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Sonntag, 01.04.2018: Allein im Sturm

Sonntag, April 08, 2018

Das Wetter war am Samstag zwar besser als vorhergesagt, aber den Tag brauchten wir für andere Dinge. Am Sonntag begrüßte uns der Tag mit Regen. Wir hatten eigentlich nicht so die rechte Lust raus zu gehen, bequemten uns nach einem gemütlichen Frühstück dann aber doch dazu. Frische Luft, Kalorien verbrennen und so ....

Wir waren eh schon (relativ) spät aufgestanden und hatten uns dann beim Frühstück Zeit gelassen, deswegen waren wir wirklich erstaunt, dass bis ins Tannheimer Tal quasi gar nichts los war. Wir waren auch die die ersten und einzigen am Parkplatz. Natürlich war schlechtes Wetter (immerhin schneite es inzwischen), dass aber gar keiner da war, war schon seltsam.

Wir liefen die Forststraße hinauf (es hatte 2 Zentimeter Neuschnee auf patschassem Altschnee) und bogen dann wie üblich links ab. Der Neuschnee wurde langsam mehr, der Wind auch gelegentlich, und es schneite mal mehr mal weniger. Mit dem Neuschnee war der Sommerweg leicht zu gehen.

Im Kessel unter dem Gipfel erwischte uns der Wind das erste Mal und wir gingen über abgeblasene Harschflächen. Optisch sahen die genauso aus wie die Flächen, auf denen 20 Zentimeter Neuschnee lagen. Das versprach Spaß in der Abfahrt ;-)

So lange wir uns noch so halbwegs in der Flanke zum Gipfel befanden, hielt sich der Wind einigermaßen in Grenzen. Die letzten paar hundert Meter über das weite Gipfelplateau waren dann aber echt anstrengend. Der Wind war in Böen so stark, dass man befürchten musste, umgeblasen zu werden. Ich ging vorsichtshalber ein Stück weiter vom Rand des Plateaus weg, um im Fall des Falles nicht über den Rand geblasen zu werden.

Am Gipfel gab es nur ein paar Bildchen, dann fellten wir eilends ab und machten uns an die Abfahrt. Der Schnee war oben natürlich eisig und abgeblasen, wurde aber schon in der Flanke (stellenweise) besser und unten im Kessel sogar richtig nett. Da suchten wir uns dann einen Baum und setzten uns drunter, um Pause mit Tee und Schoki zu machen. Es schneite nach wie vor.

Die restliche Abfahrt war einfach und ging gut. Auf dem Forstweg wurde der Schnee dann allerdings arg nass und die Ski blieben wieder kleben.

Von engel am 08.04.2018 09:52 • outdoorski

Freitag, 30.03.2018: Trotzdem-Tour

Donnerstag, April 05, 2018

Die lästige Halberkältung der letzten Wochen wollte einfach nicht weichen (weder beim besten Allgäuer noch bei mir), aber wenn nach Schneefall schönes Wetter angesagt ist, muss man raus. Wir fuhren früh los und hatten wunderbar leere Straßen. Unser Parkplatz im Wildental aber war schon recht voll, da machte sich gerade eine 10-köpfige Truppe fertig.

Ganz kurz hatten wir die Hoffnung, die Truppe würde geradeaus gehen, aber dann bogen sie doch auch nach links ab und hielten auf unseren Gipfel zu. Wir waren aber langsam, deswegen war die Truppe bald ein gutes Stück vor uns (der Abstand blieb dann aber, nicht weil wir schneller wurden, sondern weil die wohl langsamer wurden - sie mussten allerdings auch spuren).

Wer auch immer bei denen spurte, er liebte Spitzkehren. Ich nahm es sportlich, die muss ich eh üben. Nicht so sehr, weil ich nicht ums Eck komme, sondern weil ich die Bewegungsfolge nicht flüssig hinbekomme und deswegen bei den Spitzkehren immer recht lang brauche. Trotz der vielen Spitzkehren habe ich aber noch immer nicht das Gefühl, flüssig ums Eck zu kommen. Naja, muss ich halt noch mehr üben.

Die Truppe spurte statt quer durch die Rinne links davon geradeaus über den Latschenhang hinauf. Das war anfangs ganz nett, dann kam aber die Sonne in den Schnee und der steile Hang machte mir echt Sorgen. Da wollte ich nicht abfahren.

Knapp unter dem Gipfel brauchten wir eine kurze Pause zum Verpflastern (die neuen Stiefel sind wohl noch eine Weile nicht eingelaufen). Das hatte den Vorteil, dass wir gerade dann oben ankamen, als die 10er-Truppe abfuhr. Der Schnee sah super aus.

Wir packten umgehend zusammen und fuhren auch ab. Es war so warm, dass der Schnee nicht mehr lang halten würde. Kurz vorm Hüttchen war der frische Neuschnee dann auch schon so nass, dass die Ski geradezu am Schnee kleben blieben. Wir machten eine ausführliche Pause und fuhren dann ins Tal ab.

Im Schatten fanden sich noch ein paar schöne Stellen, aber in der Sonne und vor allem ganz unten, wurden wir manchmal fast über die Skispitzen katapultiert, so nass und klebrig war die Schneeoberfläche. An der Alm war es voll, aber am Bergheim Moser hat es inzwischen auch Sonne und da hatten wir die ganze Terrasse für uns :-)


Früher Start


Aufstieg mit vielen Leuten


Oben Sonne und Aussicht :-)


... und ein einsamer Gipfel :-)


Schöne Abfahrt I


Schöne Abfahrt II


Rückblick

Von engel am 05.04.2018 21:33 • outdoorski

Sonntag in der Früh waren wir alle beide erst mal ziemlich kaputt. Halsweh, Schluckbeschwerden, Schleim und sowas. Die Skitour hatte Spuren hinterlassen und die Zeitumstellung mit noch früher Aufstehen als sowieso half auch nicht wirklich. Aber das Wetter war super, der Schnee ganz sicher auch noch und ‘richtig’ krank waren wir ja nicht ...

Wir rafften uns also auf und fuhren wieder ins Tannheimer Tal. Es war erstaunlich wenig los, obwohl es wirklich nicht mehr früh war. Auch der kalte Parkplatz am Haldensee war nicht besonders voll.

Auf dem Forstweg hat es noch erstaunlich viel Schnee, da kommt man noch eine Weile problemlos hoch. Im Schatten war er sogar noch pulvrig, aber wo am Vortag die Sonne reingekommen war, gab es stellenweise fast Blankeis. Nach dem Hüttchen, bei dem der Sommerweg beginnt, nahmen wir Harscheisen und waren echt froh drum, denn an manchen Stellen würde man beim Ausrutschen direkt 50 Meter nach unten in den Bach rauschen.

Dem Neffen hatten wir am Vortag direkt gesagt, dass wir ihn auf diese Tour nicht mitnehmen würden, allerdings hatte ich dabei nicht an den Sommerweg gedacht, sondern an den Gipfelgrat. So oder so, hier wäre ich mit ihm ohne Harscheisen nicht weiter gegangen. Wir gingen natürlich weiter.

Der abenteuerlich hohe Schnee am Brückle (Bild 2) war inzwischen umgefallen und die Querung sah nicht mehr so beeindruckend aus, dafür schnallten wir aber kurz die Ski ab, um einfach bis aufs Brückle runter zu kommen. Nachdem wir der Spur bis direkt unter die Nordrinne gefolgt waren, bogen wir nach Osten ab, um über die Südseite weiter zu gehen.

Wir hatten uns ein sonniges warmes Plätzchen in einer Mulde für eine Pause erhofft, doch obwohl es durchaus sonnig war, wehte ein kühler Wind. Wir machten trotzdem Pause, aber halt nicht warm ;-) Weil der Neffe am Vortag den Energy-Drink so sehr gelobt hatte, hatten wir dann noch einen gekauft und tranken ihn jetzt. Da wir vergessen hatten, den Touren-Schoki-Vorrat aufzufüllen, passte das ganz gut.

Naaaaja. Das Zeug schmeckt nach wie vor nach aufgelösten Gummibärle, aber kalt und frisch (also mit Kohlensäure), kann man das schon trinken. Schoki ist aber besser! Und besondere Energie hatten wir danach auch nicht.

Beim Weiterweg versuchten wir einer früher bewunderten Spur zu folgen, die es inzwischen aber nicht mehr gab. Das klappte nur so halb, aber der Weg war trotzdem besser als die lange Querung des Sommerwegs und beim nächsten Mal wird das noch besser.

Auf der Südseite hatte sich inzwischen schöner Firn gebildet. Wir kippten die Nordrinnen-Pläne (da war eh eine große Wechte oben drin) und planten stattdessen eine Firnabfahrt. Damit die nicht im Sulz enden würde, sausten wir vom Skidepot ganz schnell zum Gipfel hinauf, machten ein paar Fotos und stiegen direkt wieder ab. Die Südseitenabfahrt war dann auch ganz und gar so prima wie erwartet :-)

Nach einer weiteren Pause - diesmal tatsächlich warm, fast heiss sogar - machten wir uns auf die restliche Abfahrt und fanden auf der Nordseite zum Bach runter sogar noch sehr schönen Pulverschnee. Der Sommerweg war inzwischen auch angetaut und problemlos zu fahren.

Eine sehr schöne und auch sehr gemütliche Tour. Und die Nordrinne, naja, die läuft uns ja nicht weg. Irgendwann klappt das dann schon noch mal ...


Start mit (ganz kurz) Sonne


Das Brückle mit ohne Schnee


Pause


Auf Abwegen


Am Gipfelgrat


Oben :-)


Auf dem Rückweg


Firnabfahrt :-)


Pulverabfahrt :-)

Von engel am 28.03.2018 21:29 • outdoorski

Samstag, 24.03.2018: Skidepot und Gipfel

Dienstag, März 27, 2018

Wir hatten schon letztes Wochenende, als wir ja am Skidepot wegen Nebel abgebrochen hatten, beschlossen, an diesem Wochenende denselben Gipfel nochmal zu machen. Diesmal mit Gipfel und wenn möglich auch mit Nordabfahrt.

Da hatte sich schon abgezeichnet, dass der Samstag ein toller Tag werden würde und das hatte sich die Woche über nicht geändert. Wetter und Bedingungen zeichneten sich sogar so gut ab, dass wir beschlossen, den großen Neffen mitzunehmen, damit der nach der SoLaLa-Skitour auch noch eine richtig tolle Skitour bekommen würde.

Wir sammelten also Samstag in der Früh den großen Neffen ein (ein wenig verspätet) und fuhren zum selben Parkplatz wie letztes Wochenende. Dort war - obwohl es noch früher war - schon ganz schön viel los, aber damit hatten wir gerechnet. Man kann nicht erwarten, an einem perfekten Tag mit perfekten Bedingungen an einem tollen Berg allein zu sein.

Unserem Fitness-Zustand angemessen (beide mit doofer Halberkältung) gingen wir gemütlich bis ins Kar unter der Nordwand. Dem Neffen war das anscheinend zu langsam, denn als wir nach einer kurzen Teepause weiter gingen, sauste er uns erst mal davon. Vielleicht lag es ja auch am Energy-Drink, der, so versicherte er, echt was bringen würde ;-)

Natürlich waren wir keineswegs allein unterwegs. Vor uns im Nordhang waren mindestens 30 Leute, hinter uns kamen auch andauernd welche (von denen uns viele überholten) und weiter unten waren ganz sicher auch noch viele Nachzügler. Trotzdem verteilten sich die Leute ganz gut auf die lange Strecke und es gab weder nervige Drängler, laute Gruppen oder andere Lästig-Menschen. Im Gegenteil, es waren alle sehr freundlich und nett. Das muss am großartigen Wetter und der großatigen Umgebung gelegen haben :-)

Im Nordhang kämpfte der Neffe mit den Spitzkehren im immer steiler werdenden Hang. Die waren auch zugeben nicht ganz einfach, weil gerade im oberen Teil die Spur teilweise auch schon zerfahren war. Nahezu jeder Überholer schien einen Tipp auf Lager zu haben, aber da fehlt ganz einfach Übung, das wird schon noch.

Am Skidepot schnallten wir die Ski an den Rucksack und stiegen zu Fuß bis auf den Grat. Man hätte schon auch mit Skiern gehen können, aber da kamen ein Paar Spitzkehren zwischen Felsen und ein arges Steilstück, das ging zu Fuß besser. Auch mit den glatten Skistiefeln des Neffen. Oben gingen wir mit Skiern über den Grat bis zur ein Mündung des Sommerwegs, wo wir die Ski stehen ließen und schon mal einen Blick in die Nordseite warfen. Also sooo besonders steil sah das gar nicht aus.

Am Gipfel war es natürlich voll, aber nach ein paar Fotos fanden wir ein ablegeneres Plätzchen für die Pause. Wir bewunderten die Aussicht, identifizierten Berge und diskutierten, ob wir die Nordrinne fahren sollten oder nicht. Alles hing natürlich am Neffen, ob der sich das zutraute. Wir waren der Meinung, er könne das.

Zurück an der Einfahrt zum Nordhang warfen wir nochmal ein paar Blicke hinunter. Der Nordhang war noch immer nicht so steil, wie wir gedacht hatten und auch der Neffe traute sich die Abfahrt zu. Na dann! Ich gab noch ein paar obligatorische Ermahnungen von mir, “Geschwindigkeitskontrolle!”, “Achtung, Felsen!” und sowas und dann konnte es los gehen.

Ein bisserl nervös war er dann wohl doch, der Neffe, denn beim Einstieg in seine Ski hatte er ein paar Probleme. Dann fuhren wir ein und alles klappte prima. Der Schnee war sogar viel besser, als wir befürchtet hatten, nur ganz unten war die Auflage recht dünn und man ratschte gelegentlich über den harten Firn unter der lockeren Auflage.

Die Sache mit der Geschwindigkeitskontrolle hat der Neffe dann allerdings doch nicht so drauf und ich bezweifle wirklich, dass er überall so schnell hätte stoppen können, wie ich für nötig befunden hätte, aber er sauste sicher den Hang hinunter und hatte sichtlich Freude. Weiter unten versuchte er, über alles zu springen was wie ein Hügel aussah, war aber dann doch recht vorsichtig, so dass meistens nur kleine Hüpferle rauskamen.

Am Älpelekarkreuz gab es nochmal eine Pause in der Sonne, dann fuhren wir zum Parkplatz ab. Diesmal nicht über die Forststraße, denn wenn man eh abschnallen muss, dann wenigstens in der hübscheren Umgebung ;-) Der Neffe fand auch da noch ein paar Hügelchen und freute sich dran.

Das war eine wirklich großartige Tour und hat uns allen viel Spaß gemacht.


Mit vielen Anderen laufen wir los


Im Älpele


Auf dem Weg zum Berg (wie voll der Hang ist, sieht mal kaum)


Im oberen Teil des Aufstiegs (unten viele Menschen)


Am Skidepot


Aufstieg zum Grat


Am Grat zum Gipfel


Gipfelbild


Kritscher Blick hinab


Abfahrt I


Abfahrt II


Abfahrt III


Ein Hüpferle


Zurück im Tal

Von engel am 27.03.2018 20:54 • outdoorski

Samstag, 10.03.2018: Gamskarkreuz

Mittwoch, März 14, 2018

Warm war’s und fit, aka richtig gesund, waren wir auch nicht. Weil der Zu-Fuß-Berg letztes Wochenende so nett gewesen war, nahmen wir uns nochmal einen Zu-Fuß-Berg vor. Das Wetter war nicht toll, aber es sollte ja trocken bleiben und im Lauf des Tages schöner werden.

Das mit dem ‘Trocken’ war schon mal knapp daneben, denn als wir den Kangoo am (völlig leeren) Parkplatz abstellten. nieselte es leicht. Nichts, was die Klamotten nicht aushalten würden und es würde ja besser werden, also marschierten wir los.

Der Schnee war deutlich weicher als am letzten Wochenende, dafür war der Weg vor allem im Wald deutlich vereister. Wir nahmen bald die Grödel und damit war gut gehen. Wo mehr Schnee lag, musste man gut aufpassen, nicht ausserhalb des schon getretenen Weges zu gehen, denn da lief man Gefahr, bis zum Oberschenkelansatz einzubrechen. Das Wetter besann sich leider keines Besseren - es regnete in wechselnder Intensität weiter.

Am Gimpelhaus machten wir gemütlich Pause, da stehen nämlich 2 Bänke unter einem Balkon und da regnete es nicht hin :-)

Der Weiterweg wurde dann zunehmend schwieriger, denn die getretene Spur wurde immer schmaler und das Gehen entsprechend beschwerlicher. Die Spur führte bis zum Gamskarkreuz und dem Gras-Nollen dahinter. Danach war der Schnee jungfräulich und unverspurt.

Tja. Wir hatten keine so rechte Lust auf anstrengendes Spuren und beschlossen, es am Gamskarkreuz gut sein zu lassen.

Im Abstieg war der Schnee noch ein wenig weicher und es nieselte weiter. Von Wetterbesserung oder gar Sonne war keine Spur zu entdecken. Dafür fing es auf dem Heimweg kurz an, richtig heftig zu regnen, so dass wir erst recht froh waren, nicht mehr oben im Gamskar zu sein.

Sonntag verbrachten wir - obwohl das Wetter gar nicht so schlecht war - daheim, Sport gucken statt machen und wirklich wichtige Haushaltsaufgaben erledigen. Dabei machte auch der Peru&Bolivien-Bericht wichtige Fortschritte :-)

Von engel am 14.03.2018 22:20 • outdoorberg

Sonntag, 04.03.2018: Winter-Bergtour

Dienstag, März 06, 2018

Nachdem der Schnee am Samstag schon nicht so super gewesen war und es noch dazu in der Nacht recht warm gewesen war, nahmen wir an, dass der Schnee nicht besser geworden war und dass man wohl recht hoch hinaus müsse. Wir hatten keine Lust auf Lechtal und echt lange Touren und entschlossen uns stattdessen am Sonntag südseitig zu Fuß zu gehen.

Wir registrierten erstaunt, dass es in der Nacht im Tannheimer Tal anscheinend geschneit hatte. Da lagen 3 frische Zentimeter Schnee herum. Wir überlegten schon ob wir nicht einen Fehler begangen hatten und nun SuperDuper-Bedingungen verpassen würden. Am Parkplatz in Grän liefen auch grad 3 Skitourer los, wobei wir allerdings nicht so Recht wussten, wo man von hier aus vernünftig hingehen kann. Egal, nun waren wir hier und nun würden wir das zu Fuß durchziehen!

Die ersten Meter, wo man ein Stück freies Feld überqueren muss, ließen wenig Gutes erwarten, wir brachen unregelmäßig ein. Nicht tief aber lästig. Danach aber, erst auf dem Fortsweg, dann auf dem Sommerweg war alles prima. Da waren schon viele vor uns gelaufen, der Schnee war fest und trug - zumindest so lange man nicht seitlich daneben trat.

Anfangs war es kühl, aber als wir in die Sonne kamen - Südseite :-) - wurde es schnell warm. Bald waren wir im T-Shirt, der beste Allgäuer von Allen sogar mit leichter Hose unterwegs. Oben am Joch kam dann Wind und wir nahmen doch wieder einen Pulli.

Nachdem wir an der Hütte vorbei gegangen waren, stellten wir fest, dass es schon Leute im Anstieg zum Gipfel hatte. Die waren aber nicht an uns vorbei gelaufen und Spuren hatte es auch nicht gehabt. Dafür hatte es - sahen wir kurz drauf - Ski-Aufstiegspuren im langen, langen Südhang.

Wir stiegen zu Fuß bis unter den Gipfelaufbau auf und packten dort jeder einen Stock weg und das Lucky - den Mini-Pickel - aus. Die Skibergsteiger hatten schon eine gute Spur getreten, aber so ein kleiner Pickel schadet in einer 55-Grad-Rinne (vermutlich) ja nicht. Der Aufstieg zum Gipfel ging dann auch total problemlos.

Oben hatte es Wind und war kühl, deswegen blieben wir nicht lang. Wir zogen uns aber für den Abstieg wärmere Sachen an. Der Abstieg über die Rinne war natürlich schwieriger als der Aufstieg, aber abgesehen von den echt hohen Tritten, die ich mit dem kaputten Knie oben nicht schaffte, war das nicht weiter problematisch. Die Spur hielt wirklich gut.

Wir machten an der Hütte Pause. Da lagen sowohl die Ost- als auch die Südseite schön in der Sonne, aber Wind hatte es leider auf beiden Seiten. Es war trotzdem nett, da Tee zu trinken und Schoki zu essen und die Landschaft zu genießen.

Auch der restliche Abstieg war problemloser als befürchtet (man hätte ja im aufgeweichten Schnee allenaselang in tiefe Löcher einbrechen können) und so kamen wir sehr erfreut von unserer schönen Zu-Fuß-Tour wieder am Auto an.

Die erstaunlich vielen Skitourer am Parkplatz waren alle unten rechts abgebogen. Wie lohnend das sein könnte, müssen wir erst mal recherchieren. ‘Unseren’ Gipfel werden wir uns aber unbedingt als Frühjahrs-Firntour merken. Was wir da beobachten konnten, sah sehr lohnend aus.


Das frisch verschneite Ziel


Anfangs ist es im Schatten ziemlich kühl ...


... dann geht in der Sonne aber wieder T-Shirt :-)


Eine der vielen Gämsen auf den freien Matten


Kurz vorm Gipfel


Doch, das ist ganz schön steil


Mit Lucky und Stock oben


Im vorsichtigen Abstieg


Der weitere Abstieg mit großatiger Fernsicht


Am Nachmittag sind die Matten wieder frei

Von engel am 06.03.2018 22:41 • outdoorberg

Samstag, 03.03.2018: Abbruch

Montag, März 05, 2018

So langsam scheint sich die lästige Langzeit-Halb-Erkältung wieder einzukriegen, deswegen planten wir für Samstag eine Skitour. Fokus war vor allem, endlich mal weider rauszukommen und das schöne Wetter auszunutzen. Wir hatten wenig Illusionen über die Schneequalität.

Freitag Abend hatte es noch ein klitzkleines Bisserl geschneit (0,5cm), deswegen war der Aufstieg über den Forstweg und dann über den inzwischen wirklich arg glatt gerutschten Sommerweg doch nicht so schwierig wie befürchtet. Der Abzweig über die Brücke war dann echt abenteuerlich. Da liegt ein knapper Meter harter Schnee auf einer schmalen Holzbrücke, die nur an einer Seite ein Geländer hat. Ich fand, der Schnee sieht schon leicht geneigt zur offenen Seite aus! Der Aufbau hielt aber beim Drüberlaufen :-)

Wir stiegen den Sommerweg hinauf bis fast zum Joch vor der Gräner Ödenalpe und legten dann eine kurze Pause in der Sonne ein. (Hach, Sonne!) Es war eine Aufstiegs-Spur in der schattigen Nordrinne, aber wir sahen leider niemanden abfahren, deswegen war nicht abzuschätzen, ob sich die Nordrinne lohnen würde. Wir wollten aber eh in die Sonne und gingen auf die Südseite um in warmer sonniger Einsamkeit - im T-Shirt! - zum Gipfelaufbau zu queren.

Wir liessen die Ski an der Kette stehen und stiegen zu Fuß hinauf zum Gipfelkreuz. Oben war es leider recht windig und deswegen kühl, wir kamen aber eh nicht in Versuchung oben Pause zu machen, denn inzwischen waren von hinten (Woher eigentlich? Aus dem Birkental?) 7 Leute angekommen und wir stiegen lieber wieder ab, um kurz unterm Gipfel an einer windgeschützten Stelle Pause zu machen.

Dann querten wir zu der Rinne, von der ich seit einer Weile annehme, dass man dort in die schattige Nordrinne kommt und stiegen mit den Skiern am Rucksack hinauf. Man konnte unter dem wenigen neuen Schnee der letzten Woche erkennen, dass es da tatsächlich eine Spur hatte, aber wir spurten quasi neu dort hinauf. Das war ganz schön anstrengend.

Oben war ich sehr bestürzt. Es sah so aus, als müsse man durch eine sehr steile, sehr schmale und nicht einsehbare Rinne zur Nordrinne absteigen. Es hatte keinerlei erkennbare Spuren und der Schnee war kalt und brüchig und hielt kaum in sich selber. Also sowas mache ich nicht. Der beste Allgäuer von Allen ging ein Stück nach rechts, um zu sehen, ob man da weiter käme, aber das war ihm dann auch nicht geheuer und wir stiegen die steile Rinne wieder hinab, zurück dorthin, wo wir her gekommen waren.

Inzwischen waren die 7 vom Gipfel auch in der Rinne angekommen und fragen, ob man nicht rüber käme? Wir erklärten, dass uns die steile schmale Rinne nicht geheuer sei und sie meinten: ‘Aha, ihr seid da noch nie gewesen?’ Denn, erklärten sie uns, man müsse nach rechts raus über die nächste Rippe, könne da dann die Ski anziehen und in die Nordrinne abrutschen. Aha. Die 7 stiegen alle auf, wir hatten aber keine Lust mehr und fuhren ‘normal’ ab. Wir werden das zu einem anderen Zeitpunkt nochmal probieren müssen.

Der Schnee auf der Südseite war besser fahrbar als befürchtet, aber recht inhomogen. Man musste ständig auf der Hut sein, ob da nicht als nächstes eine Windpressplatte oder Bruchharsch unter dem oberflächlichen Schnee war, oder ob es unten drunter weich war oder sogar trug.

Am Pausenplatz stiegen wir nochmal ein Stück auf, um den nordseitingen Latschenhang abfahren zu können. Da hatten wir eigentlich einen schönen Blick in die Nordrinne, aber inzwischen hatte es so diffuses Licht, dass wir die Abfahrtspuren nicht erkennen konnten. Und unsere 7 Nachsteiger sahen wir auch nicht, dabei hätten die eigentlich inzwischen in der Nordrinne sein müssen. Ob die wohl auch umgedreht waren?

Der nordseitige Latschenhang war auch ganz gut zu befahren und so landeten wir bald wieder am Brückchen mit dem vielen Schnee, das uns auch jetzt am Nachmittag noch aushielt. Sommerweg und Forstweg waren platt gefahren und feucht, kein Wunder, denn inzwischen hatte es +5 Grad!

Alles in allem eine wunderbare Sonnentour mit Abenteuer-Einlage. Und mir macht es überhaupt nichts aus, irgendwo umzudrehen oder abzubrechen. Der beste Allgäuer von Allen haderte noch eine Weile damit, ob wir zu schnell abgebrochen hatten, stellte aber am Ende auch fest: in die schmale steile uneinsehbare Rinne zwischen den Felsen hätte man nur mit Seil absteigen dürfen. Vielleicht hätten wir aber die Querung nach rechts über die Rippe noch intensiver anschauen sollen.


Auf dem Forstweg, hinten schon schönes Wetter


Die Brücke


Sonne! Mit Nordrinne hinten.


Aufstieg im T-Shirt :-)


Am Skidepot


Auf dem Weg zum Gipfel


Oben :-)


Aufstieg durch die Rinne :-)


Abstieg durch die Rinne :-(


Abfahrt auf der Südseite


Abfahrt im nordseitigen Latschenhang

Von engel am 05.03.2018 22:06 • outdoorski

Spazierengehen

Sonntag, Februar 25, 2018

Nochmal ein Erholungswochenende. Immerhin waren wir aber zwei Mal draußen, um die Sonne zu suchen. Geklappt hat das aber nur einmal.

Am Samstag fuhren wir Richtung Berge und gingen dann von Humbach aus auf unseren derzeitigen Lieblings-Spaziergang-Hügel. Es wurde oben nicht heller und die Sonne blieb eigensinnig über dem Hochnebel, obwohl die Wettervorhersage eigentlich was Anderes versprochen hatte. Zum Ausgleich sahen alle Büsche, Bäume, Felsen traumhauft aus, weil sich da seit Tagen der Hochnebel angelagert hatte. Es war reichlich kühl aber sehr schön.

Sonntag trafen wir die Sonne kaum dass wir aus dem Auto ausgestiegen waren, um auf den Fernsehturm-Hügel zu spazieren. Da war die sibirische Luft gerade am Anrücken und sie tat das mit ordentlich Schwung. Wo uns der Wind erwischte, war es echt sakrisch kalt, ich musste zwischendurch mein Gesicht mit den Händen schützen, weil ich das Gefühl hatte, dass ich gleich schwarze Flecken auf den Backen bekomme. Wo es windstill war, war es dafür so angenehm, dass wir uns schon wünschten, einen Liegestuhl mitgebracht zu haben.

Von engel am 25.02.2018 22:00 • outdoor

Abenteuertour

Sonntag, Februar 11, 2018

Der große Neffe fragte schon Mitte Dezember das erste Mal an, ob er mit uns eine Skitour machen dürfe. Ich hab mich sehr darüber gefreut (Hey, die nächste Generation hat Interesse an dem was wir toll finden!) und natürlich sofort gesagt, dass wir das selbstverständlich sehr gern machen werden.

Und dann spielten weder Wetter noch Schnee so richtig mit. Wenn es schönen Schnee hatte, war die Lawinenlage so, dass ich den jungen Mann nicht mitnehmen wollte, wenn die Lawinenlage passte, war der Schnee so übel, dass man einen armen Skitourenanfänger nicht drauf los lassen wollte, weil der sonst einen Schaden für’s Leben kriegt. Oder es passten halt andere Umstände nicht, weil bei uns irgendwas anstand.

Aber dieses Wochenende sah schon von Weitem passend aus: Das Wetter schien mitzuspielen, der Schnee war vermutlich akzeptabel und die Schwester-Family war eh im Allgäu. Ich fing also an, die Ausrüstungsbeschaffung zu planen und stieß gleich mal auf die ersten Schwierigkeiten: Skitourenstiefel in der benötigten Größe gibt es nicht auszuleihen - jedenfalls nicht da wo ich nachfragte. Und - zweites Problem - ausleihbare Tourenski haben inzwischen durch die Bank Pin-Bindungen und damit fällt die Möglichkeit, mit ‘normalen’ Skistiefeln zu gehen auch gleich flach :-(

Schließlich fand ich dann doch ein Paar Tourenski mit Rahmenbindung in XL. Ich reservierte es umgehend und wir hofften aufs Wochenende. Je näher das allerdings rückte, desto schlechter wurde die Wettervorhersage. Immerhin schien aber der Schnee zu halten, weil es endlich mal klt blieb. Der Neffe wollte auch nach dem Auflisten aller zu erwartenden Schwierigkeiten auf die Skitour gehen und so gingen wir.

Da ja noch dazu Faschingswochenende mit sehr viel zu erwartendem Stau war, starteten wir schon um 7 und weil schon um diese Zeit der Tunnel blockabgefertigt wurde, nahmen wir den Weg übers Oberjoch ins Lechtal. Staufrei und mit nur wenigen Verzögerungen kamen wir in Namlos an, wo es bedeckt war, leicht schneite und nur -6 Grad hatte. Für Namlos ist das regelrecht warm ;-)

Wir marschierten die Forststraße hinter und über die beeindruckend hoch zugeschneite Brücke links hoch. Den steilen Hang entlang liegen ja immer Lawinen, aber die Menge und das Ausmaß sind dieses Jahr schon sehr beeindruckend. Entsprechend schwierig war die Querung über die Unmengen hart gefrorener Lawinenbollen.

Wir kamen deutlich höher raus als sonst üblich und folgten der Spur über einen neuen Weg durch Wald weiter das Tal hoch. Kurz bevor es links aus dem Bachbett raus über einen relativ freien Hang hoch geht, mussten wir nochmal einen sehr beeindruckenden Lawinenkegel queren. Dann waren die Schwierigkeiten geschafft.

Ingesamt hatte der Neffe sehr schnell gelernt, vernünftig mit den Tourenskiern zu laufen (und das obwohl er ja mit Pisten-Skischuhen unterwegs war) und hatte sich auch über die Lawinenkegel echt gut geschlagen. Jetzt kamen als nächste Schwierigkeit Spitzkehren dazu, die, das muss man zugeben, doch einige Übung erfordern. Und die Bedingungen waren nicht ideal, weil es einige recht harte und rutschige Stellen gab.

Er rutschte dann auch einmal aus und musste sich dann mit den blöden Tourenskiern rumschlagen, die sich gern sperrig allen Versuchen widersetzen, sie im Liegen unter Kontrolle zu bringen :-)

Es schneite die ganze Zeit leicht vor sich hin. Als wir noch im Tal waren, zeigte sich aber trotzdem die Sonne auf den Bergspitzen rundrum und wir schöpften Hoffnung auf eine tolle Abfahrt, denn oben war der Schnee tatsächlich nicht schlecht. Aber als wir uns dem Gipfelhang näherten, verzog sich die Sonne wieder hinter Wolken und die Sicht wurde schlecht. Das Licht war teilweise so diffus, dass man kaum die Spur erkennen konnte.

Und dann zogen Wolken rein und wir standen am Gipfel im Hochnebel mit Super-Aussicht auf die Wolken, in denen wir uns befanden. Immerhin war es nicht windig am Gipfel, aber auch die verlängerte Pause, die wir oben einlegten, brachte keine Sicht.

Die Abfahrt begann dann auch damit, dass wir bei quasi Null Sicht erst mal einen Weg über die enorme Wächte am Grat suchen mussten. Nachdem wir den gefunden hatten, hätten wir eigentlich einen recht schönen Hang mit recht schönem Schnee vor uns gehabt. Und er war auch mit so wenig Sicht ganz nett zu fahren, auch wenn es dem Neffen ein wenig schwer fiel, die Anordnung ‘Alle bleiben in Sichtweite voneinander!’ einzuhalten. Er wäre halt echt gern freeridermäßig da hinab gesaust, aber wir hielten alle paar Meter zum Sammeln, auch um nicht die richtige Richtung zu verlieren.

Immerhin lichtete sich im unteren Drittel des Gipfelhangs der Nebel, so dass wir wenigstens uns selber wieder sehen konnten. Das Licht blieb aber sehr diffus. Man konnte schwer erkennen, wo es rauf und wo es runter ging, was der Neffe dann auch feststellte, als er in der Rinne überm Treiensee in die gegenüberliegende Seite donnerte :-) Ich übrigens auch ;-)

Die restliche Abfahrt war dann sogar ganz nett. Zwar war es hart unten drunter, aber es fand sich doch fast überall noch ein klitzekleines bisserl Pulverschnee zum Abschwingen. Vor der ersten Lawine hatte der beste Allgäuer von Allen dann die prima Idee, doch über den Sommerweg abzufahren. Das war echt nett, so eine Art Skicross im Wald mit viel Quer-Rutschen (wobei die Herren da so schnell durch sausten, dass ich gar nicht so richtig hinterher kam) und das schlug den lästigen Weg über die Lawinenkegel natürlich um Welten.

Dann mussten wir noch durch den Bach (die schmale Fussgängerbrücke schien uns zu gefährlich) und über die Forststraße zurück zum Auto. Alles in allem war das eine richtig ‘echte’ Skitour, mit Hindernissen, wenig Sicht, teils schlechtem Schnee und Problemen und Schwierigkeiten und der große Neffe meinte trotzdem am Ende, dass es ihm richtig gut gefallan hätte :-)

Also ich würde sagen, das hat geklappt ;-)


Auf dem Forstweg (Zwerg und Riese)


Die zugeschneite Brücke


Lawinenkegelquerung


Lawinenkegelquerung


Die letzte Lawine


Der Neffe sortiert sich und die Ski


Wir hoffen auf Sonne


Diffuses Licht im Gipfelhang


Gipfel mit Aussicht


Abfahrt


Abfahrt


Abfahrt


Pause in der Abfahrt


Bachquerung


Rückweg

Von engel am 11.02.2018 17:21 • outdoorski

Geburtstagskitour

Donnerstag, Februar 08, 2018

Dieser Winter erfreut zwar mit viel Schnee in den Bergen, die Qualität lässt aber - zumindest in den einfach erreichbaren Regionen - zu wünschen übrig. Aber—- es hatte geschneit, sogar runter bis in die tieferen Lagen (0,5 cm im Garten) und es war relativ kühl. Also kam was kommen musste - am Samstag eine Geburtstagsskitour, Wetter wurscht.

Wir fuhren früh los ins Lechtal und kamen staufrei durch den Tunnel und bis nach Häselgehr, wo wir staunend den Schaden betrachteten, den die letzten Stürme angerichtet hatten. Oberhalb von Häselgehr ist praktisch der gesamte Wald umgekickt wie Steichhölzer.

Vor Gramais stellten wir fest, dass man scheinbar nicht mehr bis zum Bach runter fahren kann. Wir begannen die Tour also oben an der Straße (ist weniger weit bis runter als ich dachte). Nach der Fortstraße stellten wir erfreut fest, dass die Schneedecke unter dem wenigen Neuschnee (10 Zentimeter etwa) trug. Ich hatte echt Sorge gehabt, ob wir einbrechen würden, das hätte das Knie ordentlich gestresst.

Der Geröllhang aus dem Bach raus war unten hart und rutschig, ließ sich dann aber weiter oben gut gehen. Im oberen Drittel des Hanges wurden wir von 4 schnellen Männern überholt, die alle irgendwo ‘Bergrettung Tirol’ auf dem Rucksack oder der Kleidung hatten. Die Spurer vor uns waren Richtung Schafkarsee weiter aufgestiegen und ich hatte uns uns schon zum Sattele spuren sehen, aber die Bergwacht-Männer übernahmen das dann. Auch gut :-)

Das Wetter war anfangs bedeckt gewesen und es hatte zwischenzeitlich sogar ganz kurz den Anschein gehabt, als würde es heller, aber im oberen Teil des Anstiegs sahen wir vom Allgäu her Wolken und Schneefall anrücken und der erreichte uns auf den letzten Metern.

Diesmal gab es ein Skidepot und die letzten Meter zum Gipfel mussten zu Fuß zurück gelegt werden. Der Grat zum Sattele ist ganz schön ausgesetzt, so direkt war mir das bisher gar nicht aufgefallen. Wir standen allein im Schneefall (immerhin kein Sturm) am Gipfel und hatten kaum Sicht. Ich fand es prima ;-)

Wir rüsteten ohne Pause zur Abfahrt da der Schneefall immer stärker und die Sicht immer schlechter wurde. Die ersten Meter unter dem Sattel war der Untergrund eisig, dann wurde er griffiger. Die 10-20 Zentimeter Neuschnee obendrauf waren nett zu fahren, deckten aber nicht immer die Unebenheiten des Untergrunds ab, so dass man ständig auf der Hut sein musste. Es war trotzdem ganz nett zu fahren.

In der Mitte der Abfahrt löste der beste Allgäuer von Allen ein kleines Schneebrett aus, das unter ihm in Zeitlupe ein paar Meter abrutschte und dann in Brocken liegen blieb. Zugegeben, das war in einer steilen Rinne, naja Mulde (Klassiker, ehklar), aber das erstaunte uns doch ein wenig, war doch nur LLB2. Wir waren bisher relativ allein unterwegs gewesen, in der Abfahrt kamen uns jetzt doch ein paar Leute entgegen, zusammengenommen sicherlich über 20. Ich freute mich sehr, dass wir so früh dran gewesen waren :-)

Auf der Rückfahrt wollten wir dem zu erwartenden Stau am Oberjoch wegen des Telemark-Weltcups entgehen und kamen direkt in den Stau der Blockabfertigung am Tunnel. Boah, war das nervig!!!!!!

Ich persönlich bin dabei dem Irrglauben aufgesessen, dass die Blockabfertigung nur für die Staurichtung gilt, aber so wie es aussieht, wird der Tunnel dann beidseitig blockabgefertigt. Da es vorher schon in Reutte gehörig staute, weil die Stau-Umfahrer da durch müssen, um doch wieder auf die B179 zu kommen, waren wir am Ende eines sehr schönen Tages dann erst mal sehr genervt. Dann durften wir aber feststellen, dass die noch immer umbauenden Nachbarn (seit fast einem halben Jahr!) an diesem Samstag ausnahmsweise nicht da waren, um Krach zu machen und dann war die Welt doch wieder in Ordnung :-)

Am Sonntag überlegten wir kurz beim Frühstück, ob wir nochmal eine Skitour machen sollten, ließen den Gedanken aber bald fallen. Das Wetter würde nur marginal besser und der Schnee dafür schlechter (weil zerfahren) sein. Wir wollten den Tag lieber gemütlich verbringen.

Weil ein bisserl Bewegung aber doch sein muss, gingen wir eine Runde auf dem nahegelegenen Fernsehturmhügel spazieren. Hoch, drüber, drumrum, nochmal hoch, zurück. Da ist man dann auch knapp 2 Stunden unterwegs.

Von engel am 08.02.2018 06:25 • outdoorski
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