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FrSa, 07./08.09.2018: Anreise und Familienfest

Montag, September 17, 2018

Ich fuhr schon am Donnerstag Mittag heim (wegen Stauvermeidung) und arbeitete den Rest des Tages und am Freitag daheim. Zweck der Übung war, am Donnerstag Abend packen zu können, denn wir brauchten echt eine Menge: Zeug für Grindelwald und das Familienfest, Zeug für den Ausflug mit Schwesterle und den Jungs und natürlich das ganze Hochtourenzeug.

Ich nahm einfach für jeden Anlaß eigenes Zeug mit, der Ralle setzte auf zwischendurch Umpacken, um nicht so viel mitnehmen zu müssen. Seine Methode stellte sich als die Umständlichere raus, ich vergaß dafür einen Teil des Jungs-Ausflug-Geraffels und musste deswegen auch ein wenig umpacken. Naja, beim nächsten Multi-Ausflug wird das besser ;-)

Freitag musste der beste Allgäuer von Allen länger als geplant arbeiten und kam erst um 14:00h nach Hause. Wir schafften es trotzdem, wie geplant um 16:00h loszufahren.

Die Fahrt verlief anfangs problemlos, dann hatte das Navi angeblich plötzlich irgendwo Stau auf der Strecke und leitete uns selbstständig um. Ohne Karte und nur einer vagen Vorstellung, wo in etwa die Route durch die Schweiz verlief, blieb uns nicht viel übrig als dem Navi zu vertrauen. Wir fuhren aber so lang Richtung Gotthard (und damit Richtung Italien), dass ich dann doch nochmal nachsah, ob wir das richtige Ziel eingegeben hatte. Wir hatten, und wurden tatsächlich nach Grindelwald geleitet :-)
Trotzdem: beim nächsten Mal auch die Karte einstecken und vorher besser gucken, wo der beste Weg ist!

Wir kamen im Dunklen (bei Neumond noch dazu) in Grindelwald an. Ohne das Navi hätten wir nie und nimmer zum Chalet gefunden, glaube ich. Das Navi leitete uns in der Ortsmitte auf einem schmales Sträßchen um ein Hotel herum (wir dachten, wir landen im Hinterhof) und dann auf dieser immer noch echt schmalen Straße immer steiler geradeaus den Berg hinauf. Oben schnaufte der Kangoo ganz ordentlich und dann ging es nach links und da stand dann tatsächlich ein bekanntes weisses Auto :-)

Dafür hatte es kein Licht, deswegen standen wir erst mal im Stockfinsteren, als wir das Auto (erst mal provisorisch, in Grundelwald kann man nicht einfach so mal parken) abgestellt hatten. Glücklicherweise ging dann aber Licht in einem Haus vor uns an und die beste Mama zeigte uns, wo wir parken (abenteuerlich) und wohnen durften. Die Verwandten hatten es tatsächlich geschafft, für alle 3 deutschen Autos Parkplätze zu organisieren!

Wir waren schon sehnlichst erwartet worden, man hatte dann aber doch ohne uns mit dem Abendessen begonnen. Die Familie hatte auf der Freitags-Wanderung Pilze gefunden und so gab es ein tolles Abendessen: Steinpilze und Bandnudeln :-)
Schwesterles Brut waren gerade noch so ein paar Nudeln und Pilze entrissen worden, so dass wir auch noch etwas zu essen bekamen. Viel war es nicht, dafür war es ausgezeichnet.

Am nächsten Morgen sahen wir dann wo wir waren: nämlich direkt gegenüber der Grindelwalder Gletscherschlucht, links das Wetterhorn, rechts der Eiger mit der Nordwand in voller Pracht. Obendrauf lag frischer Schnee und es war einfach nur Wow!

Der beste Allgäuer und ich wurden noch zum Einkaufen geschickt (und bekamen damit den ersten Vorgeschmack auf ‘den Berg’ zum Haus hinauf) während Schwesterle den Hund (Nymphadora Tonks, kurz Tonks) in Obhut gab, dann fuhren wir in 2 Autos nach Interlaken zum Familienfest. Auch da kann man natürlich nicht einfach so parken, aber auch hier waren für uns Parkplätze organisiert worden - man musste allerdings bei unserer Ankunft erst mal absperrende Pflanzen wegräumen.

Das Haus meines Onkels und meiner Tante in Interlaken ist ein sehr altes Holzhaus mitten im Ort direkt an der Aare. Ich war schon jahrzehntelang nicht mehr dort, habe aber dunkle Erinnerungen an viele Zimmer, viel Holz und Schnitzereien, verwinkelte Gänge und einen verwirrenden vollgestopften Dachboden mit haufenweise Zeug drin, in dem wir Kinder übernachten durften. Und an ein Silvester, wo mein Onkel Raclette von einem halben Laib Käse, der vor dem offenen Kamin lag, mit einem riesigen Messer auf unsere Teller abstrich :-)

Das Haus wurde 1842 von Felix Mendelssohn-Bartholdy (ja, der Komponist) gezeichnet. Ich habe lang danach gesucht und habe die Zeichnung schließlich im Digital-Katalog der Staatsbiliothek Berlin gefunden (Mitte hinten rechts) :-) Yay!

Im Garten war ein großes Zelt aufgebaut und als wir kamen, sammelten sich so langsam die Gäste. Tante und Onkel kenne ich natürlich, aber meine 4 Cousinen und Cousins erkannte ich kaum mehr. Glücklicherweise erkannten die mich, auch wenn das ja schon ein bisserl peinlich ist ;-)

Im Laufe des Fests gab es großartige Musik von einem befreundeten Streich-Quartett, haufenweise tolles Essen von einem Caterer und mindestens genauso tolle Desserts verschiedener Gäste (wo mir dann einfiel, dass ich die geplanten Brownies vergessen hatte, aber naja, es reichte auch so für alle), viele Gespräche mit bekannten (eher wenige) und nicht bekannten (eher viele) Leuten (von denen die meisten aber doch irgendwie um Ecken verwandt waren, wir stellten uns immer vor und listeten die Beziehung zum Fest-Paar auf, also etwa ‘Tochter vom Bruder der Ehrendame und Ehemann’) und es war zugleich prima und anstrengend (wie üblich, wenn ich auf viele Leute treffe). Am Nachmittag hatten wir dann vom hintersten Garteneck einen Super-Blick auf die Jungfrau.

Wir (also MuP, Schwester-Familie und wir beide) waren unter den letzten, die gingen. Es war schon erstaunlich spät, als wir wieder im Chalet in Grindelwald aufschlugen.

Dort empfing uns Tonks mit überschwänglicher Freude und kriegte sich kaum mehr ein. Schwesterle war höchst erstaunt, denn eigentlich hatte sie den Hund eben erst abholen wollen. Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass die Tonks beim Pilzesuchen am Männlichen (weit, weit weg auf der gegenüber liegenden Talseite, rechts der Kleinen Scheidegg) den Hütern ausgebüxt war und irgendwie tatsächlich zurück zum Chalet gefunden hatte. Wie sie das geschafft hatte, verstand auch nach längerer Diskussion keiner. Die Hundehüterin war grenzenlos erleichtert, wir alle natürlich auch.

Abendessen brauchte nach dem Tag Völlerei keiner mehr, aber wir genossen den Blick mit dem ‘Gucki’ (neues Lieblingswort für Fernglas, dem Onkel-Wortschatz entnommen) auf die beinahe besonnte Eiger-Nordwand, die Mittelleggihütte, das Wetterhorn und überhaupt die ganze Umgebung vom Balkon aus. Das Chalet hat schon eine ganz einzigartige Lage. Später gab es noch ein Feierabend-Bier, dann beschlossen wir den Tag.


Der Kangoo parkt vor der Eiger Nordwand


Blick auf die Jungfrau vom Festgarten aus


Blick über Grindelwald


Nordwand im Abendlicht

Von engel am 17.09.2018 21:02 • diary

Da frage ich mich: Hast Du schweizerische Wurzeln oder ist die Schwester des Papa in die Schweiz ausgewandert? Bin schon gespannt auf die Tourenberichte!

[1] Von Sabine am 18.09.2018 21:08

Familiengeschichte ohne Migrationshintergrund gibt es ja kaum. Unser Migrationshintergrund ist aber teilweise im Osten.

Die Schweizer Verbindung kommt durch weitere Migration zustande: Meine Tante ist in die Schweiz weiter ausgewandert.

[2] Von engel am 18.09.2018 21:42

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