Und dann war da der Sonntag nach dem Samstag, an dem wir den besten Schnee des Jahres erwischt hatten. Frohgemut und voller Erwartung starteten wir wieder ins Kleine Walsertal. Beim Näherkommen zeigte sich aber, dass die Sache mit dem Schnee heute ganz und gar anders war: Fönsturm. Lange Schneefahnen bliesen das schöne weisse Zeug von den Gipfeln.

Lange Eiszapfen in Baad
War auch ziemlich warm, als wire am inzwischen frei geräumten Parkplatz in Baad starteten. Erst mal geht es ein ganzes Stück hinter ins Duratal. Die Spur führte nach der unteren Alp weiter in den Talschluss.

Auf dem Sommerweg zur Tura-Alpe
Beim letzten Mal waren wir auf der ersten freien Wiese schon nach oben abgebogen, so wie das auch im Führer beschrieben ist, wo da aber nun schon mal eine Spur war, wollten wir mal sehen, wie es sich auf dem Sommerweg zur Inneren Tura-Alpe aufsteigt.

Im Aufstieg auf dem Sommerweg
Interessant kann man das zusammenfassen, der Weg schlängelt sich in grossen und kleinen Kehren mal steil mal flach durch Buschwerk und lichten Wald. Ganz nett zum Aufsteigen aber definitiv nichts zum Abfahren, auch wenn es natürlich Abfahrtsspuren gab.

Wir nähern uns dem Grünhorn
Als wir den Wald hinter uns gelassen hatten und uns der Inneren Tura-Alpe näherten, kamen wir zum ersten Mal voll in den Fönsturm. Der Schnee fegte in Böen meterhoch und uns natürlich direkt ins Gesicht. Der weitere Aufstieg zum Grünhorn war deswegen stellenweise ein bisserl lästig, aber im Grossen und Ganzen hielt sich der Sturm eher über uns auf.

Pause in einer wingeschützten Mulde vor dem Widderstein
In einer windgeschützten Mulde vor dem Gipfelhang machten wir eine Teepause und stiegen dann zum Gipfel auf. Oben war der Wind erstaunlicherweise weniger schlimm, als unten, wo die Böen gefegt hatten. Während unserer Pause traf auch ein alter Bekannter am Gipfel ein, der Benni nämlich :-)

Benni am Gipfel
Die Abfahrt zur Inneren Tura-Alpe war oben ziemlich scheusslich, weil der Schnee abwechselnd weich und grundlos oder hart mit einem festen ‘Deckel’ war. Natürlich konnte man das selten vorher schon sehen. Weiter unten fanden sich dann aber doch ein paar Hänge, an denen wir wunderschöne Schwünge machen konnten.
An der Alpe zogen wir wieder Felle auf und stiegen Richtung der Ochsenköpfe auf, um auf der ‘normalen’ Aufstiegspur abzufahren. Wo wir dann schon mal dabei waren, stiegen wir gleich mal weiter auf einen der mittleren Ochsenköpfe (nicht meine Idee natürlich ;-)).

Im Sturm an einem der Ochsenköpfe
Dort war der Sturm dann wirklich bemerkenswert, wir mussten uns regelrecht gegen den Wind lehnen, um nicht umgeblasen zu werden. Der Wind war so stark, dass wir uns beim Abfellen nicht mal unterhalten konnten, weil uns die Worte sozusagen direkt von den Lippen geblasen wurden.

Blick auf die fönsturm-geplagten Gipfel (Schneefahnen!)
Oben war der Schnee natürlich immer noch widerlich, weiter unten gab es aber auch hier wieder schöne Hänge, über die wir schweben konnten. Nicht ganz der Skitourentraum, den wir erwartet hatten, aber ein sehr schöner Tag :-)