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Regen, wenig und viel

Mittwoch, Mai 16, 2018

Ich radelte in leichtem Regen ins Büro und musste leider den inzwischen dritten überfahrenen Igel an fast derselben Stelle wie die anderen beiden entdecken :-( Nein, das war nicht 3 Mal derselbe Igel. Die waren alle verschieden groß und verschieden breit gefahren und jeweils am Abend weg. Der letzte war noch ziemlich klein und .... Ach, Herrje :-(

Den Tag über musste ich mich mit dem allerungeliebtesten Thema überhaupt beschäftigen: Lizenzen und Sourcen für Open Source Komponenten zusammensuchen und an Legal zur Freigabe schicken. Natürlich ist es richtig zu prüfen, ob man die jeweilen OSS Komponenten auch als Firma nutzen darf und ich bin auch sehr dafür, dass niemand übervorteilt wird, aber ....... Boah! Ist das langweilig und nervig!

Es regnete den ganzen Tag über in variierender Intensität und hörte pünktlich auf, als ich gehen wollte. Nettes Wetter :-)
Ich sah den verschobenen Film vom Vortag: Aurore. Aber halt leider nicht OmU. Der Film ist ganz nett und doch erkennbar französisch, was dann dazu führte, dass mein Kopf gelegentlich versuchte, statt Deutsch zu hören Französisch einzusetzen. Das war höchst irritierend. Davon abgesehen hat mir Aurore aber gut gefallen. Also die Person vor allem, der Film aber natürlich auch.

Auf dem Heimweg kam er dann doch noch, der Regen. Es goß ziemlich und ich vermute, dass erst kurz vorher ein ordentliches Gewitter runter gegangen war, denn es hatte überall Stau, an dem ich zwar nass aber erfreut vorbei radeln konnte ;-)

Von engel am 16.05.2018 19:20 • diary

Unschönes

Dienstag, Mai 15, 2018

Das Frühlingserwachen zeigte sich auf dem Weg ins Büro zum zweiten Mal hintereinander an fast derselben Stelle von der arg unschönen Seite: es lag ein überfahrener Igel auf der Straße :-(

Auch unschön war, das mir schon in der Früh nach dem Aufstehen das linke Handgelenk weh tat. Das wurde beim Radeln nicht besser und vormittags im Büro sogar schlimmer. Schließlich schöpfte ich Verdacht (manchmal habe ich wirklich eine lange Leitung) und legte die Handgelenkschiene an. Dem Handgelenk ging es augenblicklich besser ... Tippen wurde augenblicklich schwieriger.

Nach kurzem Überlegen sagte ich dann das Mittwochs-Klettern ab. Wenn schon Tippen problematisch ist, kann Klettern nicht gut sein, auch wenn das natürlich eine ganz andere Bewegung ist. Das fiel mir sehr schwer, denn aufs nächste Klettern hatte ich mich nun schon 3 Wochen lang gefreut. Manchmal bin aber sogar ich vernünftig :/

Ich werde die Schiene wohl eine Weile nutzen müssen. Sobald ich sie ablegte, waren die Schmerzen wieder da.

Am Nachmittag hatte ich eigentlich Aurore im Theatiner anschauen wollen. Dieser Plan fiel buchstäblich ins Wasser, denn kurz bevor ich hätte losradeln müssen, legte ein ordentliches Gewitter los. Ich verschob Aurore (was leider bedeutet, dass ich den Film nicht OmU gucken kann) und arbeitete erst mal weiter.

Stattdessen ging ich am späten Nachmittag in I feel pretty. Der Film gefiel mir anfangs recht gut und ich wünsche mir ein bisserl, ich hätte so einen Film als Teenie mal gesehen. Aber am Ende wird er ein wenig doof, was aber bei einem Film mit Amy Schumer wohl zu erwarten war. Trotz einiger Defizite fand ich ihn aber insgesamt gut und hoffe, dass die Gruppe junger Mädels, die mit mir im Kino war, da das richtige draus mitnimmt :-)

Vor der SAN Telko dann nochmal Beschäftigung mit der DSGVO. Was aber für uns davon nun wirklich relevant und wichtig ist, da bin ich noch immer auf keinem grünen Zweig. *seufz* Hier komme ich wohl einfach mit einer Datenschutzerklärung für die Kommentare davon. Kommt noch. Irgendwann. Vermutlich.

Von engel am 15.05.2018 20:06 • diary

Infinity War

Montag, Mai 14, 2018

Der Montag begann mit ungewöhnlich anstrengendem Aufstehen und deswegen auch mit einer recht anstrengenden Fahrt nach München. Glücklicherweise passiert das selten. Nach ordentlich Kaffee in der Münchner Wohnung wurde ich endlich richtig wach.

In Erwartung eines gewittrigen Tages mit Regen packte ich allerlei warme und dichte Kleidung in den Rucksack. Und ich holte wieder die lange Hose raus. Ich habe immer Angst, mir könnte irgendwo zu kalt werden. Das Ergebnis war, dass mir zu heiß war und ich verschwitzt im Büro ankam :/

Am späten Nachmittag sah ich endlich Anvengers - Infinity War. Leider nicht in 3D, weil es in dieser Woche einfach zu keiner vernünftigen Zeit kommt, aber der Film ist auch ohne 3D ein Fest für’s Auge :-) Und ich habe mich prächtig amüsiert, obwohl ich im Vorfeld etwas Sorge hatte, ob es gut gehen kann, so viele verschiedene Superhelden-Universen einfach zusammenzukippen.

Doch, das hat gut geklappt. Die verschiedenen Erzählstränge spielen ganz gut miteinander und werden von Thanos zusammengehalten. Der ist am Anfang echt böse, ich fand daenn aber mit der Zeit auch seinen Standpunkt verständlich und ganz und gar böse ist er dann am Ende doch nicht. Was ich mir mir momentan nicht vorstellen kann, ist wie Marvel aus dem End-Szenario wieder raus kommt. Ich bin aber sicher, das geht irgendwie ;-)

Teenage Groot hätte allerdings noch ein bisserl mehr und öfter kommen können.

Von engel am 14.05.2018 23:00 • diary

Samstag, 05.05.2018: Figl-Fiasko

Mittwoch, Mai 09, 2018

Ich hatte ja jahrelang über Figln nachgedacht und irgendwann trotz des absurden Preises welche gekauft. Und dann war der erste Einsatz ja nicht wirklich vergnüglich gewesen. Wir waren da eigentlich schon der Ansicht gewesen, dass diese Figln Kunden-Nepp vom Feinsten seitens Kohla sind, denn die können eigentlich gar nicht wirklich funktionieren. Wir wollten den Teilen aber doch noch mal eine Chance geben und fuhren ans Oberjoch, um auf dem Runterweg den Schnee und die Restpiste nutzen zu können.

Beim Frühstück sah das Wetter entgegen der vollmundigen Ankündigungen nicht gut aus. Es war grau und trüb und es hatte ziemlich Wind. Wir fuhren trotzdem los und sahen am Oberjoch dann tatsächlich Sonne durch die Wolkenfetzen schimmern. Im Aufstieg quer über alle Pisten wurde die Sonne mehr und wir hatten großartige An- und Ausblicke zwischen Nebel, Wolken, Sonne und schöner Landschaft.

Wir waren ein wenig erstaunt, dass es inzwischen schon wieder so wenig Schnee hat (trotz des Tauern-Ausfluges, der das ja schon deutlich gezeigt hatte). Der Weg über den Grat war somit viel weniger aufwändig und anstrengend, als wir angenommen hatten.

Wir waren den ganzen Tag komplett allein gewesen, deswegen war die Truppe Bikesteiger, die sich am Iseler angeregt unterhielten, ziemlich lästig. Wir flohen Richtung Oberdorfer Kreuz und machten dort Pause. Dann kam die Abfahrt.

Pünktlich zu unserem Aufbruch kamen Wolken und wir standen unvermutet im Nebel. Wir mussten nur wenige Meter den Normalweg vom Iseler runtergehen, dann kam schon Schnee. Wir legten die Figln an und stellten uns an den Rand des Schneefelds. Der beste Allgäuer von Allen eierte (anders kann man das nicht beschreiben) gleich mal zu den Latschen rüber und wartete auf mich.

Ich stand mit den Figln am oberen Rand des echt steilen Schneefelds und hatte Angst. Der Schnee war oberflächlich relativ weich (und uneben) und drunter fest. Ich rutschte ein paar Meter und hatte Null Kontrolle, weil man mit den Figl einfach nicht rutschen kann. Ich sah mich stürzen oder wahlweise mit Karacho das Schneefeld runter rutschen und in die Latschen sausen oder das Knie verbiegen. Nein.

Ich zog die Figln wieder aus und stieg zu Fuß ab. Allerdings nicht auf dem Weg, sondern über das Schneefeld, denn ich meinte, wir sollten uns nicht trennen. Zu Fuß hatte ich zwar mehr Kontrolle, aber der steile Abstieg war dann trotzdem nicht lustig, weil der weiche Oberflächenschnee gern mal weg rutschte und ich immer Sorge hatte irgendwo durchzutreten und das Knie zu verbiegen. Zwei Mal stieg ich sogar rückwärts ab, weil es da besonders steil war.

Der beste Allgäuer von Allen hatte seine ganz eigenen Probleme. Die Figln haben kaum Seitenhalt und man kann deswegen nicht quer rutschen und der unebene Schnee erforderte höchste Konzentration, um nicht das Gleichgewicht nach vorn oder hinten zu verlieren. Er fuhr immer erst mal quer und schaffte in den flacheren (Haha!) Stücken sogar ein paar Kurven, in den steilen Stücken stieg er um. Es sah sehr anstrengend aus.

Er war natürlich schneller als ich und musste deswegen ständig im kalten Wind, der natürlich zum Nebel hinzugekommen war, auf mich warten. Als es dann endgültig etwas flacher zu werden schien, zog ich die Figln wieder an, und eierte mit ihm den Hang runter. Allzu lang ging das allerdings nicht, denn der Schnee ging aus.

Wir gingen ein Stück nach rechts und fanden dort - nun wieder mit Sicht, weil wir unter den Wolken angekommen waren - eine Lawinenrinne, die fast bis zur Piste führte. Ich betrachtete den unebenen Schnee und stieg weiter zu Fuß ab. Der beste Allgäuer von Allen stieg trotzig in die Figln (‘Ich schlepp das doch nicht den ganzen Tag mit mir rum und nehme das Zeug dann nicht!’) und fuhr ab. Teilweise sah das sogar nach Fahren aus - kleine Kurven, nette Spur - aber so ganz viel Spaß machte es trotzdem nicht.

An der oberen Station der Sesselbahn musste er nochmal aus den Figln steigen, dann kamen wir an die Restpiste. Die sah nun deutlich glatter aus und ich beschloss das mit den Figln nochmal zu probieren. Tja. Ja, die Piste war tatsächlich glatt. Sie war aber auch - Kunstschnee und von der Pistenraupe gepresst - hart und eisig und oben steil. Die Figln waren auch hier quasi unfahrbar ... keine Kanten, kein Druck drauf und nun konnte man nicht mal im weichen Schnee anhalten und wurde zudem ordentlich durchgeschüttelt.

Ein Stück weiter unten wurde es zwar flacher, aber nicht weicher. Diesmal war es uns beiden zu viel und wir gingen zu Fuß weiter. Mit den Stiefeln konnte man auf der Piste super laufen, teilweise sogar auf den Schuhen abfahren und hatte immer die volle Kontrolle. Im Vergleich zu den Figln war das echt eine Wohltat.

Unten ging natürlich der Schnee aus und wir liefen auf der erst braunen dann grünen Piste zurück zum Auto. Vom Figln abgesehen war das eine wunderbare einsame und schöne Runde. Und für die Figln war das möglicherweise der Todesstoß ...


Der erste (Kunst-) Schnee


Noch ist Nebel


Am Grat kommen wir in die Sonne


Der Schnee ist noch hart und die Wolken hängen auf der Nordseite


Am ersten Gipfel


Gipfelbesucher


Auf dem Weg zum zweiten Gipfel


Rückblick zum ersten Gipfel


Am zweiten Gipfel


Vorbereitung zur Abfahrt


Die Feigling geht zu Fuß ...


... und eiert später hilflos auf den Figln rum


Rasante Kurven in der Lawinenrinne


Rückblick


Unten ist Frühling

Von engel am 09.05.2018 19:58 • outdoorbergski

Eis

Dienstag, Mai 08, 2018

Morgens zeigte das Thermometer 10 Grad an und ich zog vorsichtshalber Stulpen zur kurzen Rad-Shorts an, aber das war gar nicht nötig. Die Luft war mild und ich zog die Stulpen bald runter. Der blöden Blase wegen hatte ich die weichsten Joggingschuhe an, die ich besitze und das war gut so. Ich konnte schmerzfrei laufen. Das hätte ich am Montag besser auch mal gemacht!

Den Tag über beschäftigten mich mal wieder ungefähr 200 Dinge gleichzeitig. Passend dazu fiel am Vormittag im Rechenzentrum der Strom aus, was das Arbeiten weiter erschwerte. Am frühen Nachmittag wurde das Problem behoben, aber bis alle wichtigen Server wieder bereit waren, dauerte dann doch eine ganze Weile.

Nach der Arbeit radelte ich zur Bibliothek des DAV, wo ein paar Wanderführer auf mich warteten. Alle nur ‘für alle Fälle’, denn die Pläne für den Urlaub Anfang Juni sind eigentlich andere. Aber man weiß ja nie, was das Wetter so veranstaltet und Pläne B und C schaden ja nicht. Die Führer durchblätterte ich dann in der Sonne bei einem Eisbecher in einem Eiscafe nahe der Isar. Hachja, potentielle Urlaubspläne sind schon was Nettes :-)

Danach sah ich 55 Steps, der in der Vorschau - nicht zuletzt natürlich wegen Helena Bonham Carter - echt interessant ausgesehen hatte, dann aber doch eher langweilig war.

Von engel am 08.05.2018 23:00 • diary

Aua.

Montag, Mai 07, 2018

Ich fuhr bereits um 3:30h nach München, um vor dem anstehenden Clio-Kundendienst-Termin noch das Notebook und Lebensmittel daheim abliefern zu können. Dort musste ich auch meine Ferse - die mit der großen Blase vom Wochenende - neu verpflastern, weil das Compeed sich schon so halbwegs ablöste. So richtig toll war Laufen dann trotzdem nicht, wenn auch etwas besser.

Ich war bereits um 5:40h im Büro und verließ es um 7:00h erst mal wieder, um das Auto bei der Werkstatt abzugeben. Das dauert dann länger als erwartet, weil einerseits einige Leute schon dort warteten und weil andererseits mein Auto doch mehr Probleme hatte als erwartet (vorn links war die Stoßdämpferfeder - oder sowas in der Art - gebrochen) und deswegen die Aufnahme ein wenig dauerte. Immerhin waren alle Teile vorrätig und man versprach mir mein Auto für den Nachmittag.

Um kurz vor 8 marschierte ich dann zurück zu den Towers. Der Weg ist eigentlich ganz nett, wenn man einen kleinen Umweg geht und in den Grünflächen bleibt, aber - Blase sei Dank - war die Lauferei nicht so erfreulich wie ich gehofft hatte. Für den Rückweg würde ich den Bus nehmen, beschloß ich.

Mittags mussten wir zum Essen ausweichen, weil ‘unsere’ Kantine mal wieder wegen einer CSU-Veranstaltung geschlossen war. Ich nahm Spargel und der war sehr gut. Allerdings war das Mittagessen nicht sehr nahrhaft, ich musste nachmittags mit einem Brownie nachfüllen.

Ich nahm den Bus um zurück zur Werkstatt zu kommen und das war gut so, denn die Blase schmerzte mehr und mehr. Augen auf bei der Schuhwahl, kann ich Nachhinein nur feststellen. Weiche Joggingschuhe wären die bei Weitem bessere Wahl gewesen.

Ich war früh genug dran, um mit nur wenig Stau zurück nach Hause zu kommen. Dort war ich dann ziemlich platt, Folge des intensiven Wochenendes und des frühen Aufstehens vermutlich. Ich ging nur noch zur Apotheke und zum Einkaufen, dann gab es etwas zum Essen (nochmal Spargel :-)) und dann las ich ein bisserl im Internet und mein neues Buch und ging früh schlafen.

Von engel am 07.05.2018 23:00 • diary

3 Tage daheim

Freitag, Mai 04, 2018

Ursprünglich hatte ich ja gedacht, dass wir am Dienstag erst spät abends von den Hohen Tauern heim kommen würden und hatte deswegen Heimarbeit im Allgäu beantragt, um nicht nach 3 Stunden Schlaf nach München fahren zu müssen. Nun waren wir zwar früher heim gekommen, aber die Heimarbeit nahm ich trotzdem gern.

Das war ausgesprochen angenehm. Guter Kaffee, ein bequemer Arbeitsplatz an dem ich die Füße hochlegen kann und Essen und Trinken nach Lust und Laune. Und mein früheres Problem, dass ich keine Struktur in meinen Arbeitstag bekam, besteht inzwischen auch nicht mehr.

Das war also sehr nett, aber auch ausgesprochen nicht-erzählenswert. Zu erwähnen wäre höchstens, dass mir da der ‘Zwangssport’ von mindestens 2 Mal 45 Minuten Radeln fehlt. Da müsste ich mir noch was einfallen lassen, was ich dann auch tue (es gäbe da schon Möglichkeiten, aber ohne Zwang ...).

Am Mittwoch Abend ging ich Schwimmen und spulte 1500 Meter völlig ungestört auf einer ganz eigenen Bahn runter, was absolut großartig war. Das Cambomare ist wirklich sehr teuer (8 Euro für 2 Stunden!), aber es wird mich trotzdem für sämtliche Münchner Bäder versauen, denn da ist es immer furchtbar voll. Aber für ein so schön leeres Bad, gebe ich die 3-4 Euro mehr echt gern aus.

Freitag Vormittag geschah dann etwas von dem ich ja nie im Leben vermutet hätte, dass es jemals passieren würde: Ich bekam einen Prank-Call von Microsoft ;-) Ein sehr formal freundlicher Inder wollte mich überzeugen, dass da was mit meinem Computer sei, was er unbedingt via Remote Access reparieren müsse.

So im Nachhinein hätte ich da noch ein Weilchen mitspielen sollen, ich meine, wann passiert sowas schon mal? Aber ich war zu abgelenkt und auf ein Problem fokussiert, deswegen legte ich einfach auf. Schade eigentlich ;-)

Von engel am 04.05.2018 12:28 • diary

Sonntag, 29.04.2018: Abbruch

Donnerstag, Mai 03, 2018

Am Vorabend hatten wir das Ziel für den heutigen Tag diskutiert und ich hatte die Östliche Simonyspitze vorgeschlagen, weil die von der Hütte aus schön einsehbar schien und der zu erkennende Anstieg gut aussah. Yak hatte kurz mit dem Großen Geiger gegengehalten, aber am Ende einigten wir uns auf meinen Vorschlag. Auch die Frühstückszeit (6:30) war mein Vorschlag.

Und ich muss zugeben, beides war nicht sehr schlau.
Note to self: nächstes Mal besser recherchieren und vor allem vorher nachdenken!

Ich hörte es bereits um 4:30 über uns rumpeln, aber danach kehrte wieder Ruhe ein bis gegen 6:00 der allgemeine Rush auf das Frühstücksbuffet begann. Ralle und ich waren um etwa 6:20 die letzten an unserem Tisch und hatten kaum Zeit Marschtee zu bunkern und etwas zu essen, dann stürmten schon alle raus.

Das Wetter sah super aus und es war ... warm. Wir marschierten zunächst zur Ebene hinter Hütte runter und orientierten uns dann zum Simonykees. Der Schnee war selbst im Schatten nicht wirklich gefroren und wurde schnell weich, als wir in die Sonne kamen.

Im Steilstück des Gletschers fand sich bald Sulz mit einer rutschigen Seifenschicht oben drauf, auf der man andauernd ausrutschte. Und es war warm. Also eigentlich war es heiß! Der beste Allgäuer von Allen musste bald seine Blase neu verpflastern, weil selbst das gute Compeed bei der feuchten Hitze im Stiefel nicht hielt.

Während wir noch im Steilstück aufstiegen, verschwanden die beiden Simonyspitzen vor uns in Wolken und von Nordwesten rückten weitere Wolken an. Wir hatten schon ein Weilchen über die Sinnhaftigkeit unseres Tuns sinniert und als der Sulz immer noch tiefer und der Anstieg immer noch heißer wurden und die Aussicht auf den Gipfel weiter schwand (Nebel auf einem unbekannten Gletscher mit großen Spalten?), sank auch die Lust am Skihochtourengehen. Und die Aussichten auf die nächsten Tage war ja auch bestenfalls so mittel.

Nach dem Steilaufschwung war es dann so weit und wir erklärten, dass wir umdrehen und heimfahren würden. Mit etwas schlechtem Gewissen, zugegeben, aber lustlos auf einer Hütte Rumhängen, wenn man lieber im Grünen wäre, bringt ja auch nix. (Hätten wir allerdings geahnt, dass der Rest der Truppe dann auch aufgeben würde - weiter oben war noch tieferer Sulz, noch mehr Spalten - wären wir die 200 Höhenmeter natürlich auch noch mitgegangen.)

Die Abfahrt zur Hütte war ... sehr eigen. Der Schnee war schon so nass, dass die Ski sich quasi festsaugten und wir langsam wie in Molasse nach unten rutschten. Man musste in voller Anspannung auf den Skiern stehen, um nicht bei einer besonders nassen Stelle nach vorn über den Ski katapultiert zu werden. Für die Oberschenkel war das brutal und wir mussten öfter anhalten, um auszuruhen.

An der Hütte klärten wir die Seilbahn-Modalitäten (20€ für eine Fahrt) und ließen uns dann einen festen Müllsack geben, in den wir alles stopften, das auch nur annähernd schwer war. Dann gab es noch was zu essen und zu trinken und wir fuhren ab. Über viele der grasigen Stellen fuhren oder liefen wir einfach drüber, wo es Steine hatte, wurde abgeschnallt. Das war ein wenig lästig, aber wir kamen doch ganz gut voran.

Kurz nach dem Anfang des Lärchenwaldes war dann Schluss mit Abfahren. Der restliche Abstieg bis zur Materialseilbahn ging trotz der Ski am Rucksack (der trotzdem nicht sehr schwer war) ganz gut. Ich hatte ernsthaft Angst vor dem Abstieg mit den Skistiefeln gehabt, aber die Stiefel sind tatsächlich so beweglich, dass das Knie nicht übermäßig gestresst wurde. Die fehlende Dämpfung machte sich am Ende vor allem an den Füßen bemerkbar. Wir waren wegen mir natürlich arg langsam.

An der Materialseilbahn stopften wir wild durcheinander alles in den Rucksack, was im Müllsack gewesen war (da zeigte sich, dass vernünftig Packen schon was hat, das Zeug ging schwerer rein als vorher) und stiegen den restlichen Weg zum Parkplatz ab. Da jammerten das Knie und die Füße am Ende dann aber schon :-(

Für die Heimfahrt nahmen wir den Gerlos Pass, bei dem Google vorher gemeint hatte, der Weg sei genauso weit wie über Kitzbühel. Meine Idee, Motorradfahrer-Nostalgie ;-) Das war auch eine bescheuerte Idee, denn der kostet inzwischen knapp 10 Euro Maut (vor 20 Jahren war das nicht so). Unser Navi wollte uns dann unbedingt über Garmisch schicken, was wir aber standhaft verweigerten und so tatsächlich schon um 19:00 daheim waren.

Zusammenfassend: Interessanter Ausflug ;-)
Bisserl viel fahren für ein bisserl wenig Tour, aber bei den richtigen Bedingung wäre das sicherlich ein schönes Tourengebiet.


Start in der Senke vor der Hütte


Auf dem Weg zum Simonykees


Aufstieg ...


... zwischendurch ziemlich steil


Unser Gipfel verschwindet in Wolken


Abfahrt im Schatten


Der Schnee ist so schwer, dass Umsteigen angebracht ist.


Mit leichtem Rucksack ist gut lachen :-)


Ski in Gras und Blümchen


Drecklawinenquerung


Nach der Materialseilbahn ist der Rucksack wieder schwer

Von engel am 03.05.2018 16:32 • outdoorski

Zum Megaschnee-MayDay starteten wir sehr früh. Aufstehen um 5:00, Abfahrt um 5:30, Kaffee in Thermoskanne und nach dem Tunnel wollten wir ein Pickerl und Frühstück besorgen. Das alles, um jeden potentiellen Stau zu vermeiden: Fernpass, rund um Innsbruck vielleicht, bei Kitzbühel vielleicht.

Alles klappte super. Kein Stau weit und breit und so waren wir nach knapp 4 1/2 Stunden in Ströden am hintersten Ende des idyllischen Virgentals. Schon auf dem Weg hatten wir den noch vorhandenen Schnee misstrauisch beguckt und uns gefragt, wie weit wir die Ski wohl würden tragen müssen. Ziemlich weit, vermuteten wir schließlich, denn der Zustieg zur Essener und Rostocker Hütte führt durch ein südseitiges enges Tal (sehr Lawinen-gefährdet). Wir hofften auf 200 Höhenmeter.

In Ströden, 2 1/2 Häuser oder so, hat es einen riesigen Parkplatz, wo sich gerade 6 Leute zum Aufstieg bereit machten: kurze Hosen, T-Shirts, Skistiefel und Ski am Rucksack. Sonst hatte es grüne Wiesen und Blümchen allüberall. Vielleicht waren 200 Höhenmeter ja etwas optimistisch? Noch sahen wir nichts vom Zustieg, vor uns war Wald.

Wir zogen uns um, packten die Ski an die eh schon vollen (und schweren!) Rucksäcke und stiefelten los. Nach einer Viertelstunde kamen wir aus dem Wald und sahen vor uns ein langes Tal, rechts und links mit immensen Grund-Lawinen bestrichen, kein Schnee weit und breit und gaaanz weit hinten leuchteten weiße Berge. Im Talschluß sah man Lärchenwälder. Wir hofften, der Schnee möge danach beginnen, das waren aber sicherlich 4 Kilometer Weg und 500 Höhenmeter!

Kurz nach der Talstation der Materialseilbahn kamen wir an die erste Lawine. Idyllische Krokusse blühten zwischen Schneeresten, Dreck und haufenweise zerspanten Bäumen. Wir kletterten vorsichtig über den Verhau und gingen auf dem Wanderweg weiter. Nach ein paar Bäumen kam die nächste Lawine. Man sah kaum den Schnee unter dem Dreck und Gras und den Holzspänen.

Und so ging es weiter, Lawine folgte auf Lawine, eine dreckiger als die nächste. Irgendwo in der Mitte roch es sehr streng und wir sahen eine ziemlich zermurgelte Gams knapp unterhalb des Weges. An einem lawinen-freien Strich schon relativ weit im Tal hinten, machten wir eine Pause und überlegten ernsthaft, ob wir umdrehen sollten. Aber nun waren wir schon fast am Schnee angekommen (zumindest hofften wir das) und oben warteten ja die Freunde. Also weiter.

Nach einem letzten großen Lawinenkegel erreichten wir einen Lärchenwald und da hatte es tatsächlich mal Schnee. Der Weg verschwand direkt darunter und wir stapften steil im Schnee nach oben. Ski anschnallen lohnte da noch nicht, es gab noch zu viel schnee-freien Wald. Immerhin wurde der Schnee aber mehr und der nächste Lawinenkegel war sauberer. Hier brauchten wir eine Pause, um Ralles Fuß zu verpflastern. Heiße feuchte Füße und Skistiefel vertragen sich nicht sehr gut :/

Kurz danach erreichten wir tatsächlich endlich den Schnee! Nach einer kurzen Querung im Lärchenwald öffnete sich das Tal weiter und vor uns war Schnee - unterbrochen von vielen freien Grasrücken, aber genug, um endlich die Ski anzuschnallen. Die Ski vom Rucksack zu haben, war schon mal eine große Erleichterung. Endlich mit den Stiefeln ‘vernünftig’ laufen zu können auch.

An den ersten freien Stellen schnallten wir die Ski noch brav ab, später waren wir das ziemlich leid und marschierten mit den Skiern an den Füßen über die grasigen freien Stellen. Die Hütte tauchte erst ganz am Ende des Tals auf, links oben oberhalb eines letzten steilen Anstiegs. Darunter war ein Hüttchen am Bach, daneben ein breiter Stein in der Sonne.

Da das Ende des Aufstiegs nun endlich absehbar war, machten wir es uns eine Weile auf dem Stein bequem, tranken die restlichen Getränke leer und genossen die Sonne. Danach dauerte es nur noch eine Viertelstunde bis wir auf der Hütte ankamen. Ein Teil der Freunde war schon da und alle waren ebenso begeistert vom Aufstieg wie wir ;-)

Der Nachmittag/Abend war lang und nett. Später kamen noch zwei Freunde und die Runde war komplett. Die Essener und Rostocker Hütte ist (finde ich) recht groß, aber so verwinkelt, dass erst mal gar nicht so sehr auffällt, wie viele Leute da rein passen. Wir waren in einem großzügigen Lager im Keller untergebracht, wo es angenehm viel Platz hatte.

Das Personal ist außergewöhnlich nett und versuchte, alle Sonderwünsche zu erfüllen (und an unserem Tisch gab es komplizierte Esser - mit bescheidenen Wünschen allerdings). Der einzige Dunkelpunkt an der Hütte ist leider das Essen, das war nur mittelmäßig bis schlecht. Echt schade.


Schwer bepackt geht es los.


Der Blick ins Tal hinter. Wo zum Teufel ist der Schnee?!?


Der erste Lawinenkegel. Noch recht harmlos.


Drecklawine. Die weiße Skihose war eine prima Wahl :/


Rückblick. Lawinenkegel rechts und links zuhauf.


Lawinen unterscheiden nicht zwischen Skitourern und Gämsen (roch schon etwas streng).


Endlich Schnee :-)


Anfangs muss man noch alle naselang abschnallen.


Die Hütte! (schwer zu erkennen: genau in der Mitte über dem Dach des Hüttchens)


Die letzten Meter :-)

Von engel am 02.05.2018 20:00 • outdoorski

Erholungstage

Dienstag, Mai 01, 2018

Der Ausflug in die Hohen Tauern war dann doch kürzer als geplant (Bericht folgt demnächst). Es war nix Schlimmes, nur Wetter, Schnee und Verfassung. Am Sonntag Abend um kurz nach 7 waren wir wieder daheim.

Der Montag verbrachten wir wie geplant daheim mit Verräumen, Aufräumen, Waschen, Reparieren, Terrasse, Sonne, Pfannkuchen und generellem Rumhängen und Erholen. Am Dienstag hätten wir dann eigentlich eine Tour machen wollen, aber es nieselte in der Früh und war kühl und die Aussichten waren nicht gerade ansprechend. Wir verlängerten die Erholung daheim :-)

Von engel am 01.05.2018 23:00 • diary
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