Man kann es einfach nicht übersehen, der Frühling ist da. Und zwar nicht nur kalendarisch und metereologisch und was es da sonst noch für Kriterien gibt, sondern richtig und wirklich und in echt. Auch wenn ich mich da jetzt (mal wieder?) unbeliebt mache: Gar so schnell müsste es doch wirklich nicht gehen!
Am Samstag starteten wir der Temperaturen wegen ziemlich früh ins Tannheimer Tal. Nicht früh genug, dann als wir um kurz nach sieben am Parkplatz Richtung Gaishorn losliefen, war der Schnee bereits (genau genommen: noch) nass und pappig. Nunja, damit hatten wir gerechnet, weiter oben würde es bestimmt besser werden. Bestimmt!
Das Wetter war nicht ganz so schön, wie vorhergesagt, aber dafür fühlte es sich an wie Hochsommer, als wir zum langen Hatsch zum Gaishorn starteten. Irgendwie vergisst man das doch immer wieder, auch dass der Weg ständig an der linken Talseite entlang führt, was aus verschiedenen Gründen weder mir noch dem besten Allgäuer von Allen wirklich gut tut.
Der Schnee wurde mit steigender Höhe nirgends besser, aber auch wenn seitlich schon die eine oder andere Wächte abrutschte, schien uns der regelmässig zerfahrene Nordhang doch sicher genug um ins Gaiseck aufzusteigen. In die eher selten befahrene steile Nordrinne (soll etwa 45 Grad haben) trauten wir uns nicht (andere schon), aber der Schnee lud dazu eh nicht ein.
Vom Gaiseck stapften wir noch rüber zum Gaishorn Gipfel, wo wir trotz der vielen Leute, die sich diese Tour ebenfalls ausgesucht hatten, erfreulich allein Tee und Aussicht geniessen konnten.
Die Abfahrt war wie erwartet nicht besonders erbaulich. Oben war der Schnee noch halbwegs kühl aber schwer und windverpresst und es bedurfte einigermassen Kraft, um vernünftige Schwünge hinzubekommen. Weiter unten war der Schnee dann so nass, dass sich die Ski regelrecht in den Sulz klebten und man kaum mehr voran kam. Trotzdem, auch eine unschöne Abfahrt ist besser als runter laufen ;-)
Am Nachmittag dann Kochertest auf der Terrasse: Pfannkuchen. Test war sehr erfolgreich und die Pfannkuchen haben prima geschmeckt. Was man allerdings zugeben muss: Der Kocher ist tatsächlich sehr sehr laut. Aber wenn man nicht grade auf der Terrasse neben den Nachbarn kocht, spielt das vermutlich keine grosse Rolle.
Der Sonntag erfreute uns vormittags erst mal mit ausdauerndem Schnürlregen. Sehr zu Ralles Bedauern, denn der hätte gerne die neuste Errungenschaft getestet: eine Kraxe. So daddelten wir erst mal daheim umanand, bis es Mittags rum aufzuklaren schien. Zumindest liess der Regen nach und es gab sogar trockene Abschnitte. Ein bisserl unwillig zwar, aber ich liess mich überreden, nochmal auf den bewährten Grünten zu steigen.
Der beste Allgäuer von Allen belud seine Kraxe mit allerlei mit Wasser gefüllten Behältnissen (am Ende waren es gut 20 Kilo, rechneten wir aus) und erklärte mir, dass auch ich Trainig nötig habe, als ich meinte, ich würde doch lieber ohne Gewicht raus gehen. Nun gut, lud ich mir halt auch schnell noch 15 Kilo oder so in den Rucksack (mehr Wassersäcke waren nicht aufzutreiben).
Entsprechend langsam stapften wir dann los. Es war natürlich anstrengend, aber eigentlich weniger als befürchtet. Allerdings machte sich das Gewicht bei den diversen eisigen Stellen, die es natürlich zuhauf gab, doch bemerkbar. Mit soviel Gewicht am Buckel wird man ziemlich schwerfällig und ein Ausrutscher lässt sich nicht mehr so einfach abfangen.
Wir gingen bis zum Grünten-Haus und kippten dort das Wasser für den Abstieg wieder aus. Ich hatte das bereits kurz vorher erledigt, als wir aus dem Wald ins freie Gelände kamen, weil es da zu regnen anfing und ich unter der Regenjacke nicht so schwitzen wollte. Wenn man plötzlich 15 oder gar 20 Kilo leichter ist, kommt man sich anfangs so vor als schwebe man. Die Realität holt einen dann aber doch bald ein, denn obwohl man zu schweben scheint, bricht man im nassen Schnee genauso leicht ein wie vorher ;-)
Die Kraxe wurde nach der Aktion jedenfalls für gut befunden. Und die Ortovox Wassersäcke sind auch nach Jahren noch einwandfrei dicht, ist ja auch eine ganz praktische Erkenntnis :-) Bildchen wieder nach dem Sprung.

Anfangs geht es durch den Wald (und es ist furchtbar warm da)

Es dauert lang, aber der Talschluss kommt näher

Das letzte Stück zum Gipfel dann zu Fuss

Ralle am Gipfelkreuz

Abfahrt (schaut viel dynamischer aus als es war)

Kochertest (das rote in der Mitte ist das glühende Metall unter der farblosen Flamme)

Pfannkuchen!

Der Ralle trägt schwer

Ich nicht ganz so

Natürlich regnet es dann doch wieder

Endlich oben.
ich komme nicht umhin, wohin geht den dann im urlaub. zelt und schlafsack nicht vergessen wenn man einen kocher hat, das gehoert schon zusammen. so 20kg sind sehr schnell erreicht.
Das erzähl ich dann schon noch zur rechten Zeit, Rolf :-) Weit weg, hoch hinaus, hoffe ich jedenfalls.
20 Kilo dürfte so ziemlich das aller-äusserste Limit sein, was wir in der Höhe tragen können. Auf den Insel-Urlauben sind wir teils mit 25 und 30 Kilo (einschliesslich Wasser) rumgelaufen, aber das war zwischen 0m und 2000m, da trägt man leichter. Ja, 20 Kilo hat man schnell beinander!