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Alles auf Anfang

Mittwoch, April 19, 2017

Morgens radelte ich in leichtem Schneefall zum Klinikum und war auf oft und lang Warten eingestellt. Die erste Station, die zentrale Patienten-Aufnahme durchlief ich recht schnell und konnte mich zur Patientenaufnahme der Orthopädie begeben.

Noch während ich dort die ersten Formulare ausfüllte, kam der operierende Arzt auf mich zu und meinte, er würde gleich mit mir reden wollen. Diesen Arzt kannte ich noch nicht, mich hatten andere Ärzte untersucht.

Anhand der Röntgenbilder von Januar erklärte er mir, dass er bei der geplanten OP Bedenken habe. Es folgten viele Erklärungen zur Knie-Geometrie und was sich wie ändern würde. Der Knackpunkt war, dass sich die Gelenkebene bei mir sehr ungünstig verschieben würde und das würde irgendwann zu Problemen führen.

Ich wurde nochmal zum Röntgen geschickt und anhand der neuen Bilder wurde nochmal exakt vermessen und die Schnitte geplant (im Gegensetz zur ursprünglichen Planung wären je ein Schnitt im Oberschenkelknochen und einer im Schienbein nötig gewesen), aber der Winkel wurde nicht besser. Die Software malte ganze Bereiche rot aus. Der Arzt schüttelte bedenklich den Kopf. Seiner Mutter (Meh!) würde er diese OP nicht empfehlen.

Unter diesen Umständen musste ich dann auch nicht mehr lang überlegen. Keine OP und weiter machen wie bisher.

Das Ganze dauerte insgesamt knapp 5 Stunden, auch weil der operierende Arzt eben operierte und nur zwischen den OPs zu mir schauen konnte und ich unterdessen natürlich so behandelt wurde, als würde ich morgen dort aufschlagen. Also Blut abnehmen, Besprechung mit der Pflege, Essen aussuchen, usw. Wie erwartet sitzt man viel rum und es zahlt sich aus, was zum Lesen dabei zu haben.

Man könnte jetzt drüber schimpfen, dass man das ja alles auch hätte viel früher merken können, aber das will ich gar nicht. Ich bin froh, dass da jemand wirklich mitgedacht hat und nicht einfach drauf los schnippelt, nur weil das halt so ausgemacht war. So fühle ich mich als Mensch ernst genommen und bin nicht nur eine Nummer, die durch den OP geschoben wird. Das ist ein ganzer fetter Punkt für die Poliklinik.

Blöd ist das jetzt natürlich trotzdem. Ich hatte mich jetzt innerlich schon drauf eingestellt, dass das Knie besser werden wird. Ein wenig wenigstens. Jetzt hab ich wieder was ich halt habe und so ganz toll ist das ja nicht.

Danach musste ich erst mal heim und das Ganze verdauen, mit dem Besten Allgäuer von Allen telefonieren und die Restfamilie informieren. Chef und Kollegen bereite ich auch gleich darauf vor, dass ich am nächsten Tag wieder auftauchen würde. Nachdem ich dann auch noch was gegessen und Kaffee intus hatte, fiel mir auf, dass ich meine Röntgen- und MRT-Bilder im Klinikum vergessen hatte.

Ich plante also Kino so, dass ich genügend Zeit hatte, vorher noch im Klinikum vorbei zu fahren um die Bilder abzuholen. Dort lief ich unvermutet dem operierenden Arzt (jetzt in Normal-Klamotten und nicht in grünem OP-Zeugs) und den beiden Kollegen über den Weg, die mit ihm das Röntgen-Bild vermessen hatten.

Der Arzt war besorgt, ob ich ihm nun böse sei (absolut nicht, ich erklärte auch länglich warum) und zeigte sich erleichtert, diese OP nicht durchführen zu müssen. Wenn das mal nicht die Kontraindikation schlechthin ist! Ich war gleich noch erleichterter und besser drauf!

Im Kino gab dann Fast & Furious 8, genau das Richtige, um überhaupt nicht denken zu müssen. Die ganze Serie ist so, dass ich andauernd den Kopf schütteln muss wegen der absurden oder geradeaus bescheuerten Story und gleichzeitig sowohl die Bilder (und Leute: Vin Diesel, Jason Stratham, Dwayne Johnson, Yay!) als auch die Ideen der supercoolsten aller Crews genießen kann. Diesmal ganz besonders erfreulich: das Hijacken der Bordcomputer aller High-Class-Autos in New York um damit eine Verfolgungsjagd zu machen. IoT at its best ;-)

Von engel am 19.04.2017 20:19 • diary

Ach herrje! Aber wie Du auch schreibst: Da denkt jemand wirklich vor der OP nach und bereitet sich auch vor. Das ist beruhigend!

[1] Von Sabine am 19.04.2017 20:31

Finde ich auch.
Und deswegen bin ich jetzt nur ein klitzkleines bisserl enttäuscht, aber weder sauer noch traurig.

[2] Von engel am 20.04.2017 21:12

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