Sogar, um Frau Brüllen zu zitieren: Högscht beeindruckend!
(Das Allgäu ist nicht weit weg von der Schweíz, so klingt es bei uns auch.)
Gestern war ich auf der diesjährigen ‘The North Face Speaker Series’. Ich muss zugeben, dass ich von dieser Speaker Series noch nie gehört hatte, aber wenn man mir einen Vortrag von grossen Bergsteigern vor die Nase hält und das auch noch für umsonst, dann geh ich hin :-)

Das Ganze fand im Künstlerhaus am Lenbachplatz statt. Alte Gemälde, stuckverzierte hohe Räume, riesige Kristallleuchter und dicke burgunderfarbene Samt-Vorhänge um die Bühne. Und zwischendrin lauter Leute in bunten Outdoorklamotten ;-) Probleme mit der Technik gab es zuhauf, aber trotz diverser Pannen haben die das dann doch immer wieder hingekriegt. Alles in Allem machte das einen nicht ganz so professionellen Eindruck, was ich eigentlich ganz charmant fand. Waren auch nur um die 500 Leute da (der Raum fasst nicht mehr), so dass das eine recht intime Veranstaltung war.
Moderiert hat ein Redakteur der Zeitschrift Klettern und Thema war die Winterbesteigung des Gasherbrum II (8035m) von Simone Moro, Denis Urubko und Cory Richards. Die 3 Bergsteiger waren da und alle haben mich schwer beeindruckt.
Simone Moro, weil er so ein netter, fröhlicher, lustiger, lockerer Typ ist. Und das obwohl er vermutlich einer der besten und härtesten Bergsteiger ist, die es derzeit gibt. Denis Urubko ist das komplette Gegenteil. Obwohl er auch lustig und nett ist, kommt er ziemlich Macho rüber. Cory Richards, der dritte im Bunde ist deutlich jünger und so ein richtiger amerikanischer Sunny Boy, der ständig betonte, dass er da nur zufällig hineingeraten ist, weil er keine Ahnung hatte, worauf er sich einliess.
Während des Gesprächs und während des kurzen Films danach (20 Minuten) kam vor allem rüber, dass Winterbesteigungen generell noch eine gute Stufe härter sind, weil es niemals nirgendwo irgendwas gibt, wo man mal abschalten und entspannen kann. Warm ist es nur im Schlafsack und den muss man erst selber aufheizen. Und im Karakorum ist das alles noch viel extremer, weil man da selbst im besten Fall mindestens 8 Marschtage (Sommer-Marschtage) vom nächsten Ort weg ist. In Nepal sind die Dörfer im Allgemeinen nicht allzu weit von den BaseCamps weg. An sich ist die Gegend ja durchaus bevölkert.
Der Film war ehrlich ziemlich gruselig (und grossartig - sowohl gemacht als auch gefilmt), weil er sehr gut dokumentiert hat, wie hart so eine Winterbesteigung ist, bei Temperaturen zwischen -30 und -52 Grad und Sturm noch dazu. Dazu kommen die Lawinen, die Spalten, die Isolation, die Schwierigkeiten bei der Routenfindung, usw.
Witziges gab es trotz allem. Beispielsweise die Antwort von Simone Moro auf die Frage, ob man irgendwann irgendwo auch mal warm hat: Naja, als wir in der Früh bei -50 Grad endlich in die Sonne kamen und die Temperatur schlagartig auf -30 Grad stieg, war das wie eine warme Dusche.
Denis Urubko ist wohl der Logistiker der Truppe. Er erzählte, wie er im Kopf immer durchgeht, was sich in welchem Lager befindet. Und wenn dann beispielsweise 3 Scheiben Brot in einem Lager geblieben sind, dann wurde die als nächstes zu tragende Ration sofort um diese 3 Scheiben reduziert, um nicht ein einziges Gramm zuviel hinauf zu tragen.
Cory Richards erzählte vom Filmen und Fotografieren: Er trägt die Kameras in einer Tasche an einem Tragriemen auf der rechten Seite und hat seine Daunenfäustel mit Bändern an den Handgelenken befestigt. Wenn er ein Bild machen will, zieht er einen Fäustel aus, holt aus der linken Innenseite seines Daunenanzugs eine Batterie raus, steckt sie rein, macht ein Bild, nimmt die Batterie wieder raus, verstaut sie, packt die Kamera weg und zieht den Fäustel wieder an. Beim Filmen zieht er den Fäustel auch zwischendrin wieder an und aus.
Der Klettern-Redakteur hat seine Sache recht gut gemacht, obwohl ich mir gewünscht hätte, dass er nicht ständig übersetzt hätte. Allerdings ist der Moderator gelegentlich durcheinander gekommen, weil Simone Moro nämlich auch Deutsch kann und abwechselnd mal Deutsch oder Englisch geantwortet hat. Das hat zwischendurch dazu geführt, dass Cory Richards deutsche Fragen gestellt wurden und Simone Moro englische. Das hat zu einiger Heiterkeit geführt ;-)
Zusammenfassend noch immer: Wow!
Ich werde noch eine Weile brauchen, bis ich diesen Abend verarbeitet habe.
Aus Gründen sind derzeit unsere Abende und Wochenenden mit allerlei Organisatorischem ausgefüllt. Diesen Sonntag haben wir uns aber trotzdem mal ‘freigenommen’ und sind endlich mal wieder raus. Raus aus dem Nebel und vor allem raus aus dem Stress, um den Kopf frei zu bekommen.
Der Plan war, wieder eine Südseitentour zu gehen, doch inzwischen sind die Südseiten rar geworden und allzu lang durfte die Tour auch nicht werden, so dass wir uns auf eine Ostseitentour einliessen: der Hohe Ifen sollte es werden. Die Bahn geht nicht mehr, also war auch erträglicher Betrieb zu erwarten.
Anfänglich ging der Plan auf. Nach wenigen Metern konnten wir in der Sonne aufsteigen, im T-Shirt und mit hochgekrempelter Hose :-) Der Aufstieg zum Gipfel führt durch eine nordseitige Felsmauer, wo es natürlich kalt und eisig war, aber das dauert nicht lang und am Gipfel konnte man es gut in der Sonne aushalten (der eine Typ in T-Shirt, kurzen Hosen und Sandalen, der übertrieb allerdings doch ein wenig).
Für den Abstieg bot sich entweder die eher langweilige Runde über die Schwarzwasserhütte oder die interessantere Variante über den Gottesacker an. Wir nahmen letztere, was anfangs eben auch interessant war, aber (mal wieder) wegen der vielen Umwegen und Zwischenanstiege unerwartet lang.
Und – das hatten wir nicht bedacht – der eigentliche Abstieg führt durch eine Rinne im Norden einer Geländerippe. Deswegen stiegen wir im tiefen Schatten auf gefrorenem Boden (teils Schnee und Eis) mit toller Aussicht auf die wunderbar besonnten Berge gegenüber hinab zur Auenhütte. Unten im Tal waren uns dann noch 3 Minuten Sonne vergönnt (in die wir komplett geblendet direkt hineinliefen), dann war wieder Schatten. Und kalt.
Ich glaube, das mit dem Sonnentouren-Aussuchen müssen wir nochmal üben ;-)
Die organisatorischen Dinge holten uns abends wieder ein, so dass ich gestern nicht mal dazu gekommen bin, die Kamera zu entladen. Keine Bilder heute.
Uff!
Eigentlich bin ich ja schon ziemlich hart im Nehmen, wenn es darum geht äussere Bedingungen zu ignorieren und auszuschalten, aber heute ist das einigermassen schwierig. Die eine Handwerker-Truppe packt grad das Haus in Isolierung ein, die andere saniert den Kamin. Beide Truppen benötigen Bohr- und Vorschlaghämmer (-Hammer?). Ausserdem fällt grad dauernd Zeug im Kamin neben mir runter.
Irgendwie hab ich Konzentrationsprobleme.
Aus diversen Gründen, die im Wesentlichen mit der eigenwilligen Terminhandhabung (Zusagen, Absagen, Festlegen, generelle Kommunikationsunwilligkeit) eines einzelnen Handwerkers zu tun haben, arbeite ich heute von daheim aus.
Was ich völlig vergessen hatte: der beste Allgäuer von Allen geht ohne Frühstück aus dem Haus. Hunger! Zum Bäcker konnte ich auch nicht, weil in der Zwischenzeit ja besagter Handwerker hätte auftauchen können, der nur sagte, er werde ‘früh’ kommen.
Kurzes Kruschteln in den Vorräten brachte die Lösung: Griesmus :-) Mmmh, feine Sache, hatte ich ewig nicht mehr :-)
Es ist nicht einfach bei uns, aber wenn so wunderbarer Herbstwetter herrscht, wie an den letzten Wochenenden (Wochen eigentlich, aber unter der Woche zählt ja kaum), dann muss man einfach gucken, wo was geht. Und so gab es über das lange Wochenende lauter Südseitentouren.
Samstag
Am Abend waren wir verplant, daher sollte die Tour nicht allzu lang werden. Von Baad ging es völlig einsam und bald in der Sonne hinauf Richtung Walmendinger Horn. Dort lief zwar die Bahn, aber es waren noch nicht allzu viele Leute unterwegs, als wir uns auf den Weg über die Ochsenhofer Köpfe machten. Das Wetter war genial, die Aussicht ebenfalls und wir liessen uns viel Zeit für die Überschreitung. Das Grünhorn liessen wir zugunsten von Kaffee und Kuchen in Baad ausfallen, so dass die Runde einfach nur sonnig und gemütlich war.
Sonntag
Zum Ausgleich für den gemütlichen Samstag ging es früh (unterstützt von der Zeitumstellung) nach Hinterhornbach, um dem Hochvogel zu Leibe zu rücken. Im tiefen Hornbachtal dauert es lang, bis man in die Sonne kommt. Ausser uns waren natürlich noch einige andere Leute unterwegs, aber die verteilten sich grosszügig auf den langen Aufstiegsweg, so dass wir auch hier beinahe immer allein unterwegs waren. Am Gipfel war es frisch, dafür war die Aussicht prima und die Dohlen frech. Den eigentlich interessanten Abstieg über den Kalten Winkel schenkten wir uns zugunsten der Sonnenseite und legten uns über der Schwabegghütte noch ein wenig in die Sonne.
Montag
Unvermutet war uns für Montag Abend Zwiebelkuchen in netter Gesellschaft angeboten worden, so dass wir auch den Montag sehr gemütlich angingen. Südseitig auf den Zinken, hinüber zum Sorgschrofen und über die Sorgalpen zurück nach Jungholz. Der Rückweg war nicht ganz sonnig wie erhofft (die steht schon ganz schön tief, die Sonne), aber Kaffee und Kuchen in Jungholz waren fein.
Dienstag
Nochmal ein längerer Tag, damit uns niemand der Faulheit bezichtigen kann. Südwestseitig hinauf zum Säulinghaus (was leider ganz und gar nicht sonnig war, um den Pilgerschrofen herum auf die Nordseite (nach dem Pilgerschrofen auch nicht mehr sonnig) und hinauf zum Säulinggipfel. Ab dem Sattel dann endlich Sonne :-) Mässigen Kaffee und wirklich prima Kuchen in der Sonne auf dem Säulinghaus und dann zurück zum Auto.
Hach, fein wars :-)
Und jetzt ist der Urlaub endgültig weg, schade!
Als wir am vorletzten Sonntag Morgen – nicht ganz so früh wie sonst, weil die geplante Tour nicht allzu lang sein würde – im Ortsteil Enge bei Grän ankamen, staunten wir nicht schlecht über die immense Menge Autos, die den Parkplatz bereits gefüllt hatten. Wir parkten an der Strasse.
Fast im Pulk ging es Richtung Aggenstein. Wir disponierten um und bogen an der Forststrasse rechts ab. Wenn derart viele Leute auf den Aggenstein gehen, gehen wir halt aufs Brentenjoch. Was eine gute Idee war, denn dort trafen wir nur vereinzelt Leute.
Zur Pause suchten wir uns eine windgeschützte Mulde in Gipfelnähe, wo wir von 3 Dohlen belagert wurden. Eine von denen hatte eine Art Kamikaze-Tiefflug-Angriff perfektioniert. Wenn man ein Stück Riegel zu nah an sich ablegte, kam sie von hinten angesaust, liess sich direkt auf das Stück Riegel fallen und hob sofort wieder ab.
Weiter ging es über den Nordwestgrat Richtung Aggenstein, wo Schneereste den schmalen Pfad gelegentlich unangenehm rutschig machten. Auf den Aggenstein hatte ich eigentlich keine Lust – zuviele Leute – aber ich liess mich von der Aussicht, dafür auf der Bad Kissinger Hütte einzukehren, überreden.
Wir waren schnell oben und schnell wieder unten und wie erwartet hatte es Unmengen Menschen auf dem Weg und am Gipfel. Auch auf der Hütte war es voll, aber wir bekamen ein nettes warmes Plätzchen am Ende der Terrasse an einem Tisch mit anderen Leuten.
Und es war eine gute Idee, dort einzukehren: der Apfelstrudel war mit Abstand der beste, den ich seit Jahren irgendwo bekommen habe. Und das lag nicht nur daran, dass der frisch aus dem Ofen und noch heiss war. Yummie!
Heute morgen lag auf meinem Balkon hier in München ein Joghurtbecher. Ein Joghurtbecher? Erbeerjoghurt, kaputt und leer. Ich hab mich sehr gewundert und habe den Becher reingeholt und entsorgt.
Erst beim Losradeln (zu dessen Zweck ich das Bike vom Balkon geholt habe) eine Stunde später hab ich dann kapiert: Witzige Witzbolde haben - irre witzig - einen vollen Joghurtbecher auf meinen Blakon geschmissen. Der ist dann an die Wand zwischen Wohnzimmer und Schlafzimmer geknallt und hat sich dort grossflächig verteilt. Die Fahrradpumpe wurde freundlicherweise auch gleich mit Joghurt versorgt.
Irre witzig, ich lache noch immer ...
Vorletzte Woche verliess mich mein treuer MP3-Player und musste umgehend ersetzt werden. Der Player war ein Sansa Clip 8GB und ist mit Abstand der beste Player, den ich bisher hatte.
Kaputt gegangen ist auch nicht der Player selber, sondern der Clip, was angesichts der Nutzung (knapp 2 Jahre im Schnitt jeden Tag 3 Stunden, geclippt an Hosenbund, Ärmel, Ausschnitt, gelegentlich schweissgebadet oder nebelfeucht oder angeregnet oder vom Rucksack misshandelt) kein Wunder ist.
Dass der Sansa derart lang unter doch einigermassen widrigen Bedingungen durchgehalten hat, rechne ich ihm hoch an. Was lag also näher als genau diesen Player wieder zu kaufen, zumal er offensichtlich so gut ist, dass es noch nicht mal ein Nachfolgemodell gibt. Und er hat einen Clip, für mich ein unverzichtbares Feature!
Was für eine Enttäuschung, als der neue Sansa letzte Woche geliefert wurde. Selbst auf höchster Lautstärke-Stufe, war er im Auto (auch dort die höchste Lautstärke) nicht mehr zu gebrauchen. Sobald der Motor an war, konnte man nur mehr flüstern hören. Und auch sonst – leise, leise, leise! Ich war drauf und dran, ihn zurückzuschicken, hab aber dann doch erst mal gegoogelt.
Und siehe da, der Sansa ist gar nicht so leise. Stellt man nämlich die Systemeinstellungen auf ‚Rest der Welt‘ statt auf ‚Europa‘, kann man sich plötzlich selbst bei dreiviertel der Lautstärke schon die Ohren rausblasen. Wie dämlich ist das denn? Im Normalfall stimme ich ja ungern in den ‚Die Europäische Union ist die Hochburg der bescheuerten Vorschiften‘-Chor ein, aber in dem Fall muss ich leider ins selbe Horn blasen. FY EU, ich bin selbst für mich verantwortlich!
Für vorletzten Samstag war wunderschönes Herbstwetter angesagt. Wir waren nicht sicher, wie das inzwischen mit dem Schnee in den höheren Lagen aussah, daher suchten wir uns eine Tour in eher niedrigen Lagen aus. Und weil im Ammergebirge auch Laubwald steht, schien uns eine Tour in dieser Gegend perfekt für den Herbst. Die Wahl fiel auf das Pitzeneck, von dem ein schöner Grat (‘weglos, Stellen I’) zur Kohlbergspitze führt.
War das heute mit dem Klettern. Hätte nicht viel gefehlt und ich wäre umsonst nach Bad Tölz gefahren. Und wär selbst dran schuld gewesen. Zum Mitschreiben für das nächste Mal: wenn ein Termin per Mail diskutiert wird, schadet es keineswegs kurz vorm Losfahren nochmal Mails zu lesen ...
Mali hatte dann doch noch Zeit und so waren wir zu nur zweit beim Klettern. Laute erste Male diesmal. Das erste Mal, alle Routen im Vorstieg geklettert, darunter das erste Mal eine 6/6+. Und eine richtig ordentlich überhängende 6-/6. Yay!
Dafür hab ich jetzt das Gefühl, meine Hände seien mit Schmirgelpapier abgezogen worden ;-)