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Sonntag, 29.04.2018: Abbruch

Donnerstag, Mai 03, 2018

Am Vorabend hatten wir das Ziel für den heutigen Tag diskutiert und ich hatte die Östliche Simonyspitze vorgeschlagen, weil die von der Hütte aus schön einsehbar schien und der zu erkennende Anstieg gut aussah. Yak hatte kurz mit dem Großen Geiger gegengehalten, aber am Ende einigten wir uns auf meinen Vorschlag. Auch die Frühstückszeit (6:30) war mein Vorschlag.

Und ich muss zugeben, beides war nicht sehr schlau.
Note to self: nächstes Mal besser recherchieren und vor allem vorher nachdenken!

Ich hörte es bereits um 4:30 über uns rumpeln, aber danach kehrte wieder Ruhe ein bis gegen 6:00 der allgemeine Rush auf das Frühstücksbuffet begann. Ralle und ich waren um etwa 6:20 die letzten an unserem Tisch und hatten kaum Zeit Marschtee zu bunkern und etwas zu essen, dann stürmten schon alle raus.

Das Wetter sah super aus und es war ... warm. Wir marschierten zunächst zur Ebene hinter Hütte runter und orientierten uns dann zum Simonykees. Der Schnee war selbst im Schatten nicht wirklich gefroren und wurde schnell weich, als wir in die Sonne kamen.

Im Steilstück des Gletschers fand sich bald Sulz mit einer rutschigen Seifenschicht oben drauf, auf der man andauernd ausrutschte. Und es war warm. Also eigentlich war es heiß! Der beste Allgäuer von Allen musste bald seine Blase neu verpflastern, weil selbst das gute Compeed bei der feuchten Hitze im Stiefel nicht hielt.

Während wir noch im Steilstück aufstiegen, verschwanden die beiden Simonyspitzen vor uns in Wolken und von Nordwesten rückten weitere Wolken an. Wir hatten schon ein Weilchen über die Sinnhaftigkeit unseres Tuns sinniert und als der Sulz immer noch tiefer und der Anstieg immer noch heißer wurden und die Aussicht auf den Gipfel weiter schwand (Nebel auf einem unbekannten Gletscher mit großen Spalten?), sank auch die Lust am Skihochtourengehen. Und die Aussichten auf die nächsten Tage war ja auch bestenfalls so mittel.

Nach dem Steilaufschwung war es dann so weit und wir erklärten, dass wir umdrehen und heimfahren würden. Mit etwas schlechtem Gewissen, zugegeben, aber lustlos auf einer Hütte Rumhängen, wenn man lieber im Grünen wäre, bringt ja auch nix. (Hätten wir allerdings geahnt, dass der Rest der Truppe dann auch aufgeben würde - weiter oben war noch tieferer Sulz, noch mehr Spalten - wären wir die 200 Höhenmeter natürlich auch noch mitgegangen.)

Die Abfahrt zur Hütte war ... sehr eigen. Der Schnee war schon so nass, dass die Ski sich quasi festsaugten und wir langsam wie in Molasse nach unten rutschten. Man musste in voller Anspannung auf den Skiern stehen, um nicht bei einer besonders nassen Stelle nach vorn über den Ski katapultiert zu werden. Für die Oberschenkel war das brutal und wir mussten öfter anhalten, um auszuruhen.

An der Hütte klärten wir die Seilbahn-Modalitäten (20€ für eine Fahrt) und ließen uns dann einen festen Müllsack geben, in den wir alles stopften, das auch nur annähernd schwer war. Dann gab es noch was zu essen und zu trinken und wir fuhren ab. Über viele der grasigen Stellen fuhren oder liefen wir einfach drüber, wo es Steine hatte, wurde abgeschnallt. Das war ein wenig lästig, aber wir kamen doch ganz gut voran.

Kurz nach dem Anfang des Lärchenwaldes war dann Schluss mit Abfahren. Der restliche Abstieg bis zur Materialseilbahn ging trotz der Ski am Rucksack (der trotzdem nicht sehr schwer war) ganz gut. Ich hatte ernsthaft Angst vor dem Abstieg mit den Skistiefeln gehabt, aber die Stiefel sind tatsächlich so beweglich, dass das Knie nicht übermäßig gestresst wurde. Die fehlende Dämpfung machte sich am Ende vor allem an den Füßen bemerkbar. Wir waren wegen mir natürlich arg langsam.

An der Materialseilbahn stopften wir wild durcheinander alles in den Rucksack, was im Müllsack gewesen war (da zeigte sich, dass vernünftig Packen schon was hat, das Zeug ging schwerer rein als vorher) und stiegen den restlichen Weg zum Parkplatz ab. Da jammerten das Knie und die Füße am Ende dann aber schon :-(

Für die Heimfahrt nahmen wir den Gerlos Pass, bei dem Google vorher gemeint hatte, der Weg sei genauso weit wie über Kitzbühel. Meine Idee, Motorradfahrer-Nostalgie ;-) Das war auch eine bescheuerte Idee, denn der kostet inzwischen knapp 10 Euro Maut (vor 20 Jahren war das nicht so). Unser Navi wollte uns dann unbedingt über Garmisch schicken, was wir aber standhaft verweigerten und so tatsächlich schon um 19:00 daheim waren.

Zusammenfassend: Interessanter Ausflug ;-)
Bisserl viel fahren für ein bisserl wenig Tour, aber bei den richtigen Bedingung wäre das sicherlich ein schönes Tourengebiet.


Start in der Senke vor der Hütte


Auf dem Weg zum Simonykees


Aufstieg ...


... zwischendurch ziemlich steil


Unser Gipfel verschwindet in Wolken


Abfahrt im Schatten


Der Schnee ist so schwer, dass Umsteigen angebracht ist.


Mit leichtem Rucksack ist gut lachen :-)


Ski in Gras und Blümchen


Drecklawinenquerung


Nach der Materialseilbahn ist der Rucksack wieder schwer

Von engel am 03.05.2018 16:32 • outdoorski

Ist natürlich immer schade um den betriebenen Aufwand. Aber wenn’s nicht geht, geht’s halt nicht. Danach denkt man sich immer, man hätte dies oder jenes mehr berücksichtigen oder sich besser informieren sollen. Aber es ist ja nur richtig, auch mal abzubrechen, wenn die Bedingungen nicht passen.

[1] Von Sabine am 04.05.2018 09:23

Ach, so schlimm war es dann auch nicht :-)

Kann ja keiner hellsehen und so ist jede Entscheidung die richtige zum entsprechenden Zeitpunkt. Hinterher ist man immer schlauer.

Natürlich hätte es geholfen, nicht grad die allersüdseitigste Tour zu nehmen oder wenn, dann eben viiiel früher loszugehen. Aber mei, so lernt man halt was ;-)

[2] Von engel am 04.05.2018 09:36
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