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Samstag, 17.05.2017: Grat-Kletter-Bade-Runde

Mittwoch, Mai 31, 2017

Wir frühstückten gemütlich zu dritt und machten uns dann auf den Weg nach Reichenbach. Wir waren nicht wirklich früh, aber auch nicht wirklich spät dran, deswegen waren wir etwas geschockt, dass zeitgleich mit uns um die 20 Leute vom Parkplatz aus starteten. Der schöne Weg durch den Tobel war deswegen ziemlich nervig, da der beste Allgäuer von Allen und der Michi sich vom Herdentrieb anstecken ließen und in der Menschentraube den Tobelweg hinauf eilten. Ich bin eh langsam und hetzen lasse ich mich schon gar nicht (am Ende vertappe ich mein Knie) dem Auflauf weglaufen ging also nicht.

Am oberen Ende des Tobel verlief sich die Menge glücklicherweise und wir konnten in relativer Ruhe zum Gaisalpsee aufsteigen. Natürlich hatte es Leute, aber der Betrieb war deutlich normaler als im Tobel! Michi und Ralle waren noch immer schneller als ich, aber das ist ja nichts Neues. Außerdem ist der ‘kleine’ Neffe inzwischen auch größer als ich und so als Zwerg unter Riesen (naja) darf man auch ein wenig hinterher hängen.

Am Gaisalpsee machten wir eine kleine Pause, dann ging es weiter bis zum ersten Gipfel. Der war natürlich voll, weil man ja auch von der anderen Seite aus hochlaufen kann. Wir suchten uns ein leicht abseits gelegenes Plätzchen und machten eine gemütliche ausgedehnte Gipfelpause.

Der Weiterweg entlang des Grats war bis zur Abzweigung zur Seealpe weiterhin voll, dann ließ der Betrieb ein wenig nach (allein waren wir natürlich trotzdem nicht). Zum nächsten Gipfel führt ein Mini-Klettersteig mit einem kurzen Stück Drahtseil und einer schmalen abdrängenden Leiter. Wir waren überzeugt, dass das Ding überhaupt kein Problem für den Michi sein würde und so war es auch.

Am Gipfel versorgten wir die Anwesenden, die anhand einer Karte versuchten, die Berge der Umgebung zu identifizieren mit passenden Informationen, was sehr erfreut aufgenommen wurde. Als wir dann weiter gingen, war das scheinbar das Signal, dass nun die Experten weitergehen und alle folgten uns ;-)

Der Michi meisterte auch den steilen gerölligen Abstieg (mit einem Verhauer und deswegen mit einem kleinen Stück freier Kletterei) problemlos und so waren wir bald auf dem Sattel mit dem Schneefeld das zum oberen Gaisalpsee hinab führt. Das sah wirklich gut aus, aber vorher stand noch der dritte Gipfel auf dem Plan.

Das ist nur noch ein grasiger Mugel, aber immerhin die höchste Erhebung in der Grat-Umrundung. Da gab es dann noch einen wohlverdienten Gipfel-Enzian, dann gingen wir zurück zum Sattel mit dem Schneefeld. Das sah einfach zuuu einladend aus.

Leider war der Schnee für ‘richtiges’ Abfahren auf den Schuhen zu weich, aber es ließ sich immerhin sehr bequem absteigen. Der Ralle versuchte das Abfahr-Problem mit Tüten über den Schuhen zu lösen und das ging sogar recht gut. Der Michi hüpfte einfach in großen Sprüngen das Schneefeld runter. Die Schuhe voller Schnee hatten wir am Ende alle ;-)

Der beste Allgäuer von Allen hatte ein Bad im Gaisalpsee geplant (Brrr!). Eigentlich ja im größeren unteren See, aber nun waren wir am oberen See, rundrum lag Schnee, der See selbst war noch zu 2/3 mit Schnee und Eis bedeckt und was liegt da dann näher als in eben diesem See baden gehen zu wollen (Brrrrrrrrrrrrrr!)? Eben!

Der Mann kramte also Handtuch und Badehose aus dem Rucksack und ging ins Wasser. Und das nicht mal wirklich kurz, sondern so um die 5 Minuten! Ich hatte das Baden in einem kalten Bergsee ja schon zuhause verweigert und auch der Michi hatte da nicht sehr überzeugt geschaut. Jetzt wollte er aber wenigstens mit den Füssen hinein. Und dann ging er einfach bis zum Hintern hinein (weil ungeplant, direkt mitsamt seinen Klamotten), quiekt ein wenig vor sich hin und tauchte dann mit Heldengebrüll bis zum Hals hinein. Und dann sauste er ganz schnell wieder raus :-)

Glücklicherweise fand sich dann noch eine trockene kurze Hose in meinem Rucksack, sonst hätten wir den Neffen wohl mit einer Blasenentzündung daheim abgeliefert. Nachdem alle wieder trocken waren (bis auf die Schuhe, die waren und blieben wegen dem Schnee alle nass), stiegen wir zum unteren See ab (der beste Allgäuer ging auch da nochmal schwimmen - ‘Badewanne’ stellte er fest). Danach stiegen wir bis zu den Alpen ab und kehrten in der Richteralpe auf Kaffee und Kuchen ein (leider nur solala).

Während wir Alten (*seufz*) nach der Bergtour gemütlich zum Essen gingen und uns dann auf dem Sofa erholten, ging der Neffe dann auch noch aufs Stadtfest und kam erst um 3 ins Bett. Uff!


Start im Tobel


Auf dem Weg zum unteren See


Oberhalb des unteren Sees dann schon Schnee


Erster Gipfel


Klettern vor Kulisse


Die Leiter


Abstiegsverhauer mit freiem Klettern


Am höchsten Punkt


Vergebliche Abfahrversuche


Fröhliches zu-Tal-Gehüpfe


Der Plastiktüten-Abfahrer


Eissee-Bader #1


Eissee-Bader #2


Abstieg

Von engel am 31.05.2017 20:35 • outdoorberg
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