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Hählekopf

Montag, Januar 26, 2009

Für den Sonntag hatten wir uns den Hählekopf ausgesucht. Eigentlich eine eher ungeliebte ‘Hatsch-Tour’, weil man da so einen langen nahezu ebenen Zustieg hat, aber angesichts des LLBs kamen nicht allzuviele Touren in Frage und um Baad rum waren wir ja in letzter Zeit schon überall.

Wir starteten also weit vor den Skifahrern ins Kleine Walsertal und parkten bei den Ifen-Liften. Oder vielmehr weit weit vor den Ifen-Liften, weil die Liftbetreiber den Tourengehern das allerallerletzte Stück des Parkplatzes zugewiesen haben. Was genau genommen eigentlich egal ist, weil man als Tourengeher ja eh zum Laufen da ist, aber wenn man einen Kilometer am Parkplatz entlang laufen muss, nervt das doch ein bisschen. So ist das halt mit den modernen Sportlern, die nehmen den Lift ins Fitnesscenter und so ;-)

Wir hatten unsere Ankunft ein wenig ungeschickt gelegt, denn mit uns liefen gleichzeitig 10 andere Leute los. Es ist ja nicht so, dass man auf so einer vielbegangen Tour wie dem Hählekopf erwarten kann, einsam und allein zu sein, aber so viele Leute auf dem Haufen müssen es ja auch nicht sein. Wir legten auf der langen Talstrecke einen Zahn zu und liessen die Gruppen bald hinter uns. Um mich zu wiederholen: Es ist wunderschön da hinten, auch wenn es leider recht flach ist ;-)


Anmarsch zur Melköde

Bei der Melköde geht es zum Hählekopf rechts hinauf. Als wir das letzte Mal dort hinauf gingen hatten wir ja Whiteout und haben uns blind auf die Spur verlassen, die uns dann auch in der richtigen Höhe durch den Wald zum Normalaufstieg hinauf geführt hat. Auch diesmal hatte es eine Spur, der wir natürlich nachtappten. Auch dann noch, als ich mir dachte, dass wir da letztes Jahr keinesfalls auf diesem Hang soooo weit hinauf gestiegen waren. Und überhaupt - wo waren denn die Abfahrtsspuren?


Da durch?

Andererseits war es ein hübscher Aufstieg und wir unterhielten uns gut. Als ich dann meinte, dass wir nun aber wirklich zu hoch seien, bestätigte sich das umgehend, denn die Spur verschwand im Jungwald. Hachja, die Scheu der Skibergsteiger, auch nur einen Höhenmeter zu verschenken. Anstatt vernünftigerweise 100 oder 200 Höhenmeter abzufahren, wurschtelten wir uns der Spur nach durch den Wald, was erstens zu einem rückwärtigen Beinahe-Absturz des besten Allgäuers von Allen in ein Schneeloch unter einem Baum führte und zweitens trotzdem diverse Extra-Höhenmeter kostete, die jeweils in elegantem befellten Pflugstil zurückgelegt werden mussten (was natürlich auch nicht ohne Stürze abging ;-)).


War doch gar nicht schlimm.

Schande über uns, beim nächsten Mal drehen wir um, wenn wir schon wissen, dass wir falsch sind. Von den nachsteigenden Gruppen (viele) drehte natürlich auch keine um. Nachdem wir uns dem Normalaufstieg näherten, war die Gegend übrigens geradezu kitschig schön, so dass mich der umständliche Aufstieg überhaupt nicht störte.


Aufstieg durch Postkartenlandschaft

Weiter ging es dem Normalweg folgend über weite flache Ebenen an einer Alpe (Name vergessen) vorbei und schliesslich auf der Westseite des Grates hinauf zum Hählekopf. Endlos weit und völlig unnötig, wir hätten besser mal unsere eigene Spur die Ostseite vom Hählekopf hinauf gelegt, zumal die Westseite des Grates harschig und abgeblasen war, was die lange Querung ziemlich unangenehm machte.


Nach endlosem Marsch endlich der Gipfel (weit voraus)

Am Gipfel war es ungemütlich und frisch, so dass wir nicht lang blieben. Unseren Plan, die Nordseite abzufahren hatten schon andere in die Tat umgesetzt. Der Schnee im Gipfelhang sah Klasse aus, so dass es keine Zeit zu verlieren galt, denn die Gegend war mit Riesengruppen Skibergsteigern und Schneeschuhgängern geradezu überfüllt. Nix wie weg und den guten Schnee nützen so lang es ihn noch gibt!


Die letzten Meter

Die Abfahrt war wunderbar, der verwehte Schnee der Nordseite war gerade fest genug, um über dem Harschdeckel zu tragen und gerade locker genug, um lockeres Wedeln zu ermöglichen. Weiter unten gab es dann noch eine dünne Eisschicht auf dem Pulver, die man anhand der ‘pickeligen’ Oberfläche aber wunderbar erkennen konnte.

An der Alpe machten wir noch gemütlich in der Sonne Pause (umzingelt von knapp 30 Schneeschuhgehern), bevor uns auf dem richtigen Weg ins Tal begaben. Neben einer interessanten Abfahrt über eine Wächte über einer Geländerippe, fanden wir noch andere weite unberührte Schneeflächen, in die wir nette Kringelspuren nebeneinander legen konnten :-)


Hachja, ist schon schön da hinten

Das lange Tal zurück zur Auenhütte war runterwärts fast genauso nervig wie raufwärts, weil man da eben nicht alles abfahren kann sondern immer wieder schieben und sogar nochmal aufsteigen muss. Alles in allem war es ein wunderbar Tourentag, an dem wir trotz der vielen Leute meistens ziemlich allein unterwegs waren.

Von engel am 26.01.2009 21:18 • outdoorski
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