Naja, beinahe. Ich hab nicht Schnee geräumt, ich hab mir einen Träger mit zum Einkaufen genommen und ich sitze jetzt daheim auf dem Sofa, obwohl es draussen wunderbarsten Pulverschnee hat, in dem sich der beste Allgäuer von Allen und der Yak gleich vergnügen werden. Und es tut mir auch nur ein bisserl leid.
Aber ich hab vorhin mein Auto abgekehrt und sogar ein bisserl Hausarbeit gemacht. Nix Schlimmes, nur Wäsche und Staubsaugen, obwohl das vermutlich grenzwertig ist. Aber wo ich schon mal daheim bin, muss da halt auch mal was voran gehen. Die restliche Arbeit war virtuell, Programmieren benötigt nur den Kopf, nicht den Bauch ;-)
Neuste Erkenntnis übrigens: Duschen ohne den Bauch nass zu machen ist schwierigunmöglich. Leicht feucht ist das Bauchnabelpflaster am Donnerstag dann doch geworden. Heute Abend dann wieder mal eine richtige Dusche ohne Verrenkungen und dann wird nachgepflastert.
So, ich bin entlassen und wohlbehalten daheim angekommen, obwohl das ein echtes Stück Arbeit war. Durch den Schnee scheint der MVV Probleme mit den S-Bahnen und Zügen zu haben, so dass sich alle Welt durch die U-Bahnen gequält hat. Es war irre voll und das ausserhalb der eigentlichen Stosszeiten. Naja, ich habs überstanden.
Meine Entlassung vorhin war eher ein Rauswurf ;-) Eigentlich sollte vor einer Entlassung der behandelnde Arzt nochmal kommen und alle offenen Fragen besprechen. Der ist aber heute vormittags woanders und die Klinik brauchte mein Bett für den nächsten Patienten. Also bin ich ohne Doc-Gespräch entlassen worden. War mir Recht, ich find eh mir geht es prima.
Ich hab ein etwas grösseres Loch im Bauchnabel und rechts und links davon 2 kleine Löchlein, keines davon ist sonderlich schmerzempfindlich. Sogar der Druck auf die linke Leiste ist gut aushaltbar. Ausserdem fühlt sich mein Bauch ungewöhnlich weich an, was vielleicht mit dem Gas zu hat, was da für die OP reingeblasen wurde.
Bis zur Nachuntersuchung nächste Woche soll ich beim Duschen vorsichtig sein und meine 3 Pflaster alle 2-3 Tage wechseln. Ich muss die nächsten Tage wirklich bewusst drauf aufpassen, mich nicht zu überlasten, denn das würde der Heilung sicherlich nicht gut tun. Muss nachher mal mein Auto begucken, und evtl. den Hausmeister fragen, ob er es ausgräbt, wenn das nötig sein sollte. Der ist ein ganz Netter, ich glaub das macht er.
Im Moment bin ich froh, endlich wieder an meinem eigenen Computer zu sitzen und ausreichend Kaffee zu bekommen. Ich will nicht sagen, dass das Essen in der Klinik schlecht war, aber es war definitiv zu wenig (nunja, vermutlich ausreichend dafür, nur im Bett zu liegen, aber mein Magen hat das nicht verstanden) und die Kaffee-Versorgung liess stark zu wünschen übrig ;-)
So, und jetzt wo der Kaffee leer ist - endlich Duschen und Haare waschen!
ok, so ganz so fit wie es sich im bett anfühlt, bin ich dann doch noch nicht. auf dem angeordneten spaziergang eben bin ich auch mal ins erdgeschoss und zurück in den dritten stock gegangen. über die treppe, sonst wär das ja nicht erwähnenswert. ich hab geschauft wie auf der brittania-hütte!
nunja, das wird schon werden. inzwischen ist auch der schlauch aus meiner hand draussen, so dass ich nicht dauernd mit diesem adapter-teil überall hängen bleibe. auf dem zimmer sind wir nun zu dritt, so dass die nächste nacht wohl etwas unruhig werden wird. die ältere frau schräg gegenüber schnarcht nämlich.
mit der jungen türkin neben mir komme ich gut klar. wir können uns beide gut selbst beschäftigen und quasseln uns gegenseitig kein ohr ab (natürlich unterhalten wir uns, aber halt nicht ständig). das ist etwas was mir mehr zu schaffen machen würde als die schnarcherei. einen halben tag und eine nacht noch :-)
das frühstück vorhin war erst mal enttäuschend: ein einziger winziger semmel! lag daran, hab ich dann gelernt, dass ich nur einen semmel bestellt hatte. die frühstücks-dame brachte dann nochmal was - unter anderem weiteren kaffee - so dass ich jetzt endlich nicht mehr hungrig bin! und der koffein-level im blut hat sich inzwischen auch wieder normalsiert.
mir geht es prächtig, kaum schmerzen. klar, husten ist unangenehm und zum aufrichten brauch ich den bettgriff, aber für das was ich mir im vorfeld ausgemalt hatte, ist es wirklich pipifax. am lästigsten ist das blutabnehmen - meine venen scheinen sich beim anblick einer spritze umgehend ins körperinnere zu verziehen, so dass ich 6 mal gepiekst werden musste, um 3 mal blut abgezapft zu bekommen. immerhin können die damen aber so gut stechen, dass das nur minimal weh tat.
am liebsten würde ich ja umgehend heim gehen, hab mich aber überzeugen lassen, dass ich daheim garantiert zu viel mache (woher kennen die mich so genau?) und dass es besser ist, wenn sich das zeug in meinem bauch erst mal ordentlich verklebt. oder verheilt oder so. irgendwie krieg ich den tag heute schon rum. bücher, tv und internet sind ja vorhanden und mit der seltsamen bildschirm-tastatur dauert eh alles furchtbar lang ;-)
hier in den isar kliniken hat es ein ganz witziges patienten-multimedia-system, das neben tv und spielen sogar netzzugang bietet. praktisch, auch wenn das virtuelle keyboard ein bissel umständlich zu bedienen ist.
prinzipiell geht es mir erstaunlich gut, wenig schmerzen und so, aber ich hab hunger und die geben mir nur wasser und brot. naja, tee und zwieback, um genau zu sein. morgen gibt es dann wieder normales essen.
Manche Dinge muss man nicht wirklich haben, aber ich kann ja nix auslassen. Auch nicht eigentlich Männer-typisches wie zum Beispiel einen Hernia inguinalis. Wikipedia sagt das tritt beim Männern und Frauen im Verhältnis 9:1 auf. Pfff!
Interessant dabei ist, dass ich ursprünglich beim Orthopäden war und Symptome behandeln lassen wollte, die augenscheinlich überhaupt nichts mit sowas zu tun haben. Schmerzen in der Hüfte nämlich. Aber weil mein Orthopäde mal Chirurg war und das Hüftgelenk, mit dem ich Probleme habe völlig in Ordnung scheint, kam er auf die Idee, dass das auch ein Leistenbruch sein könnte und schickte mich in die Chirurgie zum Ultraschallen.
Der Doc dort lächelte erst mal ein bisserl über die Nachfrage nach der zweiten Meinung, nachdem ich die Symptome beschrieben hatte, machte dann aber grosse Augen und kurz drauf einen Termin. Also den Leistenbruch hab ich zweifelsohne. Ob das die Schmerzen in der Hüfte beheben wird, muss sich zeigen. Ich hoffe drauf, denn das ist wenigstens was Greifbares und Reparierbares.
Nächste Woche wird dann an mir rumgeschnippelt (TAPP, steht in der Patienten-Info), 3 Tage stationär, dann 10 Tage Sport-Verbot und dann sollte das wieder in Ordnung sein. Sagt der Doc jedenfalls. Mir kommt das recht fix vor, aber ich glaub es gern. Immerhin bekommt die Hüfte dann mal die benötigte Ruhe und vielleicht heilt dann auch das ab, was mir das eigentliche Problem bereitet. Wenn es nicht eh der Leistenbruch ist, heisst das.
Trotzdem: Morgen klettern, am Samstag Skitour! Mit aller gebotenen Vorsicht und Rücksicht natürlich, aber den Spass und das versprochene schöne Wetter will ich noch ausnützen, bevor ich kalt gestellt werden.
Nein, soooo unvernünftig ist das nicht. Der Leistenbruch ist keineswegs bedrohlich und speziell Skitouren ist eine so gleichmässige Bewegung in vernünftiger Richtung, dass mir da so gut wie nichts weh tut. Was ich vom Aufstehen vom Büro-Stuhl beispielsweise überhaupt nicht sagen kann ...