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Sonntag, 09.09.2018: Eigertrail und Rotstock

Dienstag, September 18, 2018

Der Tag begann früh mit Frühstück um 6:00h. Die besten Eltern wollten direkt ins südfranzösische Feriendomizil losdüsen, Schwesterle und die Jungs wollten mit uns noch ein wenig wandern, bevor sie in die andere Richtung, nach Hause, fuhren. Und weil der Weg halt lang ist, wollten wir früh los.

Wir planten, mit dem dritten Zug um 8:17h zu fahren. Weil mir aber nicht klar war, wie kompliziert das Erwerben der Zugtickets werden würde, gingen wir recht früh runter. Das war dann gut, denn ich kaufte nicht nur die 6 Eigertail-Tickets (rauf bis Alpiglen, runter ab Eigergletscher), sondern gleich auch die beiden Tickets fürs Jungfraujoch für den nächsten Tag. Und weil ich mich nicht klar ausdrückte, bekam ich zunächst 6 Tickets fürs Jungfraujoch, von denen dann 4 wieder storniert werden mussten.

Das Ganze war auch so außerordentlich teuer. Aber mei, man ist ja nicht jeden Tag in Grindelwald ...

Als wir in Alpiglen ausstiegen, war es frisch und windig. Die Idee, einen Weg direkt unter der Eiger Nordwand früh am Morgen zu gehen, war vermutlich nicht die Allerbeste. Gegenüber am Männlichen und an der First war Sonne pur und da war es ganz bestimmt angenehm warm. Wir hatten tiefen Schatten und Wind und waren alle froh um halbwegs warme Klamotten.

Aber wir hatten halt auch die Eigerwand und betrachteten sie immer wieder. Wir enteckten den ‘Pilz’, diverse Fenster in der Wand (eines davon musste das ‘Stollenloch’ sein, durch das man Toni Kurz nicht hatte retten können) und keine Bergsteiger. Alpingeschichte in greifbarer Nähe sozusagen.

Wir gingen alle zusammen bis unter den Rotstock und schickten dort Schwesterle mit Hund weiter zur Station Eigergletscher. Mit den Jungs stiegen wir zum Einsteig des Klettersteigs auf und rüsteten dort auf. Helme, Gurte, Sets ... inzwischen haben wir einen ganz schönen Fundus an Zeug.

Der Rotstock-Klettersteig ist ziemlich leicht. Unten hat es erst mal einen Satz Leitern (B), dann geht es gemütlich über diverse Absätze, mal gesichert (A), mal ungesichert (I+) durch die weite Schlucht zwischen Eigerwand und Rotstock auf den Sattel dazwischen.

Während wir noch im Aufstieg durch die Schlucht waren, hatte es ein lautes Geräusch, fast wie ein Flugzeug, das wir nicht so recht zuordnen konnten. Kurz drauf kam das wieder und der beste Allgäuer rief ‘Wingsuits!’ Ich sah nur weit unten einen Gleitschirmflieger über der Kleinen Scheidegg. Die nächsten Wingsuits sah dann aber auch ich. Da sprangen tatsächlich ein paar Leute (5 oder 6 insgesamt) von der Seite der Eigernordwand in Wingsuits runter (eben gelernt: das sind dann BASE-Jumper, keine Wingsuit-Flieger). Die Dinger machen einen Höllenlärm (klar, das Material der Suits flattert ja wie blöd) und die meisten Springer brüllten sich zusätzlich die Lunge aus dem Leib. Ich bin nicht sicher, ob vor Angst oder Begeisterung ;-)

Vom Sattel muss man nur mehr wenige Meter hinauf zum breiten Rotstock-Gipfel mit dem Kreuz. Auf dem Weg dorthin kann man einen Spalt mit einem großen Schritt (für Leute mit langen Beinen, wie beispielsweise der große Neffe) oder einem kleinen Sprung (für die anderen) überwinden. Oder man springt nicht und steigt einen halben Meter ab und dann wieder auf (die Chicken-Variante für Leute wie mich) :-)

Wir blieben eine Weile in der Sonne sitzen, schauten die großartige Umgebung an und die Jungs vertilgten die berühmten Grindelwalder Gletscher-Bananen. Dann stiegen wir ab.

Der Abstieg ist fast schwieriger als der Klettersteig. Man geht abfallende, vom Gletscher glatt geschliffene und geröllbedeckte Platten hinab (I+). An den steileren Stellen hat es Seile und die sind zwischenzeitlich echt willkommen. Ich bin im Abstieg ja immer sehr langsam. Die Jungs sausten vorn weg (vor allem der zweite Zwilling) und weil sie alle problemlos unten ankamen, war es wohl nicht zu schwierig.

Im Restaurant an der Station trafen wir wieder auf Schwesterle, die inzwischen schon etwas unruhig geworden war, weil meine Schätzung (2 - 2 1/2 Stunden) zu knapp gewesen war. Aber nun waren wir da, alles war gut und der Hund freute sich auch, dass seine Herde wieder komplett war.

Wir fuhren direkt ab nach Grindelwald. Dort gab es in einer Snack-Bar mit echt gutem Kaffee noch etwas zu essen für die Heimreisenden, dann stapften wir den steilen Berg zum Chalet hinauf. Schwesterle und die Jungs packten den Rest ihrer Habseligkeiten, wir sammelten unser Zeug zusammen und dann fuhren sie alle heim. Es war etwa halb 4, damit sollten sie passend zur schon vorbestellten Pizza daheim ankommen.

Der beste Allgäuer und ich packten noch ein wenig rum und gingen dann in den oberen Stock, um erst mal Kaffee und Cola zu trinken. Auf dem Balkon, auf dem Bänkle auf der Südwestseite, voll in der Sonne (es war regelrecht heiss) und - Tadaaa! - unter der Eiger Nordwand. Das Gucki kam natürlich auch zum Einsatz, aber so richtig was erkennen - Route, Stollenloch, was auch immer - konnten wir dann doch nicht.

Später duschten wir ausgiebig (unten) und packten den Hochtourenrucksack fertig. Bevor wir runter ins Dorf marschierten, musste noch der Kangoo umgeparkt werden (zum Chalet gehört genau ein Parkplatz, die anderen beiden waren nur für das Wochenende ausgeliehen), dann gingen wir Abendessen. Wie nicht anders zu erwarten ist Grindelwald ganz schön teuer (Fischstäbchen mit Remoulade und Reis 18.90 Chf, Schnitzel mit Pommes und Salat 24.50 Chf, kann man derzeit fast 1:1 umrechnen).

Wir fanden eine Art Fastfood-Restaurant, wo wir eine echt gute Pizza für 20 Chf und gute Rösti mit Wurst und Spiegelei für knapp 20 Chf und Bier und Radler dazu bekamen. Besser als selber kochen ;-) In dem Restaurant wurde auch eine große Gruppe Asiaten bespaßt. Das war aber drin und störte draußen kaum.

Dann kam natürlich wieder ‘der Berg’ zum Chalet hoch (Boah, mit vollem Magen und Radler in den Beinen!). Vorm Schlafen gab es noch ein gemütliches Bier auf dem Balkon, mit Blick - wer hätte es gedacht? - auf die Nordwand :-)


Start in Grindelwald


In Alpiglen geht es richtig los


Auf dem Eigertrail unter der Nordwand


Der beste Allgäuer steigt immer vor


Dann folgen der große Neffe ...


... und der zweite Zwilling


Der jüngste Neffe ...


... und ich machen den Abschluß


In der weiten Schlucht unter dem Sattel, der Gipfel ist schon zu sehen


Wingsuit-Flieger


Miteinander am Rotstock


Blick die Eiger Westflanke hinauf


Abstieg über Gletscherschliff


Kleine Scheidegg mit Eiger

Von engel am 18.09.2018 20:57 • outdoorberg

Interessanter Bericht! So wissen wir, was wir versäumt haben!

[1] Von I.K. am 18.09.2018 21:50

Ja. Wir wären gern auch mit Euch da rumgelaufen :-)
Aber Sonntags fahren ist schon auch wichtig ...

[2] Von engel am 19.09.2018 04:56

War schon n echt schöner Kurzurlaub. Ereignisreich 🤓🤩

[3] Von Gabi am 19.09.2018 21:27

Ganz meine Meinung :-)
Und wir hatten da ja noch einige Erlebnisse mehr ;-)

[4] Von engel am 20.09.2018 07:50

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