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Zu-Fuß-Bergsteigen

Sonntag, Februar 05, 2017

Ich geb das ja nur ungern zu und schäme mich fast ein wenig, aber wat mutt dat mutt: wir waren mitten im Winter, obwohl genügend Schnee für Skitouren liegt und obwohl man vermutlich sogar an den richtigen Stellen zum rechten Zeitpunkt (mit einigem Suchen) passablen Schnee hätte finden können, zu Fuß unterwegs.

Der Grund ist simpel: Ich wollte die Knie-Umstellung per Schiene auch mal zu Fuß testen, schließlich ist das für das Knie am stressigsten. Es gibt also eine gute Entschuldigung für das seltsame Verhalten ;-)

Winterbergsteigen ist durchaus ein anspruchsvolles Unterfangen, dass aber der gefährlichste Teil der Tour die Strecke auf der Teerstraße vom Parkplatz zum Bergfuß sein würde, war etwas überraschend. Es war kalt im Tannheimer Tal und sowohl Parkplatz als auch Straße hätten fast zum Eislaufen getaugt.

Ich muss zugeben, dass ich den Schnee etwas unterschätzt hatte. Obwohl wir einen südseitigen Anstieg auf einen nicht allzu hohen Berg wählten, war der Schnee bei weitem nicht so ‘weg’, wie ich erwartet hatte. Nur wenige Stellen waren halbwegs frei, meistens hatte es knapp knietiefen Altschnee, unten durchweicht und oben hart zusammenfroren. Und natürlich trug der Schnee kaum. Es dauerte nicht lang dann taten mir die Schienbeine und Waden vom ständigen Einbrechen ziemlich weh.

Den letzten Teil des Aufstiegs, vom Grat bis zum Gipfel begingen wir als erste und durften spuren :-)
Oben kamen wir sogar gaaaanz kurz in den Genuss von Fast-Sonne. Also eher so helleres Licht als man sonst bei bedecktem Himmel hat als tatsächlich Sonne. Schön (und warm) war es in jedem Fall :-)

Der Aufstieg war wegen des harten Schnees und der lästigen Einbrecherei recht anstrengend. Im Abstieg war der Schnee erfreulicherweise inzwischen ziemlich aufgegangen, so dass die steile Rinne vom Grat weg fast gemütlich zum Absteigen war. Wo wir beim Aufstieg nicht eingebrochen waren, brachen wir allerdings beim Abstieg ein. Einfach gehen ist was anderes ...

Im Aufstieg merkte ich mein Knie nicht mehr oder weniger als ohne die Schiene, ähnlich wie beim Skitouren. Im Abstieg dagegen fühlte sich das Knie erstens stabiler an (was sehr wahrscheinlich an der Schiene selbst als an irgendwas anderem liegt) und tat zweitens weniger weh. ‘Weniger’, nicht ‘Nicht’. Aber angesichts der eher schwierigen Lauferei (wegen ständig Einbrechen) ist das doch eher positiv. Auch positiv: Danach und am nächsten Tag tat das Knie deutlich weniger weh als erwartet.


Lieber neben der Straße laufen als drauf


Aufstieg


Oben am Grat


Gipfel-Annäherung


Vielleicht kommt ja Schnee?

Von engel am 05.02.2017 22:00 • outdoorberg(2) Kommentare

Standard-Runde

Samstag, Januar 28, 2017

Freitag Nachmittag hatten wir zwar - weil das wohl für länger das letzte Wochenende mit halbwegs anständigem Schnee werden würde - eine schöne und vermutlich (hoffentlich!) noch nicht allzu oft begangene weil etwas umständlichere Tour ausgesucht, aber als der beste Allgäuer von Allen zum Frühstück auftauchte, sah er aus wie durchgekaut und ausgespuckt. Nicht unerwartet: Husten, Schnupfen, krank.

Nun wollte ich aber meine Schiene testen und der Allgäuer seine neuen Skistiefel und überhaupt ist krank am Wochenende ja so ziemlich das Blödeste was man so machen kann, deswegen beschlossen wir trotzdem rauszugehen. Aber wir disponierten um und hofften, im guten alten Gunzesrieder Tal eine eher der Erkältung angemessene Tour machen zu können. Immerhin wäre da ein eventueller Abbruch nicht mit allzu viel Aufwand verbunden.

Natürlich war so gut wie alles pistenähnlich zerfahren, aber dank der überaus günstigen Lawinenlage-Prognose (1, oben wie unten) waren fast alle woanders unterwegs :-) Wir waren lang allein unterwegs und trafen auch auf den beiden Gipfeln nur moderat viele Leute. Und überhaupt, draußen sein ist ja eh am wichtigsten!

Immerhin: die erhoffte eher wenig befahrene Alternativ-Abfahrt bot grad noch Platz für 2 Spuren und tatsächlich noch ein klitzekleines bisserl netten Pulverschnee :-) Und vorn runter zum Parkplatz war eh alles Piste, das war auch OK.

Die Schiene merkte ich so gut wie gar nicht (abgesehen davon, dass sie da zwickt, wo die Hose unter den Klett-Befestigungsbändern Falten macht) und das Knie tat relativ wenig weh. Ob das jetzt der Schiene zuzurechnen ist oder ob das Knie momentan halt gut drauf ist, kann man nach einer einzigen und wenig anstrengenden Tour natürlich noch nicht sagen. Schaumermal.


Aufstieg mit Schiene


Der Tag lacht uns an :-)


Am Gipfel


Ein klitzekleines Bisserl schöne Abfahrt :-)

Von engel am 28.01.2017 22:00 • outdoorski(0) Kommentare

‘Traumtour’

Montag, Januar 23, 2017

Wegen Schnee und Sonne und Winter und diesen Dingen hatten wir uns beide den Montag frei geschaufelt und Urlaub genommen. Nach so einem Traumwochenende ist die Auswahl an möglicherweise noch einigermaßen un-umgepflügten Hängen natürlich eher beschränkt und dass es prinzipiell wenig Schnee hat machte die Auswahl nicht leichter. Wir entschieden uns für eine weitere Walsertaltour.

Wie üblich ging es erst mal mit einem Talhatsch mit leichtem Wind los, der die eher moderaten -8 Grad recht ungemütlich machte. Wir hatten eigentlich damit gerechnet, dass der Wind im Aufstieg neben dem Wasserfall nachlassen würde, aber da frischte er eher auf. Das hatte der Spur und dem zerfahrenen Schnee nicht gut getan. Der Schnee war hart und rutschig, der Aufstieg entsprechend anstrengend.

Als wir über dem Wasserfall in den Kessel zum eigentlichen Tourenziel kamen, waren wir sehr enttäuscht. Alles verblasen, überall schauten Felsen raus und für die erwartete Sonne war es wohl noch zu früh im Jahr.

Wir disponierten um und stiegen nach einer 10-minütigen Pause (länger wollte uns die Sonne keine Gesellschaft leisten) zum einzig möglichen Alternativ-Ziel hinauf. Auch dort war die Spur hart gefroren, aber es hatte immerhin noch einigen lockeren Schnee nebendran. Weil auch da der ‘Gipfelhang’ (eigentlich eine Scharte) verblasen aussah, brachen wir oberhalb des Lockerschneehangs ab und rüsteten zur Abfahrt.

Dabei musste ich feststellen, dass mein neuer toller Scarpa-Stiefel so toll scheinbar gar nicht ist. So wie es aussah, war am rechten Stiefel eine Niete ausgebrochen (nach 4 1/2 Touren!!!). Damit knickte der Stiefel nach vorn ziemlich ein :-(((((

Die Abfahrt war wie vermutet im oberen Bereich richtig schön, dann aber wurde es schwierig. Aus dieser speziellen Scharte raus haben wir den ‘richtigen’ Weg nach unten noch nicht gefunden und der wenige Schnee, der aus sonst scheinbar freien Hängen Latschen-bewehrte Hindernis-Parcours machte, war da nicht wirklich hilfreich. Wo der Schnee pulvrig war und die Latschen etwas weiter auseinander standen, ging das noch halbwegs gut, da wo er angeschmolzen und ‘bollig’ zusammengefroren war oder wo die Latschen dicht an dicht standen, erklangen in der Abfahrt regelmäßig Flüche.

Wir fanden zwar nicht leicht aber doch ohne Unfälle zurück ins Tal. Ich fand die ‘Skisafari’ insgesamt eher witzig, der beste Allgäuer von Allen aber fluchte noch eine Weile vor sich hin ...

Der Stiefel ist übrigens doch nicht kaputt. Die Niete ist keine richtige Niete, sondern ein Ring in der Außenschale, in den sich ein Nippel der Innenschale einhängen soll. Dieses Ding war bei mir auseinander gerutscht und auf Tour einfach nicht mehr ineinander zu kriegen. Ich bin sehr unbegeistert und muss am Wochenende mal überlegen, ob ich so den Stiefel überhaupt haben will.


Kühler Aufstieg neben dem Wasserfall


Ganz kurz Sonne nach der Entscheidung zum Alternativ-Ziel


Abfahrt aus der Scharte ....


.... mit echt schönem Schnee


Latschen-Hindernis-Parcours

Von engel am 23.01.2017 22:00 • outdoorski(0) Kommentare

Traumtag

Sonntag, Januar 22, 2017

Wie es im Kleinen Walsertal aussah, wussten wir ja nun. Zeit also für eine Lechtaltour. Wieder war es daheim ordentlich kalt (-17 Grad). Im Lechtal hatte es beinahe milde -9 Grad, die aber durch den leichten Wind im Talhatsch sehr gut kompensiert wurden (Brrrr!).

Wir bogen rechts von der Hauptroute ab und begutachteten dann erst mal die Lawinenhänge auf der rechten Seite. Wie erwartet sah man im steilen Grasgelände schon einige frei Stellen, von denen die üblichen Gleitschneelawinen abgegangen waren. Wir sausten schnell und einzeln über die beiden Lawinenrinnen und stiegen weiter durchs Bachbett auf. Es hat einfach noch nicht viel Schnee und so stellte sich der linke Hang, den ich eigentlich als frei in Erinnerung hatte, als Latschenfeld heraus. Nunja, immerhin war Platz zwischen den Latschen. Der große Gipfelhang war aber immerhin so ununterbrochen weiß wie wir erwartet hatten :-)

Nach einer kurzen Pause an einer windgeschützten Stelle im Gipfelgrat machten wir uns schnell an die Abfahrt, um der großen Gruppe, die kurz nach uns oben angekommen war, zuvorzukommen.

Die Abfahrt war traumhaft! Nach 2 Schwüngen in oberflächlich verharschtem Schnee kamen wir in wadl-tiefen Pulver, in dem wir talwärts schweben konnten. Selbst der Latschenhang war noch ausnehmend gut zu fahren :-)

Auf dem Rückweg kehrten wir in Stanzach auf Kaffee und Kuchen ein und abends gingen wir im Birkenmoos essen. Perfekt!


Tiefster Winter im Tal


Aufstieg durch den ‘freien’ Latschenhang


Endlich Sonne im Gipfelhang


Die letzten Meter


Abfahrt :-)


Abfahrt :-)

Von engel am 22.01.2017 22:00 • outdoorski(2) Kommentare

Frühstart

Samstag, Januar 21, 2017

Dem wiederholten Wunsch folgend, keine schönen Skitouren aus dem Allgäu mitsamt Ziel zu posten, gibt es Skitouren jetzt nur noch ohne deutlich genannten Gipfel. Wer sich auskennt, erkennt die Tour an den Bildern eh und wer mag, darf auch raten. Ich löse die Tourenziele dann gern auf.

Um sowohl dem Skifahrerstau als auch den Skitourer-Massen zu entgehen, versuchten wir extra früh ins Kleine Walstertal zu starten. Da in der Früh die Wetterstation vor unserer Tür aber -18 Grad anzeigte, brauchten wir doch ein wenig länger, um mit einer weiteren Lage Wärme gegenzuhalten. Wir kamen trotzdem recht früh in Baad an, wo es zu unserem Erstaunen milde -6 Grad hatte.

Sehr schön, so konnten wir die Tour mit dem schöneren, allerdings auch längeren Weg durch den Bach zu starten. Als wir auf die Normalroute kamen, tappte gerade eine doppelt geführte Tourengruppe mit sicherlich 20 Leuten an uns vorbei. Ohje! Die nahmen aber den Normalweg während wir eh den Sommerweg aufsteigen wollten :-)

Das war auch so schön und einsam und toll und winterlich wie es sein sollte. An der Alpe stellten wir fest, dass es von da aus noch gar keine Spur gab, deswegen kam ich in den Genuß ein Weilchen spuren zu dürfen. Das ist zwar recht anstrengend, aber macht auch irgendwie Spaß.

Alles in Allem waren dann doch weniger Leute unterwegs und wir doch früher dran, als wir gedacht hatten, so dass wir im breiten Gipfelhang noch ausreichend Platz für eine wirklich schöne Abfahrt fanden. Der Schnee war kalt, locker und Klasse :-) Und sogar nach dem Gegenanstieg fand sich noch etwas schöner Schnee.

Die Engstellen im Wald waren aber wie erwartet zerpflügt und trotz der deutlichen Minus-Temperaturen schon sulzig. Da dem besten Allgäuer von Allen das Wadl-Band am Skistiefel gebrochen war (was zu recht instabilen Stiefeln führte), tat er sich da einigermaßen schwer. Wir kamen aber trotzdem unfallfrei zurück nach Baad, wo wir im neu eröffneten Kuhstall sehr ungewöhnlichen ungarischen Kuchen bekamen.


Aufstieg durch den Bach


Andrea spurt, yeah!


Abfahrt :-)


Spaß :-)

Von engel am 21.01.2017 22:00 • outdoorski(1) Kommentare

Endlich Winter!

Donnerstag, Januar 19, 2017

Freitag, 06.01.2017: Dreifahnenkopf
Endlich Schnee! Aber da es der erste und noch dazu den Schneehöhenberichten zufolge nur mäßig viel war (aber genug dass es theoretisch reichen sollte) gingen wir in unser bewährtes Schneeloch. Vorsichtshalber mit den alten Skiern.
Vorn am Rangiswanger Horn schoben sich schon Karawanen den eher spärlich beschneiten Hang hinauf, wir tappten den langen Weg hinter ins Ostertal. Auch hier waren wir nicht die ersten, aber wir waren immerhin allein unterwegs. Es war sakrisch kalt (-18 Grad).
Ich setzte bald die neue Daunenhose ein (bester Kauf seit Langem!!!), der beste Allgäuer von Allen rüstete mit Extra-Jacke und den dicken Handschuhen nach. Trotzdem schwitzten wir kein bisschen in dem langen schattigen Tal. Auch dann nicht, als es zur Printschenhütte hoch ging. Richtig kalt war uns nicht, aber eben auch nicht warm.
Das änderte sich erst auf den allerletzten Metern als wir kurz in die Sonne kamen. Die Gipfelpause in der Sonne ohne Wind war dann echt eine Wohltat :-)
Die Abfahrt war eher schwierig. Meine Füße schmerzten ab dem ersten Meter Abfahrt in den BlackDiamond-Stiefeln, mit denen ich mich abfahrtstechnisch einfach nicht anfreunden kann (im Aufstieg sind sie super, das ist aber auch das, was man im Laden testen kann). Und wegen des eisigen Schnees wurden sie dann auch noch schmerzhaft kalt.
Es hatte viel mehr Schnee als erwartet und er war superlocker und fluffig, so dass wir mit den alten eher schmalen Skiern ziemlich absoffen. Zudem hatte es ja keine Unterlage, deswegen landeten wir bei den Schwüngen im oberen Bereich gern mal kurz am Grund. Im unteren Hang passten Schneehöhe und Hangschräge deutlich besser zusammen, da machte die Abfahrt dann so viel Spaß wie sie sollte :-)
Dem Knie tat das alles zusammen mit der argen Vorlage der BD-Stiefel wirklich nicht gut. Bis wir dann endlich beim Auto angekommen waren, konnte ich kaum mehr auf dem rechten Bein stehen. Also so nicht! Unbequem ist das eine, aber ständig Schmerzen braucht keiner. Da mussten neue Stiefel her.


Endlich! Winterwunderland :-)


Die letzten Meter zum Gipfel


Obwohl noch Gras rausschaut: Abfahrtsfreuden.

Samstag, 07.01.2017: Einkaufen
Das ursprünglich für Samstag vorhergesagte schöne Wetter war unvermutet neuerlichem Schneefall gewichen. Statt bei arktischer Kälte wieder das Ostertal hinter zu stapfen, statteten wir dem bevorzugten Outdoor-Dealer einen Besuch ab. Ich hatte fest vor, nur dann neue Stiefel zu kaufen, wenn die auch wirklich passen.
Ich bin ein sehr schwieriger Skistiefel-Kandidat. Meine Füße sind breiter als der für Damen zugelassene Standard, mein Rist ist höher und meine Knöchel sind massiver als bei der Standard-Frauen-Schablone und ich habe viel kräftigere Waden als Standard-Frauen. Auf die Diskussion, was ‘Standard’ ist, will ich mich gar nicht einlassen, ich passe jedenfalls in keine der Schablonen, egal für welche Größe (bei Kleidung ist das auch schwierig, aber Stoff kann man umnähen).
Die sehr nette und kompetente Verkäuferin trug mir Skistiefel um Skistiefel her (mindestens 15 verschiedene), schraubte so gut wie jeden um und trotzdem: Keiner passte. Ich war schon drauf und dran, aufzugeben und es im nächsten Jahr wieder zu versuchen, als sie mit dem wirklich allerletzten Paar daher kam: Scarpa F1
Das ist so ein aufstiegs-optimierter superleicht-Schuh, denn ich eigentlich kaum in Betracht gezogen hätte, weil ich ja auch ‘Abfahrtsperformance’ will. Aber was soll ich sagen? Reingestiegen, wohlgefühlt! Und er ließ sich völlig ohne Umbau schließen, ohne mir die Waden abzuquetschen. Ganz erstaunlicherweise ist der Stiefel in der Skistellung dann keineswegs weich oder schwammig sondern ist steif und gibt dem Bein eine wirklich ordentliche Führung. Und er hat keine so extreme Vorlage wie der BlackDiamond, das tut dem Knie gut. Gekauft!
Ich nahm dann sogar die Luxus-Version, den Scarpa F1 Tr. Den muss man nicht manuell auf Skifahren stellen, sondern er stellt sich selbst um, sobald man in der Pin-Bindung steht. Das aber hauptsächlich, weil mir da die Farb-Kombination besser gefiel ;-)


Bild: Scarpa

Sonntag, 08.01.2017: Großer Ochsenkopf
Am Sonntag dann der Test für meine neuen Stiefel. Wegen Schneelage, Lawinenlage, Wetter und all dem wieder im Gunzesrieder Tal.
Anfangs verkrampften sich meine Füße beim Laufen, aber mit der Zeit ließ das wieder nach und dann waren die Stiefel so bequem wie Turnschuhe. Das ist keine Übertreibung :-)
Wir waren weitgehend allein unterwegs und mussten feststellen, dass die Schneelage im vorderen Gunzesrieder Tal noch lang nicht an die des hinteren Tals heran kam. Überall schauten noch die langen Stauden raus und einzelne Buckel waren abgeblasen.
In der Abfahrt kamen wir dann auch oft bei den Schwüngen bis zum Boden. Meine Stiefel stellten sich wunderbar bequem auf Abfahrt um und ich kam mit ihnen ohne Eingewöhnung prima zurecht. Vermutlich weil die Vorlage meinen heißgeliebten Scarpa Spirit 4 entspricht. Der neue Stiefel ist ein Volltreffer! :-)
Einziges Problem könnte eventuell sein, dass man darin kalte Füße bekommt, weil der Innenschuh recht dünn ist. Schaumermal.
Das Rangiswanger Horn schenkten wir uns, weil das furchtbar abgeblasen aussah und der Hang vorne runter erst recht blank gewesen war. Stattdessen gingen wir nur etwa halb hinauf und fuhren seitlich in einer Waldschneise mit einigermaßen viel Schnee ab. Das gab noch ein paar sehr schöne Kurven (Hach, tolle Stiefel!) bevor wir auf der Forststraße zum Parkplatz zurück rutschten.


Wetter eher solala


Schneemenge auch eher solala


Aber Spaß bei der Abfahrt!

Sonntag, 15.01.2017: Weiherkopf Nordschulter
Wir planten eine Tour im Kleinen Walsertal. Als ich aber in der Früh die Schneehöhenmesser der Allgäuer Wetterstationen ablas, wurde uns mulmig. Teilweise 1 Meter Neuschnee in 2 Tagen und noch dazu Wind?
Nene, dann lieber wieder ins gute alte Gunzesrieder Tal. Wir waren sehr früh dran, aber natürlich nicht die ersten, die zum Ochsenkopf marschierten.
Eines stimmte schon mal, es hatte Schnee. Und zwar so viel davon, dass wir besser die breiten Ski genommen hätten. In der Abfahrt vom Weiherkopf (naja, Ochsenkopf) sanken wir so tief ein, dass wir teilweise Probleme bei der Abfahrt hatten. Wo es steiler war, staubte es bis über unsere Köpfe hinauf :-)
Diesmal nahmen wir das Rangiswanger Horn mit. Es war oben so voll wie erwartet, aber der Hang zum Parkplatz runter ist so breit, dass man dort ziemlich lang noch nahezu unberührten Schnee finden kann. Es war Klasse!


Aufstieg mit viel Schnee


Abfahrt mit viel Schnee.


Mit richtig viel Schnee :-)


Grat zum Rangiswanger Horn

Von engel am 19.01.2017 22:38 • outdoorski

Jahreswechseltouren

Dienstag, Januar 17, 2017

Montag, 26.12.2016: Rote Flüh
Extreme Temperatur-Unterschiede: Aufstieg im T-Shirt in der Sonne, Pause am Gipfel mit Daunenjacke und Daunenhose (wegen Wind, Brrr!), Abstieg mit leichtem Wind mit Softshell. Sonst recht einsam und trotz Nordseite wirklich wenig Schnee und Eis.


Unterm Hochwiesler


Gimpel und Kellespitze

Dienstag, 27.12.2016: Steineberg
Den Neffen hatten wir eine Schnee- und Eis-Tour versprochen. Unten sah es erst eher wie Spätherbst aus, oben dann aber wie versprochen (ein wenig) Schnee und Eis. Die Gipfelleiter war sogar so vereist, dass wir doch lieber außen rum hoch gingen. Gefährliches Zeug sollen die Jungs auf eigene Verantwortung tun.


Aufstieg in Sonne zum Steineberg


Nebel und Schnee am Gipfel

Mittwoch, 28.12.2016: Thaneller
Scheint sich zur traditionellen Jahreswechseltour zu mausern, wir waren da jetzt zum dritten Mal in Folge zu Fuß um diese Zeit. Unten ziemlich viel Skibetrieb auf weißen Streifen in grüner Landschaft, unterwegs so mittelviel los.
Den Gipfel hatten wir kurz sogar allein für uns. Sonst wie immer wunderbar :-)


Allein am Thaneller


Abstieg, hinten die Berwanger Skipiste

Donnerstag, 29.12.2016: Rubihorn
Als Jahreswechseltour eigentlich nur bedingt geeignet, weil man um die Jahreszeit da kaum Sonne hat. Es war auch ordentlich kalt und es hatte den Temperaturen der letzten Wochen entsprechend viel Eis. So viel Eis, dass der Weg kurz vor dem Gaisalpsee wie eine Schlittschuhbahn aussah. Auf dem Hochweg wurschtelten wir uns außen rum durchs Gebüsch, auf dem Runterweg stapften wir mit den Grödeln direkt drüber :-)
Auf dem perfekt glatt zugefrorenen Gaisalpsee trafen wir im Abstieg einen Schlittschuhläufer, der uns erzählte, am Vortag am Schrecksee Eislaufen gewesen zu sein.


Endlich Sonne!


Vorsichtiger Abstieg über den vereisten Weg

Samstag, 31.12.2016: Säuling
Noch so eine neue ‘traditionelle’ Jahreswechseltour, ebenfalls zum dritten Mal in Folge. Der Säuling ist auch immer wieder schön und es war trotz Silvester nur wenig los. Und es gab sogar eine Sonnenpause im trockenen Gras :-)
So richtig voll wurde es dann wohl erst Abends/Nachts, wir trafen im Abstieg viele Leute mit großen und dicken Rucksäcken die eben erst aufstiegen ...


Gipfelaufbau-Kraxelei


Säuling

Sonntag, 01.01.2017: Einstein
Dummerweise vergaßen wir unten alle beide die Stöcke im Auto (ohne Stöcke kann ich nicht absteigen, wenn das Knie eh schon nicht so mag und auch sonst ist es eher unschlau), was dem besten Allgäuer von Allen ein paar Extra-Meter (und Kilometer) bescherte. Zum Ausgleich sauste der Allgäuer dann in ungewohntem Tempo den Berg hinauf und ich keuchte so gut es ging hinterher. Realzeit für den Aufstieg waren dann gute anderthalb Stunden, und das obwohl ich oben dann noch ordentlich einbrach und mehr oder weniger schleichend am Gipfel ankam. Puh!


Sonniger Aufstieg zum Einstein


Kritscher Blick auf den gut besetzten Gipfel

Von engel am 17.01.2017 22:27 • outdoorberg

Zusammenfassung

Freitag, Dezember 30, 2016

Arg verspätet aber der Vollständigkeit halber noch die Dezembertouren von vor Weihnachten.

Samstag, 10.12.2016: Krinnenspitze
Der Wetterbericht meldete: unten kalt und Nebel, oben warm und Sonne. Dann also eine Südseiten-Tour.
Wir starteten von Rauth zur Krinnenspitze. Für den Aufstieg nahmen wir den Normalweg, für den Abstieg den Gamsbocksteig, der eigentlich hinab nach Nesselwängle führt und querten auf halbem Weg weglos zu unserem Aufstiegsweg zurück. An einer Hütte machten wir im Windschatten im Gras in der Sonne Pause. Es war so warm, dass man im T-Shirt im Gras liegen konnte.


Krinnenspitze


Sonnenhüttchen

Samstag, 17.12.2016: Stuiben
Was Kurzes, Sonniges sollte es sein, um noch Zeit für Auto-Batterie-Wechseln und Einkaufen zu haben. Der Stuiben von der Gunzesrieder Säge aus ist immer nett. Leider war es nicht ganz so sonnig und warm, wie erhofft, eine T-Shirt-Pause gab es deswegen nicht. Aber Pause mit Jacke in der Sonne ist ja auch nett :-)
Unten gab es sehr feinen Kuchen und wirklich guten Kaffee im Nagelfluhhaus Hirsch. Das müssen wir uns unbedingt merken!


Stuibenfelsen


Allgäu-Panorama

Sonntag, 18.12.2016: Aggenstein
Nicht so tolles Wetter, Vorweihnachtszeit und zudem Touri-Randsaison: Da kann man sich schon mal an einem sonst hoffnungslos überlaufenen Berg versuchen. Der Plan ging auf, es war wenig los und so kamen wir tatsächlich mal wieder zum Aggensteingipfel, den wir sogar ganz für uns allein hatten.


Aggenstein


Aggenstein-Gipfel

Von engel am 30.12.2016 16:26 • outdoorberg

La Palma - Teil VI

Sonntag, Dezember 25, 2016

Donnerstag, 10.11.2016: Marcos y Cordero Quellen
Wir hatten schon tagelang das Wetter beobachtet und für diesen Tag war es halbwegs trocken angekündigt. Vielleicht ginge da ja doch noch eine der Supertouren der Insel?
Als ich in der Früh vom Balkon den Himmel betrachtete, sah ich Sterne. Wie ausgemacht machte ich also Frühstück (bei Regen wäre ich erst mal wieder schlafen gegangen). Als es aber langsam hell wurde, war von Sternen nichts mehr zu sehen. Stattdessen hingen die üblichen dicken schwarzen Wolken über Santa Cruz. Weil wir aber schon aufbruchbereit waren und weil es im Norden tatsächlich heller aussah (Hoffnung und so!), fuhren wir erst mal los.
Zwar gab es zwischendurch mal einen kleinen Schauer, aber als wir in Los Tilos ankamen, war es tatsächlich hell über uns. Zudem hatte es die letzten Tage ja nie viel geregnet (wenn auch beständig immer wieder), also dachten wir, wir könnten die Barranco-Wand riskieren (wieder Hoffnung und so, denn “Nicht nach Regenfällen!”, steht im Führer). Allerdings starteten wir vorsichtshalber in entgegengesetzter Richtung, um den potentiell gefährlichsten Teil der Runde am Anfang zu haben.
Zunächst läuft man eine gute Stunde auf einer Forststraße in den Barranco hinein. Die Wände sind steil und der Barranco ist feucht und sehr sehr urwaldig und düster. Wo der Pfad zu den Marcos y Cordero Quellen über eine kleine Holzbrücke über den tiefen Barranco-Grund abzweigt, steht geradeaus ein Gesperrt-Schild. Dort gingen wir hin.
Der alte Kanalarbeiterweg führt zunächst breit und deutlich bis zu einer Material-Seilbahn. Den Abzweig des kleinen steilen Pfades übersieht man leicht, wir fanden ihn aber nach nur kurzer Suche und stiegen dann die Barranco-Wand hinauf.
Der Pfad ist schmal, steil, teilweise verfallen und erfordert auch bei idealen Verhältnissen geübte Bergsteiger. Jetzt war es aber zudem feucht und rutschig und diese vulkanische Asche-Lava-Irgendwas-Mischung der Insel ist feucht arg instabil. Das wurde uns ziemlich bald deutlich vor Augen geführt, als es plötzlich irgendwo im Barranco Steinschlag hatte. Das Gepolter einiger großer Felsen hallte lang und ungut im Barranco nach (ich dachte noch: ‘Oh, gut, immerhin kein Schrei.’).
Da waren wir grad mitten im steilen rutschigen unteren Drittel der Barranco-Wand und wurschtelten uns durch einen Erdrutsch. Ja, genau das, was man sowo unbedingt hören will! Zum Umdrehen war es da aber schon zu spät, die Wand legte sich vor uns etwas zurück. Irgendwo im Aufstieg kommt man auf eine Wasserleitung und wir hatten den ersten wirklichen Ausblick in den Barranco. Mit Sonne, das war wirklich großartig!
Nach dem restlichen Aufstieg, immer noch steil, aber lang nicht mehr so ausgesetzt und rutschig kamen wir an der Casa del Aqua an und machten erst mal Pause. Die Sonne hatte leider schon wieder Wolken und Nebel weichen müssen. Aber ab der Casa ist der Weg ungefährlich und selbst Regen wäre uns egal gewesen. Allerdings war es sehr schade, so wenig zu sehen.
Wir spazierten bequem auf der Wasserleitung durch viele Tunnels dem Barranco-Ende entgegen. Hin und wieder öffnete sich der Nebel kurz und wir erhaschten einen Blick auf den tiefen zerrissenen Barranco, das war großartig. Der Wasserleitungsspaziergang war aber auch so prima, mitten im Nebel, der der Umgebung einen mystischen, anderweltlichen Eindruck verlieh. Dazu trug auch der zweite Steinschlag, dessen Echo nebelgedämpft von irgendwo aus dem Barranco zu uns hinauf klang, bei (Gut, dass wir aus der Wand raus waren!).
Als die Tunnel feuchter wurden, war uns klar, dass wir uns dem Talschluß näherten. Bald würde es richtig nass werden! Wir rüsteten mit Regenzeug auf und duckten uns in die letzten Tunnel (die Tunnel im Talschluß sind viel niedriger als die weiter draußen).
Wasser schoss über den Weg und regnete von überall auf uns herab. Fotografieren und Filmen erforderte vollen Körpereinsatz, weil man sich quasi um die Kamera wickeln musste, um sie zu schützen. Zu allem Überfluss kam uns mitten in den Tunnels auch noch eine große geführte Truppe entgegen. Aber, hach, das war toll da drin! Wenn auch arg nass ;-)
Als wir im Talschluss aus dem Tunnel kamen, bescherte uns die Sonne einen kurzen Lichtblick. Das Wasser der Cordero Quellen schießt in der steilen Wasserleitung an der Treppe zu den Marcos Quellen hinab. Oben läuft es einfach in vielen kleinen breiten und schmalen Wasserfällen direkt aus der Barranco-Wand heraus. Wir gingen durch den letzten Tunnel weiter zu den Marcos Quellen. Die sind vergleichsweise langweilig, aber auch dort läuft das Wasser einfach aus der Barranco-Wand heraus.
An den Marcos Quellen beginnt der Abstieg und der ist lang. Viel länger als der Aufstieg, denn da hatten wir ja den Direkt-Anstieg über die Barrancowand und den geraden Weg entlang der Wasserleitung genommen.
Der Abstieg zog sich dann auch ziemlich hin und bis wir das Brückchen erreichten, an dem wir abgebogen waren, wurde es in dem engen Barranco schon langsam dunkel. Auf der Forststraße legten wir eine kleine Pause ein, damit ich kurz ‘schräg links’ in die Büsche verschwinden konnte. Und etwa 50 Meter vor uns polterte ein großer Felsen über die Forststraße!
Den restlichen Rückweg war uns dann nicht mehr wohl, aber wir erreichten das Auto ohne weitere Zwischenfälle. Trotzdem unterstrich der Vorfall nochmal sehr deutlich, dass wir ganz schön Glück gehabt hatten mit dieser abenteuerlichen Runde.


Auf verbotenem Weg


Es geht steil (und glatt) die Barrancowand hinauf


Gelegentlich unterbrochen von kleineren Hindernissen


Kurzes Zwischenspiel im Steilaufstieg: Sonne auf der Wasserleitung


Auf dem Weg zu den Quellen entlang der Wasserleitung im Nebel


Immer wieder geht es durch Tunnel. Erst sind sie hoch und trocken ...


... dann nass und niedrig :-)


Aufstieg entlang der Cordero-Quellen


Abstieg

Freitag, 11.11.2016: Volcan Tajuya
Wieder regnete es in der Früh. Aber eine letzte Wanderung wollten wir doch noch machen und suchten eine kurze Tour eher im Süden aus.
Bis zum Tunnel durch die Cumbre regnete es heftig, bei Los Llanos nieselte es dann nur mehr und beim Start oberhalb von Jedey war es trocken. Und dann kam sogar die Sonne raus! :-)
Der Aufstieg zum Tajuya ist ziemlich beschwerlich, weil man ständig in Asche bergan steigen muss. Also einen Schritt hoch, einen halben zurück. Aber die Runde war unerwartet schön, denn der Tajuya (für den es mindestens 3 ‘Gipfel’ in der Karte hat), ist sehr vulkanisch, mit Lava-Spalten, Asche, roten Felsen und natürlich den allgegegenwärtigen Kiefern, von denen glücklicherweise nur einige wenige verbrannt waren.
Im Abstieg quert man eine beeindruckende tiefe Lavaspalte und steigt dann auf einer sehr kurvigen Forststraße ab. Weil ich Abstieg nicht mag und Forststraßen verabscheue, kürzten wir ein paar Mal direkt in der Vulkanasche ab. Das war zwar schön einfach, aber wir schaufelten uns so mehrfach die Schuhe voller Sand ;-)
Alles in allem war das eine schöne Abschlußrunde und es war sogar durchgehend trocken!


Aufstieg in Sonne


Alte Vulkanschlote am Volkan Tajuya


Lavaspalte


Abstieg erst in Sonne ...


... dann unter Wolken

Samstag/Sonntag, 12./13.11.2016: Abreise
Morgens schauerte es gar schauerlich und der Wind frischte immer mehr auf. Und dann gab es sogar Gewitter. Aus diesem Grund wurde unser Flugzeug erst mal nach Teneriffa umgeleitet und startet mit insgesamt 1 1/2 Stunden Verspätung nach Madrid. Wo dann *alle* Anschlußflüge (mit uns saßen Leute, die nach Wien, Düsseldorf, Dortmund, Frankfurt, Berlin, Zürich, Basel und natürlich nach München wollten, im Flugzeug) weg waren.
Iberia musste deswegen mindestens 3/4 der Passagiere in ein Hotel schicken, uns natürlich auch. Das Hotel war schön und man gab auch auch Mühe, den vielen unerwarteten Gästen auch noch ein Abendessen zu servieren (daß ich die gräßliche Gorgonzola-Soße für Sahne-Soße hielt und die Spaghetti deswegen beinahe wieder ausgespuckt hätte, kann man dem Hotel ja nicht vorwerfen und das Frühstück war dann wirklich prima), aber unser Flug ging erst am Sonntag Nachmittag. Damit war der Sonntag natürlich weg.
Zudem war es eine sehr schlechte Idee gewesen, die Heizung im Häuschen komplett abzuschalten, denn die letzte Woche war wirklich kalt gewesen. Wir hatten 9 Grad im Wohnzimmer, als wir heim kamen. Brrrr!


Wildes Meer und wildes Wetter


Endlich ist unser Flieger da und wir sitzen drin


Im Hotel in Madrid

Von engel am 25.12.2016 18:26 • diaryurlauboutdoorberg

La Palma - Teil V

Sonntag, Dezember 25, 2016

Dienstag, 08.11.2016: Südinselerkundung
Für diesen Tag war die Vorhersage eher mau gewesen und der Tag begrüßte uns denn auch mit Regenschauern und schönen Regenbögen über Santa Cruz. Weil die Flucht in den Süden ja schon mal geklappt hatte, hofften wir auf Wetterglück auf einem der südlichen Vulkane.
Die Beschreibung der Anfahrt zum Rastplatz Fuente de los Roques hatte uns zwar schon darauf vorbereitet, dass es sich um eine unbefestigte Piste handelte, aber der Anfang der Piste bestand aus zwei schmalen steilen betonierten Reifen-Fahrspuren, die uns im Fall von Gegenverkehr größte Probleme bereitet hätten. Wir wagten es trotzdem und alles ging gut. Die nächsten 5 Kilometer waren wie beschrieben unbefestigt, ließen sich aber meist gut fahren.
Das Wetter dagegen mochte nicht mitspielen. Nebel, Wind und als wir am Rastplatz ausstiegen dann auch noch Regen. Wir gingen in uns und hatten dann einfach keine Lust auf kalt und Nebel und Regen. Irgendwo auf dieser Insel musste es doch wenigstens einen trockenen Fleck geben.
Als erstes fuhren wir zum Leuchtturm an der Südspitze runter und - Voilá! - fanden tatsächlich Sonne. Da unten sind Salinen und man kann sie besichtigen. Außerdem hat es natürlich schwarze Lavafelsen und Meer, zusammen mit dem Wind und dem entsprechend wilden Meer ergab das einen netten kleinen Spaziergang.
Dann wollten wir einen Strand suchen, zum Sonnenbaden und Meerbaden und ähnlich Dekadentem. Der erste Strand, der an den Windrädern an der Südspitze, ist zwar wunderschön zwischen Felsen gelegen und nett und klein, aber das Meer brandete wüst zwischen den Felsen an den Strand. Das war uns zu gefährlich.
An der Südwestküstenstraße fanden wir kurz hinter dem Leuchtturm einen kleinen etwas abgelegenen Sandstrand, der einigermaßen geschützt lag. Dort legten wir uns in die Sonne und ich ging sogar 2 Mal schwimmen. Naja, ins Wasser halt :-)
Auf dem Rückweg fanden wir dann zwischen den Bananenplantagen noch eine nette Bar, wo wir einkehren und in der Sonne sitzen konnten. Oben über den Vulkanen hingen die ganze dicke dunkle Wolken und zurück in Los Cancajos schauerte es immer wieder. Alles richtig gemacht!


Regen am Rastplatz


Die Salinen am Leuchtturm


Wüste Wellen


‘Unser’ Strand


Balkonblick in Los Cancajos

Mittwoch, 09.11.2016: Volcan San Martin
Das Wetter sah zwar nicht wesentlich besser aus als am Vortag, aber wir wagten einen weiteren Versuch am San Martin. Diesmal war es zwar kühl und windig am Rastplatz Fuente de los Roques, aber es war immer hin trocken. Wir marschierten also los und wurden bald mit etwas Sonne belohnt, die die teils verbrannten und teils nicht verbrannten Kiefern an der Ruta de los Volcanoes (die wir entgegen der üblichen Richtung gingen) in sehr fotogenes Licht tauchte. Den San Martin sahen wir schon bald und er sah sehr schön vulkanisch aus. Allerdings wurde das Wetter umso schlechter je näher wir kamen und als wir am Fuß des letzten Aschekegels standen, fing es an zu regnen. Sturm hatte es eh schon die ganze Zeit gehabt.
Wir packten uns also in geeignete Kleidung und stapften weiter, denn so nah vor dem Ziel wollten wir nicht umdrehen. Aber der Aufstieg wurde praktisch mit jedem Meter, den wir dem Gipfel näher kamen, beschwerlicher. Am Gipfelgrat mussten wir uns dann regelrecht gegen den Sturm stemmen. Den Abstecher zur Lavahöhle auf der Rückseite schenkten wir uns, aber die Gipfel-Überschreitung, die gönnten wir uns trotzdem. Es war nicht ganz schlimm wie am Cerro Toco in Chile (wo ich ja nur noch im Windschatten des besten Allgäuers von Allen vorwärts gekommen war), aber man musste schon aufpassen, nicht umgeblasen zu werden. Oben war die Sicht großartig: Wolken in Nebel.
Dafür war der Abstieg wirklich prima: Abfahren in loser Vulkanasche, das macht Spaß! Am Fuß des oberen Kegels hatte es sogar ein wenig Sonne und weil der Regen inzwischen wieder aufgehört hatte, konnten wir da schön Pause machen.
Auf dem weiteren Abstieg die windabgewandete Seite nach Westen runter kam die Sonne immer mehr heraus (der Gipfel blieb in Wolken) und es wurde richtig schön warm. Zumindest so lange, bis wir um den Berg herum auf die Ostseite zum Auto zurück mussten. Da war dann wieder Nebel und Wind.
Wir zogen die richtigen Schlüsse und fuhren zur Südspitze ans Meer und kehrten wieder in der netten Bar zwischen den Bananenfeldern ein. ‘Papas Locos’ zu bestellen war dann aber nicht die beste Idee (viel zu viel und die Pommes wurden wegen der vielen Soße umgehend matschig). Aber es war warm und hatte Sonne! Zurück in Los Cancajos war es natürlich wieder bewölkt und regnerisch.


Start am Rastplatz


Vulkanasche und Lavaspalte am San Martin


San Martin Gipfelfreuden


Sonne im Abstieg


Wellen

Von engel am 25.12.2016 16:45 • diaryurlauboutdoorberg
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