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Mittwoch, 29.03.2017: Dreiländerspitze

Sonntag, April 09, 2017

Am Vorabend waren Wolken aufgezogen und wir hatten schon Sorge gehabt, ob das mit dem Wetter so perfekt wie bisher weiter gehen würde. Aber ja, es ging. Als wir uns nach dem Frühstück für die Tour aufrödelten, lösten sich die Wolken gerade auf :-)

Der Weg zur Dreiländerspitze ist viel bequemer als der zum Ochsenkopf, weil man nicht so endlos queren muss. Stattdessen kann man ganz gemütlich sanft ansteigend hinter der Hütte über weite Hänge losgehen. Das Knie mochte das sehr, nicht immer so hart seitlich in den Berg drücken zu müssen.

Anfangs waren wir fast allein in dieser Richtung unterwegs, aber bald sammelte sich hinter uns eine Riesengruppe. Wir hatten schon Sorge, dass es am Grat vielleicht eng werden würde und zu Staus kommen könnte. Aber das war die Riesengruppe Franzosen, die schon gestern alle Scharten abgeklappert hatten ohne auf einen Gipfel zu steigen. Eine Dame erzählte uns, dass sie alle auf dem Weg zur Jamtal Hütte seien. Wir fanden das prima :-)

Vor dem Steilhang zum Grat machten wir Pause und legten dann die Gurte an und das Seil bereit. Der Anstieg und die Querung sahen schwierig aus, waren dann aber beim Näherkommen doch nicht ganz so steil und hart, wie sie ausgesehen hatten. Wir kamen ohne Probleme in der Scharte im Grat an und stellten die Ski in den sehr schön bereits flach getrampelten Stufen ab und legten die Steigeisen an.

Die paar Leute, die bereits am Grat unterwegs waren, waren alle ohne Rucksack unterwegs. Klar, damit ist Klettern etwas leichter, aber ein leerer Rucksack wiegt nicht viel und wo soll man denn all die wichtigen Dinge wie GPS und Kamera (und vielleicht auch Geld und Handy und Erste-Hilfe Packl oder sowas) unterbringen, wenn man nichts dabei hat? Wir nahmen die Rucksäcke mit.

Die Spur war breit ausgetreten und hatte in den steileren Passagen schöne gut zu gehende Stufen. Was von der Ferne abenteuerlich steil und ausgesetzt ausgesehen hatte, war von der Nähe nur halb so schlimm. Der Schnee hielt bombenfest und der blockige Grat war gut zu gehen. Allerdings ist der Grat tatsächlich sehr ausgesetzt, so dass wir an der steilsten Stelle das Seil auspackten und sicherten.

Auch den Übergang von der letzten Erhebung zum eigentlichen Gipfelaufbau, wo man kurz in eine Scharte absteigen und dann im Schnee recht steil ab und wieder aufsteigen muss, sicherten wir vorsichtshalber. Wir legten dazu das Seil kurz direkt in die Öse des Borhakens (weil es so schön bequem auch für den zweiten Sicherung von oben bedeutete), aber das war nicht so gut, denn das gab ein Kuddelmuddel mit einer 6er-Gruppe, die gerade vom Gipfel direkt über den Grat abkletterte. Der Bergführer guckte uns schon zu Recht ein wenig genervt an. Seine Gruppe musste deswegen ein paar Minuten warten.

Am Gipfel waren wir kurz allein (Yay!), was auch gut so war, denn der Gipfel ist gerade mal handtuchgroß. Es passt das Gipfelkreuz drauf, die 3-Länder-Plakette und etwa anderthalb Leute. Das Gipfelkreuz ist nicht sehr groß, aber man kann trotzdem nicht weit genug weg davon, um es ganz auf ein Foto zu bekommen ;-)

Unsere Nachfolger waren schon auf dem Weg und so machten wir uns dran, wie die 6er-Gruppe über den Grat zu klettern. Das ist ein IIer-Blockgrat und er ist natürlich ausgesetzt. Was mit Bergstiefeln und Gummisohlen vermutlich gar nicht allzu schwierig gewesen wäre, wird mit Steigeisen an Skistiefeln durchaus zu einer Aufgabe. Ohne Seil hätte ich das nicht gemacht, aber dazu hatten wir das ja dabei.

Mit Steigeisen auf Felsen rumschrammen ist bestimmt nur Übungssache und man bekommt mit der Zeit sicherlich raus, was da alles so hält. Wir haben aber keine Übung und so war der Anfang des Grates, wo man gerade so nicht sehen kann, wohin man die Füße setzen kann, eine rechte Zitterpartie. Aber es ging alles gut und wir kamen problemlos über die Scharte zurück zum Vorgipfel. Der Abstieg zu den Skiern war dann relativ einfach, auch wenn wir unten in der Steilstelle nochmal das Seil rausholten.

Im unteren Teil des Abstiegs zu den Skiern fiel mir dann im Schnee ein Steigeisen von den Stiefeln, was mich sehr erstaunte, denn erstens hatte ich sie wirkllich fest angezogen und zudem war ich ja kurz vorher noch mit genau diesen Eisen im Fels rumgeklettert. Bei genauerer Betrachtung sah es dann so aus, als seien die neuen Skistiefel nicht für Kipphebel-Steigeisen geeignet. Im Abstieg, wo sich der Schaft sehr weit nach hinten runter bewegen kann, drückt der Schaft den Kipphebel auf.
Nachträgliche Recherche: Ja, die Scarpa F1 TR sind nicht für Kipphebel Steigeisen geeignet. Meh!

Wir fuhren in die Ochsenscharte ab und machten dort Pause in der Sonne. Lang und gemütlich und warm.

Eigentlich wollten wir ja nicht so besonders früh zurück zur Hütte, aber wenn man die Dreiländerspitze macht (was keine allzu lange Tour ist, auch nicht, wenn man sich wirklich viel Zeit lässt), sind schöne Zusatzziele für Skitourer rar. Wir machten also noch ein wenig Pause, bis wir fast in der Sonne eingeschlafen waren und fuhren dann zurück zur Hütte.

Dort gönnten wir uns Kaspressknödelsuppe (sehr fein) und Weißbier und noch mehr Sonne. Danach gingen wir duschen, was ein Luxus! Zum Abendessen gab es Knoblauchcremesuppe, Kassler mit Sauerkraut und Kartoffelbrei und Panna Cotta. das Sauerkraut kam bei den anderen HP-Gästen nicht besonders gut an (wir vermuten, das ist was sehr Germanisches, also nur für Deutsche, Österreicher, Schweizer und das mag sonst keiner), wir fanden das Essen aber sehr gut. Danach galt es nur noch auszuhalten, bis Bett-Zeit war.


Die Wolken lösen sich auf


Auf dem Weg in die Sonne ...


... und zur Dreiländerspitze


Die letzten Meter zum Skidepot


Aufstieg über den Grat


In der Steilstelle wird gesichert


Am Gipfel, hinten der Piz Buin


Die Dreiländer-Plakette


Abklettern über den Grat


Abfahrt zur Ochsenscharte


Die letzten Meter zur Hütte

Von engel am 09.04.2017 05:47 • outdoorski
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