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Montag, 13.08.2018: Punktlandung

Dienstag, August 28, 2018

Das Wetter für Montag war signifikant schlechter geworden und wir diskutierten lang, ob wir es wagen sollten, ausgerechnet ins Parzinn zu fahren, wo es erfahrungsgemäß immer als erstes regnet. Aber die Gewitter waren erst für den Nachmittag angesagt und bis dahin würden wir ja schon wieder im Abstieg sein. Dachten wir jedenfalls.

Also fuhren wir bei schönstem blauen Himmel nach Boden und radelten zur Materialseilbahn. Es war kühl und reichlich feucht, so dass wir schwitzten (eher: kondensierten), obwohl uns bestenfalls mäßig warm war. Als wir in die Sonne kamen, änderte sich das. Da schwitzten wir und es war uns warm ;-)

Von der Hütte aus sieht man das nächste Zwischenziel, die Scharte, und das sieht echt nicht weit aus. Das ist aber eine optische Täuschung, denn erst läuft man eine Weile durch ein idyllisches Gras-Latschen-Findling-Feld, wo es dauernd hoch und runter geht und dann muss man im Geröll in die Scharte hinauf und das ziiiieht sich endlos. Und ist anstrengend.

In der Scharte machten wir kurz Pause und betrachteten das Wetter. Wir rechneten mit etwa 2 1/2 Stunden Kraxeln zum Gipfel und wieder zurück. Der Himmel war in alle Richtungen schön blau mit Schäfchenwolken, die Gewitter schienen noch nicht im Anmarsch zu sein. Wir stiegen also ein.

Erst mal muss man einen schuttigen bröseligen Hang hinaufsteigen. Die Rinne danach ist schon ordentlich glatt von den vielen Begehungen. Die restliche Kletterei ist selten schwierig oder ausgesetzt und nirgends so abgelutscht wie in der Anfangsrinne. Zwischen den Kletter-Partien sind auch einige Geh-Passagen. Die schwierigste Stelle ist etwa in der Mitte, wo man mit relativ wenigen Griffen auf einem schmalen Absatz erst hoch und dann an einem abdrängend Bauch vorbei muss und im Fall des Falles recht weit in eine steile Rinne fallen würde. Natürlich trafen wir genau da auf Absteiger ;-)

Direkt nach der Schüsselstelle sahen wir das erste Mal seit einer Weile nach Westen und stellen einigermaßen erschrocken fest, dass da nun ganz ordentlich schlechtes Wetter aufzog. Um uns herum war aber noch alles eitel Sonnenschein. Wir kraxelten weiter und kamen nach schließlich zum Gipfel. Wir hatten knapp anderhalb Stunden gebraucht und die Sonne war eben verschwunden. Im Westen waren die Wolken noch dunkler geworden. Wir machten ein paar Fotos und stiegen ohne Pause ab.

Ich bin ja rauf schon nicht schnell, runter in solchem Gelände bin ich aber echt langsam. Kein Wunder, Absteigen ohne Stöcke und immer drauf achten, dass das Knie nicht mehr abkriegt als nötig abkriegt (keine verwundenen Schritte, immer mit dem richtigen Bein die hohen Schritte machen, usw.), das dauert halt etwas. Der Abstieg ging sonst gut und wir waren nach einer knappen Stunde zurück in der Scharte.

Dort war es ziemlich windig und wir verzogen uns hinter den großen Stein in der Mitte der Scharte, um eine kurze Pause zu machen und etwas anzuziehen. Als wir nach 10 Minuten aufbrechen wollten, fielen erste einzelne Tropfen. Wir kramten die Regenjacken raus, zogen sie an und standen auf, um abzusteigen. Und da sahen wir die Gewitterfront vielleicht noch 500 Meter von der Scharte entfernt auf uns zu rauschen.

Wir zogen eilends auch noch Regenhosen an und verpackten alles dicht und dann standen wir mitten drin, im Sturm mit Regenfluten und sogar Hagel. Wir sausten so schnell wie möglich nach unten, wobei ‘schnell’ bei mir ja immer sehr relativ ist. Es regnete wie aus Eimern und der Wind blies uns den Regen direkt entgegen. Es wurde umgehend recht kalt, ohne die Regenklamotten hätten wir ernsthaft gefroren. Zwei Mal war irgendwo ein Blitz und kurz drauf donnerte es, aber wir waren inzwischen mitten in den Wolken und sahen kaum was. Immerhin war etwas Zeit zwischen Blitz und Donner, aber man fühlt sich da doch ziemlich unwohl. Eine geeignete Stelle zum Unterstellen gab es nicht, also war Absteigen die beste Lösung. Weiter unten ist besser als weiter oben.

Nach einer Viertelstunde oder so ließ der Wind und der Regen etwas nach, da waren wir fast schon am unteren Ende des Geröllfelds. Auf dem Weg zur Hanauer Hütte ließ der Regen weiter nach und kurz davor hörte er auf.

Wir hatten eine kurze Diskussion, ob wir in der Hütte Pause machen sollten (ich: ja, bitte!, er: nein, zu voll!) und setzten uns dann in die nasse Wiese vor dem Marterl. Mein Knie brauchte nach dem langen und echt stressigen Abstieg wirklich eine Pause.

Wir blieben nicht lang und stiegen weiter zu den Rädern ab. Kurz vorher fing es wieder an zu nieseln. Wir zogen nur die Regenjacken an, aber das Nieseln war eine fiese Finte des Wetters, denn aus dem Nieseln wurde bald schon wieder richtig starker Regen. Als wir am Auto ankamen, waren wir patschnass und mega-dreckig von dem feinen Sand des Forstweges.

Auf dem Heimweg stellten wir die Heizung an und daheim gab es ein heißes Bad. Mitten im Hochsommer :-)


Idyllischer Start :-)


Das Bild, das in der Gegend immer sein muss. Hinten linkslich das Ziel.


Auf dem Weg zur Scharte.


Es geht los. Erst mal die Schuttrinne.


Dann viel und schönes Kraxeln, untebrochen von Gehpassagen.


In der Schlüsselstelle.


Das schlechte Wetter rückt an.


Oben!


Abstieg.


Und dann: Gewitter!


Eiliger Abstieg im Gewitterregen


Rückblick.


Kurz vor den Rädern das letzte Bild. Dann Regen.

Von engel am 28.08.2018 21:06 • outdoorbergmtb
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