Dein Browser kann leider nicht vernünftig mit CSS umgehen. Den Inhalt siehst du, das Design dagegen ist futsch.

Pleisspitze (Bleispitze)

Donnerstag, März 13, 2008

Freundlich sollte es am Sonntag am Alpenrand werden, sonst war ja eher kühles Gruselwetter vorhergesagt. Freudlich reicht uns locker, da wird Skigetourt. Vielleicht war ja auch noch ein wenig von dem neuen Schnee für uns übrig, idealerweise unverspurt (träumen man darf ja) :-)

Weil Sonnagstouren nicht gar so lang sein dürfen, nahmen wir uns die Pleisspitze (die steht alternativ auch mit Bleispitze in der Karte) vor. Wir waren nicht wirklich spät dran, aber in Bichlbächle erwischten wir grad noch einen der letzten Parkplätze - was nicht verwunderlich ist, es hat nicht allzuviele Parkmöglichkeiten, aber viele Leute, die dort parken wollen.

Irgendwie halblinks hinauf sollte es laut Führer gehen und wir fanden auch gleich die Spur, die vom Parkplatz aus schräg nach links oben führte. Endlich mal eine Tour ohne jeglichen Talhatscher. Die Spur führt umgehend nach oben, steil nach oben, zunächst durch lichten Wald, dann oberhalb eines Kahlschlags entlang und dann weiter durch lichten Wald.

Ohne Unterlass ging es immer durch ordentlich steiles Gelände. Was an sich kein Problem ist, wenn jedoch Schnee fehlt - und es fehlte deutlich an Schnee - und somit kaum eine Spur zu halten ist, auf der die Felle greifen könnten, dann wird es ganz schön anstrengend.

Unseren Gipfel konnten wir schon ziemlich bald sehen, doch lag er auf der anderen Seite des Taleinschnitts an dem wir uns hinauf arbeiteten. Es war nicht wirklich zu sehen, wo und wie wir auf die andere Talseite kommen würden, ohne ordentlich Höhe zu verlieren. Als dann links unter uns noch dazu ein paar Häuser auftauchten, war schon klar, dass wir uns - mal wieder - irgendwie verhaut hatten.

Unsere Spur führte unbeirrt weiter nach oben, wir folgten. Spätestens im Talschluss würden wir dann schon irgendwie da hinüber zu unserem Berg kommen. Zudem war es inzwischen richtig hübsch hier oben auf dem Rücken, lichter Wald, viel Schnee und Sonne. Rechts drüben sahen wir haufenweise Skitourer auf dem Weg zum Roten Stein, auch ein Berg auf der Liste :-)

Schliesslich waren wir im Talschluss angelangt. Ohne Höhenmeterverluste war nichts zu machen, wir mussten ein ganze Stück ins Tal abfahren. Die Spur teilte sich. Auf der linken Seite waren alle unsere Vorgänger offensichtlich Fellen die fehlenden Höhenmeter ins Tal abgerutscht. Bah, auf Fellen rutschen ist scheusslich.

Wir stiegen noch ein wenig weiter auf, und fellten ab. Wir standen auf einem netten Sattel direkt unter der Gartnerwand, rechts drüben der Rote Stein mit einem einladenden weissen Riesenhang, links von uns ein kleiner steiler Abhang mit unberührtem Pulverschnee und vereinzelten Bäumen. Wir stoben hinunter. Hach, Klasse!

Unsere 3 Nachgeher (die einzigen, die wie wir auf den Sattel aufgestiegen waren, alle anderen waren dem ‘normalen’ Aufstieg gefolgt), meinten im Vorbeigehen während wir die Felle wieder aufzogen, das habe sich doch gar nicht gelohnt. Doch, das hatte es :-)

Der Aufstieg zur Pleisspitze wurde dann ziemlich mühsam. Weiter oben wehte ein ziemlich starker Wind, der die Spur ständig mit frischem Schnee einwehte. Ob es an den Fellen oder den Skiern oder den Bedingungen lag, kann ich nicht sagen, aber ich rutschte ständig weg. Das war nicht nur lästig und anstrengend sondern sorgte noch dazu für ein Blase, die unterwegs verpflastert werden musste. Gna.

Schliesslich standen wir im Sturm am Gipfel. So recht einladend zum Verweilen war es da oben nicht, also machten wir uns umgehend zum Abfahren fertig.

Ich hatte schon die ganze Zeit beim Aufstieg den schier endlosen Nordwesthang vom Gipfel in eine zunächst nicht einsehbare Rinne begehrlich betrachtet. Ein Superhang, steil, pulvrig und vor allem unberührt! Was natürlich einen guten Grund hatte ...

Von oben konnte man gut sehen, dass der Riesenhang in eine durchaus fahrbare Rinne auslief. Eine Rinne, in der sich natürlich im Fall des Falles sämtlicher Schnee sammeln würde. Direkt vor uns hatten 3 Leute dieselbe Idee wie wir und fuhren in den Hang ein. Weit auseinander, einzeln. Sah gut aus, feiner Schnee und die Leute produzierten schöne Spuren.

Der beste Allgäuer von Allen hatte dieselbe Idee wie ich. Warum nicht einen (fast) unberührten Tiefschneehang hinabfahren, wenn die Alternative der sehr zerpflügte harschige verblasene und garantiert nicht allzu schön zu fahrende Aufstiegshang ist. Von der offensichtlichen Antwort, ‘weil das riskant ist’, mal abgesehen.

Schliesslich fuhren wir doch hinein. Das Argument ‘wenn das bei denen da gut ging, dann geht es bei uns auch gut’ ist kein allzu gutes, aber es zieht ziemlich gut. Wir fuhren einzeln, weit auseinander und gelegentlich trotz des besseren Schnees links auf der eher harschigen rechten Seite, denn der Riesenhang hatte teilweise mindestens 45 Grad, vermutlich mehr. Die Abfahrt war die reine Freude :-)

Ganz unten war uns die enge Rinne dann doch ein wenig zu heikel und wir fuhren links hinaus, in der Hoffnung trotzdem zum Bach nach Bichelbach zu kommen. Das klappte ganz gut, allerdings schrappten wir an einer Stelle über grad mal so schneebedeckte Felsen. Das tat richtig weh, die armen neuen Ski!

Im Bach unten mussten wir 2 mal beeindruckende alte Lawinen queren und dann waren wir schon wieder in Bichlbächle - mit dem unangetasteten Tee und der Brotzeit im Rucksack. Irgendwie hatte sich auf der Abfahrt keine Gelegenheit zur Pause ergeben. Nunja, dann halt Pause beim AUto ...

Insgesamt eine Super-Tour, wobei der Riesenhang von der Pleisspitze direkt hinunter zum Bach vermutlich das lawinen-technisch Riskanteste war, das wir bisher gemacht haben. Für eine ordentliche Nachbereitung fehlt uns leider das richtige Kartenmaterial, aus dem man die Steilheit rauslesen könnte. Natürlich ist es relativ sinnlos, im Nachhinein rausfinden zu wollen, wie riskant eine Abfahrt war, die bereits gut gegangen ist, aber interessant wäre es doch ...

Von engel am 13.03.2008 06:22 • outdoorski

und ein Nachbrenner…

Im Sommer hast Du den Hang ja glaub ich auch schon gesehen - Gras ohne Ende( wie man schon dem anders geschriebenen Bergnamen entnehmen kann). Mit entsprechender Vorsicht muss man ihn wenn überhaupt dann im Winter angehen oder besser abfahren.

[2] Von hawkeye am 13.03.2008 12:52

Super Link, Hawkeye, Danke dafür!

Auch wenn dabei rauskommt, dass der Hang weniger steil ist, als wir dachten ;-) Da kann man sich ganz schön täuschen ...

Naja, im Sommer gesehen hab ich den schon mal, aber mehr so im Vorbeigehen, ich wusste nicht, was ich da gesehen habe.

[3] Von engel am 13.03.2008 13:59

Wirklich schöne Gegend bei Dir, hätt fast Lust das mal anzuschauen, aber der ganze Schnee??

[4] Von andi am 15.03.2008 10:24

Wart noch ein wenig, Andi, dann hat sich das mit dem Schnee erledigt, das ist definitiv ein jahreszeitlich bedingtes Phänomen ;-) Die Schönheit der Landschaft ist jedoch das ganze Jahr über gegeben :-)

[5] Von engel am 16.03.2008 11:27
Dieser Eintrag kann nicht mehr kommentiert werden.

Reiseberichte

Bücher :-)

Letzte Einträge

Letzte Kommentare


Have fun!