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Donnerstag, 16.08.2018: Irrweg und Pech

Dienstag, September 04, 2018

Für die lange Tour am Donnerstag standen wir früh auf und fuhren nach Holzgau ins Lechtal. Als wir da - in der Sonne - die Räder ausluden, war es noch ordentlich frisch. Wir zogen vor dem Losradeln noch was an und das war auch gut so, denn in der schmalen Höhenbachklamm war es echt kalt.

Natürlich konnten wir den steilen Weg am Wasserfall hinauf nicht radeln und schoben. Danach geht das Radeln aber wieder gut und ich freute mich schon auf die Abfahrt. Bis zur Alpe ist es echt weit!

Es kamen uns unendlich viele Leute im Abstieg, zum Teil in richtig großen Gruppen von etwa 20 Leuten, entgegen. Das Höhenbachtal ist ja Teil des E5 und deswegen ist da auch unter der Woche ordentlich was los. Auch hier wurde allseits registriert, dass wir mit echten Rädern unterwegs waren und das gab teilweise ganz schön anerkennende Blicke - dabei wird es erst nach der Alpe wieder richtig steil.

Nach der Alpe hatte ich eigentlich Ruhe erwartet, aber der größte Teil der E5-Wanderer nahm lieber die Forststraße als den Wanderweg. Das finde ich erstaunlich, wo Forstweg-Hatschen doch so unerfreulich ist. Als wir die Räder am Ende der Forststraße abstellten, waren die meisten Wanderer dann durch. Es wurde deutlich ruhiger.

Wir folgten dem breiten Wanderweg bis zur Abzweigung zum unteren Mädelejoch und gingen dann auf dem schmalen Pfad weiter. Die Radlerei hatte uns beide ganz schön geschlaucht (es war inzwischen heiß und schwül, wie immer) und als wir dann endlich wirklich allein waren und sich ein nettes Fleckchen anbot, machten wir erst mal Pause. Danach wieder losgehen erforderte einige Anstrengung!

Um ins obere Mädelejoch zu kommen, muss man eigentlich einen riesigen Bogen Richtung Krottenkopf laufen, aber die OSM hat an der ersten passenden Stelle eine Abkürzung und wir nahmen die. Es waren bestenfalls Trittspuren, aber man spart da mindestens eine halbe Stunde Weg :-)

Danach gingen wir Richtung Muttler bis zu der Kehre, die am weitesten ins Öfnerkar hinein reicht (passende Beschreibung, aber mit durchaus einigem Interpretationsspielraum!) und verließen den Wanderweg. 2 Kehren unterhalb waren Trittspuren, aber die gingen uns ja nichts an. Direkt über uns bot sich eine wunderbare Rampe zur Querung auf den Rücken an und es sah auch so aus als könne links davon diese Scharte mit dem Wandl sein, die und das man unbedingt vermeiden sollte.

Wir stiegen also hoch und freuten uns ungemein an der schönen Rampe, die den Felsabsatz einigermaßen bequem überwand. Der Blick zum Muttler oben am Grat verriet nicht direkt deutlich, wo das Wandl sein könnte, aber doch, da in der kleinen Scharte könnte es vielleicht sein ...

Wir spazierten auf dem breiten Rücken Richtung in die entgegen gesetzte Richtung. Nach dem ersten Aufschwung passierten wir eine wunderbare Wiese, bei der mir gleich ‘Märchenwiese’ einfiel, obwohl es die natürlich schon sehr oft gibt. Wir stiegen den nächsten Grat-Aufschwung hinauf und blieben dann stehen. Ähem!

Vor uns tat sich eine tiiiiefe Scharte auf, die auf unserer Seite nach einem Absatz gefühlt 30 Meter senkrecht abfiel. Das war dann wohl das Wandl, das man vermeiden und keinesfalls abklettern sollte. Und die gefühlten 30 Meter waren wohl eher reale 10 Meter. In jedem Fall sah das nicht ratsam aus und wir kehrten erst mal um und machten auf der ‘Märchenwiese’ Pause.

Uns war schon klar, wo wir den Fehler gemacht hatten (die Trittspuren 2 Kehren weiter unten), allerdings hatten wir beide aus Beschreibung und Karte unabhängig voneinander die falsche Kehre rausgelesen und den Rest dann wohl auch missverstanden. Allerdings hatten wir den Text der Beschreibung nicht dabei (im Nachhinein: der zweite Fehler war, direkt aufzusteigen).

Der beste Allgäuer von Allen wollte runter und rüber und die Tour fertig gehen. Mir tat der Fuß weh (was Neues, damit mir nicht langweilig wird: Hallux) und mir graute eh schon vor dem langen Abstieg und so ließen wir es bei dem Fehlversuch und wollten später stattdessen halt auf den Muttler gehen. Erst mal aber gab es an diesem wunderschöne Plätzchen mit der genialen Aussicht eine ausgedehnte Pause.

Danach gingen wir über den Grat zum Muttler (völlig problemlos, die mögliche tiefe Scharte gab es nicht ;-)), genossen da nochmal die großartige Aussicht und stiegen dann ab. Nach den ersten 5 Kehren - wir waren noch nicht mal bis zu unserem Abzweig gekommen - fühlte sich plötzlich mein linker Schuh komisch an.

Ich besah mir den Stiefel und fluchte: die Sohle hatte sich von hinten bis zur Mitte des Schuhs gelöst und flappte nun blöd rum. Und das an meinen neuen (naja fast, so 8-10 Jahre sind sie schon alt) ‘Kletterstiefeln’ (so bezeichnet, weil sie eine halbe Nummer zu klein sind und ich super drin stehe - dafür bekomme ich manchmal blaue Zehen)! Damit habe ich jetzt offiziell das erste Paar Stiefel, wo sich wegen Selten-Nutzung die Dämpfungssohle aufgelöst hat (ich hab Meindl, nicht Hanwag, aber das ist dasselbe Problem)!

Na prima! Ich war echt froh, dass wir die geplante Tour nicht gemacht hatten (ganz tolle Vorstellung: ohne Sohle im Klettergelände zu stehen) und auch der beste Allgäuer von Allen schaute nicht mehr gar so traurig die beiden verpassten Gipfel an. Ich ‘verpflasterte’ die Sohle, dann stiegen wir weiter ab, wobei ich versuchte, den linken Stiefel zu schonen, aber der war halt an dem Bein mit dem ‘guten’ Knie und musste deswegen schon aus Prinzip mehr aushalten.

Der Abstieg ging dann trotz des verpflasterten Stiefels recht gut. An der Pause nach dem Steilstück bemerkte ich, dass das Tape am Rand halb durchgelaufen schien und pappte einfach nochmal eine Ladung Tape drauf. Das hielt dann bis unten.

Der Hatsch zu den Rädern war - wie immer in der Gegend - am Ende fürchterlich lang. Wenn man dann aufs Rad steigt, weiß man ganz genau, warum man sich die steile Straße hinauf gequält hat :-) Das spart locker 5 Kilometer Hatscherei (und gut 400 Höhenmeter)!

Wir werden trotz der langen Rumhatscherei aber demnächst wieder kommen. Da warten noch 2 Gipfel und eine (andere!) Scharte auf uns.


Wo man nicht mehr radeln kann, muss man schieben


Auf dem Weg zur Alpe


Das Ziel (Mitte hinten) im Blick


Steiler Anstieg ...


... auf wunderbar bequemer Rampe


Da! Das erste Ziel (hinten)!


Ähem! (die Scharte ist echt tief und steil, auch wenn das auf dem Bild nicht zu erkennen ist)


Tja. Dann halt eine wunderbare lange Pause.


Ersatzgipfel ...


... mit Blick auf die beiden eignetlichen Ziele.


Abgelöste Sohle :-(((((


Murmelkinder (die wussten dass da was war, guckten aber in die falsche Richtung)


Abfahrt duch neugierige Jungkühe


Abfahrt

Von engel am 04.09.2018 20:18 • outdoorbergmtb
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