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Sonntag, 12.03.2017: Winterspaziergang

Donnerstag, März 16, 2017

Zur Abwechslung mal wieder Lechtal. Noch immer eher defensiv, die gestrigen Lawinen waren doch arg beeindruckend. Wir parkten in Boden wieder vorm Kirchlein (diesmal war der Parkplatz oben tatsächlich voll) und stapften dann den Hang über Boden nach Pfafflar hinauf. Der Schnee war eishart gefroren.

Bei den ersten Häusern bogen wir auf den Sommerweg ins Fundeistal ab. Rechts im Fundeistal waren auch hier viele gewaltige Lawinen abgegangen, links sah es besser aus. Wir waren uns nicht so recht einig, wie gefährlich das steil eingeschnittene Tal denn nun wirklich war, gingen aber erst mal auf dem Sommerweg (über noch eher flache Hänge) weiter. Die Teilstufe hinten im Tal schien uns beiden OK, aber der Weg dorthin?

Der Sommerweg führt über einem extrem steilen Abbruch (unten fast ein Tobel) erst hinauf und dann schräg hinab zum Bach. Und das war dann der Punkt an dem es auch mir zu riskant wurde. Eisig gefrorener Schnee, in dem die Kanten kaum griffen, mit Fellen auf dem schmalen, schrägen, teils steilen Sommerweg direkt über einem Abbruch ins Tal runter rutschen? Ich sah mich ausrutschen und mit Juchhei in den Bach runter purzeln. 100 Höhenmeter oder so. Wir drehten um.

So allzu gut kennen wir die Gegend skitourenmäßig ja nicht, aber dass man bis zum Joch auf und neben der Straße spazieren kann, wussten wir. Nächstes Ziel also: Pass.

Erst mal war es lustig, durch Pfafflar hindurch und am Gasthof vorbei zu laufen. Dort waren wir in unseren früheren Leben mit dem Motorrädern unzählige Male schon eingekehrt und hatten den Motoren der vorbei sausenden Bike gelauscht. Jetzt war alles komplett ruhig, wir liefen ganz einsam und allein auf der Straße bis zur nächsten Kehre und von dort den Wanderweg weiter (endlich Sonne!) durch einen kleinen Tobel durch bis zum Pass.

Dort dachten wir eigentlich, dass man rechts in den Sattel sehen können müsste. Das geht aber nicht, es hat zu viele Muränenhügel. Es hatte aber eine Spur, die Richtung Sattel führte. Die nahmen wir.

Als wir über die Muränenhügel drüber waren und endlich tatsächlich linkerhand bis in den Sattel sehen konnten, blieben wir erst mal beeindruckt stehen. Auf der rechten Seite war oben in einer extrem steilen Rinne ein Schneebrett abgegangen und hatte in den steilen Hängen darunter ein gigantisches Schneebrett mit einer Anrisshöhe von sicherlich 4 Metern ausgelöst. Daneben war ein weiteres großes Schneebrett abgegangen. Boah, das waren aber mal Lawinen!

Der Hang hinauf zu ‘unserem’ Sattel - ähnlich ausgerichtet, ähnlich steil - sah wunderbar aus. Jungfräulicher Schnee, der Oberfläche nach lockerer Triebschnee, lud zu abgehobenem Schweben ein. Oder zum Abrutschen mit einem gewaltigen Schneebrett ...

Wir schätzen die Situation so ein, wie auch unsere Vorgänger und stiegen nur bis zum letzten Hügel im Kar hinauf (alles moderat geneigtes, kupiertes Gelände) und erklärten den größten Stein zum heutigen Ziel. In der Pause - sonnig, fast windgeschützt - betrachteten wir abwechselnd den wunderschönen Hang zu unserem Sattel und die riesigen Lawinen daneben. Die Versuchung und die potentielle Strafe. Aller Wahrscheinlichkeit nach wäre der Hang inzwischen genügend gesetzt gewesen (die Lawinen waren sicherlich Donnerstag oder Freitag abgegangen), aber wir fühlten uns nicht abenteuerlich genug, um das auszuprobieren.

Die Vorgänger waren direkt vom Stein Richtung Passstraße abgefahren. Wir nahmen aber den Weg zurück zum Joch und konnten bis dorthin in wunderbarem unverspurten Pulverschnee schwingen. Vom Joch aus nahmen wir den hübschen Tobel nach Pfafflar und bekamen perfekten Firn. Von Pfafflar nach Boden war der Schnee dann allerdings komplett durchgeweicht und wir mussten uns in tiefem Sumpf zurück zum Auto wühlen.


Start in Boden


Auf dem Weg nach Pfafflar


Vorbei am Gasthof Pfafflar ...


... durch einen sehr hübschen kleinen Tobel ...


... und direkt mit der Straße aufs Joch


Über Muränenhügel Richtung Scharte


Die Lawinenanrisse


Der verführerische Hang


Abfahrtsspuren

Von engel am 16.03.2017 22:25 • outdoorski

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