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Knie, blau

Mittwoch, Februar 04, 2015

Samstag in der Früh hatte es frischen Schnee und schönes Wetter war vorhergesagt. Baad schien uns in letzter Zeit allzu überlaufen, daher versuchten wir uns mal wieder im Tannheimer Tal. Auf der Krinnenspitze waren wir schon lang nicht mehr.

Wir kamen (mal wieder) zu spät los und landeten erst im Skifahrer-Stau dann hinter zwei Pflügen. Deswegen war wir erst um 9:30h am Haldensee. Und zogen dennoch die erste Spur in den frischen Schnee auf dem Forstweg ins Strindental. Wir waren überaus erstaunt.

Die (alte) Spur führte, anders als wir bisher gegangen waren, über die Edenalpe und den Sommerweg zum Rücken zur Krinnenspitze. Das ist im Winter mit all dem frischen Schnee geradezu kitschig schön und wir waren immer und immer wieder fasziniert, dass es unten im Kar und rüber zum Litnisschrofen keine einzige Spur hatte.

Der Rücken war unglaublich abgeblasen, aber es fand sich doch sowas wie Schnee zum Laufen in einer Mulde. Was gut war, denn wir waren angesichts des Neuschnees mit den neuen Skiern unterwegs. Auf der Querung zum Gipfel meinte ich zwei Mal ein Wumm-Geräusch zu vernehmen, aber unter den Skiern war eigentlich nicht genügend Schnee dafür.

Des Rätsels Lösung offenbarte sich als wir in die Nord (-West)-Seite der Krinnenspitze schauen konnten. Kurz vorher hatten Skitourer 2 Lawinen im nordseitigen Steilgelände beim Übergang von wenig zu viel Schnee (also genau da wo der LLB die größte Gefahr benannt hatte) ausgelöst. Beobachtungen der Leute am Gipfel zufolge per Fernauslösung, ohne direkte Beteiligung von Leuten.

Nach einer ausgiebigen und gemütlichen Pause in der Sonne machten wir uns an die Abfahrt. Wir fuhren nicht über den abgewehten Rücken ab, sondern hielten uns an den Rand der südwestseitigen Rinne, wo unterhalb der Latschen viel schöner Schnee zu liegen schien. Der war zwar durch die Sonneneinstrahlung schon ziemlich schwer geworden, aber er ließ sich noch immer recht gut fahren. Während ich mit meinen neuen Skiern schon ganz gut zurecht komme, kämpft der beste Allgäuer von Allen noch mit der Umstellung.

So richtig gut (leicht, locker, fluffig) wurde der Schnee unten im Kar, wo die Sonne noch nicht so richtig hinein gekommen war. Da war es eine Freude zu fahren :-)

Wenn man den Kargrund erst mal erreicht hat, sind die Abfahrtsfreuden eigentlich vorbei. Erst muss man noch ein Stück fast waagerecht durchs Kar, dann im Wald auf dem Sommerweg rumrutschen und schließlich auf dem Forstweg ins Tal abfahren. Das Zuckerl an der Krinnenspitze ist eher, dass man so schön allein unterwegs ist :-)

Kurz bevor man auf den Sommerweg kommt, hat es eine Steilstufe. Bisher konnte man die einfach mit zwei Schwüngen abfahren, aber da es letzten Samstag (noch?) recht wenig Schnee hatte, sahen wir das erste Mal, was sich unter der Steilstufe verbirgt: ein Felsabsatz. Oha!

Mit etwas Schwung (und Mut und Können) hätte man die kleine Wand wohl einfach mit einem beherzten Sprung überwinden können. Wir standen aber nun schon direkt auf dem Absatz mit dem Felsen und Schwung war nicht. Mut auch nicht bei mir, selbst wenn das Können eventuell ausreicht hätte. Schlimmer war aber, dass am potentiellen Landeplatz auch Felsen aus dem steilen Schnee zu schauen schienen, was den neuen Skiern dann eher nicht gut getan hätte.

Wir nahmen daher den vernünftigen (und vermutlich feigen) Ausweg und beschlossen abzuklettern. Der beste Allgäuer von Allen stieg als erster ab und nahm die Ski entgegen. Dann war ich dran. Ähem.

Inzwischen war noch mehr Schnee abgerutscht, so dass noch mehr Felsen zu sehen waren. Ich stieg vorsichtig so weit wie möglich runter und ließ mich dann den letzten Meter abrutschen. Ganz kurz schien ich am eigentlichen ‘Landeplatz’ stehen zu bleiben, dann rutschte ich noch ein Stück weiter ab und plötzlich war da nichts mehr unter meinen Stiefeln und ich stand 2 Meter weiter unten im bauchtiefen Schnee. Offensichtlich hatte es da noch mehr Felsabsätze und ich war grad über den Nächsten gesaust. Dabei - siehe Überschrift - hatte ich mir dann wohl auch das Knie angehauen, allerdings merkte ich das zu dem Zeitpunkt noch nicht.

Ich kabbelte mühsam über die Felsen hinauf zu meinen Skiern und schnallte mir die wieder unter. So mit Latten unter den Füßen ist man im tiefen Schnee doch besser aufgehoben ;-)

Im Wald auf dem Sommerweg legten wir uns dann beide dank unter dem Schnee versteckter Hindernisse noch arg ungeschickt in den Schnee, so dass wir nur mit Abschnallen und Zurückklettern wieder auf den Sommerweg kamen, um weiter abfahren zu können. Weder den Skiern noch uns war etwas passiert (außer Schnee allüberall), so war das nicht weiter tragisch. Alles in Allem: Abenteuer-Skitour!


Die Tannheimer


Die schönste Seite des Winters


Der abgeblasene Rücken


Am Krinnenspitzengipfel


Abfahrt


Schöne einsame Spuren :-)


Zweifel vorm Abstieg

Von engel am 04.02.2015 20:42 • outdoorski
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