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Sonntag, 12.08.2018: Ausweichgipfel

Freitag, August 24, 2018

An sich hatten wir uns eine größere Tour für Sonntag ausgesucht, aber wir fühlten uns beide in der Früh etwas erkältet. Zudem hatte ich nach der Test-Tour vom Vortag leichten Muskelkater und der beste Allgäuer merkte seine Verletzung noch ziemlich. Eine weitere ‘Eingehtour’ schien uns ratsam.

Bei der Überlegung wohin wir gehen sollten, gewann ein abgelegener Gipfel im Ostrachtal, allerdings war das am Ende dann doch mehr, als wir (ohne in die Karte zu schauen) gedacht hatten. Erst mal parkten wir aber ahnungslos am üblichen Parkplatz vor Hinterstein und freuten uns in angenehmer Kühle zum Giebelhaus radeln zu können.

Wir waren zwar nicht allzu früh dran - die Entscheidungsfindung und das Aufraffen hatte dann doch eine Weile gedauert - aber bis uns dann die vielen E-Biker einholten, dauerte es doch eine Weile. Wir radelten am Giebelhaus vorbei, noch die beiden Kurven hoch und bogen dann links ab. Aus der OSM war nicht ersichtlich, ob und wie weit die Forststraße radelbar sein würde, deswegen war es sehr erfreulich, dass wir tatsächlich problemlos bis zum Ende kamen.

Wir parkten die Räder an einem Baum und liefen dem sanft ansteigenden sich in vielen Kehren den steilen Hang hinauf windenden Pfad nach (das muss ein alter Weg sein, so legt man Wege für Leute, die Lasten tragen müssen, an). Der Pfad führt lang durch lichten Mischwald und kommt dann auf sanftem Almgelände raus. Nervig ist dann allerdings, dass es keinen Durchlass auf das Almgelände gibt und man über einen ziemlich hohen Stacheldraht steigen muss.

Der Pfad führt weiter sanft geneigt in wirklich vielen Kehren zum Hüttle vor dem Kar hinauf. Ich schaute mir das Gelände schon mal gut an, um beim Abstieg nachher ideal abkürzen zu können.

Nach dem Hüttle geht es noch ein Stück geradeaus ins Kar, dann ist der Weg erst mal weg. Man steigt mehr oder weniger weglos im Geröll zu einem Felswanddurchlass hinauf und findet dort wieder Steigspuren, auf denen man einigermaßen bequem (wenn auch steil) in die Scharte zwischen Kopf und Köpfle geleitet wird. Danach ist es nicht mehr weit bis zum Gipfel.

Wir hatten 4 Leute im Kar im Abstieg getroffen und hatten nun den Gipfel ganz für uns allein. Wir genossen die Aussicht und gingen dann ein paar Meter runter, wo eine schöne grasige Mulde zur Pause einlud (der Gipfel selbst ist geröllig). In dieser sonnigen windgeschützten Mulde schliefen wir beide ein und wachten erst auf (nach einer guten halben Stunde), als jemand an uns vorbei ging. Hui! Da hatte wohl jemand Pause nötig!

Nachdem wir uns wieder derrappelt hatten (wenn man in der Sonne schläft, wacht man ja ziemlich desorientiert wieder auf), stiegen wir in die Scharte ab und erkletterten noch das Köpfle. Da hat es in der Mitte eine blöd überhängende Stelle mit Riesenschritt und ohne gute Griffe (glaube ich), die ich ohne das Drahtseil vermutlich nicht hinauf gestiegen wäre, weil ich Bedenken beim Abklettern gehabt hätte (man würde da ordentlich tief fallen). Die war schon beim letzten Mal total doof. Allerdings fand ich diesmal einen besseren Weg wieder runter. Na also.

Der weitere Abstieg war dann problemlos. Erst mal zum Hüttchen und dann einfach geradeaus über die Wiese runter bis zur letzten Kehre. Danach ist man bald im Wald und spaziert halt die Serpentinen runter. Da geht Abkürzen dann nicht mehr, das Gelände ist da echt steil.

Auf dem Rückweg kehrten wir noch im Giebelhaus ein, wo es guten Kaffee und Kuchen (wenig Auswahl, es gab genau eine Sorte) gab. Wobei, Letzteres ist natürlich Geschmacksache. Wenn man keine Johannisbeeren mag, kann der Kuchen drum rum noch so OK sein, das wird dann nix mehr. Ich fand den Kuchen übrigens echt OK :-)


Im Ostrachtal


Die letzten Meter auf der Forststraße


Gemütlicher Anstieg im Wald


Im Almgelände. Ausgestreckte Arme um zur Kühlung das leise Lüftchen einzufangen ;-)


Anstieg zur Scharte


Rückblick knapp vor der Scharte


Am Vorgipfelchen


Gipfelbild


Auf dem Weg zum Köpfle


Abstieg vom Köpfle


Almwiesenabkürzer


Rollen lassen an der Ostrach

Von engel am 24.08.2018 19:17 • outdoorbergmtb

Samstag, 11.08.2018: Vorsichtiger Anfang

Freitag, August 24, 2018

Nach beiden Pause-Wochenenden wollten wir den Urlaub vorsichtig beginnen. Wir suchten uns also eine Tour mit viel Radeln und nicht ganz so viel Berg ohne potentielle Überfüllung aus, parkten den Kangoo am Mäkkie vor Oberstdorf luden die Räder aus. Meines war super-sauber, netterweise mit-geputzt vom besten Allgäuer von Allen und strahlte wie frisch aus dem Laden raus.

Auf dem Weg über Tiefenbach ins Rohrmoostal war es erst mal ganz schön frisch, aber nach Tiefenbach kamen wir in die Sonne (die immer wieder von Wolken verdeckt wurde) und es ging endlich bergauf, da wurde es uns wärmer. Anfangs waren wir noch ziemlich allein unterwegs, aber mit der Zeit wurden wir immer öfter von E-Bikern überholt. Trotzdem war es nicht wirklich voll.

Wir radelten an Rohrmoos vorbei und bogen schließlich links auf einen Forstweg ab, auf dem wir bald den etwas versteckten Abzweig erreichten. Wir stellten die Räder im Wald ab und gingen los. Der Weg ist schmal und steil und war stellenweise erstaunlich feucht, hier die festen Stiefel anzuziehen war keine schlechte Idee gewesen :-)

Am Sattel gingen wir nach rechts und krabbelten die kleine grasige Rinne zum Gipfel hinauf. Am Gipfel saßen zwei Leute (die einzigen, die wir bisher abseits der Straße gesehen hatten), deswegen ließen wir uns in einer kleinen Senke ein Stück unterhalb nieder. Zwar war inzwischen die Sonne weitgehend Wolken gewichen, aber in der Senke war kein Wind, deswegen war es da ganz angenehm.

Als die beiden Gipfelbesetzer abstiegen, gingen wir noch kurz rüber (Fotos müssen natürlich sein) und stiegen dann wieder ab. Die Rinne ist ja nicht schwer, aber halt recht grasig. Da vertraue ich den Stiefeln ja nicht sehr, aber alle Tritte hielten problemlos.

Als wir die Räder aus dem Wald bugsiert hatten, gab es noch eine kleine Pause, denn an der Forststraße hat es rechts und links Himbeersträucher und die trugen satt. Sowas kann man ja nicht komplett ignorieren. Ich aß mehrere Handvoll und war begeistert, der beste Allgäuer von Allen findet Himbeeren zu sauer und zu kernig.

Auf dem Rückweg kehrten wir noch in der Alpe Schattwald ein, dann sausten wir zurück zum Auto.


Auf dem Weg ins Rohrmoostal


Aufstieg


Im interessanten Gelände kurz vor dem Sattel


Die grasige Rinne


Gipfel


Abstieg

Von engel am 24.08.2018 19:08 • outdoorbergmtb

Donnerstag, 12.07.2018: Kraftakt

Donnerstag, Juli 19, 2018

Das Wetter sollte schön werden (und auch schön bleiben). Wir hatten uns deswegen eine Tour ausgesucht, wo man wirklich schönes Wetter braucht, einen Klettersteig.

Der Weg dorthin war erst mal hochgradig lästig, denn die Straße von der A7 über Jungholz war gesperrt und wir mussten übers Oberjoch ausweichen. Das ist dann gleich locker mal eine Dreiviertelstunde Umweg und nervt entsprechend.

Passend dazu war der neue Weg, den ich für den Aufstieg rausgesucht hatte, nicht-existent. Man sah zwar ein paar Trittspuren, aber wir wollten ja vorankommen und nicht den Tag mit Wegsuche zubringen. Glücklicherweise war das nur ein Umweg von 100 Höhenmetern bevor der Weg verschwand. Wir gingen zurück und stiegen über den normalen Weg zum Sabachjoch auf.

Von da kann man die lange Kante, an der der Klettersteig entlang führt schon ganz gut sehen. Bei solcherlei Dingen werde ich im Vorfeld ja immer erst mal ordentlich nervös (Kann ich das? Schaffe ich das? Wird was schief gehen?), unabhängig davon, ob ich das schon mal gemacht habe oder nicht, aber wenn ich dann erst mal eingestiegen bin, geht das glücklicherweise wieder weg :-)

Wir machten noch eine kurze Pause unter dem Einstieg, dann zogen wir das Klettersteig-Geraffel, Helme und (Yay!) Kletterschuhe an. Der beste Allgäuer von Allen stieg als Erster ein (und fluchte, denn der Einstieg ist echt ne Nummer), dann war ich dran. Nach dem zweiten Umhängen war dann auch das Bauchweh weg :-)

Die Kletterschuhe machten sich super im Steig, denn mit denen kann man viel besser auf Reibung gehen und damit wurden die schwierigen Stellen um einiges leichter. Anstrengend, besonders für die Arme, ist der Steig natürlich trotzdem und auch mit Kletterschuhen hat es ein paar Passagen, an denen ich mich wirklich nur am Seil hochhangeln kann. Aber verglichen mit dem letzten Mal hatte ich diesmal deutlich mehr Felskontakt :-)

Nach knapp 2/3 des Steigs kam uns jemand von oben entgegen. Der ältere Herr erzählte, dass ihm die Arm-Kraft ausgegangen sei und er deswegen beschlossen habe, abzusteigen. Er sei auch in die Sicherung gefallen. Er war oberflächlich etwas verschrammt und hatte schon blutige Fingerspitzen über den Handschuhen. Weia.

Aber so richtig helfen kann man ja in einem Klettersteig niemandem (nicht ohne Seil und Zusatz-Zeug jedenfalls). Wir konnten ihm deswegen nur Glück und Vorsicht beim Abstieg wünschen. Mich gruselte es bei der Vorstellung, ein paar der steilen und überhängenden Stellen absteigen zu müssen, ganz ordentlich!

Ich wurde im oberen Drittel auch ganz schön gefordert. Zwar ging mir nicht direkt die Kraft aus, aber zumindest die Energie wurde knapp und ich wurde entsprechend langsam. Der beste Allgäuer von Allen war ständig fast weg, weil er gar nicht so langsam klettern konnte, wie ich war (und man kann natürlich nicht überall warten). Ganz oben wird der Steig nochmal richtig schwer, aber wir erreichten den Gipfel ohne Probleme. Und gar so langsam war ich dann doch nicht gewesen, denn 2 1/4 Stunden sind völlig im Rahmen für den Steig :-)

Die Pause am Gipfel mit ordentlich Getränken und etwas zu Essen war aber sehr nötig. Es schien sogar Sonne und der Wind hielt sich in Grenzen. Der Gipfel der Köllenspitze ist breit und teilweise grasig, geradezu super-bequem. Wir schliefen alle beide ein und erwachten erst, als ein junger Mann am Gipfelkreuz anschlug.

Der hatte den absteigenden Herrn kurz überm Einstieg getroffen und konnte berichten, dass er ohne weitere Schäden unten angekommen war. Das war super, wir hatten uns schon allerlei Gedanken gemacht.

Der Abstieg durch die Rinne ist, seitdem die Stelle mit dem dicken Block entschärft ist, nicht mehr schwierig, man muss aber aufpassen, nicht mit Steinen zu werfen. Dann geht es nochmal kurz eine kleine Rinne hinauf und die Schwierigkeiten sind vorbei.

Wir hatten uns entschlossen, übers Gimpelhaus abzusteigen, um da einkehren zu können. Wir gönnten uns Weizen, Kaffee und Kuchen und alles war ausgezeichnet :-) Der Abstieg danach ist immer ein wenig nervig, aber es hilft ja nix, man muss ja runter. Für den Rückweg fuhren wir über Grän und Pfronten und das ging wirklich gut.


Das Ziel direkt voraus


Mit Navi auf Irrwegen. Naja, passiert.


Auf dem richtigen Weg :-)


Wir nähern uns dem Klettersteig


Einstieg


Manchmal kann ich nicht anders ...


Irgendwo in der Mitte


Oberhalb vom Bänkle


Geschafft :-)


Gipfelbild kurz vorm Abstieg


Auch der Rückweg ist nett


Übersicht mit Gimpelhaus


Die letzten Meter des Abstiegs

Von engel am 19.07.2018 23:33 • outdoorberg

Mittwoch, 11.07.2018: Kühler Gipfel

Donnerstag, Juli 19, 2018

Für den Dienstag war Schmuddelwetter in den Bergen angesagt und wir nutzten den Tag, um Muskelkater auszukurieren (also ich) und all dem was halt sonst so anfällt, wenn man daheim ist. Den Tag über druckste das Wetter ein wenig umanand und am Abend goß es Sturzbäche.

Am Mittwoch sollte das Wetter im Lauf des Tages immer besser werden. Wir hatten eigentlich eine grasige Gratrunde ausgesucht, aber nach so viel Regen nahmen wir dann doch lieber einen steinigeren Berg. Wir fuhren nach Baad und weil die Räder eh im Auto waren, benutzten wir sie auch.

Der Weg zur Bärguntalpe ist mit dem Rad erstaunlich viel steiler als man bei den Skitouren vermutet. Danach wird es erst mal richtig steil und dann sehr, sehr ruppig, aber wir kamen tatsächlich so weit, wie wir gedacht hatten. Der Weg ins Hochalpjoch ist relativ breit und krautig (und unten netterweise ausgeschnitten) und war sehr nass und schmierig.

Anfangs waren die Gipfel um uns herum in Wolken (und es war sehr feucht und schwül). Als wir den Hochalppass erreichten, sahen wir aber immerhin gelegentlich die Berge oder ins Tal. Inzwischen waren wir dem kühlen Wind ziemlich ausgesetzt und hatten eine Schicht Kleidung auflegen müssen.

Wir bogen zum Widderstein ab und kamen in die steinige Rinne. Ich gab bald auf, mit Stöcken zu gehen, man muss da doch recht oft an die Felsen fassen. In netter einfacher Kletterei erreichten wir den Gipfel, wo gerade 2 Leute die windgeschützte Mulde hinter dem Gipfel frei machten. Noch etwas Sonne dazu wäre nett gewesen, aber die zierte sich und blieb hinter Wolken. Wir gingen wieder.

Der Abstieg ist auch nicht schwer, aber dass ich da ohne Stöcke unterwegs war, merkte ich dann doch nach einer Weile :/ Nachdem wir die Rinne verlassen hatten, stiegen wir zum Hochalpsee ab, um dort - hoffentlich - noch eine sonnige Pause im Gras machen zu können. Das klappte leider nur so halb. Zwar war unser Plätzchen einigermaßen windgeschützt, aber die Sonne ließ sich doch sehr bitten und schien nur selten.

Wir nahmen den Weg am hinteren Ende des Hochalpsees, der laut Navi mit einer Unterbrechung oberhalb des Wasserfalls zurück auf den Normalweg führen sollte. Die Unterbrechung klärte sich kurz nach dem See auf: da hätte der Weg eine steile bröselige Flanke queren müssen, hielt da aber wohl nicht. Wir querten die Flanke und fanden den Weg - eher ein Pfad, bzw. Trittspuren - auf der anderen Seite wieder.

Ein kurzes Stück war der Weg gut zu gehen, dann verschwand er in Kraut und Büschen. Für uns bedeutete das: Durchwurschteln. Anders kann man das kaum beschreiben. Der Weg war tatsächlich ein Weg (ein alter natürlich), aber im Kraut kaum zu sehen und von den Büschen inzwischen ganz schön überwachsen. Aber er brachte uns zuverlässig bis zum Normalweg überm Wasserfall.

Der restliche Abstieg ging eigentlich recht schnell, war aber knie-mäßig übel, denn das zwickte bei jedem Schritt. Die Räder waren höchst willkommen, als wir dort ankamen, auch wenn das Radeln am Anfang wegen der vielen Blöcke eher schwierig war.

Die Bärguntalpe hatte leider keinen Kuchen mehr, daher verzichteten wir aufs Einkehren und fuhren direkt zum Auto ab.


Oberhalb der Bärguntalpe


Kurzer Nebelblick aufs Ziel


Die Stufe mit dem Wasserfall; sonst sind wir hier mit Ski unterwegs


Gaanz langsam hellt es sich auf


Hier geht es hinauf


Die letzten Meter :-)


Fröstelnd in der Gipfelmulde


Abstieg


Zerzauste Dohle (jung?)


Auf neuem Weg ...


... der echt zugewachsen ist!


Rückblick


Abfahrt

Von engel am 19.07.2018 22:25 • outdoorbergmtb

Montag, 09.07.2017: Wegsuche

Mittwoch, Juli 18, 2018

Für den Montag hatten wir uns eine Route mit mehr Radeln als Laufen ausgesucht, weil die Kogelseespitze für die Füße und die Beine doch recht anstrengend gewesen war. Ich hatte aus der OSM einen T5 Weg rausgesucht, weil ich dachte T5, das können wir doch. Bislang hatte das auch immer hingehauen.

Die Radel-Strecke waren wir bisher immer nur runter gefahren, deswegen war ich nicht sicher, ob das bergauf radelbar sein würde. Wir meinten aber beide, das müsse möglich sein.

Wir parkten an der Breitenbergbahn und radelten relativ direkt - so wie wir schon ein paar Mal runter gekommen waren - zu der Straße mit den vielen Kehren. Das war anfangs recht gemütlich wurde dann aber recht schnell kaum mehr radelbar. Dabei waren da Schilder, dass das die Strecke vom Pfronten-Marathon sei!

Ich war schon kurz davor aufzugeben, weil ich echt keine Lust hatte, das Rad den ganzen Berg hinauf zu schieben. Aber bis der beste Allgäuer von Allen bereit ist aufzugeben, muss schon mehr kommen, als ein paar hundert Meter unradelbare Strecke. Ich schob also grummelnd mein Rad den Berg rauf und stellte mich innerlich auf einen Sch…-Tag ein. Und dann kamen wir nach der nächsten Kehre auf den eigentlichen Forstweg und der war viel flacher, um Welten weniger ruppig und nahezu gemütlich radelbar. Um auf diese Forststraße zu kommen, muss man allerdings unten noch ein Stück Richtung Grenze fahren. Gut, wissen wir das jetzt auch.

Ab hier waren die vielen Kehren und der Weg zur Abzweigung zum Aggenstein zwar heiss (naja, eher schwül), aber gut zu radeln und wir kamen gut voran.

Wit legten die Räder an einem Hüttchen ins Gras und gingen zu Fuß auf dem unbezeichneten Forstweg weiter. Bald zweigte ein alter verwachsener Forstweg ab, wurde schmaler, verlor sich fast im Gras und verschwand schließlich in der ersten Schuttrinne. Wir wurschtelten uns anhand des Tracks auf dem Navi durch Latschen und über Schuttrinnen und stiegen in einem Bachbett weiter auf. ‘Weg’ hatte ich mir ja ein wenig anders vorgestellt, aber so lange man problemlos zurück kann, kann man ja auch weiter aufsteigen.

Unerwartet trafen wir dann tatsächlich auf den Weg (naja, eher Trittspuren), den wir gesucht hatten. Wir waren ein wenig zu weit links gewesen (weil das Navi den Weg etwas zu weit links verortete). Nun verliessen wir uns eher auf die Trittspuren und nahmen das Navi nur noch zur Hilfe, wenn sich die Trittspuren in den Felsen verloren.

Das Weglein wurde schmaler und steiler. Es folgte im Wesentlichen dem Bacheinschnitt, in dem wir weiter unten schon aufgestiegen waren. Nachdem wir den Bach gequert hatten, kamen Felsen und der Weg wurde unsichtbar. Wir kletterten über steile Schrofen dem nach, was wir für am sinnvollsten hielten (Absteigen wäre da schon noch möglich, aber sicherlich unangenehm gewesen) und fanden die Trittspuren über den Felsen wieder. Das war nett :-)

Das Weglein blieb anhaltend sehr steil und führte erst am oberen Abbruch des Baches vorbei und dann zwischen Bach und Latschenfeld in der Wiese zum Grat hinauf. Ganz oben fanden wir ein idyllisches Pausenplätzchen, das genutzt werden wollte, dann gingen wir noch die letzten Meter bis zum Rossberg, wo es dann einen ‘echten’ Weg hatte.

Wir machten ausgiebig Pause am Rossberg und bekamen netterweise sogar etwas Sonne dazu. Der Weg zum Brentenjoch ist dann mehr oder weniger unschwierig, obwohl es in der Mitte einen abweisend aussehenden Felsblock hat (den man gut umgehen kann). Am Brentenjoch hatte es auch Sonne, also legten wir uns da ins Gras um nochmal zu pausen.

Der Gratweg zum Bösen Tritt ist deutlich verwachsener und länger als ich in Erinnerung hatte, aber nach wie vor schön zu gehen und hat feine Aussicht. Der Abstieg vom Bösen Tritt zu den Rädern war dann nicht mehr lang und wir konnten auf dem Forstweg schnell und bequem zum Auto abfahren.

Das war eine echt tolle Tour, weil wir da ständig komplett gefordert waren. Wir wussten ja nicht wirklich was über die Route (in die OSM kann ja jeder alles eintragen). Also weder, ob sie wirklich bis hinauf führt, noch ob da noch irgendwelche unerwartenen Schwierigkeiten auftauchen würden und zwischenzeitlich nicht mal, ob wir überhaupt richtig waren. Auf dem Navi ist der Weg wirklich nur sehr grob eingetragen und in dem Gelände machen 50 Meter hin oder her schon was aus. Das war schon sehr prima!


Anfahrt mit Blick auf den Breitenberg


Fast schon am Radl-Parkplatz, Aggenstein im Hintergrund


Anfangs ist der Weg noch leicht zu finden


Wir schlagen uns weglos durchs Gebüsch


Nachdem wir das Steiglein gefunden hatten, geht es steil bergauf


Weitblick mit Breitenberg


Schrofen-Kletterei (ja, das ist so steil wie es aussieht)


Nach den Schrofen kommt steiles Gras ...


... und durch Latschen muss man sich auch durchwurschteln


Rück- und Tiefblick von fast am Grat


Geschafft!


Der Übergang vom Rossberg zum Brentenjoch ist nicht schwer aber spektakulär


Am Brentenjoch


Abstieg mit schöner Aussicht


Tiefblick auch mit schöner Aussicht (2 Räder :-))


Türkenbund


Wachsames Murmel


Abfahrt

Von engel am 18.07.2018 22:46 • outdoorbergmtb

Sonntag, 08.07.2018: Gratwandern

Dienstag, Juli 17, 2018

Für Sonntag sah die Vorhersage nicht schlecht aus und so starteten wir ins Parzinn. Obwohl wir nicht allzu spät dran waren, war in Boden schon so gut wie alles zugeparkt (da hat es ja eh nicht viel Platz). Wir haben da ja immer Räder dabei, weil ich den Rückweg von der Materialseilbahn so nervig finde, daher parkten wir an der Straße zum Hahntennjoch.

Auf dem Weg zur Materialseilbahn überholten wir eine große Gruppe Klettersteig-Aspiranten, danach sahen wir aber nicht mehr viele Leute. Wir parkten die Räder an der Materialseilbahn und stiegen zur Hanauer Hütte auf, wo ich bei 3 Damen Glück hatte und Tampons abstauben konnte. Manchmal hat man diese ‘immer-dabei’-Dinge dann halt doch nicht (mehr, weil aufgebraucht) dabei.

Wir gingen weiter Richtung Gufelscharte und bogen am unteren Parzinnsee zur Kogelseescharte ab. Der war natürlich - wie erwartet - schon komplett eisfrei. Das Wetter hätte eigentlich so langsam sonniger und wärmer werden sollen, machte aber wenig Anstalten, der Vorhersage zu folgen. Die Pause, halbwegs windgeschützt an einem großen Stein, war daher relativ kühl.

Auf dem Weiterweg zur Scharte kann man zum Oberen Parzinnsee abbiegen. Der hätte ja vielleicht eventuell noch etwas Eis haben können, daher bogen wir ab. Und tatsächlich, mit etwas gutem Willen konnte man den See tatsächlich noch als Eissee bezeichnen, denn am hinteren Ende mündeten noch 2 Schneefelder in den See.

Das Wetter war zwar nicht wirklich Eissee-bade-tauglich (nämlich bedeckt und windig), aber hey, ein neuer Eissee! Wir gingen als ans hintere Ende des Sees und der beste Allgäuer von Allen ging eine kurze Runde schwimmen. Unter erschwerten Umständen, denn der feine Schlamm, der von den Schneefelder in den See eingetragen worden war, war rutschig wie Seife.

Danach machten wir uns an den echt mühsamen Anstieg zur Kogelseescharte, wo ich einen neuen Weg gehen wollte. Die Beschreibung dazu war mager: ‘nach der Scharte kurz hinab und links zum Grat halten’. Dann sollten Markierungen kommen. Wir gingen nach der Scharte ein Stück den Weg zum Kogelsee hinab und querten dann über ein steiles Schneefeld zum Grat. Und ja, da waren dann Markierungen :-)

Die waren auch gut so, denn der Nordostgrat der Kogelseespitze, bzw. dessen Flanke, ist ziemlich unübersichtlich. Mit den Markierungen kommt man da aber ganz gut durch, allerdings ist der Aufstieg eine ziemliche bröselige und geröllige Angelegenheit. Dafür ist man allein und hat - selbst bei bedecktem Wetter - eine tolle Aussicht übers Lechtal und das Parzinn.

An der Kogelseespitze waren wir allein (bis nach einer halben Stunde ein Bergläufer auftauchte) :-)

Im Abstieg auf dem Normalweg hatten wir eigentlich drauf gehofft, die Parzinner Steinbockherde am Südost-Rücken anzutreffen, aber der war leider leer. Wir sahen die Herde dann - sehr zufällig, man glaubt gar nicht, wie Steinböcke mit dem Hintergrund verschmelzen - im Abstieg vom Gufeljoch oberhalb des Unteren Parzinnsees. Na also :-)

In der Hanauer Hütte hatten wir eigentlich einkehren wollen, aber da war eine lange Schlange vorm Tresen, darauf hatten wir dann doch keine Lust und stiegen lieber direkt ab.


Auf dem Weg ins Parzinn


Kurz vor der Hütte


Oberhalb vom Unteren Parzinnsee


Parzinnseeschwimmen


Aufstieg zur Kogelseescharte


Schneefeldstapfen


Im Gratgewirr


Wegsuche


Grat zur Kogelseespitze


Abstieg über den Normalweg


Suchbild


Junger Steinbock


Murmel


Rückblick


Abfahrt

Von engel am 17.07.2018 07:33 • outdoorbergmtb

Samstag, 23:06.2018: Fast weglos

Dienstag, Juli 03, 2018

Als am Mittwoch für das Wochenende und den Montag perfektes (wenn auch kühles) Wetter angesagt wurde, nahmen wir kurzentschlossen den Montag frei. In der Folge verschlechterte sich das Wetter aber zusehends, je näher das Wochenende kam. Für Samstag wurde aber immerhin noch akzeptables Wetter vorhergesagt.

Wir stellten den Kangoo an den Brückenparkplatz bei Bad Oberdorf und radelten ins Retterschwanger Tal. Diesmal ganz hinter, bis ins allerletzte Eck, zur Hinteren Entschenalpe. Bis auf wenige Stellen kann man die Strecke einigermaßen bequem radeln und es war auch nicht viel los.

In der Mitte überholten uns zwei E-Biker, als wir an der Alpe ankamen, kam kurz drauf nochmal ein E-Biker und wollte ‘A weng gruaba.’. Man fragt sich ja schon ein wenig: Wovon? Außerdem waren da auch noch zwei echte Biker, die aber abfuhren, als wir noch die Räder abstellten und uns umzogen.

Der beste Allgäuer von Allen ging natürlich barfuß weiter und weil ich irgendwie im Kopf hatte, der Weg ins Sattele sei weitgehend grasig und weil das am Galtjoch so nett gewesen war, fing ich auch so an. Gaaanz schlechte Idee. Es hat da genau 200 Meter Gras und dann besteht der Weg aus scharfen spitzen Steinen und führt allenaselang durch Latschen, so dass man nicht mal seitlich ausweichen kann. OK, OK, dann halt nicht. Ich zog meine Schuhe wieder an.

Kurz vorm Gängele zog auch der beste Allgäuer von Allen wieder Schuhe an, weil der Boden so kalt war, dass er eisige Füße hatte. Nach dem Gängele wurde es ziemlich frisch, weil uns der kalte Wind nun voll erwischte. Es gab anfangs einige Leute im Abstieg, aber im Großen und Ganzen war auf dem langen Grat zum Entschenkopf nicht viel los. Am Gipfel war es allerdings ziemlich voll.

Weil es da so windig war, gingen wir ein paar Meter weiter und suchten uns ein windgeschütztes Plätzchen neben dem Grat. Zusätzlich sonnig wäre noch nett gewesen, aber die Sonne ließ sich nur sehr sporadisch blicken. Die Pause fiel daher nicht allzu üppig aus und wir gingen weiter.

Der Abstieg zur Scharte zum Schnippenkopf ist brösliger und steiler als ich in Erinnerung hatte, aber dafür ist man recht schnell unten. In der Scharte hat es zwar noch ein Schild für einen markierten Weg ins Retterschwanger Tal, aber der Weg ist so selten begangen, dass er kaum mehr als solcher zu erkennen ist. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn das Gelände ist übersichtlich.

Auf halber Strecke ins Tal runter soll (laut unserer alten Karte und meiner OSM) ein markierter (aber nicht beschilderter) Weg zurück zur Hinteren Entschenalpe abzweigen. Der war schon vor Jahren total zugewachsen und wir hatten Sorge, ob wir da überhaupt noch durchkommen würden. Immerhin konnten wir aber den Anfang des Weges noch sehen.

Wir querten ein wenig ungeschickt rüber zum Anfang des Weges und fanden dort auch 2 oder 3 Markierungen. Danach waren die Markierungen und die wenigen Trittspuren von der Vegetation überwuchert, aber wir wussten, wo der Weg weitergehen würde und querten im steilen Gras dorthin.

Nach einem kurzen erkennbaren Pfadstück mussten wir den weiteren Weg durch Büsche, Gras und Latschen erraten. Das war nie schwer, aber so ganz ohne Weg halt doch ein wenig anspruchsvoll, vor allem weil wir beide nur leichte Schuhe anhatten. Wir kamen problemlos bis zum kleinen Jagdhaus, wo der Weg deutlicher wird.

Während der Querung hatte es Sonne gehabt, als wir nach dem Jagdhaus Pause machten, war es leider wieder wolkig, windig und kühl.

Der Rückweg zur Hinteren Entschenalpe war problemlos, auch wenn man den Weg da immer wieder verliert. Den Weg wird es wohl nicht mehr lang geben. Dass er nicht (mehr?) begangen wird, sieht man auch daran, dass die Stacheldrahtzäune für’s Vieh keinen Wanderer-Durchlass haben.

Auf der Abfahrt kehrten wir noch im Mitterhaus ein.


Vorbei an der Rotspitze ins Retterschwanger Tal


Ziemlich weit hinten vor dem Hindelanger Klettersteig


Mäßig gute Idee: barfuß gehen


Vorm Gängele


Über dem Oberen Gaisalpsee


Gipfel


Abstieg


Die Nordseite ist ein ganz schöner Schutthaufen


Kleines Stück Weg im weglosen Anstieg ...


... sonst sah das meist eher so aus


Kurz vor den Rädern


Abfahrt :-)

Von engel am 03.07.2018 23:30 • outdoorbergmtb

Seit der Gaishorn-Skitour ist der große Neffe vom Rauhhorn fasziniert. Er hat ein fiktives Snowboard mit Rauhhorn-Design verziert und schon 2 Versuche gestartet, da hinauf zu kommen. Gescheitert ist er am Wetter (Gewitter) und an seinen Kumpels, die die lange Tour nicht geschafft haben. Wir suchten deswegen als Neffen-Tour das Rauhhorn aus. Er war sehr erfreut :-)

Am Sonntag sammelten wir also in der Früh den großen Neffen am Bahnhof ein und fuhren nach Hinterstein. Um 8 kann man da tatsächlich noch parken. Das Wetter war gemischt bewölkt und die Vorhersage war eigentlich gar nicht so schlecht. Mit Gewittern und Schauern musste man Nachmittags natürlich trotzdem rechnen.

Wir stiegen über die Willersalpe zum Gaishorn Nordwest-Grat/Rücken auf. Nach den Knieproblemen vom Vortag, hatte ich mir ausgeklügelte Pläne (A bis mindestens M) zurecht gelegt, wann und wo ich gegebenenfalls abbrechen würde und wie wir den Abbruch und die Abholung dann gestalten könnten. Erfreulicherweise war überhaupt nichts davon nötig, denn dem Knie ging es wunderbarerweise gut :-)

Die Herren mit den langen Beinen und der guten Kondition sausten natürlich immer vorne weg, ich schnaufte hinterher. Am Gratrücken schauten wir in das Älpele-Alpe Kar und zeigten den Weg der Skitour. Der große Neffe war gebührend beeindruckt. Ich bin das übrigens auch immer wieder, wenn ich sehe, was für Gelände man als Skitour ziemlich problemlos machen kann.

Das Wetter spielte nicht so Recht mit. Es hatte viele Wolken, die arg tief hingen und die Sonne ließ sich nur selten sehen. Für das Ambiente war das natürlich toll, denn so sah das Gaishorn echt hochalpin aus, aber ich hätte mir doch ein wenig mehr Sonne und vor allem Wärme gewünscht.

Die kleinen Klettereien am Gaishorn-Grat meisterte der Neffe problemlos und er schaffte es auch, nicht ganz so hektisch zu sein und etwas überlegter zu klettern. Das wird :-)

Die Pause am Gipfel war einigermaßen kühl. Das Rauhhorn drüben war immer wieder im Nebel, aber insgesamt sah das Wetter nicht so aus, als würde in der nächsten Stunde ein Gewitter loslegen. Wir gingen also zum Gaiseck runter und starteten den Aufstieg zum Rauhhorn.

Der ist dann doch klettriger als ich in Erinnerung hatte, aber das ist ja was Gutes :-) Bis auf den kleinen Überhang unterm Gipfel ist da auch nichts versichert, das ist also schon eine anspruchsvolle Tour. Wir kamen aber ohne Probleme zum Gipfel.

Ich hatte eigentlich schon vorher gesagt, dass ich angesichts der Länge der Tour ohne Bike keine Überschreitung machen wolle (war ja nicht klar, was das Knie dazu sagen würde), aber nachdem die Herren ständig laut drüber nachdachten, wie toll die Überschreitung den Tag abrunden würde, ließ ich mich dann doch breit schlagen. Noch ging es dem Knie ja gut.

Der Abstieg zum Sattel zum Kugelhorn ist leichter als der Aufstieg und länger als ich in Erinnerung hatte und natürlich hat es bis zum Schrecksee noch allerlei bergauf-Passagen (die Herren war sich einig, dass da nur noch geradeaus ginge), aber das ist wirklich nicht mehr allzu viel. Dafür war das Wetter signifikant schlechter geworden und wir konnten sehen, dass vom Daumen her Regen kommen würde. Wir gingen also so schnell wie möglich weiter, was aber mit mir als Bremsklotz gar nicht so furchtbar schnell ist.

Die Herren hatten ursprünglich beide Eisbaden in Erwägung gezogen (wobei ich ja nicht sicher bin, ob der Neffe das auch durchgezogen hätte), aber da der Schrecksee in zwischen kein Eis mehr hatte und das Wetter immer schlechter wurde, ließen sie den Gedanken fallen und wir stiegen sobald es ging, weglos zu Schrecksee-Abstieg ab. Vorher hatte uns der Neffe noch gezeigt, wo er bei seinem ersten Besteigungsversuch im Schneefeld ausgerutscht war. Hui!

Der weglose Abstieg war ein wenig doof, weil die Wiese üble tiefe Kuhtritte hatte, die man wegen des hohen Bewuchses nicht sehen konnte. Ich war froh, dass ich das Knie nur einmal durchtrat, das war schon schlimm genug. Der Abstieg über den breiten Weg in den Kessel unterm Schrecksee war dann nervig, ging aber schnell.

Inzwischen war das Wetter doch nicht so schlecht geworden, wie es zunächst den Anschein gehabt hatte und wir konnten da unten ein nettes Päuschen einlegen, wo wir alle die Schuhe auszogen, um den geschundenen Füßen ein wenig Erholung zu geben. Die Herren schliefen beide umgehend ein, ich whatsappte ein wenig mit der besten Mama, die von fürchterlichem Gewitter und Regen in Kempten schrieb. Wir hatten aber sogar etwas Sonne!

Als das bisserl Sonne verschwand, gingen wir weiter, um zum E-Werk abzusteigen. Inzwischen lief nicht nur ich unrund, auch der Neffe schien Füße-Weh zu haben. Er stellte aber befriedigt fest, dass das seine bislang längste Tour sei. Nur der beste Allgäuer von Allen ließ sich nichts anmerken, meinte aber dann auch, er sei froh, wenn wir endlich unten wären.

Ich hatte mir am Gipfel ausbedungen, dass wenn am E-Werk in absehbarer Zeit ein Bus käme, wir den nehmen würden. Leider schien da aber kein Busfahrplan zu hängen und ich hatte in dem engen Tal kein Netz, um online danach suchen zu können. Wir saßen also etwas bedröppelt auf der Bank und bereiteten uns geistig darauf vor, nun noch eine Dreiviertelstunde nach Hinterstein hatschen zu müssen. Und genau da kam der Bus ums Eck.

Ich sauste hin, um ihn anzuhalten, das war aber gar nicht nötig. Der Fahrer meinte, das sei eine Haltestelle, er hätte uns schon nicht sitzen lassen. Und natürlich habe es da einen Fahrplan ... Stimmt, nur so weit weg von der Bank hatten wir gar nicht geschaut. Wir waren alle froh, sehr gemütlich zum Auto zurück kutschiert zu werden :-)

Auf dem Heimweg fing es erst an zu regnen und dann zu schütten, was das Zeug hielt. Wären wir in so einen Guss gekommen, wäre das gar nicht lustig gewesen. So aber: was für ein Glück!


Auf dem Weg zur Willersalpe


Viele Wolken, wenig Sonne


Vorm Gaishorn mit Skitour im Blick (rechts rauf, links Mitte runter)


Der Gaishorngrat ist auch nett


Am Gaishorngipfel ist es frisch


Abstieg zum Rauhhorn


Am Rauhhorngrat; das Wetter läßt zu wünschen übrig


Klettern am Rauhhorngrat


Der kleine Überhang unterm Gipfel


Am Rauhhorn


Nebliger Abstieg ...


... am Ende sieht man dann auch wieder was


Edelweiß :-)


Vorm Schrecksee; es nieselt


Abstiegs-Abkürzer


Zurück auf dem offiziellen Abstieg

Von engel am 02.07.2018 22:40 • outdoorberg

Samstag, 16.06.2018: Viel Bike, wenig Hike

Donnerstag, Juni 28, 2018

Der große Neffe hatte angefragt, ob er am Sonntag mit uns in die Berge kommen könnte. Natürlich :-)
Da das aber vermutlich viel Laufen bedeutete, nahmen wir uns für den Samstag eine Tour mit viel Radeln und eher wenig Laufen vor.

Wir parkten in Rieden und radelten über den Rotlechstausee zur Raazalpe hinauf. Auch hier waren wir - von einem einzigen Selbsttreter abgesehen - die einzigen echten Biker. Was da schon einigermaßen erstaunlich ist, ist dass unter den E-Bikern auch total junge Menschen sind, von denen man annehmen würde, dass sie sportlich und kräftig genug sind, auch selber zu fahren. Man wundert sich ...

Eigentlich mag mein Knie Biken ja ganz gern, aber auf den letzten Metern zickte es blöd rum. Saublöd, wo doch am nächsten Tag die Neffentour anstand. Na, erst mal sehen.

Weil das am letzten Wochenende so schön gewesen war, kehrten wir an der Raazalpe erst mal ein. Die war aber noch nicht so richtig aktionsbereit, Kuchen gab es nämlich keinen. Wir nahmen stattdessen Radler und Würstel, was wirklich ausgezeichnet schmeckte, aber das Radler setzte sich geradezu bösartig in die schon etwas angestrengten Beine, so dass das Weitergehen erst mal fürchterlich anstrengend wurde.

Der beste Allgäuer von Allen ging natürlich wieder barfuß. Als wir den Sattel zwischen Galtjoch und Abendspitze erreichten, wo es dann wirklich grasig und angenehm wird, schlug er vor, ich solle das doch auch machen. Gute Idee, Einlagen hin oder her. Und das war wirklich angenehm (auch wenn das Knie ein wenig zwickte, das war aber vorher mit Schuhen auch schon so). Der Weg vom Sattel zum Galtjoch ist einfach nur super zum Barfuß-Gehen :-)

Nicht ganz so super war der eisige Wind, der uns ab dem Sattel begleitete. Am Gipfel suchten wir uns ein windgeschützes Plätzchen und legten uns in die Sonne, wo wir prompt einschliefen (das Radler?). Wir erwachten fröstelnd, weil sich eine kleine Wolke genau über uns vor die Sonne geschoben hatte. Da die keine Anstalten machte, sich zu verziehen, gingen wir halt. Der beste Allgäuer von Allen barfuß, ich wieder mit Schuhen. Das Knie jammerte weiter blöd rum.

Wir gingen auch noch kurz auf die Abendspitze und stiegen dann zu den Rädern ab. Die Abfahrt zum Rotlechstausee, immerhin gut 700 Höhenmeter am Stück, ist ziemlich fordernd für die Räder, aber trotz aller Bedenken haben die Bremsen da noch nie aufgegeben. Meine Hinterradbremse quäkt am Ende dann allerdings ziemlich erbärmlich. Das legt sich glücklicherweise dann wieder, wenn sie abgekühlt ist :-)


Start am Riedener See


Das sieht nicht nur angestrengt aus!


Vor der Raazalpe


Auf dem Weg zum Galtjoch


Auch ich gehe barfuß :-)


Am Galtjoch


An der Abendspitze


Abfahrt

Von engel am 28.06.2018 23:38 • outdoorbergmtb

Samstag, 09.06.2018: Eissee-Eisbaden

Donnerstag, Juni 28, 2018

Nach den Figl/Mini-Touren des letzten Wochenendes, wollten wir nochmal eine solche Tour machen. Auch um Abstieg zu sparen, ehklar. Wir verwarfen ein paar der extremeren Möglichkeiten, weil uns dazu die Figln zu mistig und die Minis zu schmal waren. An manchen Stellen sollte man nicht stürzen (und für den nächsten Winter haben wir schon eine kleine Einkaufsliste, aber aktuell ist alles, was in der Hinsicht interessant wäre, ausverkauft). Schließlich entschieden wir uns für ein Ziel und weil wir nicht mehr so Recht an Schnee glauben konnten, packten wir doch lieber die Figln ein (mit denen kann man ‘normale’ Schuhe anziehen).

Wir parkten an der Nebelhornbahn und radelten ins Oytal hinter. Je weiter hinter wir kamen, umso schneefreier sah die Gegend aus. Die Wildenfeldscharte sah beim Näherkommen dann nahezu vollständig blank aus, damit war auch die letzte Möglichkeit zum Abfahren weg und wir fragten uns woher dieser Schnee-Optimismus gekommen war. Ich vermute, ich bin da nicht unschuldig ;-)

Wir radelten mit den schweren Figl-bepackten Rucksäcken zur Käseralpe hinauf und parkten dort sowohl die Räder als auch die Figln. 2 Kilo weniger merkt man übrigens gleich :-) Weil wir annahmen, dass es später nichts mehr geben würde, kehrten wir direkt ein. Dann konnten wir zum ‘zu-Fuß’-Teil der Tour starten.

Der Weg hinauf in den Älpele-Sattel war trotz der eher gemäßigten Temperaturen ziemlich heiß und schwitzig, was aber vor allem an der feuchten Luft lag. Im Sattel, wo uns der Wind erwischte, war es dann deutlich kühler. So war es auch auf dem weiteren Aufstieg auf dem Rücken zum Rauheck. Das Rauheck ist eh ein Saubuckel, weil man da andauernd was sieht, was wie der Gipfel aussieht und dann kommt danach doch wieder ein Buckel. Aber es liegt toll und man hat Super-Aussicht in alle Richtungen.

Wir bekamen im Aufstieg hin und wieder Sonne ab, aber bei der Gipfelpause wurden wir bald eingenebelt. Immerhin war es aber nur moderat kühl. Als es dann auch noch zu nieseln begann, rafften wir uns wieder auf und stiegen ab.

Am Abzweig zu den Eisseen gingen wir lieber den langen Weg um die Wechte herum, als drüber zu klettern. Dann stiegen wir im steilen Gras und über ein Schneefeld zum Weg ab und gingen zum größten Eissee.

Der verdiente seinen Namen durchaus, denn auf der einen Seite hatte es eine sicherlich 3 Meter hohe Eiswand. Die andere Seite war gerade so frei. Zum Eisbaden reichte das und des beste Allgäuer von Allen hatte das Vergnügen, vor einer richtig hohen Eiswand zu schwimmen. Das hat man ja auch nicht alle Tage :-)

Der Rückweg über die anderen Eisseen zum Wildenfeldhüttle war dann doch länger als wir dachten und unsere schöne Vorstellung von Kaffee und Kuchen auf der Käseralpe löste sich langsam in Wunschdenken auf. Gerade als wir die Alpe wieder sehen konnten, fuhr da das letzte Auto weg ;-)

Immerhin hätte es noch was zu Trinken gegeben (Selbstbedienung), aber das brauchten wir gar nicht und packten stattdessen die Figln wieder an den Rucksack und fuhren an.

Auch an der Gutenalpe und im Oytalhaus war schon Schluß, wir waren einfach zu spät dran. Wir kehrten stattdessen auf dem Heimweg im Haxenwirt ein und nahmen dort ‘Spareribs satt’. Und danach waren wir auch wirklich satt und konnten nach dem Heimkommen und Duschen zufrieden aufs Sofa fallen. Schöner Tag! Und viel tragen trainiert bestimmt ;-)


Hindernisse auf dem Weg ins Oytal


Wir nähern uns dem Stuibenfall


Das Rauheck im Blick


Aufstieg zum Älpelesattel unter der Höfats


Der Grat ist steil und krautig


Gelber Enzian vorm Rauheck


Die letzten Meter zum Gipfel


Frühlings-Stillleben


Umweg um die Wechte


‘Abstieg’ zu den Eisseen


Eissee-Eisbaden


Murmel schauen verwundert


Der Gems schaut misstrauisch


Der Rückweg ist lang


Kurz vor der Käseralpe


Fast zurück in Oberstdorf

Von engel am 28.06.2018 21:40 • outdoorbergmtb
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