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Samstag, 28.04.2018: Auf der Suche nach Schnee

Mittwoch, Mai 02, 2018

Zum Megaschnee-MayDay starteten wir sehr früh. Aufstehen um 5:00, Abfahrt um 5:30, Kaffee in Thermoskanne und nach dem Tunnel wollten wir ein Pickerl und Frühstück besorgen. Das alles, um jeden potentiellen Stau zu vermeiden: Fernpass, rund um Innsbruck vielleicht, bei Kitzbühel vielleicht.

Alles klappte super. Kein Stau weit und breit und so waren wir nach knapp 4 1/2 Stunden in Ströden am hintersten Ende des idyllischen Virgentals. Schon auf dem Weg hatten wir den noch vorhandenen Schnee misstrauisch beguckt und uns gefragt, wie weit wir die Ski wohl würden tragen müssen. Ziemlich weit, vermuteten wir schließlich, denn der Zustieg zur Essener und Rostocker Hütte führt durch ein südseitiges enges Tal (sehr Lawinen-gefährdet). Wir hofften auf 200 Höhenmeter.

In Ströden, 2 1/2 Häuser oder so, hat es einen riesigen Parkplatz, wo sich gerade 6 Leute zum Aufstieg bereit machten: kurze Hosen, T-Shirts, Skistiefel und Ski am Rucksack. Sonst hatte es grüne Wiesen und Blümchen allüberall. Vielleicht waren 200 Höhenmeter ja etwas optimistisch? Noch sahen wir nichts vom Zustieg, vor uns war Wald.

Wir zogen uns um, packten die Ski an die eh schon vollen (und schweren!) Rucksäcke und stiefelten los. Nach einer Viertelstunde kamen wir aus dem Wald und sahen vor uns ein langes Tal, rechts und links mit immensen Grund-Lawinen bestrichen, kein Schnee weit und breit und gaaanz weit hinten leuchteten weiße Berge. Im Talschluß sah man Lärchenwälder. Wir hofften, der Schnee möge danach beginnen, das waren aber sicherlich 4 Kilometer Weg und 500 Höhenmeter!

Kurz nach der Talstation der Materialseilbahn kamen wir an die erste Lawine. Idyllische Krokusse blühten zwischen Schneeresten, Dreck und haufenweise zerspanten Bäumen. Wir kletterten vorsichtig über den Verhau und gingen auf dem Wanderweg weiter. Nach ein paar Bäumen kam die nächste Lawine. Man sah kaum den Schnee unter dem Dreck und Gras und den Holzspänen.

Und so ging es weiter, Lawine folgte auf Lawine, eine dreckiger als die nächste. Irgendwo in der Mitte roch es sehr streng und wir sahen eine ziemlich zermurgelte Gams knapp unterhalb des Weges. An einem lawinen-freien Strich schon relativ weit im Tal hinten, machten wir eine Pause und überlegten ernsthaft, ob wir umdrehen sollten. Aber nun waren wir schon fast am Schnee angekommen (zumindest hofften wir das) und oben warteten ja die Freunde. Also weiter.

Nach einem letzten großen Lawinenkegel erreichten wir einen Lärchenwald und da hatte es tatsächlich mal Schnee. Der Weg verschwand direkt darunter und wir stapften steil im Schnee nach oben. Ski anschnallen lohnte da noch nicht, es gab noch zu viel schnee-freien Wald. Immerhin wurde der Schnee aber mehr und der nächste Lawinenkegel war sauberer. Hier brauchten wir eine Pause, um Ralles Fuß zu verpflastern. Heiße feuchte Füße und Skistiefel vertragen sich nicht sehr gut :/

Kurz danach erreichten wir tatsächlich endlich den Schnee! Nach einer kurzen Querung im Lärchenwald öffnete sich das Tal weiter und vor uns war Schnee - unterbrochen von vielen freien Grasrücken, aber genug, um endlich die Ski anzuschnallen. Die Ski vom Rucksack zu haben, war schon mal eine große Erleichterung. Endlich mit den Stiefeln ‘vernünftig’ laufen zu können auch.

An den ersten freien Stellen schnallten wir die Ski noch brav ab, später waren wir das ziemlich leid und marschierten mit den Skiern an den Füßen über die grasigen freien Stellen. Die Hütte tauchte erst ganz am Ende des Tals auf, links oben oberhalb eines letzten steilen Anstiegs. Darunter war ein Hüttchen am Bach, daneben ein breiter Stein in der Sonne.

Da das Ende des Aufstiegs nun endlich absehbar war, machten wir es uns eine Weile auf dem Stein bequem, tranken die restlichen Getränke leer und genossen die Sonne. Danach dauerte es nur noch eine Viertelstunde bis wir auf der Hütte ankamen. Ein Teil der Freunde war schon da und alle waren ebenso begeistert vom Aufstieg wie wir ;-)

Der Nachmittag/Abend war lang und nett. Später kamen noch zwei Freunde und die Runde war komplett. Die Essener und Rostocker Hütte ist (finde ich) recht groß, aber so verwinkelt, dass erst mal gar nicht so sehr auffällt, wie viele Leute da rein passen. Wir waren in einem großzügigen Lager im Keller untergebracht, wo es angenehm viel Platz hatte.

Das Personal ist außergewöhnlich nett und versuchte, alle Sonderwünsche zu erfüllen (und an unserem Tisch gab es komplizierte Esser - mit bescheidenen Wünschen allerdings). Der einzige Dunkelpunkt an der Hütte ist leider das Essen, das war nur mittelmäßig bis schlecht. Echt schade.


Schwer bepackt geht es los.


Der Blick ins Tal hinter. Wo zum Teufel ist der Schnee?!?


Der erste Lawinenkegel. Noch recht harmlos.


Drecklawine. Die weiße Skihose war eine prima Wahl :/


Rückblick. Lawinenkegel rechts und links zuhauf.


Lawinen unterscheiden nicht zwischen Skitourern und Gämsen (roch schon etwas streng).


Endlich Schnee :-)


Anfangs muss man noch alle naselang abschnallen.


Die Hütte! (schwer zu erkennen: genau in der Mitte über dem Dach des Hüttchens)


Die letzten Meter :-)

Von engel am 02.05.2018 22:00 • outdoorski

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