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La Palma - Teil IV

Mittwoch, Dezember 07, 2016

Samstag, 05.11.2016: Von La Zarza nach Don Pedro
Das Wetter sah schon wieder recht zweifelhaft aus, deswegen wollten wir wieder etwas eher an der Küste als im Inselinneren machen. Im Süden waren wir ja grad deswegen wandten wir uns nach Norden und fuhren den wirklich langen und außerordentlich kurvigen Weg bis nach La Zarza.
Von dort geht es durch einen wüsten Urwald-Barranco hinab nach Don Pedro. Wir starten bei Wolken (aber ohne Regen) in den Barranco. Der ist tief und dunkel und beeindruckend und hat mehrere kesselartige Einschnitte, durch die Weg sich sehr interessant durchschlängelt.
Als wir nach etwa einem Drittel des Abstiegs aus dem Barranco heraus traten, standen wir ganz unerwartet in schönster Sonne und es war angenehm warm. Nach einer Pause, in der wir unter anderem die langen Hosen gegen Kurze tauschten, stiegen wir über einen netten Weg, der immer wieder die Teerstraße kreuzte hinab nach Don Pedro. Wir hatten auf eine Bar gehofft, aber das Dorf bestand nur aus ein paar leeren Häusern.
Auch wenn wir gerade in schönster Sonne standen, draußen auf dem Meer war Unwetter. Wir hofften darauf, dass der Wind günstig zu stehen schien und dass das Wetter da draußen bleiben würde. Auf der Querung hinüber zur Aufstiegsroute wurde aber bald klar, dass diese Hoffnung vergeblich sein würde. Gerade als wir die Abzweigung zurück nach La Zarza erreichten, fing es an zu tröpfeln und der Wind frischte auf.
Wir bewaffneten uns mit Schirmen und waren froh, bald in den Lorbeer- und Heidewald zu kommen. Der Wind wurde nämlich ganz entschieden zu stark für Schirme. Der Wald hielt Wind und Regen erst mal weitgehend ab. Wie stark das Unwetter über uns tatsächlich war, wurde uns erst klar, als Sturzbäche aus schlammigem Wasser über den Weg hinab schossen. Zudem wurde es empfindlich kalt.
Wir rüsteten mit Regenkleidung auf, behielten die Schirme aber weiterhin. Überall, wo wir den Schutz des Waldes auch nur ansatzweise verließen, mussten wir die Schirme aber zusammenklappen.
Wo der Weg steiler und schmaler war, schoss uns das Wasser mit Karacho über die Schuhe, so dass ich mit meinen niedrigen Schuhen bald ziemlich nasse Füsse hatte. Später liess die Intensität des Regens etwas nach, aber nach den anderthalb Stunden Aufstieg im Unwetter waren wir gründlich durchnässt. So ein trockenes heizbares Auto bekommt da einen ganz neuen Stellenwert :-)
Für dem Rückweg nahmen wir die andere Richtung (was zu einer kompletten Iselnnorden-Umrundung führte), was aber auch nicht kürzer dauerte und genausoviele Kurven bedeutete. Wir fanden allerdings ein sehr nettes Restaurant, in dem wir eine Kleinigkeit essen und die inzwischen wieder zögerlich auftauchende Sonne geniessen konnten.


Im Urwald-Barranco von La Zarza


Blick in einen der Kessel


Pause und Umziehen in der Sonne


Don Pedro


Beim Aufstieg fängt es zu regnen an


Vollverpackt im Unwetter

Sonntag, 06.11.2016: Pico Nambroque
Die Wettervorhersage war günstig gewesen und der erste Blick aus dem Fenster in der Früh zeigte einen wolkenfreien Sternenhimmel. Das waremn günstige Voraussetzungenfür eine der Highlight-Touren, nämlich die Vulkanroute.
Wir waren fast die ersten, die am Refugio del Pilar parkten, brauchten aber lang genug zum Losgehen, dass noch zwei weitere Autos mit Wanderern (Deutsche, es gibt kaum andere Wanderer) auftauchten. Die gingen aber geradeaus auf dem offiziellen ‘Ruta de los Volcanoes’ Weg weiter, als wir nach links zum Pico Birigoyo, dem ersten Vulkan, abbogen (der offizielle Weg lässt so gut wie alle Vulkangipfel aus). Ab da waren wir erst mal allein.
Vom Birigoyo aus konnten wir schon die dicke Wolkenrolle über die Cumbre schwappen sehen, aber um uns herum war noch schönstes Wetter. Wir spazierten in schönem Auf- und Ab über die nächsten Vulkane (Montana La Barquita, Montana Los Charcos) und machten am Charcos-Südgipfel eine kurze Pause. Die Wolken hatten sich seit dem Birigoyo immer weiter gehoben und nun sassen wir im Nebel. Sehr schade, aber immerhin war es trocken.
Von unserem Platz aus konnten wir gut die ‘Ruta de los Volcanoes’ sehen, die inzwischen gut besucht war. Wir gingen weiter und reihten uns in die Schlange ein (ganz so schlimm war es natürlich nicht, aber nachdem wir nun tagelang immer allein unterwegs gewesen waren, fühlte es sich ein bisserl so an).
Das tiefe schwarze ‘Loch’ Hoyo Negro war so beeindruckend wie vor 10 Jahren, aber wegen des Nebels war es kaum adäquat zu fotografieren. Wir versuchten es natürlich trotzdem. Nach dem Hoyo Negro ist es nicht mehr weit bis zum Abzweig zum Pico Nambroque. Dort liess der Betrieb deutlich nach und wir hatten sogar den Gipfel eine Weile für uns. Dann kam eine sehr quasselige Rentner-Truppe und wir flohen.
Zurück am Abzweig gingen wir noch ein Stück die Ruta weiter, bis wir an einem Aussichtspunkt den gigantishen Lavasee des San Juan und den Gipfel der Deseada sehen konnten. Dass das überhaupt möglich war, hatten wir einer kurzen Aufhellung zu verdanken, die uns sogar ein wenig Sonne schenkte, bevor wieder alles in Nebel versank.
Auf dem Rückweg bekamen wir sogar das Hoyo Negro nochmal richtig zu sehen. Die Freude daran wurde allerdings von der quasseligen Rentertruppe ein wenig getrübt, bei denen eine Frau ständig laut alles kommentierte und alle paar Minuten lautstark die himmlische Stille pries. (Ich muss zugeben, dass ich mich Nachhinein wenig wenig ärgere, das nicht ebenso laut kommentiert zu haben.) Wir gingen.
Auf dem Rückweg mit dem Auto direkt über die Cumbre statt durch den Tunnel gerieten wir in ein Unwetter, das uns zwang etwa 20km/h zu fahren, weil wir wegen Regen und Nebel kaum etwas sahen. Die Straße war aber eh so kurvig, dass wir auch mit Sicht kaum viel schneller hätten fahren können.


Am Pico Birigoyo, hinten die Caldera de Taburiente


Überschreitung der Montana La Barquita


Das Hoyo Negro


Gipfelspalt am Pico Nambroque


Der Lavasee vor der Deseada


Rückweg

Von engel am 07.12.2016 20:13 • diaryurlauboutdoorberg(0) Kommentare

La Palma - Teil II

Mittwoch, November 23, 2016

Dienstag, 01.11.2016: Poris de Candelaria (Piratenbucht)
Am dritten Tag ging es etwas weiter weg. Genau genommen ziemlich weit weg, weil auf La Palma die Entfernungen zwar nirgendwohin sehr weit sind, die Zeit diese Entfernungen zurückzulegen, aber immmer ungewohnt lang dauert. Wir fuhren nach Tijarafe, um zur Poris de Candelaria hinabzuwandern. Im Gepäck Badesachen, um hoffentlich an der Playa del Jurado das erste Mal ins Meer zu gehen.
Wir gingen auch diese Tour entgegen der im Führer beschriebenen Richtung. Von Tijarafe steigt man erst mäßig steil durch die letzten Dorfausläufer und Felder auf Straßen und Betonwegen ab und kommt dann auf den schönen alten Weg zur Bucht hinab. Das Gelände wird immer steiler, so dass man ständig das Gefühl hat, kurz vorm Abgrund über dem Meer zu stehen. Es sind aber gut 600 Höhenmeter bis ganz unten, das Gefühl hält eine Weile an ;-)
Die letzten 200 Meter Steilwand zum Meer hinab überwindet man über einen wunderschön angelegten Camino. Nachdem man die häßliche Betonpiste passiert hat, geht es noch kurz ums Eck und dann steht man direkt vor der beeindruckenden ‘Piratenbucht’ mit den vielen kleinen weißen Häuschen, die sich unter den gewaltigen Felsüberhang ducken. Das Meer war viel wilder als wir von oben angenommen hatten und brandete wüst gegen die Felsen. Die ganze Bucht war gefüllt mit brandendem, brausendem, türkisfarbenem Wasser (Ähem. Baden? Nein!).
Nach gebührender Zeit (und unendlich vielen Bildern) und weil so langsam immer mehr Touristen kamen, verließen wir die Bucht und stiegen über ein Stück der Betonpiste hinauf zum Mirador und auf einem gut angelegten Pfad auf der anderen Seite hinab zur Playa del Jurado. Dort war das Meer genauso wild wie in der Poris der Candelaria, so dass wir die Badepläne, die drüben schon einen ordentlichen Dämpfer bekommen hatten, beiseite legten. Aber wenigstens die Füße mussten ins Meer!
Ich zog also die Schuhe aus und wagte mich vorsichtig an den Rand der Felsen, bis dahin, wo die Wellen gerade noch so hinkamen. Die ersten paar Wellen leckten auch ganz nett an meinen Füßen, aber dann kam eine Monsterwelle und überspülte meine Beine bis zu den Oberschenkeln und spritzte mich auch sonst fast überall nass. Na also, doch im Meer gebadet!
Für den Aufstieg zurück nach Tijarafe durch die Bananenfelder und die Ortsausläufer auf heißen Beton und Teerpisten gab sich die Sonne endlich die Ehre (nachdem sie sich die ganze Zeit hinter dünnen Wolken versteckt hatte) und brannte uns hilfreich auf den Buckel. Wir schwitzten schneller als wir mit Getränken nachfüllen konnten. Boah, was war das anstrengend!
Kurz vor Tijarafe quert man nochmal durch den Barranco del Jurado, wo es dann ein wenig Schatten hat. Nach dem Aufstieg eine echte Wohltat.


Die letzten Ausläufer von Tijarafe


Abstieg zum Meer


Die Poris de Candelaria von ‘ganz hinten’


Der Mann und das wilde Meer


Im Barranco del Jurado

Mittwoch, 02.11.2016: Bejenado
Kontrastprogramm zum Meerabstieg: Ein ‘echter’ Berg.
Weil inzwischen die Sache mit der Parkerei an der Cumbrecita so umständlich ist (man braucht eine - kostenlose - Genehmigung für die *genaue* Parkzeit, die man entweder direkt bei der Parkverwaltung oder sich online holen kann), starteten wir vom Parkplatz an der Forststraße.
Die Piste dorthin wird im Führer als ‘rau’ bezeichnet. Kann man so sagen ;-) Aber der Miet-Berlingo meisterte das problemlos.
Der Aufstieg zum Bejenado geht anfangs über eine Forststraße durch lichten Kiefernwald. Was ich als hochgradig irritierend empfand, war der Waldbrand-Gefahr-Indikator am Besucherzentrum und die Erklärung am Parkplatz, dass man nicht bei ‘Calima’, dem heissen Wüstenwind, zum Bejenado gehen soll, weil man von Waldbrand überrascht und eingeschlossen werden könnte. Wie gruselig! Es hatten auch alle Kiefern schwarze Stämme, obwohl alle haufenweise der schöne puscheligen langen Nadeln hatten. Der Indikator stand auf Grün.
Wir besuchten wieder die Petroglyphen und waren wieder enttäuscht. Man sieht die Dinger eh schon kaum und mit den harten Schatten des fetten Zauns drumherum ist die Erkennung noch schwieriger.
Dann spazierten wir gemütlich hinauf zum Caldera-Rand und bewunderten den Krater und die steilen Wände. Bis zum Bejenado-Gipfel ist es von dort nicht mehr weit. Natürlich ist man auf einem Gipfel wie dem Bejenado mit der großartigen Aussicht auf die Caldera de Taburiente nicht allein, aber wir stiegen vom Gipfel über einen kleinen Felsriegel zur Vermessungsstange ab und hatten die fast ganz für uns :-)
An der Cumbre waren die Wolken schon wieder über den Rücken gerollt und auch in der Caldera bildeten sich schon fleißig Wolken. Wir hatten noch eine Weile lang Sicht und Sonne, aber irgendwann hüllte uns doch der Nebel ein und wir machten uns an den Abstieg. Wir nahmen den längeren Weg über den Roque de los Cuervos, wo man weitere tolle Blicke in die Caldera und in das Tal zur Cumbrecita hätte, wenn man denn was gesehen hätte. Naja, so ein Nebelabstieg durch Kiefernwald hat auch was :-)


Aufstieg durch den lichten Kiefernwald


Der Nebel rollt über die Cumbre


Die Caldera der Taburiente


Nochmal Sonne geniessen im Windschatten neben der Vermessungstange


Abstieg im Nebel

Von engel am 23.11.2016 20:37 • diaryurlauboutdoorberg(0) Kommentare

La Palma - Teil I

Montag, November 21, 2016

Sonntag, 30.10.2016: Barranco de Madera
Die erste Tour der Urlaubs hatte ich schon von Daheim aus geplant. Zum Eingewöhnen sollte es nicht allzu weit weg gehen und die Tour sollte nicht allzu lang sein. Eigentlich deswegen, um Zeit für Einkaufserkundungen und Ähnliches zu haben, aber das passte auch als Erkältungstour.
Eher versehentlich starteten wir die Tour anders herum als im Führer beschrieben. Im Nachhinein war das ein Glücksfall, denn die Tour ist so herum unseres Erachtens schöner. Zudem mussten wir so herum nur ein einziges kleines Gesperrt-Schild missachten und nicht über 3 Zäune und Absperrungen klettern und unzählige Schilder ignorieren, denn die Tour war wegen Bauarbeiten eigentlich gesperrt. Wie gut, dass wir zufällig am Sonntag da waren :-)
Der Aufstieg zur Madera-Wasserleitung über den Rücken mit dem lichten sonnigen Kiefernwald war traumhaft, die Wasserleitung mit den Tunneln so nett und ausgesetzt wie erwartet und der Barranco ganz unerwartet beeindruckend im Talschluß. Da fiel der Abstieg durch die häßlichen Baustellen im unteren Teil des Barranco gar nicht mehr ins Gewicht.


Sonniger Aufstieg durch Kiefernwald.


Wasserleitungswandern. Links geht es steil hoch, rechts steil runter ....


.... und zwischendrin hat es immer wieder Tunnel :-)


Ein Afrikanischer Monarch gab sich fotografierwillig.

Montag, 31.10.2016: Roque Nimbroque
Von Gran Canaria im letzten Jahr verwöhnt, hatten wir übersehen, dass La Palma bei weitem nicht so touristisch ist. Am Sonntag sind die Geschäfte dort tatsächlich geschlossen. So wurde es nochmal eine Tour in der näheren Umgebung, um abends noch Zeit zum Einkaufen zu haben.
Der Roque Niquiomo ist ein kleiner Felsknubbel, den man schon von Weitem von unten sehen kann. Weil unser Frühstück so mager gewesen war (Kaffee, Snickers und Bounty, weil wir kein Brot hatten), gönnten wir uns am Start in Mazo erst mal einen ausgezeichneten und frisch zubereiteten Hamburger in einer winzigen Bar. Dann waren wir gestärkt für den ausnehmend schönen sonnigen und doch ziemlich langen Aufstieg zum Niquiomo. Vor dem Gipfel landet man dann im Nebel-Lorbeer-Wald und es wird ganz erstaunlich dunkel und steil und glatt.
Der Nebel gab sich auch die Ehre und wir hatten Glück, dass wir am Gipfel doch noch einen kurzen Moment erwischten, in dem man noch etwas sah, bevor wir dicht in Watteweiß eingehüllt wurden. Die Nebelquerung über die Hochebene war dann eine nahezu außerweltliche Erfahrung. Erst der Abstieg zurück nach Mazo brachte uns wieder aus dem Nebel heraus. Kurz vor dem Ort kamen wir an einer Kastanie vorbei, die verschwenderisch haufenweise Maroni abgeworfen hatte. Wir nahmen eine gute Portion mit :-)


Eine Westkanareneidechse schaut vorsichtig aus einer Mauer raus.


Auf dem Weg zum Niquiomo.


Im Nebel-Lorbeerwald wird es düster.


Abstieg nach Mazo mit Gomera und El Hierro am Horizont.

Von engel am 21.11.2016 22:15 • diaryurlauboutdoorberg(5) Kommentare

Gaichtspitze

Donnerstag, Oktober 27, 2016

Samstag Urlaubsvorbereitung samt Kocher-Test auf der Terrasse, der uns feinen Kaffee aus der lang nicht mehr benutzten Cafetera bescherte.
Die Cafetera war danach allerdings hinüber, weil sich der Dichtungsgummi aufgelöst hatte. Na, immerhin noch einmal Kaffee draus :-)

Sonntag, 23.10.2016
Irgendwas mit ‘Nicht-weit-Fahren’ und verträglichem Aufwand sollte es sein. Und ich dachte auch: zu Fuß wär gut wegen Training.
Wir setzten auf die Gaichtspitze und das war eine gute Wahl. Es war nur mäßig matschig, hatte oben kaum noch Schnee (südseitig halt) und wir kamen sogar kurz in den Genuß eines halbwegs warmen Sonnenbades in einer geschützten Mulde. Im Abstieg waren wir ungewöhnlich schnell (für meine Verhältnisse heisst das) und das zusammen mit dem doch fast ungewohnt vielen Abstieg bescherte mir einen argen Muskelkater in den Oberschenkeln. Was nur beweist, dass das zu Fuß gehen wirklich mal wieder nötig war :-)

Von engel am 27.10.2016 20:03 • outdoorberg

Nochmal Ostertal

Mittwoch, Oktober 26, 2016

Diesmal als ‘echte’ Mountainbiketour, also mit dem neuen Bike.

Sonntag, 16.10.2016
Nachdem wir den Samstag über den Garten weitgehend wintertauglich aufgeräumt hatten, starteten wir sehr geruhsam in den Sonntag und schlugen deswegen erst kurz vor Mittag im Ostertal auf. Das hatte den Vorteil dass es schon schön warm war, als wir das Ostertal hinter zur Gräfenhütte radelten.

Von dort ging es wie beim letzten Mal hinauf zur Höllritzer Alpe und wie ich vermutet hatte - das ging mit dem neuen Bike einfacher. Anstrengend war es natürlich trotzdem, wie andere Biker bewiesen, die fast den ganzen Weg hinauf schoben (immerhin: keine E-Bikes :-)).
Und weil es so schön war legten wir uns auch eine Weile auf trockenem Gras in die Sonne. Schöne Herbsttage müssen unbedingt genossen werden, so lange es noch welche hat.

Oben an der Höllritzer Alpe gab es nur noch Getränke, deswegen fuhren wir übers Birkach zur Gunzesrieder Säge runter. Der beste Allgäuer von Allen fand dabei den alleridealsten MTB-Weg, den man sich nur vorstellen kann - problemloses Fahren, weich, in angenehmen Wellen über Gras hinab :-)

An der Sennalpe Gerstenbrändle (die sich durch exzellenten Kaffee und Kuchen auszeichnet) gab es leider keinen Platz mehr, aber in der nahegelegenen Kaminstube war ein wunderbarer sonniger windgeschützter Platz auf der Terrasse frei.

Zu mehr reichte es an diesem Tag nicht, aber für einen perfekten halben Herbsttag war das genau richtig :-)

Von engel am 26.10.2016 22:11 • outdoormtb

Grauenstein

Donnerstag, Oktober 20, 2016

Nachtrag. Ist schon ein Weilchen her ...

Samstag, 01.10.2016
Auf der Suche nach einer gemütlichen ‘ein-letztes-Mal-barfuß’-Tour waren wir auf den Grauenstein gekommen, den wir uns winters wie sommers schon ein paar Mal angeschaut hatten, aber bislang nicht besucht hatten.

Der Plan war, zur Gräfenhütte zu radeln und von der wie üblich über den Quadtrack zur Printschenhütte aufzusteigen. An der Gräfenhütte fragten wir uns, warum wir eigentlich noch nie von da bis zur Höllritze Alpe hinaufgeradelt waren, wo da doch ein Forstweg hochgeht, und taten genau das. Die Forststraße ist ein wenig ruppig und gelegentlich ordentlich steil, meist aber recht gut radelbar und macht Spaß, weil es doch immer wieder Stücke zur Erholung gibt.

Wir radelten an der Höllritzer Alpe vorbei bis zum Abzweig des Fußwegs zum Höllritzer Eck und parkten die Räder. Dort gingen wir geradeaus weiter Richtung Printschenhütte. Sobald der Forstweg zu Ende war, legte der beste Allgäuer von Allen die Schuhe ab und ging barfuß weiter. Deswegen waren wir ja da ;-)

Bis zur Printschenhütte ist der Weg oft nass und matschig (was wir ja beim Biken auch schon festgestellt hatten) und war entsprechend kühl. Danach wird es trockener und wärmer (abgesehen einem kurzen Abschnitt vorm Grat) und ab dem Grat zum Grauenstein dann richtig angenehm.

Der Grat zum Grauenstein ist erstaunlich. Auf der Ostertalseite ist man weitgehend allein unterwegs, auf der anderen Seite wimmelt es geradezu von Leuten. Was kein Wunder ist, da dort die Hörnerbahn von Ofterschwang und die Wannenkopfbahn von Grasgehren für einfachsten Zustieg sorgen. Hätte man sich denken können, hatten wir aber nicht und waren entsprechend erst mal erschlagen. Aber fast alle Menschen laufen auf der Fahrstraße unten herum, der Weg am Grat zum Grauenstein ist doch eher leer :-)

Am Grauenstein stellten wir dann fest, dass der Gipfel, von dem wir dachten, dass es der Grauenstein ist, gar nicht der Grauenstein ist. Da steht zwar ein Funkmast oder eine Wetterstation oder sowas und der Gipfel ist sehr prominent aus dem Ostertal heraus, aber er ist nur eine Erhebung im Grat zum Riedberger Horn. Der eigentliche Grauenstein ist allerdings auch nur eine winzige Graterhebung und liegt noch dazu ein ganzes Stück tiefer. Sehr seltsam.

Wo wir schon da waren gingen wir auch noch aufs Riedberger Horn, wo es zuging wie am Stachus. Wir machten nur kurz ein Foto und gingen dann wieder. Im Abstieg machten wir uns dann noch ein wenig über einen E-Biker lustig, der sein schweres Gerät den Grat Richtung Ostertal hinabwuchtete. Das ist bestimmt arrogant, aber E-Biker kann ich nicht so recht ernst nehmen. Als Zustiegshilfe auf Forststraßen find ich E-Bikes schon OK, aber so richtig im Gelände? Wer den Hochweg im Gelände nicht selber hinkriegt, hat da m.E. nichts verloren. Wenn nämlich all die Luschis mit Hilfsmotor da oben rumradeln, wird es bald für alle verboten werden und dann haben auch die, die das echt und ehrlich mit eigener Kraft hinkriegen, verloren. Und das wäre schon sehr ärgerlich.

Am Dreifahnenkopf machten wir noch gemütlich Pause in der Sonne und steigen dann zu den Rädern ab, um zur Höllritzer Alpe zu fahren. Deren Kuchen ist immer ein bisserl zwiespältig weil ungewöhnlich. Ich finde ihn meisten OK, der beste Allgäuer von Allen meistens nicht. Beim Kaffee hatten wir diesmal Glück, der war frisch. Aber sie liegt halt gut die Alpe.

Die Abfahrt zeigte dann, dass die Forststraße doch ganz schön steil ist. Erstaunlich, dass es doch ganz gut zu hinaufzuradeln ging. Ich muss da auch noch mal mit dem ‘guten’ Bike hoch, mit dem ist alles noch einfacher :-)


Auf dem Weg zur Höllritzer Alpe


Fast oben


Barfuß durch den Herbst


Rückblick zur Printschenhütte


Vom ‘Nicht-Grauenstein’ zum Riedberger Horn


Am ‘richtigen’ Grauenstein


Abfahrt

Von engel am 20.10.2016 21:32 • outdoorbergmtb

Nockberge

Mittwoch, Oktober 19, 2016

Samstag/Sonntag, 08./09.10.2016
Manchmal werden wir in weit abgelegenes Gebiet eingeladen und wenn es möglich ist, kommen wir gern. Diesmal waren es die Nockberge, von denen ich bis vor wenigen Wochen noch nie etwas gehört hatte. Vom Allgäu aus ist das quasi am Ende der Welt mit einem ziemlich umständlichen Weg, wenn man München vermeiden will (was Samstag Vormittag oder Sonntag Abend keine schlechte Idee ist).

Das Hüttchen, zu dem wir gelotst worden waren, liegt hinterm Katschbergtunnel links oben, ganz weit hinten, da wo letzte Piste zu Ende ist. Als wir Samstagmittag dort ankamen, war die Hütte zu. Birgit und Janina kamen zufällig mit uns an und die wussten, wo der Schlüssel versteckt war und so konnten wir in der Hütte sehen, dass wir immerhin schon mal an der richtigen abgelegenen Hütte gelandet waren, auch wenn alle anderen grad unterwegs waren.

Nach 5 Stunden Fahrt war uns nach Bewegung und so stiegen wir erst mal auf den nächstgelegenen Nock, den Teuerlnock. Wir stapften durch vereinzelte Bäume und Heidegewächse. Es schneite immer wieder mal und es war neblig. Man hätte den Weg dank netter Mini-Schildchen (rund, 10 Zentimeter Durchmesser auf einem 10-Zentimeter-Stangerl) durchaus auch ohne GPS finden können, aber im Nebel in unbekannter Umgebung ist so ein Navi schon nett.

Auf dem Teuerlnock bekamen wir einen kurzen Blick auf den/das Aineck geboten und das sah nicht weit weg aus. 2 Berge auf einmal, das war doch was! Wir gingen auch da noch rüber, aber das war dann deutlich weiter weg als wir vermutet hatten.

Abends gab es eine ausnehmend nette Feier mit netten Leuten, die wir teilweise schon sehr lang nicht mehr gesehen hatten.

Die Feier allein hätte die lange Anfahrt schon gerechtfertigt, aber es gab ja auch noch den Sonntag, der uns mit wunderbarem Wetter und bester Aussicht in alle Richtungen begrüßte. Wir sahen tatsächlich auch den Teuerlnock mal in seiner ganzen Pracht - ein heidekrautiger Hügel :-)

Das Frühstück zog sich hin und der Himmel zog zu, aber das hielt keinen ab, nochmal spazieren gehen zu wollen. Die meisten wollten am Sonntag auf den Teuerlnock, aber da waren wir ja schon gewesen. Wir gingen deswegen zur Schwarzwand, die die anderen am Vortag bestiegen hatten. Mit uns gingen Andrea und Laura, die beide erst spät in der Nacht angekommen waren.

Die Schwarzwand ist ein sehr mugeliger Mugel über einem kleinen See. Steil ist es nur am Anfang ein wenig und direkt nach dem See, sonst läuft man wieder durch Heidekraut. Die Nockberge sind eine sehr seltsame Gegend. Grasig und krautig und mugelig. Wäre der Gipfel der Schwarzwand nicht mit einer Steinsäule versehen gewesen, er wäre als solcher nicht zu erkennen gewesen als höchste ‘Erhebung’ in einer Hochebene.

Warm war es nicht grad und es wurde immer windiger und wolkiger. Wir ließen die angedachte Runde weg und sausten zurück zur Hütte, wo man uns mit Kaiserschmarrn und frischen Preiselbeeren empfing. Das nenn ich mal Service! :-)

Gegen 16:00h machten wir uns auf den Heimweg. Im Radio war die Rede von über 30 Minuten Stau bei Salzburg wegen Grenzkontrollen. Unser Navi leitete uns in etwa 5 Minuten drum herum und direkt nach dem Stau wieder auf die Autobahn. Gutes Navi! (Außer uns war da kaum jemand unterwegs, obwohl wir den Stau deutlich sehen konnten.)


Start an der Zechner Hütte


Seltsame Schilder im Nebel


Highlands-Feeling am Teuerlnock


Kurz vorm Aineck zwischen den Skipistenabsperrungen


Nette Wegmarkierungen


Morgenblick auf Teuerlnoch und Aineck


Auf dem Weg zur Schwarzwand


Lausnitzsee


In Wind und Wetter an der Schwarzwand


Abstieg wie Aufstieg, nochmal Lausnitzsee

Von engel am 19.10.2016 20:46 • outdoorberg

Den Freitag über wurde das Bein schon langsam besser und gegen Abend konnte ich immerhin schon schmerzfrei geradeaus laufen. Treppe runter war noch nicht so toll. Am Abend schnipselte ich dann auch die alte Haut von der offenen Stelle an Hand, weil die da einfach nicht mehr halten wollte. Erst mal blieb das offen.
Ich war ziemlich sicher, dass ich am Samstag wieder weitgehend OK sein würde, aber drauf verlassen wollte ich mich doch nicht, deswegen planten wir nur eine kleine Tour mit viel Bike-Anteil. Daheim bleiben war bei dem angesagten Wetter einfach keine Option und eigentlich ging es mir ja nicht schlecht :-)

Samstag, 22.09.2016: Rohnenspitze
Dass in Zöblen an genau diesem Samstag Viehscheid sein sollte, hatten wir grad noch mitbekommen, aber eine vernünftige (also schöne und interessante) Alternative fiel uns nicht ein. Also setzten wir einfach darauf, dass das schon nicht so schlimm werden würde. In der Früh kamen wir auch problemlos bis zum Parkplatz an der Rohnenspitzebahn und luden die Räder aus.

Ich hatte meine Hand verpflastert und einen Radhandschuh zum Schutz drüber gezogen. Bergauf radeln ging so schon mal recht gut (dem Bein ging es auch einigermaßen gut). Wir waren komplett allein unterwegs als wir auf der Forststraße zur Gipfelstation fuhren. Es war kühl aber schön mit strahlend blauem Himmel und bester Sicht. Wunderbar!

An der Abzweigung des Fußwegs stellten wir die Räder ab und marschierten durchs Tal zwischen Ponten und Rohnenspitze zum Zirleseck. Da waren wir noch relativ allein, aber da oben war natürlich viel los. Bevor wir zum Gipfel kamen, suchten wir uns auf dem Grat noch ein sonniges windgeschütztes Plätzchen und ließen uns eine Weile die Sonne auf den Bauch scheinen. Hach!

Dann ging es weiter zum Gipfel, den wir sogar eine Weile für uns allein hatten. Da war es früher Nachmittag und die meisten der Rohnenspitze-Besteiger waren wohl schon durch. Unten sahen wir den Viehscheid in Zöblen und dass die Straße immer wieder gesperrt wurde.
Aber das würde ja wohl, bis wir da unten waren, erledigt sein. Hofften wir.

Dann kam der Abstieg. Doch, ging ganz gut. Ich musste nur darauf achten, keine größeren Stufen mit rechts zu nehmen. Auch die Hand und der Stock kamen einigermaßen miteinander klar.
Der Abstieg über den Rücken der Rohnenspitze ist alles andere als schön, aber man kommt da immerhin recht schnell wieder runter :-)

Als wir die Bikes erreichten, war ich recht froh, aber das bin ich sonst ja auch immer ;-) Die Abfahrt war weitgehend problemlos, wenn ich ordentlich aufs Bremsen achtete. Unten schauten wir eine Weile einem Bauern zu der drei Galloway-Kälber zum Rest seiner Galloways treiben wollten, aber die waren etwas unwillig :-) Klappte dann aber doch.
Wie erhofft war der Viehscheid weitgehend durch. Wir hatten keine Probleme auf dem Heimweg.


Start in Zöblen


Radeln überm Tannheimer Tal


Start zu Fuß


Zirleseck


Auf dem Weg zur Rohnenspitze


Am Gipfel


Abfahrt

Sonntag 23.09.2016: Gartnerwand - Grubigstein
Der zweite Teil der Gartnerwand fehlte uns noch und wo die Rohnenspitze schon so gut geklappt hatte, dann konnten wir uns ja auch etwas Ambitionierteres für den letzten Urlaubstag vornehmen :-)

Wir parkten in Obergarten und radelten den Forstweg zur Gartner Alm hinauf. Ich hatte meine Hand wie bewährt verpflastert und einen Radhandschuh drüber gezogen. Anfangs war es sehr kühl, aber sobald wir in die Sonne kamen (was erfreulich bald war), war es angenehm. Von dieser Seite des Ehrwalder Tals hat man einen großartigen Blick auf den Wetterstein und die Mieminger. Das allein rechtfertigt schon da hinauf zu radeln :-)

Wenn wir länger radeln, tun wir das meist mit Radhosen und nehmen andere Hosen zum Laufen mit. Auf etwa halbem Weg fiel dem besten Allgäuer von Allen, dass er in der Früh etwas auf dem Bett hatte liegen lassen - die kurze Hose und die Unterhose. Ohje.

Bis zur Gartner Alm ist die Forststraße gut und moderat steil. Danach wird sie steiler und ruppig, man kann aber nochmal gut 500 Meter weiter fahren, bis die Straße zuende ist. Wir parkten die Räder und poolten dann unsere Klamotten so, dass jeder ohne Radhose und ohne Gefahr sich aufzulaufen bequem gehen konnte :-)

Der Zustieg ins Sommerbergjoch ist lang und ereignislos, fast schon langweilig, aber wenn man dann mal da ist, wird es interessant und großartig. Der Nordgrat zur Gartnerwand ist gelegentlich kraxelig, selten ausgesetzt und mit einigem Gehgelände dazwischen. Alles in Allem macht er viel Spaß, auch wenn es stellenweise recht geröllig ist.

Man kommt an einem kleinen schiefen Kreuz raus und kann sich entscheiden, ob man nach rechts zum Ostgipfel (kein Kreuz) oder nach links zum Westgipfel mit Kreuz geht. Wir nahmen diesmal den Westgipfel, wo die Pause allerdings wegen des eisigen Windes eher kurz ausfiel, zumal die Sonne immer wieder von Wolken verdeckt wurde. Wir holten die Pause in einer sonnigen Mulde auf dem langen Weg zum Grubigstein nach.

Der Weg vom Westgipfel der Gartnerwand zum Grubigstein ist außerordentlich schön. Man läuft ständig mit Blick auf Wetterstein und Mieminger und hat rechts neben sich Mondsee und Fernsteinsee, die türkisblau leuchten. Der Weg selbst ist wegen der Gesteinsschichtung der Gartnerwand manchmal ein wenig ausgesetzt, aber nirgends wirklich schwierig. Er ist aber definitiv nicht Bahn-Touri-geeignet, deswegen ist man den ganzen Weg ziemlich allein.

Am Grubigstein war natürlich einiges los. Wir stiegen zur Bahn ab, aber im Restaurant sah es so ungemütlich aus (typisches Skigebiet-Restaurant), dass wir gleich weiter zur Wolfratshausener Hütte abstiegen, auch wenn wir befürchteten, dass es da vielleicht keinen Kuchen mehr gäbe.

Das war eine Super-Entscheidung! Nicht nur war die Hütte offen und nur moderat voll, es gab auch fantastischen Kaffee und Kuchen, den besten seit Langem. Für den besten Allgäuer von Allen gab es eine saftige Sacherschnitte, ich bekam einen Apfel-Himbeerstrudel. Yummie!

Zur Gartneralm war es danach nicht mehr weit und wir konnten gemütlich nach Obergarten rollen und nochmal Wetterstein und Mieminger bewundern. Was wir auch sehen konnten war leider, dass die B179 Stau hatte. Wie nervig! Wir stauten erst mit, bogen dann aber über Berwang und Namlos und den Gaichtpass ab, was eigentlich ein ziemlicher Umweg ist, uns aber in verträglicher und staufrei Zeit nach Hause brachte :-)


Start in Obergarten


Auf dem Weg zum Sommerbergjoch vor der laaangen Gartnerwand


Sommerbergjöchl-Wegweiser


Im Gartnerwand-Nordgrat


Im Gartnerwand-Nordgrat


Am schiefen Kreuz des Nordgrats


Westgipfelkreuz


Sonnenpause


Fast schon am Grubigstein


Sacherschnitte


Apfel-Himbeer-Strudel


Zugspitze

Von engel am 15.10.2016 10:03 • outdoorbergmtb

Donnerstag, 22.09.2016
Endlich meldete die Wettervorhersage, worauf wir gewartet hatten: Sonne! Wir nahmen uns also das inzwischen schon mehrfach verschobene weglose unbekannte Ziel vor, mit dem wir eigentlich seit Jahren schon liebäugeln: den Kratzer. Mit den Bikes zur Wegabkürzung, ehklar.

Wir starteten gegen halb 9 in Holzgau. Langsam aus dem Hochnebel in die Sonne auftauchen klappte leider nicht, dafür waren wir zu spät dran. Holzgau lag schon voll in der Sonne. Am Wasserfall vor dem Cafe Uta stellten wir mit Interesse fest, dass es da jetzt einen Erlebnis-Klettersteig um, über und rund um den Wasserfall hat.

Das Stück am Wasserfall ist unradelbar, sonst ist der Weg bis zur Unteren Roßgumpenalpe problemlos machbar. Danach geht die Straße noch 6 Kehren Richtung Kemptner Hütte hinauf. Das war uns neu (nicht dass die Straße neu wäre, wir kannten sie einfach noch nicht) und wir nahmen die steilen Kehren gern noch mit. Alles was man nachher nicht absteigen muss, ist gut :-)

Der Weg hinauf ins Mädelejoch führt zunächst relativ flach durch Latschen (wo sich Wärme staute) und dann etwas steiler ins Joch (wo ein reichlich kühler Wind wehte). Danach trifft man auf den Heilbronner Weg und folgt dem ein gutes Stück um den Kratzer herum, bis man am westlicheren Ende der Südseite am Fuss einer grasigen Rinne/Flanke steht.

Wir machten erst mal Pause und sahen einer einzelnen Bergsteigerin zu, wie sie sich langsam die linke geröllige Rinne hinabtastete und dann zügig übers Gras abstieg. Das geröllige Zeug oben sah steil und unangenehm aus.

Dann stiegen wir dort hinauf, wo die Dame herab gekommen war. Das Gras unten war gut gestuft, weiter oben gab es dann sogar sowas wie Trittspuren. Im Geröll der Rinne war davon nur noch wenig zu sehen, aber es war dann doch nicht ganz so steil, wie es von unten ausgesehen hatte. Es fanden sich doch immer Tritte, die hielten und so standen wir dann bald am Grat. Von dort war der Weg zum Gipfel ziemlich klar: immer den Grat lang, möglichst direkt auf der Schneide in leichter Kletterei. In der Flanke rechts des Grats sah man Trittspuren, aber ich habe lieber festen Fels unter den Stiefeln als steiles Geröll.

Und dann waren wir oben, am Kratzer. Den ich jedes Frühjahr beobachte, wann die ‘Rippen’ rauskommen und der wirklich schon lang ein Ziel gewesen war. Alles in Allem doch recht unspektakulär ;-)

Der Abstieg war dann auch weniger gräßlich als ich befürchtet hatte. Irgendwie hielt das Geröllzeugs unter den Stiefeln trotz der Steilheit halbwegs gut. Im Abstieg im Gras landeten wir dann fast mitten drin in einer Herde Steinbockdamen mit Kitzen. Die Tiere ließen sich von uns kaum stören, gefühlt kamen wir bis auf 10 Meter ran, bevor sie sich gemächlich aus dem Weg bewegten. Von den Wanderern auf dem Heilbronner Weg bemerkte nahezu keiner die Herde (wobei ich sie wohl auch nicht bemerkt hätte, ich muss ja immer gucken, womit ich mein Knie als nächstes belaste).

Der Abstieg zurück zu den Rädern zog sich. Umso schöner war es, als wir die Bikes dann endlich vor uns hatten :-)
Hach, Abfahrt!

Die steilen Kurven über der Rußgumpenalpe legten wir problemlos zurück, aber auf dem steinigen Weg zurück nach Holzgau stellte ich mich einmal ziemlich dämlich an. Einmal blöd sein reicht im Allgemeinen und so war es auch hier. Ich stieg mit eingermaßen Tempo über den Lenker ab, vermutlich kopfüber, landete hart mit dem rechten Oberschenkel auf einem Stein, schrammte mit der linken Hand über irgendwas Scharfes, schlug das linke Knie und den rechten Ellenbogen irgendwo hin und nahm mit dem Kopf auch noch einen Stein mit. Kein Helm.

Ich blieb erst mal benommen und mit Schnappatmung liegen und brauchte ein paar Minuten um mich wieder zu orientieren. Wie zum Teufel war das denn zugegangen? Der beste Allgäuer von Allen war vorn gewesen und hatte nichts mitbekommen, der war weg.

Ich rappelte mich langsam hoch und sammelte erst mal mein Zeug zusammen: Sonnenbrille und Foto lagen in der Gegend rum. Dann das Fahrrad. Das schien OK, allerdings war das rechte Lenkerhörnchen abgerissen. Mir tat anfangs nichts weh, aber so langsam merkte ich das rechte Bein. Als ich vorsichtig wieder aufs Bike stieg, merkte ich auch gleich die linke Hand. Die blutete ein wenig. Radeln und Bremsen ging aber, also rollte ich langsam den Weg nach unten, bis ich auf den besten Allgäuer von Allen traf, der auf mich wartete und schon besorgt aussah.

Wir machten gemeinsam Bestandsaufnahme. Am Kopf, der inzwischen auch weh tat, war nichts zu sehen. Die Hand hatte ein Loch in der Handfläche, aus dem wir erst mal den Dreck raussammelten und es dann mit Desinfektionssalbe zuschmierten und verbanden. Das Bein schmerzte höllisch, aber da nichts blutete, war das wohl nicht so schlimm. Mehr merkte ich zu dem Zeitpunkt nicht, aber das reichte eigentlich ja auch.

Radeln ging so halbwegs, so lange ich das Bein nicht belasten musste (es ging ja fast nur noch bergab), aber Bremsen war ein wenig schwierig. Da fand ich dann aber doch eine Handstellung mit der auch das funktionierte. Nunja, so war ich zwar ziemlich verbeult, aber wir kamen ohne weitere Zwischenfälle zum Auto.

Auf dem Heimweg überlegten wir, ob ich ins Krankenhaus müsse. Aber der Kopf war OK, wenn ich ihn nicht schüttelte, die Hand hatten wir ja schon verbunden und mit dem geprellten Bein hätten die im Krankenhaus ja auch nicht viel machen können. Ausserdem bekam ich Hunger, was wir als gutes Zeichen werteten. Daheim gingen wir deswegen zum Essen statt ins Krankenhaus.
Da ging es mir dann schon viiiel besser, so lange ich mich nicht bewegen musste. Alles andere würde dann ja eh erst am nächsten Tag auftauchen.


Schieben im Steilstück am Wasserfall


Zu Fuß geht es weiter


Tief- und Rückblick auf Holzgau


Auf der anderen Talseite: Muttlerkopf, Öfnerspitze, Krottenkopf, Rammstallspitze


Unterm Kratzer. Da links soll es hochgehen.


In der gerölligen Rinne


Kratzer-Westgipfel :-)


Abstieg


Steinbockkind


Rückweg


Zurückradeln

Freitag schliefen wir erst mal aus und ließen den Tag generell gemütlich angehen. Mein Bein tat morgens bei jedem Schritt ordentlich weh und es hatte sich ein wahrhaft beeindruckender blauer Fleck mit einer dicken Beule in der Mitte gebildet. Im Lauf des Tages wurde das Laufen aber besser. Die offene Hand war lästig aber nicht weiter schlimm.

Von engel am 05.10.2016 21:06 • outdoorbergmtb

Allgäu-Urlaub III - Teil 1: Regen und Nebel

Mittwoch, September 28, 2016

Dass wir gern daheim Urlaub machen, ist ja inzwischen sicherlich schon aufgefallen ;-) Diesmal überlegten wir aber ernsthaft, ob wir nicht vielleicht doch fliehen sollten, nachdem das Wetter von schönstem Spätsommerwetter exakt zum Urlaubsanfang auf gruseliges Herbstwetter umschlug. Aber es gab da einiges zu tun daheim und dann sollte es ja bald wieder besser werden ...

Die versprochene Wetter-Besserung ließ aber sehr auf sich warten, deswegen waren die Touren aus dem ersten Teil des Urlaubs echte KSU(Keine Sau Unterwegs)-Touren. Hatte auch was.

Samstag war also erst mal ein Werkel-Tag.

Sonntag, 18.09.2016: Die letzten Pilze
Sonntag war das Wetter kühl und recht feucht von oben. Wir hatten zwar nicht viel Hoffnung, aber es schien uns, dass wir für eine eventuelle letzte Pilzmahlzeit in diesem Jahr vielleicht noch dieses Wochenende eine Chance haben würden und dann nicht mehr. Also ging es zum ergiebigsten Berg zum Pilz-Steigen und wir brachten tatsächliche eine ganze Mahlzeit zusammen :-)
Die gab es zwar erst am Montag, weil uns am Sonntag die frisch aus Südfrankreich zurückgekehrten Eltern zum Pizza-Essen einluden, aber da schmeckten sie mit Semmelknödeln genauso großartig wie erwartet.

Montag nochmal Aufräumen und Werkeln.

Dienstag, 20.09.2016: Gaishorn
Anders als die Woche vorher angedeutet, wurde das Wetter nur sehr zögerlich besser. Immerhin, es sollte trocken bleiben. Wir verschoben ambitioniertere Pläne und nahmen bekannte Wege unter die Stiefel. Gute Idee, denn nach der Älpele-Alpe landeten wir im Hochnebel und sahen quasi nichts. Wir trafen ganz unten und am Gipfel kurz zwei Leute und waren sonst den ganzen Tag allein unterwegs :-)

Mittwoch, 21.09.2016: Gehrenspitze
Die Aussicht auf sich lüftenden Hochnebel war nach wie vor recht mager, also wuden die weglosen Pläne in unbekanntem Gelände ein weiteres Mal verschoben. Stattdessen ging es zur Gehrenspitze, an der wir schon lang nicht mehr waren. Auch diesmal landeten wir im Hochnebel und sahen im Wesentlichen Weiß. Immerhin war das Weiß aber schon heller und es gab zwischendrin sowas wie Nebel-Lücken. Und man kann klar festhalten: So ein bisserl Hochnebel macht Berge deutlich alpiner ;-)

Von engel am 28.09.2016 05:39 • outdoorbergmtb
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