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Lawinen-Nachlese

Mittwoch, Januar 18, 2017

Am Wochenende waren wir ja nochmal im guten alten Gunzesrieder Tal unterwegs, einfach nur deswegen weil in der Früh unser Bauchgefühl von Touren anderswo abgeraten hatte, obwohl wir eigentlich was ganz anderes geplant hatten. Und es scheint, als war das gut so.

So wie es aussieht, war der Sonntag einigermaßen aufregend. Und diese Art der Aufregung brauche ich nicht wirklich :/
In Vorarlberg gab es ein paar Lawinen und auch der hochgeschätzte Allgäu-Führer-Schreiber Kristian Rath hatte mit einer Lawine zu tun. Da war das Gunzesrieder Tal doch erfreulich ereignislos dagegen.

Nochmal Kino: Passengers. In 3D. 3D braucht es bei vielen Filmen nicht unbedingt, aber bei dem Film kommt das wirklich großartig rüber. Überhaupt ist der ganze Film ganz außerordentlich sehenswert. All das Weltraum-Zeugs ist in 3D so ‘da’, dass ich mich fast wie in einem Hologramm richtig ‘drin’ gefühlt habe. Außerdem hat es nette Roboter und natürlich eine Heldengeschichte mit schönen Hauptdarstellern. Ich habe mich wirklich gut unterhalten :-)

Von engel am 18.01.2017 22:00 • diary(0) Kommentare

Poliklinik

Dienstag, Januar 17, 2017

Morgens erst mal daheim die neue VM eingespielt und endlich den VPN Zugang ins Firmennetz hinbekommen. Dass es vorher nicht ging lag an einem fehlenden Zertifikat, das ich aber nur in der Firma einspielen konnte. Damit kann ich jetzt dann den unerwünschten Zugang mit dem Privat-Notebook ins Firmennetz endgültig ad acta legen.

Den Vormittag verbrachte ich in der Sportorthopädischen Poliklinik im Klinikum Rechts der Isar. Ich hatte mich auf Empfehlung eines Kollegen dort hinschicken lassen. Eigentlich hatte ich mit meinem Knie ja schon irgendwie Frieden geschlossen - so lang mit Voltaren durchhalten, wie Bergsteigen und Skitouren noch möglich sind und dann halt Gelenk-Ersatz.

Jetzt haben die mir da einen neuen Floh ins Ohr gesetzt, der mir möglicherweise, eventuell, wenn alles gut geht (usw.), vielleicht noch ein paar Jährchen mehr mit vielleicht weniger Schmerzen bescheren könnte. Und eventuell wieder mehr Beinstreckung, was vermutlich dem Rest meines Körpers auch gut täte. Vielleicht. Die Hoffnung hebt ihr Haupt. Am Freitag bespreche ich das mal mit meinem Doc.

Abends The Great Wall in den Museum Lichtspielen. Hach, großartig! Diese Bilder, diese Farben, diese ganzen Steampunk-mäßigen Waffensysteme, ein absoluter Augenschmaus. Story und so: geschenkt. Ich wollte optisch überwältigt werden und wurde kein bisschen enttäuscht. Und richtig schlecht sind Story, Schauspieler und Umsetzung auch nicht. Nur einfach und vorhersehbar wie erwartet.

Von engel am 17.01.2017 22:00 • diary(0) Kommentare

Schneefahren

Montag, Januar 16, 2017

Das Autofahren im Schneetreiben und auf schneebedeckten Fahrbahnen war ziemlich unproblematisch - so lang nur wenige andere Autos unterwegs waren, also ziemlich genau bis Buchloe. Danach wurde es schwierig bis abenteuerlich. Positiv zu vermerken ist, dass in den Früh meist eher ‘geübte’ Fahrer unterwegs sind. Keiner fuhr idiotisch schnell, keiner schlich idiotisch langsam umher. Trotzdem brauchte ich etwa 45 Minuten länger als sonst nach München.

Radeln war schon deutlich schwieriger. Die ausgewiesenen Radwege waren meist geräumt. Da wo die Anwohner für freie Wege hätten sorgen sollen, sah es meist mau aus. Auf den Straßen widerlicher Schnee-Salz-Matsch, in dem das Rad unkontrolliert hin und her driftete. Da wo der Straßenpflug den Dreck auf die Radwege geworfen hatte war es ähnlich.

Dagegen war es himmlisch, durch den frischen Schnee im Englischen Garten zu radeln. Dort waren die meisten Wege schon geräumt (also mit fester Schneedecke), aber auf den beiden kleineren Verbindungswegen durfte ich doch noch eine ganz eigene Spur ziehen :-) - neben vielen anderen, ich war nicht sehr früh dran..

Viele Eltern brachten ihre Kinder auf Schlitten dahin, wo sie hin mussten, und alle Kinder sahen ausnehmend erfreut aus :-) Ganz besonders nett war der Vater, der sein Töchterchen auf dem Schlitten mit dem Fahrrad durch den Englischen Garten zog :-)

Von engel am 16.01.2017 22:00 • diary(0) Kommentare

Wochenende über Lenggries

Dienstag, Dezember 27, 2016

Samstag/Sonntag, 03./04.12.2016
Die SAN feierte Weihnachten und wir feierten mit, denn diesmal war die Anfahrt verträglich.
Am Samstag starteten wir gemütlich gegen halb 11 im Niesel-Nebel in Kempten und landeten gegen halb eins in Nebel in Lenggries. Mangels ‘richtiger’ Karte hatte ich mir auf der OSM einen Weg zur Lenggrieser Hütte rausgesucht, der möglichst wenig Forststraße und möglichst viele neue Gipfel enthielt.
Der Weg war ein Glückstreffer. Erst stiegen wir komplett einsam durch nebligen Wald und kamen dann knapp über dem Nebel auf einem scharfen grasigen Grat und in schönster Sonne am Grasleitenstein raus, wo wir lang Pause machten und die Umgebung genossen. Der Weiterweg führte uns sehr schön auf den Grasleitenkopf und dann hinab zur Lenggrieser Hütte, wo wir den Abend in netter Gesellschaft bei gutem Essen verbrachten. Sehr fein!
Sonntag wanderten wir nach einem unerwartet guten Frühstück hinauf zum Seekarkreuz und spazierten dann - ganz unerwartet ausgesetzt, kletterig und anregend - in Sonne über Brandkopf, Spitzkamp und Auerkamp zum Ochsenkamp, wo wir nach einer sonnigen Lagebesprechung dann doch beschlossen, direkt abzusteigen (die Alternative hätte dann doch redcht lang gedauert und uns arg spät erst heim gebracht). Der Abstieg vom Hirschtalsattel über die Forststraße des elendig langen Hirschtals lag im Schatten und war ziemlich kalt, so dass wir komplett durchgefroren am Auto ankamen.


Aufstieg im nebeligen Wald


Sonne am Grasleitenstein


Am Grasleitenkopf


Blick über Lenggries


Am Seekarkreuz


Aufstieg zum Spitzkamp


Auf dem Weg zum Ochsenkamp


Am Ochsenkamp


Elendslanger kalter Abstieg

Von engel am 27.12.2016 06:31 • diary(0) Kommentare

La Palma - Teil VI

Sonntag, Dezember 25, 2016

Donnerstag, 10.11.2016: Marcos y Cordero Quellen
Wir hatten schon tagelang das Wetter beobachtet und für diesen Tag war es halbwegs trocken angekündigt. Vielleicht ginge da ja doch noch eine der Supertouren der Insel?
Als ich in der Früh vom Balkon den Himmel betrachtete, sah ich Sterne. Wie ausgemacht machte ich also Frühstück (bei Regen wäre ich erst mal wieder schlafen gegangen). Als es aber langsam hell wurde, war von Sternen nichts mehr zu sehen. Stattdessen hingen die üblichen dicken schwarzen Wolken über Santa Cruz. Weil wir aber schon aufbruchbereit waren und weil es im Norden tatsächlich heller aussah (Hoffnung und so!), fuhren wir erst mal los.
Zwar gab es zwischendurch mal einen kleinen Schauer, aber als wir in Los Tilos ankamen, war es tatsächlich hell über uns. Zudem hatte es die letzten Tage ja nie viel geregnet (wenn auch beständig immer wieder), also dachten wir, wir könnten die Barranco-Wand riskieren (wieder Hoffnung und so, denn “Nicht nach Regenfällen!”, steht im Führer). Allerdings starteten wir vorsichtshalber in entgegengesetzter Richtung, um den potentiell gefährlichsten Teil der Runde am Anfang zu haben.
Zunächst läuft man eine gute Stunde auf einer Forststraße in den Barranco hinein. Die Wände sind steil und der Barranco ist feucht und sehr sehr urwaldig und düster. Wo der Pfad zu den Marcos y Cordero Quellen über eine kleine Holzbrücke über den tiefen Barranco-Grund abzweigt, steht geradeaus ein Gesperrt-Schild. Dort gingen wir hin.
Der alte Kanalarbeiterweg führt zunächst breit und deutlich bis zu einer Material-Seilbahn. Den Abzweig des kleinen steilen Pfades übersieht man leicht, wir fanden ihn aber nach nur kurzer Suche und stiegen dann die Barranco-Wand hinauf.
Der Pfad ist schmal, steil, teilweise verfallen und erfordert auch bei idealen Verhältnissen geübte Bergsteiger. Jetzt war es aber zudem feucht und rutschig und diese vulkanische Asche-Lava-Irgendwas-Mischung der Insel ist feucht arg instabil. Das wurde uns ziemlich bald deutlich vor Augen geführt, als es plötzlich irgendwo im Barranco Steinschlag hatte. Das Gepolter einiger großer Felsen hallte lang und ungut im Barranco nach (ich dachte noch: ‘Oh, gut, immerhin kein Schrei.’).
Da waren wir grad mitten im steilen rutschigen unteren Drittel der Barranco-Wand und wurschtelten uns durch einen Erdrutsch. Ja, genau das, was man sowo unbedingt hören will! Zum Umdrehen war es da aber schon zu spät, die Wand legte sich vor uns etwas zurück. Irgendwo im Aufstieg kommt man auf eine Wasserleitung und wir hatten den ersten wirklichen Ausblick in den Barranco. Mit Sonne, das war wirklich großartig!
Nach dem restlichen Aufstieg, immer noch steil, aber lang nicht mehr so ausgesetzt und rutschig kamen wir an der Casa del Aqua an und machten erst mal Pause. Die Sonne hatte leider schon wieder Wolken und Nebel weichen müssen. Aber ab der Casa ist der Weg ungefährlich und selbst Regen wäre uns egal gewesen. Allerdings war es sehr schade, so wenig zu sehen.
Wir spazierten bequem auf der Wasserleitung durch viele Tunnels dem Barranco-Ende entgegen. Hin und wieder öffnete sich der Nebel kurz und wir erhaschten einen Blick auf den tiefen zerrissenen Barranco, das war großartig. Der Wasserleitungsspaziergang war aber auch so prima, mitten im Nebel, der der Umgebung einen mystischen, anderweltlichen Eindruck verlieh. Dazu trug auch der zweite Steinschlag, dessen Echo nebelgedämpft von irgendwo aus dem Barranco zu uns hinauf klang, bei (Gut, dass wir aus der Wand raus waren!).
Als die Tunnel feuchter wurden, war uns klar, dass wir uns dem Talschluß näherten. Bald würde es richtig nass werden! Wir rüsteten mit Regenzeug auf und duckten uns in die letzten Tunnel (die Tunnel im Talschluß sind viel niedriger als die weiter draußen).
Wasser schoss über den Weg und regnete von überall auf uns herab. Fotografieren und Filmen erforderte vollen Körpereinsatz, weil man sich quasi um die Kamera wickeln musste, um sie zu schützen. Zu allem Überfluss kam uns mitten in den Tunnels auch noch eine große geführte Truppe entgegen. Aber, hach, das war toll da drin! Wenn auch arg nass ;-)
Als wir im Talschluss aus dem Tunnel kamen, bescherte uns die Sonne einen kurzen Lichtblick. Das Wasser der Cordero Quellen schießt in der steilen Wasserleitung an der Treppe zu den Marcos Quellen hinab. Oben läuft es einfach in vielen kleinen breiten und schmalen Wasserfällen direkt aus der Barranco-Wand heraus. Wir gingen durch den letzten Tunnel weiter zu den Marcos Quellen. Die sind vergleichsweise langweilig, aber auch dort läuft das Wasser einfach aus der Barranco-Wand heraus.
An den Marcos Quellen beginnt der Abstieg und der ist lang. Viel länger als der Aufstieg, denn da hatten wir ja den Direkt-Anstieg über die Barrancowand und den geraden Weg entlang der Wasserleitung genommen.
Der Abstieg zog sich dann auch ziemlich hin und bis wir das Brückchen erreichten, an dem wir abgebogen waren, wurde es in dem engen Barranco schon langsam dunkel. Auf der Forststraße legten wir eine kleine Pause ein, damit ich kurz ‘schräg links’ in die Büsche verschwinden konnte. Und etwa 50 Meter vor uns polterte ein großer Felsen über die Forststraße!
Den restlichen Rückweg war uns dann nicht mehr wohl, aber wir erreichten das Auto ohne weitere Zwischenfälle. Trotzdem unterstrich der Vorfall nochmal sehr deutlich, dass wir ganz schön Glück gehabt hatten mit dieser abenteuerlichen Runde.


Auf verbotenem Weg


Es geht steil (und glatt) die Barrancowand hinauf


Gelegentlich unterbrochen von kleineren Hindernissen


Kurzes Zwischenspiel im Steilaufstieg: Sonne auf der Wasserleitung


Auf dem Weg zu den Quellen entlang der Wasserleitung im Nebel


Immer wieder geht es durch Tunnel. Erst sind sie hoch und trocken ...


... dann nass und niedrig :-)


Aufstieg entlang der Cordero-Quellen


Abstieg

Freitag, 11.11.2016: Volcan Tajuya
Wieder regnete es in der Früh. Aber eine letzte Wanderung wollten wir doch noch machen und suchten eine kurze Tour eher im Süden aus.
Bis zum Tunnel durch die Cumbre regnete es heftig, bei Los Llanos nieselte es dann nur mehr und beim Start oberhalb von Jedey war es trocken. Und dann kam sogar die Sonne raus! :-)
Der Aufstieg zum Tajuya ist ziemlich beschwerlich, weil man ständig in Asche bergan steigen muss. Also einen Schritt hoch, einen halben zurück. Aber die Runde war unerwartet schön, denn der Tajuya (für den es mindestens 3 ‘Gipfel’ in der Karte hat), ist sehr vulkanisch, mit Lava-Spalten, Asche, roten Felsen und natürlich den allgegegenwärtigen Kiefern, von denen glücklicherweise nur einige wenige verbrannt waren.
Im Abstieg quert man eine beeindruckende tiefe Lavaspalte und steigt dann auf einer sehr kurvigen Forststraße ab. Weil ich Abstieg nicht mag und Forststraßen verabscheue, kürzten wir ein paar Mal direkt in der Vulkanasche ab. Das war zwar schön einfach, aber wir schaufelten uns so mehrfach die Schuhe voller Sand ;-)
Alles in allem war das eine schöne Abschlußrunde und es war sogar durchgehend trocken!


Aufstieg in Sonne


Alte Vulkanschlote am Volkan Tajuya


Lavaspalte


Abstieg erst in Sonne ...


... dann unter Wolken

Samstag/Sonntag, 12./13.11.2016: Abreise
Morgens schauerte es gar schauerlich und der Wind frischte immer mehr auf. Und dann gab es sogar Gewitter. Aus diesem Grund wurde unser Flugzeug erst mal nach Teneriffa umgeleitet und startet mit insgesamt 1 1/2 Stunden Verspätung nach Madrid. Wo dann *alle* Anschlußflüge (mit uns saßen Leute, die nach Wien, Düsseldorf, Dortmund, Frankfurt, Berlin, Zürich, Basel und natürlich nach München wollten, im Flugzeug) weg waren.
Iberia musste deswegen mindestens 3/4 der Passagiere in ein Hotel schicken, uns natürlich auch. Das Hotel war schön und man gab auch auch Mühe, den vielen unerwarteten Gästen auch noch ein Abendessen zu servieren (daß ich die gräßliche Gorgonzola-Soße für Sahne-Soße hielt und die Spaghetti deswegen beinahe wieder ausgespuckt hätte, kann man dem Hotel ja nicht vorwerfen und das Frühstück war dann wirklich prima), aber unser Flug ging erst am Sonntag Nachmittag. Damit war der Sonntag natürlich weg.
Zudem war es eine sehr schlechte Idee gewesen, die Heizung im Häuschen komplett abzuschalten, denn die letzte Woche war wirklich kalt gewesen. Wir hatten 9 Grad im Wohnzimmer, als wir heim kamen. Brrrr!


Wildes Meer und wildes Wetter


Endlich ist unser Flieger da und wir sitzen drin


Im Hotel in Madrid

Von engel am 25.12.2016 18:26 • diaryurlauboutdoorberg(0) Kommentare

La Palma - Teil V

Sonntag, Dezember 25, 2016

Dienstag, 08.11.2016: Südinselerkundung
Für diesen Tag war die Vorhersage eher mau gewesen und der Tag begrüßte uns denn auch mit Regenschauern und schönen Regenbögen über Santa Cruz. Weil die Flucht in den Süden ja schon mal geklappt hatte, hofften wir auf Wetterglück auf einem der südlichen Vulkane.
Die Beschreibung der Anfahrt zum Rastplatz Fuente de los Roques hatte uns zwar schon darauf vorbereitet, dass es sich um eine unbefestigte Piste handelte, aber der Anfang der Piste bestand aus zwei schmalen steilen betonierten Reifen-Fahrspuren, die uns im Fall von Gegenverkehr größte Probleme bereitet hätten. Wir wagten es trotzdem und alles ging gut. Die nächsten 5 Kilometer waren wie beschrieben unbefestigt, ließen sich aber meist gut fahren.
Das Wetter dagegen mochte nicht mitspielen. Nebel, Wind und als wir am Rastplatz ausstiegen dann auch noch Regen. Wir gingen in uns und hatten dann einfach keine Lust auf kalt und Nebel und Regen. Irgendwo auf dieser Insel musste es doch wenigstens einen trockenen Fleck geben.
Als erstes fuhren wir zum Leuchtturm an der Südspitze runter und - Voilá! - fanden tatsächlich Sonne. Da unten sind Salinen und man kann sie besichtigen. Außerdem hat es natürlich schwarze Lavafelsen und Meer, zusammen mit dem Wind und dem entsprechend wilden Meer ergab das einen netten kleinen Spaziergang.
Dann wollten wir einen Strand suchen, zum Sonnenbaden und Meerbaden und ähnlich Dekadentem. Der erste Strand, der an den Windrädern an der Südspitze, ist zwar wunderschön zwischen Felsen gelegen und nett und klein, aber das Meer brandete wüst zwischen den Felsen an den Strand. Das war uns zu gefährlich.
An der Südwestküstenstraße fanden wir kurz hinter dem Leuchtturm einen kleinen etwas abgelegenen Sandstrand, der einigermaßen geschützt lag. Dort legten wir uns in die Sonne und ich ging sogar 2 Mal schwimmen. Naja, ins Wasser halt :-)
Auf dem Rückweg fanden wir dann zwischen den Bananenplantagen noch eine nette Bar, wo wir einkehren und in der Sonne sitzen konnten. Oben über den Vulkanen hingen die ganze dicke dunkle Wolken und zurück in Los Cancajos schauerte es immer wieder. Alles richtig gemacht!


Regen am Rastplatz


Die Salinen am Leuchtturm


Wüste Wellen


‘Unser’ Strand


Balkonblick in Los Cancajos

Mittwoch, 09.11.2016: Volcan San Martin
Das Wetter sah zwar nicht wesentlich besser aus als am Vortag, aber wir wagten einen weiteren Versuch am San Martin. Diesmal war es zwar kühl und windig am Rastplatz Fuente de los Roques, aber es war immer hin trocken. Wir marschierten also los und wurden bald mit etwas Sonne belohnt, die die teils verbrannten und teils nicht verbrannten Kiefern an der Ruta de los Volcanoes (die wir entgegen der üblichen Richtung gingen) in sehr fotogenes Licht tauchte. Den San Martin sahen wir schon bald und er sah sehr schön vulkanisch aus. Allerdings wurde das Wetter umso schlechter je näher wir kamen und als wir am Fuß des letzten Aschekegels standen, fing es an zu regnen. Sturm hatte es eh schon die ganze Zeit gehabt.
Wir packten uns also in geeignete Kleidung und stapften weiter, denn so nah vor dem Ziel wollten wir nicht umdrehen. Aber der Aufstieg wurde praktisch mit jedem Meter, den wir dem Gipfel näher kamen, beschwerlicher. Am Gipfelgrat mussten wir uns dann regelrecht gegen den Sturm stemmen. Den Abstecher zur Lavahöhle auf der Rückseite schenkten wir uns, aber die Gipfel-Überschreitung, die gönnten wir uns trotzdem. Es war nicht ganz schlimm wie am Cerro Toco in Chile (wo ich ja nur noch im Windschatten des besten Allgäuers von Allen vorwärts gekommen war), aber man musste schon aufpassen, nicht umgeblasen zu werden. Oben war die Sicht großartig: Wolken in Nebel.
Dafür war der Abstieg wirklich prima: Abfahren in loser Vulkanasche, das macht Spaß! Am Fuß des oberen Kegels hatte es sogar ein wenig Sonne und weil der Regen inzwischen wieder aufgehört hatte, konnten wir da schön Pause machen.
Auf dem weiteren Abstieg die windabgewandete Seite nach Westen runter kam die Sonne immer mehr heraus (der Gipfel blieb in Wolken) und es wurde richtig schön warm. Zumindest so lange, bis wir um den Berg herum auf die Ostseite zum Auto zurück mussten. Da war dann wieder Nebel und Wind.
Wir zogen die richtigen Schlüsse und fuhren zur Südspitze ans Meer und kehrten wieder in der netten Bar zwischen den Bananenfeldern ein. ‘Papas Locos’ zu bestellen war dann aber nicht die beste Idee (viel zu viel und die Pommes wurden wegen der vielen Soße umgehend matschig). Aber es war warm und hatte Sonne! Zurück in Los Cancajos war es natürlich wieder bewölkt und regnerisch.


Start am Rastplatz


Vulkanasche und Lavaspalte am San Martin


San Martin Gipfelfreuden


Sonne im Abstieg


Wellen

Von engel am 25.12.2016 16:45 • diaryurlauboutdoorberg(0) Kommentare

La Palma - Teil IV

Mittwoch, Dezember 07, 2016

Samstag, 05.11.2016: Von La Zarza nach Don Pedro
Das Wetter sah schon wieder recht zweifelhaft aus, deswegen wollten wir wieder etwas eher an der Küste als im Inselinneren machen. Im Süden waren wir ja grad deswegen wandten wir uns nach Norden und fuhren den wirklich langen und außerordentlich kurvigen Weg bis nach La Zarza.
Von dort geht es durch einen wüsten Urwald-Barranco hinab nach Don Pedro. Wir starten bei Wolken (aber ohne Regen) in den Barranco. Der ist tief und dunkel und beeindruckend und hat mehrere kesselartige Einschnitte, durch die sich der Weg sehr interessant durchschlängelt.
Als wir nach etwa einem Drittel des Abstiegs aus dem Barranco heraus traten, standen wir ganz unerwartet in schönster Sonne und es war angenehm warm. Nach einer Pause, in der wir unter anderem die langen Hosen gegen Kurze tauschten, stiegen wir über einen netten Weg, der immer wieder die Teerstraße kreuzte hinab nach Don Pedro. Wir hatten auf eine Bar gehofft, aber das Dorf bestand nur aus ein paar leeren Häusern.
Auch wenn wir gerade in schönster Sonne standen, draußen auf dem Meer war Unwetter. Wir hofften darauf, dass der Wind günstig zu stehen schien und dass das Wetter da draußen bleiben würde. Auf der Querung hinüber zur Aufstiegsroute wurde aber bald klar, dass diese Hoffnung vergeblich sein würde. Gerade als wir die Abzweigung zurück nach La Zarza erreichten, fing es an zu tröpfeln und der Wind frischte auf.
Wir bewaffneten uns mit Schirmen und waren froh, bald in den Lorbeer- und Heidewald zu kommen. Der Wind wurde nämlich ganz entschieden zu stark für Schirme. Der Wald hielt Wind und Regen erst mal weitgehend ab. Wie stark das Unwetter über uns tatsächlich war, wurde uns erst klar, als Sturzbäche aus schlammigem Wasser über den Weg hinab schossen. Zudem wurde es empfindlich kalt.
Wir rüsteten mit Regenkleidung auf, behielten die Schirme aber weiterhin. Überall, wo wir den Schutz des Waldes auch nur ansatzweise verließen, mussten wir die Schirme aber zusammenklappen.
Wo der Weg steiler und schmaler war, schoss uns das Wasser mit Karacho über die Schuhe, so dass ich mit meinen niedrigen Schuhen bald ziemlich nasse Füsse hatte. Später liess die Intensität des Regens etwas nach, aber nach den anderthalb Stunden Aufstieg im Unwetter waren wir gründlich durchnässt. So ein trockenes heizbares Auto bekommt da einen ganz neuen Stellenwert :-)
Für dem Rückweg nahmen wir die andere Richtung (was zu einer kompletten Inselnorden-Umrundung führte), was aber auch nicht kürzer dauerte und genausoviele Kurven bedeutete. Wir fanden allerdings ein sehr nettes Restaurant, in dem wir eine Kleinigkeit essen und die inzwischen wieder zögerlich auftauchende Sonne geniessen konnten.


Im Urwald-Barranco von La Zarza


Blick in einen der Kessel


Pause und Umziehen in der Sonne


Don Pedro


Beim Aufstieg fängt es zu regnen an


Vollverpackt im Unwetter

Sonntag, 06.11.2016: Pico Nambroque
Die Wettervorhersage war günstig gewesen und der erste Blick aus dem Fenster in der Früh zeigte einen wolkenfreien Sternenhimmel. Das waren günstige Voraussetzungen für eine der Highlight-Touren, nämlich die Vulkanroute.
Wir waren fast die ersten, die am Refugio del Pilar parkten, brauchten aber lang genug zum Losgehen, dass noch zwei weitere Autos mit Wanderern (Deutsche, es gibt kaum andere Wanderer) auftauchten. Die gingen aber geradeaus auf dem offiziellen ‘Ruta de los Volcanes’ Weg weiter, als wir nach links zum Pico Birigoyo, dem ersten Vulkan, abbogen (der offizielle Weg lässt so gut wie alle Vulkangipfel aus). Ab da waren wir erst mal allein.
Vom Birigoyo aus konnten wir schon die dicke Wolkenrolle über die Cumbre schwappen sehen, aber um uns herum war noch schönstes Wetter. Wir spazierten in schönem Auf- und Ab über die nächsten Vulkane (Montana La Barquita, Montana Los Charcos) und machten am Charcos-Südgipfel eine kurze Pause. Die Wolken hatten sich seit dem Birigoyo immer weiter gehoben und nun sassen wir im Nebel. Sehr schade, aber immerhin war es trocken.
Von unserem Platz aus konnten wir gut die ‘Ruta de los Volcanoes’ sehen, die inzwischen gut besucht war. Wir gingen weiter und reihten uns in die Schlange ein (ganz so schlimm war es natürlich nicht, aber nachdem wir nun tagelang immer allein unterwegs gewesen waren, fühlte es sich ein bisserl so an).
Das tiefe schwarze ‘Loch’ Hoyo Negro war so beeindruckend wie vor 10 Jahren, aber wegen des Nebels war es kaum adäquat zu fotografieren. Wir versuchten es natürlich trotzdem. Nach dem Hoyo Negro ist es nicht mehr weit bis zum Abzweig zum Pico Nambroque. Dort ließ der Betrieb deutlich nach und wir hatten sogar den Gipfel eine Weile für uns. Dann kam eine sehr quasselige Rentner-Truppe und wir flohen.
Zurück am Abzweig gingen wir noch ein Stück die Ruta weiter, bis wir an einem Aussichtspunkt den gigantischen Lavasee des San Juan und den Gipfel der Deseada sehen konnten. Dass das überhaupt möglich war, hatten wir einer kurzen Aufhellung zu verdanken, die uns sogar ein wenig Sonne schenkte, bevor wieder alles in Nebel versank.
Auf dem Rückweg bekamen wir sogar das Hoyo Negro nochmal richtig zu sehen. Die Freude daran wurde allerdings von der quasseligen Rentertruppe ein wenig getrübt, bei denen eine Frau ständig laut alles kommentierte und alle paar Minuten lautstark die himmlische Stille pries. (Ich muss zugeben, dass ich mich im Nachhinein ein wenig ärgere, das nicht ebenso laut kommentiert zu haben.) Wir gingen.
Auf dem Rückweg mit dem Auto direkt über die Cumbre statt durch den Tunnel gerieten wir in ein Unwetter, das uns zwang etwa 20km/h zu fahren, weil wir wegen Regen und Nebel kaum etwas sahen. Die Straße war aber eh so kurvig, dass wir auch mit Sicht kaum viel schneller hätten fahren können.


Am Pico Birigoyo, hinten die Caldera de Taburiente


Überschreitung der Montana La Barquita


Das Hoyo Negro


Gipfelspalt am Pico Nambroque


Der Lavasee vor der Deseada


Rückweg

Von engel am 07.12.2016 20:13 • diaryurlauboutdoorberg

La Palma - Teil III

Samstag, November 26, 2016

Donnerstag, 03.11.2016: Coladas de San Juan
Das ganze Vulkanzeugs auf den Kanaren ist eines der Dinge, die uns am meisten faszinieren. Natürlich stinkt der Teide, wenn man oben ist, aber auf La Palma ist der Vulkanismus viel offensichtlicher. Man kann an manchen Stellen quasi direkt das Erdinnere sehen. Deswegen war die Tour durch und über den Lavastrom des San Juan bei San Nicholas eine von denen, die wir unbedingt machen wollten. Außerdem ist sie kurz und das Wetter sah gar nicht erfreulich aus. Es war die letzten Tage über jeden Tag etwas schlechter geworden und heute hatte es in der Früh schon geregnet.
Vor dem Lavastrom wollten wir aber nochmal in das Lavaloch bei Todoque. Das hatte uns vor 10 Jahren schon fasziniert. Dieses Lavaloch, der Tubo, ist inzwischen aber zu einer groß angelegten Touri-Attraktion verkommen. Es hat überdimensioniert breit angelegte Wege über den Lavastrom, ein Besucherzentrum und vor allem: alles ist geschlossen und verboten :-( Natürlich hätten wir auch direkt über den Lavastrom zum Tubo laufen können, aber mit dem ganzen Bohei um das Loch verging uns die Lust. Und wer weiß, ob da nicht jemand über das Loch wachte ...
Wir parkten am Ortsrand von San Nicholas und stiegen die steile Straße durch den Ort hinauf, vorbei am kleinen Santuario, bis wir in die Weinfelder oberhalb des Ortes kamen. Da fiel uns schon auf, dass alles ziemlich verbrannt aussah. Und bei genauerer Betrachtung sahen auch die Kiefernwälder oberhalb des Ortes stellenweise seltsam braun aus. Uns fielen sofort die riesigen Waldbrände ein, die im Frühsommer gewütet hatten. Eigentlich hatten wir diese Flächen vermeiden wollen, die waren doch in/bei Fuencaliente gewesen? (Update: anscheinend nicht, hier ist ein Video dazu.)
Als wir oberhalb der Weinfelder den Camino entlang des Lavastroms nahmen, merkten wir, dass wir direkt mitten ins Zentrum oder zumindest direkt in einen der Hotspots hinein aufstiegen. Alles war schwarz: Erde, Felsen, Büsche, Bäume. Die Kiefern um uns herum waren teilweise so verbrannt, dass sie nicht mal mehr braune Nadeln hatten, sondern wirklich nur wie schwarze Baumskelette aussahen. Es war gespenstisch. Und es roch irritierend nach Grillkohle.
Der Aufstieg im losen Lavasand (Asche in zweierlei Hinsicht, vom Vulkan und vom Brand) war anstrengend und wegen der verbrannten Umgebung nicht wirklich schön, wenn auch bemerkenswert. Hochgradig erstaunlich und sehr erfreulich war, dass auch die verbranntesten Baumskelette nicht ganz tot waren und in dieser Umgebung fast neongrün leuchtende neue Triebe in die Welt hinaus schickten. Während des Aufstiegs fing es dann auch noch zu regnen an, was die ganze Umgebung noch ein wenig trister machte.
Als wir auf der Forststraße ankamen, von der die Querung der Lavastroms abzweigt, standen dort erstaunlicherweise vom Feuer nahezu unberührte Kiefern. Wir gingen kurz durch lichten grünen Kiefernwald (im Regen) und betraten dann den Lavastrom.
Der ist einfach großartig. In dem Tunnel/Spalt, in dem die Lava geflossen war, kann man auf Platten herumlaufen, die aussehen wie flüssiger Teig. An der Seite kann man sehen wie der zähe Teig langsam abgetropft und dabei erstarrt ist. Wir spazierten ein wenig im Lavastrom hinab, denn da sollte noch ein Tubo sein.
War auch. Nicht ganz so hoch und lang wie der von Todoque, aber doch bemerkenswert geräumig. Dort konnten wir ungestört (in aller Vorsicht, das vulkanische Gestein ist messerscharf) bis in die tiefste Tiefe des Tubo hineinkrabbeln und uns umschauen (mit der superhellen Stirnlampe, die wir extra für den Tubo mitgenommen hatten). Trocken war es auch da drin ;-)
Das änderte sich als wir wieder ins Freie traten. Kaum waren wir draußen, wurde aus dem konstanten leichten Regen von vorher ein veritabler Wolkenbruch. Außerdem hatten sich die Wolken gesenkt, so dass wir mitten im Nebel standen. Wir querten wie geplant den Lavastrom, verzichten dann aber wegen des Regens auf den weiteren Aufstieg zur Austrittstelle des Lavastroms. Man sah ja eh nichts und es wurde ganz entschieden kühl.
Im Abstieg hörte der Regen immer wieder kurz auf, aber so richtig besser wurde das Wetter nicht. Wir fuhren zurück nach Los Cancajos.


Santuario de Fatima


Aufstieg durch verbrannten Wald


Frische Triebe


Im Lavastrom mit den teigigen Platten


Auf dem Weg in den Tubo


Abstieg

Freitag, 04.11.2016: Teneguia / Tazacorte
Auch der Freitag begrüßte uns mit Regenschauern. Weil das auf den anderen Kanaren-Inseln immer so schön geklappt hatte, beschlossen wir, uns nach Süden zu wenden. Vielleicht war es da ja trocken. Auf zum Teneguia, wir waren eh in Vulkan-Stimmung.
Auf dem Weg nach Fuencaliente kamen uns ja schon Zweifel, denn wir fuhren durch einen Schauer nach dem anderen. Aber in Los Canarios war es tatsächlich trocken und Richtung Leuchturm schien sogar die Sonne.
Wir parkten an der Straße zum San Antonio Besucherzentrum (der Parkplatz dort war noch geschlossen) und stiegen zum Teneguia ab. Für den San Antonio muss man Eintritt bezahlen und der ist bei weitem nicht so interessant wie der Teneguia. Dafür muss man zum Teneguia laufen und deswegen ist es da viel weniger voll. Wir waren aber eh so früh dran, dass außer uns noch niemand unterwegs war.
Wir spazierten gemütlich zum Vulkan runter und und ließen uns viel Zeit dabei. Als wir beim Teneguia ankamen, sahen wir die ersten anderen Touristen zum Vulkan absteigen und mussten uns ein wenig beeilen, um tatsächlich die ersten am Gipfel zu sein. Vom Teneguia hat man einen schönen Blick hinab aus Meer und zurück zum San Antonio, der von da unten sehr schwarz und gewaltig aussieht. Über dem Meer sah man wunderschöne Regenbogen.
Leider ist es so, dass wo Bogen, da auch Regen und der erwischte uns beim Rückweg zum San Antonio. Glücklicherweise war das aber nur ein kurzer Schauer, so dass wir den anstrengenden Aufstieg im lockeren schwarzen Vulkansand ohne Regenschirm zurücklegen konnten.
In Los Canarios kehrten wir auf ein Boccadillo und einen Café con Leche in einer Bar ein und fuhren dann nach Puerto de la Tazacorte zum zweiten Kurzausflug des Tages. Da war diese Steilwand mit dem schönen Camino, die wir mal gehen wollten. Auf der Fahrt regnete es zwischendurch ganz ordentlich, aber als wir uns Tazacorte näherten, wurde es trocken und sonnig. In Puerto der Tazacorte war es richtiggehend heiß, so dass wir erst mal auf kurze Hosen umstellten.
Puerto der Tazacorte ist richtig nett und hat vor allem einen schönen riesigen Strand, den wir im Aufstieg durch die Steilwand in der vollen Sonne sehnsüchtig betrachteten. An Badezeug hatten wir überhaupt nicht gedacht!
Wir hatten aber beide dieselbe Idee: Am Aussichtspunkt abbrechen und Baden gehen. Da unten gab es ganz sicher auch Badetücher käuflich zu erwerben :-)
So war es auch. Der beste Allgäuer von Allen kaufte sogar eine Badehose. Bikinis gab es aber keine, deswegen ging ich mit Tanktop und Unterhose ins Wasser. War beides dunkel, also nicht durchsichtig.
Leider hatte sich die Sonne inzwischen hinter eine dünne Wolkenschicht zurückgezogen, so dass es nicht ganz so warm war, wie wir gern gehabt hätten. Aber hey! Im Meer gebadet!


Abstieg zum Teneguia


Auf dem Weg zum Teneguia, hinten der San Antonio


Über Vulkanasche zurück zum San Antonio


Puerto de Tazacorte vor der Steilwand


Kurz vor dem Mirador


Tiefblick auf den Strand

Von engel am 26.11.2016 10:26 • diaryurlaub

La Palma - Teil II

Mittwoch, November 23, 2016

Dienstag, 01.11.2016: Poris de Candelaria (Piratenbucht)
Am dritten Tag ging es etwas weiter weg. Genau genommen ziemlich weit weg, weil auf La Palma die Entfernungen zwar nirgendwohin sehr weit sind, die Zeit diese Entfernungen zurückzulegen, aber immmer ungewohnt lang dauert. Wir fuhren nach Tijarafe, um zur Poris de Candelaria hinabzuwandern. Im Gepäck Badesachen, um hoffentlich an der Playa del Jurado das erste Mal ins Meer zu gehen.
Wir gingen auch diese Tour entgegen der im Führer beschriebenen Richtung. Von Tijarafe steigt man erst mäßig steil durch die letzten Dorfausläufer und Felder auf Straßen und Betonwegen ab und kommt dann auf den schönen alten Weg zur Bucht hinab. Das Gelände wird immer steiler, so dass man ständig das Gefühl hat, kurz vorm Abgrund über dem Meer zu stehen. Es sind aber gut 600 Höhenmeter bis ganz unten, das Gefühl hält eine Weile an ;-)
Die letzten 200 Meter Steilwand zum Meer hinab überwindet man über einen wunderschön angelegten Camino. Nachdem man die häßliche Betonpiste passiert hat, geht es noch kurz ums Eck und dann steht man direkt vor der beeindruckenden ‘Piratenbucht’ mit den vielen kleinen weißen Häuschen, die sich unter den gewaltigen Felsüberhang ducken. Das Meer war viel wilder als wir von oben angenommen hatten und brandete wüst gegen die Felsen. Die ganze Bucht war gefüllt mit brandendem, brausendem, türkisfarbenem Wasser (Ähem. Baden? Nein!).
Nach gebührender Zeit (und unendlich vielen Bildern) und weil so langsam immer mehr Touristen kamen, verließen wir die Bucht und stiegen über ein Stück der Betonpiste hinauf zum Mirador und auf einem gut angelegten Pfad auf der anderen Seite hinab zur Playa del Jurado. Dort war das Meer genauso wild wie in der Poris der Candelaria, so dass wir die Badepläne, die drüben schon einen ordentlichen Dämpfer bekommen hatten, beiseite legten. Aber wenigstens die Füße mussten ins Meer!
Ich zog also die Schuhe aus und wagte mich vorsichtig an den Rand der Felsen, bis dahin, wo die Wellen gerade noch so hinkamen. Die ersten paar Wellen leckten auch ganz nett an meinen Füßen, aber dann kam eine Monsterwelle und überspülte meine Beine bis zu den Oberschenkeln und spritzte mich auch sonst fast überall nass. Na also, doch im Meer gebadet!
Für den Aufstieg zurück nach Tijarafe durch die Bananenfelder und die Ortsausläufer auf heißen Beton und Teerpisten gab sich die Sonne endlich die Ehre (nachdem sie sich die ganze Zeit hinter dünnen Wolken versteckt hatte) und brannte uns hilfreich auf den Buckel. Wir schwitzten schneller als wir mit Getränken nachfüllen konnten. Boah, was war das anstrengend!
Kurz vor Tijarafe quert man nochmal durch den Barranco del Jurado, wo es dann ein wenig Schatten hat. Nach dem Aufstieg eine echte Wohltat.


Die letzten Ausläufer von Tijarafe


Abstieg zum Meer


Die Poris de Candelaria von ‘ganz hinten’


Der Mann und das wilde Meer


Im Barranco del Jurado

Mittwoch, 02.11.2016: Bejenado
Kontrastprogramm zum Meerabstieg: Ein ‘echter’ Berg.
Weil inzwischen die Sache mit der Parkerei an der Cumbrecita so umständlich ist (man braucht eine - kostenlose - Genehmigung für die *genaue* Parkzeit, die man entweder direkt bei der Parkverwaltung oder sich online holen kann), starteten wir vom Parkplatz an der Forststraße.
Die Piste dorthin wird im Führer als ‘rau’ bezeichnet. Kann man so sagen ;-) Aber der Miet-Berlingo meisterte das problemlos.
Der Aufstieg zum Bejenado geht anfangs über eine Forststraße durch lichten Kiefernwald. Was ich als hochgradig irritierend empfand, war der Waldbrand-Gefahr-Indikator am Besucherzentrum und die Erklärung am Parkplatz, dass man nicht bei ‘Calima’, dem heissen Wüstenwind, zum Bejenado gehen soll, weil man von Waldbrand überrascht und eingeschlossen werden könnte. Wie gruselig! Es hatten auch alle Kiefern schwarze Stämme, obwohl alle haufenweise der schöne puscheligen langen Nadeln hatten. Der Indikator stand auf Grün.
Wir besuchten wieder die Petroglyphen und waren wieder enttäuscht. Man sieht die Dinger eh schon kaum und mit den harten Schatten des fetten Zauns drumherum ist die Erkennung noch schwieriger.
Dann spazierten wir gemütlich hinauf zum Caldera-Rand und bewunderten den Krater und die steilen Wände. Bis zum Bejenado-Gipfel ist es von dort nicht mehr weit. Natürlich ist man auf einem Gipfel wie dem Bejenado mit der großartigen Aussicht auf die Caldera de Taburiente nicht allein, aber wir stiegen vom Gipfel über einen kleinen Felsriegel zur Vermessungsstange ab und hatten die fast ganz für uns :-)
An der Cumbre waren die Wolken schon wieder über den Rücken gerollt und auch in der Caldera bildeten sich schon fleißig Wolken. Wir hatten noch eine Weile lang Sicht und Sonne, aber irgendwann hüllte uns doch der Nebel ein und wir machten uns an den Abstieg. Wir nahmen den längeren Weg über den Roque de los Cuervos, wo man weitere tolle Blicke in die Caldera und in das Tal zur Cumbrecita hätte, wenn man denn was gesehen hätte. Naja, so ein Nebelabstieg durch Kiefernwald hat auch was :-)


Aufstieg durch den lichten Kiefernwald


Der Nebel rollt über die Cumbre


Die Caldera der Taburiente


Nochmal Sonne geniessen im Windschatten neben der Vermessungstange


Abstieg im Nebel

Von engel am 23.11.2016 20:37 • diaryurlauboutdoorberg

La Palma - Teil I

Montag, November 21, 2016

Sonntag, 30.10.2016: Barranco de Madera
Die erste Tour der Urlaubs hatte ich schon von Daheim aus geplant. Zum Eingewöhnen sollte es nicht allzu weit weg gehen und die Tour sollte nicht allzu lang sein. Eigentlich deswegen, um Zeit für Einkaufserkundungen und Ähnliches zu haben, aber das passte auch als Erkältungstour.
Eher versehentlich starteten wir die Tour anders herum als im Führer beschrieben. Im Nachhinein war das ein Glücksfall, denn die Tour ist so herum unseres Erachtens schöner. Zudem mussten wir so herum nur ein einziges kleines Gesperrt-Schild missachten und nicht über 3 Zäune und Absperrungen klettern und unzählige Schilder ignorieren, denn die Tour war wegen Bauarbeiten eigentlich gesperrt. Wie gut, dass wir zufällig am Sonntag da waren :-)
Der Aufstieg zur Madera-Wasserleitung über den Rücken mit dem lichten sonnigen Kiefernwald war traumhaft, die Wasserleitung mit den Tunneln so nett und ausgesetzt wie erwartet und der Barranco ganz unerwartet beeindruckend im Talschluß. Da fiel der Abstieg durch die häßlichen Baustellen im unteren Teil des Barranco gar nicht mehr ins Gewicht.


Sonniger Aufstieg durch Kiefernwald.


Wasserleitungswandern. Links geht es steil hoch, rechts steil runter ....


.... und zwischendrin hat es immer wieder Tunnel :-)


Ein Afrikanischer Monarch gab sich fotografierwillig.

Montag, 31.10.2016: Roque Nimbroque
Von Gran Canaria im letzten Jahr verwöhnt, hatten wir übersehen, dass La Palma bei weitem nicht so touristisch ist. Am Sonntag sind die Geschäfte dort tatsächlich geschlossen. So wurde es nochmal eine Tour in der näheren Umgebung, um abends noch Zeit zum Einkaufen zu haben.
Der Roque Niquiomo ist ein kleiner Felsknubbel, den man schon von Weitem von unten sehen kann. Weil unser Frühstück so mager gewesen war (Kaffee, Snickers und Bounty, weil wir kein Brot hatten), gönnten wir uns am Start in Mazo erst mal einen ausgezeichneten und frisch zubereiteten Hamburger in einer winzigen Bar. Dann waren wir gestärkt für den ausnehmend schönen sonnigen und doch ziemlich langen Aufstieg zum Niquiomo. Vor dem Gipfel landet man dann im Nebel-Lorbeer-Wald und es wird ganz erstaunlich dunkel und steil und glatt.
Der Nebel gab sich auch die Ehre und wir hatten Glück, dass wir am Gipfel doch noch einen kurzen Moment erwischten, in dem man noch etwas sah, bevor wir dicht in Watteweiß eingehüllt wurden. Die Nebelquerung über die Hochebene war dann eine nahezu außerweltliche Erfahrung. Erst der Abstieg zurück nach Mazo brachte uns wieder aus dem Nebel heraus. Kurz vor dem Ort kamen wir an einer Kastanie vorbei, die verschwenderisch haufenweise Maroni abgeworfen hatte. Wir nahmen eine gute Portion mit :-)


Eine Westkanareneidechse schaut vorsichtig aus einer Mauer raus.


Auf dem Weg zum Niquiomo.


Im Nebel-Lorbeerwald wird es düster.


Abstieg nach Mazo mit Gomera und El Hierro am Horizont.

Von engel am 21.11.2016 22:15 • diaryurlauboutdoorberg
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