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Privatberg :-)

Samstag, Dezember 23, 2017

Montag war für den frühen Nachmittag ein Cableway-Techniker angekündigt, der uns endlich das schnelle Internet frei schalten sollte, das wir im Mai (!!!) beantragt hatten. Das war der 6. Techniker (!) und der erste, bei dem wir das Gefühl hatten, jetzt könne es klappen, denn bislang hatte es immer geheißen, da fehle ein Teil der Frequenzen und da müsse der Tiefbau kommen. Bisher war aber kein Tiefbau da gewesen, nur ständig neue Techniker mit derselben Nachricht. Aber vor einer Woche hatte tatsächlich jemand Löcher in die Straße gebuddelt.

Und tatsächlich, seit Montag haben wir vernünftiges Internet, mit dem auch der Fernseher zurecht kommt :-)

Für den Dienstag hatten wir uns was im Kleinen Walsertal ausgesucht, günstig ausgerichtet, es war ja noch immer ein scharfer 3er im LLB ausgegeben. Als wir den Kangoo auf dem kleinen Parkplatz im Wildental abstellten, waren wir erst das zweite Auto dort. Uns schwante da schon, dass das Spuren heissen würde.

Erst mal ging es aber auf der Schneemobil-Spur hinter bis fast zur Alpe. Man sah kaum bis zum Talschluß und alle Gipfel waren in Wolken. Wir konnten aber immerhin sehen, dass unsere Vorgänger wie vermutet geradeaus weiter gegangen waren. Wir wollten aber links hinauf und so fing ich mit Spuren an und versuchte die Spur gleich so zu legen, dass wir auf dem Rückweg nicht würden schieben müssen. Das war nicht einfach mit so wenig Sicht, denn man sah kaum, wo es rauf und wo es runter ging.

Ab der Waldschneise spurte erst mal der Ralle, später wechselten wir noch ein paar Mal. Das Spuren war reichlich anstrengend, denn der Schnee war ziemlich kompakt. Zudem hatte es eine ganz dünne Eislamelle oben drauf, die zwar wenig störte aber toll klang. Wir waren ziemlich langsam, was dadurch, dass sich beim Ralle beim Spuren 2 Mal ein Fell löste, auch nicht besser wurde.

Die Rinne, vor der ich mich ein wenig gegruselt hatte (in manchen Jahren liegen da ja fette Lawinen drin), war völlig problemlos zu queren. An der Hütte machten wir eine kurze Pause, dann ging es weiter. Nun kamen wir in die Wolken und waren bald im totalen White-Out.

Das muss mir wohl die Sinne verwirrt haben, denn einmal kippte ich einfach grundlos um. Der Talstock, mit dem ich mich abfangen wollte verschwand im lockeren Tiefschnee und dann lag ich mit dem Kopf nach unten wie ein Käfer auf dem Rücken im Schnee. Rauswurschteln und aufstehen war nicht einfach, denn als ich endlich die Ski von den Füßen hatte, um mich umdrehen zu können, stand ich sofort bis zum Bauch im Schnee. Von da wieder hinauf auf die Ski zu kommen, war schon ein kleiner Akrobatik-Akt ;-)

An derselben Stelle verlor der beste Allgäuer von Allen, der da gerade spurte, komplett die Richtung und lief sogar ein kleines Stück bergab. Nebel und sanftes Gelände passen einfach nicht zusammen.

Wir derrappelten uns wieder und spurten weiter dem Gipfel entgegen. Und dann passierte ein kleines Wunder: Langsam, gaaaanz langsam löste sich der Nebel auf. Sonne erreichte uns und schälte die Umgebung aus dem Nichts. Als wir den Grat erreichten (der Gipfel war so abgeblasen, dass wir uns entschieden hatten im Schnee zu bleiben), eröffnete sich ein großartiges Panorama bis hinunter ins Tiefland und unser Tal erstahlte im Sonnenschein.

Dazu pfiff allerdings ein eisiger Wind. Wir blieben nicht lang oben, denn einerseits war es schon relativ spät und wir hatten keine Stirnlampen dabei und andererseits war es eisig kalt. Fotos machten wir natürlich. Dass der Ralle dazu auf die riesige Wechte am scharfen Grat stieg, merkten wir erst so richtig, als er beim Rückweg zwischen Grat und Wechte einbrach. Hui! Das hätte aber schief gehen können! Die Wechte reichte sicherlich 3 bis 4 Meter über den Grat hinaus.

Die Abfahrt war traumhaft. Keine Spuren ausser unser eigenen, tiefer lockerer Pulverschnee und - ganz entgegen aller Befürchtungen - perfekte Sicht. Die dünne Eislamelle störte beim Abfahren überhaupt nicht, machte aber ein ungewöhnliches Geräusch bei den Schwüngen: Zzzzzzzzsch - Zzzzzzsch - Zzzzzsch!

Bis zum Hüttchen hatten wir Sonne, dann kamen wir in den Talschatten. Wir sausten mit viel Spaß um und zwischen den Bäumen durch und waren bald mit brennenden Oberschenkeln am unteren Ende der Einstiegsschneise. Was für eine tolle Tour! und der ganze Berg nur für uns!

Und die Spur über die Ebene hatten wir tatsächlich so hinbekommen, dass wir nicht einmal schieben mussten :-)


Einsamer Start :-)


Spuren mit wenig Sicht


Spuren im Steilwald ...


... mit nicht ganz einfachen Spitzkehren


Vor der Rinnen-Querung


Endlich am Brotzeitplatz


Umgefallen im White-Out


Und dann macht es auf :-)


Die letzten Meter zum Grat


Oben, der abgeblasene Gipfel hinter mir


Abfahrt ...


... in Traumschnee


Talblick

Von engel am 23.12.2017 10:54 • outdoorski
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