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Samstag, 26.08.2017: Schutthaufen

Mittwoch, August 30, 2017

Wir wollten nochmal eine lange Tour machen. Der beste Allgäuer von Allen schlug einen wenig begangen Schutthaufen vor, bei dem wir die Räder aber nicht benötigen würden. 1500 Höhenmeter und kein Bike für den Abstieg? Mir war nicht ganz wohl, aber die Abstiegs-Muskeln müssen ja trainiert werden. Außerdem ist da als Zuckerl ein wenig Kraxelei dabei :-)

Wir stellten den Kangoo auf dem letzten freien Platz des kleinen oberen Parkplatzes in Hinterhornbach ab und gingen los. Unten, wo der Wald noch sehr steil und von der relativ neuen Forststraße zerpflügt ist (Forststraße! Note to self: beim nächsten Mal bis zur 4. Wegquerung radeln!), war es nass und kühl und teilweise unglaublich matschig. Als der Wald sich lichtete und das Gelände sich ein wenig zurück legte, wurde es glücklichweise trocken.

Bis zum Kaufbeurer Haus waren ein paar wenige Leute mit uns unterwegs, als wir dort aber vom Weg auf die Trittspuren und ins lose Geröll zu unserem Schutthaufen wechselten, waren wir allein unterwegs. Der nahezu weglose Aufstieg über den frischen losen Schotter bis unter die Felsen war ordentlich anstrengend.

An den Felsen, wo der markierte Weg an einem weithin sichtbaren Marterl (Kreuz) beginnt, setzten wir die Helme auf. Der ganze Berg ist so mit Schutt bedeckt, dass es auch mit größter Aufmerksamkeit kaum möglich ist, keine Steine zu schmeißen. Die beiden Herren, die uns etwa in der Mitte der ersten Rinne im Abstieg entgegen kamen, waren ein gutes Beispiel. Von den sauste uns einmal fast eine kleine Mure entgegen.

Der Aufstieg durch die Felsen führt anfangs links einer markanten Rinne auf einem schuttigen Rücken geradeaus empor, quert die Rinne ganz oben und führt dann über ein Bändersystem fast wie in der Brenta im Zickzack zum Gipfel. Von einem Band zum nächsten muss man klettern, dazwischen kann man laufen. Der Weg ist immer sehr gut markiert (wichtig vor allem im Abstieg), aber man muss natürlich trotzdem aufmerksam die roten Punkte suchen. Kleinere Versteiger sind nicht weiter schlimm, weil der Berg im Bereich des Weges nirgends übermäßig schwierig ist, aber wenn man den Weg wirklich verliert, hat man in dem Verhau von Rinnen, Bändern und Wänden vermutlich ein echtes Problem. Die ganze Flanke ist oben sehr unübersichtlich.

Wir trafen im Aufstieg (abgesehen von den beiden Absteigern) nur auf 3 Schneehühner und wähnten uns komplett allein. Aber am Gipfel waren dann doch zwei Männer. Die beiden waren aber gerade am Gehen und so konnten wir uns dann doch in schöner Einsamkeit niederlassen und die Sonne genießen. Es war arg diesig, der Blick in die Umgebung war deswegen nicht so schön wie er sein könnte, aber immerhin sahen wir bis zur Bretterspitze und zum Hochvogel gegenüber ;-)

Nach einer langen und gemütlichen Pause stiegen wir wieder ab. Das war auch nicht schwieriger als aufsteigen, aber man muss noch mehr auf den Weg, also auf die Markierungen, schauen. Der Weg durch die Wand hat ja einiges an Gehgelände, aber wegen der Kletterstellen zwischendurch (immerhin bis II) war ich ohne Stöcke unterwegs und das tat dem Knie gerade im unteren Teil mit dem vielen Geröll auf den abfallenden Platten nicht gut. Am Einstiegs-Marterl war ich sehr froh, wieder ‘richtig’, mit den Stöcken, absteigen zu dürfen.

Wobei der Anfang des ‘richtigen’ Abstiegs, der durch das steile lose Geröll, das den Aufstieg so anstrengend gemacht hatte, gar nicht so toll war, wie ich mir vorgestellt hatte. Das Geröll war einfach zu inhomogen, um ‘schön’ abfahren zu können, also musste man genau aufpassen, wohin man trat und allerlei Umwege machen, um von unfahrbarem Schotter wieder in fahrbares Geröll zu kommen. Schnell ging es trotzdem.

Am Kaufbeurer Haus versorgten wir uns mit frischem Wasser aus dem Brunnen und machten nochmal eine kurze Pause, bevor wir den restlichen Abstieg in Angriff nahmen. Da kann man nicht viel zu sagen: Abstieg halt und am Ende taten mir sowohl das Knie als auch die Füße ordentlich weh. Den Kaffee und Kuchen im Gasthaus Adler hatten wir uns dann wirklich verdient :-)

Abgesehen davon, dass noch am selben Tag das Knie ordentlich schmerzte, schwoll es nicht besonders an und war am nächsten Tag eigentlich wieder einsatzbereit. Gute Nachrichten, soviel und so schwierigen Abstieg wird es im Urlaub nicht geben :-)

Sonntag hatten wir radeln gehen wollen, aber nachdem es in der Früh (und den Tag über zwischendurch immer wieder mal) regnete, landeten wir bei Haushalt und Vorbereitungen und es gab Pfannkuchen auf der Terrasse und eine riesige Chili-Ernte :-)


Start in Hinterhornbach


Vorm Kaufbeurer Haus, das Ziel ist direkt dahinter


Anstrengender Aufstieg im Geröll


Im Fels-Durcheinander


In einer der Kletterstellen (ja, dahinter geht es weit runter)


Kritischer Blick auf den Weiterweg ...


... die Schlüsselstelle, gut gezeichnet.


Schneehuhn


Am kleinen Gipfelkreuz


Auf Abwegen: Auch im Abstieg muss man genau hinschauen


Tiefblick aufs Kaufbeurer Haus und Hinterhornbach


Auf dem Fünften Bänkle vorm Hochvogel


Kurz vor dem wohlverdienten Kaffee und Kuchen :-)

Von engel am 30.08.2017 19:40 • outdoorberg

Hach - die Urbeleskarspitze. Mich wundert, dass am Wochenende dort so wenig Betrieb war. Vielen Dank für die schönen Fotos!

[1] Von Sabine am 31.08.2017 08:23

Ich muss zugeben, dass mich das auch verwundert hat, wird die Urbeleskarspitze doch öfter mal als Alternative zum gesperrten Bäumenheimer Weg angepriesen. Was ich für Quark halte, die Urbeles ist doch eine Ecke wüster und wilder.

Aber uns war’s Recht :-)

[2] Von engel am 31.08.2017 16:23
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