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Karlstor

Montag, Dezember 15, 2008

Eine Skitour sollte es am Samstag sein, soviel war klar, schliesslich hatte es frisch geschneit. Nur auf ein Ziel konnten wir uns lang nicht einigen. Schliesslich nahmen wir uns den Breitenberg bei Hindelang vor, vergassen abends zu packen und kamen am Samstag dann deswegen doch ziemlich spät erst weg.

Kurz vor Sonnthofen dann besorgte Blicke auf die kläglichen Schneereste am Rand der Schnellstrasse. Irgendwie hatten wir die Schneemengen doch unterschätzt. Also weiter nach Baad, dass der Schnee da reichen würde, wussten wir ja schon. Der Bärenkopf hat schöne Wiesenhänge, da kann dann auch kein böser Stein den Skibelag beschädigen, dachten wir uns, denn wir hatten die neuen Ski dabei.

In Baad lagen 10 cm Schnee auf eisigem Untergrund, der Parkplatz war noch immer nicht geräumt. Inzwischen waren wir doch eher spät dran und alle ‘guten’ Plätze waren weg. Wir rutschten mit dem Kangoo ein bisserl im Schnee umher und parkten dann mit Erlaubnis der Besitzerin direkt vor dem Souvenirladen.


Blick zu den beiden Widdersteinen

Die Scharen der Tourengeher verteilten sich auf die Güntlespitze und den Gamsfuss, daher waren wir bald recht allein unterwegs. Nicht ganz allerdings, es gab bereits eine frische Spur. Wir sahen auch bald, wo die hinführte - zum Karlstor nämlich. Der lange Hang sah Klasse aus, eine dicke weisse Pulverschicht lachte uns an. Eigentlich - eigentlich müsste der Schnee doch auch dafür reichen, oder? Und am Bärenkopf war der Gipfelbereich bestimmt ziemlich abgeblasen, Gras hin oder her.


Ok, gehen wir zum Karlstor

Kurzentschlossen entschieden wir uns ein zweites Mal um und stiegen den Vorsteigern nach zum Karlstor hinauf. Die Rinne zwischen den beiden Widdersteinen schaut wenn man drin steht nicht allzu lang aus, aber das ist eine gewaltige optische Täuschung, wie man von Weitem gut sehen kann. Auch ohne spuren zu müssen war es einigermassen anstrengend hinauf zu kommen.

Das Wetter, das in der Früh eher bescheiden ausgesehen hatte, so dass wir vorsichtshalber sogar Skibrillen mitgenommen hatten, wurde schöner und schöner. Wir bekamen davon allerdings in der engen nordseitigen Rinne kaum etwas davon mit.


Der Föhn kommt durch

Es war ziemlich frisch als wir oben in der Scharte ankamen. Wir suchten uns einen halbwegs windgeschützten Platz und machten nur eine kurze Pause. So ganz glücklich waren wir nicht mehr mit dem Tourenziel. Es war eisig von der schönen Sonne rundrum bekamen wir nichts mit und so ganz toll sah die Sache mit dem Schnee anscheinend doch nicht aus, einer der Vorsteiger hatte bei der Abfahrt laut und unschön einen Felsen gerammt (die armen Ski!).

Schliesslich machten wir uns an die Abfahrt. Erst mal galt es in den Hang rüber zu queren, wobei wir um viele Felsen navigieren mussten. Dann aber ... es war der wahre Skifahrertraum!


Der Traumhang :-)

Nahezu unverspurter, eisig stiebender Pulverschnee, durch den man mit minimalem Kraftaufwand einfach nur schweben konnte :-) Wir legten beide perfekte Spuren hin, neidisch (sag ich jetzt mal so) beobachtet von den jetzt erst Aufsteigenden und waren beinahe traurig, als wir unten angekommen waren. Es gibt Zeiten und Hänge, die dürften nie aufhören!

Das Bärgunttal schenkte uns dann unten noch ein wenig Sonne und einen kitschig schönen Rückblick auf eine winterliche Traumlandschaft. Hach! :-)


Winterwunderlandschaft

Von engel am 15.12.2008 23:22 • outdoorski
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