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LQ4 - Roggalspitze

Donnerstag, Oktober 18, 2012

03.10.2012

Der ursprüngliche Plan für den schönsten und stabilsten Tag der Woche war gewesen, die Roggalspitze Nordkante zu klettern. Die dürfte mit maximal IV grad so unser alpines Niveau haben. Aber nach dem kühlen Wind der letzten Tage, an denen wir selbst in geschützten Mulden ein wenig gefroren hatten, liess die Aussicht auf langes Stehen am Stand im Schatten an einer Kante, die dem Wind vermutlich voll ausgesetzt ist, eher unansprechend erscheinen. Wir liessen die Kletterei sausen und nahmen uns den Normalweg vor, der ja immerhin auch 2 IIer-Stellen haben soll.

Wegen des ungeschickten Busfahrplans fuhren wir mit dem Auto zum Spullersee. Ob man zu zweit mit dem Auto fährt oder den Bus nimmt, ist aus Maut-technischer Sicht fast egal (6? Bus oder 10? Auto), aber ich stelle mir vor, dass es zur Hochsaison ganz schön eng wird auf den Spullerseeparkplatz, der ungefähr 10 Plätze umfasst.

Fröstelnd (Schatten, Wind, Reif auf den Gräsern) marschierten wir Richtung Ravensburger Hütte und daran vorbei auf die Rogalspitze zu. Dabei schafften wir es sehr schön, immer deutlich vor der Sonne (die noch hinter der Roggalspitze stand) unterwegs zu sein und schauten die ersten anderthalb Stunden aus dem frostigen Schatten sehnsüchtig in die wärmstens angeleuchteten Matten rundrum.

Zur Roggalspitze geht man laut unserem alten Führer ‘Steigspuren’ nach. Inzwischen ist das ein ziemlich deutlich ausgetretener Pfad, den man nur an wenigen Stellen verlieren kann. Nachdem wir auf engen Spitzkehren Höhe unter der Roggalspitze gewonnen hatten, führte uns der Pfad endlich in die Sonne. So richtig warm war es trotzdem nicht, weil es nach wie vor diesen kühlen Wind hatte.

Wir folgten der Spur weiter zum Einstieg und stellten fest, dass der Normalweg auf die Roggalspitze inzwischen mit einem Drahtseil versehen ist. Das aber keinen Klettersteig darstellt, wie 2 Schilder deutlichst klarstellen. Für den Einstieg fand ich das Drahtseil nicht schlecht, denn aus der Beschreibung im Führer hätte ich den Einstieg zum Normalweg vermutlich nicht gefunden.

Nachdem wir links der Platten auf einen kleinen Absatz hinauf geklettert waren, ging es nach rechts in die grosse steile bröselige Rinne, die man bis fast zum Ende hinauf krabbeln muss. Also Klettern sieht anders aus, dachte ich mir dabei nicht nur einmal. Schwer ist das alles nicht, aber stellenweise schon ein wenig unangenehm. Man hat die Wahl, dem Seil am linken Rand der Rinne zu folgen, wo es entweder noch bröseliger ist oder wo man noch steiler auf festen Fels treten kann oder irgendwo in der Rinne durch sehr steilen feinen Schutt zu stapfen. Schön ist beides nicht.

Am oberen Ende der Bröselrinne führt das Seil über schön festen plattigen Fels in steiles Schrofengelände, das richtig Spass macht (ohne das Seil würde man noch ein Stück weiter im Gebrösel aufsteigen und dann in die Schrofen queren). Der Steig ist auch ohne das Seil deutlich (das oft den kürzesten Weg nimmt, so dass man auf den alten Trittspuren angenehmer unterwegs ist) und man wird in unterhaltsamem Gelände zum Gipfel geführt.

Am Gipfel erwartete uns ein absolut grossartiger Blick in alle Richtungen. Wir versuchten natürlich in die Kletterroute der Nordkante zu schauen, allerdings sah man von oben nicht viel - nur dass es da ordentlich Schatten hatte, was die Entscheidung, diesmal dort nicht hinauf zu klettern bestätigte. Denn auch oben in der Sonne liess uns der Wind bald fröstelnd Schutz suchen. Im Aufstieg war der Wind nicht sehr aufgefallen, sobald wir oben aber zur Ruhe kamen, war es frisch.

Daher machten wir uns auch bald an den Abstieg. Am Einstieg, wo die Sonne voll hinbrannte und nicht das leiseste Lüftchen zu spüren war, schien uns die Aussicht, am Alpsee direkt unter uns eine ausgiebige Pause in der Sonne zu machen, sehr ansprechend. Wir stiegen quer durchs Gelände zum Alpsee ab (dabei sahen wir den ersten Menschen des Tages).

Der Alpsee ist nur eine grössere Pfütze, liegt aber sehr schön inmitten einer welligen grünen Hügellandschaft. Am hinteren Ende gibt es fast so etwas wie eine Liegewiese, also eine grössere Fläche, die nur sanft geneigt ist. Dort gedachten wir eine längere Pause zu machen. Die ‘Liegewiese war sogar nahezu windgeschützt :-)

Wir machten zunächst Fotos und versuchten dann, wenigstens mit den Füssen in den See zu steigen. Das war allerdings alles andere als einfach, denn die Pfütze hat rundherum ein wenigstens halbmeterhohes Ufer und der Untergrund im See sieht so aus, als würde man da umgehend mindestens bis zu den Waden versinken. Die Temperaturen (Wasser, Luft) legen einen beherzten Sprung in den See nicht wirklich nahe, daher spazierten wir erst mal halb um den See herum, bis wir eine flachere Stelle fanden. Ganz schön kalt das Wasser! (Die Kameras hatten wir leider vergessen.)

Unsere schöne Sonnenpause fiel leider recht kurz aus, denn von hinten zogen Wolken auf. Und ohne Sonne war es einfach nicht warm genug, um gemütlich im Gras herum zu liegen. Wir machten uns auf den Weg zur Ravensburger Hütte, wo Kaffee und Kuchen warteten. Weil aber noch viel Zeit war, machten wir noch einen barfüssigen Umweg durch und über die Hügel zwischen dem Alpsee und der Braazer Staffel, bevor wir einkehrten.

Wir liessen uns extra Zeit mit dem Rückweg zum Auto, damit der letzte Bus die schmale Strasse bereits verlassen haben würde, bis wir kamen. Nach der Maustelle sahen wir in Zug dann einen Pickup, auf dessen Ladefläche ein Hirsch mit einem beeindruckenden Geweih (wievel Enden das Geweih hatte, haben wir nicht gezählt) und Grünzeug in der Nase lag. Pfff! In Lech und Zug wimmelt es nur so von Jägern, habe ich ja schon mal erwähnt.

Diesmal kochten wir Abends selber (Fleischpflanzl und Bratkartoffeln) und waren mit Geschmack und Menge hochzufrieden :-)
Mit dem Preis auch ;-)


Erstes Licht an Roter Wand und Hochlichtspitze, Rauhreif im Gras


Spullersee mal wieder


Auf dem Weg zur Roggalspitze


Einstieg


Ohja, da geht es hinauf ...


... durch dieses Bröselzeug


Endlich schönes Schrofengelände


Am Roggalspitze-Gipfel


Der kleine Alpsee vor dem Spuller Schafberg


Abstieg zum See


Nachmittägliche Barfussrunde


Abends ziehen Nebel und Wolken rein

Von engel am 18.10.2012 21:00 • diaryurlauboutdoorberg
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