


Auf dem Weg zum Gipfel


Anstieg zur engsten Stelle


Oben :-)


Rückblick mit Höfats


Rückweg zum Vorgipfel


Grat-Kraxeln


Im Abstieg mit Hochvogel


Vor den Auffaltungen am Wiedemer


Herbstfarbenradeln

Von engel am 25.10.2018 21:30 • outdoorbergmtb

Sonntag, 07.10.2018: Hirsche gucken

Sonntag, Oktober 21, 2018

Samstag brauchten wir für ein paar Urlaubsend-Verrichtungen und ein wenig generelles Auf- und Rumräumen. Unter Anderem benötigte das Bike des besten Allgäuer von Allen neue Bremsbeläge.

Für den Sonntag hatten wir uns - weil wir am Donnerstag so schönes Hirsch-Röhren gehört hatten - den fast schon traditionellen Hirsche-Guck-Berg ausgesucht. Der ist weglos, steil, grasig, ausgesetzt und deswegen selten besucht. Und es hat halt Hirsche, wenn man Glück hat.

Wir parkten in Hinterstein und radelten das Ostrachtal hinter. An der Abzweigung zum Erzbergtal hatten wir früher die Räder immer abgestellt, aber weil der Weg so elendiglich nervig im Abstieg ist, hatte ich vorgeschlagen, doch mal zu versuchen, ob man da nicht doch radeln kann.

Nunja, das mit dem Radeln ist Konditions-, Könnens- und Kraftsache. Ich kann die Hälfte der Strecke nicht radeln, weil es einfach zu steil ist. Da reichen weder Kraft noch Kondition noch Können. Ich schob also den ersten Teil. Der beste Allgäuer von Allen hat mehr Kraft, Kondition und Können, musste aber wegen des Untergrunds (Kies auf Teer, raue Piste) auch oft schieben. Weiter oben wird es hübscher (Herbstbäume und Felsen) und flacher, da konnten wir dann wieder radeln.

Wir parkten die Räder am Bach und stiegen weiter auf. Erst mal geht es zu einem Hüttchen, weitgehend weglos, weil man den Weg andauernd verliert und dann wird es spannend, denn dann beginnt das, was wir bisher als ‘Hirschgelände’ identifiziert haben.

Wir querten den Bach schon recht weit unten und stiegen bis zur nächsten Rippe auf. Dort wo wir schon ein paar Mal Hirsche gesehen hatten, war aber alles leer. Wir suchten die gegenüber liegende Rippe Zentimeter für Zentimeter ab, aber wir hatten kein Glück. Alles leer.

Wir machten uns also an den weiteren Anstieg (der ab da echt steil wird) und entdeckten dann doch noch ein paar rotbraune Tiere, die zum ‘Hirschplatz’ rüber querten. Hirsch-Ladies, ganz klar! Bis wir die Kameras rausgekramt hatten, waren die aber alle schon verschwunden.

Wir stiegen über die beiden Steilstufen Richtung Gipfel weiter. Das Gelände ist da so steil, dass man schon beinahe im Gras klettern muss (wie immer graulte ich mich ein wenig vor dem Abstieg). Oberhalb des Aufschwungs sieht man dann den Gipfel mit Kreuz, aber bis man da ist, dauert es doch noch eine Weile. Nach dem Super-Steilstück kommt einem der letzte Teil fast schon flach vor, aber das täuscht ;-)

Von oben hat man einen tollen Ausblick in die Umgebung und wir blieben eine Weile, obwohl es reichlich kühl war. Die Sonne zeigte sich nämlich trotz anderslautender Versprechungen der Wettervorhersage leider kaum. Kurz bevor wir gehen wollten, schaute ich auch noch über die andere Kante des Gipfels und da waren sie, die Hirsche :-)

Weit weg, aber unverkennbar. Und an der Kante konnte man dann auch das Röhren der 3 (Vermutlich, vielleicht auch nur 2) großen Hirsche hören. Die Damen scherten sich aber nicht sehr um die Herren sondern grasten oder gingen weg, wenn sich einer der Herren näherte. Einer der Hirsche hatte 14 Geweih-Enden (das sahen wir nicht, sondern zählten erst daheim auf den Fotos nach), der war also schon recht beeindruckend.

Wir schauten den Hirschen so lange zu, bis die Damen beschlossen, in den nahen Wald abzusteigen. Dann gingen auch wir.

Der Abstieg ging (wie eigentlich immer) besser als befürchtet. Gerade als wir unterhalb der beiden Steilstücke eine Pause machten, kam doch noch ein wenig Sonne raus. Wir legten uns ins Gras und genossen sie :-)

Danach waren wir schnell bei den Rädern. Und dann lohnte sich das mühsame Raufschieben der Bikes - wir konnten den ganzen blöden steilen Weg abfahren! Mein Knie freute sich ungemein! Und es war auch gut, dass das Rad des besten Allgäuers von Allen neue Bremsbeläge bekommen hatte, denn die steile Straße forderte die Bremsen ganz schön. Beim Anhalten rochen sie heiß und ich glaube, dass meine Bremsen ganz am Ende schon anfingen, nachzulassen.

Da wo die Abzweigung in die Ostrachtalstraße mündet, stand ein dunkelgrüner Jeep mit Drahtkiste auf der Anhängerkupplung und 4 Männer in grüner und Tarnkleidung beobachteten das Hirschekar intensiv durch große Feldstecher. Ich kann nicht anders (vor allem wegen der Drahtkiste), als denen finstere Absichten unterstellen. Grrrrr!

Auf der Ostrachtalstraße konnten wir es bis Hinterstein quasi rollen lassen. In den Hintersteiner Stuben kehrten wir noch auf K&K ein und das war eine gute Idee, denn beides war prima.

Das war ein toller Abschluß für den Herbst-Urlaub :-)


Eine Katze wärmt sich den Hintern auf dem Kangoo


Radeln durch Herbstfarben


Nach dem Steilstück wird es hübsch und man kann wieder radeln


Steilaufstieg


DIe letzten Meter (hinten der Schrecksee)


Gipfelbild


Und doch: Hirsche! (2 Herren, 2 Damen)


Der abziehende Herr röhrt frustriert


Hirsche-Übersichtsbild


Abstieg


Steilabstieg


Die letzten Meter zu den Rädern


Abfahrt

Von engel am 21.10.2018 12:08 • outdoorbergmtb

Freitag, 05.10.2018: Einsam im Schnee

Sonntag, Oktober 21, 2018

Wir standen früh auf, waren früh unterwegs und luden schon kurz nach 8 die Räder in Holzgau aus dem Auto. Es war a…kalt und wir froren erst mal, als wir in den Tobel des Höhenbachs hinein radelten. Am Wasserfall, wo wir natürlich schoben, wurde es uns dann aber schon warm ;-)

Im Gegensatz zum letzten Mal, war nichts los. Gar nichts :-)

Wir radelten bis zum Ende der Straße über der Roßgumpenalm und legten die Räder dort ins Gras. Wenn eh niemand unterwegs ist, muss man sie ja auch nicht mühsam im Wald verstecken (natürlich werden sie immer gut abgesperrt). Wir kamen bald in die Sonne und konnten unser Ziel vor uns sehen. Der Weg dorthin war aber noch weit.

Am Oberen Mädelejoch gab es eine Pause, dann gingen wir bis zur ‘Kehre, die am weitesten ins Öfnerkar hinein reicht’ und folgten den Trittspuren. Die verliefen sich allerdings bald und wir stiegen halt weglos weiter auf. Zu unserer großen Freude trafen wir auf eine Steinbock-Herde, die total abgebrüht kaum Notiz von uns nahm und uns echt nah heran kommen ließ, bis sie sich dann doch ein wenig aus dem Weg begaben (wir gingen natürlich nicht direkt auf die Herde zu, aber sie waren halt nah bei unserem Weg).

Dann standen wir vor der Scharte, in die wir das letzte Mal runter geschaut hatten. Und wie erwartet war der Aufstieg da hinauf geröllig, bröselig, echt anstrengend und total Sch… Ich graulte mich schon beim Aufstieg vor dem Abstieg.

Von der Scharte aus sahen wir auch direkt den Weiterweg, der netterweise mit roten Punkten markiert ist. Das ist im weiteren Verlauf des Aufstiegs hilfreich, den der Weg ist nicht immer offensichtlich.

Wir stiegen also ein und stellten gleich fest: Weia, da liegt noch Schnee (hatten wir erwartet) und der ist teilweise ganz schön tief und noch dazu gefroren (was wir so nicht erwartet hatten). Der Aufstieg ist noch dazu wie die Scharte arg bröselig, was zwischendurch ein wenig unangenehm ist. Nur da, wo man tatsächlich klettern darf, ist der Fels toll und fest (und war kalt).

Der Weg zum Gipfel ist weiter als man von der Scharte aus annimmt und wir brauchten relativ lang dafür, weil teilweise der Weg durch den Schnee nicht sehr klar war und weil es zwischendurch auch richtig eisig war. Aber - Tadaa! - wir kamen oben an :-)

Den eigentlich geplanten Weiterweg schenkten wir uns aber, weil da auch Wegsuche zu erwarten war (speziell für den Rückweg) und uns die Zeit schon ziemlich fortgeschritten vorkam. Wir wollten nicht im Dunklen runter radeln.

Der Abstieg war oben in der eisigen Rinne ziemlich unangenehm, ging sonst aber besser als befürchtet. Sogar der Abstieg durch die Brösel-Rinne war relativ OK, unten konnten wir sogar ein wenig im Geröll abfahren. Wir machten in der Nähe der Steinböcke nochmal Pause, was die ungerührt zur Kenntnis nahmen (soll heißen, sie bewegten sich gerade mal 3 Schritte weiter).

Bei den Rädern war schon lang Schatten und es zahlte sich aus, dass wir vorsichtshalber noch eine Schicht Kleidung auflegten, denn im Tobel war es schon eiskalt. Wir kamen um halb sieben beim Auto an. Auf den Zusatzgipfel zu verzichten war eine gute Idee gewesen. Wir kommen halt nochmal wieder ;-)


Am Wasserfall geht nur Schieben


Auf den letzten Radl-Metern


Das Ziel im Blick


Lechtaler Herbstblick


Steinböcke ...


... gelassen


Mühsamer Anstieg zur Scharte


Immer noch vor der Scharte


Auf dem Weg zum Gipfel (inzwischen über der Scharte)


Zwischendurch hat es Schnee


Mit Aussicht am Gipfel


Abstieg


Abfahrt

Von engel am 21.10.2018 11:26 • outdoorbergmtb

Donnerstag, 04.10.2018: Eingehtour

Donnerstag, Oktober 18, 2018

Mittwoch sollte eigentlich schon wieder so halbwegs schön sein, aber es war kühl und windig und die Sonne wollte einfach nicht so Recht durch die Wolken kommen. Wir trödelten so lange daheim herum, bis keiner mehr Lust auf was tun hatte und genossen stattdessen Pfannkuchen auf der Terrasse, wo sich dann doch noch die Sonne blicken liess :-)

Für den Donnerstag hatten wir uns nur eine eher kleine ‘Einradel- und Eingeh-Tour’ vorgenommen, denn am Freitag mit dem angekündigten Superwetter hatten wir echt was vor.

Wir parkten in Zöblen und luden die Räder aus. Es war trotz Sonne noch reichlich frisch. Die Radelstrecke liegt um diese Jahreszeit weitgehend im Schatten, so dass es eine Weile dauerte, bis uns warm wurde. Kurz vor dem Ende Radelstrecke kamen wir in die Sonne, aber die Freude war nur kurz, denn schon der Radlparkplatz lag wieder im Schatten.

Und im Schatten ging es dann auch weiter, wir waren wohl einfach zu früh dran für die Jahreszeit. Zwischendurch hatte es sogar schon/noch Frost auf den Gräsern. Auf der rechten Seite lag der lange Grat vom Ponten in der Sonne und von da kamen dann auch jahreszeit-typische Geräusche: Hirschröhren :-)
Aber trotz intensivem Absuchen des ganzen Grates konnten wir kein Tier entdecken. Schön war das trotzdem, Hirsche sind was Besonderes :-)

Der Weg hinauf ins Zirleseck war reichlich matschig. Hätte man sich denken können, war aber trotzdem überraschend. Dort war endlich Sonne uns wir nutzten das zu einer kleinen Pause. Leider war auch leichter Wind, deswegen war das nicht so angenehm wie erhofft.

Wir gingen weiter über den Grat/Rücken und fand kurz vor dem Gipfel eine nette windgeschützte grasige Mulde in der Sonne. Bei der Pause dort schliefen wir beide komplett ein und erwachten erst eine knappe Stunde später. Oha! Aber nett war es :-)

Der Abstieg zu den Rädern ging schnell und war glücklicherweise nicht allzu matschig. Wir hatten gehofft, wenigstens die Abfahrt in Sonne zurücklegen zu können, aber auch dafür war es zu spät im Jahr. Wir gelangten fröstelnd ans Auto und waren sehr froh, dass es kuschelig warm da drin war ;-)


Start in der Sonne


Schattiger Aufstieg


Pause am Zirleseck


Gemütliche Mulde am ‘Nebengipfel’


Abstieg


Die letzten Meter

Von engel am 18.10.2018 22:58 • outdoorbergmtb

Am Montag regnete es wie angekündigt in wechselnder Intensität den ganzen Tag über und noch dazu war es reichlich kühl. Wir belieben gemütlich daheim und machten Daheim-Dinge. Für Dienstag war das Wetter halbwegs mittelprächtig angekündigt und wir hatten fest vor, irgendwas zu machen, entschieden aber erst beim Frühstück, was das sein sollte. Am Ende beschlossen wir, den Hausberg zu besteigen.

Weil es recht feucht war, nahmen wir nicht den steilen Weg, sondern den normalen Wanderweg, bogen aber trotzdem zum Hörnle ab. Wir nahmen aber den Normalweg und nicht den Grat. Kurz vor dem Gipfel kamen wir an die ersten Schneeflecken und vom Hörnle-Gipfel sahen wir den hübsch eingeweißten Hauptgipfel mit dem Fernsehturm. Sah super aus und erklärte auch gut, warum es so kühl war ;-)

Wir gingen über den Grat zum Hauptgipfel und weiter zum Jägerdenkmal. Da bleiben wir aber nicht lang, denn es war trotz leichter Sonne ganz schön kühl da oben.

Der Abstieg war oben sehr schmierig, weiter unten aber glücklicherweise nicht so sehr, so dass wir am Ende doch mit beinahe sauberen Schuhen am Auto ankamen :-)


Fröstelnd am Hörnle


Schnee :-)


Im Schnee am Gipfel

Von engel am 15.10.2018 20:47 • outdoorberg

Sonntag, 30.09.2018: Nicht-Überschreitung

Freitag, Oktober 12, 2018

Ein schöner Tag, bevor dann erst mal Regen kommen sollte. Da muss doch was gehen, dachten wir und planten eine tolle Tour mit Wegsuche, für die laut Führer ‘Gespür für die richtige Linie’ nötig sein sollte, und Abstieg durch ein Geröllkar zum Abschluß. Man kann schon ahnen was kommen wird ;-)

Wir starteten relativ früh ins Kleine Walsertal und bogen im Bärgunttal bald nach links ab. Es ist ja schon spät im Jahr, deswegen stiegen wir lang im Schatten auf und kamen erst auf gut über der halben Höhe zum ersten Gipfel in die Sonne. Da machten wir erst mal Pause.

Der Weg da hinauf existiert zwar irgendwie, aber in der steilen Grasflanke verschwindet er immer wieder mal, so dass man zwischenzeitlich weglos in der steilen Grasflanke aufsteigen muss. Die grobe Richtung ist aber immer klar, deswegen kommt man zwar anstrengend aber problemlos hinauf.

Am grasigen Gipfel gab es nochmal eine kleine Pause, dann starteten wir über den Grat/Rücken zu unserem eigentlichen Ziel. Der Grat selbst ist meistens breit und gut zu gehen, aber der Abstieg auf der anderen Seite in die Scharte zwischen den beiden Gipfeln ist schon eingermaßen ‘interessant’, weil man da rechts und links sehr steil und weit runter schauen kann und in Gras und Schrofen kraxeln muss.

In der Scharte beginnt dann der eigentlich interessante Teil des Anstiegs. Erst geht es etwa 30 Meter eine glatte Wand mit einigen breiten Rissen hinauf (II-III), dann steigt man ein gutes Stück auf einem schmalen Pfad auf und darf dann wieder in wechselnden Schwierigkeiten Kraxeln (I-II), bis man um den Gipfelaufbau herum geht und ihn von hinten erklettert (II-III). Das ist sehr schön.

Bis dahin kannten wir den Route, nun sollte die vollständige Überschreitung dran kommen. Wir schauten uns den Grat mit den vielen Türmchen und die verwurschtelte Flanke mit den vielen Bändern und Rinnen daneben an und zweifelten ein wenig an der Sinnhaftigkeit der Überschreitung. Wir hatten nämlich nur Helme und kein Sicherungsmaterial dabei.

Was wir leider auch nicht dabei hatten, war die Routenbeschreibung und wir erinnerten uns sehr unterschiedlich an das, was da drin stehen sollte. Sollten wir denn nun hauptsächlich am Grat bleiben und nur gelegentlich ausweichen oder sollten wir den ganzen Weg durch die Flanke gehen? An ‘nicht zu tief’ erinnerten wir uns beide.

Wir hofften drauf, dass sich der Weg schon irgendwie ergeben würde und stiegen in die tiefe Scharte zum Nebengipfel ab. Unten musste man erst mal ausweichen, das war sonnenklar.

Aber schon nach 20-30 Metern auf dem ersten Band war gar nichts mehr klar. Wieder hoch zum Grat? Es hatte eine erkletterbare Rinne und ging auch gut weiter, bis wir vor einem Wändchen standen, das eher IV als leichter war. Weil man sich den Rückweg ja immer offen halten muss, stiegen wir da nicht hinauf und kletterten zum Band zurück. Das war nicht weit, aber schon recht verwirrend, weil alles so gleich aussah.

Wir gingen also auf dem Band weiter, querten eine Rinne und überlegten wieder: Rauf zum Grat? Weiter? Aber nicht zu weit runter! Was stand denn nun im Führer? Der Rückweg war noch einigermaßen klar und wir hatten mit den Rauf-Runter-Rüber-Was-jetzt?-Aktionen schon ganz schön viel Zeit verbraten, deswegen fiel mal wieder die Entscheidung: Abbruch und später nochmal wieder kommen. Mit Wegbeschreibung.

Wir kraxelten also zurück und wieder fast hinauf zum Gipfel und stiegen dann den Hochweg ab bis zur Scharte. Von da kann man direkt in der steilen Rinne absteigen, aber es ist arg mühsam. Im Bachbett liegt haufenweise Geröll, das so lose ist, das es beim Reintreten oft direkt abrutscht, das Gras und der Dreck nebendran halten auch nicht viel besser. Erst ganz unten kann man endlich auf große Felsen treten, die dann auch halten. Kurz drauf geht man nach rechts und ist bald auf dem Aufstiegsweg.

Für die Alpe unten waren wir dann leider schon zu spät dran. Nach der vielen Anstrengung hätten wir gern noch K&K gehabt und unseren Weg betrachtet. So fuhren wir halt direkt nach Hause.


Auf dem Weg zum weglosen Aufstieg


Weglos zum ersten Gipfel


Oben (diesmal ohne Schafe)


Übergang zum Ziel (der dunklere kleine Gipfel im Vordergrund)


Der Übergang zur Scharte


Einstieg


Über dem Einstieg zunächst Gehgelände ...


... dann Schrofen-Kraxelei ...


... und schließlich nochmal Kletterei


Der Anstieg zum Gipfel von ‘hinten’


Am Gipfel


Rückblick zur Überschreitung mit zerissenem Grat und verwirrender Flanke


Abstieg in die Scharte


Auf dem letzten Meter zur Scharte


Abstieg durch die Rinne


Rückblick

Von engel am 12.10.2018 20:25 • outdoorberg

Freitag: 14.09.2018: Pilze!

Samstag, September 29, 2018

Nachdem die Family in Grindelwald so schöne Pilze gefunden hatte, dachten wir, dass das daheim ja auch möglich sein sollte. Wir starteten nach einem sehr gemütlichen Frühstück zu einem unserer eher entfernten Pilz-Spots ... und blieben an einer Vollsperrung wegen Viehscheid in Weißenbach in Oberstaufen hängen. Der Umweghätte über Weiler geführt, aber das ist so weit, darauf hatten wir echt keine Lust.

Wir drehen also um und auf dem Heimweg einfach mal rechts ab. Wo man hingeht, ist ja egal. Schon auf dem Weg vom Wanderparkplatz zum nächstbesten Hügel kam uns ein Herr mit zwei ordentlich ausgebeulten Stofftaschen entgegen. “Oh, da sind wir wohl zu spät dran?”, meinte ich. “Ich glaube nicht.”, kam zurück.

Und da hatte er Recht. Schon auf den ersten Metern am Hügel sprang mich ein Steinpilz an. Und dann ging es Schlag auf Schlag, Pilz auf Pilz, einer schöner als der andere. Anfangs nahmen wir auch noch Täublinge mit, aber als die schweren stabilen Pilze (Steinpilze, Schusterpilze) überhand nahmen, ließen wir die dann doch bald stehen, weil Täublinge so zerbrechlich sind.

Am Ende kamen wir mit 2 vollen Beuteln bester Pilze heim, für die ich locker 3 Stunden zum Putzen und Verarbeiten brauchte. Eine tolle Mahlzeit gab es schon am Abend, viele weitere tolle Mahlzeiten warten nun in der Tiefkühltruhe auf uns :-)


Symbolbild für all die wunderbaren Pilze, die wir gefunden haben :-)

Von engel am 29.09.2018 10:26 • outdoorberg

Mittwoch: 12.09.2018: Mönch

Donnerstag, September 27, 2018

Ich schlief wieder schlecht und erwachte beim Handy-Weckern um 5:30h verschleimt und mit Halsweh (und natürlich hatte ich wieder ordentlich geschnarcht). Erstaunt stellte ich fest, dass im Gegensatz zu gestern noch keiner wach war oder aufstehen wollte. Wir schlichen uns raus und gingen zum Frühstück runter.

Dort war alles dunkel und ein paar Leute warteten schon aufs Frühstück. Aber auch hinter den runtergelassenen Theken-Rollos war nichts zu hören. Ich lief im unteren Stockwerk herum, aber auch da war nichts und niemand zu finden. Der Frühstücksraum füllte sich mit unzufriedenen Bergsteigern. Wir hätten auch nicht ohne Frühstück gehen können, weil auch die Marschteeflaschen noch nicht da standen und ohne Getränke kann man wirklich nicht los.

Eine Gruppe junger Holländer durchsuchte die ganze Hütte und schaffte es schließlich, den Hüttenwirt zu wecken, der tatsächlich verschlafen hatte. Er kam runter, rumpelte eine gute Weile hinter den geschlossenen Theken-Rollos herum und machte schließlich und endlich auf. Da war es dann schon nach 6:00h.

Wir frühstückten relativ schnell und versuchten beide, mehr als nur ein Brot zu essen. Irgendwo muss die Energie für die Touren ja herkommen. Dann packten wir unser Zeug und starteten.

Zunächst ging es runter unter die Hütte zur Randkluft zum Ewigschneefäld. Der Absatz war fast noch höher geworden und ich hüpfte mutig drüber. Ging auch diesmal gut, der Schnee federte mein Hüpferle gut ab. Der beste Allgäuer von Allen stieg rückwärts ab, aber das traute ich mich mit meinen inzwischen erwiesen arg kurzen Frontzacken nicht.

Wir liefen ein Stück das Ewigschneefäld runter und bogen dann nach links Richtung Südliches Eigerjoch ab. Dazu geht erst noch ein Stück runter und dann einigermaßen steil hinauf auf das Gletscherplateau unter der Mönch Nordostwand. Wir stellten beim Aufsteigen fest, dass wir beide relativ schlapp waren. Da schlug wohl die mangelnde Akklimatisation und die anstrengende Tour auf die Jungfrau zu.

Wir querten das Gletscherplateau zum Südlichen Eigerjoch und schauten uns dann den Grat zum Eiger an. Lang ist der, und es geht ordentlich rauf und runter. Und wir waren echt spät dran (eh schon spätes Frühstück und dann noch das Verschlafen) und eigentlich schlapp. Wir entschlossen uns, den Eiger Eiger sein zu lassen und stattdessen auf den Mönch zu gehen. Immerhin hatten wir den Eigergrat jetzt schon mal aus der (relativen) Nähe gesehen. (Beeindruckend.)

Wir marschierten also zurück (der Aufschwung zum Gletscher-Plateau war schon ganz schön weich!) und waren nach knapp 2 Stunden zurück an der Randspalte des Mönchsjochs. Der Weg zum Einstieg zum Mönch ist von da nicht mehr weit.

Wir kamen genau richtig mit den ersten Bahn-Seilschaften am Einstieg an. 2 Asiaten seilten sich gerade an, als eine 3er-Seilschaft (osteuropäischer Führer mit osteuropäischen Gästen) und eine 2er-Seilschaft (Schweizer Bergführer mit einer Kundin) von der Pistenraupenspur heran marschierten.

Während sich die 3 noch sortierten, stieg der Schweizer Bergführer schon mal ein. Also das sah nicht einfach aus. Die Kundin hatte Probleme und dufte sich am Seil hochziehen. Auch die 3 Osteuropäer und dann die beiden Asiaten taten sich schwer mit dem Einstieg. Der ist nämlich glatt und sehr griff- und trittarm. Nicht unerfreulich sind die nigelnagelneuen Bohrhaken, die in der Einstiegswand platziert sind.

Wir lösten die Gletscher-Seilschaft auf und stellten auf Kletter-Seilschaft um. Mutig erklärte ich, den Vorstieg zu machen. Immerhin gehe ich ja seit Jahren wöchentlich klettern, während der beste Allgäuer von Allen eher Joggen und Biken geht.

Tja. Der Einstieg ist wirklich glatt und griffarm. Unter dem Einstieg hat es eine Randspalte (die ist schmal, da kann man nicht komplett rein fallen) und dann kommt ein breiter Dreck-Eis-Haufen, auf dem viele Leute Platz haben. Man könnte also problemlos abspringen, wenn man rutscht, aber abspringen, das ist halt so eine Sache. Ich stieg ein, ging auf einer schmalen Leiste auf und ab, suchte Griffe und Tritte und traute den Stiefeln nicht. Dann kam ich wieder runter. Öööööh.

Der beste Allgäuer von Allen stieg ein, ging auf der Leiste hin und her, suchte Tritte und Griffe und traute seinen Stiefeln nicht. Dann stieg er halt hoch, nahm kurz ein Knie und war am Haken. Wer kann, der kann! (Im Nachstieg schaffte ich das Ganze übrigens.)

Nach der Einstiegsplatte kam eine Querung, eine kurze Rinne, nochmal eine Querung und dann ist man auf den Trittspuren im Geröll, die im Führer beschrieben sind. Ich behaupte jetzt mal, dass dieser Einstieg früher im Jahr und überhaupt frühers ganz einfach nicht aus dem Eis kam.

Danach ist der felsige Teil des Aufstiegs zum Mönch tatsächlich problemlos und im oberen Teil sogar geradezu vergnügliche Kraxelei ... also zumindest, wenn das Ganze nicht gar so anstrengend wäre. Gemessen daran, wie wir - insbesondere ich - auf diesem Aufstieg schnauften, war der Abbruch am viel schwierigeren Eiger-Grat eine gute Idee gewesen.

Etwa in der Mitte des Grates muss man kurz ins Eis, dann geht die Kletterei weiter. Ein weiteres kleineres Stück Eis kann man links umgehen. Oberhalb des ersten Eises machten die beiden Asiaten Pause. Später sah ich, dass sie wieder abstiegen. Wir kraxelten weiter bis zum Anfang des eisigen Gipfelgrates. Da war ein wenig Stau, weil 2 Seilschaften runter kamen und die beiden Bergführer hoch wollten.

Der gesamte Mönchgrat hat in unregelmäßigen Abständen Sicherungsstangen, die unten ordentlich in Fels verankert sind, da oben aber einfach nur im Eis stecken (jedenfalls sieht das so aus und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man da zum Fels runtergegraben hat). Es gibt da eine tief verankerte Stange, an der oben dran mit Bändern und Rasterbändern eine weitere Stange befestigt ist. Der Grat ist steil und ausgesetzt genug, dass diese Stangen kein Luxus sind.

Sowohl die absteigenden als auch die aufsteigenden Seilschaften nutzen die Stangen. Das dauerte natürlich etwas, bis die aneinander vorbei waren und wir seufzten schon ein wenig wegen der Wartezeit. Dann allerdings stellten wir fest, dass sich unser Seil im Rucksack des besten Allgäuers von Allen hoffnungslos verheddert hatte. Bis wir das auseinander sortiert hatten, hatte sich der Stau auch schon aufgelöst.

Der beste Allgäuer stieg vor, ich stieg nach. Wir stiegen zunächst auf den Frontzacken hinauf, weil das Brösel-Eis auf dem Grat schon relativ weich war und die Stufen der Vorgänger schon abgerutscht waren. Oben wird der Aufschwung flacher, da war wieder ‘normales Gehen’ möglich.

Dann standen wir auf dem Sattel vor dem Restgrat zum Mönchgipfel und sahen zu, wie der Schweizer Bergführer mit seiner Kundin zu uns zurück balancierten. Die Gratschneide zum Mönch-Gipfel war messerscharf und oben gerade mal 2 Füße breit. Als die beiden vorsichtig gingen, fiel auf der Südseite immer wieder ein wenig Schnee runter. Das war auch schon weich.

Wir stellten wieder von Kletterseilschaft auf Eis-Seilschaft mit kurzem Seil um und gingen dann zum Anfang des scharfen Grates. Dort beschlossen wir dann, dass uns der Grat angesichts der späten Stunde und der Wärme zu gefährlich war. Wenn einem da was unterm Steigeisen rausbricht, hat man verloren. Höhenmäßig hat man vor dem Grat den Mönch nahezu bestiegen, es fehlen noch etwa 200 Meter Querung. Also waren wir (beinahe) oben.

Wir stellten also wieder auf Kletterseilschaft um und stiegen gesichert an den Stangen zurück zum felsigen Grat. Wir waren die letzten am Berg.

Auf dem Weg nach unten erwischten wir unterhalb des unteren Eisfelds einen anderen Weg, als den, den wir aufgestiegen waren. Es hat ziemlich viele Trittspuren und unzählige Möglichkeiten dort. Trotzdem war es nicht schwer, bis zum Einstieg zu finden. Allerdings nahm mir das Knie auch diesen Abstieg ohne Unterstützung ziemlich übel. Im unteren Teil nahm ich dann Stöcke, obwohl man auch da andauernd kraxeln muss.

Für die Einstiegswand nahmen wir einen der schönen Haken, die man da freundlicherweise angebracht hatte und seilten über die glatte Stelle ab. Man muss es sich ja nicht schwerer machen als nötig.

Eigentlich war es angenehm warm, als wir unten vor dem Einstieg auf dem großen Haufen ankamen. Es saß da auch ein einzelner Mönchbesteiger (der war noch nach uns gekommen, hatte oben aber vor uns umgedreht) in der Sonne und genoß die Wärme. Gerade als wir unten angekommen waren und anfingen, unser Zeug zusammen packten, kam ein eisiger Wind in Sturmstärke auf, der eine große Staubwolke aufwirbelte. Ab da war dann richtig Wind, einfach so, aus dem Blauen. Zusammen mit dem einzelnen Bergsteiger wunderten wir uns.

Wir packten fröstelnd unser Zeug und gingen dann zurück zur Mönchsjochhütte. Wir hatten schon den ganzen Tag drüber diskutiert und als der doch eher kurze Abstieg vom Mönch dem Knie so arg zusetzte, war dann klar, dass wir absteigen würden. Auf der Hütte wurden dann dafür noch pro Person 5 Franken fällig (Echt? Die war nicht mal halb voll!).

Wir stopften das Hüttenzeug in die Rucksäcke und marschierten zur Bahn zurück (mit eiskaltem Gegenwind). Wo wir dann schon mal da waren, sahen wir uns auch noch Teile der Jungfraujochtour an. Vor allem der Eispalast interessierte uns und das war dann auch noch ein echtes Erlebnis. Man hat da einen langen Rundgang in den Gletscher gehauen, den Boden glatt poliert, Haltestangen angebracht und das Ganze dann mit allerlei Eiskulpturen verziert. Am besten war ‘Top of Europe’, am lustigsten fand ich ‘Scrat’ :-)

Wir kamen gerade richtig zur vorletzten Bahn und bekamen sogar einen Sitzplatz (Was für ein Glück! Inzwischen schmerzte nicht nur das Knie, sondern auch die Füße.). Der Fahrkartenkontrolleur auf der Runterfahrt verteilte Lind-Schokokugeln, das war total überraschend und nett. Bei 190 Chf ist so eine Kugel pro Passagier sicherlich zu verschmerzen, aber eine nette Geste ist das trotzdem. Wir hatten seit dem Frühstück nichts gegessen und da war diese Kugel wirklich ausgezeichnet. Ich hatte aber trotzdem überhaupt keinen Hunger, was Bände dafür spricht, wie angestrengt ich war.

An der Kleinen Scheidegg mussten wir wieder umsteigen und etwas warten, bis das Bähnle losfuhr. Um Dreiviertel Sieben waren wir dann endlich zurück in Grindelwald. Wir beschlossen direkt zum Einkaufen (Bier und was zum Frühstück) und danach gleich zum Essen zu gehen. Einerseits weil es doch schon relativ spät war und außerdem wollte ich ‘den Berg’ nicht 2 Mal hochlaufen und vor allem an diesem Tag nicht mehr runterlaufen.

Wir gingen wieder zu dem großen Fastfood Restaurant und hatten dort beide eine große echt gute Pizza und Bier und Radler. Nebenbei amüsierten wir uns an der Bespaßung einer großen Gruppe Asiaten, die drinnen anscheinend Alphorn blasen durften. Es klang so, als sei es nicht einfach da Töne rauszukriegen. Dann schleppten wir uns ‘den Berg’ hinauf, mit viel Gepäck, vollem Bauch, Bier im Bauch und Bier in der Einkaufstasche.

Im Chalet räumten wir ein wenig aus, duschten ausgiebig und setzten uns dann mit dem mühsam hochgeschleppten Bier auf den Balkon und schauten uns die großartige Umgebung an. Der Eiger hatte sich inzwischen in Wolken gehüllt und von irgendwo hatte es Wetterleuchten. Das sah großartig aus und wir hatten das Gefühl, mit dem Abstieg genau das Richtige getan zu haben :-)

Allzu lang hielten wir es oben allerdings nicht aus, denn das Bier und die Müdigkeit schlugen zu. Trotzdem war es super, da nochmal hochzuschauen und die Umgebung zu bewundern.


Im ersten Licht steigen wir zum Mönchsjoch ab


Anstieg zum Gletscherplateau unter dem Mönch


Eiger mit sehr langem Grat


Spur übers Gletscherplateau unterm Mönch und Ewigschneefäld


Blick zurück aufs Mönchsjoch mit Hütte vom Mönch aus


Erfreuliche Kletterei ...


... am Mönch Südostgrat


Anstieg zum Gipfelaufbau


Der Grat zum Mönchsgipfel


Abseilen über die Einstiegswand


Die letzten Meter


Sphinxstollen


Gedenkplaketten für die Bergarbeiter, die beim Bau der Jungfraubahn gestorben sind


Im Eisstollen


Top of Europe


Scrat :-)


Eiger von Grindelwald aus


Ziemlich kaputt mit Einkaufstasche in Grindelwald

Von engel am 27.09.2018 21:48 • outdoorbergeis
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