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Figln

Samstag, Juni 03, 2017

Seit Jahren beneide ich Leute, die mir am Berg mit Figl entgegen kommen. Und seit Jahren kann ich mich nicht dazu entschließen, welche zu kaufen, weil die Dinger nicht grad günstig sind und zudem eher primitiv aussehen (vor allem die zum Schnüren, die eigentlich die einzig sinnvollen sind). Letzte Woche hing ich schon wieder lang auf Figl-Seiten herum und beschloss dann, dass das jetzt mal ausprobiert werden muss.

Am Freitag kam dann ein langes Paket. Wir packten 2 Paar Figl aus und betrachteten sie mit gemischten Gefühlen. Endlich Figl! Aber ob die was taugen? Immerhin, es sind recht hübsche Figl, ein Paar weiß, ein Paar schwarz.

Schnee gibt es inzwischen nur noch recht weit oben in Figl-tauglichen Mengen. Nach einigem Überlegen nahmen wir uns den Hochvogel vor. Das Kar unter der Kreuzspitze müsste ja eigentlich noch Schnee haben ...

Wir starteten relativ früh mit den Bikes am E-Werk und radelten am Giebelhaus vorbei bis zum Abzweig zum Prinz-Luitpold-Haus. Es war erstaunlich wenig los, was vermutlich daran liegt, dass das PLH noch nicht offen ist. Nach dem Giebelhaus waren wir so gut wie allein unterwegs.

Der Weg zum PLH zieht sich deutlich länger als wir gedacht hatten (in meiner Erinnerung ist man da in NullKommaNix oben, das täuscht aber). Wie erhofft fanden sich oberhalb ausgedehnte Schneefelder. Zur Kreuzspitze waren bisher nur wenige Leute gegangen, so dass der beste Allgäuer von Allen spuren musste/durfte.

Anfangs dachte wir, das Schneefeld im Kar sei ideal, weil es nicht sehr steil sei. Je näher wir aber dem Klettersteiglein zur Kreuzspitze kamen, umso steiler wurde das Schneefeld und die Aussicht, da oben das Figln lernen zu müssen, wurde langsam ein wenig unheimlich ;-)

Das Schneefeld tat meinem Knie nicht gut. Dauernd musste man den linken Fuß verdrehen und höher setzen als den rechten. Mit der Zeit fing es im Knie zu stechen an. Wir ließen deswegen den Hochvogel sausen (nix übertreiben am Anfang) und erklärten die Kreuzspitze zum Ziel. Das Klettersteiglein da hinauf war nochmal nett, dann machten wir Pause mit Blick auf den Hochvogel, der auch Besuch hatte.

Nachdem wir den Steig zurück bis an den Schnee abgestiegen waren, wurde es interessant. Allein schon die Figln im steilen Schrofengelände so anzulegen, dass man im Schnee zum Stehen kam, war eine Herausforderung. Als wir die gemeistert hatten, standen wir erst mal ziemlich ungelenk und unsicher auf den komischen kurzen Dingern und fragten uns, wie wir da jetzt eine Kurve hinkriegen sollten.

Immerhin das Gelände war gut gewählt - sollte einer ins Rutschen kommen, würde er einfach nur das Schneefeld runter rutschen ohne irgendwo aufzuschlagen. Der Schnee selbst war oben drauf relativ weich, drunter fest, aber vom Regen in unendlich viele Kuhlen gewaschen. Die ersten Kurven waren noch sehr sehr wackelig, dann gewöhnten wir uns an die Figl und kurvten vorsichtig das Schneefeld runter.

Das war ganz schön anstregend. Weil die Figl hinter den Schuhen abrupt aufhören und gern auch in die Regenkuhlen einstechen, muss man ständig voll angespannt auf den Skichen stehen. Im Flachen geradeaus fahren schüttelte uns komplett durch. Alles in Allem war das Figln recht lustig, aber ungemein anstrengend. Ich bin noch nicht sicher, ob so Figl jetzt echt was Tolles sind oder ob wir nur recht grausliche Bedingungen hatten.

Die unteren Schneefelder steigen wir dann zu Fuß ab. Das Wetter war inzwischen ziemlich zugezogen und die Sonne kam kaum noch durch, aber der beste Allgäuer von Allen hatte es sich in den Kopf gesetzt, nochmal Eissee-Baden zu gehen. Wir stiegen also zum See unterhalb des PLH ab und er ging kurz ins Wasser. Ich wagte mich immerhin bis zur Mitte der Wadln hinein ;-)

Das PLH hatte zwar offiziell noch geschlossen, aber der Wirt war schon da zum Aufräumen und wir nahmen sein Angebot, uns etwas zum Trinken zu verkaufen gerne an. So kamen wir unvermutet zu erfrischendem Weißbier :-)

Beim Weizen-Trinken hatte es noch so ausgesehen, als würden wir entweder schon beim Abstieg oder spätestens bei der Abfahrt nass werden. Rundrum waren dicke schwarze Wolken aufgezogen und es sah sehr nach Gewitter aus. Aber wir hatten Glück, es regnete weder im Abstieg noch bei der Fahrt zurück ans Auto. Richtung Sonthofen und Kempten hatte es aber zwischendurch mal geregnet, denn es hatte nasse Stellen auf der Straße. Uns erwischte das Gewitter erst, als wir um 9 beim Lieblings-Jugo beim Essen im Biergarten sassen und da war es ein Leichtes, einfach nach drinnen umzuziehen.

Das war ein schöner und einsamer langer Tag (11 Stunden, 1650 Höhenmeter, 39 Kilometer). Die Gegend ist Klasse, die Tour generell sehr schön, aber das Figl-Fazit ist momentan eher gemischt.


Radeln mit Figln


Aussicht zum Großen Wilden


Viiiel Wasser beim Start zum Prinz-Luitpold Haus


Aufstieg mit Wildem und Schneck


PLH vor der Fuchskarspitze


Die ersten Schneefelder


Rückblick mit Eissee


Am Anfang des großen Schneefelds im Kreuzspitzkar


Die letzten steilen Meter zum Klettersteiglein


Ausblick


Abstieg zum Figln


‘Elegante’ erste Figl-Kurven


Gleichgewichthalten im Steilen ist gar nicht einfach


Brrrrrrrrr!


Der Mann im Eis


Fast zurück an den Rädern


Rasante Abfahrt

Von engel am 03.06.2017 22:00 • outdoorbergskimtb

Wir frühstückten gemütlich zu dritt und machten uns dann auf den Weg nach Reichenbach. Wir waren nicht wirklich früh, aber auch nicht wirklich spät dran, deswegen waren wir etwas geschockt, dass zeitgleich mit uns um die 20 Leute vom Parkplatz aus starteten. Der schöne Weg durch den Tobel war deswegen ziemlich nervig, da der beste Allgäuer von Allen und der Michi sich vom Herdentrieb anstecken ließen und in der Menschentraube den Tobelweg hinauf eilten. Ich bin eh langsam und hetzen lasse ich mich schon gar nicht (am Ende vertappe ich mein Knie) dem Auflauf weglaufen ging also nicht.

Am oberen Ende des Tobel verlief sich die Menge glücklicherweise und wir konnten in relativer Ruhe zum Gaisalpsee aufsteigen. Natürlich hatte es Leute, aber der Betrieb war deutlich normaler als im Tobel! Michi und Ralle waren noch immer schneller als ich, aber das ist ja nichts Neues. Außerdem ist der ‘kleine’ Neffe inzwischen auch größer als ich und so als Zwerg unter Riesen (naja) darf man auch ein wenig hinterher hängen.

Am Gaisalpsee machten wir eine kleine Pause, dann ging es weiter bis zum ersten Gipfel. Der war natürlich voll, weil man ja auch von der anderen Seite aus hochlaufen kann. Wir suchten uns ein leicht abseits gelegenes Plätzchen und machten eine gemütliche ausgedehnte Gipfelpause.

Der Weiterweg entlang des Grats war bis zur Abzweigung zur Seealpe weiterhin voll, dann ließ der Betrieb ein wenig nach (allein waren wir natürlich trotzdem nicht). Zum nächsten Gipfel führt ein Mini-Klettersteig mit einem kurzen Stück Drahtseil und einer schmalen abdrängenden Leiter. Wir waren überzeugt, dass das Ding überhaupt kein Problem für den Michi sein würde und so war es auch.

Am Gipfel versorgten wir die Anwesenden, die anhand einer Karte versuchten, die Berge der Umgebung zu identifizieren mit passenden Informationen, was sehr erfreut aufgenommen wurde. Als wir dann weiter gingen, war das scheinbar das Signal, dass nun die Experten weitergehen und alle folgten uns ;-)

Der Michi meisterte auch den steilen gerölligen Abstieg (mit einem Verhauer und deswegen mit einem kleinen Stück freier Kletterei) problemlos und so waren wir bald auf dem Sattel mit dem Schneefeld das zum oberen Gaisalpsee hinab führt. Das sah wirklich gut aus, aber vorher stand noch der dritte Gipfel auf dem Plan.

Das ist nur noch ein grasiger Mugel, aber immerhin die höchste Erhebung in der Grat-Umrundung. Da gab es dann noch einen wohlverdienten Gipfel-Enzian, dann gingen wir zurück zum Sattel mit dem Schneefeld. Das sah einfach zuuu einladend aus.

Leider war der Schnee für ‘richtiges’ Abfahren auf den Schuhen zu weich, aber es ließ sich immerhin sehr bequem absteigen. Der Ralle versuchte das Abfahr-Problem mit Tüten über den Schuhen zu lösen und das ging sogar recht gut. Der Michi hüpfte einfach in großen Sprüngen das Schneefeld runter. Die Schuhe voller Schnee hatten wir am Ende alle ;-)

Der beste Allgäuer von Allen hatte ein Bad im Gaisalpsee geplant (Brrr!). Eigentlich ja im größeren unteren See, aber nun waren wir am oberen See, rundrum lag Schnee, der See selbst war noch zu 2/3 mit Schnee und Eis bedeckt und was liegt da dann näher als in eben diesem See baden gehen zu wollen (Brrrrrrrrrrrrrr!)? Eben!

Der Mann kramte also Handtuch und Badehose aus dem Rucksack und ging ins Wasser. Und das nicht mal wirklich kurz, sondern so um die 5 Minuten! Ich hatte das Baden in einem kalten Bergsee ja schon zuhause verweigert und auch der Michi hatte da nicht sehr überzeugt geschaut. Jetzt wollte er aber wenigstens mit den Füssen hinein. Und dann ging er einfach bis zum Hintern hinein (weil ungeplant, direkt mitsamt seinen Klamotten), quiekt ein wenig vor sich hin und tauchte dann mit Heldengebrüll bis zum Hals hinein. Und dann sauste er ganz schnell wieder raus :-)

Glücklicherweise fand sich dann noch eine trockene kurze Hose in meinem Rucksack, sonst hätten wir den Neffen wohl mit einer Blasenentzündung daheim abgeliefert. Nachdem alle wieder trocken waren (bis auf die Schuhe, die waren und blieben wegen dem Schnee alle nass), stiegen wir zum unteren See ab (der beste Allgäuer ging auch da nochmal schwimmen - ‘Badewanne’ stellte er fest). Danach stiegen wir bis zu den Alpen ab und kehrten in der Richteralpe auf Kaffee und Kuchen ein (leider nur solala).

Während wir Alten (*seufz*) nach der Bergtour gemütlich zum Essen gingen und uns dann auf dem Sofa erholten, ging der Neffe dann auch noch aufs Stadtfest und kam erst um 3 ins Bett. Uff!


Start im Tobel


Auf dem Weg zum unteren See


Oberhalb des unteren Sees dann schon Schnee


Erster Gipfel


Klettern vor Kulisse


Die Leiter


Abstiegsverhauer mit freiem Klettern


Am höchsten Punkt


Vergebliche Abfahrversuche


Fröhliches zu-Tal-Gehüpfe


Der Plastiktüten-Abfahrer


Eissee-Bader #1


Eissee-Bader #2


Abstieg

Von engel am 31.05.2017 20:35 • outdoorberg

Bike&Hike-Start

Freitag, Mai 26, 2017

Aus Gründen sollte die Bergsaison ja immer mit Bike&Hike anfangen. Da aber ja doch noch ziemlich viel Schnee liegt, war die Auswahl recht eingeschränkt, zumal an diesem Wochenende sicherlich sehr viel los sein würde. Die Wahl fiel auf das nette Bik&Hike Ziel mit den Ketten im Gipfelaufbau.

Seitdem ich mit dem Ghost so glücklich bin, muss das arme Rock Mountain ein gelangweiltes Garagen-Dasein fristen. Aber das Ghost ist so viel bequemer und fährt sich so viel leichter, dass ich mich auch bei den Bike&Hike Touren nicht dazu entschließen kann, das Rocky zu nehmen. Wir nahmen stattdessen zwei ordentliche Schlösser mit.

Als wir unten an der Bahn starteten, war es noch ziemlich kühl. Vor allem der Wind war frisch. Aber 700 Höhenmeter bergauf machen dann schon warm :-) In der Nordrinne unseres Ziels lag noch haufenweise Schnee (Plan: nächstes Jahr da unbedingt mal runter fahren), aber wir wollten ja südseitig aufsteigen.

Am Sattel parkten wir die Bikes und gingen zu Fuß weiter. Bis unter den Gipfel gab es kaum Schneeberührung, aber im steilen Hang unter dem Gipfel, der so ein kleines Bisserl sonnenabgewandt liegt, hatte es dann doch Schnee. Natürlich schaufelten wir uns da dann erst mal Schnee in die niedrigen Schuhe ...

Am Gipfel waren wir nur kurz allein, dann kamen schon die nächsten Nachgänger. Überhaupt war ungewöhnlich viel los an diesem sonst doch recht einsamen Gipfel.

Im Abstieg schaffte ich glatt 20 Meter Abfahren (mit nochmal Schnee in den Schuhen), der Rest musste dann ganz normal zu Fuß zurück gelegt werden. Die Abfahrt unterbrachen wir an der Edenalpe, wo es inzwischen wieder ganz ausgezeichneten Kuchen gibt :-)

Abends wurde der kleinste Neffe am Bahnhof abgeholt und wir läuteten die Grillsaison ein :-)


Hochradeln (vor der schneereichen Nordrinne)


Zu Fuß aufsteigen


Über den Ketten


Abfahrt

Von engel am 26.05.2017 21:59 • diaryoutdoorbergmtb

Grosser Solstein

Sonntag, Mai 21, 2017

Weil Karsten Geburtstag hatte, begann der Tag mit einem Sektfrühstück. Nicht schlecht, aber ich hatte bis zum Gatterl lahme Beine ;-) Naja, könnte auch an den 1000 Bike-Höhenmetern vom Vortag gelegen haben.

Meines Knies wegen (vorsichtig gehen, nicht hetzen lassen) und weil wir eh einen komischen Rhythmus beim Laufen haben, gingen wir schon mal los, während sich die anderen noch sammelten. So waren wir quasi die Vorhut und der Ralle hatte das Vergnügen alles spuren zu dürfen. Das kommt aber erst noch.

Zunächst zeigte sich das Wetter freundlich. Es hingen noch viele Wolken rum, aber Sonne schaute schon immer wieder durch und wir erwarteten einen einigermaßen schönen Tag. Zunächst ging es wie am Vorabend zum Gatterl, wo wir dann auf den Höttinger Schützensteig abbogen. Das ist ein wirklich netter schmaler Steig, der durch Geröll, Latschen und Schrofen führt und gelegentlich ausgesetzt ist.

Im Steig war bald klar, dass wir unsere Hoffnung auf schönes Wetter in Nebel würden begraben können. Je höher wir kamen umso dichter wurden die Wolken. Von der Sonne sahen wir bald nichts mehr. Dafür sahen wir bald den ersten Schnee.

Nachdem wir die ersten beiden kleinen Schneefelder gequert hatten standen wir weiter oben im dichten Nebel vor einem recht großen, doch einigermaßen steilen Schneefeld das unten steiler wurde und in einem Abbruch endete. Die andere Seite des Schneefelds war kaum zu erkennen, aber das GPS meinte der Weg ginge da geradeaus drüber. Der beste Allgäuer von Allen spurte nach Gefühl und traf exakt auf die Steigspur auf der anderen Seite :-)

Auf einem Sattel machte der Nebel kurz auf und wir konnten einen Blick auf den Weiterweg erhaschen: Schneefelder. Und dann wurde es auch schon wieder duster. Der beste Allgäuer von Allen spurte auch die nächsten Schneefelder mit schlafwandlerischer Sicherheit und fand jeweils den Weg auf der anderen Seite wieder.

Nach dem letzten Schneefeld landeten wir auf einer Art steinigen Hochebene. Wir marschierten den vielen Steinmännern nach und kamen auf einem schneebedeckten Sattel an. Im Nebel. So ein GPS hat echt Vorteile :-)
Meinen inneren Kompass verdrehte es mir aber trotzdem und wären nicht die anderen mit dem Geltendorfer Führer hinter uns aufgetaucht, wären wir wohl erst mal Richtung Kleiner Solstein weiter gelaufen (ich bin aber fest überzeugt, dass wir das dann doch noch gemerkt hätten ;-)).

Mit Hilfe von Beda fanden wir also den Solsteinsattel und von dort über den schneebedeckten verwächteten Grat schließlich auch zum Großen Solstein. Die Sicht war großartig: weißer Schnee, weißer Nebel, ein schemenhaftes
Gipfelkreuz ;-)

Aber egal. Wir waren oben, dem Knie ging es gut und es war ein neuer Berg. Die Nachfolger-Truppe traf auch bald ein. Die teilten sich dann in Solsteinhaus-Absteiger und Wörgltal-Absteiger auf. Die Solsteinhaus-Gruppe ging bald. Wir auch, es war ganz schön frisch da oben!

Der Abstieg durchs Wörgltal ging erstaunlich gut. Das Schneefeld dort war zwar ziemlich steil, aber der Schnee war genau richtig, um mit festen Schritten sanft absteigen zu können. Unten wurde das Schneefeld steiler und lief in eine relativ enge Rinne hinein. Das war mir etwas unheimlich, also orientierten wir uns Richtung ‘richtiger’ Weg, aber das war keine besonders gute Idee. Das ganze Wörgltal besteht aus Geröll auf abfallenden Platten und ist bescheuert zu gehen. Da wären wir mal besser wie die anderen die steile Rinne im Schnee abgestiegen.

Nachdem wir aus dem Kar raus waren, wurde es unvermutet Sommer. Wir hatten Schnee und Wolken hinter uns gelassen und merkten nun, dass außerhalb der Gipfelregion sogar die Sonne schien! Die Sonne verließ uns allerdings mehr oder weniger, als wir uns an der Hütte an einen freien Tisch setzten um einen Kaiserschmarrn zu essen. Der hatte dann ein Ausmaß, dass die Portion locker auch für 4 Leute gereicht hätte. Aber er war gut. Nicht zu süß, nicht zu fett und gut gebraten.

Am Ende durften wir dann die 1000 Höhenmeter, die wir uns am Vortag hinauf gequält hatten, wieder abfahren. Wunderbar! (auch wenn mir am Ende die Hände vom Bremsen weh taten ;-))


Start mit Sonne an der Neuen Magdeburger Hütte


Im Höttinger Schützensteig


Schneefeldquerung


Irgendwo oben, wo es flach ist.


Der große Solstein. Aussicht und so :-)


Tiefblick das Wörgltal runter


Steile Schneestapferei


Und wieder: Sonne an der Neuen Magdeburger Hütte


Am Ende der langen Abfahrt

Von engel am 21.05.2017 22:00 • outdoorberg

Chili-Auszug

Sonntag, Mai 14, 2017

Schnelle und deutliche Verbesserung im tiefen Südwesten, was alle sehr erleichterte.

Freitag ließ ich mir neue Schuheinlagen anpassen. Dazu wurde auch ein Fuß-Scan durchgeführt, der genauso unschön aussah wie meine nassen Fußabdrücke (ich habe Spreizfüße ). Ich diskutierte ein Weile mit der Einlagen-Spezialistin, um die besten Variante für die harten Bergstiefel, in denen meine Füße eh arg wenig Platz haben, herauszufinden. Bei den Einlagen, die ich habe, schlafen mir in den Stiefeln meistens die Füße ein. Schaumermal, ob die neuen Einlagen besser werden.
Diese Einlagen dauern übrigens nur eine Woche :-)

Samstag druckste das Wetter eine ganze Weile unentschlossen umher und klarte dann doch so halbwegs auf. Rausgehen ist wichtig, deswegen sausten wir nach Burgberg, um aufs Burgberger Hörnle zu gehen. Es war sehr feucht, deswegen stiegen wir auf dem Normalweg hoch. Andere ließen sich von der Feuchtigkeit nicht beeindrucken und gingen trotzdem den Aurikelgrat.

An sich hatten wir vorgehabt, bis auf den Grünten zu gehen, aber weil mir nach dem Aufstieg der Fuß so arg weh tat, stiegen wir nach dem Hörnle ab. Damit hatten wir genügend Zeit, um noch einkaufen zu gehen, auf der Terrasse in der Sonne zu liegen und der Beste Allgäuer von Allen mähte dann sogar noch den Rasen. Barfuß. Seitdem hat er grüne Fußsohlen, die nur langsam wieder Normalfarbe annehmen :-)

Sonntag war es so weit: Auszug der Chilis!
Nachdem die Wettervorhersage inzwischen keinen Frost mehr prophezeit und weil wir im Wohnzimmer kaum mehr aus dem Fenster schauen konnten, wurde es wirklich Zeit, die Chilis umzuziehen. Wir bauten unser Chilihaus auf (wohl das letzte Mal, daran geht so gut wie alles kaputt ) und setzten die Chilis in große Töpfe und raus auf die Terrasse.

Jetzt wäre es freundlich vom Wetter wenn es warm bliebe!

Von engel am 14.05.2017 22:00 • outdoorberg

Mai-Wochenende

Montag, Mai 01, 2017

Freitag war noch kaum zu glauben, dass das Wochenende schön werden sollte, aber tatsächlich - am Samstag in der Früh schien die Sonne zum Fenster hinein. Und auf den Schnee im Garten.

Noch immer aus Gründen konnten Touren weder lang noch anstrengend sein, deswegen war es schwierig zu entscheiden, was wir mit dem schönen Wetter anfangen sollten. Dass wir raus wollten, war immerhin klar. Am Ende entschieden wir uns dafür, zu Fuß den Aggenstein zu versuchen. Bis zur Hütte sollte es lawinentechisch kein Problem sein, danach müsste man halt mal gucken.

Im Tannheimer Tal lag nicht besonders viel Schnee (was den Besten Allgäuer von Allen erstaunte), aber auf dem Weg zur Hütte - glücklicherweise gespurt - versanken wir habe teilweise bis zum Oberschenkel (was wiederrum mich erstaunte). Wir gingen lediglich bis zur Hütte, weil uns die steile Querung und dann der steile Aufstieg zum Gipfel zu gefährlich schienen.

Am Sonntag wollten wir weniger Schnee und trotzdem einen Berg und gingen deswegen aufs Bärenköpfle. Es war erstaunlich wenig los und der Schnee hielt sich bis auf wenige Meter in Grenzen.

Beide Touren zusammen sorgten bei mir für einen fürchterlichen Muskelkater im linken Bein (und für moderate Schmerzen im rechten Knie). Das passiert jedes Mal wieder, wenn wir nach einer Pause wieder zu Fuß in die Berge gehen. Meh :-(

Montag war ein ‘Arbeitstag’ ;-)
Wir beschäftigten uns mit Bildern und Ebooks und ich pflegte meinen Muskelkater mit lautem Gejammer bei jedem Aufstehen ;-)

Der kleine Schock vom Wochenende: Ueli Steck ist tödlich verunglückt.
Natürlich kenne ich den Mann nicht wirklich, aber er kam in allen Interviews immer so sympathisch rüber (und man denkt ja, man kennt die Leute, wenn man was über sie gelesen und/oder Interviews mit ihnen gehört hat), dass ich beim Hören der Nachrichten doch ziemlich erschrocken bin.

Von engel am 01.05.2017 22:00 • outdoorberg

Sonntag, 26.02.2017: Neffenbergsteigen

Mittwoch, März 01, 2017

Wenn die Neffenbande ins Allgäu geschleppt wird, frage ich inzwischen immer erst mal vorsichtig an, ob und wenn ja wer denn mit uns mit auf einen Berg steigen will. Ganz erstaunlicherweise kommt bisher von allen immer ein ziemlich schnelles ‘Bin dabei.’ :-)

Nicht ganz so zuverlässig funktioniert die Sache mit dem Packen und vor allem damit, eventuell Fehlendes schon mal vorab zu melden. Naja, glücklicherweise gibt es ja zwei reichhaltige Depots, aus denen Fehlendes ergänzt werden kann.

Wir starteten gemütlich ins Tannheimer Tal und gedachten eigentlich, der Gaichtspitze einen Besuch abzustatten. Da könnte man dann ganz prima den Gipfelhang auf Tüten runterrodeln, hatten wir uns vorgestellt. Leider steht am Gaichtpass ein Schild, dass man da wegen Wildfütterung und so nicht hoch soll (natürlich steht es nicht ganz unten sondern erst ein Stück den Weg hoch). Pfff!

Wir fuhren zurück zum Ersatzziel, bei dem wir wegen der Querung entlang des Grats zum Gipfel ein etwas ungutes Gefühl hatten. Aber man muss ja nicht unbedingt ganz hinauf.

Glücklicherweise lag aber nicht so viel Schnee wie wir befürchtet hatten und der vorhandene Schnee war wunderbar trittfest. Auch die 3 Steilstufen am Gipfelgrat waren völlig problemlos zu meistern. Die beiden großen Jungs sausten wie üblich unaufhaltsam vorne weg und auch der kleine Neffe ist gar nicht mehr wirklich klein. Jedenfalls ist er größer als ich und kommt schon gut an den besten Allgäuer von Allen ran. Ich Zwerglein unter den Riesen hatte jedenfalls alle Mühe mitzuhalten.

Inzwischen muss man die Herren ja nicht mehr mit Essen bei der Stange halten, aber die ‘Leckerlis’ die ich dabei hatte, kamen trotzdem sehr gut an. Sie hätten auch Gipfelschnaps genommen, aber den hatten wir im anderen Rucksack vergessen.

Im Abstieg rodelten die Jungs auf dem Hosenboden alles runter, was sich rodeln ließ (lediglich in der Querung oberhalb der Felsen geboten wir Einhalt, wenn auch nicht ganz schnell genug) und ließen sich auch nicht von bolligem Gras, Steinen und Wurzeln abhalten. Wir verzichteten zugunsten unserer Rücken und Allerwertesten.

Das war eine sehr nette Tour (leider fast ohne Sonne) und das Knie nahm den recht schnellen Abstieg (ich kam zwar nicht wirklich nach, mühte mich aber doch, der Bande hinterher zu kommen) mit der Schiene gut mit. Es gab natürlich Muskelkater hinterher, was auch sonst :/
(Nachfrage bei den Neffen: Nein, denen geht es gut. Kein Kater, bloß ein paar blaue Flecken am Hintern ...)


Fehlstart am Gaichtpass


Auf dem Weg zum Ersatzziel


Gämsen beobachten uns


Die letzten Meter


Oben mit Aussicht


Abstieg (die Herren rodeln zum Teil)

Von engel am 01.03.2017 22:30 • outdoorberg

Zu-Fuß-Bergsteigen

Sonntag, Februar 05, 2017

Ich geb das ja nur ungern zu und schäme mich fast ein wenig, aber wat mutt dat mutt: wir waren mitten im Winter, obwohl genügend Schnee für Skitouren liegt und obwohl man vermutlich sogar an den richtigen Stellen zum rechten Zeitpunkt (mit einigem Suchen) passablen Schnee hätte finden können, zu Fuß unterwegs.

Der Grund ist simpel: Ich wollte die Knie-Umstellung per Schiene auch mal zu Fuß testen, schließlich ist das für das Knie am stressigsten. Es gibt also eine gute Entschuldigung für das seltsame Verhalten ;-)

Winterbergsteigen ist durchaus ein anspruchsvolles Unterfangen, dass aber der gefährlichste Teil der Tour die Strecke auf der Teerstraße vom Parkplatz zum Bergfuß sein würde, war etwas überraschend. Es war kalt im Tannheimer Tal und sowohl Parkplatz als auch Straße hätten fast zum Eislaufen getaugt.

Ich muss zugeben, dass ich den Schnee etwas unterschätzt hatte. Obwohl wir einen südseitigen Anstieg auf einen nicht allzu hohen Berg wählten, war der Schnee bei weitem nicht so ‘weg’, wie ich erwartet hatte. Nur wenige Stellen waren halbwegs frei, meistens hatte es knapp knietiefen Altschnee, unten durchweicht und oben hart zusammenfroren. Und natürlich trug der Schnee kaum. Es dauerte nicht lang dann taten mir die Schienbeine und Waden vom ständigen Einbrechen ziemlich weh.

Den letzten Teil des Aufstiegs, vom Grat bis zum Gipfel begingen wir als erste und durften spuren :-)
Oben kamen wir sogar gaaaanz kurz in den Genuss von Fast-Sonne. Also eher so helleres Licht als man sonst bei bedecktem Himmel hat als tatsächlich Sonne. Schön (und warm) war es in jedem Fall :-)

Der Aufstieg war wegen des harten Schnees und der lästigen Einbrecherei recht anstrengend. Im Abstieg war der Schnee erfreulicherweise inzwischen ziemlich aufgegangen, so dass die steile Rinne vom Grat weg fast gemütlich zum Absteigen war. Wo wir beim Aufstieg nicht eingebrochen waren, brachen wir allerdings beim Abstieg ein. Einfach gehen ist was anderes ...

Im Aufstieg merkte ich mein Knie nicht mehr oder weniger als ohne die Schiene, ähnlich wie beim Skitouren. Im Abstieg dagegen fühlte sich das Knie erstens stabiler an (was sehr wahrscheinlich an der Schiene selbst als an irgendwas anderem liegt) und tat zweitens weniger weh. ‘Weniger’, nicht ‘Nicht’. Aber angesichts der eher schwierigen Lauferei (wegen ständig Einbrechen) ist das doch eher positiv. Auch positiv: Danach und am nächsten Tag tat das Knie deutlich weniger weh als erwartet.


Lieber neben der Straße laufen als drauf


Aufstieg


Oben am Grat


Gipfel-Annäherung


Vielleicht kommt ja Schnee?

Von engel am 05.02.2017 22:00 • outdoorberg

Jahreswechseltouren

Dienstag, Januar 17, 2017

Montag, 26.12.2016: Rote Flüh
Extreme Temperatur-Unterschiede: Aufstieg im T-Shirt in der Sonne, Pause am Gipfel mit Daunenjacke und Daunenhose (wegen Wind, Brrr!), Abstieg mit leichtem Wind mit Softshell. Sonst recht einsam und trotz Nordseite wirklich wenig Schnee und Eis.


Unterm Hochwiesler


Gimpel und Kellespitze

Dienstag, 27.12.2016: Steineberg
Den Neffen hatten wir eine Schnee- und Eis-Tour versprochen. Unten sah es erst eher wie Spätherbst aus, oben dann aber wie versprochen (ein wenig) Schnee und Eis. Die Gipfelleiter war sogar so vereist, dass wir doch lieber außen rum hoch gingen. Gefährliches Zeug sollen die Jungs auf eigene Verantwortung tun.


Aufstieg in Sonne zum Steineberg


Nebel und Schnee am Gipfel

Mittwoch, 28.12.2016: Thaneller
Scheint sich zur traditionellen Jahreswechseltour zu mausern, wir waren da jetzt zum dritten Mal in Folge zu Fuß um diese Zeit. Unten ziemlich viel Skibetrieb auf weißen Streifen in grüner Landschaft, unterwegs so mittelviel los.
Den Gipfel hatten wir kurz sogar allein für uns. Sonst wie immer wunderbar :-)


Allein am Thaneller


Abstieg, hinten die Berwanger Skipiste

Donnerstag, 29.12.2016: Rubihorn
Als Jahreswechseltour eigentlich nur bedingt geeignet, weil man um die Jahreszeit da kaum Sonne hat. Es war auch ordentlich kalt und es hatte den Temperaturen der letzten Wochen entsprechend viel Eis. So viel Eis, dass der Weg kurz vor dem Gaisalpsee wie eine Schlittschuhbahn aussah. Auf dem Hochweg wurschtelten wir uns außen rum durchs Gebüsch, auf dem Runterweg stapften wir mit den Grödeln direkt drüber :-)
Auf dem perfekt glatt zugefrorenen Gaisalpsee trafen wir im Abstieg einen Schlittschuhläufer, der uns erzählte, am Vortag am Schrecksee Eislaufen gewesen zu sein.


Endlich Sonne!


Vorsichtiger Abstieg über den vereisten Weg

Samstag, 31.12.2016: Säuling
Noch so eine neue ‘traditionelle’ Jahreswechseltour, ebenfalls zum dritten Mal in Folge. Der Säuling ist auch immer wieder schön und es war trotz Silvester nur wenig los. Und es gab sogar eine Sonnenpause im trockenen Gras :-)
So richtig voll wurde es dann wohl erst Abends/Nachts, wir trafen im Abstieg viele Leute mit großen und dicken Rucksäcken die eben erst aufstiegen ...


Gipfelaufbau-Kraxelei


Säuling

Sonntag, 01.01.2017: Einstein
Dummerweise vergaßen wir unten alle beide die Stöcke im Auto (ohne Stöcke kann ich nicht absteigen, wenn das Knie eh schon nicht so mag und auch sonst ist es eher unschlau), was dem besten Allgäuer von Allen ein paar Extra-Meter (und Kilometer) bescherte. Zum Ausgleich sauste der Allgäuer dann in ungewohntem Tempo den Berg hinauf und ich keuchte so gut es ging hinterher. Realzeit für den Aufstieg waren dann gute anderthalb Stunden, und das obwohl ich oben dann noch ordentlich einbrach und mehr oder weniger schleichend am Gipfel ankam. Puh!


Sonniger Aufstieg zum Einstein


Kritscher Blick auf den gut besetzten Gipfel

Von engel am 17.01.2017 22:27 • outdoorberg

Zusammenfassung

Freitag, Dezember 30, 2016

Arg verspätet aber der Vollständigkeit halber noch die Dezembertouren von vor Weihnachten.

Samstag, 10.12.2016: Krinnenspitze
Der Wetterbericht meldete: unten kalt und Nebel, oben warm und Sonne. Dann also eine Südseiten-Tour.
Wir starteten von Rauth zur Krinnenspitze. Für den Aufstieg nahmen wir den Normalweg, für den Abstieg den Gamsbocksteig, der eigentlich hinab nach Nesselwängle führt und querten auf halbem Weg weglos zu unserem Aufstiegsweg zurück. An einer Hütte machten wir im Windschatten im Gras in der Sonne Pause. Es war so warm, dass man im T-Shirt im Gras liegen konnte.


Krinnenspitze


Sonnenhüttchen

Samstag, 17.12.2016: Stuiben
Was Kurzes, Sonniges sollte es sein, um noch Zeit für Auto-Batterie-Wechseln und Einkaufen zu haben. Der Stuiben von der Gunzesrieder Säge aus ist immer nett. Leider war es nicht ganz so sonnig und warm, wie erhofft, eine T-Shirt-Pause gab es deswegen nicht. Aber Pause mit Jacke in der Sonne ist ja auch nett :-)
Unten gab es sehr feinen Kuchen und wirklich guten Kaffee im Nagelfluhhaus Hirsch. Das müssen wir uns unbedingt merken!


Stuibenfelsen


Allgäu-Panorama

Sonntag, 18.12.2016: Aggenstein
Nicht so tolles Wetter, Vorweihnachtszeit und zudem Touri-Randsaison: Da kann man sich schon mal an einem sonst hoffnungslos überlaufenen Berg versuchen. Der Plan ging auf, es war wenig los und so kamen wir tatsächlich mal wieder zum Aggensteingipfel, den wir sogar ganz für uns allein hatten.


Aggenstein


Aggenstein-Gipfel

Von engel am 30.12.2016 16:26 • outdoorberg
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