Seit gestern Abend sind wir wieder da. Mit im Gepäck sind über 4000 Bilder und Video-Schnipsel (knapp 50 GB!) und haufenweise Sand. Und ein (einziger) 6000er, den Guallatiri. Nordgipfel, weil die Spalte unter dem Hauptgipfel gar so viel giftigen Schwefeldampf spuckte. Mein erster 6000er :-)
Alles in Allem war der Chile-Urlaub unglaublich abwechslungsreich und interessant (was die Menge Bilder eindrucksvoll beweist), aber bergsteigerisch ... naja, nicht grad ein Reinfall aber doch deutlich unergiebiger als erhofft.
Gründe dafür gibt es haufenweise, aber der entscheidende ist, dass selbst-organisiert noch viel umständlicher, zeitaufwendiger und schwieriger ist, als wir (oder zumindest ich) erwartet haben. Und wir haben die Entfernungen in Chile und die Zeit, die man dafür braucht, ganz deutlich unterschätzt.
Zum Ausgleich haben wir die Qualität der zur Verfügung stehenden Karten ganz deutlich überschätzt, was dann zu einer Piste führte, die kein Ende nehmen wollte während sowohl der Tag als auch der Sprit in unangenehmer Geschwindigkeit zur Neige gingen. Der Norden Chiles ist nicht direkt die Gegend, wo man abseits der befahrenen Strassen/Pisten ohne Sprit stranden will. Gelegentlich sind die nächsten Menschen, Sprit und Wasser durchaus einen Wochenmarsch zu Fuss (oder auch mehr) entfernt.
Anfangs hat uns die Tatsache, dass wir keine richtigen Jeeps sondern lediglich 2 SUVs (Nissan X-Trail) bekommen haben, ein wenig beunruhigt, doch eigentlich haben sich die Autos prima geschlagen und mussten nur hin und wieder mal aufgeben. Ein einziger kaputter Reifen für 4 Wochen Pisten-Geholper für 2 Autos finde ich eine ganz gute Bilanz. Ich hatte mir das schlimmer vorgestellt.
Unser neues Zelt - extra wegen der Sturm-Stabilität gekauft - hat sich ganz gut bewährt, hat aber (glücklicherweise) bisher nicht zeigen können, was es in einem Sturm tatsächlich leisten kann. Sagen kann man lediglich, dass es in einem Sturm garantiert nicht leicht aufzubauen ist.
Gelernt habe ich in diesem Urlaub eine Menge. Allem voran, dass das Selbst-Organisieren zwar Spass macht und Abenteuer bringt, aber halt doch das eine oder andere Problem birgt. Die Sache mit der Wegsuche beispielsweise. Einen SUV im Gelände zu fahren ist einfacher als ich befürchtet hatte, ich geh jetzt mal davon aus, dass ich auch einen Jeep im Gelände fahren könnte. Im Eis brauche ich allerdings noch einiges an Übung, bevor ich nochmal einen Berg wie den Parinacota auf der Südwest-Route angehe. Da hatte ich definitiv Bammel. Konditionsmässig ist noch (deutlich?) mehr drin als die 6060 Meter des Guallatiri, da bin ich mir sicher. Für die Höhenanpassung brauche ich allerdings mehr Zeit als andere, das war auch diesmal so.
Nunja, wir werden sehen wie das mit den hohen Bergen weiter geht. Jetzt müssen erst mal die vielen Bilder und das GPS ausgewertet werden. Ein paar der vielen Bilder hab ich hier schon mal hin gepappt, damit ihr einen Eindruck bekommt, was der Norden Chiles so zu bieten hat :-)

Sonnenuntergang bei San Pedro de Atacama,Yak, Claudine, ich

So ziemlich der höchste Gaysir von El Tatio (was ein bisserl enttäuschend war)

Einer der Vulkane über der Dali-Wüste in Bolvien

Schlamm-Geysire in Bolivien auf 5000m Höhe

Am Salar de Uyuni (Bolivien)

Salzkristalle am Salar de Uyuni (Bolivien) beim Sonnenuntergang

Alte Maschinen in der Salpeter-Geisterstadt Humberstone

Blick auf den Parinacota und den Lago Chungara von einem Akklimatisationshügel. Hinten rechts der Sajama.

Abends am Zeltplatz von Chungara

Guallatiri-Basislager

Guallatiri-Hauptgipfel mit dem Schwefeldampf vom Nordgipfel aus

Brathendl bei Polloquere am Salar de Surire

Das Zeltlager bei Polloquere vor den heissen Quellen

Der Geysir von Puchuldiza

Penitentes (Büßereis)

Im Sturm am Cerro Toco (hinten der Licancabur)
Gratulation zum 1. Sechstausender! Die ersten Fotos sind toll und lassen auf einen interessanten Bericht mit viel versprechenden Bildern hoffen!
Schön, dass ihr wieder da seid! Schön, dass alles Wichtige geklappt hat! Schön, dass ihr alle gesund zurück seid! Ich freu mich schon auf die ersten Live-Berichte :-)! Und zum Thomas: Buch-Bücher. Erstaunlich, dass der nach 3 Monaten Schule schon so lesen kann!
Erholt euch erst mal vom Urlaub!
Der 1. Sechstausender! Kompliment! Ich habe immer noch den Kilimandscharo im Hinterkopf. Mal sehen, wann eine Tour dorthin klappt.
Schön, dass Ihr wohlbehalten wieder zu Hause angekommen seid!!
Schönen Dank für den freundlichen Empfang, ihr alle :-)
Im Moment bin ich noch so mit Nachbereiten des Urlaubs beschäftigt, dass die Chronik wohl nur sehr langsam wieder ins Leben stolpern wird.