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Donnerstag, 12.07.2018: Kraftakt

Donnerstag, Juli 19, 2018

Das Wetter sollte schön werden (und auch schön bleiben). Wir hatten uns deswegen eine Tour ausgesucht, wo man wirklich schönes Wetter braucht, einen Klettersteig.

Der Weg dorthin war erst mal hochgradig lästig, denn die Straße von der A7 über Jungholz war gesperrt und wir mussten übers Oberjoch ausweichen. Das ist dann gleich locker mal eine Dreiviertelstunde Umweg und nervt entsprechend.

Passend dazu war der neue Weg, den ich für den Aufstieg rausgesucht hatte, nicht-existent. Man sah zwar ein paar Trittspuren, aber wir wollten ja vorankommen und nicht den Tag mit Wegsuche zubringen. Glücklicherweise war das nur ein Umweg von 100 Höhenmetern bevor der Weg verschwand. Wir gingen zurück und stiegen über den normalen Weg zum Sabachjoch auf.

Von da kann man die lange Kante, an der der Klettersteig entlang führt schon ganz gut sehen. Bei solcherlei Dingen werde ich im Vorfeld ja immer erst mal ordentlich nervös (Kann ich das? Schaffe ich das? Wird was schief gehen?), unabhängig davon, ob ich das schon mal gemacht habe oder nicht, aber wenn ich dann erst mal eingestiegen bin, geht das glücklicherweise wieder weg :-)

Wir machten noch eine kurze Pause unter dem Einstieg, dann zogen wir das Klettersteig-Geraffel, Helme und (Yay!) Kletterschuhe an. Der beste Allgäuer von Allen stieg als Erster ein (und fluchte, denn der Einstieg ist echt ne Nummer), dann war ich dran. Nach dem zweiten Umhängen war dann auch das Bauchweh weg :-)

Die Kletterschuhe machten sich super im Steig, denn mit denen kann man viel besser auf Reibung gehen und damit wurden die schwierigen Stellen um einiges leichter. Anstrengend, besonders für die Arme, ist der Steig natürlich trotzdem und auch mit Kletterschuhen hat es ein paar Passagen, an denen ich mich wirklich nur am Seil hochhangeln kann. Aber verglichen mit dem letzten Mal hatte ich diesmal deutlich mehr Felskontakt :-)

Nach knapp 2/3 des Steigs kam uns jemand von oben entgegen. Der ältere Herr erzählte, dass ihm die Arm-Kraft ausgegangen sei und er deswegen beschlossen habe, abzusteigen. Er sei auch in die Sicherung gefallen. Er war oberflächlich etwas verschrammt und hatte schon blutige Fingerspitzen über den Handschuhen. Weia.

Aber so richtig helfen kann man ja in einem Klettersteig niemandem (nicht ohne Seil und Zusatz-Zeug jedenfalls). Wir konnten ihm deswegen nur Glück und Vorsicht beim Abstieg wünschen. Mich gruselte es bei der Vorstellung, ein paar der steilen und überhängenden Stellen absteigen zu müssen, ganz ordentlich!

Ich wurde im oberen Drittel auch ganz schön gefordert. Zwar ging mir nicht direkt die Kraft aus, aber zumindest die Energie wurde knapp und ich wurde entsprechend langsam. Der beste Allgäuer von Allen war ständig fast weg, weil er gar nicht so langsam klettern konnte, wie ich war (und man kann natürlich nicht überall warten). Ganz oben wird der Steig nochmal richtig schwer, aber wir erreichten den Gipfel ohne Probleme. Und gar so langsam war ich dann doch nicht gewesen, denn 2 1/4 Stunden sind völlig im Rahmen für den Steig :-)

Die Pause am Gipfel mit ordentlich Getränken und etwas zu Essen war aber sehr nötig. Es schien sogar Sonne und der Wind hielt sich in Grenzen. Der Gipfel der Köllenspitze ist breit und teilweise grasig, geradezu super-bequem. Wir schliefen alle beide ein und erwachten erst, als ein junger Mann am Gipfelkreuz anschlug.

Der hatte den absteigenden Herrn kurz überm Einstieg getroffen und konnte berichten, dass er ohne weitere Schäden unten angekommen war. Das war super, wir hatten uns schon allerlei Gedanken gemacht.

Der Abstieg durch die Rinne ist, seitdem die Stelle mit dem dicken Block entschärft ist, nicht mehr schwierig, man muss aber aufpassen, nicht mit Steinen zu werfen. Dann geht es nochmal kurz eine kleine Rinne hinauf und die Schwierigkeiten sind vorbei.

Wir hatten uns entschlossen, übers Gimpelhaus abzusteigen, um da einkehren zu können. Wir gönnten uns Weizen, Kaffee und Kuchen und alles war ausgezeichnet :-) Der Abstieg danach ist immer ein wenig nervig, aber es hilft ja nix, man muss ja runter. Für den Rückweg fuhren wir über Grän und Pfronten und das ging wirklich gut.


Das Ziel direkt voraus


Mit Navi auf Irrwegen. Naja, passiert.


Auf dem richtigen Weg :-)


Wir nähern uns dem Klettersteig


Einstieg


Manchmal kann ich nicht anders ...


Irgendwo in der Mitte


Oberhalb vom Bänkle


Geschafft :-)


Gipfelbild kurz vorm Abstieg


Auch der Rückweg ist nett


Übersicht mit Gimpelhaus


Die letzten Meter des Abstiegs

Von engel am 19.07.2018 21:33 • outdoorberg

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