Der beste Allgäuer von Allen hat neuerdings jeden Montag frei. Da kann ich natürlich nicht mithalten, aber ich schau mir seitdem am Freitag das Montagswetter gut an, wenn ich keine wichtigen Termine habe, um dann eventuell, möglicherweise, wenn alles passt, auch freizunehmen.
Das hat jetzt schon ein paar Mal aus diversen Gründen nicht geklappt, aber letzten Freitag sah alles ganz gut aus: Keine Termine und eine halbwegs brauchbare Wettervorhersage. Ok, nix wie rauf auf den Berg!
Der Samstag war wettermässig ganz nett (da gab’s auch eine Tour, erzähl ich vielleicht auch noch), der Sonntag verregnet und als ich am Montag in aller Herrgottsfrüh aufstand, dachte ich noch, dass ich diese 8 Stunden ja wohl in den Sand gesetzt hätte. Draussen Plusgrade, Nebel und Nieselregen.
Blöde Wetterfrösche! Die lügen was das Zeug hält! Die Tour war aber schon geplant (schon wieder LLB 4, eine sichere Tour, nix Aufregendes), das neue Spielzeug programmiert (*DAZU* kommt auf jeden Fall noch was, da brauch ich aber noch Zeit) und überhaupt, wo ich jetzt schon mal daheim war, dann musste es auch eine Skitour sein! Ich machte also Frühstück und schmiss den besten Allgäuer von Allen aus dem Bett.
Schon während des Frühstücks stellte sich raus, dass die Wetterfrösche doch nicht ganz so daneben liegen würden, wie es zunächst den Anschein gehabt hatte. Der Himmel Richtung Alpen wurde heller und mit ein wenig gutem Willen war sogar eine Art Blaustich zu erkennen. Auf dem Weg ins Lechtal strahlten uns dann die frisch beschneiten Tannheimer und Ammergauer unter stahlblauem klarem Himmel entgegen :-)

Der Thaneller über Rinnen
Wir stellten das Auto am Skilift in Rinnen ab und freuten uns über den Anblick von eisig glitzendem Pulverschnee, knappe 10 Zentimeter auf dickem Altschnee. Hach, der Tag würde wunderbar werden :-)
Nnnnja. Die kleine Abfahrt zum Bach, wo die eigentliche Skitour beginnt, belehrte uns dann eines Besseren. Es war Nachts nicht kalt genug gewesen, unter dem schönen oberflächlichen Pulver fand sich tiefer schwerer Schnee, der sich nicht ganz leicht fahren liess.

Start der Tour am Bach
War uns erst mal egal. In schönem Sonnenschein und kitschig wunderbarer Winterlandschaft stiegen wir über den Forstweg und die Wiesen und Wälder zur Ehenbichler Alm auf. Wir waren ganz allein, und das am Galtjoch, bei wunderbarstem Wetter :-)

Kitschiges Hüttle mit Schneehaube :-)
Der allereinzigste Vorsteiger kam uns kurz hinter der Alm entgegen und legte eine bilderbuchschöne Spur in weiten Hänge unter dem Vorgipfel.

Anstieg zum Vorgipfel
Meine Bemühungen, schnell zu sein, fielen endlich mal auf: “Man kann Dich gar nicht mehr fotografieren!”, murrte der beste Allgäuer, als ich am Vorgipfel immer noch dicht hinter ihm war :-) Gleich drauf brach ich aber ein, so dass ich doch erst ein paar Minuten nach dem Ralle am Gipfelkreuz ankam.

Am Ende bin ich dann doch langsam
Den Gipfel hatten wir eine gute halbe Stunde ganz für uns allein, bei Sonnenschein, kaum Wind, angenehmen Temperaturen und wunderbarer Sicht in die Lechtaler. Dann kamen die ersten wenigen Nachsteiger und wir machten uns an die Abfahrt.

Galtjoch-Gipfelkreuz vor der Knittelkarspitze
Die machte bis zur Ehenbichler Alm weitgehend Spass (lockerer Triebschnee auf halbwegs festem Altschnee), dann wurde es aber anstrengend. Je weiter wir auf dem Skicross nach unten kamen, umso wärmer wurde es und umso sulziger wurde der Schnee. Auf den engen Passagen im Wald war es teilweise ziemlich schwierig, immer rechtzeitig die Kurve zu kriegen. Die Wiesen weiter unten liessen sich dann mit grossen Freerider-Schwüngen ganz gut fahren.

Gegenanstieg zurück zum Auto
Dann kam noch der Gegenanstieg hinauf nach Rinnen und ein wunderbarer Tag war beinahe zuende. Beinahe. Im Gasthof der Skilifte Rinnen setzten wir uns noch im Windschatten in die Sonne und gönnten uns Kaffee und Kuchen und Radler :-)
Hach, so müssen Urlaubstage sein :-) Da stört dann nicht mal der leichte Sonnenbrand, den ich mir natürlich holen musste ...
Bis ich mit meinem neuen Spielzeug so richtig zurecht komme, brauch ich wohl noch ein Weilchen. Immerhin hab ich schon raus, wie man es zusammen mit Google Earth zu netten Bildchen bringt:

Skitour zum Galtjoch bei Google Earth (leider sommerlich)
Dein neues Spielzeug ist wohl ein Garmin, oder? dann wissen wir ja, wen wir fragen können - so ganz klar kommen wir damit nämlich nicht zurecht.
Gut geraten, Mama :-) Ich spiel aber noch, das Ding kann dermassen viel, da braucht man eine Weile. Und ‘richtige’ Karten hab ich auch noch nicht.