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Sonntag, 06.05.2018: Die Sache mit den ‘Abkürzern’ ...

Freitag, Mai 18, 2018

Die Figln waren ja nun durchgefallen und wir hatten ja schon am Vortag festgestellt, dass gar nicht mehr so viel Schnee lag wie wir gedacht hatten, deswegen ließen wir auch den Gedanken an die Minis sausen (für die wir die harten Hochtourenstiefel gebraucht hätten) und gingen ganz normal und unbelastet zu Fuß los.

Auch am Sonntag sah das Wetter beim Frühstück eigentlich eher unerfreulich grau-in-grau aus. Wir ließen uns erst mal Zeit beim Frühstück und fuhren dann nach Reichenbach. Da spitzte die Sonne immerhin schon hin und wieder durch die Wolken. Wir stiegen durch den schattigen Tobel auf (dessen Wintersperre erstaunlicherweise schon aufgehoben ist)

Die Luft war sehr feucht, deswegen schwitzten wir, obwohl es eigentlich kühl war. Als wir aus dem Tobel raus und in die Sonne kamen, zogen wir uns erst mal um: lange Hosen weg, kurze Hosen an. Und Sonnencreme natürlich. Dann stiegen wir bis zum Unteren Gaisalpsee auf, wo wir eine Pause machten und den vielen Frösche im Wasser zusahen.

Ich hatte schon am Vortag Druck an der rechten Ferse gehabt (beim Nachsehen: nix) und in der Früh beim Losgehen gespürt. Auf den letzten Metern zum See war der Druck spürbarer geworden, aber ich fand, es fühlte sich nicht nach Blase an. Wir gingen nach einer Pause weiter und schon nach wenigen Metern war klar: Jetzt musste was passieren.

An der erstbesten Sitzgelegenheit betrachtete ich meine Ferse und - dumm gelaufen - da war schon eine Blase. Ich scheute mich zunächst, die Blase für das Compeed-Pflaster aufzuschneiden, musste das dann aber nach einer Viertelstunde doch machen. Compeed auf einer zuenen Blase hilft einfach nix. Danach tat die Ferse natürlich weiterhin weh, aber mit wohlüberlegtem Auftreten war es immerhin auszuhalten. Ich nahm Stöcke zur Unterstützung (bergauf laufe ich sonst meistens ohne).

Nun waren wir zwar etwas langsamer unterwegs, kamen aber problemlos weiter. Im Joch oben lag natürlich noch Schnee. Der Trampelpfad zum Umgehen des Schnees war vor allem nasse Erde und wir scheuten uns, die Stiefel so dreckig zu machen. Als Alternative bot sich ein kleiner Trampelpfad nach links zur Umgehung. Der erwies dann aber als nicht so richtig toll (erst steiles kleinkalibriges Geröll, dann leichte Kletterei in brüchigem Fels), deswegen drehten wir um und nahmen doch den Dreckweg.

Der Gipfel war gar nicht so voll, wie wir erwartet hatten, wir wichen aber zur Pause trotzdem in die Mulde unter dem Gipfel aus. Als Weiterweg hatten wir die Runde übers Gaisalphorn und den oberen Gaisalpsee angedacht, aber wegen der Blase beschlossen wir, direkt wieder abzusteigen.

Auf halbem Weg zum Unteren Gaisalpsee ist links ein schönes Schneefeld. Ich war ganz sicher, dass wir da schon mal bis zum Gaisalpsee runter gekommen waren und schlug vor das als Abkürzung zu nehmen. Der beste Allgäuer von Allen meinte auch, dass wir da schon mal runter gekommen seien und so bogen wir ab, um den Abstieg bequem über Schneerinnen abzukürzen.

Das klappte erst mal auch ganz prima, aber auf halbem Weg ging der Schnee aus und es wurde unvermutet sehr steil. Zunächst konnten wir im steilen Gras zwischen den Latschen weiter absteigen, dann wurden die Latschen so dicht, dass wir nur noch in einen steilen Bachlauf ausweichen konnten. Da lag dann loses Geröll auf glatt poliertem Fels im Wasser und nebendran hatte es lose Steine in Steilgras.

Wir stiegen noch etwa 50 Meter im steilen Bachlauf ab, dann kam eine 3-Meter Stufe und auch danach ging es steil und stufig weiter. Der beste Allgäuer von Allen meinte, dass man die Stufe rechts umgehen könne, aber er hörte dann doch auf meine eindringlichen Bitten, doch lieber wieder aufzusteigen. Das waren dann knapp 300 Höhenmeter extra (weitgehend im Schnee, was gut für die Blase war), aber ich war da echt froh drum.

Endlich am Unteren Gaisalpsee angekommen, gingen wir ins hinterste Eck, ganz nah am Gaishorn-Fuß, wo es noch Schnee und Eis hatte. Ich setzte mich in die Sonne und der beste Allgäuer von Allen ging schwimmen.

Dann stiegen wir zur Gaisalpe ab und genossen ausgezeichneten Rhabarberkuchen, Kaffee und Weizen (doch, das passt prima zusammen). Mir taten da schon die Füße weh, als wir nach dem Tobel endlich beim Auto ankamen, war es noch schlimmer. Aber das war ein wunderbarer Tag, trotz Blase, Füße-Weh und Abenteuer-Abstieg und Gegenanstieg.


Im Tobel


Schusternägel mit Blütenstaub


Das Ziel im Blick


Frosch (?) kurz vorm Gaisalpsee


Krokusse vorm Gaisalphorn


Im Aufstieg


Klettern in Bröselzeug


Am Gipfel


Da geht es doch bestimmt zum See ...


... sieht gut aus, man sieht den See schon ...


... steiler Abstieg, der Schnee ist inzwischen aus ...


... weiter geht’s im Bach ...


... und dann doch nicht. Auf dem Rückweg.


Belohnung: Schwimmen


Rückblick

Von engel am 18.05.2018 11:45 • outdoorberg
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