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Sonntag, 14.10.2018: Toller Grat, blöder Abstieg

Samstag, Oktober 27, 2018

Sonntags bestehe ich eigentlich auf (mehr oder weniger) kurzen Touren, weil nach Sonntag ja Montag kommt und Montage sind auch ohne vollgepackten Sonntag ziemlich stressig. Aber ich würde am Montag daheim arbeiten, es sprach also nichts dagegen, den Sonntag bis zum letzten Quentchen Freizeit auszunutzen :-)

Wir hatten am Samstag schon immer zu dem Grat auf der anderen Seite vom Himmeleck rüber geschaut und irgendwann beschlossen, dass wir am Sonntag dort hin wollen. Von der anderen Seite allerdings, der Abwechslung wegen.

Wir parkten also halbwegs früh in Oberstdorf und radelten das Oytal hinter. Es war wie am Vortag ordentlich kalt, aber wir waren diesmal besser angezogen. Vor dem Steilstück am Stuibenfall rüstete der beste Allgäuer von Allen in Erwartung der Erwärmung auf kurze Hosen um. Ich nicht, es war noch viel zu kalt dafür.

Wir parkten die Räder an der Käseralpe und stiegen zum Wildenfeld auf. Natürlich im Schatten, man ist da ja direkt im Norden des Großen Wilden. Es war ausgesprochen kühl, denn je weiter wir aufsteigen, umso windiger wurde es. Am ersten Sonnenfleck machten wir Pause. Da war es zwar nur mäßig bequem, aber es war Zeit, etwas zu trinken und wir wollten auch den Leuten hinter uns entgehen. Ich zog die kurze Hose an, weil ich erwartete, dass es nun warm werden würde.

Das war ganz deutlich verfrüht, denn bis zum Himmelecksattel war zwar Sonne aber halt auch der kühle Wind und als wir den Sattel erreichten, legte der auch noch zu. Wir machten nochmal Pause, um den Weiterweg zu betrachen. Ich nutzte das, um die abgelegten Schichten (lange Hose, Jacke) wieder anzulegen.

Wir betrachteten den geplanten Weg und das Ziel. Sah weit aus und windig.
Dann stiegen wir ein.

Erst mal geht es bequem einen Hügel hinauf und ein Stück auf dem grasigen Grat entlang. Dann muss man einen großen Felskopf rechts umgehen, was bei der Rückkehr zum Grat beinahe ‘Graskletterei’ auf der gegenüberliegenden Seite bedeutet. Da ist es gar nicht unangenehm, dass es da schon einen Pfad mit Stufen hat.

Danach bleibt man mehr oder weniger immer am Grat, wobei es immer wieder kurze Kraxelstellen hat, sonst kann man weitgehend laufen. Ich merkte den Vortag deutlich und war entsprechend langsam.

Der Abstieg in einem kleine Scharte vor dem Gipfelaufbau war ein kleines Problem. Da muss man nämlich weeeit nach unten treten ohne was zu sehen. Oder einen kleinen Hüpfer machen, aber wie wir wissen, ist das keine Option für mich.

Nach der Scharte beginnt der wirklich nette Teil des Grates, die Plattenkletterei. Das sieht wirklich spektakulär aus, ist aber ziemlich einfach. Zum Nord-Gipfel ist es dann nicht mehr weit.

Der Übergang zum Mittelgipfel ist ein ausgesetzter Grat. Wir sind im Nachhinein ziemlich sicher, dass wir das letzte Mal oben drüber geklettert sind und dass das nicht allzu schwierig war. Diesmal folgten wir Spuren, die links über etwas bröselige Schrofen hinab führten und den größten Teil des Grates umgingen.

Für mich interessant: Von der Scharte zwischen Nord- und Mittelgipfel konnte man gut den Abstieg über die Gamswanne sehen. Das ist fast schon ein breit ausgetretener Weg.

Wir stiegen zum Hauptgipfel auf und machten dort in einer grasigen Mulde eine beinahe warme Pause. Den Südgipfel ließen wir aus und stiegen direkt ins Kar unter den 3 Gipfeln ab. Der Plan war, zur Wildenfeldscharte zu queren und die dann abzusteigen, wie wir das schon mal gemacht hatten.

Wir hatten beide in Erinnerung, dass das ziemlich unangenehm gewesen war, aber zunächst war der Abstieg ins Kar und dann in großem Bogen um den Westgipfel herum völlig problemlos. Aber je näher wir der Scharte kamen, umso steiler wurde das Gelände. Schließlich näherten wir uns auf einem schmalen Band der Scharte. Danach wurde das Gelände unübersichtlich, steil und am Ende total bröselig. Die letzten Meter in der Wildenfeldscharte mussten in splittrigem Gebrösel hinauf gekrabbelt werden.

Wir machten erst noch mal Pause. Der Abstieg die Wildenfeldscharte runter war dann auch nicht grad toll. Das Gelände ist sehr steil und man steigt da in losem Gebrösel ab, wo kaum was hält. Weiter unten wird daraus Geröll, wo auch nichts hält, aber man kann erst mal nicht richtig drin abfahren, weil nicht absehbar ist, wo was stoppt (schlecht für’s Knie). Wir stiegen zunächst ein Stück im Bach ab und wechselten erst weiter unten ins Geröll. Der Abstieg bis zum Wildenfeldhüttle war echt anstrengend.

Von da ist es nicht mehr weit zu den Rädern (aber steil und unschön zu gehen). Unsere Räder waren die letzten an der Alpe, aber es kam gerade noch eine ‘echte’ Bikerin (also nix E-Bike) hoch, die begeistert über den tollen Herbst und die wunderbaren Farben war. Wir konnten nur zustimmen.

Die Abfahrt ging schnell. Leider waren wir zu spät dran, um noch Sonne zu bekommen. Es war deswegen reichlich kühl und wir kamen ein wenig durchgefroren am Auto an.


Auf dem Weg ins Oytal


Radeln durch Herbstbäume


Aufstieg im Schatten vor dem Rädlergrat


Immer wieder großartig: die Höfats


Unterm Schneck zum Himmelecksattel


Grasklettern zum Nordgrat


Am Nordgrat


Tief- und Rückblick am Nordgrat


Schrofenklettern im Mittelstück


Am Nordgrat


Plattenklettern


Nochmal Plattenklettern


Am Nordgipfel


Rückblick zum Nordgipfel


Am Mittelgipfel


Abstieg ins Kar unter den Wilden


Vor dem letzten Band zur Scharte


Bröselgekraxel


Abstieg von der Scharte


Weiter unten wird die Scharte gangbarer


Rückblick zur Scharte


Abstieg zu den Rädern


Abfahrt


Rückblick

Von engel am 27.10.2018 15:43 • outdoorbergmtb

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