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Heimarbeit

Donnerstag, Februar 22, 2018

Ich arbeitete daheim und das ist immer eine gute Gelegenheit Dinge zu erledigen, die Zeit benötigen, die mir üblicherweise fehlt. Zum Beispiel die Badteppiche waschen. Die Waschmaschinen im Keller werden ja um 22:00h hart abgeschaltet und laufen dann frühestens morgens um 7 weiter und dieses Zeitfenster treffe ich echt nicht oft. Außerdem ließ ich das Saugerele im Schlafzimmerle laufen, dafür mag ich doch lieber daheim sein, weil es da ein paar Stellen gibt, an denen es sich gern mal verheddert und man weiß ja nicht, ob es dann doch nicht mal heiss läuft.

Kurz nach Mittag wurde das Netz plötzlich furchtbar langsam. Da war ich kurz davor, doch ins Büro zu fahren, obwohl das allerlei Pläne geschreddert hätte (da wusste ich ja noch nicht, wie der Abend weiter geht). Glücklicherweise erholte sich das Netz dann wieder und ich konnte wie geplant um 4 mit der Arbeit aufhören.

Ich hatte allerlei Pläne für den Nachmittag/Abend. Der erste war, ins nahegelegene Studio meiner Kette zu radeln und zu laufen. Das war eine super Idee! Ich bin in letzter Zeit ja eher in den beiden Studios im Stadtzentrum unterwegs und die sind standortbedingt immer extrem voll. Das bei mir draußen war wohltuend leer. Natürlich lag das auch daran, dass ich da um Viertel nach Vier aufgeschlagen bin, aber auch als ich um halb Sechs wieder ging, gab es allerorten noch freie Geräte (sogar bei den Cardio-Geräten). Das war so super, ich muss mal überlegen wie ich öfter in dieses ‘abgelegene’ Studio komme. Einfach wird das nicht, Neuperlach ist von Schwabing und der Stadtmitte schon sehr weit weg.

Mein Crosstrainer war völlig in Ordnung und so konnte ich mich auch so anstrengen, wie ich das wollte. Und das Knie spielte mit, ich schaffte die vollen geplanten 45 Minuten :-) Dann noch ein bisserl Geräte und ich ging wieder heim zum Duschen und um etwas zu essen. Das war die Schwachstelle meiner Pläne. Wenn ich mal daheim bin, bin ich halt ... daheim. Und da fällt es mir entschieden schwer, wieder zu gehen. Ausserdem dauerte Duschen, Kochen, Essen länger als geplant und ich hätte mich schon sehr beeilen müssen, um rechtzeitig zur Ubahn zu kommen und überhaupt .... also so komme ich nicht in den Zirkus. Das muss ich mir anders organisieren.

Von engel am 22.02.2018 20:41 • diary(0) Kommentare

Gescheitert

Mittwoch, Februar 21, 2018

-6 Grad beim Auto-Freilegen. Wäre ich geradelt, hätte ich da schon angefangen, über die warmen Stiefel nachzudenken.

Mittags gab es in der Kantine die abenteuerlich klingende Kombination ‘Linguine mit provencalischen Bohnengemüse’. Das schmeckte erstaunlich gut.

Klettern lief OK. Ich versuchte mich (im Nachstieg) an einer 7-, vor der mich der R. vorab warnte, und scheiterte erwartungsgemäß ;-) Aber wenn man’s nicht probiert, kommt man garantiert nicht hoch. Und immerhin habe ich das Gefühl, was gelernt zu haben, denn 2 Züge fand ich recht gelungen. Aber mit kleinen Griffen komme ich einfach nicht zurecht, da habe ich entweder zu wenig Kraft oder ich hab die Technik noch nicht raus. Der R. meint immer ‘Daumen benutzen, der hat am meisten Kraft!’. Das Konzept klingt gut aber ich fürchte bei mir hakt es an der Umsetzung noch ;-)

Von engel am 21.02.2018 22:00 • diary(2) Kommentare

Veganes Obst

Dienstag, Februar 20, 2018

Nach dem Mittagessen hatte ich noch Bedürfnis nach Süßem und weil der Verkaufstand neben haufenweise fettem Süßkram auch schöne Obstbecher hat, nahm ich einen (auch wenn ich finde, dass 2.90€ für einen Becher, 300gr, geschnittenes Obst ganz schön viel sind - aber klar, steckt halt Arbeit drin). Kurz vorm Entsorgen fiel mir dann das Wapperl vorne drauf auf: Obstbecher, vegan. Ja klar, veganes Obst, das muss man extra betonen. Kopf -> Tisch.
Immerhin war der Becher trotzdem fein. Ananas, dreierlei Melonen, Orangen, Trauben, Kiwi. Haufenweise Vitamine und Geschmack.

Blöde Halb-Erkältung hin oder her, ich war wild entschlossen endlich mal wieder was zu tun und ging zum Crosstrainerlaufen und Mucki-Training. Ich fand zwar umgehend ein freies Gerät, aber das hatte eine kleine Macke. Wenn ich mich so richtig anstrengte und ordentlich schnell lief (also für meine Verhältnisse), macht das Gerät seltsame Geräusche und ich spürte seltsam wenig Widerstand. So klappte das Training nur so mittelgut, aber wechseln konnte ich dann auch nicht, weil inzwischen alle Geräte belegt waren. Aber ich weiß jetzt Bescheid, dieses Gerät nehme ich zukünftig nur im Notfall. Diesmal gingen aber immerhin knapp 40 Minuten, bevor ich das Knie merkte und abbrach. Zum Abschluß stemmte ich noch ein paar Gewichte (an Maschinen, eigentlich wären ja die freien Gewichte besser, aber da muss man vorab planen).

Danach dann Kino, Wind River, den Film, den ich Dienstag vor einer Woche schon mal anzuschauen versucht hatte. Diesmal hatte ich die Karte vorab schon online gekauft, was dann aber gar nicht nötig gewesen wäre, denn der Film lief in einem größeren Saal und es hatte noch ausreichend freie Plätze. Ich hatte mir in Erwartung eines supervollen Kinosaals einen Platz ganz außen ausgesucht (Rucksack, Helm, Winterklamotten brauchen Platz) und saß schön allein an meinem Ende der Reihe, das war sehr angenehm.

Der Film ist super. Spannend, interessant und toll gefilmt in großartiger Landschaft. Er ist allerdings sehr brutal, aber das passt zum Thema.

Von engel am 20.02.2018 22:00 • diary(0) Kommentare

Schuhsocken

Montag, Februar 19, 2018

Ich hatte echt Pech auf der B12: ich landete 3 Mal auf einer der 2:1 Spuren hinter einem LKW. Andere Leute ficht das nicht an und sie überholen trotz der doppelten durchgezogenen Linie, aber so weit gehe ich trotz gelegentlicher Missachtung von Regeln dann doch nicht. So dauerte die Fahrt heute halt etwas länger.

In München liegt zu meinem Erstaunen fast mehr Schnee als in Kempten. Beim Losradeln hatte es -3 Grad, da geht es noch gut, im T-Shirt unter der gefütterten Radl-Jacke zu fahren. Anfangs ist das etwas fröstelig, dafür kommt man nicht sehr feucht im Büro an. Inzwischen habe ich auch wieder Schuhsocken (Überzieher für die Schuhspitzen), das ist gut für die Füße, da werden die nicht ganz so kalt. Ich hatte schon mal welche, aber die sind unauffindbar verschwunden :-(

Immer noch Schleim und Schnupfen (geradelt wird trotzdem, wenn ich nicht mehr radeln kann, bin ich echt zu krank zum arbeiten), deswegen nur Kino. All the Money in the World erzählt das Kidnapping von John Paul Getty III. Ich fand den Film sehr spannend, kannte die Geschichte dahinter aber vorher nicht (die las ich erst hinterher). Ich wollte den Film sehen, weil die Vorschau interessant war und ich prinzipiell gern Filme sehe, in denen Mark Wahlberg mitspielt. Am bemerkenswertesten war allerdings Christopher Plummer als der Großvater John Paul Getty. Er war abwechselnd, abstoßend, faszinierend, bemitleidenswert (als Re-Inkarnation von Kaiser Hadrian) und grauslich.

Von engel am 19.02.2018 22:00 • diary(0) Kommentare

Nixtun

Sonntag, Februar 18, 2018

Auch wenn wir kurz drüber nachdachten, an diesem Wochenende zog es uns nicht hinaus in den Schnee. Stattdessen setzten wir auf Erholung (Sport gucken statt machen, ist ja gerade eine günstige Zeit dafür).

Das Daheimbleiben war auch eine schöne Gelegenheit, unserem Vogelhäuschen, das vom besten Allgäuer von Allen zuverlässig und regelmäßig jeden Morgen mit frischen Futter bestück wird, genauer zuzuschauen. Da tummelt sich eine ganz schön wilde Mischung an Vögeln :-)

Spatzen (ehklar), Blaumeisen, Kohlmeisen, Haubenmeisen, Grünfinken, Gimpel, Rotkehlchen, Amseln und neuerdings auch ein Buntspecht und eine Starenbande. Im weiteren Umkreis gibt es außerdem Rotschwänze, Heckenbraunellen, Elstern, Tauben und Krähen. Und gelegentlich kreist ein Roter Milan über der Gegend. Toll!

Am Sonntag rafften wir uns am frühen Nachmittag dann doch mal kurz auf und spazierten zur Ruine Vorderburg. Es war kalt und windig und neblig, aber einmal rausgehen war bestimmt kein Fehler. Zur Belohnung gab es Bienenstich :-)

Von engel am 18.02.2018 22:00 • diary(2) Kommentare

The Shape of Water

Donnerstag, Februar 15, 2018

Mit schrecklich trockenem Hals aufgewacht :-( Ich drücke mir selbst die Daumen, dass da nix Blödes draus wird. Natürlich bin ich trotzdem geradelt und das war sehr schön, warm eingepackt und eher langsam bei etwa -6 Grad. Ich kam mit arg kalten Füssen im Büro an.

Den Tag über sah ich im neuen Projekt immer mehr Land und so langsam nimmt das in meinem Kopf eine konkrete Form als Produkt an. Ich mag das ja. Da wird einem eine grobe Idee übern Zaun geworfen und man darf dann selbst was draus machen. Demnächst gibt es vielleicht ein Gespräch mit einem Kunden und da lässt sich das dann noch weiter konkretisieren.

Nachmittags Kino (das Sportzeug versauert im Büroschrank), The Shape of Water. Ein hinreissendes modernes Märchen, ganz wunderbar :-) Was mich ein wenig misstrauisch macht ist, dass der Kritiker, mit dem ich allerseltenst die selbe Meinung habe, das auch so sieht. So im Nachhinein fage ich mich jetzt, ob ich irgendwas nicht verstanden habe? Ach Quatsch! Der Film ist echt toll, nur das Ende stört mich ein bisserl (Kiemen!?!). Und auch wenn das ein Märchen ist, da hätte ein Nicht-Happy-End besser gepasst.

Auf dem Weg ins Kino schneite es feucht und auf dem Heimweg regnete es. Ich war sehr froh an den Spikes, denn auch wenn die Straßen frei waren, die Radwege und Gehwege waren glatt. Ich sah allenaselang Leute rutschen.

Von engel am 15.02.2018 21:19 • diary(0) Kommentare

Haareraufen

Mittwoch, Februar 14, 2018

Für das neue Projekt lerne ich gerade eine neue Programmiersprache (unter anderem). Im Prinzip geht es da halt drum, die passenden Funktionen und die passende Syntax zu verwenden, sonst ist das nicht so wild. Aber, und das treibt mich zur Verzweiflung, hier wird alles über Einrückungen definiert, statt vernünftige Anfangs- und Ende-Marker zu verwenden. Und zwar nur Leerzeichen, sonst nix. Aaaargh!

Ich finde das abartig. Es ist egal, ob das ein oder viele Leerzeichen sind, Hauptsache eingerückt. Die Übersichtlichkeit geht so sehr schnell verloren, wenn man nicht furchtbar diszipliniert immer genau X Leerzeichen setzt. Und wenn - wie bei mir - Tabs halt in den Fingern stecken, bekommt man seltsame und völlig unverständlichen Fehlermeldungen, die gar nichts mit dem eigentlichen Problem zu tun haben, weil halt irgendwo ein Tab anstelle von X Leerzeichen steht. Total bescheuert!

Abgesehen davon ist es echt nett, was komplett Neues - egal wie schräg - zu lernen (auch wenn das Basis-OS Linux ist, *seufz*). Und mit einem Debugger hab ich mich auch schon lang nicht mehr beschäftigt.

Beim Klettern hatte der R. beschlossen, dass heute der Tag der Überhänge sei und so arbeiteten wir uns an der Nordwand von rechts nach links durch, von relativ wenig Überhang bis ganz schön ordentlich Überhang. Wo ich dann auch abbrechen musste, weil ich in Selbstüberschätzung (;-)) vorsteigen wollte. Nunja, wurscht. Und am Ende brannten meine Handflächen wie Feuer, da konnte ich dann selbst die schönen runden Griffe der letzten Route nicht mehr greifen.

Von engel am 14.02.2018 23:00 • diary(2) Kommentare

Nix Kino

Dienstag, Februar 13, 2018

Es war unglaublich leer als ich in der Früh zur Arbeit radelte. Und es blieb unglaublich leer - kein Stau auf dem Mittleren Ring (den ich von meinem Arbeitsplatz gut sehen kann). Nur bei uns im Büro sah es so aus wie immer: alle Dienstags-Anwesenden waren da, alle arbeiteten, nix Besonderes.

Wegen noch immer Ärger mit Erkältungssymptomen, wollte ich wieder direkt ins Kino. 16:30h ist eigentlich relativ früh, deswegen war ich total erstaunt, als im Monopol die Hölle los war. Es stellte sich heraus, dass das Netzwerk zusammengebrochen war und dass deswegen das Kassensystem nicht zugänglich war und man deswegen keine Karten verkaufen konnte. Für ‘meinen’ Film, Wind River hätte es aber eh keine mehr gegeben, der war ausverkauft, man war sich nur nicht sicher, ob es nicht vielleicht noch die Notsitze gäbe. Dazu müsste man halt warten, bis all die Leute mit den reservierten Karten gekommen waren.

Ich wartete also eine Viertelstunde. Und die 3 Leute an der Kasse, die verzweifelt versuchten, das System wieder zum Laufen zu bringen und dem Chaos Herr zu werden, taten mir echt leid. Klar ist es ärgerlich, wenn man zum Kino kommt und der Film ausverkauft ist. Und Warten ist auch doof, aber es bringt doch nix, auf die Leute drauf zu schimpfen, die das gerade zu beheben versuchen. Es hilft auch nichts, auf “Rufen Sie sofort Ihren Chef an!” zu bestehen (war eh eine Chefin :-) das nahm dem Typ kurz die Luft). Was soll sie machen, mit ihrem Zauberstab wedeln? Zwei Leute brüllten sogar “Scheiß-Kino!”. Also echt!

Jedenfalls wurde das nix mit Wind River, weil auch schon alle Notsitze besetzt waren. Aber den Film im Museum um 23:05h anschauen, das schaffe ich auch nicht. Ich hoffe sehr, dass der Film ab Donnerstag nochmal irgendwo läuft. Ich radelte also Heim, kochte erst mal was Feines (Pfannengemüse) und las dann das Internet leer. Ein Stückchen zumindest. Und für die Erkältung ist es bestimmt gut, sich Ruhe zu gönnen und früh Schlafen zu gehen.

Zum Abschluß noch was Passendes zu Olympia, Wintersport und (mehr oder weniger) autonomen Robotern: Roboter-Ski’rennen’ in Pyeongchang :-)
(via Golem)

Von engel am 13.02.2018 20:28 • diary(0) Kommentare

Den of Thieves

Montag, Februar 12, 2018

Die Fahrt nach München lief problemlos, obwohl wir uns vorab Sorgen wegen eventueller Glätte gemacht hatten. Am glattesten war es vor der Haustür, danach war ordentlich gesalzen. Wegen der Faschingsferien war alles recht leer, das war angenehm.

Zum ins-Büro-Radeln schneeregnete es sehr feucht, ich kam ziemlich durchnässt an. Ich hatte damit gerechnet und Wechselkleidung dabei. So schlau bin ich nicht immer und dann friere ich bis zum Mittagessen.

Die Erkältungssymptome vom Wochenende waren noch nicht weg, deswegen ließ ich trotz bester Vorsätze die Sportsachen im Büro und ging ohne Sport erst Einkaufen, dann ins Kino. Den of Thieves wollte ich eigentlich nur wegen Gerard Butler sehen, allerdings spielt er da einen etwas runter gekommen Cop (nix Schnucki) und den schönen schottischen Dialekt hat er da leider auch abgelegt, das war etwas enttäuschend.

Dafür war der Film spannender als ich erwartet hatte. Besonders gut gefiel mir, dass weder die Cops noch die Bankräuber nur eindeutig gut oder böse waren und so meine Sympathie immer wieder von der einen zur anderen Gruppe wanderte. Den Showdown mit dem übertrieben vielen Rumgeballer hätte es nicht gebraucht (naja, vermutlich schon, um in USA zu gefallen), der Rest gefiel mir echt gut.

Von engel am 12.02.2018 23:00 • diary(0) Kommentare

Abenteuertour

Sonntag, Februar 11, 2018

Der große Neffe fragte schon Mitte Dezember das erste Mal an, ob er mit uns eine Skitour machen dürfe. Ich hab mich sehr darüber gefreut (Hey, die nächste Generation hat Interesse an dem was wir toll finden!) und natürlich sofort gesagt, dass wir das selbstverständlich sehr gern machen werden.

Und dann spielten weder Wetter noch Schnee so richtig mit. Wenn es schönen Schnee hatte, war die Lawinenlage so, dass ich den jungen Mann nicht mitnehmen wollte, wenn die Lawinenlage passte, war der Schnee so übel, dass man einen armen Skitourenanfänger nicht drauf los lassen wollte, weil der sonst einen Schaden für’s Leben kriegt. Oder es passten halt andere Umstände nicht, weil bei uns irgendwas anstand.

Aber dieses Wochenende sah schon von Weitem passend aus: Das Wetter schien mitzuspielen, der Schnee war vermutlich akzeptabel und die Schwester-Family war eh im Allgäu. Ich fing also an, die Ausrüstungsbeschaffung zu planen und stieß gleich mal auf die ersten Schwierigkeiten: Skitourenstiefel in der benötigten Größe gibt es nicht auszuleihen - jedenfalls nicht da wo ich nachfragte. Und - zweites Problem - ausleihbare Tourenski haben inzwischen durch die Bank Pin-Bindungen und damit fällt die Möglichkeit, mit ‘normalen’ Skistiefeln zu gehen auch gleich flach :-(

Schließlich fand ich dann doch ein Paar Tourenski mit Rahmenbindung in XL. Ich reservierte es umgehend und wir hofften aufs Wochenende. Je näher das allerdings rückte, desto schlechter wurde die Wettervorhersage. Immerhin schien aber der Schnee zu halten, weil es endlich mal klt blieb. Der Neffe wollte auch nach dem Auflisten aller zu erwartenden Schwierigkeiten auf die Skitour gehen und so gingen wir.

Da ja noch dazu Faschingswochenende mit sehr viel zu erwartendem Stau war, starteten wir schon um 7 und weil schon um diese Zeit der Tunnel blockabgefertigt wurde, nahmen wir den Weg übers Oberjoch ins Lechtal. Staufrei und mit nur wenigen Verzögerungen kamen wir in Namlos an, wo es bedeckt war, leicht schneite und nur -6 Grad hatte. Für Namlos ist das regelrecht warm ;-)

Wir marschierten die Forststraße hinter und über die beeindruckend hoch zugeschneite Brücke links hoch. Den steilen Hang entlang liegen ja immer Lawinen, aber die Menge und das Ausmaß sind dieses Jahr schon sehr beeindruckend. Entsprechend schwierig war die Querung über die Unmengen hart gefrorener Lawinenbollen.

Wir kamen deutlich höher raus als sonst üblich und folgten der Spur über einen neuen Weg durch Wald weiter das Tal hoch. Kurz bevor es links aus dem Bachbett raus über einen relativ freien Hang hoch geht, mussten wir nochmal einen sehr beeindruckenden Lawinenkegel queren. Dann waren die Schwierigkeiten geschafft.

Ingesamt hatte der Neffe sehr schnell gelernt, vernünftig mit den Tourenskiern zu laufen (und das obwohl er ja mit Pisten-Skischuhen unterwegs war) und hatte sich auch über die Lawinenkegel echt gut geschlagen. Jetzt kamen als nächste Schwierigkeit Spitzkehren dazu, die, das muss man zugeben, doch einige Übung erfordern. Und die Bedingungen waren nicht ideal, weil es einige recht harte und rutschige Stellen gab.

Er rutschte dann auch einmal aus und musste sich dann mit den blöden Tourenskiern rumschlagen, die sich gern sperrig allen Versuchen widersetzen, sie im Liegen unter Kontrolle zu bringen :-)

Es schneite die ganze Zeit leicht vor sich hin. Als wir noch im Tal waren, zeigte sich aber trotzdem die Sonne auf den Bergspitzen rundrum und wir schöpften Hoffnung auf eine tolle Abfahrt, denn oben war der Schnee tatsächlich nicht schlecht. Aber als wir uns dem Gipfelhang näherten, verzog sich die Sonne wieder hinter Wolken und die Sicht wurde schlecht. Das Licht war teilweise so diffus, dass man kaum die Spur erkennen konnte.

Und dann zogen Wolken rein und wir standen am Gipfel im Hochnebel mit Super-Aussicht auf die Wolken, in denen wir uns befanden. Immerhin war es nicht windig am Gipfel, aber auch die verlängerte Pause, die wir oben einlegten, brachte keine Sicht.

Die Abfahrt begann dann auch damit, dass wir bei quasi Null Sicht erst mal einen Weg über die enorme Wächte am Grat suchen mussten. Nachdem wir den gefunden hatten, hätten wir eigentlich einen recht schönen Hang mit recht schönem Schnee vor uns gehabt. Und er war auch mit so wenig Sicht ganz nett zu fahren, auch wenn es dem Neffen ein wenig schwer fiel, die Anordnung ‘Alle bleiben in Sichtweite voneinander!’ einzuhalten. Er wäre halt echt gern freeridermäßig da hinab gesaust, aber wir hielten alle paar Meter zum Sammeln, auch um nicht die richtige Richtung zu verlieren.

Immerhin lichtete sich im unteren Drittel des Gipfelhangs der Nebel, so dass wir wenigstens uns selber wieder sehen konnten. Das Licht blieb aber sehr diffus. Man konnte schwer erkennen, wo es rauf und wo es runter ging, was der Neffe dann auch feststellte, als er in der Rinne überm Treiensee in die gegenüberliegende Seite donnerte :-) Ich übrigens auch ;-)

Die restliche Abfahrt war dann sogar ganz nett. Zwar war es hart unten drunter, aber es fand sich doch fast überall noch ein klitzekleines bisserl Pulverschnee zum Abschwingen. Vor der ersten Lawine hatte der beste Allgäuer von Allen dann die prima Idee, doch über den Sommerweg abzufahren. Das war echt nett, so eine Art Skicross im Wald mit viel Quer-Rutschen (wobei die Herren da so schnell durch sausten, dass ich gar nicht so richtig hinterher kam) und das schlug den lästigen Weg über die Lawinenkegel natürlich um Welten.

Dann mussten wir noch durch den Bach (die schmale Fussgängerbrücke schien uns zu gefährlich) und über die Forststraße zurück zum Auto. Alles in allem war das eine richtig ‘echte’ Skitour, mit Hindernissen, wenig Sicht, teils schlechtem Schnee und Problemen und Schwierigkeiten und der große Neffe meinte trotzdem am Ende, dass es ihm richtig gut gefallan hätte :-)

Also ich würde sagen, das hat geklappt ;-)


Auf dem Forstweg (Zwerg und Riese)


Die zugeschneite Brücke


Lawinenkegelquerung


Lawinenkegelquerung


Die letzte Lawine


Der Neffe sortiert sich und die Ski


Wir hoffen auf Sonne


Diffuses Licht im Gipfelhang


Gipfel mit Aussicht


Abfahrt


Abfahrt


Abfahrt


Pause in der Abfahrt


Bachquerung


Rückweg

Von engel am 11.02.2018 17:21 • outdoorski(0) Kommentare
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