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Skitour

Montag, Januar 30, 2012

Es ist zwar nicht so, dass wir dieses Jahr noch keine Skitouren gemacht haben, aber Wetter- und Umstände-bedingt waren das bisher immer kleine 0815-Touren. Und das obwohl die Bedingungen derzeit (vom Wochenendwetter vielleicht mal abgesehen) ziemlich grossartig sind.

Nach der Geburtstagsfeier des jüngsten Neffen am Samstag, wo wir bis zum Abwinken mit feinem Essen vollgestopft wurden und wo sogar das kleinste - äh, also jüngste - Schwesterle den Weg bis ins abgelegene Mittel-Schwesterle-Heimatdorf fand, gab es am Sonntag dann die endlich die erste ‘richtige’ Skitour des Jahres.

Es ging auf die Namloser Wetterspitze, viel Weg, viel Höhe, was wir dann auch beide am Ende gemerkt haben (uns, oder wenigstens mir, fehlt ein bisserl Training). Da wir recht früh dran waren, waren wir beinahe die ersten, die an der Strasse nach Namlos parkten. Wir liessen uns auf dem Weg nach Fallerschein und weiter hinter in den Talschluss sehr von den zahllosen Grundlawinen an den steilen Grashängen rundrum beeindrucken (das heisst, wir machten diverse Foto-Stopps) und wurden auf halben Weg vom ersten Skisprinter eingeholt. Danach kamen nochmal 3 und dann 2 Leute, aber mehr war nicht los :-)

Es hat wirklich viel Schnee. Fallerschein ist wildromantisch teils bis über die ersten Fenster der Hütten zugeschneit und der Hang vor dem Sattel, an dem man sich normalerweise durch Latschen schlängelt, ist kaum wiederzuerkennen: weiss von oben bis unten. Am Grat schauen dafür das Gras und die Felsen raus.

Der Weg vom Putzenjoch zum Gipfel zog sich wie immer fürchterlich lang hin. Die Namloser Wetterspitze ist echt ein ‘Saubuckel, weil sie sich nämlich oben immer weiter zurück legt, so dass man bis zu allerletzt den Gipfel nicht sehen kann, dafür aber immer meint, gleich müsse er auftauchen. Oben war es windig und kalt, daher tranken wir unseren Tee ein Stück weiter unten, nachdem wir die Ski über die Gipfelfelsen wieder runter getragen hatten.

Die vor uns Abfahrenden nahmen freundlicherweise den Weg durch die steile Westrinne, die laut Geländeneigungsmesser immerhin 35-40 Grad hat. Die hatte ich mir auch schon die ganze Zeit angeguckt, aber ich war nicht böse, dass da jemand zuerst reingefahren ist. Der windgepresste Deckel machte das Fahren im oberen Bereich nicht ganz einfach, aber kurz drauf war der Schnee Klasse und das Abfahren macht richtig Spass (und wir schöne Spuren :-)). Den unteren schönen Hang mussten wir wegen eines Schneemauls, das weder von oben noch von unten zu sehen gewesen war, meiden. Leider geht die Spur unten drunter durch, das merkt keiner, der von unten aufsteigt.

Alles in Allem: Anstrengend, interessant, gelegentlich frisch und sehr fein.

Von engel am 30.01.2012 23:00 • outdoorski(2) Kommentare

Neffenmisshandlung

Mittwoch, Januar 25, 2012

Fast hätte ich geschrieben ‘Kindesmisshandlung’, aber die Zwillinge sind seit letztem November echte Teenager, da kann man die Jungs nicht mehr wirklich als Kinder bezeichnen. Der Teil mit der Misshandlung ist nicht ganz weit hergeholt, aber sie scheinen das Ganze gut überstanden zu haben und haben sogar auf die Frage, ob es ihnen gefallen hat, mit *Daumen hoch* und (etwas verhaltener) ‘Ja, schon.’ geantwortet. Immerhin.

Ich fang mal vorne an. Als die Neffen letzten November Geburtstag hatten und uns nichts einfiel, was wir schenkten könnten und die verwöhnten Gören sowieso schon alles und davon zuviel haben, verlegten wir uns auf ein Action-Abenteuer: Eine Skitour mit uns und hinterher irgendwo All-you-can-eat für die armen immer-hungrigen Jungs. Wollten die schon immer mal.

Wir dachten, dass wir den ersten Schnee vor Weihnachten dazu verwenden könnten, aber der zeichnete sich ja leider durch Abwesenheit aus. Dann verlegten wir uns auf das letzte Ferien-Wochenende, das mit dem 3-Königs-Feiertag. Da war aber schon im Vorfeld dermassen viel Bohei um die zu erwartenden Unwetter (und die damit einhergehende Lawinenlage), dass wir kalte Füsse bekamen und das Ganze um 2 Wochen verschoben.

Auch das letzte Wochenende war ziemlich schlecht vorhergesagt, aber nachdem wir nun schon so oft verschoben hatten, einigten wir uns mit allen Beteiligten, das jetzt einfach durchzuziehen, koste es was wolle. Und so standen wir am Freitag Abend auf dem Kemptner Bahnhof, um die beiden grossen Neffen in Empfang zu nehmen. Der Zug hielt, alle Welt stieg aus und ein und dann leerte sich der Bahnsteig. Wir waren schon der Überzeugung, da sei etwas mit der Umsteigerei schief gegangen, dann tauchten sie doch noch auf - sie waren wegen der vielen Leute anders herum um das Zugansagerhäusel am Bahnsteig gegangen. Erleichterung!

Den Freitag Abend verbrachten wir mit Ski-Einstellen, Mini-Skitouren- und Lawinenkunde, Spaghetti-Essen, Heimkino (‘Die Hard III’ auf der grossen Leinwand, was die Jungs unbandig freute) und Wettersorgen. Letzteres nur wir natürlich. Die Vorhersagen wurden immer schlechter und der Lawinenlagebericht hatte eh schon Stufe 4.

Samstag schneite es in der Früh. Und der LLB war wie nicht anders zu erwarten bei Stufe 4 geblieben. Auf eisigen Strassen schlichen wir nach Unterjoch um uns am Wertacher Hörnle zu versuchen. Am Parkplatz gab es erst nochmal Ski-Kunde (wie geht man mit Tourenskiern um und wie verstellt man die), dann gingen wir langsam los.

Dass doch was dran ist, mit Tourenskiern zu laufen stellt man erst fest, wenn man bei Anfängern sieht, dass es eben doch nicht so einfach ist. Der bodenlos tiefe Schnee war nicht hilfreich, denn wenn einer der Jungs umkippte, kam er nicht mehr allein hoch.

Als wir die Lauferei dann ein bisserl gemeistert hatten (nach dem ersten Aufschwung), kam das nächste Problem: Der Wind erwischte uns auf der Kuppe mit voller Wucht. Wir versuchten Schutz am Waldrand zu finden und machten bald die erste Pause. Die Jungs waren gut einpackt und froren nicht (sagten sie wenigstens), aber der Wind war schon eine harte Nummer. Nach 3/4 des Hangs war der kleine Zwilling am Ende und auch der Grosse meinte, zum Gipfel wolle er doch nicht mehr.

Wir gingen noch bis zm Wald und machten im Schutz der Bäume Pause. Der beste Allgäuer von Allen und der grosse Zwilling sondierten die Schneehöhe und fand an der tiefsten Stelle in unserer kleinen halbwegs windstillen Ecke ganze 2,10m Schnee. Als wir dann mein LVS-Gerät suchten, war auch der kleine Zwilling wieder halbwegs erholt und half beim Suchen und Graben.

Dann ging es an die Abfahrt. Oben war der Schnee tief und halbwegs fluffig, da schlugen sich beide Jungs ganz gut beim Fahren. Je tiefer wir kamen, umso schwerer wurde der Schnee, weil es unten regnete. Die Jungs, ganz speziell, der leichtere kleine Zwilling hatten immer mehr Probleme mit den Kurven und fiel immer wieder hin. Im flachen Gelände blieben sie dann beide immer wieder stecken und mussten die schweren Ski wieder und wieder aus dem schweren Betonschnee heben.

Am Auto waren wir alle vier dann durch und durch nass, wobei die beiden Jungs noch ein bisserl besser dran waren, weil deren ‘richtige’ Skikleidung doch besser imprägniert ist als unsere Softshell-Klamotten. Daheim fanden wir kaum genügend Platz, um alles zu trocken. Sogar alle Rucksäcke waren durch und durch nass.

Für die erste Skitour war das ein ganz schöner Hammer. Sauwetter, Sturm, scheusslicher Schnee (unten), ich hätte mir wirklich besseres Wetter gewünscht. Hätten wir das nicht verschoben und die Tour wie ursprünglich geplant am 3-König-Tag gemacht, wäre das Wetter übrigens um einiges besser gewesen. Wir hätten uns nicht von dem Gedöns in Radio und TC kirre machen lassen sollen!

Abends gab es das versprochene All-you-can-eat (Buffet beim Chinesen). Und weil wir so früh dran waren, gab es dann noch Bully als Boandlkramer im Heimkino. Sonntag verfrachten wir die Jungs relativ frü in den Zug, weil wir eigentlich noch eine Skitour hatten machen wollen. Aber es regnete: Lust = Null.

Zusammenfassend bin ich recht stolz auf die Buben, denn viel widrigere Verhältnisse hätte man kaum haben können. Sie haben wirklich alles gegeben und waren ganz schön hart im Nehmen.

Und jetzt die Bildchen. Ich weiss genau, wer die sehen will :-)

Von engel am 25.01.2012 23:08 • outdoorski(0) Kommentare

Helfen und so

Dienstag, Januar 17, 2012

Ich hatte das schon lang vor, letztes Wochenende war es endlich so weit: Ein alpiner Erste-Hilfe Kurs mit Schwerpunkt Winter - der Jahreszeit angemessen. Wir waren auf der Schönfeld-Hütte am Spitzingsee (damit beschränkt sich unsere Kenntnis der Bayrischen Voralpen noch immer auf genau diese Stelle).

Der beste Allgäuer von Allen war auch ganz angetan von der Aussicht mal wieder (in seinem Fall, in meinem überhaupt mal seit dem Führerschein) diese wichtigen Kenntnisse aufzufrischen, aber als sich dieses Wochenende (das wir letzte Jahr im August oder so gebucht hatten) näherte und sich als derart genial bezüglich Tourenbedingungen herausstellte, hatte er dann doch den einen oder anderen Jammer. Und ich gebe zu, auch ich habe immer wieder ein bisserl wehmütig zugeguckt, wie der schöne Schnee an dem Hügel hinter der Hütte immer zerpflügter wurde.

Aber der Kurs war die beiden verpassten Touren auf jeden Fall wert. ‘Unser’ Bergwachtler vom ARW (Matthias) brachte die Theorie interessant und amüsant rüber, gespickt mit allerlei Geschichten aus der Praxis, und dachte sich nette Fallbeispiele für den praktischen Teil aus. Am ersten Tag hat er uns fast durchgehend 12 Stunden lang beschäftigt und es war nie langweilig!

Bei den Übungen war es schon ganz schön lehrreich, wie schnell die schöne Theorie (die so schön logisch und einfach ist) flöten geht, selbst wenn man nur den simulierten Stress eines gespielten Notfalls hat. Immerhin bin ich mir im Lauf der Kurses nicht mehr komplett dämlich sondern nur mehr halb dämlich vorgekommen. Ich würd ja sagen mit mehr Praxis würde das sicherlich noch besser, aber genau sowas will ich in der Praxis absolut nicht haben!

Am Samstag sind wir um dreiviertel fünf in Kempten gestartet und waren um kurz nach sieben am Spitzingsee. Nach einem letzten Kaffee war es dann beinahe hell und wir sind in starkem Schneefall zur Hütte aufgestiegen - wo wir exakt pünktlich zum ausgemachten Zeitpunkt ankamen, aber trotzdem eine halbe Stunde lang völlig allein waren. Ich war schon unsicher, ob wir nicht auf der falschen Hütte waren (sooooo abwegig ist das gar nicht, die ganze Gegend ist voller Hütten), aber als ich noch versuchte, irgendwie Handy-Empfang zu bekommen, um nochmal die Bestätigungsmail zu lesen, kamen dann doch die anderen Teilnehmer. Ich war sehr erleichtert!

Der erste Tag war eiskalt und es schneite mehr oder weniger durch. Am zweiten Tag war es mindestens ebenso kalt, aber die Sonne schien und das machte einen Riesenunterschied.

Auf dem Rückweg standen wir eine Stunde lang am Schliersee :-( Wir sind ja stau-technisch echt verwöhnt. Bei uns wissen wir, wann es wo staut und wie man da drum herum kommen kann, aber da im bayrischen Voralpen-Fremdland, wo wir nur ein dämliches Navi und eine reichlich generelle Übersichtskarte hatten, waren wir dem Stau hilflos ausgeliefert. Am Montag erklärte mir der ortskundige Kollege, wie man dem Fiasko hätte entgehen können, aber da war dann doch leicht verspätet. Wir bogen vor Miesbach auf die B472 ab, die quer zu den Alpen nach Westen führt und kamen da problemlos zurück ins Allgäu. Sämtliche anderen Staus (und es gab viele!) haben wir nur im Radio gehört - und den auf der A7 haben wir kurz angeguckt, als wir kurz vor daheim direkt drunter durch fuhren.

Zum Merken und Nachlesen für mich noch ein paar Erkenntnisse aus dem Kurs:

  • Schnee ist wirklich verdammt kalt. Besonders wenn man sich nicht bewegen kann/darf.
  • Wiederbelebungsmassnahmen (CPR/HLW) sind einerseits nicht so anstrengend wie ich befürchtet hatte und andererseits verdammt anstrengend.
  • Ohne einen Defibrillator sind Wiederbelebungsmassnahmen eigentlich umsonst. Sie verlängern zwar die Überlebenschancen eines Menschen mit Herzflimmern, aber wenn man dem Herz keinen echten Jumpstart geben kann, gehen die Chancen, dass ein Unfallopfer wieder selbständig atmet, mehr oder weniger gegen Null (Ausnahme Ertrinkungsopfer, aber die trifft man in den Bergen selten).
    Nachtrag zur Klarstellung: Das soll natürlich keinesfalls heissen, dass man HLW gar nicht erst versuchen braucht! Nur die Erkenntnis, dass HLW allein nicht ausreicht, ist neu.
  • Die 112 ist nicht nur europaweit gültig (das wusste ich) sondern hat vom Handy aus gewählt eine Vorrangstellung: Alle Netze, auch die, in denen man normalerweise gar nicht telefonieren kann, werden verwendet und wenn nötig werden andere Verbindungen beendet, damit der Notruf durchkommt (das war mir neu).
  • Meine Rucksack-Apotheke muss dringendst überholt werden!
  • Selbst der simulierte Stress eines gespielten Notfalls ist Stress. Puh!
  • Das mit dem Schauspielern ist irgendwie nicht so mein Ding. Ich glaube ich habe nicht besonders gut als Opfer getaugt.


Und ein paar Bildchen habe ich auch noch:

Von engel am 17.01.2012 21:43 • outdoor(4) Kommentare

Gecko

Dienstag, Januar 10, 2012

Dem Wunsch des kanadischen Onkels folgend hier nun eine kleine Bewertung der Gecko-Steigfelle. Inzwischen habe ich ja schon 2 davon und die Felle sind nun schon eine Saison in Betrieb (vor allem das auf dem MW WakeUp), sowohl bei uns als auch im Hochgebirge. Ich hab mal gezählt, das sind inzwischen 26 Ski-Touren mit insgesamt 23.500 Höhenmetern. Da kann man schon mal ein Fazit ziehen.

Der absolut grösste Pluspunkt ist das Handling. Die Felle kleben immer gleich gut, egal wie oft man auffellt und egal wie kalt oder warm es ist. Lediglich Schnee auf der Klebefläche mögen sie nicht, den kann man aber leicht mit der blossen Hand wegwischen oder schmelzen. Wasser macht den Geckos nämlich nichts aus, zumindest nicht auf der Klebeseite.

Und noch besser, man kann die Felle einfach zusammenlegen und aufrollen und muss sich nicht mit irgendwelchen blöden umständlichen Folien rumschlagen. Wenn dann doch mal Dreck auf der Klebefläche ist, kann man den einfach mit Wasser wieder abwaschen. Getestet, klappt. Genial.

Die Klebefläche fasst sich komisch an, seltsam weich und pappig, da muss man sich erst dran gewöhnen. An einem Fell ist auch mal ein schmaler Streifen von der Klebemasse abgegangen. Die restliche Klebemasse hat sich da einfach hinverteilt und nun sieht man nichts mehr davon.

Die Felle selber gleiten gut und halten im Aufstieg mit anderen Fellen mit. Das ist jetzt eine sehr subjektive Bewertung, messen kann ich das natürlich nicht. Auf jeden Fall sind sie nicht signifikant schlechter als die Felle der Leute mit denen wir unterwegs waren. Ich bin nur da gerutscht, wo andere auch gerutscht sind.

Die Passform hängt davon ab, wie gut man im Zuschneiden ist. Das klingt zwar kompliziert, geht aber mit der Anleitung doch recht einfach. Und weil meine Felle vom besten Allgäuer von allen zugeschnitten worden sind, passen sie wirklich 100% - auf beiden Seiten schaut von unten bis oben nur die Kante raus. Allein das ist schon ein Vorteil gegenüber beinahe passenden Fellen von der Stange (allerdings kann man auch Klebefelle zum Zuschneiden kaufen, das ist nur ein halbes Argument).

Der bisher einzige Kritikpunkt, den ich habe ist, dass die Gecko-Felle leider nicht allzu gut imprägniert sind. Im Vergleich zu Ralles Fellen werden die Geckos viel schneller nass und stollen folglich auch leichter. Ich besprühe die Felle gelegentlich mit Imprägnierspray und habe inzwischen immer Wax greifbar, um dem Stollen etwas entgegen setzen zu können. Wenn die Gecko-Leute das noch in den Griff kriegen, dann gibt es überhaupt kein Argument mehr gegen Gecko-Felle.

Werde ich wieder Geckos kaufen? Ja, unbedingt!

Von engel am 10.01.2012 19:16 • outdoor(1) Kommentare

Schneewochenende

Montag, Januar 09, 2012

Nach dem Chaos am Donnerstag, dem ich so knapp entgehen konnte, war ich recht froh, dass wir das Neffenwochenende verschoben hatten. Warnstufe 4 und Unmengen Schnee von oben, da hätten die Jungs vermutlich wenig Spass (dafür aber kalt) gehabt.

Freitag haben wir uns nicht aus dem Haus bewegt, aber Samstag und Sonntag zog es uns dann doch raus. Auch wenn es fast drchgehend geschneit hat und wir entsprechend nass wurden.

Am Samstag wollten wir erst mal auf den Sonnenkopf, aber nachdem da nicht mal mehr Platz zum Parken war, haben wir umdisponiert und sind auf den Grossen Ochsenkopf gegangen. Erstaunlich allein übrigens, dabei stiegen Unmengen Menschen zum Rangiswanger Horn hinauf. Am Ochsenkopf trafen wir nur 3 Leute und hatten den Gipfel und den ganzen Hang für uns allein.

Sonntag starteten wir früher zum Sonnenkopf und fanden noch problemlos einen Parkplatz. Ausser uns waren lauter Raser unterwegs, die fast alle im Eiltempo an uns vorbei zogen, dabei waren wir meinem Gefühl nach auch schon nicht langsam unterwegs. Oben fanden wir noch viel freien Hang für eine schöne Abfahrt, unten mussten wir uns durch patschassen Papp wühlen, was dann weniger Spass machte. Die Massen kamen alle erst, als wir schon abfuhren.

Für das Wetter und die Lawinenlage waren das ganz nette Touren. Ich bin gespannt, wie sich das mit dem Schnee weiter entwickelt.

Von engel am 09.01.2012 21:45 • outdoorski(0) Kommentare

Jahreswechseltouren

Sonntag, Januar 01, 2012

Ist zwar faktisch nicht ganz korrekt, weil die Touren alle vor dem Jahreswechsel statt gefunden haben, aber weil das Wetter nun nicht mehr mitspielt und weil überhaupts passt der Titel schon :-)

Neben diversem Organisatorischem haben wir es doch 4 Mal geschafft, uns freizuschaufeln und den Schnee zu geniessen. Die vierte Tour war eigentlich völlig anders geplant, aber das Wetter - also eigentlich die Strassenverhältnisse, mit Schneefall und Sturm hatten wir gerechnet - hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Also:

Von engel am 01.01.2012 10:17 • outdoorski

Sonnenradeln

Donnerstag, Dezember 01, 2011

Wieder mal stand nur der Sonntag zur wirklich freien Verfügung, deswegen gab es trotz des schönen Wetters nur eine Wochenend-Sonne-Draussen-Weg-Tour. Und weil ich nicht bergab laufen soll (O-Ton Doc: “Und nehmen sie unterdessen runter besser den Aufzug statt der Treppen.”), sind wir halt radeln gegangen. Man hat ja Möglichkeiten.
(Wobei ich nicht sicher bin, inwieweit der Doc Bergradeln sanktioniert hätte. Immerhin tat hinterher nichts weh - OK, das Sitzfleisch ein bisserl - was im Vergleich zu den letzten Wochenenden ein signifikanter Unterschied ist.)

Obwohl wir relativ spät dran waren und in der Sonne starteten, war es in der Früh noch ziemlich kühl. Aber als wir nach dem eisigen Enge-Tal auf der Forststrasse zum Breitenberg in die Sonne kamen, wurde es schnell warm und wir waren bald mit hochgekrempelten Hosenbeinen und ärmellosen Untershirts unterwegs :-)

Der Plan war eigentlich, bis zum Ostlerhaus hinauf zu fahren (laut Karte ist das eine Forststrasse), aber die ‘Strasse’ besteht nur aus Felsbrocken und man kann das kaum vernünftig radeln. Wir disponierten um, fuhren gemütlich in der Sonne wieder hinunter ins Enge-Tal und radelten in frostigem Schatten auf der anderen Seite unter dem Einstein entlang Richtung Schönkahler und Sonne. Wir hatten da eine Forststrasse gesehen, die so aussah, als könne man darüber problemlos zurück ins Tannheimer Tal kommen (allerdings kannten weder die Papier-Karte noch die OpenStreetMap im GPS diese Strasse).

Im Schatten fuhren wir an wunderschönen Eisblumen entlang, in der Sonne waren dann wieder T-Shirt-Temperaturen :-) Die Forststrasse führte wie geplant an der Schönkahler-Alpe vorbei in Richtung Tannheimer Tal, endete dann aber abrupt an einem kleinen Wendekreis. So kamen wir auch noch zu einer netten Trial-Einlage auf dem Normalweg zum Pirschling. Ich Feigling stieg natürlich an der steilsten Stelle ab und schob ;-)

Kaffee und Kuchen gab es dann daheim, das Tannheimer Tal ist sozusagen geschlossen geschlossen. Jedenfalls war da, wo noch Sonne war, kein Einkehren möglich. Fein wars :-)
Und jetzt könnte dann zwengs mir endlich der Schnee kommen!

Von engel am 01.12.2011 22:09 • outdoormtb

Gaichtspitze

Donnerstag, November 24, 2011

Aus Gründen blieb auch letztes Wochenende nur der Sonntag um das Wetter zu geniessen. Diesmal achteten wir ganz genau darauf, auch wirklich die sonnigste aller möglichen Touren zu machen. Wie gut die Wahl war, zeigten die vielen Menschen, die dieselbe Tour ausgesucht hatten, nämlich die Gaichtspitze.

Zum ersten Mal überhaupt war der Aufstieg zur Gaichtspitze nicht nass und matschig. Da sieht man mal, wie lange es schon trocken ist, denn zwischendurch versinkt man im unteren Teil gern mal knöcheltief im Schlamm.

Oben fanden wir ein warmes sonniges Plätzchen zwischen den Latschen, wo wir die wunderbare Aussicht geniessen konnten. Unterdessen kamen Unmengen Leute hinauf, was uns sehr erstaunte, denn die Gaichtspitze kennen wir eigentlich als eher einsame Tour.

Nach dem Abstieg gab es noch Kaffee und einen feinen Germknödel in dem Kiosk an der Gaichtpasskurve hinter der Brücke. In der Sonne natürlich :-)

Von engel am 24.11.2011 22:39 • outdoorberg

Beeindruckend!

Mittwoch, November 16, 2011

Sogar, um Frau Brüllen zu zitieren: Högscht beeindruckend!
(Das Allgäu ist nicht weit weg von der Schweíz, so klingt es bei uns auch.)

Gestern war ich auf der diesjährigen ‘The North Face Speaker Series’. Ich muss zugeben, dass ich von dieser Speaker Series noch nie gehört hatte, aber wenn man mir einen Vortrag von grossen Bergsteigern vor die Nase hält und das auch noch für umsonst, dann geh ich hin :-)

Das Ganze fand im Künstlerhaus am Lenbachplatz statt. Alte Gemälde, stuckverzierte hohe Räume, riesige Kristallleuchter und dicke burgunderfarbene Samt-Vorhänge um die Bühne. Und zwischendrin lauter Leute in bunten Outdoorklamotten ;-) Probleme mit der Technik gab es zuhauf, aber trotz diverser Pannen haben die das dann doch immer wieder hingekriegt. Alles in Allem machte das einen nicht ganz so professionellen Eindruck, was ich eigentlich ganz charmant fand. Waren auch nur um die 500 Leute da (der Raum fasst nicht mehr), so dass das eine recht intime Veranstaltung war.

Moderiert hat ein Redakteur der Zeitschrift Klettern und Thema war die Winterbesteigung des Gasherbrum II (8035m) von Simone Moro, Denis Urubko und Cory Richards. Die 3 Bergsteiger waren da und alle haben mich schwer beeindruckt.

Simone Moro, weil er so ein netter, fröhlicher, lustiger, lockerer Typ ist. Und das obwohl er vermutlich einer der besten und härtesten Bergsteiger ist, die es derzeit gibt. Denis Urubko ist das komplette Gegenteil. Obwohl er auch lustig und nett ist, kommt er ziemlich Macho rüber. Cory Richards, der dritte im Bunde ist deutlich jünger und so ein richtiger amerikanischer Sunny Boy, der ständig betonte, dass er da nur zufällig hineingeraten ist, weil er keine Ahnung hatte, worauf er sich einliess.

Während des Gesprächs und während des kurzen Films danach (20 Minuten) kam vor allem rüber, dass Winterbesteigungen generell noch eine gute Stufe härter sind, weil es niemals nirgendwo irgendwas gibt, wo man mal abschalten und entspannen kann. Warm ist es nur im Schlafsack und den muss man erst selber aufheizen. Und im Karakorum ist das alles noch viel extremer, weil man da selbst im besten Fall mindestens 8 Marschtage (Sommer-Marschtage) vom nächsten Ort weg ist. In Nepal sind die Dörfer im Allgemeinen nicht allzu weit von den BaseCamps weg. An sich ist die Gegend ja durchaus bevölkert.

Der Film war ehrlich ziemlich gruselig (und grossartig - sowohl gemacht als auch gefilmt), weil er sehr gut dokumentiert hat, wie hart so eine Winterbesteigung ist, bei Temperaturen zwischen -30 und -52 Grad und Sturm noch dazu. Dazu kommen die Lawinen, die Spalten, die Isolation, die Schwierigkeiten bei der Routenfindung, usw.

Witziges gab es trotz allem. Beispielsweise die Antwort von Simone Moro auf die Frage, ob man irgendwann irgendwo auch mal warm hat: Naja, als wir in der Früh bei -50 Grad endlich in die Sonne kamen und die Temperatur schlagartig auf -30 Grad stieg, war das wie eine warme Dusche.

Denis Urubko ist wohl der Logistiker der Truppe. Er erzählte, wie er im Kopf immer durchgeht, was sich in welchem Lager befindet. Und wenn dann beispielsweise 3 Scheiben Brot in einem Lager geblieben sind, dann wurde die als nächstes zu tragende Ration sofort um diese 3 Scheiben reduziert, um nicht ein einziges Gramm zuviel hinauf zu tragen.

Cory Richards erzählte vom Filmen und Fotografieren: Er trägt die Kameras in einer Tasche an einem Tragriemen auf der rechten Seite und hat seine Daunenfäustel mit Bändern an den Handgelenken befestigt. Wenn er ein Bild machen will, zieht er einen Fäustel aus, holt aus der linken Innenseite seines Daunenanzugs eine Batterie raus, steckt sie rein, macht ein Bild, nimmt die Batterie wieder raus, verstaut sie, packt die Kamera weg und zieht den Fäustel wieder an. Beim Filmen zieht er den Fäustel auch zwischendrin wieder an und aus.

Der Klettern-Redakteur hat seine Sache recht gut gemacht, obwohl ich mir gewünscht hätte, dass er nicht ständig übersetzt hätte. Allerdings ist der Moderator gelegentlich durcheinander gekommen, weil Simone Moro nämlich auch Deutsch kann und abwechselnd mal Deutsch oder Englisch geantwortet hat. Das hat zwischendurch dazu geführt, dass Cory Richards deutsche Fragen gestellt wurden und Simone Moro englische. Das hat zu einiger Heiterkeit geführt ;-)

Zusammenfassend noch immer: Wow!
Ich werde noch eine Weile brauchen, bis ich diesen Abend verarbeitet habe.

Von engel am 16.11.2011 21:59 • outdoorkinowww

Kurz draussen

Montag, November 14, 2011

Aus Gründen sind derzeit unsere Abende und Wochenenden mit allerlei Organisatorischem ausgefüllt. Diesen Sonntag haben wir uns aber trotzdem mal ‘freigenommen’ und sind endlich mal wieder raus. Raus aus dem Nebel und vor allem raus aus dem Stress, um den Kopf frei zu bekommen.

Der Plan war, wieder eine Südseitentour zu gehen, doch inzwischen sind die Südseiten rar geworden und allzu lang durfte die Tour auch nicht werden, so dass wir uns auf eine Ostseitentour einliessen: der Hohe Ifen sollte es werden. Die Bahn geht nicht mehr, also war auch erträglicher Betrieb zu erwarten.

Anfänglich ging der Plan auf. Nach wenigen Metern konnten wir in der Sonne aufsteigen, im T-Shirt und mit hochgekrempelter Hose :-) Der Aufstieg zum Gipfel führt durch eine nordseitige Felsmauer, wo es natürlich kalt und eisig war, aber das dauert nicht lang und am Gipfel konnte man es gut in der Sonne aushalten (der eine Typ in T-Shirt, kurzen Hosen und Sandalen, der übertrieb allerdings doch ein wenig).

Für den Abstieg bot sich entweder die eher langweilige Runde über die Schwarzwasserhütte oder die interessantere Variante über den Gottesacker an. Wir nahmen letztere, was anfangs eben auch interessant war, aber (mal wieder) wegen der vielen Umwegen und Zwischenanstiege unerwartet lang.

Und – das hatten wir nicht bedacht – der eigentliche Abstieg führt durch eine Rinne im Norden einer Geländerippe. Deswegen stiegen wir im tiefen Schatten auf gefrorenem Boden (teils Schnee und Eis) mit toller Aussicht auf die wunderbar besonnten Berge gegenüber hinab zur Auenhütte. Unten im Tal waren uns dann noch 3 Minuten Sonne vergönnt (in die wir komplett geblendet direkt hineinliefen), dann war wieder Schatten. Und kalt.

Ich glaube, das mit dem Sonnentouren-Aussuchen müssen wir nochmal üben ;-)

Die organisatorischen Dinge holten uns abends wieder ein, so dass ich gestern nicht mal dazu gekommen bin, die Kamera zu entladen. Keine Bilder heute.

Von engel am 14.11.2011 20:06 • outdoorberg
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